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Die bizarren Phantasien der Impfkritiker

22. November 2021

Der Chiemgau in Oberbayern gehört zu den reichsten Gebieten Deutschlands und kann sich deshalb den sogenannten „Chiemgauer“, hergeleitet von der absurden Freigeld-Theorie Silvio Gesells, leisten. Das Schwundgeld der Landkreise Traunstein und Rosenheim rund um den Chiemsee wurde von der anthroposophischen Waldorfschule in Prien ins Leben gerufen, mit dem scheinbaren Ziel die regionale Wirtschaft zu fördern. Der „Chiemgauer“ wird 1:1 gegen den Euro gekauft, kann mit 5 % Verlust zurückgetauscht werden und verliert ständig an Wert, denn nach 6 Monaten ist der Chiemgauer ungültig wenn man nicht mittels Klebemarken, die 3% seines Wertes kosten, den „Chiemgauer“ verlängert. Wir hatten schon in den 1990er Jahren grüne Bürgermeister und seit über 30 Jahren haben die Grünen im Südosten Oberbayerns um die 20 Prozent bei den Wahlen zu den Parlamenten.

In den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgaden haben wir die größte Dichte an Anthroposophen, Homöopathen, Gesellianern und Heilpraktikern und deshalb mit die niedrigste Impfquote, um die 55 Prozent, in Deutschland. Die Impfskepsis hat hier eine 200-jährige Tradition, auch die Impfquote gegen Masern und Meningokokken ist hier auffallend niedrig. Anthroposophen, Homöopathen und vergleichbaren Komiker sind der Ansicht der Körper braucht die Infektionen um sich selbst zu heilen und außerdem sind nach dem anthroposophischen Glauben Krankheiten eine Schuld aus Verfehlungen in vorherigen Leben und daher wichtig für die Entwicklung des Karmas. Impfungen sind laut dem „Hellseher“ und Gründer der Waldorfschulen, Rudolf Steiner, der übrigens an Engel, Kobolde und Waldgeister glaubte, ein Mittel, um den Menschen die „Spiritualität weg zu impfen.“ Was in Sachsen und Thüringen die AfD sind in Südbayern die Grünen und die in diesem Dunstkreis sich bewegenden Esoteriker. Freilich gibt und gab es weltweit immer schon irrationale Impfgegner. Beispielsweise behaupete Julius Streicher, dass Impfungen von Juden als „Rassenschande“ in die Welt gebracht worden seien und der Deutsche Impfgegner-Ärztebund halluzinierte, das Reichsimpfgesetz von 1874 hätten vor allem „jüdische Abgeordnete“ ausgearbeitet.

Wegen der mit Sachsen niedrigsten Impfquote in Deutschland haben die Landkreise im Südosten Oberbayerns die höchsten Inzidenzen um oder weit über 1000. Die Intensivstationen sind hier so voll, dass Herzinfarktpatienten eine geringere Überlebenschance als anderswo haben. Akute Coronafälle, Unfall- oder Herzinfarktpatienten werden hunderte von Kilometern in andere Krankenhäuser Deutschlands ausgeflogen. In meinem erweiterten Bekanntenkreis gibt es viele 50-jährige mit schwerem Verlauf und einen 25-jährigen, der ohne jede Vorerkrankung wegen Corona auf die Intensivstation kam und dort verstorben ist. Wie so ein Aufenthalt auf einer Intensivstation aussehen kann hat Christian Kahrmann beschrieben und wie Intensivkrankenpfleger ihren Alltag erleben kann einfach abgefragt werden.

Geimpfte können sich zwar anstecken, der Verlauf ist aber bedeutend harmloser als bei Ungeimpften und die Zeit andere anzustecken ist kürzer, weil die Virusausscheidung bei Geimpften die sich angesteckt haben bedeutend kürzer ist als bei ungeimpften Personen. Ungeimpfte tragen deshalb das Virus häufiger und länger weiter und haben einen schwereren Verlauf, so werden Intensivstationen überwiegend von Ungeimpften belegt und die Corona-Patienten in den Krankenhäusern werden immer jünger. Bei Menschen, die an Krebs leiden und wegen dieser und anderen Krankheiten ein defektes Immunsystem haben wirkt die Impfung kaum oder überhaupt nicht. Die mRNA Impfstoffe schützten zu circa 90 Prozent gegen eine schwere Erkrankung und zu circa 75 Prozent gegen eine symptomatische Delta-Infektion. Das heißt, wären 100 Prozent geimpft, kommen trotzdem mindestens 10 Prozent ins Krankenhaus. Das heißt, die Ungeimpften gefährden vor allem sich selbst, aber auch die 10 Prozent Geimpften und vor allem die Menschen die sich nicht impfen lassen können oder wie oben beschrieben bei Menschen deren Immunsystem defekt oder sehr schlecht ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die Wirkung des Impfstoffes nach rund sechs Monaten nachlässt und man die Impfung wie bei vielen Impfstoffen auffrischen muss. Mehr als eine Milliarde Menschen sind weltweit mit den mRNA-Impfstoffen geimpft und so ist die Wirksamkeit und die Sicherheit längst in der Anwendung nachgewiesen. Das alles ist seit langem bekannt. Wie gut die Impfung wirkt zeigen die aktuellen Inzidenzen in Deutschland. Die Regionen mit den niedrigsten Impfquoten haben die höchsten Inzidenzen. In Bayern liegt aktuell die Inzidenz der Geimpften bei 110 und der Ungeimpften bei 1469, in Sachsen der Geimpften bei 53 und der Ungeimpften bei 1941, wobei natürlich die Testquote bei Ungeimpften ungleich höher ist als bei Geimpften. Die Hospitalisierung bei Geimpften liegt aktuell in Bayern bei 2,9 und bei Ungeimpften bei 14,1.

Der größte Fehler der Regierenden war die epidemische Lage zu beenden, die Impfzentren im Sommer zu schließen und die hauptsächlich gefährdeten Gruppen der Übergewichtigen und der über 60-jährigen, die im Januar oder Februar geimpft wurden nicht schon im September zu boostern. Wie erfolgreich diese Booster-Impfungen gewesen wären zeigen die Impfweltmeister Israel, Portugal oder Spanien und auch Italien. Zusammengefasst lässt sich sagen, die Ungeimpften, die Coronaleugner und die Sorglosigkeit der Geimpften treiben die Pandemie.

Ein großes Problem in dieser Pandemie ist das fehlende Vertrauen in den Staat und in die staatlichen Medien und die in vielen Fällen beinah gleichgeschalteten Massenmedien. Ob es nun die Berichterstattung zum Jugoslawienkrieg, zu den Maidan-Unruhen, zu den unzähligen islamischen Terrorangriffen in Europa, zu Kyle Rittenhouse, zur Flüchtlingskrise oder die antisemitischen Beiträge zu Israel waren, die jeweilige Einseitigkeit war selbst für den treuesten Staatsbürger unübersehbar und macht mittelfristig unglaubwürdig. Vor kurzem erschoß ein arabischer Terrorist in Jerusalem einen Juden und verletzte drei andere schwer. Die Polizei tötete den Dschihadisten in einem Feuergefecht. Das ZDF machte daraus „Israel: Ein Palästinenser erschossen.“ Diese Täter-Opfer-Umkehr in der Israelberichterstattung deutscher Medien ist kein Einzelfall, immer wieder werden Ursache und Wirkung verkehrt. Das Vertrauen in die staatlichen- und Mainstream-Medien ist seit Jahrzehnten am Boden, denn wer einmal lügt dem glaubt man nicht, auch wenn er die Wahrheit spricht.

Auch darum hatten Verschwörungstheoretiker und „Experten“ wie Sucharit Bhakdi oder Xavier Naidoo ein leichtes Spiel eine große Gemeinde zu begeistern und die „Experten“ in den Talkshows von Precht bis Augstein runden das ungute Bild ab. Wegen der Impfpolitik Israels halluziniert zum Beispiel Sucharit Bhakdi, „das Volk der Juden“ habe von den Nazis das „Erzböse“ gelernt und „umgesetzt“ und darüber hinaus meint er: „Das ist das Schlimme an den Juden: Sie lernen gut. Es gibt kein Volk, das besser lernt als sie. Aber sie haben das Böse jetzt gelernt – und umgesetzt. Deshalb ist Israel jetzt living hell – die lebende Hölle.“ Der Reichsbürger-Apologet Xavier Naidoo ist davon überzeugt, dass die Geimpften zu Untoten werden und der Klimaaktivist Richard David Precht, der Corona mit einer Grippe gleichsetzt, wirft den Leuten vor, „mehr Angst um ihr Leben zu haben als um das Überleben der Menschheit.“ Der „Maßnahmenkritiker“, Impfgegner, Corona-Verharmloser und FPÖ-Chef Herbert Kickl propagierte monatelang zur Covid-Behandlung die Einnahme von Ivermectin, einem Entwurmungsmittel für Pferde. Kurz darauf war das Pferde-Entwurmungsmittel Ivermectin wegen der großen Nachfrage in Österreich ausverkauft und einige Menschen die deshalb auf die Intensivstation kamen überlebten den Tipp des Corona-Rebellen nicht.

Von allen „Maßnahmenkritikern“, Coronaleugnern und Impfgegnern fasziniert vor allem eine Gruppe, nämlich ein Teil der ideologiekritischen und israelfreundlichen Linken, weil die Spaltung der Gesellschaft kaum besser zu bewundern ist wie in dieser Gruppe. Im August hatte Israel ein nie dagewesenes Hoch mit mehr als zehntausend Corona-Fällen pro Tag. Deshalb hat Israel im August mit dem Boostern begonnen, die dritte BioNTech-Spritze wurde mehr als vier Millionen Mal verabreicht. Über 80 Prozent der Über-60-Jährigen wurden drei Mal geimpft und 45 Prozent der israelischen Gesamtbevölkerung haben nun eine dritte Impfung. So hat das Leben in Israel heute fast vollständig zur Normalität zurückgefunden; Schulen, Geschäfte, Restaurants, Clubs und Kultureinrichtungen sind allesamt geöffnet. Eine Studie mit den Daten von 728.321 Personen mit einer dritten Impfung belegte darüber hinaus die Effektivität des Impfstoffes. Sieben Tage nach der Auffrischungsimpfung hatten die geboosterten Personen ein um 93 Prozent verringertes Risiko, mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert zu werden.

Wie im Rest der Gesellschaft sind innerhalb der ideologiekritischen Linken die meisten „Maßnahmenkritiker“ nun auch die härtesten Impfkritiker. Viele der eigentlich israelfreundlichen „Maßnahmenkritiker“ ignorierten den ungleich schärferen Lockdown in Israel und anderswo und heute ignorieren sie die erfolgreiche Impfpolitik Israels. Einige gehen sogar weiter und so gibt es auch Andockmöglichkeiten zu Leuten wie Sucharit Bhakdi. Aus Thomas Maul oder Felix Perrefort redete es wie folgt: Die Maske ist der Aluhut der Zeugen Coronas“ oderWillkommen im Schnupfen-Faschismus“ oder „Stellen wir uns vor, ein israelischer Präsident lieferte die Juden seines Landes einem ausgerechnet deutschen Unternehmen für medizinische Experimente aus.“

Wenn man die Coronaleugner der ideologiekritischen, eigentlich israelfreundlichen Linken mit den Corona-Maßnahmen und den aktuellen Impferfolgen Israels konfrontiert, kommen Gegenfragen wie, „soll man dann auch über die hohen Mieten und die schlechten Löhne in Tel Aviv auch nicht mehr sprechen.“ Diese „Maßnahmenkritiker“, Coronaleugner und Impfgegner berufen sich dabei auf Marx und Adorno und Geimpfte die auf hohe Inzidenzen, übervolle Intensivstationen und die erfolgreiche Impfpolitik Israels aufmerksam machen sind in ihren Augen Zero-Covid-Verbrecher und autoritäre Mitmacher, denn Corona ist für sie nur etwas problematischer als ein Schnupfen. Die Verpflichtung in Einkaufszentren eine Maske zu tragen ist für sie eine unzumutbare Freiheitsbeschränkung, ein Lockdown, gleich welcher Welle ist praktisch gleichzusetzen mit der Politik Stalins im Gulag und im Rest der Sowjetunion. Für einen Teil der „Ideologiekritiker“ ist die „hetzerische und paranoide gesellschaftliche und politische Reaktion“ gegen Corona „unverhältnismäßig“ und so sehen sie einen Zusammenhang mit den „Tendenzen der zeitgenössischen politischen Ökonomie und der damit zusammenhängenden Subjektkonstellationen.“ So wurden die Kontaktbeschränkungen, der Lockdown wegen Corona im letzten Jahr genauso abgelehnt wie nun die Impfungen. Verzweifelt klammern sich die „ideologiekritischen“ Coronaleugner an den Felsen Gibraltar mit seinen 35.000 Einwohnern, das angeblich zu 100 Prozent geimpft sein soll und hohe Inzidenzen aufweist. Abgesehen davon, dass Gibraltar 8.000 spanische Pendler hat, ist es hilfreich in der Schule beim Thema Prozentrechnung aufgepasst zu haben: Wären 100 Prozent geimpft, kommen trotzdem zwischen 10 und 20 Prozent ins Krankenhaus und je länger die Impfung zurückliegt umso mehr. Coronaleugner haben nicht den Mumm mit den Pflegern auf den Intensivstationen zu sprechen oder sie anzuhören. Seit einem Jahr gibt es 4.000 Intensivbetten weniger, weil die Pfleger es mental und körperlich nicht mehr aushalten und ihren Job aufgeben.

Die aktuellen Diskussionen über Israel und Corona, beziehungsweise das bewusste Ausblenden der Impfpolitik Israels innerhalb der ideologiekritischen Szene stimmt nachdenklich, Inwieweit sind die Reden von der uneingeschränkten Solidarität mit Israel glaubwürdig? Der Fall Magnus Klaue sorgte bereits vor einigen Jahren für Unverständnis. Der Halbgott der Szene kooperiert seit weit über zehn Jahren mit der Nummer 9 des SWC, mit Jakob Augstein. Klaue hat mehr als neunzig Artikel im antizionistischen „Freitag“ untergebracht und steht deshalb auf der Lohnliste Augsteins. Die Augstein-Linke delegitimiert und dämonisiert Israel wie keine andere antizionistische Bande vor allem im „Freitag“ in tausenden Artikeln und Kommentaren. Der Augstein-Jünger TomGard behauptet zum Beispiel am 31. Mai 2012 Israel würde die Palästinenser im „KZ Gaza“ vergasen.

Die Spaltung der Gesellschaft und die Ausgrenzung der Impfskeptiker ist schlecht, natürlich sind nicht alle von ihnen Reichsbürger und durchgeknallte Esoteriker, aber je mehr Menschen sterben, weil die Intensivstationen voll sind umso mehr wird sich der Groll gegen die Impfverweigerer richten. „Maßnahmenkritiker“ und Impfgegner sind zu bemitleiden, aber das Leben ist kein Ponyhof und erst recht kein Wunschkonzert, die westlichen Demokratien sind nicht perfekt, aber es ist in jedem Fall besser hier als in China oder in Paraquay dem Paradies der Coronaleugner zu leben.

Die Impfung ist aktuell die einzige Möglichkeit der Pandemie Herr zu werden. Die Impfpolitik von Israel, Portugal, Italien und Spanien sind wie die Inzidenzen in Bayern und Sachsen von Geimpften und Ungeimpften der eindeutige Beleg dafür. Die Coronaleugner und die esoterischen Impfgegner, die ihre Fake-News verbreiten und mittlerweile eine unübersehbare Fangemeinde haben sind, neben den letzten Fehlern der Politik das größte Problem in der Pandemie. Die Aggressivität der Coronaleugner zeigte sich in seiner höchsten Form in den Niederlanden und in Belgien, dort wütete der Mob in den Straßen, zündete Autos, Motorräder und Fahrräder an, verwüstete Hauser und Geschäfte und Polizisten wurden massiv lebensgefährlich angegriffen, offenbar um ihr Leben zu retten schoß die Polizei mit scharfer Munition zurück.

Es steht zu befürchten, dass die Probleme im Laufe des Winters größer werden könnten. Wenn das exponentielle Wachstum nicht gestoppt wird und nicht nur in Bayern und Sachsen die Intensivstationen voll sind und mehr Menschen und immer jüngere Leute sterben, dann möchte ich nicht in der Haut der Coronaleugner und Impfskeptiker stecken, denn jeder Mensch der einen Angehörigen verloren hat, der wegen Überlastung nicht auf die nächste Intensivstation kommt, wird nach Schuldigen suchen. Die Freiheit des Impfverweigerers die Pandemie am Leben zu erhalten ist keine positive Freiheit, denn Freiheit und Verantwortung gehören zusammen. Die eigene Freiheit endet dort wo sie das Leben und die Freiheit der anderen gefährdet. Die „freiheitsliebenden“ Impfrebellen mögen sich wie Che Guevara fühlen, sie riskieren zwar wie er ihr Leben und das Leben anderer, aber im Gegensatz zu ihm ist ihr Verhalten nicht dem Fortschritt, sondern der Reaktion verpflichtet. Vielleicht geben sich die Nachfolger Che Guevaras doch noch Nachhilfestunden in der Prozentrechung und beim exponentiellen Wachstum. Im Internet gibt es da sehr schöne Seiten um die Mathe-Defizite auszugleichen.

Die Breaking News nun zum Schluss: Aus besonders gut informierten Kreisen, die unbedingt jeder Verschwörungstheorie unverdächtig sind, wird berichtet, dass Bill Gates seine Microchips mit welchen er die Geimpften kontrollieren oder ausrotten will nicht wie bislang angenommen, in die mRNA-Impfstoffe eingesetzt hat, sondern in das Pferde-Entwurmungsmittel Ivermectin. Inwieweit Herbert Kickl in die Sache miteingebunden war ist noch nicht bekannt, wie es aussieht könnte sich da ein neuer Ibiza-Skandal entwickeln, vorausgesetzt es gibt Video- oder Bild-Beweise für die Kooperation von Bill Gates und Herbert Kickl. Sobald es in der Angelegenheit neue Erkenntnisse gibt, wird an dieser Stelle darüber berichtet werden. Bis dahin sollten sich die Ungeimpften von Joshua Kimmich bis hin zum ehemaligen Trainer von Werder Bremen, Markus Anfang impfen lassen. Die Ideologie der „Maßnahmenkritiker“ und Impfgegner erinnert sehr stark an die Islamisten, die jeweilige Wissenschaftsfeindlichkeit ist unübersehbar. Das Mittelalter ist aber längst vorbei.

 

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Anständig geblieben

10. November 2021

Am 4. Oktober 1943 hielt der Reichsführer SS, Heinrich Himmler in Posen vor den SS-Gruppenführern seine berühmt-berüchtigte Rede, worin er die Mannschaften dafür lobt bei der „Ausrottung des jüdischen Volkes anständig geblieben zu sein“: „Ich meine jetzt die Judenevakuierung, die Ausrottung des jüdischen Volkes. Es gehört zu den Dingen, die man leicht ausspricht. – „Das jüdische Volk wird ausgerottet“, sagt ein jeder Parteigenosse, ganz klar, steht in unserem Programm, Ausschaltung der Juden, Ausrottung, machen wir. (..) Von Euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben, und dabei – abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen – anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Dies ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte, …“

Als Hitler 1940 auf dem Höhepunkt seiner Macht, die Zustimmung der Deutschen zu Hitlers Politik so groß wie nie zuvor war, kam der Propagandafilm Jud Süß in die deutschen Kinos. Die 19 Millionen Besucher von „Jud Süß“ wurden nicht gezwungen diesen Film anzusehen, sie wollten den Film sehen, weil sie entsprechend fühlten und dachten. Jud Süß mit seiner grotesken antisemitischen Verzerrung über den Aufstieg und Fall des Hofjuden Joseph Süß Oppenheimer wurde im Osten immer dann der ansässigen „arischen“ Bevölkerung gezeigt, wenn eine „Aussiedlung“ oder eine Liquidation in den jüdischen Gettos bevorstand.

Ohne die innere Logik dieser Moral wäre der Holocaust, die systematische und fabrikmäßig durchgeführte Ermordung von sechs Millionen Juden nicht möglich gewesen.  So schreibt Raphael Gross in „Anständig geblieben“: „Die Kernbegriffe der NS-Ideologie unterscheiden sich grundlegend von denjenigen der marxistischen Ideologie. Während im Marxismus Begriffe wie Kapital, Mehrwert, Klassenkampf, Profit, Dialektik im Vordergrund stehen, kreisen die Ideologeme der NS-Theoretiker und -Politiker nicht um ökonomische, sondern vor allem um moralische Begriffe oder solche mit einer starken moralischen Aufladung: Ehre, Treue, Anstand, Kameradschaft etc.“  Die Grundlage für den NS-Antisemitismus, das Kernelement der NS-Ideologie, wurden im wilhelminischen Kaiserreich und während der Weimarer Republik gelegt. Der Antisemitismus wurde großen Teilen der deutschen Bevölkerung mit der Muttermilch eingegeben und so war die deutsche Volksgemeinschaft, ungeachtet den eigenen Selbsterhaltungsinteressen, bereitwillig dem Befehl von Massenmord und Krieg gefolgt. Um den Betrieb von Auschwitz zu ermöglichen wurden kriegswichtige Ressourcen nicht für den Krieg gegen die Alliierten, sondern für die Vernichtung der Juden verwendet. Die Ermordung der Juden stand für Hitlers willige Vollstrecker an erster Stelle.

Nach 1945 ging der Kampf gegen die Juden im Nahen Osten weiter und dauert bis heute an. Verbündet mit unzähligen geflohenen NS-Größen versuchten die durch den Islam geprägten Araber die „Endlösung“ zu vollenden. Die Verknüpfung traditioneller islamischer Judenfeindlichkeit mit dem modernen Antisemitismus stellt bis heute die wesentlichen Gefahren für Juden weltweit, insbesondere für die Juden im Nahen Osten dar. In der Konstellation des Kalten Krieges mutierten die Vertreter der ohnehin strukturell antisemitischen marxistisch-leninistischen Ideologie, unter dem Deckmantel eines pervertierten Antifaschismus und Antiimperialismus, zu Kombattanten für die Fortführung des Kampfes gegen die Juden. Panarabische Nationalisten und islamistische Despoten vereinigten sich mit der UdSSR, der DDR und anderen Staaten des Ostblocks zu einem offiziellen politischen antisemitischen Bündnis gegen Juden und insbesondere gegen den Staat Israel. Seit der Gründung Israels versuchen seine Nachbarn, die Mullahs im Iran und diverse Terrorgruppen die Juden zu errmorden. Beleg dafür sind diverse Angriffskriege gegen Israel, in die Luft gesprengte israelische Schulbusse und Bomben in voll besetzten  Diskotheken und unzählige Terrorangriffe gegen schlafenden Familien und israelische Zivilisten. In Rammalah wurden im Jahr 2000 Vadim Nurzhitz und Yossi Avrahami vom palästinensischen Mob gelyncht.

Die Antisemiten dieser Welt sind nun seit über 70 Jahren fassungslos, dass Juden durch den Staat Israel beschützt werden. Die Juden haben seitdem die Möglichkeit sich effektiv zu wehren. Der Staat Israel beschützt seine Bevölkerung und als Juden im Juni 1976 von deutschen linken Terroristen während einer Flugzeugentführung in Entebbe vom Tod bedroht waren, flog eine israelische Sondereinheit 4000 Kilometer unter dem Radar und befreite die 103 jüdischen Geiseln, 83 Israelis sowie 20 französische Juden in der Aktion Thunderbolt. Der Aufschrei und die Wut der weltweiten Antisemiten bei jeder israelischen Befreiungs- oder Verteidigungsaktion ist riesengroß, denn Antisemiten können ihre Wut auf Juden sehr schlecht verbergen.

Nach 1945 wirkten freilich auch in Deutschland und in Europa die nationalsozialistischen Normen und Urteilsformen weiter, Himmlers Begriff der Anständigkeit fand sich in den deutschen Spruchkammern der Nachkriegszeit genauso wieder wie in Martin Walsers Paulskirchenrede bis hin zu den „israelkritischen“ Reden der postkolonialen Linken. Die systematische antisemitische Propaganda, die durch arabische oder türkische TV-Sendungen, im Internet, in Moschee-Predigten, durch Äußerungen islamischer Autoritäten oder bei Asylbewerbern in Schulbüchern der Herkunftsländer vermittelt werden, wird in der Mitte Europas seit Jahrzenten schulterzuckend hingenommen. Das Schicksal des jüdischen Staates, die Vertreibungen, Enteignungen und Diskriminierungen von Juden in der arabischen Welt tangieren die meisten Menschen des Westens kaum. Westliche linksradikale Organisationen und Terroristen von der RAF bis zu den „Revolutionären Zellen“ beteiligten sich an antisemitischer Propaganda und Terrorakten gegen den jüdischen Staat, die antizionistische Kumpanei vor allem von links, aber auch von rechts mit antisemitischen Islamisten sind seitjeher traurige Realität.

Waren Holocaustleugnung und Relativierung bis in die 1980er Jahre noch überwiegend der rechtsextremen Szene und Historikern wie Ernst Nolte vorbehalten, so sind diese „Ansichten“ heutzutage linken „israelkritischen“ BDS-Befürwortern und anderen Kritikern der Moderne, vor allem im akademischen Bereich, bis hin zum Mainstream vorbehalten. Einer der Wendepunkte war 1987 der Prozess gegen den „Schlächter von Lyon“, den SS-Obersturmführer Klaus Barbie. Die drei linken Verteidiger Barbies, der Kongolese M’Bemba, der Algerier Bouaita und der Franzose Vergès traten im Prozess selbst als Ankläger auf. Die linken Anwälte relativierten während des Prozesses den Mord an den Juden um auf das „viel größere Verbrechen“ des  Rassismus abzulenken, „dass die Vernichtung der Juden ein Verbrechen von allenfalls lokalem Interesse, ein Blutstropfen Europas im Ozean des menschlichen Leidens sei und folglich allein das Gewissen der Weißen zu beunruhigen habe“, während in Wahrheit der unerklärte und von keinem Gericht geahndete Krieg der imperialistischen Staaten gegen die Dritte Welt den Gang der Geschichte bestimme: „Als Weiße vergießt ihr Tränen über das weiße Schicksal. Als Europäer bläht ihr einen Familienzwist zum Weltkonflikt und unverjährbaren Verbrechen auf. ..Durch uns lacht die ganze Menschheit über euch und erklärt, dass euer Desaster nicht ihre Sache ist.“

Die Singularität von Auschwitz wird heute vor allem von den Vertretern der postkolonialen Theorie bestritten, Holocaustrelativierung ist heute vor allem von BDS-Aktivisten, der „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“, Literaturwissenschaftlern wie Michael Rothberg oder „Historikern“ wie Achille Mbembe zu vernehmen. Postkoloniale „Antirassisten“ und andere Islam-Apologeten, die jeden islamischen Terror ignorieren, rechtfertigen oder sogar gutheißen, gehen oftmals soweit Muslime im Allgemeinen oder islamische Flüchtlinge im Speziellen als die Juden unserer Zeit zu bezeichnen. In den öffentlich-rechtlichen Medien werden der islamische Terror und die Zumutungen des Islam wie der islamische Antisemitismus seit Jahren verharmlost oder verschwiegen. In ARD und ZDF machen Journalisten mit Migrationshintergrund nicht trotz ihrer antiisraelischen und islamistischen Ansichten Karriere, sondern aus Gründen der Diversität genau deshalb. Die „Israelkritikerin“ und Teilnehmerin des antisemitischen al-Quds-Marsches Nemi El-Hassan oder Feyza-Yasmin Ayhan, die antisemitische Karikaturen, die Juden mit Hakennase zeigten postete und gleichzeitig das Ende Israels herbeisehnte, stehen beispielsweise aktuell auf der Lohnliste des ZDF. Die Kritik am Antisemitismus dieser „Damen“ empfinden postkoloniale, „antirassistische“, islamophile Holocaustrelativierer naturgemäß als rassistisch.

Für die postkolonialen „Antirassisten“ und Holocaustrelativierer ist der Antisemitismus nur eine Unterform des Rassismus und der Holocaust nur eine kleine Episode der Kolonialverbrechen. Für „Antirassisten“ sind die Muslime die Juden von heute und so gut wie jede berechtigte Kritik am politischen Islam ein rassistisches Sakrileg. Ingo Elbe stellt dazu treffend fest: „Wer keinen Begriff von Antisemitismus hat, der kann auch keinen von der Shoah entwickeln. Und so lässt sich denn für die Protagonisten des akademischen Antirassismus eine erschreckende Unkenntnis und Relativierung der Präzedenzlosigkeit und Besonderheit des Holocaust feststellen. Die Spezifik der Shoah besteht weder in der Methode des Tötens, noch in der Zahl der Opfer, sondern in der Intention einer vollständigen Vernichtung aller als Juden bestimmten Individuen aufgrund einer Ideologie, die in den Juden das gemeinschaftszersetzende, egoistische, materialistische, abstrakte, böse Element schlechthin sieht.“

Im NS-Antisemitismus sollte jeder einzelne jüdische Mensch vernichtet werden, weil er Teil einer verderblichen, verborgenen, abstrakten und übermächtigen Gegenrasse betrachtet wurde. Im kolonialen Rassismus gibt es keine Entsprechungen zu dieser Zuschreibung.  Antisemitismus und Rassismus sind nicht kommensurabel, und damit kann Antisemitismus auch keine Unterform von oder kein Beispiel für Rassismus sein. Während das Phantasma von der jüdischen Weltherrschaft eine reine Erfindung ist sind Drohungen radikaler Islamisten, die die Dominanz eines rigiden Islam über die ganze Welt als ihr Endziel benennen, Legion, sagt nicht nur Matthias Küntzel. Während alle den Juden zugeschriebenen Verbrechen, von der Brunnenvergiftung bis zur „Hostienschändung“ nur in der Phantasie von Antisemiten existieren, sind die Zumutungen des Islam von der Unterdrückung der Frau bis hin zu den unzähligen islamischen Terroranschlägen Realität. Es gab nie ein muslimisches oder arabisches Auschwitz, es gab keine jahrhundertelange Verfolgung, keine Pogrome gegen Muslimen weil sie Muslime sind.  „Holocaustrelativierung ist allerdings weit mehr als nur ein wissenschaftlicher faux pas und muss in komparativ-postkolonialen Auseinandersetzungen mit diesem Themenkomplex ernst genommen werden. Denn abgesehen von wissenschaftlicher Ungenauigkeit bedeutet eine Relativierung der Spezifika des Holocausts an erster Stelle eine Relativierung der Erfahrungen von Nachkommen und Überlebenden. Die Behauptung, die Shoa unterscheide sich qualitativ und strukturell nicht, sondern nur quantitativ und graduell von kolonialen Genoziden ist unzutreffend und relativiert den unbedingten wahnhaften Willen der Nationalsozialistinnen, die ersehnte ausschließlich arische Welt von allem Jüdischen zu befreien. Es finden sich keine Entsprechungen in kolonialrassistischer Ideologie – ohne dabei die Grausamkeit, Brutalität und Gnadenlosigkeit der von Europäerinnen verübten Kolonialverbrechen, Massenmorden, Genoziden zu unterschlagen“ schreibt Steffen Klävers in seinem Buch „Decolonizing Auschwitz?“

Bereits im Dezember 1945 beschrieb Jean Paul Sartre den Antisemiten in seinen „Réflexions sur la question juive“ als „Verbrecher aus guter Absicht.“ Der in Himmlers Rede zum Ausdruck kommende Rechtfertigungsmodus einer verfolgenden Unschuld wurde in Sartres Essay als ein Aspekt des Antisemitismus beschrieben. Der Antisemit hat „ein Mittel gefunden seine Mordgelüste zu befriedigen, ohne sie sich einzugestehen.“ Nicht der Charakter des Juden macht den Antisemitismus, sondern im Gegenteil der Antisemit schafft den Juden. Der Antisemit sieht sich als Verteidiger seines Volkes gegen die vermeintlichen Angriffe der „jüdischen Parasiten“ und seine Taten sind erforderlich, sinnvoll und seine Pflicht. Der Antisemitismus ist laut Sartre ein „Rückschrittliches soziales Gebilde“, „eine noch nicht auf Logik aufgebaute Weltanschauung“ mit sehr viel Leidenschaft:

„Der Antisemit anerkennt bereitwillig, dass der Jude intelligent und fleißig ist; er wird sogar einräumen, ihm in dieser Hinsicht unterlegen zu sein. Dieses Zugeständnis kostet ihn nicht viel: er hat diese Eigenschaften eingeklammert. Oder genauer, sie erhalten ihren Wert vom dem, der sie besitzt: je mehr Tugenden der Jude hat, desto gefährlicher ist er. Der Antisemit macht sich keine Illusionen über sich selbst. Er betrachtet sich als Durchschnittsmenschen, als einen Menschen des unteren Durchschnitts, im Grunde als Mittelmaß; es gibt kein Beispiel dafür, dass ein Antisemit behauptet, den Juden individuell überlegen zu sein. Doch sollte man nicht annehmen, er schäme sich seiner Mittelmäßigkeit: er gefällt sich im Gegenteil in ihr; ich würde sogar sagen, er hat sie gewählt. (..) Sind die Juden nicht die Börsianer der Nation? Alles, was der Verstand, was das Geld erwerben kann, überlassen wir ihnen; es ist flüchtig wie der Wind. Was zählt, sind allein die irrationalen Werte, und eben diese sind es, die ihnen ewig verschlossen bleiben.

So bekennt sich der Antisemit von Anfang an zu einem faktischen Irrationalismus. Er stellt sich in einen Gegensatz zum Juden wie das Gefühl zum Verstand, wie das Besondere zum Allgemeinen, wie die Vergangenheit zur Gegenwart, wie das Konkrete zum Abstrakten, wie der Grundbesitzer zum Eigentümer von Immobilien. (..) Der Antisemitismus ist nicht nur die Freude am Hass; er verschafft auch positive Lust: indem ich den Juden als ein niederes und schändliches Wesen behandle, behaupte ich zugleich, einer Elite anzugehören. Und ganz im Unterschied zu den modernen Eliten, die auf Verdienst oder Arbeit beruhen, gleicht diese in jeder Hinsicht einem Geburtsadel. Ich brauche nichts zu tun, um meine Höherwertigkeit zu verdienen, und ich kann sie auch nicht verlieren. Sie ist mir ein für alle Mal gegeben: sie ist ein Ding. (..)

Da das Böse für den Antisemiten von diesen hilflosen und so wenig furchterregenden Menschen verkörpert wird, ist er nie in der, peinlichen Lage, ein Held sein zu müssen: es ist amüsant, Antisemit zu sein. Furchtlos kann man die Juden schlagen und foltern: schlimmstenfalls werden sie die Gesetze der Republik anrufen; die Gesetze jedoch sind milde. Der sadistische Hang des Antisemiten zum Juden ist so stark, dass diese eingeschworenen Judenfeinde sich nicht selten mit jüdischen Freunden umgeben. Natürlich taufen sie sie „Ausnahmejuden“ und betonen: „Die sind nicht wie die anderen.“ (..)

Zerstörer aus Berufung, Sadist reinen Herzens, ist der Antisemit in der Tiefe seines Herzens ein Verbrecher. Was er wünscht, was er vorbereitet, ist der Tod des Juden. Gewiss fordern nicht alle Feinde des Juden lauthals seinen Tod, die Maßnahmen jedoch, die sie vorschlagen und die alle auf seine Erniedrigung, seine Demütigung, seine Verbannung abzielen, sind ein Ersatz für den Mord, den sie im Sinn haben: es sind symbolische Morde. Der Antisemit hat jedoch ein gutes Gewissen: er ist Verbrecher aus guter Absicht. Es ist schließlich nicht seine Schuld, wenn er dazu ausersehen wurde, das Böse durch das Böse zu vernichten; …“

Acht Jahrzehnte nach der Reichspogromnacht wird im Namen des Antirassismus und des „Kampfes gegen den Rechtsruck“ der politische Islam mit seinem mörderischen Antisemitismus von jeder Kritik verschont, der Antisemitismus wird begrifflich eingeebnet, der Holocaust relativiert. Der Staat Israel, die einzige Selbstschutzinstanz der Juden, die einzige Demokratie des Nahen Ostens wird dämonisiert und delegitimiert. Der Zionismus war die Antwort auf den Antisemitismus der letzen Jahrhunderte und so stellt der Antizionismus nicht nur den Staat Israel, sondern auch die Sicherheit und Existenz aller Juden in Frage. Die aktuellen Antisemiten, von der Hamas, den iranischen Machthabern, der Hisbollah, den Dschihadisten von Paris mit ihren postkolonialen „antirassistischen“ Verteidigern bis hin zu den hiesigen Islam-Apologeten dürften wie ihre Vorläufer trotz ihres Hasses auf Juden ein gutes Gewissen und abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen, trotz ihrer menschenfeindlichen Taten und Reden am Ende des Tages das Gefühl haben, anständig geblieben zu sein.

Quellen: Jean Paul Sartre – Betrachtungen zur Judenfrage, 1944 | Steffen Klävers – Decolonizing Auschwitz?: Komparativ-postkoloniale Ansätze in der Holocaustforschung, 2021 | Ingo Elbe – Gestalten der Gegenaufklärung: Untersuchungen zu Konservatismus, politischem Existentialismus und Postmoderne, 2021 | Raphael Gross – Anständig geblieben: Nationalsozialistische Moral (Zeit des Nationalsozialismus), 2010  | Léon Poliakov – Geschichte des Antisemitismus, 8 Bände, 1991 | Thomas Haury, Antisemitismus von links. Kommunistische Ideologie, Nationalismus und Antizionismus in der frühen DDR, 2002 | Henryk M. Broder – Der ewige Antisemit: Über Sinn und Funktion eines beständigen Gefühls, 2002 | Jean Améry – Der ehrbare Antisemitismus, 1968 | Jean Améry – Aufsätze zu Politik und Zeitgeschichte, Werke Band 7, 2012 | Eike Geisel – Die Banalität der Guten, 1992 | Jeffrey Herf – Unerklärte Kriege gegen Israel: Die DDR und die westdeutsche radikale Linke, 1967-1989, 2019 | Matthias Küntzel – Djihad und Judenhaß, 2003 | Alain Finkielkraut – Die vergebliche Erinnerung. Vom Verbrechen gegen die Menschheit, 1989 | Alain Finkielkraut – Die Niederlage des Denkens, 1990

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Amin al-Husseini und der Islamfaschismus

21. Oktober 2021

Anfang des letzten Jahrhunderts entstand in Europa der Faschismus und im Nahen Osten der Islamismus der Neuzeit. Beide Ideologien folgen einem unfehlbaren Führer, einer totalitären Hierarchie und beide Ideologien richten sich gegen die Moderne, die Aufklärung, den Marxismus und die Juden. Der Nationalsozialismus stieß in der arabischen Welt schnell auf Begeisterung: „Wir waren vom Nazismus fasziniert, lasen seine Bücher und die Urväter seines Denkens, besonders Nietzsche, Fichte und Chamberlain“, berichtete Sami al-Jundi, ein Führer der syrischen Baath-Partei, über die Stimmung vieler Araber in den 30er Jahren. Im Jahr 1932 gründete Antun Saadeh in Damaskus die Syrische Volkspartei, die eine Überlegenheit der Syrer über andere Völker postulierte, mit einer hakenkreuzartigen Fahne und dem Hitlergruß wurde auch äußerlich die Sympathie mit der NSDAP transportiert. Im Irak entstand 1935 die staatliche Jugendorganisation Futuwwa, welche „die irakische Jugend nach deutschem Muster im militärischen Geist“ erziehen sollte und mit Abordnungen auf dem Nürnberger Parteitag 1938 teilnahm. Im Libanon wurde 1936 die nach dem Führerprinzip strukturierten Phalanges Libanaises gegründet. In Ägypten gründete Ahmad Husayn 1933 die etwa 2000 Mitglieder umfassende Vereinigung Junges Ägypten, die mit Faschistengruß, Fackelzügen und Führerkult paramilitärisch auftrat. Husayns machte in seinen Reden die Juden für „kulturellen Schmutz“ und „versaute Kunst“ verantwortlich.

Die Muslimbrüder

Die Muslimbruderschaft wurde 1928 von Hasan al-Banna (1906-1949) und sechs Arbeitern der Suez Canal Company in Ägypten während der Weltwirtschaftskrise gegründet. Mit der Idee des kriegerischen Djihad und der Todessehnsucht als Leitideal des Märtyrers war damit der islamische Fundamentalismus der Neuzeit geboren. Die Djihad-Bewegung der Muslimbrüder nahm fast ausschließlich den Zionismus und die Juden in ihr Visier. Zur Massenorganisation wurden die Muslimbrüder nicht als antikoloniale, sondern als antijüdische Bewegung. 1936 zählten die Muslimbrüder 800, 1938 waren es 200.000 und im Jahre 2010 alleine in Ägypten rund eine Million aktive Mitglieder, sowie weitere Millionen an Sympathisanten. Politisch forderte die streng nach dem Führerprinzip ausgerichtete Organisation, neben der Unterwerfung der Frau, die Abschaffung aller Parteien, die Schaffung einer Staatsordnung auf Basis von Scharia und Kalifat, die Abschaffung von Zins und Profit zugunsten einer diktatorisch durchgesetzten Interessengemeinschaft von Arbeit und Kapital, da nach Ansicht der Muslimbrüder Finanz- und Zinskapital die Ursache allen Übels sei. Neben der Abschaffung der Börse sollen die Banken laut Muslimbruderschaft nationalisiert werden. Alle sinnlichen und „materialistischen“ Versuchungen der kapitalistischen und kommunistischen Welt sind für die Muslimbrüder Werke des “Bösen“. Die Muslimbrüder waren und sind zu fast 100 Prozent ein Männerbund. Die bedeutendste Neuerung der Bruderschaft war die Auslegung des Korans. Im Mittelpunkt dieser Auslegung stand das Konzept des Djihad als heiliger Krieg und damit verbunden die Sehnsucht im Krieg gegen die Ungläubigen als Märtyrer zu sterben. Der Antisemitismus der Muslimbrüder speiste und speist sich weniger aus europäischen als spezifisch islamischen Einflüssen. Palästina gilt den Islamisten als muslimisches Einflussgebiet, in welchem Juden kein einziges Dorf, geschweige denn einen Staat beherrschen dürften.

Sayyid Qutb (1906-1966), trat 1951 der Muslimbruderschaft bei. Er gilt als einer der wichtigsten islamistischen Denker des 20. Jahrhunderts. „Sein Essay „Unser Kampf mit den Juden“, der nach 1967 millionenfache Verbreitung fand und bis heute findet, macht die Juden für den weltweiten moralischen und sexuellen Verfall verantwortlich: „Hinter der Doktrin des atheistischen Materialismus steckte ein Jude; hinter der Doktrin der animalistischen Sexualität steckte ein Jude; und hinter der Zerstörung der Familie und der Erschütterung der heiligen gesellschaftlichen Beziehungen steckte ebenfalls ein Jude.“ Sayyid Qutb erklärte Palästina zum heiligen islamischen Gebiet (Dar al-Islam) und Israels Vernichtung zu einer religiösen Pflicht.

Hasan al-Banna knüpfte bereits 1927 Kontakte zu Amin al-Husseini und kürte 1947 den Mufti zum Führer der Muslimbrüder in Palästina und zum Stellvertreter al-Bannas. Im Jahr 1946 sagte der Großmufti al-Husseini: „Ich glaube an die Muslimbrüder, da sie die Truppen Gottes sind, die die Truppen des Satans besiegen werden.“

Der Großmufti von Jerusalem Amin al-Husseini

Mohammed Amin al-Husseini (1893–1974) war eine der Schlüsselfiguren des 20. Jahrhunderts im Nahen Osten. Amin al-Husseini vergötterte den Holocaust, sein großes Lebensziel war die Vernichtung der Juden. Der extreme Antisemit war dreißig Jahre der politische Führer und sechzehn Jahre das religiöse Oberhaupt der palästinensischen Muslime, er war der wichtigste Repräsentant der arabischen Welt. Bereits im April 1920 provozierte Amin al-Husseini in Jerusalem extreme antijüdische Ausschreitungen, die viele tote Juden und zahlreiche Verletzte forderten. Im August 1929, lange bevor die Nazis in Deutschland an die Macht kamen, entfachte der Mufti von Jerusalem ein Pogrom gegen die Juden in Jerusalem mit Opfern aus den jahrhundertealten Gemeinden von Safed und Hebron. Husseinis paramilitärische Miliz brannte ganze Stadtviertel nieder, andere wurden vom arabischen Mob zerstört, so wurden in diesen Tagen 133 Juden ermordet und 339 verletzt.

1921 hatte der Chefpropagandist der NSDAP, Alfred Rosenberg, ein Buch unter dem Titel „Der staatsfeindliche Zionismus“ veröffentlicht und darin die antisemitisch-völkische Kritik an der Balfour-Erklärung mit Begriffen wie „Gebilde“ oder „Siedlerregime“ formuliert und des weiteren geschrieben: „Wenn jüdische Politiker vom zukünftigen Musterstaat Palästina sprechen, so weiß jeder Kenner, daß dies nie eintreten wird. Denn auf keinem Gebiet des Wissens, der Kunst des Lebens, ist der Jude wirklich schöpferisch gewesen. Sein „Staat“ wird genau so lange dauern, als die Millionen des den Völkern der Welt abgewucherten Geldes ihm künstlich Lebenskraft einpumpen. An dem Tage, wo die Judenfrage im Sinne der jeweilig von Hebräern ausgeplünderten Völker gelöst sein wird (dieser Tag ist nicht mehr allzu fern), an diesem Tage fällt Palästina als Judenstaat in sich zusammen“ So ist es nicht verwunderlich dass Amin al-Husseini in der arabischen Welt zum weitaus engagiertesten Parteigänger des Nationalsozialismus avancierte und Hitler-Deutschland unterstützte seinerseits ab Mitte der 1930er Jahre den Kampf der palästinensischen Araber gegen die jüdische Bevölkerung in Palästina. So wurde beispielsweise der von Amin al Husseini initiierte „Arabische Aufstand“ von 1936 bis 1939 von der deutschen nationalsozialistischen und der italienischen faschistischen Regierung politisch unterstützt und finanziert. Während des „Arabischen Aufstandes“ kam es an vielen Orten zu grausamsten Pogromen gegen die Juden. Während die Briten die „Revolte“ 1937 zurückschlugen und hunderte arabische Terroristen verhafteten floh der Mufti nach Beirut und arbeitete noch enger mit dem NS-System zusammen.

Im Jahr 1941 beteiligte sich Amin al-Husseini mit dem deutschen Diplomaten Fritz Grobba am prodeutschen Putsch in Bagdad und unterstützte den neuen Ministerpräsidenten Iraks Raschid Ali al-Gailani. Nach der Kapitulation des Königs am 31. Mai 1941, kam es an den beiden Folgetagen zum Pogrom an der jüdischen Bevölkerung. Während des von Amin al-Husseini entfachten Pogroms gegen die Juden, dem „Farhud“, verletzte der arabische Mob über 1.000 Menschen, jüdische Frauen wurden von Gruppen vergewaltigt und verstümmelt und bis zu 600 Juden wurden ermordet. Kurz darauf gründete der Mufti die „Arabische Nationale Partei“ mit dem Ziel alle arabischen Gebiete vom westlichen Imperialismus zu befreien und zu einem Staat zu vereinen. Nach seiner Beteiligung am „Farhud“ gelangte al-Husseini nach Berlin, von wo aus er sich mit einem Stab von sechzig Arabern für den Nationalsozialismus und die islamische Welt „verdient“ machte.

Amin al-Husseini wurde Mitglied der „SS“ und betrieb NS-Propaganda für Deutschland in arabischer Sprache. Über den deutschen Kurzwellensender Radio Zeesen rief der Mufti unermüdlich zum Dschihad gegen die Juden auf: „Ich erkläre einen heiligen Krieg, meine Brüder im Islam! Tötet die Juden! Tötet sie alle!“ Besessen nutzte al-Husseini sein Amt, um den Antizionismus zu islamisieren und den Hass auf Juden religiös zu motivieren und offen und in vollem Wissen um Auschwitz propagierte er die Shoah. Während des 2. Weltkrieges mobilisierte der „Großmufti“ auf dem Balkan Muslime für die „Handschar“ für die Gebirgs-Divisionen der Waffen-SS, die unter seinem Befehl durch ihre Gräueltaten traurige Berühmtheit erlangte. Heinrich Himmler meinte dazu: „Ich muss sagen, ich habe gegen den Islam gar nichts, denn er erzieht mir in dieser Division namens Handschar seine Menschen und verspricht ihnen den Himmel, wenn sie gekämpft haben und im Kampf gefallen sind. Eine für Soldaten praktische und sympathische Religion!“ Wann immer Hitler während der Kriegsjahre die katholische Kirche kritisierte, verglich er sie gleichzeitig mit dem Islam, quasi als positives Gegenbeispiel. Protestiert hat der Mufti gegen die NS-Politik nur „wenn er befürchtete, es könnten Juden dem Holocaust entkommen“. So wurde die Freundschaft mit Heinrich Himmler einer Belastung ausgesetzt, als Himmler im Jahr 1943 5000 jüdischen Kindern, als Propagandacoup sowie als Gegenleitung für die Freilassung von 20 000 gefangenen Deutschen, die Ausreise und damit ihr Überleben gestatten wollte. Erfolgreich bekämpfte al-Hussaini diese Planung und so wurden die Kinder in die Gaskammern geschickt. Als beispielshalber die Regierungen Bulgariens, Rumäniens und Ungarns jeweils einigen Tausenden jüdischen Kindern nebst betreuenden Personen die Ausreise nach Palästina gestatten wollten, schrieb der Mufti an die Regierungen: „Es sei „angebracht und zweckmäßiger die Juden an der Auswanderung aus ihrem Land zu hindern, und sie dorthin zu schicken, wo sie unter starker Kontrolle stehen, z. B. nach Polen.“ Darauf wurden die erteilten Ausreisegenehmigungen zurückgezogen und die Rettung der jüdischen Kinder verhindert.

Anfang Juli stand Rommels Armee vor der britischen Verteidigungsstellung El-Alamein, die detaillierten Pläne zur Vernichtung der Juden in Palästina waren ausgearbeitet. Die Einsatzgruppe des Reichssicherheitshauptamtes unter der Führung von Walther Rauff warteten bereits in Athen und sollten zunächst in Ägypten dann in Palästina zum Einsatz kommen. SS-Obersturmbannführer Walther Rauff war einer der zentral Verantwortlichen für die Massenvernichtung der Juden im Osten, er gilt als der Erfinder der Gaswagen, welche in der Sowjetunion sowie in Serbien beim Judenmord verwendet wurden. Teile der ansässigen arabische Bevölkerung in Palästina kennzeichneten bereits mit „mysteriösen Kalkzeichen“ die jüdischen Häuser um ihre Besitzansprüche für die Zeit nach der „Säuberung“ in Palästina geltend zu machen. Panik unter den Juden des Jischuv machte sich breit. Wenn die Briten Anfang November 1942 unter General Montgomery Rommels Panzerarmee nicht vor El-Alamein besiegt hätten, dann wäre der Wunsch der damaligen und der heutigen Antisemiten, der Zerschlagung des Judenstaates, bereits vor seiner Entstehung erfüllt worden.

Während des 2. Weltkrieges kämpften weit über 250.000 Muslime für die deutsche Wehrmacht und in SS-Einheiten. An den Kämpfen auf der Halbinsel Krim beispielsweise nahm auf deutscher Seite eine gemischte Sondereinheit der Wehrmacht mit dem Codenamen „Bergmann“ teil. Die Truppe in Bataillonsstärke wurde noch gegen Ende 1941 aufgestellt, Hitler und Himmler, waren da schon längst vom Islam fasziniert. So meinte der deutsche Führer: „Ich halte nur die Mohammedaner für zuverlässig, alle anderen für unzuverlässig (…) Diese Bataillone aus rein kaukasischen Völkern zusammenzustellen, halte ich im Augenblick für sehr riskant, dagegen sehe ich keine Gefahr in der Aufstellung rein mohammedanischer Einheiten.“

Islamistischer Terror nach 1945

Erst im April 1945 verließ al-Husseini Berlin und floh in die Schweiz von wo aus der gesuchte Kriegsverbrecher nach Frankreich ausgeliefert wurde. Die Muslimbrüder betrachteten Amin al-Husseini als den einzigen Repräsentanten der Araber und forderten die Freilassung, weil es sich kaum jemand mit der arabischen Welt verderben wollte konnte der Massenmörder am 28. Mai 1945 rasiert und inkognito Frankreich verlassen und traf tags darauf in Kairo ein, wo König Faruk ihm Asyl gewährte. Die Araber sahen in der Straflosigkeit des Muftis nicht nur eine Schwäche der Europäer, sondern eine Absolution für geschehene und kommende Ereignisse, bemerkte 1947 Simon Wiesenthal. Adolf Hitler hatte am 25. Oktober 1941 verkündet: „Es ist gut, wenn uns der Schrecken vorangeht, dass wir das Judentum ausrotten. Der Versuch, einen Judenstaat zu gründen, wird ein Fehlschlag sein.“ So zogen al-Husseini und unzählige NS-Kriegsverbrecher nach Ägypten, wo die Deutschlandverehrung besonders groß war, um die Endlösung zu vollenden. Beispielsweise begrüßte der Mufti Johannes von Leers, den Hauptschriftleiter der Nazizeitung „Wille und Weg“ mit einem Verweis auf „die Mächte der Finsternis …, die im Weltjudentum Gestalt angenommen“ hätten. Unter dem Decknamen Omar Amin wurde der ehemalige Goebbels-Mitarbeiter von Leers politischer Berater des Informationsbüros der ägyptischen Regierung und blieb bis zu seinem Tode im Jahre 1965 in Ägypten. „Wenn es überhaupt eine Hoffnung gibt, die Welt von jüdischer Tyrannei zu befreien“, erklärte später von Leers, alias Omar Amin, „dann mit Hilfe der Moslems, die sich unerschütterlich Zionismus, Kolonialismus und Imperialismus widersetzen.“

Der SS-Standartenführer Leopold Gleim, Gestapoführer in Polen, organisierte in Ägypten unter dem Namen Ali AI-Nacher die Geheimpolizei und überwachte die Juden Ägyptens. SS-Obersturmbannführer Bernhard Bender, der bei der Gestapo in Polen und Russland mordete, änderte seinen Namen in Ren Salem um und war unter der Leitung Gleims für die politische Abteilung der ägyptischen Geheimpolizei zuständig. SS-Sturmbannführer Joachim Däumling wurde Berater im ägyptischen Innenministerium und SS-Sturmführer Wilhelm Bockler der Abteilung Israel im Geheimdienst zugeteilt. Der SA-Gruppenführer Heinrich Steilmann wurde 1958 Berater der Gegenspionage ernannt und andere Naziverbrecher nahmen als militärische Berater an der Ausbildung von Fedajin und anderer Terror- und Sabotageorganisationen teil.

Louis Heiden vom Reichssicherheitshauptamt übersetzte unter dem Namen Louis Al-Hadj Hitlers „Mein Kampf“ ins Arabische und sorgte für die Verbreitung unter den ägyptischen Offizieren und in den arabischen Ländern. Hans Appler war für den Islamischen Kongress tätig und der Nazijournalist Franz Bünsche setzte seine ‚Tätigkeit durch zahlreiche antijüdische Veröffentlichungen in Ägypten und anderen arabischen Ländern fort. SS-Hauptsturmführer Alois Brunner, mitverantwortlich für die Deportation von 128.000 Juden aus Wien, Berlin und Griechenland arbeitete für den syrischen Geheimdienst und wurde nach muslimischer Sitte 2001 auf dem Friedhof Al Affif beigesetzt. Walther Rauff setzte sich nach dem Krieg nach Syrien ab und kämpfte als Nachrichtenoffizier gegen den neu gegründeten Staat Israel.

Amin Al-Husseini und seine “Armee des Heiligen Krieges“ mit seinen arabischen Kämpfern, gespickt mit entflohenen deutschen Kriegsgefangenen, spanischen Franco-Anhängern, kroatisch-faschistischen Ustascha-Kämpfern und mindestens 900 muslimischen Bosniern aus der SS Einheit „Handschar“ standen den Überlebenden von Auschwitz gegenüber. Im November 1947 kulminierten diese Kämpfe mit Massakern auf beiden Seiten. In der Gründungsnacht Israels erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem neuen Staat Israel den Krieg. Holocaustüberlebende machten in der israelischen Armee etwa die Hälfte aus und ein Viertel derer, die im Kampf fielen, etwa 1.170 Holocaustüberlebende fielen im Kampf gegen die arabischen Angreifer.

Noch 1969 verkündete al-Husseini: „Ich war und bleibe überzeugt, dass, wären Deutschland und Italien siegreich gewesen, dann kein Rest des Zionismus in Palästina oder den arabischen Staaten übriggeblieben wäre.“ Al-Husseini starb 1974 in Beirut ohne jemals für seine Verbrechen angeklagt worden zu sein. In der arabischen Welt werden die antisemitischen „Protokolle der Weisen von Zion“, Hitlers „Mein Kampf“ von staatlichen Verlagen nach wie vor millionenfach verbreitet. Bereits in den Kindergärten und Schulen werden die Kinder auf ihren antijüdischen Kampf vorbereitet.

Amin al-Husseini war der Großonkel von Jassir Arafat. Arafat wurde von Husseini gefördert und ausgebildet, gemeinsam mit anderen Muslimbrüdern bekämpfte Arafat bereits 1948 die Gründung Israels. und als devoter Muslim blieb Arafat dem Dschihad ein Leben lang treu: „Friede heißt für uns Zerstörung Israels. Wir stellen uns auf einen totalen Krieg ein, einen Krieg, der Generationen hindurch dauern wird. Seit im Januar 1965 die Al-Fatah geboren wurde, sind wir der gefährlichste Feind Israels geworden … Wir werden nicht ruhen bis zu dem Tag, an dem wir in unsere Heimat zurückkehren und an dem Israel vernichtet ist …“

Nach der deutschen Niederlage wurden all die muslimischen Freiwilligen aus der Sowjetunion, die auf deutscher Seite mit deutscher Uniform gekämpft hatten und an unzähligen Greueltaten an der sowjetischen Bevölkerung teilnahmen von Stalin unerbittlich verfolgt. Die Hauptstadt der Bewegung, München war kurz nach dem Krieg die Stadt mit dem größten muslimischen Bevölkerungsanteil, größtenteils bestehend aus Soldaen der muslimischen SS-Einheiten. Politiker wie der rechtsextreme Theodor Oberländer, der das Bundesvertriebenenministerium leitete, halfen mit den Islam im Sinne der Bundesrepublik nutzbar zu machen. Oberländer war Wehrmachtstoffizier auf der Krim, er war einer der Wegbereiter der „Freiwilligenbewegung“. Das Bataillon „Bergmann“ nahm unter Oberländer an der Sommeroffensive 1942 teil. Laut Götz Aly war Oberländer der „Vordenker der Vernichtung“. In einem Sitzungsprotokoll von 1957 aus dem Bonner Vertriebenenministerium ist beispielsweise zu lesen: „Herr Namangani erhält den Auftrag, zunächst einmal die mohammedanischen heimatlosen Ausländer und nichtdeutschen Flüchtlinge als religiöse Gemeinde um sich zu sammeln, um dann erst einmal den unliebsamen amerikanischen Einfluss, der der Bundesrepublik schädlich werden kann, auszuschalten und evtl. auch später (…) die Mohammedaner fremder Staatsangehörigkeit in seine religiöse Gemeinde herein zu bekommen.“ So gründeten beispielsweise die Freiwilligen der Wehrmachts SS die „Religiöse Gemeinschaft Islam.“

Für den Bau einer große Moschee in München schuf man dafür mit Unterstützung der deutschen Politik eine „Moscheebau-Kommission“. Im März 1960 wurde die „Moscheebau-Kommission“ von Nuredin Namangani und Said Ramadan gegründet. Der Vorsitzende der Kommission wurde Nuredin Namangani, der ehemalige SS-Führer des „1. Ostmuselmanischen SS-Regiments“ aus Usbekistan, der mit der berüchtigten Brigade Dirlewanger bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes dabei war. An vorderster Front für die Münchener Moschee kämpfte vor allem der Muslimbruder Said Ramadan und fehlende Mittel steuerte letztlich das libysche Staatsoberhaupt Muammar al-Gaddafi bei. Aus arabischen Ländern kamen unzählige Angehörige der Muslimbruderschaft und diesen nahestehende Studenten, die ins Ausland flohen, um einer Festnahme im Nahen Osten zu entgehen.

Die islamische „Revolution“ im Iran

Keine fünf Jahre nach al Husseinis Tod wurde im Iran der Schah gestürzt und ein islamischer Gottesstaat errrichtet. Sofort nach der „islamischen Revolution“ wurde begonnen alle nicht-schiitischen, jüdischen, bürgerlichen, linken, marxistischen Oppositionsgruppen zu verfolgen und zu liquideren. Die gesamte Opposition wurde erbarmungslos verfolgt, gefoltert und hingerichtet. Frauen müssen im Iran seither ihr Haar mit einem Kopftuch verdecken und weite Gewänder tragen, die verhindern sollen, dass sich ihre Figur darunter abzeichnet. Iranische Frauen die gegen diese Kleiderordnung verstoßen, also kein Kopftuch tragen und damit ihr Haar offen zeigen, werden im Iran zu Gefängnis oder zu Peitschenhieben verurteilt. Mädchen ab dem Alter von neun und Jungen ab 15 Jahren können zum Tod verurteilt werden. Allein in der ersten Jahreshälfte 2015 wurden fast 700 Menschen hingerichtet und beispielsweise 2017 waren es mindestens 507. Die Gründe für die Todesurteile sind vorsätzlicher Mord, Ehebruch, Vergewaltigung, Homosexualität, Alkoholkonsum, Sodomie oder die Abkehr vom Islam. Die Hinrichtungen finden öffentlich, meistens Hängen auf Kranwagen, als auch im Geheimen, meist Erschießen, statt. Für Steinigungen gelten besondere Bestimmungen. Im Iran werden meist Frauen nach außerehelichem Geschlechtsverkehr, beispielsweise auch nach einer Vergewaltigung, zum Tod durch Steinigung hingerichtet. Per Strafgesetz, basierend auf der islamischen Scharia, werden die Frauen eingegraben und anschließend mit Steinen ermordet, dabei ist penibel die Größe der Steine und die Reihenfolge der Werfer festgelegt. Bei einer Steinigung werden Frauen bis zu den Schultern in der Erde eingegraben, Männer bis zu den Hüften. Danach werfen Männer, die im Kreis um die Hinzurichtenden stehen, Steine auf diese, bis sie tot sind.

Ayatollah Khomeini hatte bereits am 8. August 1979 den al-Quds-Tag, mit dem Ziel der Vernichtung Israels ins Leben gerufen. Seitdem demonstrieren und hetzen khomeinistische Islamisten und deren antisemitische Freunde am letzten Freitag des islamischen Fastenmonats in knapp siebzig Ländern dieser Erde für die Vernichtung des Staates Israel und so unterstützt der Iran die Terrorgruppen der Hamas, der Hisbollah und anderer Dschihadistengruppen um Israel von der Landkarte zu tilgen. Ali Chamenei, der politische und religiöse Führer des Iran verkündete im Februar 2012: „Bald wird sich die Welt vom zionistischen Regime, diesem Krebsgeschwür, befreien. Iran wird jedem helfen, der das zionistische Regime bekämpft, so wie es schon in der Vergangenheit Hizbollah und Hamas geholfen hat“

Terrorgruppen des politischen Islam

Der Terror des politischen Islam beschränkt sich seit vielen Jahrzehnten nicht mehr nur auf die islamische Welt, die kriegführenden Dschihad-Kämpfer des 11. September von Al Qaida rissen hunderte von Flugpassagieren mit in den eigenen Selbstmord, damit dreitausend unschuldige Menschen an ihren Arbeitsplätzen verbrennen. Der Angriff des 11. September ist die Fortsetzung einer bestimmten Politik mit anderen Mitteln, mit den Mitteln und für die Politik des Islamfaschismus. Neben unzähligen weiteren Anschlägen in Europa, ermordeten im März 2004 Dschihadisten mit ihren Terroranschlägen in Madrid 191 Menschen und 2051 weitere Menschen wurden teilweise schwer verletzt. 2005 ermordeten vier islamische Selbstmordattentäter in London 52 Menschen, im März 2012 ermordete ein islamischer Terrorist in Toulouse in einer jüdischen Schule drei jüdische Kinder und einen jüdischen Lehrer, beim islamischen Anschlag in Nizza im Jahr 2016 wurden 86 Menschen ermordet und mehr als 400 zum Teil schwer verletzt. Am 7. Januar 2015 ermordeten Dschihadisten elf Mitarbeiter der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und vier jüdische Kunden eines jüdischen Supermarktes. Am 13. November 2015 wurden im Laufe einer dschihadistischen Terroranschlagserie in Paris, im Bataclan 130 Menschen ermordet und 683 zum Teil schwer verletzt.

Am 12. Juni 2016 ermordete ein Dschihadist in Orlando 49 homosexuelle Menschen und verletzte 53 zum Teil schwer. In seiner Reaktion auf das Blutbad erwähnte der damalige amerikanische Präsident Barak Obama das Wort „Islam“ kein einziges Mal. Für Islam-Appeaser hat der islamische Terror kaum etwas mit dem Islam zu tun, obwohl der Terrorist in verschiedenen Statements seine Treue zum „Islamischen Staat“ bekundete und sich öffentlich mit den radikalislamischen Attentätern des Boston-Marathons solidarisierte und auf seiner Facebook-Seite schrieb: „Die echten Muslime werden die dreckigen Wege des Westens nie akzeptieren. Ihr tötet unschuldige Frauen und Kinder durch Luftschläge. Spürt nun die Rache des Islamischen Staates.“ Der Gotteskrieger schloss sein Posting mit „Möge Allah mich akzeptieren“. In zehn muslimischen Ländern ist die Tat des Dschihadisten von Orlando offizielles Gesetz. In den meisten muslimischen Ländern werden Homosexuelle verfolgt, gefoltert oder ermordet, was Kulturrelativisten naturgemäß nicht nachdenklich macht.

Islamfaschismus und Appeasement

Im Spanischen Bürgerkrieg war der nekrophile Kampfruf der Faschisten „Viva la Muerte“ (Es lebe der Tod). Der nekrophile Kampfruf der Islamisten von der Hamas bis zum Islamischen Staat lautet: „Ihr liebt das Leben wir lieben den Tod.“ Faschismus und Islamismus basieren auf einem Kult mörderischer Gewalt, der Tod und Zerstörung verherrlicht und Geistesleben verachtet. Der italienische Faschismus, der deutsche Nationalsozialismus und der Islamismus der Neuzeit sind auf den Trümmern des ersten Weltkrieges entstanden. Sie alle teilten das Gefühl der Erniedrigung und von daher den Traum von der Weltherrschaft. Faschismus und Islamismus teilen laut Hamed Abdel-Samad den Hass und das Ressentiment gegenüber dem Rest der Welt, sie entmenschlichen ihre Gegner, sprechen ihnen das Existenzrecht ab und nehmen ihre totale Vernichtung in Kauf. Beide Ideologien hassen die Moderne, sind besessen von realen und imaginären „Erniedrigungen“ neigen zu Führerkult und preisen ihr einzig wahres Buch. Der politische Islam verfolgt jede sexuelle Abweichung, unterdrückt die Sexualität, unterwirft die Frau, verachtet alles Weibliche wie sein Zwillingsbruder der Faschismus. Der alles überragende Kernpunkt beider Ideologien ist der Hass auf die Juden. Amin al-Husseini drückte die wichtigsten Gemeinsamkeiten wie folgt aus: Monotheismus, die Einheit der Führung und das Führerprinzip, Sinn für Gehorsam und Disziplin, der Kampf und die Ehre, im Kampf zu fallen, Gemeinnutz geht vor Eigennutz, Hochschätzung der Mutterschaft und Verbot der Abtreibung und die Bekämpfung des Judentums.

Das hiesige Appeasement an den Islam belegt ihre Gleichgültigkeit gegenüber den vielen Opfern der islamischen Ideologie und die ersten Opfer des islamischen Terrors sind die Muslime, vor allem die Frauen in ihren jeweiligen Staaten oder Communitys. Eine Diskussion über den Islam in Europa wäre die Voraussetzung für die längst fällige Domestizierung des Islam. In Algerien, Marokko und beispielsweise im Iran gibt es viele mutige Muslime die gegen die Zumutungen des Islam unter dem Einsatz ihres Lebens protestieren. Diese oppositionellen Menschen hoffen seit vielen Jahren vergebens auf Unterstützung aus dem Westen. Zwanzig Jahre nach dem 11. September werden in Deutschland Weihnachtsmärkte mit Betonpollern und bewaffneter Polizei gesichert und gleichzeitig wird das Thema Islamismus in den Parlamenten und in den öffentlich-rechtlichen Medien mehr oder weniger totgeschwiegen. Solange westliche Regierungen und die ihnen angeschlossenen Medien mit ihren kulturrelativistischen und „woken“ Protagonisten, dem Islam, dem seit seiner Gründung eine politische und kriegerische Agenda innewohnt, blind verteidigt, solange man nur die Dschihadisten kritisiert, aber nicht die theologische Quelle und die lange Geschichte ihres Hasses, darf man sich über die Siege der Islamisten und ihre zukünftigen Terroranschläge nicht wundern.

Die westlichen Islam-Apologeten von rechtsaußen bis linksaußen bis hin zum woken grünalternativen Citoyen, von Barak Obama bis Renate Kühnast, von Michael Lüders bis Helga Baumgarten, von der ARD bis zum ZDF sind mitverantwortlich für die überdimensionale Blutspur des Islamismus, ihr „Kopf in den Sand stecken“, ihr verharmlosen und ignorieren des Terrors erinnert an das Wegsehen ihrer Väter und Großväter.

Quellen: Klaus-Michael Mallmann/Marin Cüppers – Halbmond und Hakenkreuz | Klaus Gensicke – Der Mufti von Jerusalem und die Nationalsozialisten | Matthias Küntzel – Djihad und Judenhass | Dan Diner – Ein anderer Krieg, Das jüdische Palästina und der Zweite Weltkrieg 1935-1942 | Simon Wiesenthal-Großmufti: Großagent der Achse | Hamed Abdel-Samad – Der islamische Faschismus: Eine Analyse | Stefan Meining – Eine Moschee in Deutschland – Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam in Deutschland | Joseph Wulf – Das Dritte Reich und seine Diener, Auswärtiges Amt, Justiz, und Wehrmacht, Dokumente und Berichte

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Frau Reker und der Muezzin

13. Oktober 2021

Der deutsche Dramatiker, Lyriker und Erzähler Peter Hacks dichtete einst „Die Glocke stört, es stört der Muezzin. Man bringe sie zum Schweigen, die wie ihn.“ Peter Hacks übersiedelte 1955 von München in die DDR, zu einer Zeit als in den Ostblockstaaten eine antisemitische Kampagne die andere jagte. Rudolf Slánský wurde beispielsweise im Dezember 1952 zusammen mit zehn weiteren fast ausschließlich jüdischen Mitangeklagten zum Tod verurteilt und durch Erhängen in der CSSR hingerichtet.  1952 befahl die Sowjetunion der DDR alle Juden zu registrieren und Paul Merker, wurde als Zionist aus seinen Ämtern entlassen, er sollte der „deutsche Slánský“ werden. Seinen Hass auf Israel dokumentierte Peter Hacks in einem, von antiisraelischen Ressentiments triefenden, Briefwechsel mit André Thiele. Weil die erste Veröffentlichung über Saul Ascher in Israel stattfand schreibt Hacks: „Diese Jahrbücher erscheinen nicht in der DDR. Sie erscheinen in Tel Aviv im Staate Israel, von allen Staaten ausgerechnet in dem. Ich kann gar nicht sagen, wie mich das ärgert.“ Auf André Thieles: „Wenn in naher Bälde wir die Atombomben abschaffen, erinnern Sie mich dann bitte daran, eine aufzusparen und auf Jerusalem zu schmeißen, dass da kein Stein mehr erhalten bleibt? Das wäre freundlich“, schreibt Hacks im Herbst 2000, zu Beginn der Zweiten Intifada: „Warum wollen Sie Jerusalem sprengen? Gut, wenn Juden-, Christen- und Allahtum damit definitiv verpulvert wären, würde ich es einsehen. Aber es ist doch ein netter und berühmter Ort mit ein paar hübschen Ruinen, und eine Lösung, wie in Palästina zu leben, lässt sich mit sehr viel Geld und etwas Diktatur des Proletariats immer noch relativ leicht finden.“ Noch Jahre nach dem Untergang der DDR dichtete der Stalin-Fan in „Venus und Stalin“: „Die Liebe und die Sowjetmacht – Sind nur mitsammen darstellbar.“ In einem Interview mit der nationalbolschewistischen Jungen Welt erklärte Hacks: „Jeder, außer der jungen Welt, weiß, dass der Niedergang der kommunistischen Weltbewegung mit Stalins Tod begann„, denn für Hacks war klar: „Stalin aufgeben ist Marx aufgeben.“

Jahrzehnte nach dem Untergang der Sowjetunion, nachdem Diversität, „Antirassismus“ und postkoloniale Studien ihrem Endsieg entgegenfiebern, nachdem sich die islamischen Verbände in Deutschland von Ditib über Milli Görüs und die durch den Zentralrat der Muslime vertretenen Muslimbrüder seit langem gewünscht haben, dass nun auch in Köln per Lautsprecher zum Gebet gerufen werden darf, gab in diesen Tagen die amtierende Oberbürgermeisterin Henriette Reker bekannt, dass der Muezzin nun per Lautsprecher: „Allahu Akbar / Allah ist groß! Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt. Ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Allahs ist. Auf zum Gebet! Auf zum Heil! Allahu Akbar, Allahu Akbar“ mehrmals rufen darf. „Wenn wir in unserer Stadt neben dem Kirchengeläut auch den Ruf des Muezzins hören, zeigt das, dass in Köln Vielfalt geschätzt und gelebt wird“, begründete Frau Reker naturgemäß die Entscheidung. Naturgemäß, weil nach den tausendfachen sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht 2015/16 am Kölner Hauptbahnhof Frau Reker, trotz besseres Wissens am 5. Januar 2016 erklärte, es gäbe keinerlei Hinweise, dass es sich bei den an den Übergriffen Beteiligten um Personen aus der „Flüchtlingsgruppe“ handele. Als die Falschaussage widerlegt wurde empfahl Frau Reker betroffenen Frauen und Mädchen zukünftig mindestens „eine Armlänge“ Distanz zu Fremden zuhalten, innerhalb ihrer Gruppe bleiben und im Notfall einfach Umstehende um Hilfe zu bitten.

Wo ist nun die große Gemeinsamkeit des „israelkritischen“ und „antirassistischen“ Stalin-Apologeten und der auf Diversität achtenden Oberbürgermeisterin aus Köln? Beide stellen, trotz ihres unterschiedlichen Weltbildes, wie so viele andere „antirassistischen“ Religionsexperten, fahrlässig den Islam und das Christentum auf eine Stufe.

Während die Kirchenglocken nur ein Klangsignal, kaum eine theologische Botschaft in sich bergen und auch dem weltlichen Zweck der Zeitangabe dienen, hat der Muezzin-Ruf mit seinem tyrannischen Gesang eine tiefe theologische Bedeutung. Öffentlichkeitswirksam trennt der Muezzin mit dem islamischen Glaubensbekenntnis in Gläubige und Ungläubige, Männer werden gerufen und Frauen sollen zu Hause bleiben, der Muezzin-Ruf ist eine islamische Machtdemonstration und die Anhänger Erdogans in Köln werden jeden Ruf als Sieg des Islam über die Moderne interpretieren. Dazu Hamed Abdel-Samad: “Der Gebetsruf beginnt mit „Allahu Akbar“, welcher auch der Schlachtruf der Muslime ist. Er bedeutet Allah ist größer. Größer als die Feinde, größer als die Menschen, größer als das Leben, größer als Deutschland, größer als alles. Da er größer ist als Demokratie und Vielfalt, gilt am Ende nur sein Gesetz, die Scharia. Und selbst wenn die säkulare demokratische Gesellschaft den Gebetsruf genehmigt, wird sie von vielen Muslimen, die auf den Gebetsruf beharren, nicht anerkannt, denn Allah ist größer als sie und am Ende gilt nur seine Ordnung, und der Gebetsruf ist ein erster Schritt, um diese Ordnung herzustellen.“

Die DTIB-Zentralmoschee in Köln untersteht dem türkischen Islamisten Erdogan und zahlreiche ihrer Imame stehen unter Islamismus-Verdacht. DITIB betreibt viele Hundert Moscheen in Deutschland verbreitet dort naturgemäß ihren Antisemitismus, bekämpft die Homosexuellen, verherrlicht den Märtyrer-Tod und Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist für DITIB ein Fremdwort. Milli Görüs ist eine antisemitische islamistische Bewegung, deren Ziel es ist säkulare Gesellschafen zu islamisieren. Obwohl die von Hasan al-Banna gegründete islamistische Muslimbruderschaft wegen ihres Terrors 2013 in Ägypten verboten wurde, ziehen die antisemitischen Kämpfer gegen die Moderne in Europa nach wie vor ungehindert ihre Kreise.

Die Kriminalgeschichte und die Blutspur des Christentums ist sehr lange, vom christlichen Antijudaismus über die Hexenverbrennungen bis hin zu den Missbrauchsskandalen der heutigen Zeit. Jedes Stückchen Emanzipation der Menschheit ist nicht mit, sondern gegen Religion und Kirche erkämpft worden.  Im Gegensatz zum Islam hat das Christentum jedoch die Aufklärung durchlaufen und wurde durch diese weitgehend domestiziert. Die fundamentalen Unterschiede zwischen Islam und Christentum sind schon bei der Betrachtung beider Religions-Erzählungen offensichtlich. Während der eine Religionsgründer, Jesus ein friedlicher Wanderprediger war, der sich für Gottes Sohn hielt, den Armen und Entrechteten zur Seite sprang, mit der Obrigkeit in einen Konflikt geriet und deshalb gekreuzigt wurde ohne je einer Fliege etwas zuleide getan zu haben, war der Gründervater des Islam, Mohammed, ein brutaler Kriegsherr, mit pädophilen Neigungen, der tausendfach Juden und andere Ungläubige ermorden oder enthaupten ließ und die gefangenen Frauen und Mädchen seiner Gegner versklavte, kurz seine Ideologie gnadenlos und barbarisch mit dem Schwert verbreitete.

Die zehn Gebote des Christentums stehen konträr zur Scharia, etwas Vergleichbares wie die Bergpredigt gibt es im Islam nicht. Die Trennung von Staat und Kirche ist im Islam im Gegensatz zum Christentum nicht vorgesehen. „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist“ ist ein Jesus zugeschriebener Ausspruch (Matthäus 22,21). Die Bibel mit ihren vielen Einzelgeschichten und Autoren ist interpretierbar und wurde von den diversen Kirchenreformern interpretiert und der jeweiligen Zeit angepasst, der Koran ist laut Überlieferung Wort für Wort das Wort Allahs und von daher kaum interpretierbar, was die vielen Imame und islamischen Geistlichen Tag für Tag bis in unsere Zeit belegen. Wenn ein Muslim seiner Religion den Rücken kehrt, ist der Abtrünnige auf Grundlage von Hadithen mit dem Tod zu bestrafen. Bei prominenten Apostaten rufen für gewöhnlich islamische Geistliche öffentlich zur Ermordung auf. Der damalige iranische Staatschef Ayatollah Khomeini rief beispielshalber am 14. Februar 1989 mittels einer Fatwa alle Muslime dazu auf Schriftsteller Salman Rushdie zu ermorden.

Im oberbayerischen Prien am Chiemsee hat im April 2017 ein Asylbewerber aus Afghanistan eine zum Christentum konvertierte Afghanin in aller Öffentlichkeit vor den Augen ihrer beiden fünf und elf Jahre alten Söhne am Eingang eines Supermarktes bestialisch ermordet. Die 38 Jahre alte Mutter wurde von hinten angriffen, der Täter versuchte ihr den Kopf abzuschneiden und stach mindestens 16 Mal auf sie ein. Einschreitende mutige Passanten konnten den fanatisierten Dschihadisten erst zu spät überwältigen. Wenn ein Christ seiner Kirche den Rücken kehrt, kräht kein Hahn danach, geschweige denn muss der ehemalige Christ deshalb um sein Leben fürchten.

Im Namen des Islam wurden in den letzten 20 Jahren alleine in Europa und in den USA tausende „Ungläubige“ von Islamisten ermordet, ganz zu schweigen von den Taten der Islamisten in Afrika oder im Nahen Osten oder in Asien. In den entsprechenden Bekennervideos oder Bekennerschreiben wird der religiöse Hintergrund der Taten eindeutig transportiert, falls die „Allahu Akbar“-Rufe während den Taten nicht Beweis genug sein sollten. Frau Reker und die Wesensverwandten von Peter Hacks, bürgerliche, grün-alternative und pseudolinke Islam-Apologeten und Islam-Verharmloser reden darüber nicht gerne. Christen entführten jedenfalls keine Flugzeuge im Namen ihrer Religion und flogen damit in Hochhäuser um tausende „Ungläubige“ zu ermorden und es waren keine Christen, die im Namen ihrer Religion in Pariser Lokalen, Zeitungsredaktionen und Supermärkten Juden, Redakteuere, Zeichner und feiernde Menschen oder in Nizza 86 Menschen auf der Strandpromenade oder auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wahllos Menschen ermordeten.

Frau Reker lobt sich und die Stadt Köln für ihre Toleranz gegenüber den Intoleranten und wirft den Kritikern der islamischen Zumutungen vor „unser friedliches Zusammenleben infrage“ zu stellen. Die Intoleranten, die Frauenrechte ablehnen, Juden, Homosexuelle und andere Minderheiten ächten, verfolgen oder ermorden werden die Toleranz von Köln als Schwäche belächeln. Die Gleichsetzung von Islam und Christentum zeugt im besten Fall von Ahnungslosigkeit und ist in jedem Fall ein Verrat an der Aufklärung und an der Zivilisation. Atheisten-Vereine, Kommunisten, Nationalisten, Sekten aller Art sollten es den Muezzins gleichtun und ihre Kernbotschaft mindestens einmal pro Woche per Lautsprecher verkünden und alle Anwohner solange nerven bis die Politik zur Einsicht kommt und den bedrohlichen Irrsinn stoppt.

Der französische Essayist Pascal Bruckner wendet sich seit Jahren gegen einen Multikulturalismus, der den westlichen Liberalismus schwächt. Für Bruckner ist der Multikulturalismus ein Rassismus des Antirassismus, denn dieser kettet die Menschen an ihre Wurzeln. Pascal Bruckner fordert seit Jahren eine Solidaritätsbewegung zugunsten aller säkularen oder atheistischen Rebellen in der islamischen Welt. Statt sich den Islamverbänden zu unterwerfen, sollten deutsche Politiker dazu beitragen, die säkularen Kräfte in der islamischen Gemeinschaft zu stärken, sagt auch die Soziologin und Islamexpertin Necla Kelek. „Die Bilder zeigen eigentlich alles: Wenn Allahu Akbar gerufen wird, kommen Männer zusammen. Die Männer, die ihre Frauen zu Hause haben.“ Diese Frauen dürften laut ihren Männern keinen Platz in der Öffentlichkeit haben – „daher auch das Kopftuch, falls sie sich in der Öffentlichkeit bewegen sollten“ und Necla Kelek weiter: „Ausgerechnet eine Frau als Oberbürgermeisterin bestätigt diesen Männern, dass dieses Gesellschaftsbild in Ordnung ist – mitten unter uns.“

 

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Die Geschichte des Sozialdarwinismus

6. Oktober 2021

Vor zehn Jahren wurde der australische Philosoph Peter Singer mit dem „Ethik-Preis der Giordano-Bruno-Stiftung“ ausgezeichnet, was die Stiftung in arge Erklärungsnöte und diverse Behinderteninitiativen auf die Barrikaden brachte. Der von der „GBS“ propagierte „evolutionäre Humanismus“, der auf den britischen Rassenhygieniker Julian Huxley zurückzuführen ist, bestreitet den freien Willen des Menschen, was wiederum laut dem Leiter Schmidt-Salomon die Chance birgt, „aus dem von Rachegedanken geprägten moralischen Automatismus von Schuld und Sühne auszubrechen.“  Singer halluziniert in seinen Schriften von „Speziesisten„, die für tödliche Experimente lieber Tiere als geistig Behinderte oder Säuglinge verwenden. Für Tierrechtler wie Singer ist der Speziesismus eine verachtenswerte Form des Rassismus. In seinem Werk „Praktischen Ethik“ von 1979 kalkuliert Singer: „Sofern der Tod eines behinderten Säuglings zur Geburt eines anderen Säuglings mit besseren Aussichten auf ein glückliches Leben führt, dann ist die Gesamtsumme des Glücks größer, wenn der behinderte Säugling getötet wird“. In den 1980er Jahren schlug Singer vor Säuglinge bis 28 Tage nach der Geburt nicht als volle Rechtspersonen zu behandeln, damit es Eltern möglich wäre, schwerstbehinderte Neugeborene zu töten, ohne deshalb angeklagt zu werden. Peter Singer war für die australischen Grünen aktiv, er ist Vordenker der Tierrechtsbewegung und des Veganismus und er plädierte in „A Darwinian Left: Politics, Evolution and Cooperation“ für eine neue darwinistische Linke die ihre Gesellschaftskritik zugunsten eines Biologismus aufgeben sollte.

Der Sozialdarwinismus überträgt missbräuchlich Teilaspekte des Darwinismus auf die menschliche Gesellschaft. Das biologistische Weltbild ist zumeist mit Eugenik verknüpft um die Fortpflanzung vermeintlich wertvoller Menschen zu forcieren und angeblich minderwertiger zu blockieren. Die Geschichte des Sozialdarwinismus wurde von Wissenschaftlern aus der Mitte der Gesellschaft entwickelt. Der britische Ökonom Thomas Robert Malthus behauptete 1798 in „An Essay on the Principle of Population“ die Zahl der Menschen würde sich alle 25 Jahre verdoppeln, während der Ertrag der Felder allenfalls um die gleiche Menge wachse und soziale Reformen würden das Übel nur verschärfen. Dagegen prognostizierten zur selben Zeit Ökonomen wie David Ricardo oder Friedrich List weise vorausschauend sinkende Geburtenraten in den industrialisierenden Staaten. Friedrich Engels entgegnete, dass „Überbevölkerung“ kein technisches, sondern ein sozio-ökonomisches Problem darstelle. Für Feministinnen und Anarchisten Ende des 19. Jahrhunderts war Überbevölkerung die entscheidende Ursache allen Elends und traten deshalb für den Gebrauch von Verhütungsmitteln ein, weshalb sie von Konservativen, Klerikalen und nationalistischen Rechten angegriffen wurden, weil die, wie heute die Islamisten, mehr Kinder fürs Vaterland forderten.

Der Soziologe Herbert Spencer (1820-1903) präzisierte die reaktionäre Ideologie mit dem Schlagwort vom „survival of the fittest.“ In der Tierwelt würden sich die Stärksten und Gesündesten durchsetzen, was das Überleben und die Entwicklung einer Spezies fördere, nur beim Menschen stünden die Schwächeren dem Fortschritt der Gesunden im Wege. Den Begriff der Eugenik führte der Naturforscher Francis Galton (1822-1911) ein, er war davon überzeugt, dass Menschen einen unterschiedlichen Wert hätten, sich unfähigen Menschen zu stark fortpflanzten, während sich die Elite zurückhalte.

Marx und Friedrich Engels begrüßten die Evolutionstheorie Darwins als materialistische Erklärung für die Entstehung von Pflanzen, Tieren und Menschen. Engels verglich gar den kapitalistischen Konkurrenzkampf mit Darwins Kampf ums Dasein, wobei sich Marx klar dagegen aussprach, soziale Fragen mit Hilfe der Evolutionstheorie zu erklären oder sozialdarwinistische Schlussfolgerungen zu ziehen. Im krassen Gegensatz zu Marx stand der Chefideologe der SPD Karl Kautsky, er war davon überzeugt, die Evolutionslehre ließe sich auf die menschliche Geschichte übertragen. So prägte Kautsky 1910 den Begriff der „proletarischen Rassenhygiene.“ Insbesondere die Medizin störe das „Gleichgewicht in der Natur“, mindere die „Anforderungen des Kampfes ums Dasein“ und erleichtere damit „körperlich und geistig minderwertigen Individuen nicht bloß die Erhaltung, sondern auch die Fortpflanzung“. Kautsky, der im Übrigen der Theoretiker des sozialdemokratischen Antizionismus war,  vermischt soziale mit biologistischen Argumenten. Kautsky forderte die soziale Kontrolle: Im Sozialismus werde Rassenhygiene als „soziale Pflicht“ gelten. „Die Zeugung eines kranken Kindes wird dann mit ähnlichen Augen betrachtet werden wie etwa heute noch die eines unehelichen Kindes.“ Kämen dennoch kranke Menschen zur Welt, „wird ihr Siechtum nicht mehr die Schuld der sozialen Verhältnisse, sondern einzig als persönliche Schuld der Eltern erscheinen“. Im Endergebnis werde im Sozialismus ein „neues Geschlecht (…) erstehen, stark und schön und lebensfreudig, wie die Helden der griechischen Heroenzeit, wie die germanischen Recken der Völkerwanderung“, schrieb Kautsky. Freilich vertrat innerhalb der SPD nur eine Minderheit diese sozialdarwinistischen und eugenischen Ansichten. Kautsky setzte sich diesbezüglich nicht durch, die Mehrheit war davon überzeugt, dass der Mensch durch die gesellschaftlichen Bedingungen geprägt werde.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg  entstand als Teil der lebensreformerisch-esoterischen Bewegung die Anthroposophie. Sie war ein kleiner Zweig jener „völkischen Revolution“, die dazu beitrug, die Deutschen zu jenen willigen Vollstreckern zu formen, auf die sich der Nationalsozialismus stützen konnte. Rudolf Steiner (1861-1925) begründete die Anthroposophie, die in der Tradition der deutschen Romantik und der von Helena P. Blavatsky (1831-1891) begründeten Theosophie stand. Die Lebensreformbewegung propagierte ein einfaches, natürliches Leben mit gesunder Ernährung, frischer Luft und Bewegung, statt Erotik eine nordische Freikörperkultur plus Rassenhygiene und Eugenik, einer Menschenzucht, die sich am Ideal blond, groß, muskulös orientierte. Die Lebensreformbewegung lieferte den Nazis nicht nur die Ideen sondern auch das Personal. Der führende NS-Rassenhygieniker Alfred Ploetz kam beispielshalber aus der Lebensreformbewegung, der Eugeniker und Antisemit Theodor Fritsch engagierte sich in der Gartenstadt-Bewegung.

Ausgehend von Blavatskys theoretischem Ansatz baute Steiner seine Evolutionslehre der „Völker- und Rassengruppen“ auf, wonach die menschliche Seele durch aufeinanderfolgende Verkörperungen in immer „höheren“ Rassen geistig wie leiblich fortschreitet. In Rudolf Steiners theosophischem Sozialdarwinismus halluziniert dieser von „degenerierten“, „zurückgebliebenen“ oder „zukünftigen“ Rassen, die keine „Unfälle“, sondern das Ergebnis einer konsequent durchgedachten Evolutionslehre waren. Für Anthroposophen sind Hunger und Elend, Krankheit und Behinderung, Vergewaltigung und Mord karmisch bedingt. Das Leben jedes Menschen ist von seinen Handlungen im vermeintlich früheren Leben geprägt. Die absurde Ideologie Rudolf Steiners fließt in die Pädagogik der heutigen Waldorfschulen ein. In Schülerheften ist beispielsweise von Atlantis oder den Ariern und ihren Wanderungen die Rede. In den Lehrplänen der Waldorfschulen spielen Bilder von Engeln, „wie sie aus den alten Mythenkreisen der Menschheit vorkommen“ ebenso hinein wie die angebliche Existenz von „Zwergen“ und anderen Fantasiegestalten. Typisch ist die Behauptung, sämtliche Probleme, individueller wie kollektiver, physischer wie psychischer Art, würden aus mangelnder Spiritualität resultieren und seien nicht auf soziale Verhältnisse zurückzuführen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Rudolf Steiner ein ausgesprochener Impfgegner war. Er warnte davor, dass durch Impfungen die Seele abgeschafft und ausgetrieben werde.

Etwa zur selben Zeit versprach der Finanztheoretiker, Sozialdarwinist und Erfinder des „Schwundgelds“ Silvio Gesell (1862-1930) in seinem Hauptwerk “Die natürliche Wirtschaftsordnung“ mit seiner „Freiland- und Freigeldtheorie“ die Lösung der kapitalistischen Widersprüche.  Die absurde Lehre Gesells läuft auf „Manchester-Kapitalismus“  mit dem Ziel einer Art Rassenhygiene und Menschenzüchtung hinaus. Im ersten Schritt seiner „Lehre“ wird das Privateigentum an Boden abgeschafft, um anschließend an den Meistbietenden verpachtet zu werden. Staaten, die sich der Freilandtheorie nicht anschließen ziehen die „Arbeitsscheuen“ der ganzen Welt an. „Die Pachtzahlung erfolgt zunächst an den Staat „und wird restlos an die Mütter nach der Zahl der Kinder verteilt.“ Frauen würden in „speziellen“ Gemeinschaften ihre Kinder erziehen und von Zeit zu Zeit auf Reisen gehen, um eugenisch wertvolle Männer zu suchen und sich von ihnen erneut schwängern zu lassen. Der Kranke und der Schwache hat keinen Platz in Gesells sozialdarwinistischer Theorie. Die „Fortpflanzung der Fehlerhaften“ gelte es durch „das große Zuchtwahlrecht, dieses wichtigste Sieb bei der Auslesetätigkeit der Natur“ zu bekämpfen und eben zu diesem Zweck soll die fruchtbare Frau den Zugriff auf Grundrente und Boden nach Zahl ihrer Kinder erhalten. Die übrigen Frauen würden sich sterilisieren lassen und lohnabhängig sein. Gesell betont die Züchtung von „Kraft, Gesundheit, Schönheit“ als gesellschaftliches Ziel. Frauen haben sich dem unterzuordnen und Verhütung ist laut Silvio Gesell, schlecht, weil es dann an „menschlichem Auslesematerial“ mangelt. Nach seiner sozialdarwinistischen Logik sterben diese Frauen aus und nur die „Lebensbejahenden“ pflanzen sich fort. „Bummler, Sonnenbrüder und Zigeuner würden wegziehen und auch aussterben. Eine solche „Rassenpolitik“, schreibt Gesell, „darf nicht an Staaten, Landesgrenzen, an Staatsgesetze gebunden werden. Rassenpolitik ist ureigene Angelegenheit jedes einzelnen Menschen“, er fordert die „Erlösung von all dem Minderwertigen, mit dem die seit Jahrtausenden von Geld und Vorrecht geleitete Fehlzucht die Menschheit belastet hat.“ Gesell machte unter den Zeitgenossen „Entartungserscheinungen“ aus und ginge es so weiter, bliebe „vom stolzen Menschengeschlecht nach weiteren drei oder vier Generationen“ nicht mehr übrig als „ein Häufchen Unglück.“ Schuld seien die moderne Zivilisation, insbesondere die Großstadt, dazu Alkohol und Nikotin sowie die Fortschritte der Medizin. Die Ärzte würden der Natur ins Handwerk pfuschen. Herrschten dagegen „freie Liebe“ und „freie Zuchtwahl“, könnten die Mediziner „den ekelhaften Ärzteberuf an den Nagel hängen“, denn „wie es bei den Tieren des Waldes keine Kranken gibt, so auch dann nicht unter den Menschen.“ Die Fortschritte der Medizin, die Technik des Impfens etwa gegen Tuberkulose, lehnten Sozialdarwinisten und Eugeniker ab, weil dadurch die Ausmerze der Minderwertigen beschränkt würde. (..)

Obwohl Silvio Gesells Freilandtheorie kompatibel mit NS-Lebensborn oder dem NS-Mutterkreuz ist, propagierte, so unfassbar dies auch erscheinen mag,  im Jahr 2010 eine Redakteurin des „israelkritischen“ und „irgendwie linken Freitag“ Gesells sozialdarwinistische Ansichten und meinte: „Was heute reaktionär erscheint, war damals emanzipatorisch und „Hier geht es nicht um eugenische Ziele, denen sich die Frauen zu unterwerfen haben, sondern darum, ohne Versorgungsprostitution mit Männern, die sexy sind, Kinder zu machen. Frauen wird ja heute immer wieder vorgeworfen, dass sie zwar mit den interessanten wilden Kerlen gerne rummachen, aber sich dann in die Versorgungsehe flüchten, um das Kuckuckskind aufzuziehen.“

Noch offener aber kompatibel mit Gesell und Steiner schuf der Rechtswissenschaftler Karl Binding (1841-1920) mit seinem Werk „Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens“ die Rechtfertigung zur Eugenik der Nationalsozialisten. Der deutsche Psychiater Alfred Hoche (1865-1943), der Mitverfasser von Bindings menschenverachtender Schrift, der als einer der Wegbereiter der organisierten Massenvernichtung in der NS-Zeit gilt, meinte: „…wir werden vielleicht eines Tages zu der Auffassung heranreifen, dass die Beseitigung der geistig völlig Toten kein Verbrechen, keine unmoralische Handlung, keine gefühlsmäßige Rohheit, sondern einen erlaubten nützlichen Akt darstellt.“

Mit der Machtergreifung der NSDAP 1933 und den darauffolgenden „Nürnberger Rassengesetzen“ gelangte der Sozialdarwinismus mit seiner betriebenen Radikalvariante der Eugenik in Deutschland in die politische Praxis. Die Doktrin vom Kampf ums Dasein, vom Überleben der Tüchtigsten, von Auslese und Ausmerze hat in der völkischen und faschistischen Ideologie einen herausragenden Stellenwert. Der Faschismus lehnt die Gleichheit vor dem Gesetz zugunsten einer hierarchischständisch gegliederten Ordnung in einem ethnisch-rassisch reinen Volkskörper ab. In „Mein Kampf“ nahm Adolf Hitler darauf Bezug und pries den Kampf ums Dasein als aristokratisches Prinzip der Natur. Ethnische Minderheiten, Kranke und Behinderte wurden im NS-System als “Schädlinge” bezeichnet und wurden Mithilfe von Zwangssterilisation oder Massentötungen aus der Gesellschaft entfernt, um die “deutsch-arische” Rasse aufzuwerten. Mit seinem „Euthanasiebefehl“ vom Oktober 1939 ermächtigte Adolf Hitler die Tötung so genannten „lebensunwerten Lebens“. Der Kinder-Euthanasie fielen in über dreißig sogenannten „Kinderfachabteilungen“ mindestens 5.000 Menschen zum Opfer. Der Höhepunkt dieser Politik mit seinen Krankenmorden war die 1939 gestartete “Aktion T4“. Bei dieser systematischen Massenvernichtung kamen bis 1945 rund 200.000 Kranke und Behinderte ums Leben. Insgesamt wurden in sechs Anstalten, zum Beispiel in Brandenburg an der Havel, Hadamar bei Limburg oder Hartheim bei Linz Patienten durch das Giftgas Kohlenmonoxid in eigens hierfür eingerichteten Gaskammern ermordet. Die Täter bedienten sich bei ihrer Arbeit einer bürokratischen, entmenschlichenden Sprache, für die Tötung der Patienten verwendeten sie Begriffe wie „desinfiziert“ und „erledigt“. Unabhängig von der zentralen Koordination der Krankenmorde im Deutschen Reich, kam es in den annektierten Territorien Polens und der Sowjetunion zum Mord an dortigen Anstaltsinsassen. Einzelne Vertreter der Justiz und der Kirchen versuchten, die Morde zu behindern oder öffentlich zu machen. Das öffentliche Anprangern der „Euthanasie“ durch Bischof Clemens August von Galen führte zu erheblicher Unruhe in der Bevölkerung und trug am 24. August 1941 zum Stopp der zentral organisierten Ermordung von Patienten durch die T4-Organisation bei. Kurze Zeit später befanden sich zahlreiche Mitarbeiter der „T4“-Zentrale und der Tötungsanstalten im besetzten Polen und übernahmen dort im Rahmen der sogenannten Aktion Reinhard,  der „Endlösung der Judenfrage“ in den Vernichtungslagern Majdanek, Treblinka, Sobibór und Bełżec, sowie Auschwitz-Birkenau ihre „Arbeit“.

Nach Bekanntwerden der umgesetzten Eugenik des NS-Systems wandten sich nach dem Krieg die meisten Länder von ihrer vormals praktizierten eugenischen Politik ab, die Ideen verschwand allerdings nicht. Julian Huxley, der erste Generaldirektor der UNESCO und Mitbegründer des World Wildlife Fund war auch der Präsident der britischen Eugenik-Gesellschaft und enthusiastischer Unterstützer der Eugenik, er sagte bereits 1947: „Auch wenn es sicher wahr ist, dass jegliche radikale eugenische Politik für viele Jahre politisch und psychologisch unmöglich sein wird, wird es für die UNESCO wichtig sein, zu erkennen, dass das Eugenik-Problem mit größter Sorgfalt untersucht wird und das öffentliche Bewusstsein über die Sachverhalte so weit informiert wird, dass das Undenkbare wenigstens denkbar wird.“

Selbst die Impfgegnerschaft hat sich auch nach 1945 in großen Teilen der Bevölkerung verbissen gehalten. Als Ende des 18. Jahrhunderts der britische Arzt Edward Jenner die Pockenschutzimpfung erfand und damit die Opferzahlen der tödlichen Krankheit rapide zurückgingen regte sich schon kurz darauf Widerstand. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lehnten viele Tiroler unter ihrem Rebellen Andreas Hofer die von der bayerischen Herrschaft eingeführte Pockenimpfungen mit der Begründung ab, dass der naturwüchsigen Tiroler Seele damit „bayerisches Denken“ eingeimpft werden solle.  Eugen Dühring, einer der prominentesten und einflussreichsten Antisemiten des Kaiserreichs, hatte in seiner 1891 erschienenen pseudowissenschaftlichen Kampfschrift „Die Judenfrage als Racen-, Sitten- und Culturfrage“ das Impfen als von jüdischen Ärzten mit dem Ziel der persönlichen Bereicherung erfundenen Aberglauben bezeichnet. Die Idee einer Immunisierung der Massen widersprach naturgemäß im Nationalsozialismus dem Gedanken von Auslese und Abhärtung. Dass der „Herrenmensch“ durch eine Impfung den „Untermenschen“ schützt und umgekehrt der „Untermensch“ den „Herrenmensch“ war nicht zu akzeptieren. Julius Streicher schrieb im Jahr 1935 naturgemäß: „Die Impfung ist eine Rassenschande.“

Die islamistischen Taliban in Afghanistan, die aktuellen Felsen in der Brandung für die islamische Steinzeit, sind selbstverständlich Impfverweigerer. Die Taliban vermuten hinter Impfungen eine westlich-jüdische Verschwörung, und vor allem würden die Impfstoffe für die Gotteskrieger die „biologische Reproduktion der Rechtgläubigen“ gezielt stören. In Nigeria befürchten die Dschihadisten „die Amerikaner“ würden mit der Impfung versuchen, junge Frauen unfruchtbar zu machen. Deshalb überfallen Islamisten von Boko Haram regelmäßig die „verwestlichen“ Impfteams und so verwundert es auch nicht, dass in Ländern wie Nigeria, Pakistan oder Afghanistan die Kinderlähmung nach wie vor endemisch ist. Irans Religionsführer Ali Khamenei ordnete an: „Amerikanische und englische Impfstoffe dürfen nicht für den Iran gekauft oder benutzt werden.“ Der Abgeordnete des islamfaschistsichen Gottesstaates Hussein Kanani meinte diesbezüglich, in dem Impfstoff der Engländer und Amerikaner wäre GPS eingebaut, damit die Iranerinnen und Iraner kontrolliert werden könnten.

Esoterische Impfgegner mit den unfassbarsten Verschwörungstheorien gibt es freilich weltweit in allem möglichen politischen Blasen. So erzählt man sich in der Szene, dass der Bösewicht Bill Gates per Zwangsimpfung, also durch diese Impfung eingesetzte „Mikrochips“ die Weltbevölkerung entweder kontrolliert und versklavt oder ausgemerzt werden soll. An diesem Punkt herrscht noch eine gewisse Uneinigkeit wie kürzlich Elke Wittich konstatierte. Von Andreas Hofer über die Nazis, die Anthroposophen, den Gesellianern, den Alt-Hippies, den Neurechten bis zu Boko Haram, sie alle sehen und sahen sich als Opfer einer vermeintlichen Impf-Diktatur. Ideologen lassen sich eben nicht von Argumenten beeinflussen, so ist die Szene der Impfgegner gemeinsam mit der Bewegung der Pandemieleugner enorm gewachsen. Im grün-alternativen Milieu korrespondieren seit je her eine starke Affinität zur Alternativmedizin und hohe Impfskepsis.

Zusammenfasend lässt sich feststellen, die Anthroposophen, die Impfgegner, die Eugeniker, die okkultistischen Spinner, die Sozialdarwinisten oder die Esoteriker die an Erzengel, Waldfeen, Kobolde, die Reinkarnation und an das Karma glauben befinden sich auf einem Widerstandstrip gegen die Moderne. Die 100.000 Alten, die Übergewichtigen, die Vorerkrankten mit hohem Blutdruck und die jüngeren Gesunden die einfach nur Pech hatten sind für viele „Maßnahmenkritiker“ nicht der Rede wert. Dass die Krankenhäuser, die Intensivstationen überlastet sein und sie kollabieren und dann eben auch Menschen an anderen Krankheiten sterben könnten, weil Intensivbetten und Personal fehlen, übersteigt ihre Vorstellungskraft.

„Maßnahmen-Kritiker“ mit Schweden-Flaggen oder ein Wolfgang Schäuble der meinte „der Schutz des Lebens stehe nicht über den Grundrechten“, prägen nun seit fast zwei Jahren die Landschaft. Angesichts von rund 100.000 Toten, die mit oder durch Corona alleine in Deutschland gestorben sind ist es doch verwunderlich und freilich auch in gewissem Maße amüsant, wenn es nicht so traurig wäre, wie Corona-Leugner oder „Maßnahmen-Kritiker“ die Corona-Maßnahmen der Regierungen der restlichen Welt ausblenden, beispielshalber den ungleich härteren Lockdown in Italien, in Spanien, in China oder zuletzt in Australien, mit strengsten Einreisebeschränkungen, limitierten Flügen und extremen Quarantänekosten. Ich frage mich haben diese Leute keine Freunde oder Bekannten die in Krankenhäusern, in Pflegeheimen, in Schulen oder in Gesundheitsämtern arbeiten? Kennen die „Maßnahmen-Kritiker“ keine Menschen die schwer an Corona erkrankt oder daran gestorben sind? Glauben die „Maßnahmen-Kritiker“ tatsächlich, dass Länder mit so unterschiedlichen politischen Systemen wie China, Australien, Italien, Spanien oder Frankreich mit dem jeweiligen Lockdown ihre Wirtschaft vorsätzlich zerstören wollten? Falls es so sein sollte, dann ist ihr Aberglaube nicht weit entfernt vom Aberglauben der Mullahs oder der Taliban. Der selbstverschuldete Glaubwürdigkeitsverlust der öffentlich-rechtlichen Medien durch Einseitigkeit in anderen Fragen ist gewiss Teil dieses Problems. Die fortschreitende Magisierung der Welt scheint jedenfalls nicht aufhaltbar zu sein. Am 18.09.2021 wurde der 20-jährige Alex West während seines studentischen Nebenjobs von einem „Maßnahmen-Kritiker“ an einer Tankstelle in Idar-Oberstein erschossen, weil er an die Maskenpflicht erinnert hat.

Quellen: Peter Bierl: Wie Menschen zur Schnecke gemacht werden – Zur Kritik des Sozialdarwinismus | Elke Wittich Wenn die ganze Korona protestiert | Elke Wittich Grün-alternative Impfkritik | Peter Bierl – Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister – Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik | Peter Bierl – Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn, Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell | Lucius Teidelbaum – Esos gegen Wissenschaft

 Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Der Fall Nemi El-Hassan

24. September 2021

Vor wenigen Wochen vermeldete der WDR, dass die Journalistin Nemi El-Hassan das WDR-Wissenschaftsmagazin „Quarks“ moderieren wird. Kurz darauf wurde bekannt, dass Nemi El-Hassan im Jahr 2014 am islamistischen und antisemitischen Berliner al-Quds-Marsch mit den Aufrufen zur Vernichtung Israels teilnahm und zudem den islamistischen Terror verharmlose. Anfangs wies der WDR alle Vorwürfe zurück, nachdem die Beschuldigungen jedoch immer konkreter wurden ruderte der öffentlich-rechtliche Sender zurück und versprach die Causa prüfen zu wollen.

In einem Spiegel-Interview bedauerte darauf El-Hassan die Teilnahme al-Quds-Marsch als Fehler und behauptete nicht gewusst zu haben, dass dieser vom islamfaschistischen Iran ausgehe und ohnehin habe sie nichts gegen Israel. Wie nicht anders zu erwarten meldete sich unverzüglich die Crème de la Crème der postkolonialen, „antirassistischen“, islamophilen „Israelkritik“ wie schon zu den Debatten um den kamerunischen Holocaustrelativierer und BDS-Aktivisten Achille Mbembe, um die „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ und um den „Historikerstreit 2.0“ zu Wort. In einem Offenem Brief solidarisierten sie sich mit El-Hassan und forderten den WDR dazu auf, die Zusammenarbeit mit ihr fortzusetzen. Auf der Unterschriftenliste waren neben vielen anderen einschlägigen „Israelkritikern“ der vom Simon-Wiesenthal-Center wegen seines Antisemitismus im Jahr 2012 auf Platz 9 gesetzte Antizionist Jakob Augstein, Herausgeber des „israelkritischen Freitags“, wie naturgemäß das Ehepaar Aleida und Jan Assmann oder die „israelkritischen“ Journalisten Malcolm Ohanwe und Emran Feroz. Der Iran-Apologet und „Israelkritiker“ Emran Feroz beglückte Augsteins „Freitagsgemeinde“ mit 34 Artikeln im „Online- und im Print-Freitag“ gegen Israel und für den Iran. Feroz behauptet in seinen Artikeln dass „Israel Gaza ins Mittelalter zurückbomben will“, dass „Netanjahu ein paranoider Kriegstreiber sei“ und zur iranischen Atombombe schreibt er : „Stattdessen präsentiert er [Netanjahu] der Welt seine Form der Wahrheit, indem er eine nichtssagende Skizze hervorbringt und den Iran mit “Al-Qaida” vergleicht, also jener Gruppierung, die die USA und Israel gegenwärtig im Syrien-Krieg unterstützen. Nach all diesen Äußerungen hätte jeder klar denkende Mensch den Saal verlassen müssen, doch das war natürlich nicht der Fall. Die einzige Regierung, die gegenwärtig den “Weltfrieden”, der sowieso nicht existiert, gefährdet, ist die israelische. Sie unterdrückt das palästinensische Volk, indem sie das größte Gefängnis der Welt, den Gaza-Streifen, errichtet hat. Sie ist es, die den sogenannten Arabischen Frühling für sich ausnutzt und vor allem den Krieg in Syrien fördert. Sie ist es, die permanent den Iran bedroht und dazu noch im Besitz von zahlreichen Atombomben ist.“ So verwunderte es nicht, als das iranische Propagandaorgan Kayhan den „Freitag“ mit seinem Autor Emran Feroz wie folgt lobend erwähnte: „Eine deutsche Zeitschrift schrieb in einem Bericht, dass die Iraner recht haben, dem lügnerischen Vorschlag Amerikas für einen Dialog nicht zu glauben.“

Bereits mit 17 Jahren entschied sich El-Hassan einen Hidschab zu tragen, mit dieser islamischen Verhüllung war sie in mehreren antiisraelischen Demonstrationen unterwegs, 2014 (siehe Bild rechts mit Hidschab und V-Zeichen) eben beim al-Quds-Marsch in Berlin. Bei diesem Marsch gegen Israel wurden naturgemäß Parolen wie „Juden ins Gas“, „Kindermörder Israel“, „Frauenmörder Israel“ skandiert und die Vernichtung Israels gefordert und kippatragende Juden angegriffen. An die Parolen die El-Hassan damals gerufen hat, kann sie sich nicht mehr erinnern. In der Blauen Moschee, dem Träger des vom Verfassungsschutz beobachteten „Islamischen Zentrums Hamburg“ erhielt El-Hassan ihre islamistische „Ausbildung“. Das IZH ist der verlängerte Arm der Teheraner Revolutionsführung, unterstützt die Terrororganisation Hisbollah und verbreitet in seiner Gemeinde islamistisches Gedankengut. Den sogenannten al-Quds-Marsch hat Ajatollah Khomeini 1979 zur Vernichtung Israels ins Leben gerufen, der Berliner al-Quds-Marsch wird vornehmlich von den Islamisten aus Hamburg organisiert.

2014 stellte Hamed Abdel-Samad sein Buch „Der islamische Faschismus“ im Gorki-Theater in Berlin vor. Nach einer heftigen Diskussion mit Jakob Augstein stand Nemi El Hassan mit Kopftuch auf und warf Abdel-Samad vor, dass seine Bücher es für sie schwermachen würden, in Berlin mit einem Kopftuch herumzulaufen. In einem „Aufklärungs-Video“ der „Bundeszentrale für politische Bildung“ aus dem Jahr 2015 erklärt die Aktivistin das Wort „Dschihad“. Ihrer Ansicht ist die Terror-Bedeutung „eine Missinterpretation“ um „Vorurteile zu hegen“. Für El-Hassan ist der Dschihad eine „Vision“ und bedeute „freundlich sein“, „arbeiten“ und „geduldig sein“. El Hassan bewegte sich in diversen dubiosen islamischen Organisationen, von JUMA („jung, muslimisch, aktiv“) über das Poetry-Slam-Netzwerk „i,Slam“ bis zur Hamas Hilfsorganisation Islamic Relief (IR). Nebenbei sei erwähnt, obwohl Islamic Relief personelle Verbindungen“ zur Muslimbruderschaft unterhält wurden Veranstaltungen vom „Bundesministerium für Familie, Sensorien, Frauen und Jugend“ gesponsert. Im Oktober 2015 halluziniert Nemi EL-Hassan beispielsweise im Tagesspiegel: “IS, gib mir meinen Style zurück“ und stellt sie das Tragen von schwarzer komplett verhüllender Kleidung samt schwarzer Verschleierung als einen Akt der Selbstbestimmung der Frau dar, ein Modestil, den laut El-Hassan der Islamische Staat erst zum Terrorstil gemacht habe.

El-Hassans Distanzierung vom al Quds-Marsch ist nicht glaubwürdig, was die vielen antisemitischen und islamistischen Äußerungen von ihr auch in diesem Jahr in den sozialen Medien belegen. Im Juli 2021 unterstützte El-Hassan die antisemitischen Boykott-Bewegung BDS. Vor wenigen Wochen, im September 2021 feiert die Aktivistin islamistische Terroristen, die Juden per Kopfschuß hinrichteten, für ihren Gefängnisausbruch. Im Sommer 2021 machte El Hassan auf Instagramm deutlich wie gut ihr israelfeindliche Parolen wie „Antizionism is a duty“ oder „From the River to the See, Palestine will be free“ gefallen. Vor wenigen Monaten bezeichnete sie Israel als einen Apartheidstaat.

Ende Mai 2021 meinte El-Hassan wieder auf Instagram in bester BDS-Tradition: „Palästina gehört zu unserer Familiengeschichte und diese Geschichte hat uns nie verlassen. Es war jahrelang so schwer zu schweigen, in einem Land, in dem immer wieder erklärt wird, Leute wie ich seinen für den Antisemitismus verantwortlich. Solche Narrative schnüren uns die Kehle zu. Ich habe auch geschwiegen, wenn Freundlinnen völlig unreflektiert nach Tel Aviv gefahren sind, um einen Sommer voller Leichtigkeit zu verbringen.“

Am 23. Mai behauptete El Hassan auf Instagram, dass ihre Großmutter 1948 in Nablus vertrieben wurde. Da Nablus niemals Teil Israels war, wie konnte die Frau von Israel vertrieben werden und was hinderte die Frau dorthin zurückzukehren? Gleichzeitig forderte El Hassan ein „Rückkehrrecht für PalästinenserInnen auf der ganzen Welt“, was dazu führen würde, dass Israel kein jüdischer Staat mehr ist und Reparationszahlungen und ein Ende der „Besatzung.“

Mittlerweile hat Nemi El-Hassan viele Videos und Istagram-Einträge und „Likes“ gelöscht. Es geht ihr offenbar weniger um transparente Aufklärung der Vergangenheit sondern um die Vernichtung aller Beweise, was freilich im Internet kaum möglich ist. Als Journalistin schreibt El-Hassan Artikel für linksliberale Tageszeitungen wie den Tagesspiegel oder DIE ZEIT und betreibt auf YouTube den Satirekanal Datteltäter, ein Angebot von ARD und ZDF um über den Islam „aufzuklären“ und um Islamfeindlichkeit entgegenzuwirken. Die Aktivistin spricht regelmäßig zu den Themen Islam und vermeintlicher Islamfeindlichkeit und engagiert sich gegen Rechtsextremismus und den dort angesiedelten Antisemitismus, der eigene Antisemitismus war freilich nie ein Thema.

El-Hassan hat in Deutschland nicht trotz ihrer antiisraelischen und islamistischen Ansichten Karriere gemacht, sondern genau deshalb, denn in den Sendeanstalten von ARD, ZDF und in den linksidentitären Redaktionen diverser Blätter zählen bei der Stellenbesetzung vor allem Herkunft, Hautfarbe, sexuelle, religiöse oder politische Orientierung, je „israelkritischer“ und islamophiler umso besser.

Nemi El Hassan passt zum WDR wie die Faust aufs Auge. In den öffentlich-rechtlichen Medien werden der islamische Terror und die Zumutungen des Islam wie der islamische Antisemitismus seit Jahren verharmlost oder verschwiegen. Malcolm Ohanwe, der sich an der Solidaritätsaktion für El Hassan beteiligte, ein antiisraelischer BR-Mitarbeiter meinte einst auf Twitter, dass Idi Amins Herrschaft sein „feuchter Traum“ sei, in dem entsprechenden Bild müssen Weiße vor dem Massenmörder Idi Amin niederknien und an anderer Stelle als er eine Hinrichtungsszene von Weißen postet wird sein Traum noch feuchter. Er wird bezüglich der haitischen Revolution gefragt ob er Lynchmorde an weißen Frauen und Kindern sehenswert findet und antwortet: „Ja. Sehr sogar. Ich würde die haitianische Revolution gerne großspurig produziert im Kino sehen.“

Ein weiterer Beleg für den Niedergang des TV-Journalismus war der hervorragende 90-minütige Dokumentarfilm „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ (Teil1Teil2) von Joachim Schroeder und Sophie Hafner von 2017, den die Auftraggeber Arte und WDR nicht ausstrahlen wollten. Das Narrativ es gäbe nur rechten Antisemitismus wurde widerlegt und somit der WDR und Arte blamiert. Erst als die Bild-Zeitung die Dokumentation veröffentlicht hatte, strahlten Arte und ARD den Film am 21. Juni 2017 zähneknirschend in einer lächerlich kommentierten Fassung aus. Aber nicht nur die Medien auch die Politik kuschelt mit Islamisten. Obwohl das IZH laut Verfassungsschutz der wichtigste Außenposten des iranischen Regimes in Europa ist, wird das IZH nach wie vor in die Staatsverträge der Hamburger Bürgerschaft mit den muslimischen Verbänden integriert. Außerdem hat Sigmar Gabriel 2017 den Qudstag-Mitorganisator Hamidreza Torabi zu einer Konferenz ins Auswärtige Amt eingeladen und Bundespräsident Steinmeier die Führungsriege der mit dem IZH verbundenen „Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden“ im Jahr 2018 nach Schloss Bellevue. Vom Iran-Deal und den diversen antisemitischen Aussagen von Politikern der Linkspartei, der SPD, den Grünen über die Kumpanei von CDU/FDP Regierung in NRW mit den islamistischen Verbänden bis hin zur Verharmlosung des iranischen Regimes durch die AFD ganz zu schweigen. Im aktuellen Wahlkampf, den drei Triell-Formaten war Außenpolitik, war der islamistische gewalttätige Antisemitismus kein Thema, so verwundert es auch nicht, dass der brutale Judenhass zum Beispiel in Hamburg in den Medien und von der Politik tabuisiert wird. Ein Jude wurde kürzlich bei einer Mahnwache für Israel von drei Migranten wegen seiner Israelfahne angegriffen und mit gebrochenen Nasen- und Jochbein krankenhausreif geschlagen. Die Täter riefen dabei „Free Palestine“, „Scheiß Juden“ und „Ich ficke deine Mutter“.

In der Jungle World schreibt Andreas Benl zur Causa sehr richtig: „Die Forderung an Nemi El-Hassan, sich glaubhaft von der Islamischen Republik, deren Antisemitismus und von ihren Menschheitsverbrechen gegen die Bevölkerung des Iran und der Region zu distanzieren, war und ist völlig richtig. Man sollte darüber nur nicht vergessen, dass die Entschuldigungen für die empörende jahrzehntelange Unterstützung der Henker in Teheran durch deutsche Regierungen – und vor allem die Abkehr von dieser Politik immer noch ausstehen.“

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Der Islam gehört zu Afghanistan

14. September 2021

Afghanistan wurde im 18. Jahrhundert, nach unzähligen paschtunischen Aufständen gegen die diversen Herrscher, von den persischen Safawiden bis zu den indischen Mogulen, vom Paschtunen Ahmad Schah Durrani gegründet. Im 19. Jahrhundert versuchte die Kolonialmacht Großbritannien Afghanistan zu annektieren um seine Kolonie Indien vor dem Konkurrenten Russland zu schützen. Erst der Frieden von Rawalpindi 1919 mit dem Vertrag von Kabul 1921 brachte dem Vielvölkerstaat, mit seinen Paschtunen, Tadschiken und Usbeken, die volle Unabhängigkeit von Großbritannien und Russland. Amir Amanullah Khan erklärte 1926 das Land zu einer Monarchie und reformierte erstmals das Land. Seine Frau legte den Schleier ab und landesweit wurden Schulen für Mädchen errichtet. Als es deshalb zu Aufständen der Stämme kam dankte der König 1929 ab und die Frauen mussten sich wieder verschleiern und die Mädchenschulen wurden wieder geschlossen.

1947 zog sich Großbritannien aus Indien zurück und hinterließ den überwiegend säkularen hinduistischen Staat Indien und den islamischen Staat Pakistan mit seiner unkontrollierbaren Grenze zu Afghanistan. Der pro-sowjetisch eingestellte General Mohammed Daoud Khan, ein Cousin von König Mohammed Zahir Schah wurde 1956 Premierminister. Er führte soziale Reformen ein, wie die Zulassung von Frauen in der Öffentlichkeit und er bat die Sowjetunion um wirtschaftliche und militärische Unterstützung, so wurden unter Nikita Chruschtschow beide Länder enge Verbündete und die westlich orientierte Verfassung von 1964 setzte die Gleichheit von Mann und Frau fest. Im Jahr 1973 stürzte Mohammed Daoud Khan König Mohammed Zahir Shah durch einen Militärputsch und überwarf sich mit seinen kommunistischen Verbündeten, worauf die Demokratische Volkspartei Afghanistan (DVPA) am 27. April 1978 gegen Präsident Mohammad Daud Khan putschte. Unter dem neuen Präsidenten Mohammad Taraki und dem stellvertretenden Premierminister Babrak Karmal kommt es zu radikalen Land- und Bildungsreformen, wie die Einführung der allgemeinen Schulpflicht und die Umverteilung des Grundbesitzes in einem der ärmsten Länder der Erde, mit einer Kindersterblichkeit von 50 Prozent und einer Analphabetenrate von 90 Prozent. Diese Reformen stießen wiederum auf den Widerstand der reaktionären, fundamentalislamistischen Kräfte Afghanistans, wenngleich diese Zeit als die goldenen Jahre von Afghanistan, vor allem für die dortigen Frauen, bezeichnet werden können. In den 1960er und 1970er Jahren konnten sich zumindest in den Städten Frauen in Miniröcken selbstbewusst auf der Straße bewegen. In dieser demokratischen Aufbruchstimmung, zwischen Westorientierung und marxistischen Bestrebungen gab es in den Städten Live Jazz und zahlreiche Musikkneipen.

Während die fundamentalislamistischen Führer und Clanchefs Ende der 1970er Jahre einen bewaffneten Aufstand auf dem Lande initiierten und die Guerillabewegung Mujaheddin gründen, um die von der Sowjetunion unterstützte Regierung zu bekämpfen, kommt es zu einem erbitterten Machtkampf innerhalb der kommunistischen Partei Afghanistans, den Mohammad Taraki und Hafizullah Amin mit dem Leben bezahlen und dem Ergebnis des neuen Premierministers Babrak Karmal. Es folgte der Bürgerkrieg zwischen islamistischen Gotteskriegern, die von der CIA unterstützt und finanziert wurden und der afghanischen Regierung, diese bat die Sowjetunion um Beistand, worauf es im Dezember 1979 zum Einmarsch der Sowjetunion kam. Unter Barbak Karmal wurden weiterhin die sozialen Projekte forciert. Krankhäuser und Schulen wurden gebaut, Mädchen konnten in die Schule gehen, die Analphabetenrate wurde gesenkt und eine Säkularisierung eingeleitet. Der Westen, vor allem die USA unterstützte nun im Verbund mit Saudi-Arabien und den restlichen islamischen Ländern die islamistischen „Freiheitskämpfer“ um Gulbuddin Hekmatyar und Osama Bin Laden mit mehrere hundert Millionen Dollar pro Jahr, damit diese mit Terrorangriffen auf afghanische Schulen und Krankenhäuser den alten Zustand wieder her bomben konnten. Über Pakistan kam die Waffenhilfe für die Dschihadisten nach Afghanistan. Gegen den asymmetrischen Krieg der Mujaheddin hatte die Sowjetarmee letztlich wenig entgegenzusetzen, nach einem militärischen Patt zogen die sowjetischen Truppen 1989 ab, nachdem der Nationalist Mohammed Nadschibullah 1986 Babrak Karmal abgelöst hat.

Die islamistischen „Freiheitskämpfer“, unterstützt von vielen islamischen Ländern sowie des Westens konnten ihren islamischen Gottesstaat errichten, nachdem die innerislamischen Kämpfe zwischen Hekmatyar, Musharraf und den Taliban beendet waren. Obwohl Nadschibullah unter dem Schutz den UN stand, wurde er von dieser ausgeliefert, dann von den Taliban gefoltert, ermordet und sein Leichnam tagelang an einem Pfahl zur Schau gestellt. Die Scharia wurde unverzüglich rigoroser denn je angewandt, Frauen standen praktisch unter Hausarrest, die Burkapflicht wurde gnadenlos durchgesetzt. In Fußballstadien wurden „Ehebrecherinnen“ öffentlich hingerichtet und Dieben wurden Gliedmaßen amputiert. Im Jahre 1999 fanden in der islamischen Republik wöchentlich öffentliche Hinrichtungen oder Amputationen im Stadion von Kabul statt.

Der Krieg der Sowjetunion in Afghanistan war in der Logik des Kalten Krieges ein Stellvertreterkrieg Ost gegen West, so war für die bürgerliche Presse und die westdeutsche Linke der Einmarsch der Sowjetunion eine Bedrohung des Weltfriedens. Die westliche Propagandamaschine lief auf Hochtouren, an vorderster Front das ZDF-Magazin, von Gerhard Löwenthal geleitet und moderiert. Die „Außenstelle“ der Mudjahedin berichte in Mainz von Giftgasangriffen und als Spielzeug getarnte Bomben gegen die afghanische Zivilbevölkerung und spielende Kinder durch die Sowjets. Gern und oft gesehener Gast war der CDU-Hardliner Jürgen Todenhöfer, der alle grünen Ökopaxe mit seiner antikommunistischen und islamistischen Propaganda in den Schatten stellte.

Mit den islamischen Siegen in Afghanistan und im Iran, sowie dem Untergang der Sowjetunion beschlossen die islamischen Gotteskrieger nun sich vermehrt den Ungläubigen des Westens zuzuwenden. Osama bin Laden gründet die Gruppe Al-Qaida und startete eine Serie von Autobomben auf die US-Botschaften von Daressalam und Nairobi mit 224 Toten und tausenden Verletzten. Am 23. Februar 1998 erklärte Osama bin-Laden in seiner Schrift „Dschihad gegen Juden und Kreuzfahrer“, dass es ihm um die Auslöschung der Juden geht. Die „Armeen der Kreuzfahrer“ verbreiteten sich auf der arabischen Halbinsel „wie Heuschrecken“, so bin-Laden. Die „Allianz aus Kreuzfahrern und Zionisten“ habe dem irakischen Volk sehr geschadet und „1 Million Iraker getötet“.  Am 11. September entführte die islamistische Terrororganisation al-Qaida vier Flugzeuge in den USA, zwei davon lenkten die Terroristen in die Türme des World Trade Centers und eines in das Pentagon bei Washington. Im vierten Flugzeug entwickelte sich ein verzweifelter Kampf zwischen den islamischen Fanatikern und den Passagieren. Der mutige Kampf der Passagiere wurde nicht belohnt, unter „Allahu akbar“ Rufen der vier Entführer stürzte das Flugzeug über dem Ort Shanksville mit 40 unschuldigen Menschen ab. Das dritte Flugzeug stürzte in das Pentagon in Arlington bei Washington, sein Flugbenzin explodierte und löste einen Großbrand aus. An dieser Stelle starben an Bord der Maschine 64 Personen, darunter die fünf Entführer und 125 Menschen im Gebäude. Die in das WTC geflogenen Jets wirkten wie große Brandbomben und brachten die Türme zum Einstürzen. Viele Menschen in den Türmen lehnten sich aus den Fenstern um noch atmen zu können, viele von ihnen stürzten sich verzweifelt in den Tod. Fünf weitere Gebäude des WTC wurden ebenfalls zerstört, ebenso vier U-Bahn-Stationen und 23 weitere Gebäude, die das WTC umgaben. Über 17.410 Menschen konnten aus den Gebäuden evakuiert werden. Knapp 3000 Menschen kamen bei den islamischen Anschlägen ums Leben.

Die Dschihadisten des 11. September waren privilegierte arabische Studenten und wie in den Abschiedsbriefen und Videos offensichtlich wurde, waren die Terroristen nicht nur der Hamburger Zelle zutiefst religiös, sie kamen aus streng religiösen Familien und waren in Deutschland in eine bereits existierende islamistische Infrastruktur, bestehend aus Moscheen, Personen und islamischen Vereinigungen, eingebunden. Unter dem Schutz der Taliban und der pakistanischen Dschihadisten koordinierte Osama bin Laden mit seinen „Freiheitskämpfern“ den Terror gegen den Westen in Afghanistan. Weil die Taliban sich weigerten ihn auszuliefern bombardierten US-amerikanische und britische Bomber die Taliban und das Al-Qaida-Netzwerk. Die SPD unter Gerhard Schröder mit den Grünen sprachen nun von „uneingeschränkter Solidarität“ und so beteiligte sich Deutschland nach dem Angriffskrieg gegen Jugoslawien ein weiteres Mal an einem Krieg, diesmal in Afghanistan. Dieselben Politiker die der Sowjetunion den „Einmarsch“ in Afghanistan vorhielten befahlen nun dasselbe.

Während der Jahre blieb Pakistan mit seiner 2.450 Kilometer langen gemeinsamen und kaum kontrollierbaren Grenze eine wichtige Drehscheibe für den islamischen Terrorismus. In den Koranschulen Pakistans wurden die Taliban-Terroristen zu Tausenden ausgebildet, ohne dass der Westen etwas dagegen unternommen hätte. Die USA waren nicht in der Lage so viele Terroristen zu töten oder gefangen zunehmen als Koranschulen radikale Prediger anwerben konnte. Was die meisten „Terrorexperten“ bis heute nicht verstehen wollen oder können, wie bei allen Richtungen des Terrorismus ist der Terror erst zu Ende, wenn seine Ideologie am Ende ist.

US-Präsident Joe Biden übernahm Trumps Afghanistan-Rückzugspläne, annullierte aber die Bedingungen, auf die sein Vorgänger noch bestanden hatte und verkündete stattdessen einen „bedingungslosen Rückzug“. Als die USA und die westlichen Verbündeten dann ihre Truppen im August 2021 aus Afghanistan abzogen, überrannten 60.000 Taliban die vom Westen ausgerüstete afghanische 260.000 Mann starke Armee innerhalb von wenigen Tagen, teilweise ohne dass ein Schuss gefallen ist. Ganz offenbar gehört der Islam zu Afghanistan und säkulare Muslime sind klar in der Minderheit. Der Islam reglementiert mit seiner Scharia nun wieder in Afghanistan den Alltag, bestimmt Politik, Justiz, Wissenschaft, Arbeit, Freizeit und Kultur.  In Afghanistan werden Frauen wieder Menschen zweiter Klasse, Andersdenkende, Oppositionelle, Ungläubige und Homosexuelle werden wieder verfolgt gefoltert und ermordet. Für die Taliban, für die Mullahs im Iran und die anderen islamischen Machthaber ist die Scharia die einzig gültige Gesellschaftsordnung. Diese „Ordnung“ wird der muslimischen Bevölkerung mit Gewalt, mit militärischen Mitteln und mit Terror aufgezwungen. Der Sieg der Taliban in Afghanistan wird Islamisten aller Schattierungen einen gewaltigen Auftrieb geben und zu weiterer Expansion ermutigen. Ein Beleg dafür waren die Gratulationen von diversen islamischen Staatsmännern und Terrororganisationen.  Die Hamas gratulierte wie viele westliche linke Antiimperialisten den Taliban zu ihrem Sieg über die Aufklärung und die USA.

Zwanzig Jahre versuchte der Westen mit militärischen Mitteln die Islamisten in Afghanistan zu bekämpfen. Die Ursache des islamischen Terrors, also die dahinterstehende Ideologie wurde zu keinem Zeitpunkt, weder in Afghanistan noch an einem anderen Ort dieses Planeten von westlichen Politikern oder in den Mainstreammedien thematisiert und kritisiert. Der Krieg in Afghanistan war nicht nur ein Bürgerkrieg, der Krieg des Islam ist ein globaler Krieg, wie die unzähligen islamischen Anschläge, nicht nur in der westlichen Welt in New York, in Brüssel, in London, in Madrid,  in Paris im Bataclan, bei Charlie Hebdo oder in Berlin gezeigt haben. Die Mullahs aus dem Iran exportieren ihren Terror in den Nahen Osten, vor allem gegen die westliche Demokratie Israels und unzählige andere islamische Terrorgruppen wie Boko Haram, wie der IS, die Hamas, die Hisbollah, die Muslimbruderschaft oder Dchihad Islami morden, foltern, quälen und unterdrücken die Menschen im jeweiligen Herrschaftsbereich, allein in Nigeria haben die Dschihadisten in den letzten10 Jahren rund 40 000 Menschen getötet und zwei Millionen, darunter 500 000 Kinder, in die Flucht getrieben.

Der politische Islam ist eine gewalttätige Ideologie, die Krieg führt gegen die Aufklärung und die westlichen Werte, wie Gleichberechtigung, Freiheit und Brüderlichkeit. Die westliche Identitätspolitik verhindert seit Jahren so gut wie jede Diskussion über die Zumutungen des Islam, jede Kritik über das Wesen und die Ziele des politischen Islam werden bewusst verhindert. Westliche Regierungen finanzieren in ihrer tödlichen Toleranz, in ihrer blinden Naivität und nicht zuletzt wegen ihres eigenen Antisemitismus den Islamismus mit Steuergeldern. Die EU finanziert beispielshalber mit Steuergeldern die antisemitischen Schulbücher der UNWRA im Gazastreifen, hunderte Millionen von EU-Euro fließen jährlich an das Erdogan-Institut für „islamfeindliche Forschung“. Islamistische Verbände wie die türkische Religionsbehörde Ditib, der „Zentralrat der Muslime“ oder Milli Görüs werden nicht verboten, sondern mit Steuergeldern durch kulturrelativistische Politiker von CDU, FDP, Grünen, Linken und SPD gefördert. Das Islamverständnis der Taliban und dieser Islamverbände hat dieselbe Tradition und der Terror der Taliban ist identisch mit dem Terror ihres Religionsgründers Mohammed. Der Nährboden der islamischen Ideologie ist Frauenverachtung, die Ablehnung säkularer Lebensentwürfe, Antisemitismus, Homophobie, die Sexualisierung von Moral, Führerkult und Machtgewinn durch Angst und Terror. Seit Jahrzenten werden in der westlichen Welt postkoloniale und postmoderne Theorien gelehrt, weshalb die überwiegende Mehrheit der Journalisten in den Mainstreammedien oder die Berater in Politik und Wirtschaft versuchen sich im Islam-Appeasement gegenseitig zu übertreffen. 

Seit kurzem ist beispielsweise bekannt geworden, dass die Islam-Apologetin Nemi El-Hassan ab Oktober das WDR-Wissenschaftsmagazin „Quarks“ moderieren wird. Nemi El-Hassan relativierte islamistische Gewalt, in dem sie den mörderischen „Dschihad“, den Kampf gegen Juden und andere Ungläubige, mit „freundlich sein“, „arbeiten“ und „geduldig sein“ übersetzte. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Nemi El-Hassan im Jahr 2014 am islamistischen und antisemitischen Berliner Al-Kuds-Marsch mit den Aufrufen zur Vernichtung Israels teilnahm.

Die antisemitische und antiimperialistische Gruppe „Marx21“ der Linkspartei veröffentlichte eine Übersetzung aus dem antizionistischen Internetportal Mondoweis in dem der Sieg der Taliban über die USA als „Wendepunkt in der Weltgeschichte“ gefeiert wird. In der Taz unterstellt ein Georg Diez den USA in Afghanistan eine „Herrschaft des Terrors“ wobei der im Westen grassierende Rassismus für den Krieg verantwortlich sei. Abgerundet wird die todbringende Farce durch den Umstand, dass Islam-Apologeten und Israel-Gegner wie Jürgen Todenhöfer nach wie vor gerngesehene Gesprächspartner in den diversen Talkshows und politischen Magazinen sind.

Zwanzig Jahre nach dem 11. September werden in Deutschland Weihnachtsmärkte mit Betonpollern und bewaffneter Polizei gesichert und gleichzeitig wird das Thema Islamismus in den Parlamenten und in den öffentlich-rechtlichen Medien mehr oder weniger totgeschwiegen. Im Namen der Religionsfreiheit predigen Salafisten in Deutschland straffrei ihren Hass gegen Ungläubige und Juden während ihre Kritiker öffentliche Auftritte nur unter Polizeischutz durchführen können. Solange westliche Regierungen und die ihnen angeschlossenen Medien mit ihren kulturrelativistischen und woken „antirassistischen“ Protagonisten, den Islam, dem seit seiner Gründung eine politische und kriegerische Agenda innewohnt, in den eigenen Ländern unterstützen, solange sie von einem „moderaten Islamismus“ halluzinieren, solange man nur die Dschihadisten kritisiert, aber nicht die theologische Quelle ihres Hasses, darf man sich über die Siege der Islamisten und ihre zukünftigen Terroranschläge nicht wundern. So sind die westlichen Islam-Apologeten mitverantwortlich für die überdimensionale Blutspur des Islamismus der letzten zwanzig Jahre, sie hatten in übertragenem Sinn ihre Hände an dem Messer das Samuel Pati den Kopf abtrennte.

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Der Kronzeuge

19. Juli 2021

Vor gut 100 Jahren wurde der österreichische Lyriker und Essayist Erich Fried am 6. Mai 1921 in Wien geboren. Erich wuchs in einer jüdischen Familie auf, sein Vater Hugo starb im Mai 1938 an den Folgen eines Verhörs durch die Gestapo. Daraufhin emigrierte Erich Fried über Belgien nach London, wo er bis zu seinem Tod 1988 lebte. Die Großmutter von Fried, Malvine wurde 1943 in Auschwitz ermordet. Eine große Bekanntheit verschaffte sich Erich Fried mit seinen Liebesgedichten und seinen Gedichten über das Leben und den Tod.

Im Jahr 1963 wurde Erich Fried Mitglied der überwiegend antizionistischen Gruppe 47 und mindestens so beliebt wie seine Liebesgedichte wurden in den entsprechenden Kreisen seine antisemitischen Gedichte. Frieds Gedichtband „Höre, Israel!“, der nach dem zentralen Glaubensbekenntnis des Judentums „Sch‘ma Israel“ benannt ist, kann heute als Paradebeispiel für linken Antisemitismus angeführt werden: „Wollt jetzt wirklich ihr die neue Gestapo sein die neue Wehrmacht die neue SA und S.S. und aus den Palästinensern die neuen Juden machen? Ihr Hakenkreuzlehrlinge, ihr Narren und Wechselbälge der Weltgeschichte, denen der Davidstern auf euren Fahnen sich immer schneller verwandelt in das verfluchte Zeichen mit den vier Füßen, das ihr nun nicht sehen wollt, aber dessen Weg ihr heut geht!“

Erich Fried war beseelt von seiner Agitation gegen Israel. Noch wenige Monate vor seinem Tod am 6.9.1988 äußerte sich Fried in der „Hamburger Morgenpost“ zu den Anti-Israel-Parolen der besetzten Häuser in der Hafenstraße, wenige Tage zuvor hatte in der Zeitung der jüdische Autor Michel R. Lang dagegen protestiert: „Natürlich ist es traurig und bitter, wenn in Hamburg an den Häusern der Hafenstraße stehen muss ‚Boykottiert Israel‘. Gewiss, man denkt dabei an die Schand-Nazi-Losung ‚Kauft nicht bei Juden‘. Aber, Hand auf’s Herz, wer denkt bei den Verbrechen der israelischen Regierung gegen die Palästinenser nicht auch an die Nazi-Verbrechen gegen die Juden? Solange das nicht aufhört, sind diese Losungen leider notwendig und richtig.“

1975 hat Erich Fried in der „Frankfurter Rundschau“, unter Berufung auf seinen durch die Gestapo ermordeten Vater, in einem offenen Brief den Auschwitzüberlebenden und KZ-Häftling von Speers „Betriebs“ Dora-Nordhausen, Jean Améry kritisiert, weil dieser den NS-Rüstungsminister Speer öffentlich aufgefordert hatte, „sich aus purer Dezenz Schweigen zu gebieten“ und im Stillen zu sühnen. Fried belehrte Amery in einem offenen Brief, um Menschlichkeit, Recht und Gerechtigkeit stünde es „heute in der Bundesrepublik leider nicht so gut, dass wir irgendeinem Menschen raten sollten, nur in Einsamkeit zu bereuen und zu sühnen.“

Erich Fried war nicht nur bestimmten Alt-Nazis wohlgesonnen, er war auch ein großer Freund von Horst Mahler und vor allem Ulrike Meinhof und der RAF. In seinem Gedicht „Die Anfrage“ jammert Fried über die hohen Haftstrafen der RAF.  Erich Fried schrieb weiter in seinem Gedicht „Die Anfrage“: „Mit Verleumdung und Unterdrückung und Kommunistenverbot und Todesschüssen in Notwehr auf unbewaffnete Linke gelang es den Herrschenden eine Handvoll empörter Empörer Ulrike Meinhof Horst Mahler und einige mehr so weit zu treiben dass sie den Sinn verloren für das was in dieser Gesellschaft verwirklichbar ist. Was weiter geschah war eigentlich zu erwarten: Wieder Menschenjagd Wieder Todesschüsse in Notwehr die bekannten Justizmethoden die bekannten Zeitungsartikel und die Urteile gegen Horst Mahler und gegen Ulrike Meinhof …“ Ulrike Meinhof, die ihren Gefängnisaufenthalt mit Auschwitz verglich, die die bestialische Ermordung der israelischen Sportler 1972 duch palästinensische Terroristen rechtfertigte, die Mosche Dajan mit Himmler gleichsetzte, verherrlichte Erich Fried bei ihrer Beerdigung  als die „Rosa Luxemburg unserer Tage“ und als „größte deutsche Frau seit Rosa Luxemburg“. Die Erschießung von Georg von Rauch bezeichnete Fried in einem Leserbrief an den Spiegel als „Vorbeugemord.“ Wie in den Bekennerschreiben der RAF setzte Erich Fried in seinen Gedichten das NS-Regime und die USA gleich. Die Vernichtung der Juden war in Frieds Gedichten eine persönliche Angelegenheit Hitlers und wie in den RAF-Bekennerschreiben relativierte Fried mit seinen USA- und Israel-Gleichsetzungen die NS-Verbrechen.

Neben den Kadern der RAF freundete sich Erich Fried 1983 mit dem Anführer der damaligen Neonazi-Szene Michael Kühnen an, der den Holocaust leugnete, Adolf Hitler verehrte und sich offen zum Nationalsozialismus bekannte. Kühnen gründete mehrere militante rechtsextreme Gruppierungen und im 2. Golfkrieg wollte er an der Seite des Iraks gegen die USA kämpfen. Nach einer geplatzten Talksendung, in der Kühnen ein und ausgeladen wurde, besuchte der jüdische Lyriker Kühnen stundenlang im Gefängnis. Anschließend diskutierten der linke Antizionist und der fanatische Rechtsextremist in 16 Briefen in ernsthaftem, aber sehr freundschaftlichem Ton unter anderem darüber, ob Frieds Großmutter tatsächlich in Auschwitz ermordet wurde. Fried war begeistert vom Holocaustleugner Kühnen, verständig, väterlich bagatellisierte er jede Gemeinheit als Irrtum und jedwede Niedertracht als bloße Unachtsamkeit. In der „Frankfurter Rundschau“ protestierte Fried als “linker Schriftsteller, Kind jüdischer Eltern und Flüchtling vor Hitler“ gegen die Verurteilung des Neo-Nazis Michael Kühnen zu vier Jahren Haft. Das Urteil war laut Fried ungerecht und zeuge von einem Mangel an Feindesliebe, „diesen meines Erachtens subjektiv ehrlichen und keineswegs eingefleischt bösartigen jungen Menschen unbedenklich zum Verbrecher zu stempeln“. Darüber hinaus bot Fried Kühnens Verteidiger an, vor Gericht als „Charakterzeuge“ zugunsten des antizionistischen Rechtsextremisten auszusagen. Der „taz“ teilte Fried mit, Kühnen habe ihn „positiv beeindruckt“, indem er sich „für die SA, aber nicht für die SS“ ausgesprochen habe. Nach seiner Haftentlassung ließ sich Kühnen erneut zum „Führer“ der FAP ausrufen und seine „Antizionistische Aktion“ bekannte sich nach wie vor offen zum nationalsozialistischen Vernichtungsantisemitismus: „Ohne Lösung der Judenfrage, keine Erlösung der Menschheit.“ Erst Kühnens Homosexualität brachte seiner Organisation schon im Gefängnis einen ersthaften Richtungsstreit und nachdem Kühnen 1991 an den Folgen seiner Aids-Erkrankung verstarb lösten sich die Kameraden auf und suchten Unterschlupf in anderen rechtsextremen Verbindungen.

Neben seinem Hass auf den demokratischen Staat Israel, seiner Solidarität für diverse Terroristen aus der RAF war Erich Fried mit seiner skurrilen Parteinahme für Neonazis und seiner Großherzigkeit Ex-Nazis gegenüber, ein Musterbeispiel für jüdischen Selbsthass und linken Antisemitismus. Die Liste jüdischer Selbsthasser ist freilich sehr lange. Jüdische „Israelkritiker“ wie beispielsweise Noam Chomsky, Moshe Menuhin, Felicia Langer, Ilan Pap­pe oder Norman Finkelstein sind in Deutschland so populär weil sie den hiesigen Antisemiten als Kronzeugen dienen. Der russisch-jüdische Apostat Jakow Brafman (1824-1879) war Autor des antisemitischen Machwerks von 1869 „Das Buch vom Kahal“. Die jüdische Minisekte Neturei Karta demonstrierte mit Gleichgesinnten im Jahr 2011 in Berlin beim antisemitischen Aufmarsch zum Al Quds-Tag. Beispielshalber setzte sich Noam Chomsky, der Sohn des jüdischen Hebraisten William Chomsky  für den Holocaustleugner Faurisson ein ( „Ich sehe keine antisemitischen Implikationen darin, die Existenz von Gaskammern oder selbst des Holocaust zu bestreiten). Chomsky hält es außerdem für ausgemacht, „dass die Sharon-Regierung ein einziges riesiges Labor zur Züchtung des Antisemitismus-Virus darstellt”. Die Tochter des ehemaligen Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland Evelyn Hecht-Galinski phantasierte von der „Ausrottungspolitik des jüdischen Apartheid-Staates.“

Erich Frieds Hass gegen Israel war grenzenlos, was nicht nur der Band „Höre Israel“ eindrucksvoll belegt. Seine Kumpanei mit den mörderischen antisemitischen Terrorbanden der PLO ging so weit, dem Staat Israel seine Existenzberechtigung abzusprechen und das demokratische Israel mit dem „Dritten Reich“ gleichzusetzen. In einem TAZ-Interview halluzinierte Fried, er glaube, dass „ein Staat Israel, der Bürger verschiedener Rechtsstufen postuliert, eben so wenig Daseinsberechtigung hat wie das Dritte Reich“.

Dazu schrieb Hendryk M. Broder vor vielen Jahren im Spiegel: „Ein leibhaftiger Jude, ein Opfer des Hitlerfaschismus gar, der als Kronzeuge für die »Verbrechen des Zionismus« auftritt, der von Theodor Herzl sagt, er habe mit seinem „Judenstaat“ das Vorbild für Hitlers „Mein Kampf“ geliefert der von der „Nachahmung faschistischer Verhaltensweisen durch Zionisten“ spricht und dabei nur eine Abweichung anerkennt: „Im Unterschied zu den Nazis haben die Israelis bis jetzt keine Gaskammern gebaut“ – ist genau der Alibi-Jude, den eine marode Gesellschaft braucht, um ihre eigene Vergangenheit von den Opfern, die sie produziert hat, bewältigen zu lassen. … Frieds Großherzigkeit Ex-Nazis gegenüber kann vermutlich nur mit der Psychopathologie eines Opfers erklärt werden, das sich, aus Furcht vor weiterer Viktimisierung, vorbeugend bei den Tätern anbiedert. Wenn er sie als gute, besserungsfähige Menschen anerkennt, dann werden sie ihn, so hofft es in ihm, beim nächsten Aufräumen aus Güte und Einsicht verschonen.“

Mit Michael Kühnen und Ulrike Meinhof und Horst Mahler, die mit den Terrorbanden der PLO paktierten, verband Erich Fried, neben der Gegnerschaft zur bestehenden Ordnung vor allem der Hass auf den jüdischen Staat Israel. So ist es keine Wunder, dass für heutige Gegner Israels Erich Fried der perfekte jüdische Kronzeuge ist. In den Großstädten Deutschlands finden deshalb immer wieder antizionistische Happenings mit Lesungen von Frieds „Höre, Israel!“ statt. Eine Gesellschaft die zuerst alles unternimmt um die Juden zu vernichten und dann darüber wacht, dass die überlebenden Juden nicht rückfällig werden, braucht den antisemitischen Juden als „Alibi, Kronzeugen und Projektionsgestalt“ und der überlebende Jude glaubt vermutlich, dass er „bei der nächsten Zugfahrt einen Fensterplatz“ bekommt (H.M. Broder). Was früher der Übertritt zum Christentum war, das ist heute die Konversion zum “Antizionismus.”

Der großartige österreichische Schriftsteller und Auschwitzüberlebende Jean Améry, der Erich Fried intellektuell und moralisch um Lichtjahre überlegen war, erkannte sehr früh. dass der Antisemitismus im Antizionismus enthalten sei „wie das Gewitter in der Wolke“. Améry, der bereits 1977 den Regionalismus als Ideologie- und Ersatzrevolution demaskierte, der, als es die Grünen noch nicht gab, konstruierte „Identitäten“ und „Kulturen“ als gefährliche Ideologie demaskierte, erkannte als einer der ersten, dass es zunehmend die Linke war, die begann, Positionen zu vertreten, die ehemals der extremen Rechten eigen waren. Wenn sich also heutige postkoloniale Pseudolinke, autonome Regionalisten, Marburger Bibelkreise, begeisterte TAZ-Leser und taube Deutschlandfunk-Hörer mit islamischen Antisemiten für den Antizionismus eines Erich Fried begeistern, sei ihnen ins Stammbuch geschrieben was der Auschwitzüberlebende Jean Améry diesem Antizionisten am 26.10.1975 geantwortet hat. Vermutlich hat Erich Fried Amérys Feststellung von der Mitschuld der linken Antizionisten am Genozid einfach nur überlesen:

„Lieber Erich Fried:

Es ist an mir, Ihnen zu danken für den Offenen Brief, den Sie in der FR in Sachen Speer an mich richteten, denn er gibt mir Gelegenheit zu mancher Klärung….

Enger: ich spreche aus dem Hause, eben, wie ich es sagte, als einstiger „persönlicher Angestellter“ des widrigen Mannes, der als Rüstungsminister vollverantwortlich war für alles, was in nazideutschen Rüstungsbetrieben vor sich ging, der also, was immer er heute beteure, selbstverständlich hat wissen müssen, auf welch grausame Weise Hunderttausende in seiner „Schwertschmiede“ zugrunde gingen, der übrigens, wenn die damals umlaufenden Gerüchte stimmen, eben das KZ Dora-Nordhausen (Herstellungsbetrieb der V1- und V2-Waffen) häufig besuchte, u. a. in gerade jenen Tagen, da ich selber dort die Kameraden zuhauf sterben sah. …

Weiter: im Gegensatz zu Ihnen habe ich nicht die BRD im Auge, die mich im Grunde nicht gar so sehr interessiert, von der ich zudem ohnehin weiß, daß sie die Schlächter zart behandelt. – Was ich sehe, was mich bewegt und aufrührt, das ist die weltweite Rehabilitierungswelle, die alle Erinnerungen an Nazismus, Faschismus, Collaboration, Denunziation wegzuschwemmen schon im Begriffe steht….

Herr Speer bereut aufs Lukrativste. Das ist zum Übelwerden, denkt man an jene, die er vernichtete, denkt man aber auch an eine heranwachsende europäische Jugend, die infolge eben solcher Reue-Selbstgefälligkeiten sich am Ende sagen muss, nun ja, so gehe es eben zu in der Welt, Punktum. Und im Film „Portier de nuit“ wird der Nazisadismus zum Faktor sexueller Emanzipation – welch himmelschreiendes Durcheinander von stupider Ignoranz, bewusster Niedertracht, Selbstbemogelung, Merkantilismus, verächtlicher Streberei! …

Ich bin, abstämmig aus Vorarlberg, aufgewachsen in Ober-Österreich, katholisch erzogen, vom Zionismus zumindest ebenso weit entfernt wie Sie. Das ideologisch inspirierte Hora-Tanzen erscheint mir immer noch etwas blöder als der Erzherzog-Johann-Jodler und das Schuhplatteln. Jedennoch: ich stehe in der gegebenen Situation für Israel ein, ungeachtet der rabbinischen Ehegesetze, gegen die alles in mir sich sträubt, ungeachtet auch anderer theokratischer Ärgernisse, die nur noch lächerliche Rückzugsgefechte gegen eine unaufhaltsam fortschreitende Aufklärung sind. Ich stehe, sage ich, ein für Israel, denn in diesem Staate wehrt sich ein Häuflein Verzweifelter gegen eine Welt, in der sich die multinationalen Konzerne mit den neomarxistischen Denkspielern und verwirrten Gewalttätern aufs Herrlichste einig sind. Die sich missverstehende „Linke“, die nicht aufmuckt gegen den grässlichen Gorilla von Uganda, noch gegen den fanatisierten Religionswahnsinnigen Ghadafi, ist allerweilen bereit, „nationale Befreiungsbewegungen“ von der IRA bis zu den bretonischen Autonomisten, jubelschreiend zu begrüßen. Nur wo es sich um die Juden und um Israel handelt, da wird eine für einmal authentische Bewegung einer ewig gemarterten Minorität, die endlich ihre Emanzipation erringen will, zum „Imperialismus“, möglichst zum „verbrecherischen“. Über den Un- und Schwachsinn! Als ob die Israelis sich ihren einzigen „Alliierten“, den sie erleiden müssen und der seinerseits nicht zögern wird, sie zu ihm passender Zeit fallenzulassen, ausgesucht hätten!           .

Dass der Anti-Zionismus, von dem Hans Mayer in seinem Buch „Außenseiter“ so treffend gesagt hat, er sei nichts als anderes als ein Betreiben zum allgemeineren Judenhass, in der Tat verschämt-unverschämter Antisemitismus ist, wissen auch Leute wie Sartre und Mme. Simone de Beauvoir. „Was der Antisemit wünscht und vorbereitet ist der Tod des Juden“, sagte Sartre einst in den „Reflexions“, – Dabei ist es geblieben: und die „antizionistische“ Linke macht sich schon jetzt mitschuldig am Genozid. ..“

Quellen: Erich Fried, Gedanken in und an Deutschland. Essays und Reden | Erich Fried, Höre, Israel. Gedichte und Fußnoten | Jean Amèry Werke Band 7 Aufsätze zu Politik und Zeitgeschichte | Theodor Lessing, Der jüdische Selbsthass | Arno Lustiger, Kurzer Lehrgang über den Selbsthass | Henryk M. Broder, Trauerarbeit vom lyrischen Fließband | Ulrike Meinhof, „Rote Armee Fraktion – Die Aktion des Schwarzen September in München – Zur Strategie des antiimperialistischen Kampfes

Ebenfalls veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Der Terror von Würzburg und der Kniefall von Wembley

30. Juni 2021

Im Münchner Abkommen von 1938 einigte man sich darauf, dass die Annektierung von Teilen der Tschechoslowakei durch Nazi-Deutschland toleriert wird. Kurz zuvor, am 14. Mai 1938 spielte die englische Nationalmannschaft gegen Deutschland in Berlin vor 110.000 Zuschauern. Als die deutsche Nationalhymne gespielt wurde, hoben auch die englischen Spieler ihren Arm, um den Hitlergruß zu zeigen.

Jahrzehnte später, am 29. Juni 2021 solidarisierten sich die Fußballer Englands und Deutschlands mit einem gemeinsamen Kniefall im EM-Achtelfinale in Wembley, vor einem Millionenpublikum, vor dem Anstoß mit der antisemitischen „Black Lives Matter“-Bewegung, die sich gegen angeblichen und tatsächlichen Rassismus wendet.

Black Lives Matter“ wurde 2013 von drei schwarzen Aktivistinnen in den USA gegründet. Die BLM-Mitgründerin Patrisse Cullors war 2015 Unterzeichnerin der Erklärung „Black for Palestine“. Darin werden „Solidarität mit dem palästinensischen Kampf um Befreiung“ und ein Ende von Israels „Besatzung Palästinas“ gefordert. Außerdem wird um Unterstützung für die Boykottbewegung BDS geworben.  Am 1. August 2016 publizierte BLM eine Programmschrift, in der man uneingeschränkte Unterstützung für die „Befreiung Palästinas“ und für BDS sowie die Ablehnung des „Apartheidstaats Israel“ erklärte.

Nach dem Tod des kleinkriminellen Afroamerikaners George Floyd bei seiner Verhaftung durch einen Polizisten Ende Mai in Minneapolis flammten BLM-Proteste massiv auf, es kam zu Verwüstungen und Morden, auch an schwarzen Polizisten durch die Aktivisten. Im Verlauf der Proteste war der Hass auf Juden dieser Bewegung nicht zu übersehen, denn unzählige Synagogen und jüdische Einrichtungen wurden angegriffen und entsprechende Hassgesänge waren zu hören.

In Los Angeles wurden jüdische Geschäfte zerstört und geplündert und die Statue des schwedischen Judenretters Raoul Wallenberg (1912-1947) geschändet. Viele Synagogen wurden beschädigt und mit „Free Palestine! Fuck Israel!“ besprüht.  Bei Demonstrationen beispielsweise in Washington kam es zu Hasschören gegen den „Kindermörder“ Israel. BLM-Aktivisten behaupten israelische Polizisten hätten die „Methode“ gelehrt, an der George Floyd bei seiner Verhaftung gestorben sei. In Paris schwenkten BLM-Demonstranten auf einer „Antirassismus-Kundgebung“ Palästinenserflaggen und zeigten Plakate mit den Aufschriften „Israel, Laboratorium der Polizeigewalt“, „Wer ist der Terrorist?“, „Palästina den Palästinensern! Boykottiert Israel“. Über den Place de la République scholl wie in den letzten Jahren immer häufiger der Ruf „Dreckige Juden!“.

„Black Lives Matter“ sind neben ihrem Boykott gegen Israel auch von den Ideen schwarzer rassistischer Gruppen beeinflusst wie der „Nation of Islam“. Deren Führer Louis Farrakhan lobte in seinen Reden Adolf Hitler, warnte Juden zynisch vor den Öfen der Konzentrationslager und behauptete, die Juden steckten sowohl hinter den Anschlägen vom 11. September als auch dem Holocaust. Die „Nation of Islam“ publizierte eine dreibändige pseudowissenschaftliche Studie mit dem Titel „The Secret Relationship Between Blacks and Jews“, in der neben anderen Lügen behauptet wird, Juden hätten den transatlantischen Sklavenhandel überproportional dominiert und steckten hinter einer Wiedergeburt des Ku-Klux-Klan.

Tamika Mallory, eine große Anhängerin von Farrakhan, spricht regelmäßig auf BLM-Demonstrationen, genau wie der der Rapper und Farrakhan-Anhänger Ice Cube, der seit Jahren die BLM-Bewegung unterstützt. In diesen Reden wird vor einem begeisterten Publikum von der jüdischen Weltverschwörung halluziniert. Auf den BLM-Demonstrationen von 2020, unter anderem auch in Deutschland, waren Bilder von Antisemiten wie Malcolm X und Louis Farrakhan zu sehen

Wenige Tage vor dem antisemitischen und islamistischen Kniefall von Wembley, am 25. Juni 2021 ermordete ein islamischer Terrorist aus Somalia, ein abgelehnter Asylbewerber mit subsidiären Schutzstatus, unter Allahu Akbar-Rufen, drei Frauen, Christiane H., Johanna H. und Steffi W. bestialisch mit seinem Messer und verletzte weitere Frauen zum Teil lebensgefährlich. Passanten, darunter ein Asylbewerber aus dem Iran konnten den Terroristen in Schach halten und weitere Morde verhindern. Bei seiner Festnahme meinte der Dschihadist er hätte mit seinen Mordtaten seinen „Dschihad“ verwirklicht.

Die Frauenmorde von Würzburg waren keine willkürlichen Morde, es gab ein ideologisches, ein islamistisches Motiv. Das Messer oder das Schwert hat in der Dschihadisten-Ideologie eine besondere Bedeutung, wie die Fahnen des IS oder diverser muslimischer Länder belegen. Samuel Paty, der von einem islamischen Gotteskrieger mit dem Messer auf offener Straße enthauptet wurde war eines der vielen weiteren Opfer dieser Ideologie. Die Hinrichtung mit einem Messer ist genau das was Mohammed seinen Feinden angetan hat. Die Enthauptung ist die ultimative Strafe für Ungläubige, die Ungläubigen sollen in Angst und Schrecken versetzt werden. Der Islam nimmt mit seiner Ideologie den Mördern die Schuld und rechtfertigt die Gräueltaten als gottgewollt.

Wie immer nach islamistischen Morden vermeiden Politiker und die öffentlich-rechtlichen Medien den islamischen Zusammenhang des Terrors zu benennen oder sie schweigen zu den grausamen Frauen-Morden komplett. Unmittelbar nach der Tat verharmloste Regierungssprecher Steffen Seibert den Terrorismus von Würzburg trotz der eindeutigen Hinweise und twitterte von einem „Amokläufer“ dessen „entsetzliche Tat“ sich gegen „jede Menschlichkeit und jede Religion“ gerichtet habe. Erwartungsgemäß zeigte sich auch Bundespräsident Steinmeier „erschüttert“: „Der Täter hat mit äußerster Brutalität gehandelt. Für diese menschenverachtende Tat wird er durch den Rechtsstaat zur Verantwortung gezogen“ Auch der Erlanger Grüne und ZMD-Landesvorsitzende Mohamed Abu El-Qomsan wollte die Tat von Würzburg als Amoklauf sehen und wer etwas anderes behauptet sei ein „Hetzer“.

Zu konstatieren gilt wieder einmal, nach den rechtsextremen Morden von Hanau tobte ein zurecht orkanartiger Sturm der Entrüstung und Empörung durch Politiker und Journalisten in ARD, ZDF und in den Mainstreammedien, während nach den islamischen Morden von Würzburg wie immer absolute Windstille herrschte. Winston Churchill kritisierte die Appeasement-Politik von Neville Chamberlain, er wurde nicht gehört, das Ergebnis ist bekannt. Seit Jahren werden Politikwissenschaftler wie Hamed Abdel-Samad, der die Appeasement-Politik gegenüber dem Islamismus beanstandet, ignoriert. Zu den unzähligen Morden, Vergewaltigungen und Gewalttaten in Europa durch Islamisten, kommen nun die Opfer von Würzburg hinzu und sie werden nicht die letzten sein.

In Wembley gab es weder eine Schweigeminute für die Opfer von Würzburg, noch trugen die Spieler schwarze Armbinden. Im Gegenteil, mit dem Kniefall von Wembley, dem Symbol der islamistischen und antisemitischen Black Lives Matter-Bewegung, bezeugte die DFB-Auswahl ihr Appeasement gegenüber dem islamischen Terror, dem Islamismus mit seiner Frauenfeindlichkeit und seinem ausgeprägten Hass auf die Juden.  Mit ihrem gutgemeinten Appeasement liegt die DFB-Elf, mit ihrem Sponsor Qatar Airways, wie vor vielen Jahrzenten, voll auf Regierungslinie. Im Gegensatz zu Deutschland wird in den Medien von Frankeich und in England der Islamismus und der Antisemitismus der BLM-Bewegung kritisch thematisiert, weshalb beispielsweise die englischen Fans regelmäßig während der Kniefälle ein Pfeifkonzert anstimmen.

Sympathisanten oder Verharmloser des Islamfaschismus sind ein Angriff auf die Zivilisation und auf die Werte der Aufklärung. Die Symbolik des Kniefalls kommt aus der Religion und im Islam wird ausschließlich auf den Knien gebetet. So symbolisiert der Kniefall von Wembley die Unterwerfung großer Teile der deutschen Bevölkerung gegenüber dem Islam. Die Regenbogenbinde von Manuel Neuer repräsentiert nicht Vielfalt, sondern Einfalt, angesichts der unzähligen Homosexuellen die im Namen des Islam ermordet wurden. Das identitäre antisemitische Weltbild der postmodernen „antirassistischen“ Pseudolinken scheint jedenfalls im Mainstream endgültig angekommen zu sein.

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Die Einsamkeit Israels und das Bündnis der Judenfeinde

17. Mai 2021

Vor über einer Woche begann wieder einmal ein Angriffskrieg der Hamas, des Islamischen Dschihad und der Hisbollah gegen Israel. Aus dem Libanon und aus dem Gazastreifen wurden bisher über 3000 Raketen auf die israelische Zivilbevölkerung abgeschossen. Das israelische Abwehrsystem Iron Dome kann maximal neunzig Prozent der Raketen abfangen, so kommt es zu vielen Toten, Zerstörungen und ständigen Raketenalarmen in ganz Israel. Finanziert und koordiniert werden die Bombenpogrome gegen die Juden vor allem vom islamfaschistischen Iran, aber auch mit den Hilfsgeldern der EU und Deutschlands an die mit der Hamas verbandelte UNWRA, dem UN-Hilfswerk, das ausschließlich für die Palästinenser geschaffen wurde. Den größten Anteil an den 773 Millionen UNRWA-Euro im Jahr 2020 hatte Deutschland mit 173 Millionen Euro, gefolgt von der EU mit 157 Millionen Euro.

Um seine Einwohner zu schützen bombardiert Israel als Reaktion auf die Aggression die Raketenabschussbasen der Terroristen. Die Islamisten missbrauchen ihre Bevölkerung als menschliche Schutzschilde, lagern ihre Waffenarsenale in Wohngebieten, in UNWRA-Gebäuden und benutzen die Dächer von Schulen, UNRWA-Gebäuden und Krankenhäusern als Abschussorte für ihre Raketen, weshalb, trotz aller Vorsicht der israelischen Armee, auch Zivilisten im Gazastreifen ums Leben kommen.

Nach tausendfachem Raketenbeschuss kündigte Israel Mitte der Woche eine Bodenoffensive an, am 13. Mai twitterte die IDF: „Luft- und Bodentruppen der IDF greifen derzeit im Gazastreifen an.“ Nicht nur die ausländischen Medien, auch die Hamas fiel auf die Finte herein. Die erste Reihe der Terroristen zog sich in ihr Tunnelsystem zurück von wo aus sie die israelischen Soldaten angreifen wollten. Darauf bombardierte die israelische Luftwaffe das Tunnelsystem und schickte hunderte Antisemiten zu ihren 72 Jungfrauen. Alleine mit dieser Aktion wurden vielen palästinensischen und israelischen Zivilisten das Leben gerettet, wofür der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz den Friedensnobelpreis verdient hätte.

Jedem anderen Land dieses Planeten würde es zugestanden seine Bevölkerung zu schützen und sie zu verteidigen, nicht aber Israel. Die Berichterstattung in den deutschen Medien strotzt nur so vor Halbwahrheiten und Verzerrungen. Wie in jedem der vielen Kriege gegen Israel gibt es von offizieller Seite zwar formelle Israel-Solidaritätsbekundungen und Sonntagsreden über den Kampf „gegen jeden Antisemitismus‘“, die allerdings alle substanzlos sind, auch weil eine Äquidistanz signalisiert wird gegenüber dem Angriffskrieg der Islamisten und den Verteidigungsmaßnahmen Israels. Die einseitige Berichterstattung vor allem von 3Sat, der ARD oder Arte wird getoppt von einem Interview im ZDF mit der Hamas-Apologetin Helga Baumgarten, die unwidersprochen den Islamisten zugestand: „Nicht nur ihr dürft uns totschießen, auch wir [die Hamas] haben das Recht, uns zu wehren.“ Nach solchen Sendungen muss man sich nicht wundern, wenn der antisemitische Mob sich zum Verbrennen von Israel-Fahnen und Attacken gegen Synagogen ermutigt fühlt.

Wenige Jahrzehnte nach dem Holocaust treffen sich tausende junge Männer mit Migrationshintergrund und ihren verschleierten Frauen, mit Türkei- Palästina- und Iranfahnen auf den Straßen von Wien, Bochum, Gelsenkirchen, Leipzig bis Berlin, auf denselben Straßen wo vor über 70 Jahren die Juden in ihre Vernichtungslager deportiert wurden und skandieren: „Kindermörder Israel“, „Judenschweine“, fordern „Freiheit für Palästina vom Fluss bis zum Meer“, „Intifada bis zum Sieg“, also bis zur Auslöschung des jüdischen Staates“, setzen sich unter „Allahu Akbar“-Rufen für die Bombardierung von Tel Aviv ein, werfen Steine auf Synagogen und verbrennen Israelfahnen. Große Polizeiaufgebote begleiten den elenden antisemitischen Mob. Wer aber meint die antisemitischen Hetzer würden alle festgenommen, angezeigt oder wenigstens die Personalien aufgenommen irrt sich gewaltig. Die schwersten antisemitischen Ausschreitungen werden beispielsweise von der Tagesschau systematisch verschwiegen und verharmlost, in dem sie meldet: „Viele Teilnehmende wollten deutlich machen, dass sie Gewalt in Nahost verurteilen“ Die leeren und folgenlosen Worte von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, der dem iranischen Regime regelmäßig zur islamischen Revolution gratuliert und Kränze vor islamischen Terroristen ablegt, „nichts rechtfertigt Bedrohung von Juden in Deutschland“ sind der Gipfel an Heuchelei.

Während alle möglichen islamischen Organisationen von der DITIB, Islamic Relief und Ansaar International bis zu den Muslimbrüdern in Europa Spenden für den Terror der Islamisten sammeln, outen sich diverse millionenschwere muslimische Fußballer von Mohamed Salah, Mesut Özil über Franck Ribery bis zu diversen Bundesligaspielern als Unterstützer für die Hamas und des Islamischen Dschihad. So postete Amin Younes von Eintracht Frankfurt auf Instagram: „Du musst kein Muslim sein, um Gaza zu unterstützen, sondern nur ein Mensch“. Amin Younes wurde noch vor kurzem für seinen „Antirassismus“ gefeiert, nach seinem Tor gegen Bayern München lief er zur Sei­ten­linie und hielt ein Shirt hoch, auf dem der Name und das Kon­terfei von Fatih Sara­çoğlu zu sehen war, der in Hanau von einem Rechtsradikalen erschossen wurde. Amin Younes ist ein Beispiel von unzähligen, dass der Antisemitismus die andere Seite des „Antirassismus“ ist. Dass der „antirassistische“ Verein Eintracht Frankfurt nicht das Geringste gegen Amin Younes unternimmt ist der aktuellen Geisterzeit geschuldet. In dem Zusammenhang ist es müßig zu erwähnen, dass sich dieselben Leute die sich über das Wort „Zigeunersauce“ echauffieren zum aktuellen islamischen Antisemitismus auf Deutschlands Straßen nichts zu sagen haben, ihr Schweigen ist ohrenbetäubend.

Die Klima-Aktivistin Greta Thunberg belegte auf Twitter ihre Solidarität mit den islamischen Antisemiten, indem sie einen Beitrag der kanadischen Israel-Boykotteurin Naomi Klein teilte, in dem diese Israel „ein Kriegsverbrechen nach dem anderen“ vorwirft und mit dem Hashtag „GazaUnderAttack“ ihrem Hass auf Israel freien Lauf lässt. Die Raketenangriffe auf israelische Zivilisten erwähnen die beiden Klima-Aktivistinnen naturgemäß mit keinem Wort. Die Jugend-Organisation „Fridays For Future“, die offenbar wie Greta Thunberg oder Naomi Klein keinerlei Probleme mit brennenden Autoreifen und dem Feinstaub der tödlichen Hamas-Raketen haben teilten auf ihren Accounts eine Serie von Instagram-Inhalten, die allesamt auf palästinensische Propaganda-Portale verweisen. So teilt „Fridays For Future“ die Seite „Palestinian Youth Movement“, mit einer Palästina-Karte ohne Israel, dem Judenstaat wird so das Existenzrecht abgesprochen.

In einer Podiumsdiskussion saß ein fanatischer Iranregimefreund neben der grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und dem grünen Co-Chef Robert Habeck und ließ seinem Hass gegen Israel freien Lauf und verteidigte den Iran bedingungslos, er behauptete beispielsweise im Iran werden keine Schwule erhängt. Anstatt den Lügen des Iran-Apologeten zu widersprechen, setzte Baerbock und Habeck den Iran und Israel auf eine Stufe. Einer der negativen Höhepunkte war Baerbocks Aussage: „Wenn Du sagst, da im Iran gibt es keine Erhängung von Schwulen, nehme ich das erst mal so hin“. Dem jüdischen Staat schulde Deutschland laut Baerbock und Habeck lediglich wegen seiner Vergangenheit Solidarität. Wie wertlos alle solidarischen Aussagen sind, macht Baerbock in einem Interview mit Thilo Jung klar, als sie meinte: „Für uns ist klar: Keine Waffenexporte in Krisengebiete.“ Der Interviewer: „Keine Waffenexporte an Staaten, die Völkerrecht brechen? Die Saudis, Israel?“ – „Genau, sagen wir nein zu“ – „Israel?“ – „Sagen wir auch: In Krisenregionen soll man keine U-Boote liefern, die dann umgerüstet werden können.“

Als die Grünen zu ersten Mal 1998 in der Regierung waren, kam es zum Tabubruch mit dem ersten Angriffskrieg, gegen Jugoslawien, nach 1945. Mit der kommenden Regierungsbeteiligung von Baerbock und Co. ist ein weiterer Tabubruch, nämlich deutsche Soldaten gegen Israel, nicht mehr völlig unmöglich. Die Ansichten der Grünen, aber auch der Linkspartei oder großer Teile der SPD erinnern an den großen Publizisten Eike Geisel, der vor vielen Jahren treffend analysierte:

„Im Namen des Friedens gegen Israel zu sein, ist etwas Neues. Denn dieses Ressentiment hat alle praktischen und politischen Beweggründe abgestreift. Dieser neue Antisemitismus erwächst weder aus niedrigen Instinkten noch ist er Ausfluss ehrbarer politischer Absichten. Er ist die Moralität von Debilen. Das antijüdische Ressentiment entspringt den reinsten menschlichen Bedürfnissen, es kommt aus der Friedenssehnsucht. Es ist daher absolut unschuldig, es ist so universell wie moralisch. Dieser moralische Antisemitismus beschließt die deutsche Wiedergutwerdung insofern, als sich durch ihn die Vollendung der Inhumanität ankündigt: die Banalität des Guten.“

Der israelbezogene Antisemitismus ist längst nicht mehr nur bei der extremen Linken, der extremen Rechten oder den Grünalternativen zu finden, er ist längst im Mainstream angekommen. Der “Otto-Normalvergaser“ (Eike Geisel) entleert sich in den sozialen Medien und in den diversen Internetforen mit Halluzinationen gegen Israel wie: „ als würde hier einer eine akribische Anleitung dafür schreiben, wie gerecht es ist, in Palästina Araber zu derklatschen … Mich verbindet mit den Arabern so gut wie nichts, doch auch mit den anderen Bewohnern Israels hab ich keine besondere Liebesbeziehung, sind alles die gleichen Fetzenschädel und gehen mir am Allerwertesten vorbei“ oder „Es geht nicht um arabische Raketen, es geht darum dass überall paranoid Antisemitismus gewittert wird, wo keiner ist, weil alle paranoid sind“ 

Diese „Israelkritiker“ empören sich von Mauthausen bis Buchenwald zurecht über den islamischen Terror in Europa, in Wien, in Paris oder am Berliner Breitscheidplatz, verlangen von ihrer Regierung endlich davor geschützt zu werden, wenn aber dieselben islamischen Terroristen in Israel dieselben Taten begehen, schlafenden jüdischen Kindern die Kehle durchschneiden, israelische Schulbusse oder Diskotheken in die Luft gejagt werden, bleiben sie erst stumm wie die Fische und verurteilen dann die israelische Regierung für Schutzmauern und „überzogene“ Reaktionen um seine Bürger zu schützen.

Es ist nicht die Glorie Herzls die über Israel schwebt, sondern der traumatisierende Schatten Hitlers, und aus diesem Vergessen erhebt sich der aktuelle Antisemitismus. Weil es in Deutschland und in Österreich kaum noch Juden gibt, richtet sich der Hass auf Israel. Die Solidarität mit der Hamas, dem Iran, der Hisbollah und dem islamischen Dchihad ist eine Parteinahme für einen „großen faschistischen Heimatvertriebenenverband“ und Ausdruck des Bedürfnisses, die beschädigte nationale Identität wiederherzustellen.“  Bereits 1982 warnte Wolfgang Pohrt vor den antisemitischen Weltfriedensrichtern wie sie auch bei ARD und ZDF zu hören sind: „Vormundschaft und Sorgerecht für das Opfer werden dem Täter zugesprochen. Mit den Verbrechen, die Deutschland an den Juden und an der Menschheit beging, hat es sich eigenem Selbstverständnis, gemäß das Vorrecht, die Auszeichnung und die Ehre erworben, fortan besondere Verantwortung zu tragen. Der Massenmord an den Juden verpflichte, so meint man, Deutschland dazu, Israel mit Lob und Tadel moralisch beizustehen, damit das Opfer nicht rückfällig werde. Zwei angezettelte Weltkriege böten, so meint man weiter, die besten Startbedingungen, wenn es um den ersten Platz unter den Weltfriedensrichtern und Weltfriedensstiftern geht — frei nach der jesuitischen Devise, dass nur ein großer Sünder das Zeug zum großen Moralisten habe“

Wenige Ausnahmen in der Politik bestätigen das erbärmliche Bild, das Deutschland, Österreich und Europa in der Welt derzeit abgeben. So ließ beispielsweise Bundeskanzler Sebastian Kurz aus Solidarität eine Israelfahne auf dem österreichischen Bundeskanzleramt hissen und Cem Özdemir schrieb in Facebook: „Israel liegt unter Dauerfeuer von tausenden Hamas-Raketen. Geschützt wird das Land im Moment nicht durch warme Worte, sondern das Raketenabwehrsystem Iron Dome. Das muss man ganz klar sagen. Israel hat in dieser bedrohlichen Situation, in der auch das Kernland wieder angegriffen wird, natürlich das Recht auf Selbstverteidigung. …“

Es wächst in dieser Geisterzeit zusammen was längst zusammengehört, das Bündnis von islamischen Terroristen, antisemitischen Migranten und Asylbewerbern, welche ihren Antisemitismus mit der Muttermilch aufgenommen haben, linken und grünalternativen „Weltfriedensrichtern“ mit der „Moralität von Debilen“, den alten reaktionären NPD-Funktionären und dem beschriebenen „Otto-Normalvergaser.“ Sie alle eint der Hass auf Israel, dem Staat der Überlebenden des Holocaust, ein Antisemitismus, der freilich verschiedensten Ursprung hat, sekundär, islamisch, rechtsradikal, postkolonial oder antirassistisch.

In der Charta der Hamas wird die Ermordung aller Juden gefordert und die PLO zitiert bei den offiziellen Feiern zu ihrer Gründung gerne einen Hadith, der die Ermordung aller Juden zur Vorbedingung für die Stunde der Auferstehung der Toten erklärt: „Der jüngste Tag wird nicht kommen, bis die Muslime gegen die Juden kämpfen und sie töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken. Und jeder Baum und Stein wird sagen:  ,Oh Muslim, oh Diener Gottes, da ist ein Jude hinter mir. Komm und töte ihn.’“

Der Antirassismus und das Weltbild der postkolonialen, antirassistischen Linken ist tief mit dem Antiamerikanismus. dem Antikapitalismus, der Ablehnung der Moderne, sowie  der Absage an die Errungenschaften der Französischen Revolution und der Aufklärung verflochten, deshalb sympathisieren große Teile dieser „Israelkritiker“ mit der Hamas und anderen islamischen Terrorbewegungen. In ihrem Anti-Israelismus oder Antizionismus ist der Antisemitismus enthalten wie das Gewitter in der Wolke. (Jean Améry)

Adolf Hitler schrieb 1925 in „Mein Kampf“: “Denn indem der Zionismus der anderen Welt weiszumachen versucht, dass die völkische Selbstbesinnung des Juden in der Schaffung eines palästinensischen Staates seine Befriedigung fände, betölpeln die Juden abermals die dummen Gojim auf das gerissenste. Sie denken gar nicht daran, in Palästina einen jüdischen Staat aufzubauen, um ihn etwa zu bewohnen, sondern sie wünschen nur eine mit eigenen Hoheitsrechten ausgestattete, dem Zugriff anderer Staaten entzogene Organisationszentrale ihrer internationalen Weltbegaunerei; einen Zufluchtsort überführter Lumpen und eine Hochschule werdender Gauner.“ Wegen dem Antizionismus von Adolf Hitler und der NSDAP solidarisieren sich die ewig Gestrigen um die NPD mit der Hamas und dem Islamischen Dschihad.

Die Shoah war ein Massaker an wehrlosen Menschen. Die Juden sind seit der Gründung Israels fähig sich selbst zu verteidigen. Diese Tatsache macht die Antisemiten dieser Welt fassungslos. Der Antisemitismus ist der Grund für den Nahostkonflikt, nicht umgekehrt. Israel führt nicht Krieg, wie zum Beispiel die Deutschen ihre Kriege geführt haben und führen. Israel führt Krieg, um den Juden endlich ein Leben in Sicherheit zu bieten. Die Juden versuchen nicht, andere unter ihre Herrschaft zu zwingen oder zu ihrem Gott zu bekehren, sie versuchen sich zu retten.

Dem großen französischen Philosophen und Freund Israels Jean Paul Sartre war dies alles schon vor vielen Jahrzenten bewusst und so schrieb er in seinen „Überlegungen zur Judenfrage“: „Was der Antisemit wünscht und vorbereitet ist der Tod des Juden.“

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