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Der Deutsche Bundestag erkennt den „Holodomor“ als Genozid an und relativiert damit den Holocaust

30. November 2022

Im November 2020 war der Botschafter der Ukraine in Deutschland und Anhänger des antisemitischen Massenmörders Stepan Bandera, Dr. Andrij Melnyk noch enttäuscht wegen der Zurückhaltung des Bundestages: „An Stalins Hungermord traut sich der Bundestag nicht heran.“ Nun am heutigen Mittwoch, am 30. November 2022 um 18.00 Uhr ist es endlich soweit, die Ampelkoalition und die Union wollen in einer Resolution, Drucksache 20/4681 die Hungersnot in der Ukraine von 1932 bis 1933 als Genozid anerkennen. Da die gesamte Ukraine von Hunger und Repressionen betroffen gewesen sei, „liegt aus heutiger Perspektive eine historisch-politische Einordnung als Völkermord nahe“, schreiben die Initiatoren um den Grünen-Abgeordneten Robin Wagener, den Vorsitzenden der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe im Bundestag. Damit übernimmt der Deutsche Bundestag wie so oft das geschichtsrevisionistische Narrativ und den Gründungsmythos der Ukraine und relativiert damit, nun auf höchster politischer Ebene, den Holocaust.

Im Gegensatz zu Deutschland bezeichnet Israel den „Holodomor“ zwar als „größte Tragödie des ukrainischen Volkes“, lehnt aber die Verwendung des Wortes Genozid aus guten Gründen ab. Eine Wertung als Völkermord würde implizieren, dass Juden in Osteuropa auch als Täter in Erscheinung getreten seien. Bereits im Jahr 2019 erklärte Efraim Zuroff, der Leiter des Jerusalemer Büros des Simon-Wiesenthal-Zentrums, der Holodomor „ist definitiv kein Völkermord.“ Der Antrag des damaligen ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, Israel solle den „Holodomor“, die menschengemachte Hungersnot in der Sowjetukraine 1932-1933, anerkennen, sei „unglaublich“ und ein Versuch, eine „Theorie des doppelten Genozids“ zu verbreiten. Zuroff sagte, Stalins Zwangskollektivierung galt für alle und richtete sich nicht nur gegen Ukrainer. „Es gab Juden, die an Hunger starben, ebenso Weißrussen und Russen.  Stalin hat Gewalt angewendet, um Menschen in sein System zu bringen, aber er hat nicht versucht, die Ukrainer auszurotten.“ Diese Behauptung sei absurd, so Zuroff: „Eines der größten Probleme, mit denen wir jetzt konfrontiert sind, ist die so genannte „Theorie des doppelten Völkermords“, die in ganz Osteuropa weit verbreitet ist, wo Regierungen versuchen zu sagen, dass kommunistische Verbrechen einem Völkermord gleichkämen.“ Es gab Juden die die jüdische Gemeinde verlassen haben und im KGB und im kommunistischen Sicherheitsapparat und anderen Behörden arbeiteten und teilweise schreckliche Dinge taten. Der verderbliche Subtext dieses Arguments ist: Wenn Juden Völkermord begangen haben, welches Recht hätten sie, sich über den Völkermord zu beschweren, der in Osteuropa während des Holocaust von Menschen begangen wurde, die mit den Nazis kollaborierten. „Die kommunistischen Verbrechen waren kein Völkermord, weil die Kommunisten kein Volk vom Erdboden vernichten wollten.“

Von der Totalitarismustheorie über die Holocaustrelativierung, der Dämonisierung und Delegitimierung Israels bis hin zur Holocaustleugnung, es gibt es seit dem Ende des 2. Weltkrieges unzählige Versuche die Geschichte umzuschreiben, zurechtzubiegen und umzulügen. Mit der „Holodomor“-Resolution des Bundestages ist ein neuer Tiefpunkt im ohnehin nicht an Tiefpunkten armen politischen Deutschland erreicht. Der Schoß ist offenbar sehr fruchtbar noch aus dem das kroch, den Ewiggestrigen sei folgendes gesagt:

Mithilfe des kaiserlichen Deutschlands hatte sich die Ukraine von 1918 bis 1921 von Russland abgespalten und mit dem Frieden von Brest-Litowsk hielten deutsche Truppen die Ukraine besetzt. Die Ukraine war das letzte Bollwerk gegen die Oktoberrevolution. Mit ausländischen Interventionen (USA, England, Frankreich)  zugunsten der „weißen“ Konterrevolution und vielen antijüdischen Massakern von Seiten der konservativ-monarchistischen „Weißen” unter Anton Denikin wurde der jahrelange Bürgerkrieg in die Länge gezogen.  Symon Petljura war der Kommandeur der ukrainischen Armee und Präsident in dieser Zeit, als etwa 50.000 Juden bei Pogromen getötet wurden. Von mehr als 1.200 Pogromen in dieser Zeit wurden rund 500 von Soldaten unter Petliuras Kommando durchgeführt. Der militante ukrainische Nationalismus mit seinen antirussischen und antijüdischen Kennzeichen hat seine Wurzeln in dieser Zeit.

Die Sowjetunion war am Ende des Bürgerkriegs ein völlig verwüstetes Land. Zwischen dem Beginn des Ersten Weltkriegs und dem Ende des Bürgerkriegs 1921 waren Millionen Menschen Gewalt, Terror, Hunger und Seuchen zum Opfer gefallen. Die Produktion der Bergwerke und Fabriken betrugen 1921 nur noch 20 Prozent, die Ernte nur noch 37 Prozent des Vorkriegsniveaus. Der „Kriegskommunismus“ wurde deshalb durch die Bolschewiki aufgehoben, eine Bildungsreform folgte, Privateigentum wurde zugelassen und im Jahr 1927 hatte die Industrieproduktion wieder den Vorkriegsstand erreicht. Der Anteil der lese- und schreibfähigen Ukrainer verdoppelte sich im Verlauf der zwanziger Jahre und stieg nochmals zu Beginn der dreißiger Jahre, als die allgemeine Schulpflicht eingeführt wurde. Die prosowjetischen Kräfte in der Ukraine stützen sich auf große Teile der russischen und jüdischen und auch der ukrainischen Bevölkerung der Städte und auf die Industriearbeiter des Donezk-Beckens und der Ostukraine.

Unter Stalin erfolgte im Jahr 1929 eine radikale Abkehr dieser Politik und die von ihm forcierte Industrialisierung der UdSSR binnen kurzer Zeit ging vor allem auf Kosten der Landwirtschaft. Die Beschaffungsprobleme für Getreide nahmen ab 1925 zu, worauf die stalinistische Führung mit Zwang und Terror reagierte. In seiner paranoiden Wahrnehmung glaubte Stalin, dass die Bauern dem Staat die Ernte vorenthielten, um die sowjetische Ordnung zu sabotieren. Im Frühjahr 1933 schickte der Schriftsteller Michail Scholochow, Autor des Romans „Der stille Don“, Stalin einen Brief, in dem er die Existenz einer „Kulakensabotage“ im Nordkaukasus bestritt und über die Terrorisierung der Bauern durch Parteifunktionäre berichtete. Stalin räumte in seiner Antwort Fehler ein erklärte aber, „dass Ihre geschätzten Bauern einen Zermürbungskrieg gegen die Sowjetmacht geführt haben. Einen Kampf auf Leben und Tod, lieber Genosse Scholochow!“ Das antibäuerliche Denkmuster bei Stalin begann in der Krise von 1927, als von Städten und Armee benötigtes Getreide in den ländlichen Speichern blieb, weil die Industrie zu wenige Waren zum Austausch bereitstellte. Stalin presste das völlig marktkonforme Verhalten der Bauern der damals noch auf Privatbesitz beruhenden Landwirtschaft in die politisierten Kategorien des Klassenkampfes.

Die Verkündung des ersten Fünfjahresplans und die Kollektivierung der Landwirtschaft bedeutete den Beginn einer Revolution von oben mit furchtbaren Folgen für Millionen von Menschen. Sie war verbunden mit der massenhaften Deportation von Bauern nach Sibirien, die sich der Kollektivierung widersetzten, wo es weder Nahrung noch Unterkunft für sie gab. Gleichzeitig entstand das riesige Zwangsarbeitersystem des Archipel Gulag, welches sich über das ganze Land verbreitete. Die Sowjetunion wurde 1931 und 1932 von einer schweren Dürre heimgesucht, dazu kamen Getreidekrankheiten, die zu einer schlechten Ernte führten. Ausschlaggebend für die Hungersnot, der Millionen Menschen zum Opfer fielen und die zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen in vielen Teilen der Sowjetunion führte war die Zwangskollektivierung und die katastrophale Politik Stalins gegenüber der Landbevölkerung. Große Teile der bäuerlichen Bevölkerung wurden zu unfreien Halbproletariern, die durch das 1932 wieder eingeführte Inlands-Passsystem wie zu Zeiten des Zaren an ihr Land gebunden wurden. Die vom Hungertod bedrohte bäuerliche Bevölkerung wurde so an der Flucht in die Städte oder in andere Republiken gehindert. Die neu gebildeten Kolchosen mussten ihre Produkte zu extrem niedrigen Preisen an den Staat abliefern und waren nicht in der Lage, die Ernährung vor allem der ländlichen Bevölkerung sicherzustellen.

Die Hungersnot spielte sich freilich nicht nur in der Ukraine ab, alle wichtigen Getreideanbaugebiete waren vom Nahrungsmangel betroffen. Im Nordkaukasus und an der unteren Wolga tobte wie im Ural und in Westsibirien der Hunger, in Kasachstan forderte die Zwangskollektivierung der Herden und der brutale Versuch, die kasachischen Nomaden sesshaft zu machen, weit mehr über eine Million Opfer. Die ukrainische Sowjetrepublik hatte im Jahr um das Jahr 1930 rund 30 Millionen Einwohner, davon waren rund 75 Prozent Ukrainer, 10 Prozent Russen und 6 Prozent Juden. Die Ukraine zählte in der Zeit die meisten Todesfälle, die Schätzungen reichen von drei bis fünf Millionen Opfer durch Verhungern. Die Mortalität beispielsweise in Kasachstan aber war deutlich höher als in der Ukraine, wo rund ein Drittel der Bevölkerung verhungerte.

Für die faschistischen OUN-Nationalisten und die offizielle ukrainische Geschichtsschreibung stand von Anfang an fest, dass Stalin den Hunger bewusst eingesetzt habe, um das ukrainische Volk auszurotten, was bei seriösen Historikern als längst widerlegt gilt. Manfred Hildermeier, einer der renommiertesten deutschen Historiker in Sachen Russland und Sowjetunion, kommt nach Abwägung aller bekannten Fakten zu folgendem Urteil: „Dagegen kann die weitergehende und eigentliche nationalukrainische These des gezielten Genozids als widerlegt gelten. Die neuen Daten haben endgültig bewiesen, dass andere wichtige Getreideanbaugebiete in ähnlicher Weise vom Hunger betroffen waren. Nahrungsmittelknappheit herrschte überall, verheerende Not in allen Getreideüberschussgebieten, weil man nach starren Plänen zu viel abzog und eine Hungerkatastrophe wissentlich in Kauf nahm. Soweit die Behörden Teile des Landes vor dem Schlimmsten retten wollten, galt ihre Sorge nicht primär russischen Regionen, um im Nebeneffekt den ukrainischen Eigenwillen zu brechen, sondern den Städten, der Arbeiterschaft und der Industrie. Nicht nationale, sondern bolschewistisch-marxistische Prinzipien setzten sich durch.“

Während des zweiten Weltkrieges kollaborierten die ukrainischen Nationalisten mit Hitler in seinem Kampf gegen die Juden und gegen den „jüdischen Bolschewismus“. Im rassenbiologischen Vernichtungskrieg des nationalsozialistischen Deutschlands gegen die Sowjetunion wurden 27 Millionen Sowjetbürger ermordet, mehr als die Hälfte davon hinter der Front, ehe es der Roten Armee gelang Auschwitz, die Sowjetunion und den Rest Europas zu befreien. Stepan Bandera, der heute in der Ukraine als Nationalheiliger verehrt wird und seine faschistische OUN sind verantwortlich für die Ermordung von hunderttausenden Juden, Polen und Russen. Die OUN wollte eine ethnisch reine Ukraine, ohne Juden, ohne Polen und ohne Russen. Die Massenmorde an den Juden waren für die OUN ein wichtiger Schritt zur „Säuberung“ der Nation. Die Dimension der westukrainischen Kollaboration belegt der Massenmord an den Kiewer Juden. Über Babyn Jar, einer Schlucht, in der Nähe von Kiew, hing ein riesiges Transparent, auf dem in ukrainischer Sprache „Wir erfüllen Willen des ukrainischen Volkes“ stand. Ab dem 29. September 1941 erschießen zwei Bataillone ukrainischer Polizisten, eine Militäreinheit der OUN-B sowie Wehrmacht und SD in endlosen Salven zehn Tage lang 33.771 Menschen. Von den insgesamt 1500 Exekutoren waren 1200 Ukrainer und 300 Deutsche! Weil Stalin fürchtete, dass das gemeinsame Vorgehen von Deutschen und Ukrainern im ganzen Land unverhohlen begrüßt würde, durfte in der Presse und im öffentlichen Leben der Sowjetunion kein einziges Wort zu dem Massaker fallen.

Zu einem zentralen Thema der NS-Propaganda wurde die Hungersnot 1932–1933 in der Ukraine nach dem deutschen Einmarsch in die Sowjetunion 1941. In der Sowjetunion war der Hunger von 1932–33 ein Tabu und wer öffentlich über die Opfer sprach, konnte wegen antisowjetischer Propaganda bestraft werden. Der Agrarökonom Stepan Sosnovyj untersuchte im Auftrag der Nationalsozialisten die Hungersnot von 1932–1933 in der Ukraine und kam zu dem Ergebnis von 4,8 Millionen Hungertoten. Seine Ergebnisse wurden einem breiteren ukrainischen Publikum zugänglich gemacht, unter anderem am 8. November 1942 in der Zeitung Nova Ukraina. In der deutschen Besatzungspresse zwischen 1941 und 1944 wurde die Hungersnot 1932–1933 öffentlich thematisiert und propagandistisch instrumentalisiert. Die NS-Propagandisten machten die Juden für die Hungersnot verantwortlich: „Nur ein Teil der Bevölkerung bekam den Hunger nicht zu spüren. Das waren die Juden. Sie nutzten still und heimlich die Dienste von „Torgsin“, in deren Läden es alles gab, was man sich nur wünschen konnte, einschließlich Lebensmittel. Aber sie konnten nur mit Gold und ausländischen Währungen gekauft werden, und den Juden fehlte es weder an Gold noch an Dollar.“

Nach dem Krieg floh der Führer der OUN, Stepan Bandera, wie so viele andere NS-Kriegsverbrecher nach München um dort weiterhin an seinem Lebenstraum einer unabhängigen „ethnisch reinen“ Ukraine zu arbeiten. Der extreme Antikommunismus der ukrainischen Nationalisten machte sie zu wichtigen Verbündeten der westlichen Geheimdienste. Nach dem Krieg war es opportun den Mord an den Juden durch die Ukrainer zu leugnen und so erschienen diverse Memoiren, führender ukrainischer Nationalisten in denen etwa das Pogrom in Lemberg am 30. Juni 1941 schlicht geleugnet oder die OUN zu einer Truppe von Philosemiten zurechtgelogen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierten Hunderttausende Ukrainer über Deutschland in die USA und versuchten dort ihre These vom Genozid an den Ukrainern zu verbreiteten. Nach dem umgeschlagenen politischen Klima in den USA nach dem Regierungsantritt von Ronald Reagan verstärkten die Anhänger von Stepan Bandera ihre Aktivitäten.

Im März 1983 startete eine Sondernummer der wöchentlich in den USA erscheinenden Zeitung der Exilukrainer, „The Ukrainian Weekly“, wo zum Beispiel behauptet wurde, sieben Millionen Ukrainer seien bei der Hungersnot ums Leben gekommen. Erich Später schreibt 2014 in „Die Befreiung der Nation“: „Große Probleme bereitete den Nationalisten allerdings im Jahr 1978 die öffentliche Resonanz der US-Fernsehserie „Holocaust“ in den Vereinigten Staaten und in Deutschland. Der Film erklärte anhand des Schicksals der jüdischen Familie Weiss, was die deutsche Vernichtungspolitik für die einzelnen Menschen bedeutet hatte. Die ukrainische Diaspora reagierte empört auf Szenen, in den ukrainische Polizisten als Judenmörder gezeigt wurden. Die Mörder fühlten sich bloßgestellt und führten eine Kampagne gegen die angeblich „antiukrainische Hetze“, die von Hollywood, den Juden und der Sowjetunion organisiert wurde. Gleichzeitig wurde eine propagandistische Gegenstrategie entwickelt, die bis heute erfolgreich ist: Das „ukrainische Volk“ wurde selbst als Opfer eines – sozusagen – anderen Holocaust dargestellt. Die Zwangskollektivierung und die schreckliche Hungersnot der Jahre 1932/33 wurden von den Nationalisten. die zumeist in Polen und Nazi-Deutschland gelebt hatten, als geplantes Verbrechen der russischen und jüdischen Kommunisten an den Ukrainern beschrieben. Der „Holodomor“ war in die Welt gesetzt und verlieh den ukrainischen Kollaborateuren und Judenmördern stellvertretend den begehrten Opferstatus.“

Die Anzahl der ukrainischen Opfer durch die „jüdischen“ Kommunisten wurde immer weiter in die Höhe getrieben um mindestens die Zahl von sechs Millionen zu erreichen. Der Historiker Per Anders Rudling hat diesen Vorgang ausführlich beschrieben, so haben die „Diaspora-Akademiker“ die Hungersnot als einen mutwilligen Genozid geschildert und dabei offen auf den Holocaust Bezug genommen, Rudling zitiert als Beispiel den Historiker Marco Carynnyk: „Die Opfer der Hungersnot in der Ukraine wurden dem langsamen und qualvollen Tod überantwortet – so gewiss wie die europäischen Juden den Planern der Endlösung ausgeliefert wurden.“  Zu Beginn der achtziger Jahre, so Später weiter,  habe man in der nordamerikanischen ukrainischen Diaspora von der Hungersnot noch als von einem „Hunger-Holocaust“ oder von einem „ukrainischen Holocaust“ gesprochen, die Zahl der Opfer aber bereits mit „mehr als sieben Millionen“ angegeben; der Begriff „Holodomor“ sei erst in den späten achtziger Jahren gebräuchlich geworden. Die Namensähnlichkeit ist kein Zufall, schon die Wortwahl „Holodomor“ belegt die Holocaustrelativierung der Geschichtsrevisionisten. In einer Publikation der OUN-B aus den achtziger Jahren, die von Stepan Banderas  Sohn Andrij im nordamerikanischen Exil herausgegeben wurde, findet sich Rudling zufolge eine Aufstellung von Genozid-Opfern, die neben den sechs Millionen ermordeten Juden 15 Millionen ukrainische Opfer anführt.  1986 erschien in einem Verlag von UPA-Veteranen eine Schrift, in der es hieß „zionistische Juden“ hätten die Hungersnot als „wirklichen Holocaust“ veranlasst, bei dem „jüdische Bolschewisten“ Christen umgebracht hätten.

Außer einigen Alt- und Neostalinisten bestreitet heute niemand ernsthaft, dass Stalins Politik die Hungerkatastrophe in der Sowjetunion von 1932 bis 1932 herbeigeführt hat. Weil die Hungerkatastrophe aber nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Kasachstan, wo sie am tödlichsten ausfiel, im Nordkaukasus, im Wolga- und zentralen Schwarzerdegebiet, aber auch im Ural und in Westsibirien Millionen von Opfern forderte, war die Hungerkatastrophe kein Völkermord. Es gab in der Sowjetunion keine Wannseekonferenz, in der die Endlösung der Ukrainerfrage beschlossen wurde! Es gibt zahlreiche Dokumente, die Stalins Mordabsichten und -planungen, etwa bei der Organisation der Schauprozesse, der Durchführung der Zwangskollektivierung bis hin zum Großen Terror mit seinen vom Politbüro abgesegneten Erschießungsquoten belegen. Einen dokumentarischen Beleg für die Absicht Stalins Millionen Bauern in der Ukraine verhungern zu lassen, gibt es aber nicht. Ein Genozid, der Versuch der vollständigen Vernichtung der ukrainischen Bevölkerungsgruppe war die Hungerkatastrophe von 1932/33, wie unter anderem Efraim Zuroff festhält, eben nicht.

Der Deutsche Bundestag ist mit seiner Resolution jetzt endlich da angekommen wo Gerhard Frey von der DVU in den 1980er Jahren, später Martin Walser und Günter Grass und noch später Alexander Gauland immer geträumt haben, in der Öffentlichkeit muss ein breiteres Bewusstsein für Genozide erweckt werden: Im ukrainischen Narrativ ist der Holocaust ein Genozid unter vielen und die Juden waren nicht nur Opfer sondern auch Täter. Weil die Juden in den „Holodomor“ verstrickt waren, muss man heute Verständnis für den hunderttausendfachen Massenmord der Westukrainer an den Juden im Holocaust haben, so die „Argumentation“ einiger der heutigen Bellizisten und Sanktionen-Junkies. Der Geschichtsrevisionismus der Ukraine, die Übernahme durch den Bundestag und die überwiegend zustimmende Berichterstattung zu der ukrainischen Holocaustrelativierung und die nur zaghaften Proteste gegen die Holocaustrelativierung des Bundestages belegen die moralische Verwahrlosung des öffentlichen Diskurses in Deutschland.

Für die Wiedergutwerdung Deutschlands musste die singuläre Tat der Shoa relativiert und Auschwitz als die deutsche Untat als „eine unter vielen anderen“ eingegliedert werden. Die Bundestags-Resolution zum „Holodomor“ ist ein Meilenstein in diesem antisemitischen Projekt. Die früheren Verbündeten im Kampf gegen die Juden und gegen die Russen, die westukrainischen Nationalisten und die deutschen Bellizisten, heute von der FDP, der SPD über die Grünen bis zur CDU, ziehen wieder einmal an einem Strang. Alte Freunde können schlecht getrennt werden, der Geschichtsrevisionismus und die Holocaustrelativierung, bis hin zur Holocaustleugnung sind die verbindenden Klammern.

In der Präambel des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland steht: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.“ Mit den kriegsverlängernden Waffenlieferungen an die Ukraine, einem Land, das den antisemitischen Massenmörder Stepan Bandera als Nationalhelden verehrt, der Ablehnung möglicher Friedensverhandlungen („Diktatfrieden“) und der bedingungslosen Übernahme des ukrainischen OUN- und NS-Geschichts-Narratives dient der Deutsche Bundestag keineswegs dem „Frieden der Welt“ – im Gegenteil.

 

Quellen: Erich Später – Die Befreiung der Nation – Ukraine über alles- Konkret-Verlag | Jürgen Zarusky – Timothy Snyders „Bloodlands“, Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 2012 Heft 1 | Stephan MerlEntfachte Stalin die Hungersnot von 1932-1933 zur Auslöschung des ukrainischen Nationalismus? Anmerkungen zu neueren westlichen Veröffentlichungen über die „ukrainische“ Hungersnot, Franz Steiner Verlag | Helmut Atrichter – Offene Grossbaustelle Russland,  „Reflexionen über das „Schwarzbuch des Kommunismus, Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 1999 Heft 47 | Grzegorz Rossolinski-Liebe – Der Verlauf und die Täter des Lemberger Pogroms vom Sommer 1941- Jahrbuch für Antisemitismusforschung 22 – Metropol-Verlag | Eliyahu Yones – Die Juden in Lemberg während des Zweiten Weltkriegs und im Holocaust 1939-1944- Ibidem-Verlag | Franziska Bruder -„Den ukrainischen Staat erkämpfen oder sterben!“ Die Organisation ukrainischer Nationalisten (OUN) 1929 -1948 – Metropol-Verlag | Leon W. Wells – Ein Sohn Hiobs – Carl Hanser Verlag | Klaus Kellmann – Dimensionen der Mittäterschaft, Die europäische Kollaboration mit dem Dritten Reich – Böhlau Wien | Erich Später – Der dritte Weltkrieg, Die Ostfront 1941-45, Hamburger Institut für Sozialforschung – Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944 | Stalin. Eine politische Biographie von Isaac Deutscher, Bechtermünz Verlag

 

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Warum Israel keine Waffen an die Ukraine liefert

3. November 2022

Nach wie vor liefert Israel keine Waffen an die Ukraine und beteiligt sich nicht an den Sanktionen gegen Russland was einen großen Teil der israelsolidarischen Szene, insbesondere die „linken“ sogenannten Ideologiekritiker in Deutschland, die sich bedingungslos mit der Ukraine solidarisiert, fassungslos macht. Der westukrainische Antisemitismus, die entsprechende Geschichtsverfälschung und die Holocaustrelativierungen von westukrainischen Politikern und deren Unterstützern werden ausgeblendet. So bewegt sich die israelsolidarische Szene, die sehr richtig den islamischen, den israelbezogenen und linken Antisemitismus vehement bekämpft, selbst im Fahrwasser des Antisemitismus.

Am 31.10.2020 verurteilte Wolodymyr Selenskyj zum wiederholten Male Israel wegen seiner Weigerung, der Ukraine Luftabwehrsysteme zu liefern. Bereits am 20.3.2022 kritisierte der ukrainische Präsident Israel in einer Videorede wegen seiner Neutralität bezüglich des Ukrainekrieges. In seiner Rede relativiert Selenskyj den Holocaust, indem er ihn und die Endlösung mit dem Krieg in der Ukraine gleichsetzte. Darüber hinaus behauptete der ukrainische Präsident die Ukrainer hätten die Juden gerettet und nun hätte Israel eine Verantwortung für die Ukraine.

In Israel riefen die Holocaustrelativierung und die unfassbaren Lügen Selenskyjs über das Verhalten der Westukrainer im Zweiten Weltkrieg große Empörung hervor, denn die deutschen Einheiten wurden bei ihrem Überfall auf die Sowjetunion in der Westukraine von den westukrainischen Kollaborateuren begeistert empfangen. Besondere Huldigungen erfuhr das Bataillon „Nachtigall“, das als „Stepan Bandera Bataillon“ gefeiert und nicht nur mit Blumen, sondern auch mit Kniefällen und Gebeten empfangen wurde. „Erschlagt die Juden und die Kommunisten!“ wurde an Anschlagbrettern und Gebäudewänden großformatig von den Westukrainern gefordert. „Lang lebe Stepan Bandera, lang lebe Adolf Hitler!“, skandierten die Westukrainer. Nur die wenigsten Westukrainer mussten von den Nazis motiviert werden, die meisten waren Antisemiten, lange bevor die Deutschen kamen. Die Westukrainer nahmen begeistert an dem Krieg gegen die Juden teil. Dies entsprach einer vom „zweiten großen Kongress der Bandera-OUN“ im April 1941 in Krakau angenommenen Resolution, welche die Juden als die „zuverlässigste Stütze des sowjetischen Regimes und als die Vorreiter des Moskauer Imperialismus in der Ukraine“ bezeichnete. Der Führer der OUN war Stepan Bandera, er arbeitete unter dem Decknamen Konsul II für den deutschen Geheimdienst, er stellte zum Beispiel das Säuberungsbataillon „Nachtigall“ auf und war verantwortlich für die Ermordung von hunderttausenden Juden, Polen und Russen. In Ostgalizien beispielweise fanden die Mordexzesse in der Frühphase der Besetzung laut Saul Friedländer „ohne erkennbare deutsche Beteiligung“ statt. In Galizien wütete die westukrainische „SS-Division Galizien“ weshalb die jüdische Gemeinde Galiziens, mehr als 540.000 Menschen, fast vollständig ausgelöscht wurde. Die meisten westukrainischen Juden wurden, laut Klaus Kellmann, nicht verschleppt oder deportiert, sondern bei Massenerschießungen auf freiem Feld oder neben der eigenen Haustür ermordet, oft von Menschen die sie ihr Leben lang gekannt hatten. Die OUN wollte eine ethnisch reine Ukraine, ohne Juden, ohne Polen und ohne Russen. Die Massenmorde an den Juden waren für die OUN ein wichtiger Schritt zur „Säuberung“ der Nation. „Die Juden werden wir abschlachten, die Polen erdrosseln, aber die Ukraine müssen wir erkämpfen“ war ein populäres Lied der OUN. Leon W. Wells, ein überlebender Jude der Lemberger-Pogrome, schreibt in seinem Bericht über den Holocaust „Ein Sohn Hiobs“ über Banderas OUN: „Vor den Banderowcy fürchteten sich die Juden noch mehr als vor den SS-Leuten, denn die ortsansässigen Ukrainer erkannten einen Juden viel leichter als die Deutschen.“

Auf dem Territorium der heutigen Ukraine lebten ungefähr 2,7 Millionen Juden, 1,6 Millionen wurden von den deutschen Besatzern und den ukrainischen Gehilfen ermordet. Rund 100.000 Juden überlebten im Untergrund in den Wäldern und bei den Partisanen. Für rund 900.000 Juden, vor allem aus der Ostukraine schuf der Widerstand der Roten Armee im Sommer und Herbst 1941 die Möglichkeit zur Flucht ins Innere der Sowjetunion. Ukrainische Hilfspolizisten der Wehrmacht und Verbände der OUN beteiligten sich am Völkermord und exekutierten noch im Frühjahr 1944 in die Wälder geflüchtete Juden.

Die Dimension der westukrainischen Kollaboration belegt der Massenmord an den Kiewer Juden. Über Babyn Jar, einer Schlucht, in der Nähe von Kiew, hing ein riesiges Transparent, auf dem in ukrainischer Sprache „Wir erfüllen Willen des ukrainischen Volkes“ stand. Ab dem 29. September 1941 erschießen zwei Bataillone ukrainischer Polizisten, eine Militäreinheit der OUN-B sowie Wehrmacht und SD in endlosen Salven zehn Tage lang 33.771 Menschen. Von den insgesamt 1500 Exekutoren waren 1200 Ukrainer und 300 Deutsche! Weil Stalin fürchtete, dass das gemeinsame Vorgehen von Deutschen und Ukrainern im ganzen Land unverhohlen begrüßt würde, durfte in der Presse und im öffentlichen Leben der Sowjetunion kein einziges Wort zu dem Massaker fallen. Stepan Bandera und seine faschistische und antisemitische OUN waren verantwortlich für die Ermordung von hunderttausenden Juden, Polen und Russen.

Der antisemitische Massenmörder Stepan Bandera wird heute in der Westukraine durch vierzig überdimensionale Denkmäler, sechs ihm gewidmeten Museen, unzähligen Straßennamen, auf Briefmarken, mit Gedenktagen und Feiertagen als Nationalheiliger vergöttert. In der Rada wurde zum Beispiel 2018 Banderas Geburtstag pompös gefeiert und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündete in einem RBC-Ukraine Interview am 18. April 2019: “Es gibt unbestreitbare Helden, Stepan Bandera ist ein Held für einen bestimmten Teil der Ukrainer, und das ist eine normale und coole Sache. Er war einer von denen, die die Freiheit der Ukraine verteidigt haben.“

Als Benjamin Netanjahu am 9. Mai 2018, am „Tag des Sieges“ als Ehrengast den sowjetischen Sieg über Nazi-Deutschland auf dem Roten Platz feierte und Seite an Seite mit Wladimir  Putin über den Roten Platz schritt, steckte an seinem Revers das St.-Georgs-Band, das Hauptsymbol des russischen Sieges im „Großen Vaterländischen Krieg“. Das schwarz-orange gestreifte Band ist auch das Symbol der von Russland unterstützten Kämpfer im Donbass. Bei der Militärparade zogen zehntausende Russen mit Porträts ihrer Vorfahren, die im Zweiten Weltkrieg bei der Roten Armee gedient hatten, an den Kremlmauern vorbei. Wladimir Putin trug ein Foto seines Vaters und Benjamin Netanjahu ein Porträt eines hochdekorierten jüdischen Rotarmisten, der Anfang der 1980er-Jahre als alter Mann aus der Sowjetunion nach Israel ausgewandert war.

Bevor Wladimir Putin an der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem am 23.01.20 seine Rede zum Gedenken an 75 Jahre Befreiung von Auschwitz hielt, eröffnete er mit Benjamin Netanjahu des Leningrad-Denkmal in Jerusalem. Das mehr als acht Meter hohe Bauwerk ist den Opfern der Belagerung der Stadt Leningrad während des Zweiten Weltkrieges gewidmet. Die 900-tägige Blockade Leningrads zählt zu den größten Kriegsverbrechen des 2. Weltkrieges, bei dem etwa 1.100.000 Menschen, darunter zehntausende Juden, die sich freiwillig zum Kampf gegen die Nazis gemeldet hatten, in Leningrad ums Leben kamen. Ab November 1941 gab es in der verhungernden Stadt weder Katzen oder Hunde noch Ratten und Krähen. Im Jahr 1942 kam es zu 2000 Verhaftungen wegen „Leichenfresserei“ und „Menschenfresserei.“ Über zwei Millionen sowjetische Soldaten starben in der längsten Schlacht des zweiten Weltkriegs und retteten Leningrad und seine Menschen vor der totalen Vernichtung. Die Mutter von Wladimir Putin überlebte mit viel Glück das Grauen in Leningrad, während Putins Bruder Vitya ums Leben kam und Putins Vater in der Roten Armee kämpfte. In den Antisemitischen Rundfunkanstalten Deutschlands meinte die Hauptstadtkorrespondentin Sabine Müller, Netanjahu und Putin hätten aus der Veranstaltung eine „Privatparty“ gemacht.

Für die Hauptstadtkorrespondentin, wie für viele Ukraineunterstützer und andere rechtsextreme Kameraden sind die Feiern für die Befreiung vom Nationalsozialismus in Israel und in Russland eine Zumutung, die sie am allerliebsten verbieten würden, werden sie doch dadurch an die Verbrechen ihrer Vorfahren so schmerzlich erinnert. In Israel und in Russland, wie auch in der Ostukraine werden dagegen die Verbrechen der Wehrmacht, Nazi-Deutschlands der OUN und Stepan Bandera zum Verdruss der deutschen Bellizisten in Erinnerung gehalten.

Israel ist mit weitem Vorsprung der vernünftigste und humanste Staat im Lager des Westens. Die israelische Entscheidung keine Waffen zu liefern und keine Sanktionen zu unterstützen hat seine Gründe zum einen im Holocaust und sicherlich auch aus aktuellen realpolitischen Gründen. Russland kontrolliert den Luftraum über Syrien und Israels Armee hat in den vergangenen Jahren Hunderte von Angriffen auf Stellungen der iranischen Hisbollah-Miliz in Syrien geflogen. Die Angriffe erfolgten jeweils in enger militärischer Abstimmung mit Russland und Israel hat darüber hinaus ein Interesse, dass Russland den islamfaschistischen Iran in Syrien im Zaum hält.

Seit Jahren werden Russland, wie Israel in den deutschen Medien dämonisiert und die Ukraine, bar jeder Realität, als Hort der Demokratie dargestellt. So gut wie jede Meldung aus der Ukraine wird ungefiltert übernommen und jede Meldung aus Russland wird verschwiegen oder denunziert. Wenn Russland dann als Vergeltung für die Sprengung der Krimbrücke, der Lebensader für die Bewohner der Krim in hunderten Orten und Städten westukrainische Infrastruktur zerstört und dabei nach ukrainischen Angaben 19 Zivilisten ums Leben kommen, dann spricht Vitali Klitschko von der rechtsextremen UDAR, unwidersprochen in den deutschen Medien, von einem „Genozid.“ Die gebrochenen Zusagen bei der deutschen Wiedervereinigung, die Nato-Osterweiterung, der rechtsextreme Maidan-Putsch, der Bürgerkrieg in der Ostukraine sind kein Thema bei Anne Will oder Maybrit Illner. Im Oktober 2022 wurde zum Beispiel der ukrainische Autor Serhij Zhadan ausgerechnet in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. In seinem Buch „Himmel über Charkiw“ bezeichnet er die Russen als „Horde“, „Verbrecher“, „Tiere“, „Unrat“ und er schreibt: „Die Russen sind Barbaren, sie sind gekommen, um unsere Geschichte, unsere Kultur, unsere Bildung zu vernichten – Brennt in der Hölle, ihr Schweine!“ Wer einen Aufschrei wegen dieser Menschenverachtung in den Medien erwartete, wartete umsonst.

Die Frage warum die beinahe gleichgeschalteten deutschen Medien und viele ihrer Zuseher sich so bedingungslos auf die Seite der Ukraine stellen, die im westlichen Teil einen antisemitischen Massenmörder als Nationalhelden verehrt, ist einfach zu beantworten. In Deutschland sehnen wie Hitler und seine willigen Vollstrecker große Teile von Politik und Medien den Untergang des Staates herbei, der mit 27 Millionen Toten den größten Blutzoll für die Befreiung der Welt vom Nationalsozialismus bezahlt hat. Der israelische Psychoanalytiker Zwi Rex erklärte vor vielen Jahren den sekundären Antisemitismus mit einem Satz: „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.“ Das Bonmot von Zwi Rex muss heute erweitert werden: Die Deutschen werden den Russen die 27 Millionen ermordeten Sowjetbürger in ihrem rassebiologischen Vernichtungskrieg nie verzeihen.

Seit dem Krieg in der Ukraine verhalten sich die Bellizisten exakt so, als wäre der Geist ihrer Ahnen über sie gekommen, als habe eine Zeitmaschine die Geschichte um 80 Jahre zurückgedreht. Als stünden die Russen an der Elbe, wird auf Geheiß von Annalena Baerbock und ihrem Hofreiter eine Durchhalteparole nach der anderen durch den Äther gejagt. Jeden Tag sterben in der Ukraine hunderte Soldaten auf beiden Seiten, die Ukraine zieht mittlerweile über 45-jährige Männer ein, aber jedes Verhandlungsangebot von Putin wird von den USA, Selenskyj und den deutschen Politikern bisher abgelehnt, obwohl die USA ihre wichtigsten Ziele doch schon erreicht haben dürften.

Die Nato gibt rund das 16-fache für Rüstung wie Russland aus und so kämpft die Nato in der Ukraine mit modernsten Waffen gegen die Russen. So gut wie jeden Tag kommt die Meldung, dass Russland kurz vor der Zerschlagung stehe, eine Absicht, die Russland, frei nach Wolfgang Pohrt, hoffentlich nicht mit Kernwaffen zu verhindern versuchen wird. Von der Angst vor der Vernichtung und der Sehnsucht nach ihr hin und her gerissen, führen sich die deutschen Propagandaprofis und Berufspolitiker wie Triebtäter auf, welche die Fahnder auf ihre Fährte lenken, wenn sie ihre Spur zu verwischen meinen. Wir leben tatsächlich in einer Zeitenwende, denn mit der Gleichschaltung der Medien ist jedes Vertrauen in sie verschwunden und deshalb steht die Demokratie am Abgrund. Wenn es mit Glück nicht zu einem Atomkrieg kommen sollte, dann werden in jedem Fall große Teile der europäischen Wirtschaft unwiederbringlich verschwinden. BASF verlagert seine Produktion nach China, Linde verabschiedet sich aus dem DAX, unzählige Unternehmen schließen oder ziehen in Länder mit niedrigeren Energiepreisen. Die Inflation in Deutschland ist längst zweistellig und erinnert an die Geldentwertung der Dritte-Welt-Länder. Der Wirtschaftskrieg gegen Russland ist längst verloren, er ist der letzte Sargnagel Europas, die Wahlergebnisse in Schweden oder in Italien sind ein Hinweis unter vielen. Das rohstoffreiche Russland wird auf nicht absehbare Zeit in die Arme der islamistischen Türkei, des islamfaschistischen Iran, und Indien und China getrieben, was geostrategisch für Europa einer Katastrophe gleicht. Samuel P. Huntington hat bereits 1996 genau davor gewarnt, er wurde wie viele andere nicht gehört.

Die Heuchelei der Europäischen Union wird immer unerträglicher. Im „moralisch“ begründeten Wirtschaftskrieg gegen Russland werden zur Kompensation der Sanktionen Geschäfte mit den Finanzierern des Islamismus aus Katar gemacht oder beispielsweise mit Aserbaidschan, das einen Angriffskrieg gegen Armenien führt. Die Gasfelder in Aserbaidschan gehören zu 10 Prozent der Iranian Oil Company, zu 20 Prozent der russischen Lukoil, zu 21 Prozent der aserbaidschanischen Socar und zu 19 Prozent der türkischen Tpao. Damit finanziert die Europäische Union gleich vier völkerrechtswidrige Kriege in der Ukraine, in Armenien, in Syrien und im Irak. Ganz zu schweigen von der Kumpanei mit dem Iran. Die dortige Opposition wird weder mit Waffen unterstützt noch gibt es harte Sanktionen gegen den Iran, der Iran-Deal lässt grüssen.

Die Parteien von der CDU über die FDP bis hin zu den Grünen, die Medien von der ARD bis zur FAZ sind im weitesten und im engen Sinn für alle Zeiten moralisch erledigt. Verglichen mit den deutschen öffentlich-rechtlichen Medien sind die Peking Rundschau oder die Prawda hochmoralische Anstalten. Wer hätte vor ein paar Jahren geglaubt, dass in Deutschland russische Internetseiten gesperrt sein würden? Man hörte davon, dass dies in China gang und gäbe wäre, aber hier in der Wiege der Zivilisation? Moralisch erledigt sind auch alle sonstigen Kriegstreiber, Sanktionen-Junkies und Bandera-Trolle, die offen die Zerschlagung Russlands fordern und jeden „Diktatfrieden“ ablehnen, ihr zukünftiges Jammern wegen unbezahlbarer Preise, Inflation, Deindustrialisierung, Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit wird Musik in meinen Ohren sein.

Den Bellizisten und Sanktionen-Junkies sei ins Stambuch geschrieben: Jeder der in Europa und dem Rest der Welt den Massenmord von Bandera und seiner OUN ignoriert, verharmlost, leugnet oder gar reinwäscht oder die heutige Verehrung dieses antisemitischen Massenmörders in der Westukraine verharmlost oder gar rechtfertigt oder die vernünftige Politik Israels, keine Waffen an die Ukraine zu liefern kritisiert, ist in meinen Augen, um eine Zuweisung der ideologiekritischen Linken zu verwenden, die mittlerweile mit dem faschistischen ukrainischen OUN-Gruß „Slava Ukraini“ salutiert, eine antisemitische Bestie.

 

Quellen: Grzegorz Rossolinski-Liebe – Der Verlauf und die Täter des Lemberger Pogroms vom Sommer 1941- Jahrbuch für Antisemitismusforschung 22 – Metropol-Verlag | Simon Wiesenthal – Recht, nicht Rache – Ullstein-Verlag | Eliyahu Yones – Die Juden in Lemberg während des Zweiten Weltkriegs und im Holocaust 1939-1944- Ibidem-Verlag | Erich Später – Die Befreiung der Nation – Ukraine über alles- Konkret-Verlag | Franziska Bruder -„Den ukrainischen Staat erkämpfen oder sterben!“ Die Organisation ukrainischer Nationalisten (OUN) 1929–1948 – Metropol-Verlag | Longerich, Jäckel, Schoeps – Enzyklopädie des Holocaust – Piper | Thomas Sandkühler – Das Fußvolk der »Endlösung«. Nichtdeutsche Täter und die europäische Dimension des Völkermords. »Aktion Reinhardt«: die Rolle der »Trawniki-Männer« und ukrainischer Hilfspolizisten – wbg Academic | Leon W. Wells – Ein Sohn Hiobs – Carl Hanser Verlag | Kai Althoetmar – Lemberger Todestango – ‎ epubli | Klaus Kellmann – Dimensionen der Mittäterschaft, Die europäische Kollaboration mit dem Dritten Reich – Böhlau Wien | Erich Später – Der dritte Weltkrieg, Die Ostfront 1941-45, Hamburger Institut für Sozialforschung – Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944 | Bella Guttermann und Avner Shalev – Zeugnisse des Holocaust Gedenken in Yad Vashem | Samuel P. Huntington – Kampf der Kulturen – Spiegel-Verlag

 

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Das deutsche Kontinuum

18. August 2022

Spätestens mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine solidarisiert sich Deutschland bedingungslos mit einem der korruptesten Staaten der Welt, einem Land das den antisemitischen Massenmörder Stepan Bandera als Nationalhelden verehrt und mit Asow rechtsextreme Bataillone unterhält. Deutschland liefert Waffen und Millionenbeträge an den ukrainischen Oligarchenstaat und mit selbstmörderischen Sanktionen versucht man Russland in die Knie zu zwingen. Praktisch rund um die Uhr wird in den Medien ukrainische Propaganda als reine Wahrheit und russische Propaganda als absolute Lüge verkauft. Meldungen von Amnesty International über die Kriegsverbrechen der Russen werden beispielsweise wohlwollend aufgenommen und weiterverbreitet, wogegen Vorwürfe derselben Organisation, die Ukraine benutze wie die Hamas im Gazastreifen die Zivilisten in der Ostukraine als menschliche Schutzschilde, empört zurückgewiesen werden. Blau-gelbe Fahnen schmücken die deutschen Vorgärten, Burgfriedenspolitik allerorten und kein Liebknecht in Sicht. Die Deutsche Ideologie, mit ihrer Kriegsbegeisterung, der einseitigen Berichterstattung, ihrem Antisemitismus, der Parteinahme für Faschisten, Nazis und Antisemiten zieht sich durch die deutsche Geschichte wie ein roter, blutiger Faden.

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler auf relativ legalem Weg zum Reichskanzler ernannt. Mit Unterstützung der deutschen Bevölkerung und seinen willigen Vollstreckern wurden die Ziele des Nationalsozialismus in die Tat umgesetzt. Nach den Blitzkriegen gegen Frankreich und Polen kam es zum ideologischen Weltanschauungs- und rassebiologischen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion, bei dem 27 Millionen Sowjetbürger, für die deutsche Propaganda „Untermenschen“, ermordet wurden, mehr als die Hälfte davon hinter der Front. Gleichzeitig ermordeten die Deutschen mit ihren Kollaborateuren fabrikmäßig und systematisch sechs Millionen der europäischen Juden, weil sie Juden waren unter anderem in den Vernichtungslagern Auschwitz-Birkenau, Treblinka, Sobibor oder Majdanek. In den Zyklon-B-Gaskammern sagten jüdische Mütter ihren Kindern, nachdem sie ihre Kinder umarmten, sie mögen schnell und tief einatmen, damit sie nicht lange leiden müssten.

Auf der Krim in Jalta trafen sich im Februar 1945 Stalin, Roosevelt und Churchill zur Neuaufteilung der Welt. Die Konsequenz und der Preis für den bisher größten Zivilisationsbruch der Menschheitsgeschichte und für die 50 Millionen Toten des 2. Weltkrieges war die Teilung Deutschlands.

Im folgenden Kalten Krieg entwickelten sich die beiden deutschen Staaten, gefangen im jeweiligen Blockdenken, mit wenigen Ausnahmen auf unterschiedliche Art und Weise. Hans Globke, Karl Wolff, Adolf Heusinger, Theodor Oberländer oder Hans Filbinger standen für viele bruchlose Karrieren ehemaliger Nationalsozialisten im westlichen Nachkriegsdeutschland.  Die DDR verstand sich als antifaschistischer Staat, Kommunisten waren schließlich die ersten Opfer der nationalsozialistischen Barbarei. Der Holocaust freilich wurde in der DDR kaum thematisiert und so brach die SED bereits 1967 ihre diplomatischen Beziehungen zu Israel ab. Die ideologischen Affinitäten zwischen den antisemitischen arabischen Staaten und der DDR speisten sich aus ihrem gemeinsamen Antiimperialismus. Im Jom-Kippur-Krieg von 1973, als Israel kurz vor einem zweiten Holocaust stand, schickte die DDR ihre tödlichen Waffen gegen die Juden in Schiffen nach Syrien und die Regierung der BRD unter Willy Brandt (SPD), Walter Scheel und Hans-Dietrich Genscher (FDP, beide ehemals NSDAP) bestand darauf, dass Israels Schiffe die westdeutschen Häfen verließen und verweigerte amerikanischen Flugzeugen auf westdeutschen Militärbasen die Erlaubnis zum Nachtanken.

Die DDR verurteilte den Zionismus als „faschistische Ideologie“ und bewies ihren Antisemitismus in Reden und diversen Publikationen mit Gleichsetzungen von Israel mit Nazideutschland.  In der BRD legten am 9. November 1969 die „Tupamaros Westberlin“ eine Bombe im Jüdischen Gemeindehaus in der Berliner Fasanenstraße, geliefert hat die Bombe der Berliner Verfassungsschutz. Im wiedervereinigten Deutschland wurde in unzähligen Zeitungen in tausenden Artikeln von „zionistischen Schlächtern“, vom „KZ Gaza“ oder ähnlich wie Norbert Blüm vom „Vernichtungsfeldzug gegen die palästinensische Bevölkerung“ gegen Israel gehetzt. Politiker wie Sigmar Gabriel (SPD) agitierten gegen den „Apartheidstaat Israel“, die öffentlich-rechtlichen Medien bezahlten islamistische und antisemitische Redakteure und auf steuerfinanzierten Ausstellungen wie der „documenta“ in Kassel wird der israelbezogene Antisemitismus als Kunst verkauft. Der sogenannte Iran-Deal von 2015, also die Zusammenarbeit Deutschlands, für gute Wirtschaftsbeziehungen, mit dem größten Feind Israels ist ein weiterer Beleg. Gute Geschäfte mit dem Gottesstaat Iran, der zur Todesfatwa gegen Salman Rushdie aufrief, der Frauen wegen außerehelichem Geschlechtsverkehr steinigt und täglich die Vernichtung Israels ankündigt, sind Deutschland sehr wichtig. Als am 16. August 2022 bei einer Pressekonferenz in Berlin Palästinenserpräsident und Holocaustleugner Abbas Israel „vielfachen Holocaust“ vorwarf stand Kanzler Scholz schweigend daneben. Wer einen antisemitischen Terroristen der höchstwahrscheinlich am Terroranschlag auf die israelischen Sportler während der Olympiade 1972 beteiligt war, wenige Tage vor dem 50. Jahrestag des Anschlages einlädt, darf sich nicht wundern, dass er wie ein antisemitischer Terrorist redet. Genauso wenig verwundert es, dass Deutschland die Terroristen der Palästinenser in ihrem Kampf gegen die Juden jährlich mit Millionenbeträgen unterstützt. Dementsprechend wurde der ukrainische Botschafter, Bandera-Anhänger und Holocaustrelativierer Melnyk im Deutschen Bundestag am 27. Februar 2022 mit Standing Ovations gefeiert. Ein Antisemitismusskandal jagt im wiedervereinigten Deutschland den anderen. So bleibt der Antisemitismus eine Konstante deutscher Politik, des deutschen Journalismus und der deutschen Kulturszene.

Das Franz-Josef Strauß nachgesagte Diktum, Deutschland sei ein wirtschaftlicher Riese, aber ein politischer Zwerg verlor mit der Wiedervereinigung endgültig seine Gültigkeit. Am 3. Oktober 1990 wurde das Urteil der Alliierten revidiert. Das sowjetische Ja für die deutsche Einheit gab den Ausschlag bei den Zwei-plus-Vier-Gesprächen. In der Tradition des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts versprach der deutsche Außenminister, dass sich die NATO auf keinen Fall weiter in Richtung Osten ausdehne, falls sich die sowjetischen Truppen aus der DDR zurückziehen würden. Im Vertrag wurde die Truppenstärke der Bundeswehr auf maximal 370.000 Mann begrenzt und weder Atomwaffen oder ausländische Truppen dürfen auf ostdeutschem Gebiet stationiert werden. Seine Waffen darf Deutschland laut dem Zwei-plus-Vier-Vertrag ausschließlich mit einem UN-Mandat einsetzen. Darüber hinaus verpflichtet sich Deutschland die auf deutschem Boden errichteten Denkmäler, die den Opfern des Krieges und der Gewaltherrschaft gewidmet sind, dauerhaft zu erhalten und gegebenenfalls zu reparieren. Schon mit der NATO-Osterweiterung wurde die Einfältigkeit und die Naivität von Gorbatschow und später des alkoholkranken Jelzin, sowie die haltlosen Zusagen der deutschen und amerikanischen Seite sehr schnell offenbar.

Das sozialistische Jugoslawien war den deutschen Eliten in der Mitte Europas von je her ein Dorn im Auge. Bereits 1979 wurde der Kroate Franjo Tudjman für den BND angeworben und am 25.6.1991 verkündete Tudjman Kroatiens Unabhängigkeit. Die Anerkennung Kroatiens durch das wiedervereinigte Deutschland folgte, zum Missfallen des restlichen Europas, unverzüglich. Es kam zum Bürgerkrieg mit Serbien, mit Kriegsverbrechen auf beiden Seiten. Im Sommer 1995 wurden knapp 300.000 Serben aus der Krajina ermordet oder vertrieben und dies mit Hilfe deutscher Waffenlieferungen aus 1990 aufgelösten NVA-Beständen. Beim Massenmord von Srebrenica in der „Sicherheitszone“ der niederländischen Blauhelmsoldaten ermordete die Armee der Republika Srpska im Juni 1995 rund 8000 muslimische Männer und Jungen. Jihadisten aus aller Welt, unter anderen Mitglieder der Hisbollah, der Hamas und der iranischen Revolutionären Garden, sowie Osama Bin Laden kämpften in Bosnien gegen die Serben, wo sie nicht zuletzt in der Gegend um Srebrenica verbrannte Erde und verstümmelte Leichen hinterließen. Deutschland stand naturgemäß auf der Seite des kroatischen Präsidenten und Holocaustleugners Franjo Tudjman. Der Nachfolger des Faschisten Ante Pavelić führte unter anderem das Ustascha-Wappen für die Flagge Kroatiens ein. Deutschland verbündete sich im Bürgerkrieg instinktiv mit dem Islamisten Alija Izetbegović, dem ersten Präsidenten von Bosnien und Herzegowina und seinen islamistischen Mitkämpfern. Wenige Jahrzehnte zuvor mobilisierte während des 2. Weltkrieges der Großmufti von Jerusalem, der Antisemit und Islamist und Führer der „Palästinenser“ Amin al-Husseini für Deutschland auf dem Balkan Muslime für die „Handschar“ für die Gebirgs-Divisionen der Waffen-SS, die unter seinem Befehl durch ihre Gräueltaten traurige Berühmtheit erlangte. Mit dem Abkommen von Dayton 1995 wurde der Bürgerkrieg beendet, die Zerschlagung Jugoslawiens war jedoch noch nicht abgeschlossen.

Ab 1996 führte die Terrororganisation UCK Operationen im Kosovo gegen staatliche Einrichtungen und die Zivilbevölkerung durch um einen unabhängigen Staat Kosovo mit terroristischer Gewalt durchzusetzen. Die faschistische UCK wurde wie selbstverständlich von Deutschland und den USA militärisch ausgerüstet und ausgebildet. Die Tinte des 2+4 Vertrages war wenige Jahre trocken, da startete am 24.03.1999 die rot-grüne Koalition unter Gerhard Schröder den Angriffskrieg gegen Jugoslawien, unter Missachtung des Grundgesetzes, des Völkerrechts, der Genfer Konvention, des Nato-Vertrages und eben gegen die Zwei-plus-Vier-Verträge.

Um die deutsche Bevölkerung für den Krieg zu begeistern behaupte der damalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping die Serben „spielen mit abgeschnittenen Köpfen Fußball, zerstückeln Leichen, schneiden den getöteten Schwangeren die Föten aus dem Leib und grillen sie.“ Scharpings Lügen, unter anderem auch der von ihm erfundene „Hufeisenplan“, wurden von den Medien aufgegriffen und weiterverbreitet, bis nach dem Krieg alle Falschmeldungen nach und nach, beispielsweise durch den US-Journalisten Da­niel Pearl, entlarvt wurden. In diversen Sondersendungen wurde vom vermeintlichen Massaker der Serben im Kosovo-Dorf Racak berichtet. Obwohl die Bundesregierung von einem finnischen Pathologen-Team über eine Inszenierung durch die „albanische Seite“ unterrichtet war, wurde der Angriffskrieg damit begründet.

Zum ersten Male nach 1945 töteten deutsche Soldaten ausländische Zivilisten, ohne angegriffen oder auch nur bedroht worden zu sein und wieder in Jugoslawien. Allein die deutschen Tornados flogen in knapp drei Monaten aus sicherer Entfernung 390 Einsätze und schossen 244 Harm-Raketen ab, benutzten radioaktive Munition um die faschistische albanische UCK in ihrem „Freiheitskampf“ zu unterstützen. Die NATO zerstörte 60 Brücken, 110 Krankenhäuser, 480 Schulen, 365 Klöster, die Strom und Wasserversorgung und 121 serbische Industriebetriebe. Die großen Chemiezentren in Pančevo, Novi Sad und Bor wurden vorsätzlich bombardiert um eine Umweltkatastrophe auszulösen. Das auslaufende Öl in Pančevo brannte zwei Wochen. In Novi Sad liefen 80.000 Tonnen Öl aus und 20.000 Tonnen verbrannten. Eine riesige Wolke aus Ruß, Teer, Ölpartikeln, Schwefeldioxid und Stickoxiden lag über der Stadt. Am 8. Juni, kurz vor Waffenstillstand zerstörte die NATO das serbische Chemiezentrum in Pančevo völlig. So zog eine 20 Kilometer lange Giftgaswolke mehr als zehn Tage über die Vororte von Belgrad in die Gemüse- und Kornkammern Serbiens. 40.000 Menschen wurden evakuiert. Allein die Konzentration des Vinylchlorids stieg zeitweise auf das 10.600-Fache des internationalen Grenzwertes. Serbien hat heute die europaweit meisten Fälle von Lungenkrebs und über 10.000 Menschen fanden durch den völkerrechtswidrigen rot-grünen NATO-Angriffskrieg von 1999 den Tod.

Einige Monate nach dem Ende der Bombardierungen berichtete Anne Will kurz vor Mitternacht in den „Tagesthemen“ in einem 20 Sekunden-Beitrag, das Massaker von Racak könnte eine Inszenierung der Albaner gewesen sein. Weder Rudolf Scharping, noch die deutsche Regierung oder einer der unzähligen Journalisten wurden für ihre Kriegslügen jemals zur Rechenschaft gezogen.

Nicht nur deshalb hat damals der großartige Außenminister Israels Ariel Sharon Serbiens mit 65 Prozent der Wählerstimmen gewählten Ministerpräsidenten Milošević unterstützt. Scharon warnte vor der albanischen Kosovo-Autonomie und er warnte vor einem „Zentrum des islamischen Terrors“, er kritisierte die NATO-Bombardierung Jugoslawiens als einen Akt des „brutalen Interventionismus.“ Während des Krieges erklärte der Knesset-Abgeordnete Elyakim Haetzni, die Serben sollten die ersten sein, die israelische Hilfe erhalten und so hat Israel trotz UN-Embargo Waffen an Serbien geliefert. Zudem hat der jüdische Staat gegen den westlichen Mainstream seine Botschaft in Serbien unmittelbar nach dem Krieg eröffnet.

Jahrelang unterstützte Deutschland bis 1989 die Islamisten in Afghanistan in ihrem Kampf gegen die Sowjetunion. Medial an vorderster Front kämpften Gerhard Löwental und sein rechtes ZDF-Magazin mit dem islamophilen CDU-Krieger Jürgen Todenhöfer. Nachdem die Islamisten um Gulbuddin Hekmatyār die Macht übernahmen, Ehebrecherinnen in Kabul öffentlich hinrichteten und ihr Terrorregime errichteten, nach dem 11. September und dem Nato-Krieg in Afghanistan mit deutschen Soldaten, der nicht Krieg genannt werden durfte, kam es erstmals zu Irritationen, zu vielen zivilen Opfern und am Ende zum militärischen Desaster.

Nach dem Zusammenbruch der „Orangenen Revolution“ im Jahr 2010 war die CDU-nahe Konrad- Adenauer-Stiftung besorgt um die Wahrung deutscher Interessen in der Ukraine. Deshalb beauftragte man, laut Werner Jostmeier von der CDU, Vitali Klitschko in der Ukraine eine rechtskonservative Partei, die Udar zu etablieren. Mit anderen rechtsextremen Parteien und Gruppierungen wurde der pro-russische Präsident Wiktor Janukowytsch gestürzt. Zehntausende Maidan-Kämpfer unter schwarz-roten OUN-Fahnen des Nazi-Kollaborateurs Stepan Bandera zogen im Dezember 2013 durch das Zentrum der Hauptstadt. Am 5. Dezember 2013 marschierte Außenminister Guido Westerwelle bei einer Massenkundgebung in Kiew fest entschlossen, den Sturz des gewählten Präsidenten fordernd, Schulter an Schulter mit Vitali Klitschko. Über zwei Monate dauerte die Belagerung des „Unabhängigkeitsplatzes“, bei der mit Pfeilen und Pflastersteinen auf Polizisten geschossen und geworfen und mit Brandsätzen auf Katapulten die Macht der Straße demonstriert wurde. Brennende Autobusse, herausgerissene Pflastersteine und Barrikaden mit Autoreifen prägten das Straßenbild. Am Ende gelang der von den USA und Deutschland finanzierte Putsch gegen den demokratisch gewählten pro-russischen Präsidenten. Folgerichtig kam es zu einem Referendum auf der Krim, wonach sich knapp 97 Prozent der dortigen Bewohner für den Anschluss an Russland aussprachen und naturgemäß kam es zum Bürgerkrieg in der Ostukraine mit über 12.000 Toten.

Mit traumwandlerischer Sicherheit positionierte sich die deutsche Politik mit ihren Medien auf der Seite der Erben von Stepan Bandera. Schon beim Überfall auf die Sowjetunion 1941 konnte sich Deutschland auf seine Verbündeten in der Westukraine verlassen. Die deutschen Truppen wurden 1941 enthusiastisch als Befreier begrüßt. Besondere Huldigungen erfuhr das Bataillon „Nachtigall“, das als „Stepan Bandera Bataillon“ gefeiert und nicht nur mit Blumen, sondern auch mit Kniefällen und Gebeten empfangen wurde. „Erschlagt die Juden und die Kommunisten!“ forderten die Anschläge. „Lang lebe Stepan Bandera, lang lebe Adolf Hitler!“, skandierten die Westukrainer. Bandera und seine OUN waren verantwortlich für die Ermordung von hunderttausenden Juden, Polen und Russen. So wurden beispielsweise in der Schlucht von Babyn Jar zehn Tage lang ab dem 20. September 1941 von zwei Bataillonen ukrainischer Polizisten, einer Militäreinheit der OUN-B sowie Wehrmacht und SD in endlosen Salven 33.771 jüdische Menschen erschossen. Von den insgesamt 1.500 Exekutoren waren 1200 Ukrainer und 300 Deutsche.

Heute wird Stepan Bandera in der Westukraine durch vierzig überdimensionale Denkmäler, sechs ihm gewidmeten Museen, unzähligen Straßennamen, auf Briefmarken, mit Gedenktagen und Feiertagen als Nationalheiliger vergöttert. Als Verpflegung für das Militär lässt beispielsweise der ukrainische Ex-Präsident Juschtschenko Banderas Konterfei auf Honigriegel drucken und schickt sie an die Front.

Am 24. Februar 2022 begann die russische „Spezialoperation“ gegen die Ukraine und wie von einer unsichtbaren Hand geführt, agieren deutsche Politiker wie sie immer agiert haben und schreiben deutsche Lohnschreiber wie sie immer geschrieben haben. Die olivgrüne Außenministerin warnt vor „Kriegsmüdigkeit“, vor einem „Diktatfrieden“ und fordert leidenschaftlich den Sieg über die Atommacht Russland, der grüne Wirtschaftsminister buckelte vor Repräsentanten islamistischer Staaten und der FDP-Rüstungslobbyistin Strack-Zimmermann oder dem CDU-Vorsitzenden Merz waren die Waffenlieferungen an die Ukraine viel zu schleppend. Nicht zufällig verweigert sich wiederum Israel den kontraproduktiven Sanktionen gegen Russland und naturgemäß kritisiert der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wütend die kluge Weigerung Israels.

Nach dem Korruptionsindex von Transparency International ist die Ukraine ziemlich der korrupteste Staat Europas und seit über zehn Jahren ist der Oligarchenstaat praktisch pleite. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen bei rund 3.450 Euro ist im weltweiten Vergleich extrem niedrig. Die Ukraine ist ein ethnisch und politisch gespaltenes Land, gespalten in die pro-europäische Westukraine, in der ukrainisch gesprochen wird und die pro-russische orthodoxe Ostukraine in der viele ethnische Russen leben und in der russisch gesprochen wird. Rechtstaatlichkeit ist in der Ukraine beinahe ein Fremdwort, ethnische Russen im Osten, Sinti und Roma werden massiv diskriminiert, der Staat verehrt mit Stepan Bandera einen faschistischen und antisemitischen Massenmörder als Nationalhelden und Teile der Armee tragen Hakenkreuze, SS Runen und andere nationalsozialistische Symbole auf den Stahlhelmen und Uniformen und sie posieren auf Bildern mit Nato- und Hakenkreuzflaggen.  Im Bündnis mit diesem Staat sehnen die Avantgarde der deutschen Politik und die ihr angeschlossenen Medien, wie einst ihre Vorfahren, die Zerschlagung Russlands herbei, weil die Ukraine „unsere“ Werte verteidigt. An vorderster Medienfront kämpft dabei die sogenannte „ideologiekritische“ Bandera-Linke, die sich in den sozialen Medien mit dem faschistischen „Slava Ukraini“ grüßt und den Eintritt der NATO in den Krieg fordert. So bleibt die Zusammenarbeit mit Islamisten, Antisemiten und Faschisten die tragende Konstante deutscher Politik, eine Politik die von einem großen Teil der deutschen Bevölkerung seit mindestens 1914 leidenschaftlich mitgetragen wird.

Aufrufe zum Energiesparen, Vorschläge eines „Eintopfsonntags“ für die Hungernden und Frierenden im Winter, Forderungen nach mehr Waffen für die Ukraine prägen den deutschen Leitartikel und die deutsche Talkshow. Politiker und Autoren der unterschiedlichsten politischen Richtungen, wie beispielshalber die bisher untereinander tief verfeindeten linken „Ideologiekritiker“, sind in ihrem blau-gelben Ukraine-Wahn vereint und begegnen sich neuerdings zärtlich wie Frischverliebte. Geschichtsrevisionismus ist nun modern, sowjetische Denkmäler für die Befreiung vom Nationalsozialismus und alles Russische wird verfemt und entfernt und demnächst werden Bandera-Linke und oliv-grüne Bellizisten vermutlich phantasieren die Ukraine und die OUN haben Auschwitz befreit. Was schert die deutschen Bellizisten der Holocaust, was schert sie der Vernichtungskrieg gegen Russland, was schert sie der Zwei-plus-Vier-Vertrag? Hakenkreuze bei Asow? „Na und“, redet es aus deutschen Schreibtischtätern, Untertanen und Mitläufern. Die westukrainische NS-Kollaboration wird entweder totgeschwiegen oder kleingeredet, wie einst Ernst Nolte oder Martin Walser verharmlosen heute die Politik mit ihren Massenmedien den Holocaust. Wenn Deutschland zum Krieg ruft, dann gibt es keine Parteien mehr, dann gibt es nur noch Deutsche. Wenn das der Führer hätte erleben dürfen.

 

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I love Putin

4. Juli 2022

Am 30. Juni 2022 gaben rund 30 Autoren der größten linken deutschen Monatszeitschrift Konkret bekannt, nicht mehr in Konkret schreiben zu wollen, weil „mit dem redaktionellen Kurs zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eine rote Linie überschritten“ wurde. Die Unterzeichner werfen Konkret vor die „Verfasstheit der russischen Gesellschaft auszublenden“ und die russischen Herrschaftsverhältnisse und inneren Widersprüche als mögliche Ursachen der Aggressionspolitik nicht zu thematisieren. Die Unterzeichner setzen Konkret mit der Jungen Welt auf eine Stufe und verkünden: „Für die schreiben wir aus guten Gründen nicht. Für die Kopie dann halt auch nicht.“

Diese Erklärung ist merkwürdig, denn Konkret hat sich seit Beginn des Krieges stets vom Angriffskrieg Russlands distanziert, ist allerdings auf die Vorgeschichte dieses Krieges eingegangen, was nicht nur für eine linke Zeitung eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Wenn in finsteren Zeiten die deutsche Außenministerin vor „Kriegsmüdigkeit“ warnt und einen „Diktatfrieden“ ablehnt, wenn der Eintritt der Nato in den Krieg gefordert wird, wenn die Sanktionen gegen Russland nicht streng genug ausfallen können, obwohl sie nicht Putin, sondern vor allem Europa und den Westen treffen, wenn ein 3. Weltkrieg oder ein Atomkrieg in Kauf genommen wird und alle Medien von der TAZ bis zur Jungle World, von der FAZ bis zur SZ, von der ARD bis zu RTL denselben Einheitsbrei vorsetzen, dann ist es meiner Meinung absolut legitim, wenn die letzte linke Zeitung in Deutschland diese Peinlichkeiten nicht mitmacht und das schreibt was andere eben nicht wissen wollen.

Nicht Konkret blendet irgendetwas aus, die Unterzeichner blenden unter anderem die hundertausendfachen Massenmorde des Westukrainers Stepan Bandera und den entsprechenden heutigen Kult in der Ukraine mit all seinen rassistischen und antisemitischen Auswirkungen aus. Der israelische Botschafter hat nun endlich reagiert und dem ukrainischen Botschafter und Bandera-Anhänger Andrij Melnyk seine penetrante Verharmlosung des Holocausts vorgeworfen. Selbst Kiew rüffelte Melnyk, was freilich angesichts der Bandera-Denkmäler, der Bandera-Straßennamen und der Geburtstagsfeier in der Rada 2018 völlig unglaubwürdig ist.  Der Kult um Bandera, das Ausblenden und Verharmlosen seiner Massenmorde seit mindestens acht Jahren belegen die Verkommenheit der Medienlandschaft und einen Großteil der Linken. Konkret ist die rühmliche Ausnahme. Beispielsweise verharmloste die Jungle World den Holocaust indem sie den Bandera-Verteidiger Utz Anhalt zu Wort kommen ließ. In der Diktion von Melnyk verharmloste Utz Anhalt die Massenmorde Banderas, schreibt von nur einem Pogrom an dem Bandera, laut Utz Anhalt, nicht einmal beteiligt war. Vor Jahrzehnten behaupteten Rechtsextremisten Hitler habe von der Judenermordung nichts gewusst und heute behauptet die Bandera-Linke Bandera habe eigenhändig keine Juden ermordet. Wie viele Autoren der Jungle World wegen dieser Holocaustrelativierung nicht mehr für die Jungle World schreiben, ist nicht überliefert. Die Verharmlosung oder die Leugnung des Holocaust war vor Jahrzenten den Dorfnazis und der Reaktion vorbehalten, diese Zeiten sind nun vorbei, wobei die fehlende Distanz gegenüber dem hundertausendfachen antisemitischen Massenmörder der Bandera-Linken lebenslang auf‘s Butterbrot geschmiert werden dürfte.

Leser von Konkret wissen seit je her über die Verfasstheit nicht nur von Russland, sie wissen eben auch über die Verfasstheit der Ukraine. Hermann L. Gremliza schrieb beispielshalber nach den Maidan-Unruhen in Konkret 1/2014 in „Neues aus Lemberg“: … und zurück in die Ukraine, zu Westerwelles Europäern. Deren Heimat ist der Westen des Landes, der weitere Umkreis einer Stadt, die vor dem Einmarsch der Wehrmacht Lwow hieß, danach Lemberg, ab 1945 wieder Lwow und seit 1991 Lwiw. Die größte Bevölkerungsgruppe der Stadt hatten in den Dreißigern des letzten Jahrhunderts mit 5o Prozent die Polen gestellt, die zweitgrößte mit mehr als 32 Prozent die Juden, nur knapp 16 Prozent waren Ukrainer. Nach der Befreiung durch die Rote Armee waren noch 0,3 Prozent der Ukrainer Juden. Die anderen waren dem Engagement ihrer Landsleute zum Opfer gefallen, die sich als »westlich« und »europäisch orientiert« dem deutschen Vernichtungskrieg gegen Juden und russische »Untermenschen« angeschlossen hatten. Dass die »westlich« und »europäisch orientierte» Opposition, auf die Deutschland heute setzt, aus derselben Gegend stammt, ist bloß ein Zufall, so unschuldig wie die vielen anderen Zufälle, die fast jedes Pack, mit dem Deutschland heute in Osteuropa paktiert, als gute alte Bekannte erscheinen lassen (….) die Nachfahren der lettischen und  litauischen SS-Verbände, die den Deutschen bei der Ermordung der Juden am liebsten zuvorgekommen waren; die nationalgesinnten Georgier, die eine Legion der Wehrmacht gestellt hatten, wofür die Deutschen vor fünf Jahren, als Georgien einen Krieg gegen Russland anfing, sich durch herzliche Anteilnahme und eine – inzwischen aufgeflogene – Lügenkampagne ihrer Medien bedankten; die slowenischen Domobranzen, die mit der Wehrmacht und der Waffen-SS gegen Tito kämpften, die kroatischen und bosniakischen Ustascha-Milizen, die SS-Einheiten kroatischer und albanischer Muslime, die alle auf Betreiben der deutschen Politik fünfzig Jahre später mit der Einrichtung eigener Staaten belohnt wurden; die ukrainischen und litauischen Trawniki, die bei der Ermordung von zwei Millionen Juden im sogenannten Generalgouvernement Polen halfen, die ukrainischen Freiwilligen der 14. Waffen-Grenadier-Division der SS, das ukrainische Bataillon »Nachtigall«, die »Ukrainische Aufständischenarmee«, die mit Wehrmacht und SS gegen die Rote Armee kämpfte.“

Selbstverständlich können der am 20. Dezember 2019 verstorbene Herausgeber von Konkret, Hermann L. Gremliza, sein Wortwitz, seine beißende Polemik, sein herausragendes Geschichtsverständnis nicht ansatzweise ersetzt werden, seine Kolumnen zum Maidan-Putsch, zu Bandera, zur OUN, zum Bataillion Nachtigall, zu den Pogromen von Lemberg, zum Bandera-Kult, zur Nato-Osterweiterung und sein Weitblick bleiben legendär, Gremliza im Juni 2015: „…Ihr Bündnis mit den Erben der dortigen SS-Kollaborateure stolpert seither von Kalamität zu Kalamität. Die Krim, zuvor auch von Russland anerkannter Teil der Ukraine, ist jetzt Teil Russlands und wird es bleiben. Und wenn die Steinmeiers und Kerrys nicht bald zur Räson kommen, wird es im Fall der Ostukraine nicht anders gehen.“ Es ist davon auszugehen, dass alle heutigen Texte zur Ukraine auch unter Hermann L. Gremliza erschienen wären. Konkret war die meiste Zeit eine Monatszeitschrift in der die verschiedensten Positionen zu Wort kamen und im aktuellen Ukraine-Krieg ist es nicht anders. Offener Diskurs und nicht Einheitsbrei ist Voraussetzung für Aufklärung und Demokratie!

Aus Solidarität mit Konkret, in der Frage des Ukraine-Krieges, deshalb an dieser Stelle, mit freundlicher Genehmigung der Konkret-Redaktion, mit freundlicher Genehmigung von Friederike Gremliza die zeitlose und weitsichtige Kolumne von Hermann L. Gremliza – I love Putin vom Juni 2015, der Bandera-Linken ins Stammbuch geschrieben:

 

“I love Putin” von Hermann L. Gremliza

Welcher Teufel muss einen Kommunisten, einen Freund aller Revolution und jeder normwidrigen Abweichung reiten, einen antikommunistischen, homophoben Autokraten von Woche zu Woche besser zu verstehen? Kürzer gefragt: Was geht mich der Wladimir Putin an? Kurz gesagt: dass die Überlebenschance heute bei Cholera größer ist als bei der Pest.

Deren Hauch weht – wie das zwanzigste Jahrhundert lang so am Beginn des einundzwanzigsten – von Berlin aus, von einem Deutschtum, das sich »nach alter Usance bedroht fühlt, sobald es in Land- und Weltbedrohung gehemmt wird« (Karl Kraus 1933). Putin mag sich so viel Mühe geben, wie er will, Wladimir der Schreckliche zu sein – mit den Merkels, Steinmeiers und Görings nimmt er’s nicht auf.

Und weil er’s mit ihnen nicht aufnimmt, hat er’s gegen sie aufgenommen, im letzten Moment, den die Geschichte ihm ließ, Deutschlands dritten, friedlich genannten Versuch der Aneignung Osteuropas, der »wirtschaftlichen Ergänzungsräume«, in denen – von Merkels Rechtsvorgängern so genannte – »Hilfsvölker« leben, die Stirn zu bieten.

Putin ähnelt nach Charakter und Lage, in der er sich befindet, dem österreichischen Kanzler Engelbert Dollfuß, einem Politiker, den die parlamentarische Linke, die er nach Haus geschickt hatte, nicht ohne Grund einen Diktator nannte, der jedoch, als die österreichischen Sozis noch über den rechten Zeitpunkt eines wünschenswerten Anschlusses an das Deutsche Reich disputierten, sein Land gegen den Anschluss an das braune Reich verteidigte bis in den Tod.

Es ist das bestgehütete Geheimnis der Kolonialmächte, die sich »der Freie Westen« nennen: dass der Frieden in Europa vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Ende der Sowjetunion nicht ihnen zu verdanken war, die es gern anders gehabt hätten, sondern allein den Atomwaffen der Roten Armee. Noch zehn Jahre nach der sowjetischen Kapitulation haben die Deutschen, die USA und ihre Verbündeten fast ängstlich abgewartet, ob die Russen sich – trotz Gorbatschows und Jelzins Unterwerfung – auf ihr Arsenal und dessen politische Potenz besinnen würden. Erst als gewiss schien, dass es nicht zu fürchten sei, riskierten sie ihren Krieg zur Zerstörung Jugoslawiens.

Was ihnen dort gelang, ist ihnen, Putin sei Dank, später in Georgien und jetzt in der Ukraine nicht mehr gelungen. Ihr Bündnis mit den Erben der dortigen SS-Kollaborateure stolpert seither von Kalamität zu Kalamität. Die Krim, zuvor auch von Russland anerkannter Teil der Ukraine, ist jetzt Teil Russlands und wird es bleiben. Und wenn die Steinmeiers und Kerrys nicht bald zur Räson kommen, wird es im Fall der Ostukraine nicht anders gehen.

Dass der russische Präsident nicht gewartet hat, bis sie ihm das, was sie in Berlin Zeitfenster nennen, vor der Nase zuschlagen konnten – dafür hassen sie ihn, mobilisieren sie gegen den Antikommunisten denselben Hass, dasselbe Personal, dieselben Phrasen, die sie siebzig Jahre lang gegen die Kommunisten mobilisiert hatten. Wer liest und hört, wie der deutsche Leitartikel (von dem sich, wie von der Talkshow, nur noch im Singular reden lässt) mit Russland verfährt, muss glauben, im Kreml sei der Josef Wissarionowitsch auferstanden.

Gegen den Widergänger Stalins ist natürlich alles erlaubt. Als über der östlichen Ukraine der Flug MH17 endete und niemand wissen konnte, wer die Maschine zum Absturz gebracht hatte, kreischte das Deutschland-Magazin »Spiegel« auf der Titelseite: »Stoppt Putin jetzt!«. Seit Monaten untersucht eine Kommission aus dem Nato-Staat Niederlande den Absturz, ohne ein den Berlinern genehmes Ergebnis liefern zu können. Daraus ließen sich manche mehr oder weniger wohl- und übelwollende Vermutungen ableiten, zum Beispiel die, dass die Tat nicht von den »Separatisten« verübt, sondern von den dort marodierenden, von der CIA und amerikanischen Privatkillern angeleiteten Milizen inszeniert wurde. Erweislich wahr ist bis heute (15. Mai 2015) nur, dass man nichts weiß.

Man weiß nichts? Von wegen: »Inzwischen wissen wir«, stottert der allseits geschätzte Medienkasper Karasek und wird mit diesem Dreck gedruckt, »dass bei den russischen Separatisten der Ukraine kein Spatz vom Himmel fällt, ohne dass Putin und seine Militärs es nicht (!) anordnen.« Wir Wissenden – das sind die Deutschen, die Mehrwertegemeinschaft und ihre Schmiermichel. Vergeblich wartete man nach dem Absturz des Airbus von Germanwings auf neue Sanktionen gegen Russland. Doch die Zeit zwischen dem Einschlag und den ersten Meldungen über die Rolle des Kopiloten war wohl zu knapp.

Dafür kommt, was die »toten Helden vom Majdan« betrifft, peu á peu eine Wahrheit heraus, die für die Ritter der Propagandakompanie eine schmerzliche zu werden verspricht. Kiews Premier Jazenjuk geht schon mal in Deckung: Bei den Ermittlungen zu den tödlichen Schüssen auf dem Majdan-Platz im Februar 2014 habe »der frühere Oberstaatsanwalt große Fehler gemacht«. Das kann nur bedeuten, dass die Regierung der Ukraine die Version, der damalige Präsident Janukowitsch habe die Schüsse befohlen, nicht durchhalten kann, und richtig so ziemlich das Gegenteil ist.

Jazenjuks halbes Geständnis wird einmal gemeldet und nie wieder erwähnt. Journalismus war nie, wofür sie ihn ausgaben, aber jetzt können sie nur noch schiere Propaganda: »Spiegel Online« berichtet von einem Gesetz der griechischen Syriza-Regierung, das mittelständischen Unternehmen die Steuerschulden erlässt. Zu den Tausenden »von den Fesseln der Schulden befreiten« Firmen gehöre auch der griechische Fußballklub PAOK Saloniki. Dessen Besitzer sei ein Freund von Wladimir Putin. Wie lautet also des »Spiegels« Überschrift? Sie lautet: »Griechenland erlässt Fußballklub von Putin-Freund Steuerschulden. Ich hab auch was zu melden: »Merkel erhöht Schröders Kindergeld. «

Das Lokalblatt meldet vom Treffen der Regierenden aus den sieben größten westlichen Industrienationen: »Front gegen Russland« Die neue Ostfront. Der Führer ist jetzt Führerin, den Keitel macht der Steinmeier. Der Gottseibeiuns aber, in dessen Stadt, die jetzt Wolgograd heißt, seine Rote Armee den Deutschen ihr Vernichtungshandwerk legte, hat 1949 dafür gesorgt, dass seine Nachfolger im Kreml eine Waffe besitzen, sich eines neuen deutschen Angriffs zu erwehren. Anders als noch Gorbatschow, der Freund von Kohl und Luis Vuitton, ist Putin sich dessen bewusst. Ätsch! sag der Weltgeist.

PS: Bleiben zwei Reste zu tragen schwer: Putins peinliche Kontakte zu einigen sehr rechten westlichen Parteien; und die Chuzpe der ganz normal rechten westlichen Politiker, die dem Feind moralische Vorhaltungen machen, während sie selber mit ukrainischen Nazi-Milizen kollaborieren.

 

 

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

 

Der Vernichtungskrieg

22. Juni 2022

Heute vor 81 Jahren, am 22. Juni 1941 begann das „Unternehmen Barbarossa“, der rassenbiologische Vernichtungskrieg des nationalsozialistischen Deutschlands, mit 3,6 Millionen Soldaten, 3.500 Panzern, 600.000 motorisierten Fahrzeugen, 7.000 Geschützen und 2.700 Flugzeugen an einer 3.000 Kilometer langen Front zwischen Ostsee und Schwarzem Meer gegen die Sowjetunion. Zehn rumänische, achtzehn finnische Divisionen und drei ungarische Brigaden verstärkten den Angriff. Die deutsche Propaganda verkaufte den Überfall als europäischen Kreuzzug zur Verteidigung der Kultur gegen den „jüdischen Bolschewismus.“

27 Millionen Sowjetbürger wurden durch diesen Vernichtungskrieg ermordet, mehr als die Hälfte davon hinter der Front, ehe es der Roten Armee gelang Auschwitz und die Sowjetunion zu befreien. Allein im ersten Kriegsjahr verlor die Rote Armee 2,6 Millionen Soldaten durch Tod und drei Millionen durch Gefangenschaft. Stalin hatte alle Warnungen vor einem deutschen Angriff ignoriert und durch die Ermordung eines großen Teils des sowjetischen Offizierskorps während der „großen Säuberungen“ der Jahre 1937/38 war die Rote Armee stark geschwächt.

Die zivilen Opfer der Sowjetunion betrugen 15,2 Millionen Menschen, darunter 2,4 Millionen sowjetische Juden und eine Million Leningrader Bürger. Mindestens 500.000 Menschen wurden als „Partisanen“ ermordet. Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel erließ 1941 den sogenannten Sühnebefehl. Für jeden aus dem Hinterhalt getöteten Soldaten seien 50-100 Zivilpersonen aus dem nächsten Dorf oder der nächsten Stadt hinzurichten. Mit dem Sühnebefehl kam es zu unzähligen Geiselnahmen unter der Zivilbevölkerung, meist Juden, Kommunisten oder Zigeuner. Die materiellen Schäden waren ungeheuerlich, 1.700 Städte und zehntausende Dörfer waren vollkommen zerstört. 25 Millionen Menschen waren 1945 obdachlos. Tausende sollten noch 1946 in den zentralen Gebieten Russlands verhungern. Die Wehrmacht praktizierte auf ihrem Rückzug eine „Politik der verbrannten Erde“, die Sowjetunion wurde restlos geplündert und alles Brauchbare zerstört oder in den Westen transportiert.

Bereits 1925 erklärte Adolf Hitler die Vernichtung des „jüdischen Bolschewismus“ zum Hauptziel des Nationalsozialismus.  Der gesamte europäische Teil der Sowjetunion sollte erobert, ihre politischen und militärischen Führungskräfte ermordet und große Teile der Zivilbevölkerung dezimiert und entrechtet und die eroberten Gebiete sollten germanisiert werden. Beispielsweise sollte die Krim „von allem Fremden geräumt und deutsch besiedelt werden“ und als mögliche Siedler waren die Südtiroler favorisiert. Der Krieg gegen die Sowjetunion war laut Hitler eine „Auseinandersetzung zweier Weltanschauungen.“

Der Krieg verlange ein „rücksichtsloses und energisches Durchgreifen gegen bolschewistische Hetzer, Freischärler, Saboteure, Juden und restlose Beseitigung jedes aktiven und passiven Widerstandes“, so die Direktiven des NS-Staates. Deutlich wurde der Aufruf zum Massenmord im „Kommissar-Befehl“ und im „Kriegsgerichtsbarkeitserlass“. Dort wurden deutsche Offiziere und Mannschaften zur Ermordung aller verdächtigen sowjetischen Zivilisten ermächtigt. Die eroberte Bevölkerung wurde vollkommen entrechtet und ausgehungert, allein in Charkow verhungerten 80.000 Menschen und im belagerten Leningrad waren es über eine Million. Mit der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung, der Stadtbewohner und der Industriearbeiterschaft sollte eine neue Bevölkerungs- und Industriestruktur entstehen. Rund drei Millionen sowjetische Zwangsarbeiter wurden ab Herbst 1941 nach Deutschland verschleppt und lebten dort auf der untersten Stufe des NS-Rassestaats und noch in der letzten Kriegsphase wurden Zehntausende von ihnen ermordet.

Im „Generalplan Ost“ wurden die Vernichtungs-, Versklavungs- und Umsiedlungspläne der deutschen Besatzer niedergeschrieben. Von den insgesamt 5,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen starben drei Millionen nach ihrer Gefangennahme, sie verhungerten, erfroren, starben an Seuchen oder wurden auf Todesmärschen erschossen. 1941 zählte die Bevölkerung der Sowjetunion 194 Millionen Menschen. Innerhalb von fünf Monaten eroberten die deutschen Truppen ein Gebiet von einer Million Quadratkilometer wo rund 80 Millionen Menschen lebten. Diese industrialisierten Regionen, landwirtschaftlichen Gebiete und die großen Städte waren einer erbarmungslosen Politik der Ausbeutung, des Hungers und des Massenmords unterworfen. In einer beispiellosen Kraftanstrengung gelang es der Sowjetunion bis 1941 rund 2.000 Industriebetriebe nach Osten zu evakuieren.

Der Historiker Ian Kershaw bezeichnet den Krieg gegen die Sowjetunion den „zerstörerischsten und barbarischsten Krieg in der Geschichte der Menschheit“, er schreibt: „Der Weg zum Holocaust war mit einem großen Kräftemessen mit dem Bolschewismus verbunden, und durch die skizzierten Ideen vorgezeichnet. Das Erbe von mehr als zwei Jahrzehnten tief verwurzelter, oft fanatisch vertretener Hassgefühle gegen den Bolschewismus war unlöslich mit dem Antisemitismus verknüpft, was sich in seiner ganzen Grausamkeit offenbaren sollte.“

Ukrainische Kollaboration und antisemitische Pogrome

Noch vor dem Einmarsch der deutschen Truppen verübte der heutige Nationalheld der Ukraine Stepan Bandera mit seiner OUN in der Westukraine ein Massaker in Lemberg mit über 7.000 ermordeter Juden und  Kommunisten. In den Gefängnissen von Lemberg waren antikommunistische Ukrainer inhaftiert, die ins Hinterland transportiert werden sollten. Am 25. Juni 1941 versuchten ukrainische Nationalisten sich gegen die abziehenden Sowjets zu erheben, und die politischen Gefangenen zu befreien. Der Aufstand misslang und das NKWD liquidierte tausende ukrainische Häftlinge. Die ukrainischen Nationalisten machten die Juden Lembergs für die Morde verantwortlich. Das Bataillon Nachtigall, mit dem späteren Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer, marschierte mit der Wehrmacht am 30. Juni 1941 in Lemberg ein und  unmittelbar danach kam es vor allem durch die ukrainische Miliz OUN zu Judenpogromen. In der Westukraine wurden die deutschen Truppen von der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung enthusiastisch als Befreier begrüßt. Besondere Huldigungen erfuhr das aus ukrainischen OUN-Nationalisten bestehende Bataillon „Nachtigall“, das als „Stepan Bandera Bataillon“ gefeiert und nicht nur mit Blumen, sondern auch mit Kniefällen und Gebeten empfangen wurde. „Erschlagt die Juden und die Kommunisten!“ war auf den Anschlägen in Lemberg und in der Westukraine zu lesen und „Lang lebe Stepan Bandera, lang lebe Adolf Hitler!“ Im weiteren Verlauf ermordeten die Deutschen mit ihren ukrainischen Gehilfen, der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und der Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) alleine in Lemberg 400.000 Juden und 140.000 russische Gefangene. Nach der Besetzung Kiews wurden unter anderem in der Schlucht von Babij Yar  ab dem 29. September 33 771 Juden, überwiegend Frauen, Kinder und Alte erschossen. Beteiligt an dem Massaker waren unter anderen das Sonderkommando 4a, zwei Bataillone ukrainischer Polizisten und eine Militäreinheit der OUN-B. Es ist die größte Massentötung vor den Giftgasmorden in den Vernichtungslagern. Die ständig nachrückenden, noch lebenden Juden müssen sich in immer höher auftürmenden Schichten auf die Toten legen. Von den insgesamt 1500 Exekutoren waren 1200 Ukrainer und 300 Deutsche. Die jüdische Gemeinde Galiziens, mehr als 540.000 Menschen, wurde fast vollständig ausgelöscht. Maximal drei Prozent der galizischen Juden haben den Terror überlebt. Ukrainische Hilfspolizisten der Wehrmacht und Verbände der OUN beteiligten sich am Völkermord und exekutierten noch im Frühjahr 1944 in die Wälder geflüchtete Juden.

Auf dem Territorium der heutigen Ukraine lebten ungefähr 2,7 Millionen Juden, 1,6 Millionen wurden von den deutschen Besatzern und den ukrainischen Gehilfen ermordet. Rund 100.000 Juden überlebten im Untergrund in den Wäldern und bei den Partisanen. Für rund 900.000 Juden, vor allem aus der Ostukraine schuf der Widerstand der Roten Armee im Sommer und Herbst 1941 die Möglichkeit zur Flucht ins Innere der Sowjetunion. Für die Ermordung von etwa 1,8 Millionen Juden und etwa 50.000 Roma während der Aktion Reinhardt brauchten die Nationalsozialisten wenig eigenes Personal. Rund 1.000 ukrainische und litauische Freiwillige wurden im Ausbildungslager Trawniki für den Judenmord in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka vorbereitet, John Demjanjuk war einer von ihnen.

Zum Beispiel Kamenz-Podolsk und Charkow

Auf ihrem Vormarsch durch den südlichen Teil der Sowjetunion hatte die deutsche Heeresgruppe Süd mit ihren verbündeten Truppen bis August 1941 auf ihrem Weg Richtung Kiew eine breite Blutspur hinterlassen und zehntausende sowjetische Zivilisten ermordet. So wurden beispielsweise in Kamenz-Podolsk 23.600 Juden durch Massenerschießungen ermordet. Am 26. August 1941 begannen die Stabskompanie Jeckelns sowie das Polizeibataillon 303 mit den Massenhinrichtungen. Angewandt wurde ein Hinrichtungsverfahren, dass Jeckeln entwickelt hatte und das von ihm „Sardinenpackung“ genannt wurde. Die Opfer mussten sich mit dem Gesicht nach unten Schicht auf Schicht in die Gruben legen und wurden durch Genickschuss getötet. In seiner Vernehmung 1964 gab Hermann K., einer der Mordschützen, zu Protokoll: „Die Juden wurden laufend hereingeführt. Sie mussten sich teilweise hinlegen, teilweise wurden sie auch im Stehen jeweils durch Genickschuss getötet. Es waren Männer, Frauen und Kinder, ich erschoss jedoch nur Männer. Stockungen gab es keine … Insgesamt habe ich etwa ein oder zwei Stunden geschossen. Dann wurden wir durch ein Polizeikommando abgelöst.“

Als letzte Großstadt eroberte die 6. Armee 1941 Charkow in der Ostukraine. Schon kurz vor der Einnahme der Stadt befahl das AOK 6 für „kollektive Sühne“ seien vor allem jüdische und bolschewistische Personen“ heranzuziehen. Als Sprengladungen von der abziehenden Roten Armee explodierten, wurden hunderte Zivilisten zur Vergeltung in den Straßen von Charkow erhängt. Hinter der 6. Armee kooperierte die Einsatzgruppe (EG) C, ihr Sonderkommando meldete bereits im November 1941 59.018 Exekutionen von Juden und Kommunisten nach Berlin. Die Eroberung von Charkow führte zum Massenmord an über 20.000 Bewohnern der Stadt. Zu diesem Zeitpunkt war die Ermordung der sowjetischen Zivilbevölkerung längst zur militärischen Routine geworden. Durch die Plünderungen der Wehrmacht blieb der einheimischen Bevölkerung kaum etwas übrig, weshalb auf der Suche nach Nahrung und Heizmaterial Zehntausende das Land durchstreiften. Sie wurden zu Tausenden Opfer der Partisanen-Jagdkommandos, die die 6. Armee inzwischen aufgestellt hat. Verdächtige Männer und Frauen wurden gefoltert und erschossen. Häuser und ganze Dörfer wurden abgebrannt, weil angeblich Bewohner der Dörfer Partisanen unterstützt haben sollen. Ganze Landstriche wurden als „bandenverseucht“ entvölkert und zu toten Zonen gemacht.

Zum Beispiel Odessa

Am 5. August 1941 begann die Belagerung Odessas durch die rumänische Armee, mit deutscher Unterstützung gelang nach sieben Wochen der Einmarsch. Der Terror gegen die Bevölkerung begann sofort mit der Ermordung jüdischer Führungspersönlichkeiten, darunter viele Ärzte. Am 22. Oktober wurde das Gebäude eines Divisionsstabes in die Luft gesprengt und 66 Offiziere und Soldaten der Wehrmacht kamen ums Leben. Als Vergeltungsmaßnahme wurde für jeden getöteten Offizier 200 und für jeden getöteten Soldaten 100 kommunistische Geiseln hingerichtet. An Straßenbahnleitungen und Fensterkreuzen wurden sie erhängt. Am 24. Oktober wurden 50.000 Juden der Stadt in den Vorort Dalnik getrieben und rund die Hälfte sofort ermordet, die Überlebenden wurden in vier Lagerhallen zusammengepfercht mit Benzin übergossen und angezündet.

Die Blockade von Leningrad

Zu den monströsesten Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht zählt die „Blockade von Leningrad.“  Vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944 wurde die sowjetische Stadt von den deutschen Soldaten der Heeresgruppe Nord belagert, von seinen maritimen Nachschubwegen abgeschnitten und einer totalen Seeblockade unterworfen.  Am 8. September 1941 schloss sich der deutsche Belagerungsring um die Stadt. Das ab Oktober 1941 einsetzende Massensterben der Leningrader war erklärtes Hauptziel der Belagerung. Das Ziel der Deutschen war die Leningrader Bevölkerung systematisch verhungern zu lassen. Wer aus der belagerten Stadt auszubrechen versuchte, wurde erschossen, zudem wurden Minengürtel gelegt. Die Bevölkerung sollte durch Bombenangriffe und Artilleriefeuer zermürbt werden. Gezielt schossen die Deutschen auf Lebensmittellager, Fabriken, Krankenhäuser, Versorgungsunternehmen und Wasserwerke.

Leningrad war für Hitler nicht nur das Symbol russischer Staatlichkeit und Großmacht, sondern auch die „Wiege des jüdischen Bolschewismus“. Deshalb sollte die Stadt wie Moskau nach ihrer Eroberung gänzlich zerstört werden. Franz Halder, der Chef des Generalstabs notierte zwei Wochen nach Beginn des Krieges, in seinem Tagebuch nach einer Unterredung mit Hitler: „Der feststehende Entschluss des Führers ist es, Moskau und Leningrad dem Erdboden gleichzumachen, um zu verhindern, dass Menschen darin bleiben, die wir dann im Winter ernähren müssten.“

Leningrad war neben Moskau die modernste und größte Stadt der Sowjetunion. Unmittelbar vor dem Krieg lebten dort knapp drei Millionen Menschen.  Die Leningrader waren während der Belagerung auf ständiger Nahrungssuche. Gegessen wurden beispielsweise Klebstoff, Tapetenkleister oder Lederwaren. „Ab November 1941 gab es in Leningrad weder Katzen oder Hunde noch Ratten und Krähen. In der verhungernden Stadt brach die Strom- und Wasserversorgung zusammen. Die Wohnungen konnten mitten im Winter nicht mehr beheizt werden. Das System der Leichenabholung und Bestattung brach im Januar 1942 zusammen, Tausende von Toten blieben in den Wohnungen und Krankenhäusern liegen.   In den Milizunterlagen, die 2004 veröffentlicht wurden, wurden für das Jahr 1942 2.000 Verhaftungen wegen „Leichenfresserei“ und „Menschenfresserei“ bestätigt, schreibt Erich Später in „Der dritte Weltkrieg“. „Am 9. Dezember 1941 gelang es der Roten Armee, den Verkehrsknotenpunkt Tischwin zurückzuerobern. Damit verbesserten sich die Möglichkeiten, Leningrad über den Ladogasee zu versorgen. Als das Eis des Sees Anfang Januar endlich dick genug war, um LKWs zu tragen, konnte die Stadt allmählich besser versorgt werden. Die „Straße des Lebens“ war 45 km lang, 30 km führten über den zugefrorenen See. Die deutsche Armee versuchte mit allen Mitteln, diese Lebensader zu zerstören und die Stadt weiter abzuschnüren“, so Später weiter.  Während der 900-tägigen Belagerung kamen etwa 1.100.000 Menschen in Leningrad ums Leben, die meisten starben an Unterernährung und Unterkühlung.  Über zwei Millionen sowjetische Soldaten starben in der längsten Schlacht des zweiten Weltkriegs und retteten Leningrad und seine Menschen vor der Vernichtung.

Das jüdische antifaschistische Komitee

Während des 2. Weltkrieges warben die sowjetischen Juden um internationale Unterstützung für die bedrängte Sowjetunion und gründeten am 24. August 1941 dafür das sogenannte jüdische antifaschistische Komitee (JAK). Zum Beispiel wurden die von Stalin, wegen ihrer Kritik am deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt inhaftierten Führer der jüdisch-polnischen sozialistischen Arbeiterpartei BUND, Henryk Erlich und Viktor Alter freigelassen und arbeiteten von nun an im JAK. Das Präsidium bestand aus 19 Personen, deren Vorsitzender war Shlomo Michoels, der das Komitee bis zu seiner Ermordung im Januar 1948 leitete. Neben bekannten Schriftstellern wie Ilja Ehrenburg und Wassili Grossman waren zahlreiche Wissenschaftler, Ärzte und Parteifunktionäre Mitglieder des JAK. Sie repräsentierten die kulturelle, wissenschaftliche und politische Avantgarde der sowjetischen Juden.

Die internationalen Anstrengungen des JAK waren sehr erfolgreich, allein in den USA entstanden in den Kriegsjahren über 2.230 regionale Hilfskomitees, die sich im „Jüdischen Rat der Komitees zur Unterstützung der Sowjetunion“ zusammenschlossen. Den Vorsitz führte der Physik-Nobelpreisträger Albert Einstein zusammen mit dem jiddischen Schriftsteller Schalom Asch. Im Sommer 1943 besuchte Michoels die USA, rund eine halbe Million Menschen besuchten dort in 46 Städten seine Kundgebungen. Nicht nur in den USA, sondern auch in Großbritannien, Kanada, Australien und vielen Ländern Lateinamerikas entstanden Komitees für Solidarität mit der Sowjetunion. Führende zionistische Politiker wie Nahum Goldmann, Chaim Weizmann und David Ben-Gurion, die meist aus Russland stammten, riefen die Juden angesichts der tödlichen Bedrohung zur aktiven Unterstützung der Sowjetunion auf. Für die Gesamtheit der sowjetischen Juden wurde die Verteidigung der Sowjetunion zu einer Frage von Leben oder Tod. Über 500.000 sowjetische Juden kämpften in den Reihen der Roten Armee oder als Partisanen. Nach 1945 wurde das JAK in der Sowjetunion verfolgt und letztlich 1949 verboten.  1947/48 begannen die antisemitischen Kampagnen gegen „wurzellose Kosmopoliten“, „jüdische Nationalisten“ und „Zionisten“. Tausende jüdische Künstler und Wissenschaftler wurden aus dem öffentlichen Leben der Sowjetunion entfernt. Der Vorsitzende des JAK, der große jüdische Schauspieler Shlomo Michoels wurde durch Stalins Geheimpolizei im Januar 1948 ermordet.

Der Mord an den Kriegsgefangenen

Der „Kriegsgerichtsbarkeitserlass“ garantierte allen deutschen Soldaten Straffreiheit für die Ermordung sowjetischer Zivilisten, wenn dafür politische und militärische Gründe angeführt werden und Offiziere ab dem Rang eines Bataillonskommandeurs erhielten das Recht, Zivilisten als Geiseln zu erschießen und ganze Ortschaften niederzubrennen. So ermordete Nazi-Deutschland von den insgesamt 5,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen drei Millionen nach ihrer Gefangennahme. In den Gefangenenlagern wurden regelreche Selektionen durch die SS und den SD durchgeführt, dabei wurden 42.000 politische Offiziere der Roten Armee und 50.000 jüdische Soldaten der Roten Armee ermordet.

Der erste Einsatz von Zyklon B wurde am 3. September 1941 an russischen Kriegsgefangenen getestet. Im Kalendarium des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau steht: „Die Kellerfenster werden mit Erde zugeschüttet. Dann werden in die Zellen etwa 600 russische Kriegsgefangene, Offiziere und Kommissare getrieben, die durch besondere Kommandos der Gestapo in den Kriegsgefangenenlagern ausgesucht worden sind. Sobald die Kriegsgefangenen in die Zellen hineingedrängt worden sind und die SS-Männer das Gas Zyklon B eingeworfen haben, werden die Türen verschlossen und abgedichtet.“ Das Ersticken dauert bis zum nächsten Morgen.

Die Abteilung Fremde Heere Ost unter General Reinhard Gehlen, dem späteren Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes, meldete im Oktober 1941 bereits 600.000 tote sowjetische Gefangene. Goebbels notierte am 12. Dezember 1941 in sein Tagebuch, dass bis Anfang dieses Monats etwa 900.000 der Kriegsgefangenen nicht mehr am Leben waren.

Holocaust

„Mit dem Vormarsch von Wehrmacht und SS in der Sowjetunion wurde das radikalste Programm zur vollständigen Vernichtung einer Gruppe von Menschen realisiert, das jemals erdacht und geplant wurde. In der Vorstellung der NS-Führung und der mit ihr verbundenen Eliten in Wehrmacht, Wirtschaft und Bürokratie war die Sowjetunion von Juden beherrscht. Mit der Ermordung ihrer politischen, sozialen und kulturellen Führungsschichten sollte der »jüdische Bolschewismus« entscheidend geschwächt und der Weg für die deutsche Beherrschung der Sowjetunion freigemacht werden“, schreibt Erich Später in „Der dritte Weltkrieg“

Die entsetzliche Bilanz der Einsatzgruppen im April 1942 lautete, von den vier Millionen Juden im Operationsbereich waren 1,5 Millionen geflohen, 500.000 waren während des Vormarschs ermordet worden und zwei Millionen lebten im Frühjahr 1942 noch auf sowjetischem Gebiet in Gettos und Zwangsarbeit unter deutscher Besatzung. Ab Sommer 1942 setzte die zweite Tötungsoffensive ein, die vor allem von Einheiten der deutschen Ordnungspolizei und der Waffen-SS durchgeführt wurde. Diese wurden unterstützt durch litauische, lettische und ukrainische Hilfstruppen der SS, die sich an der Ermordung der jüdischen Bevölkerung von Anfang an beteiligten. Neben Massenerschießungen setzten die Deutschen nun zunehmend auch mobile Gaswagen ein. Ab Frühjahr 1942 wurden die jüdischen Gettos aufgelöst und Hunderttausende in die Vernichtungslager von Auschwitz, Sobibor, Majdanek, Bełzec oder Treblinka deportiert. In den großen deutschen Vernichtungslagern wurden weit über drei Millionen Juden durch Vergasung in Gaskammern fabrikmäßig ermordet oder massenhaft erschossen.

Stalingrad

Große Teile Zentralrusslands waren erobert, bis am 5. Dezember 1941 die Front vor Moskau zum Stehen kam. Weißrussland war von allen Sowjetischen Republiken am längsten unter Deutscher Besatzung. Von 10,6 Millionen Einwohnern verloren 2,2 Millionen ihr Leben.

Am 23. August 1942 erreichte die 16. Panzerdivision der 6. Armee südlich von Stalingrad die Wolga. Stalingrad hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 500.000 Einwohner und war der Standort großer Maschinenfabriken und wichtiger Wolga-Hafen für den Transit von Öl und Nahrungsmitteln aus dem Kaukasus in die Industriestädte des Nordens. Nach dem Verlust der Ukraine und weiter Teile Russlands waren diese Lieferungen für die Fortführung des Krieges entscheidend.  Mit über einer Million Soldaten holte die Rote Armee nun zum Gegenschlag aus. Während die rumänischen Verbände im Kessel von Stalingrad kapitulierten, untersagte Hitler der 6. Armee jeden Ausbruchsversuch.

Das rumänische Regime sah 1943/44 nach den herben Verlusten ihrer Armeen und der absehbare Vernichtung der deutschen Truppen im Raum Stalingrad die Niederlage kommen und änderte seine Politik und so überlebte im südlichen rumänischen Siebenbürgen die gesamte jüdische Bevölkerung, rund 40.000 Menschen den Krieg.

Am 2. Februar 1943 endete die Schlacht um Stalingrad mit der Vernichtung der 6. Armee, mehr als 100.000 Soldaten gerieten in russische Kriegsgefangenschaft. Anfang März zogen sich die deutschen Truppen aus dem Kaukasus zurück, der Versuch das russische Öl zu erobern war gescheitert. Im Herbst 1943 beginnen der unwiderrufliche Rückzug der Wehrmacht und die entsprechenden Gebiete werden in eine entvölkerte Wüste verwandelt. Am 12. Mai 1944 wird die Krim befreit und am 22. Juni 1944 beginnt die Befreiung Weißrusslands. Ende Juli 1944 befreit die Rote Armee das deutsche Vernichtungslager Majdanek. Am 27.  Januar 1945 befreit die Rote Armee die 7.600 Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Als die Gefangenen am Tor die Pelzmützen mit dem roten Stern sehen geht ein Freudenschrei durchs Lager: „Die Russen sind da.“ Millionen deutsche Zivilisten werden nun von den NS-Behörden evakuiert und fliehen mit der Wehrmacht in Richtung Westen. Am 8. Mai 1945 kapituliert Nazideutschland und Europa ist befreit. Den größten Blutzoll für diese Befreiung bezahlte die Sowjetunion.

Restauration

Nur wenige der Massenmörder, wie Paul Blobel, der Anführer eines Sonderkommandos in Babyn Jar, wurden nach dem Krieg verurteilt. Für die Begnadigung der Häftlinge plädierten große Teile der bundesdeutschen Öffentlichkeit. Bundespräsident Heuss und Justizminister Dehler, alle Parteien außer der KPD, die katholische Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche setzten sich für die Massenmörder und eine Amnestie der Kriegsverbrecher ein. So versammelten sich am 7. Januar 1951 vor dem Landsberger Gefängnis 4.000 Demonstranten, um gegen die Hinrichtung der Massenmörder zu demonstrieren. Die Planer und Protagonisten des Vernichtungskrieges schlüpften zehn Jahre nach der Kapitulation in die Uniform der 1955 gegründeten Bundeswehr. Ihre Reaktivierung verdankten sie der Angst der westlichen Alliierten vor dem Kommunismus. Erster Generalinspekteur der Bundeswehr wurde 1957 Adolf Heusinger, der ehemalige Chef der Operationsabteilung des Generalstabs im Oberkommando des Heeres und einer der wichtigsten militärischen Berater Adolf Hitlers bei der Vorbereitung des „Unternehmens Barbarossa“.

Reinhard Gehlen, der Generalmajor der Wehrmacht, Abteilung Fremde Heere Ost übernahm mit dem Einverständnis der USA den Auslandsnachrichtendienst, die Organisation Gehlen, die später umbenannt wurde in den BND.

Am 8. Mai 1941 trat Oberländer seinen Dienst beim berüchtigten Bataillon Nachtigall an und am 14. Oktober 1941 erhielt der Wehrmachtsoffizier den Befehl zur Aufstellung und Ausbildung einer muslimischen Einheit, des Sonderverbandes Bergmann, deren Kommandeur er bis 1943 war. Der muslimische Sonderverband Bergmann wütete ab 1943 auf der Krim. Nach dem Krieg war Oberländer Vertriebenenminister und förderte seine alten Kameraden wo er nur konnte und brachte so nebenbei den politischen Islam nach Deutschland. München war nach dem Krieg ein sicherer Ort für NS-Kollaborateure und Organisatoren der „Endlösung“. Der Vertriebenenminister sorgte für die politische und finanzielle Unterstützung. Der gesuchte Kriegsverbrecher Stepan Bandera floh nach dem Krieg nach München wo er unter falschem Namen weiterhin die Aktionen der OUN steuerte. So ermordete die OUN nach 1945 bis 1951 noch 35.000 Menschen in der Ukrainischen Sowjetrepublik. Die terroristischen Mordaktionen richteten sich gegen Polizeikräfte, kommunistische Parteifunktionäre und gegen die Zivilbevölkerung, darunter vor allem die überlebenden Juden. Dieser Guerillakrieg wurde ab 1949 von der CIA unterstützt, die bis 1953 etwa 75 Exilukrainer per Fallschirm in der Ukraine absetzte.

Der ehemalige Gestapo-Chef von Lyon, der NS-Kriegsverbrecher Klaus Barbie befehligte im Auftrag der USA in Südamerika Todesschwadronen, war wegen seiner Expertise bei der Bekämpfung von Kommunisten und Partisanen zum Regierungs- und Militärberater der von den USA unterstützten Militärjunta in Bolivien aufgestiegen und Klaus Barbie, der Schlächter von Lyon war der strategische Kopf bei der Jagd in Bolivien auf Che Guevara. Die Liste derartiger Beispiele würde hier den Rahmen sprengen.

Während des Historikerstreits von 1986 war Ernst Nolte der Auffassung, dass sich die Nationalsozialisten als Opfer begriffen haben könnten und verglich den sowjetischen Gulag mit Auschwitz. Nolte fragte: “Vollbrachten die Nationalsozialisten, vollbrachte Hitler eine „asiatische“ Tat vielleicht nur deshalb, weil sie sich und ihres gleichen als potentielle oder wirkliche Opfer einer „asiatischen“ Tat betrachteten? War nicht der Archipel Gulag ursprünglicher als Auschwitz?“ Nolte machte den Versuch Auschwitz zu entschuldigen, da angeblich die Juden den Massenmord während der sowjetischen Oktoberrevolution an Bürgern und Bauern befahlen.

Im Jahr 1997 besuchte ich die Wehrmachtsaustellung – „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ in München. Die Ausstellung dokumentierte einige Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht in Serbien und in der Sowjetunion. Vor dem Rathaus am Marienplatz, wo die Dokumentation stattfand, demonstrierten knapp hundert Ewiggestrige gegen die Ausstellung und der Bayernkurier, das Parteiorgan der CSU jammerte, es handle sich bei der Ausstellung „um einen moralischen Vernichtungs-Feldzug gegen das deutsche Volk“.

Am 11. Oktober 1998 warnte der „linke“ Schriftsteller Martin Walser in seiner Rede in der Frankfurter Paulskirche vor einer „Instrumentalisierung des Holocaust“. Walser meinte, die NS-Verbrechen würden dazu missbraucht werden, den Deutschen „weh zu tun“ und um politische Forderungen zu stützen. Laut Walser fühle sich derjenige, der ständig diese Verbrechen thematisiert, den Mitmenschen moralisch überlegen. Martin Walser prägte den Begriff der „Moralkeule“: „Auschwitz dürfe aber nicht zur „Moralkeule“ verkommen, gerade wegen seiner großen Bedeutung“. Das Berliner Holocaust-Mahnmal bezeichnete Walser als die „Monumentalisierung der Schande.“

Der deutsche Citoyen und seine Sehnsüchte

Die Ansichten der ewig gestrigen Demonstranten vor der Wehrmachtsaustellung, die Ansichten von Martin Walser oder Ernst Nolte sind nun im Mainstream angekommen und so verwundert es nicht, dass das alte Bündnis – Deutsche und Westukrainer gegen die „russischen Untermenschen“ – reaktiviert wurde. Der russische Angriff auf die Ukraine gibt das Recht, glaubt deutsche Citoyen, die Geschichte umzuschreiben. Ihr Geschichtsrevisionismus und die Verharmlosung oder Leugnung des Holocaust sind weiterer Beleg für scheinbar unausrottbaren Antisemitismus. Die Geschichtsrevisionisten leugnen, relativeren oder verharmlosen die antisemitischen Massenmorde in der Westukraine, halluzinieren seit geraumer Zeit von „Putler“, vom „Genozid“ oder vom „Vernichtungskrieg“ der Russen. Geschichtsvergessen setzen sie Putin mit Hitler auf eine Stufe und so jagt in den Medien eine Holocaustrelativierung die andere.

Russische Dichter sind seit dem Ukraine-Krieg verpönt, der Panzer am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin, zur Erinnerung für die Befreiung von der Naziherrschaft soll entfernt werden, russische Künstler bekommen Auftrittsverbote, russische Arbeitnehmer werden entlassen, weil sie Russen sind und die deutschen Juristen arbeiten fieberhaft daran, vermeintliche und tatsächliche russische Kriegsverbrecher vor ein deutsches Gericht zu stellen.

„Freiheitskämpfer“ von der Bandera-Linken, die offenbar noch nie etwas von Samuel P. Huntington gehört haben, sehnen die Zerschlagung Russlands herbei, halluzinieren von einem Morgenthau-Plan oder grüßen sich mit dem faschistischen „Slava Ukraini“.  Annalena Baerbock warnt ihre reaktionäre Gemeinde vor „Kriegsmüdigkeit“ und kämpft unermüdlich für den Endsieg und der grüne Wirtschaftsminister ordert vierfach verteuertes Fracking-Gas oder Öl von islamfaschistischen Staaten. Dass die Sanktionen in erster Linie Europa und den Westen treffen interessiert die „Ukraine-über-alles“-Kämpfer kaum. Verwundert beobachten die Kriegstreiber die Rekord-Inflation in Europa und in den USA und den gleichzeitig steigenden Rubel-Kurs. Für die vermeintliche Verteidigung der Freiheit müssen Opfer gebracht werden, redet es aus den Bellizisten. So wird bereits darüber diskutiert wie warm die Wohnzimmer im Winter sein dürfen. Die Absurdität dieser Politik wird offenbar, wenn man sich vor Augen hält, dass Indien derzeit massenhaft günstig russisches Öl ordert und dieses russische Öl teuer an Europa weiterverkauft. Die Ukraine mit ihrem korrupten Oligarchensystem und ihrer Verehrung für den antisemitischen Massenmörder Stepan Bandera, die ihre russische  Minderheit seit Jahren massiv unterdrückt, verteidigt, so halluzinieren die Ukraine-Apologeten von der FDP bis zur Bandera-Linken, „die westlichen Werte.“

Selbstverständlich besteht das Land nicht nur aus Bandera-Linken und oliv-grünen Nato-Apologeten, die veröffentlichte Meinung ist nicht identisch mit der öffentlichen Meinung und es gibt seit je her in allen sozialen Schichten auch nachdenkliche und reflektierende Menschen. Um das Jahr 1999 besuchte ich einen Bekannten im Krankenhaus, im Nachbarbett lag ein älterer Mann, wir kamen ins Gespräch. Der Mann erzählte, dass er vier Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft war. Ich fragte wie es ihm erging. Er antwortete: „Wenn man bedenkt was wir den Russen angetan haben, dann ging es mir sehr gut.“

Nicht so die Nato-Apologeten, sie ignorieren seit jeher, dass die Ukraine ein ethnisch und politisch gespaltenes Land ist, gespalten in die prowestliche Westukraine, in der ukrainisch gesprochen wird und die prorussische orthodoxe Ostukraine in der viele Russen leben und in der russisch gesprochen wird. Viele ethnische Russen der Ostukraine haben die Verbrechen der Wehrmacht, der SS, Banderas OUN und UPA bis heute nicht vergessen. Bereits 1996 prophezeite der Historiker Samuel P. Huntington in seinem Buch „The Clash of Civilisations“ die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine.

Vor wenigen Wochen präsentierte der Rüstungskonzern Rheinmetall stolz seine neueste Entwicklung, den Kampfpanzer „Panther.“ Ohne Skrupel hält Rheinmetall an alten Traditionen fest. Der Panzerkraftwagen V von MAN hieß damals ebenfalls „Panther“ und dieser „Panther“ wurde 1943 in Reaktion auf den sowjetischen T-34 vor allem an der Ostfront für den Vernichtungskrieg eingesetzt. Die Bandera-Linke, die Oliv-Grünen, die CDU und die FDP, die Lohnschreiber von der FAZ bis zur TAZ, von der ARD bis zum ZDF, sie alle wollen keinen „Diktatfrieden“ in der Ukraine, sie wollen den totalen Krieg und den Endsieg über Russland und so verwundert es auch nicht, dass sich niemand aus diesen Reihen über die Namensgebung von Rheinmetall aufregt. Reaktionärer Geschichtsrevisionismus und widerliche Geschichtsvergessenheit sind nun wieder en vogue.

Russland ist nicht die Sowjetunion, aber Russland ist deren Rechtsnachfolger und Russland führt einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der zu kritisieren ist, wie die völkerrechtswidrigen Kriege der USA und der Nato zu kritisieren sind. Ich werde mich niemals, bei aller Kritik an Russland, mit einem Staat solidarisieren der den antisemitischen Massenmörder Stepan Bandera wie einen Nationalheiligen verehrt und ich habe nicht vergessen wie die USA während der Kuba-Krise reagiert haben. Als der Irak 1980 den Iran überfallen hat wäre ich nie auf die Idee gekommen mich mit dem Iran zu solidarisieren und mich für Waffenlieferungen für den Iran einzusetzen.

Weil Nazideutschland mit den Kollaborateuren der Westukraine einen rassebiologischen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion mit dem Ergebnis von 27 Millionen ermordeter Sowjetbürger geführt aber verloren hat, meinen grenzdebile Bellizisten, sei bedingungslose Solidarität mit der Westukraine erste Bürgerpflicht für ihre Wiedergutwerdung und den nicht mehr möglich gehaltenen Sieg im 2. Weltkrieg. Wenn das der Führer hätte erleben dürfen.

 

Quellen: Erich Später – Der dritte Weltkrieg, Die Ostfront 1941-45 | Hamburger Institut für Sozialforschung – Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944 | Ian Kershaw – Hitler 1889-1936  |  Ian Kershaw – Hitler 1936-1945 | Arno Lustiger – Stalin und die Juden | Bella Guttermann und Avner Shalev –  Zeugnisse des Holocaust Gedenken in Yad Vashem | Eliyahu Yones – Die Juden in Lemberg während des Zweiten Weltkriegs und im Holocaust 1939-1944 | Franziska Bruder – „Den ukrainischen Staat erkämpfen oder sterben!“ Die Organisation ukrainischer Nationalisten (OUN) 1929–1948 | Hans Mommsen – Von Weimar bis Auschwitz | Klaus Kellmann – Dimensionen der Mittäterschaft | Samuel P. Huntington – Kampf der Kulturen | Yaacov Lozowick – Hitlers Bürokraten | David Horowitz – Kalter Krieg | Léon Poliakov/Joseph Wulf – Das Dritte Reich und seine Diener, Auswärtiges Amt, Justitz und Wehrmacht, Dokumente und Berichte | Leopold Trepper – Die Wahrheit, Autobiographie des „Grand Chef“ der Roten Kapelle

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Die Bandera-Linke

27. Mai 2022

Seit rund dreißig Jahren ist die deutsche Linke gespalten in die antiimperialistische und in die ideologiekritische Linke. Ideologiekritiker kritisieren zurecht den zumeist antisemitischen Antiimperialismus leninistischer Prägung, den israelbezogenen Antisemitismus und den Antiamerikanismus, den Verrat an den freiheitlichen westlichen Werten und die Kumpanei mit dem Islamismus der antiimperialistischen Linken. Antiimperialistische Publikationsorgane sind beispielsweise die Junge Welt, das ND oder im extremen Fall die antizionistische Wochenzeitung „Der Freitag“ oder auch die verschwörungstheoretischen „Nachdenkseiten“. Gewisse Ideologiekritiker gehen andererseits in ihrer Verbundenheit mit den USA soweit sich auf die Seite des kubanischen Massenmörder Fulgencio Batista zu stellen und jede militärische Intervention, jeden Krieg der USA, jeden NATO-Einsatz, wie beispielshalber den Angriffskrieg gegen Jugoslawien bedingungslos zu unterstützen. Bis ins Jahr 2015 las man in der linken Monatszeitschrift Konkret einerseits antiimperialistische und andererseits islamkritische, proisraelische, ideologiekritische Artikel. Spätestens mit der Flüchtlingskrise von 2015 spaltete sich die ideologiekritische, pro-israelische Linke, während die Seite um die „Jungle World“, bei aller Kritik am Islam und aller Solidarität mit Israel, vor allem das Elend der Flüchtlinge thematisierte, blieb die islamische Ideologie, mit den unzähligen islamischen Terroranschlägen in Europa und der Welt für die Bahamas-Gruppe die größte Gefahr für ein friedliches und humanes Zusammenleben. Mit dem Krieg in der Ukraine kam es zu einer Annäherung und so konstituierte sich die sogenannte Bandera-Linke, deren Mitlieder in erster Linie aus dem Umfeld dieser beiden Zeitschriften kommen. Insofern unterscheidet man die Bandera-Linke (B – für Bahamas) und die Bandera-Linke (JW – JW für Jungle World).

Die Bandera-Linke (B) beruft sich größtenteils auf Karl Marx, sie sprechen sich untereinander mit „Genosse“ oder „Genossin“ an und fordern wie die Bandera-Linke (JW) gleichzeitig schwere Offensivwaffen für die Ukraine, die härtesten Sanktionen gegen Russland, sie grüßen sich mit Slava Ukraini (Ruhm der Ukraine), dem faschistischen Gruß der OUN, rekrutieren Freiwillige für den Kampf gegen die „russischen Untermenschen“ und verlangen den Eintritt der NATO in den Krieg gegen Russland. „Wenn der Atomkrieg kommt dann kommt er halt“, so der tollkühnere Teil der Bandera-Linken, die anderen Bandera-Linken erklären: „Wir wissen genau, dass Putin keine Atomwaffen einsetzen wird, weil: Das wäre ja Wahnsinn.“

Am 14.4.2022 veröffentlichte die Jungle World den Artikel „Aber Bandera“ – Die Begleitmusik zum Vernichtungskrieg, von Utz Anhalt. In seinem scheinintellektuellen Pamphlet verharmlost Utz Anhalt einerseits die monströsen Verbrechen des antisemitischen Massenmörders Bandera, sowie den heutigen Bandera-Kult in der Ukraine und halluziniert andererseits von Putins „Vernichtungskrieg“. Meinen Beitrag über die Verbrechen, die Massenmorde der OUN und des Bataillons Nachtigall verortet Utz Anhalt „offensichtlich direkt aus dem Darmausgang der Putinschen Propagandamaschine gezogen“. Damit leugnet Utz Anhalt wie so viele Bandera-Linke Banderas Verantwortung für die antisemitischen Massenmorde seiner westukrainischen Gruppierungen, was weiter nicht verwundert, denn im Dezember 2014 kooperierte Utz Anhalt in SoPos mit dem Journalisten und „Israelkritiker“ Georg von Grote.  Der radikale Israel- und Judenhasser Georg von Grote unterstellte neben vielen weiteren Ungeheuerlichkeiten Israel einen „Vernichtungskrieg“ (27.7.2014) mit „ethnischen Säuberungen“ (31.7.2014), bezeichnete den Zentralrat der Juden als „verbale Killertruppe“ (September 2012) und veröffentlichte in Jakob Augsteins antizionistischem „Freitag“ am 5.4.2012 seine „Nachgedanken“ zum israelfeindlichen Grass-Gedicht, worin er unter anderem schreibt: „Je öfter ich in Israel war, desto unschuldiger fühlte ich mich.“ Da wuchs zusammen was zusammengehört.

So gut wie alle Bandera-Linken haben naturgemäß ein großes Verständnis für den Bandera-Bewunderer Andrij Melnyk, weil dieser sich wie sie über die schleppenden Waffenlieferungen der Deutschen an die Ukraine beschwert. Neben vielen anderen Bandera-Linken postete in Facebook am 9. Mai 2022 ein Vertreter der Bandera-Linken (JW) den Botschafter der Ukraine in dem dieser als ein „Nachfahre der Opfer“ und sein Kontrahent in einer Diskussion, Harald Welzer als „Nachfahre der Täter“ bezeichnet wurde. Ist für Bandera-Linke der Antisemit Bandera, sind die antisemitischen Massenmörder der OUN, sind die Bataillone „Nachtigall“ und „Roland“ auch Opfer? Opfer von wem eigentlich? Wer Proteste von der Bandera-Linken erwartet, wenn der ukrainische Botschafter auf Twitter sein faschistoides Gedankengut, beispielsweise „Alle Russen sind unsere Feinde!“, verbreitet, der irrt, in solchen Fällen schweigen die Bandera-Linken wie die Fische.

Am 16. Mai 2022 postete ein Ukraine-Aktivist aus dem Umfeld und unter dem Jubel der Bandera-Linken (B) in den sozialen Medien eine Person mit einer in den schwarz-roten Farben der OUN gehaltenen Fahne und einem Davidstern. In der Tradition der antisemitischen, jüdischen, holocaustleugnenden Sekte Neturei Karta gibt es offenbar in der Ukraine eine jüdische Sekte die sich positiv auf den antisemitischen Massenmörder Stepan Bandera bezieht, was die Bandera-Linke (B) naturgemäß in Ekstase versetzt.  Eine Babka Yozhka bestätigte das Posting des Bandera-Linken am 17.5.2022 um 14.11 Uhr in folgender Art und Weise: „Bandera persönlich hatte keinen einzigen Juden ermordet, und auch keinen Befehl zum Ermorden der Juden je unterschrieben. Ihn „Massenmörder“ zu nennen ist eine Verleumdung.“ Die Ukrainerin Ekatarina Ackermann verbot sich jede Kritik an ihrem Idol Bandera und setzte etwas weiter unten in diesem Thread einen Lachsmiley zu den Büchern der Holocaustüberlebenden Simon Wiesenthal und Eliyahu Yones über den Holocaust in Lemberg und Galizien. Am 16. Mai 2022 um 16.28 Uhr meinte eine Нонна Кац: „Der Spruch „Zhidobandera“ kam von der russischen Seite, damit wollten die uns beleidigen, aber hat nicht geklappt!! Wir sind alle Zhidobandera wir lieben vom ganzen Herzen unsere Ukraine und wir sind Stolz Zhidobandera zu sein!! Und das kann ihnen jeder ukrainischer Jude sagen!“ Wie die antiimperialistische Linke ihre jüdischen Kronzeugen für die Dämonisierung Israel bedarf, so benötigten die Bandera-Linken ihre jüdischen Kronzeugen für ihre Relativierung oder Leugnung des Holocaust und anderer NS-Verbrechen.

Die Entstehungsgeschichte des Ukraine-Krieges von der NATO-Osterweiterung, dem Assoziationsabkommen, dem Maidan-Umsturz, dem Bandera-Kult bis hin zum Minsker Abkommen ist für die Bandera-Linke kaum ein Thema. Obwohl die NATO-Staaten rund zwanzig Mal so viel als Russland für ihr Militär ausgeben, ist die Bandera-Linke begeistert von der Ankündigung ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr aufzulegen. Für die Bandera-Linke ist Putin Reinkarnation und Synthese von Hitler und Stalin und den Krieg in der Ukraine bezeichnet die im besten Fall unzurechnungsfähige Bandera-Linke als „Genozid“ oder als „Vernichtungskrieg„. Die Doppelstandards der Bandera-Linken sind so offensichtlich wie die ihrer antiimperialistischen Gegner beim Thema Israel.

Die Bandera-Linke bringt es fertig den Imperialismus-Begriff der Antiimperialisten gegen die USA zu kritisieren um ihn bei Russland selbst zu verwenden. Jede Meldung über Kriegsverbrechen aus Kiew wird völlig unkritisch als die absolute Wahrheit und alles was aus Moskau dazu kommt als unfassbare Lüge dargestellt. Bandera-Linke verurteilen zurecht die russische Propaganda, aber Kritik an der Einheitsmeinung in den Medien von ARD bis ZDF, von Maischberger bis Anne Will ist ihnen ein Sakrileg. Die Bandera-Linke verrät für ihre Staatsraison alle ihre Ideale, ihr Opportunismus ist notwendig um sich endlich mit dem Mainstream zu versöhnen. Annalena Baerbock, die in bester deutscher Tradition einen „Diktatfrieden“ mit Russland ablehnt, vor „Kriegsmüdigkeit“ warnt und die Atommacht Russland aus der Krim und dem Donbass vertreiben will, ist die Jeanne d’Arc der Bandera-Linken. Bundeskanzler Scholz wird von der Bandera-Linken verachtet, weil dieser, aus ihrer Sicht, die Waffenlieferungen an die Ukraine vorsätzlich verzögert. In Punkto Geschichtsrevisionismus marschieren die oliv-grüne TAZ Seite an Seite mit der Bandera-Linken. So halluzinierte am 9.5.2022 in der TAZ die russische Dissidentin Julia Latynina, in ihrem Artikel „Putin ist der zweite Stalin“ unter anderen Niederträchtigkeiten: „Die tatsächliche Geschichte des Zweiten Weltkrieges ist, dass Stalin diesen Krieg geplant hatte, der die ganze Welt erfassen und erst enden sollte, wenn auch noch die letzte argentinische Sowjetrepublik ein Teil der UdSSR geworden sein würde. Er hatte diesen Krieg geplant – lange bevor Hitler an die Macht kam.“

Wie sehr die Bandera-Linke im Schoß der deutschen Gesellschaft angekommen ist, belegt beispielshalber die folgende Ungeheuerlichkeit. Am Holocaustgedenktag am 28.4.22 um 20.11 Uhr moderierte Judith Rakers in der Tagesschau den Bericht „Marsch der Lebenden erinnert an den Holocaust“ an:  „… tausende Menschen gingen dabei den Weg von Auschwitz nach Birkenau, zum Ort des größten deutschen NS-Vernichtungslagers. Unter den Teilnehmern waren in diesem Jahr neben mehreren Holocaustüberlebenden auch Flüchtlinge aus der Ukraine.“ Dann der Tagesschau-Sprecher des Berichts: „Vlada hat die ukrainische Fahne mitgebracht. Zu diesem Marsch der Lebenden wurden auch ukrainische Flüchtlinge eingeladen. Der Krieg in ihrer Heimat ist für die 14-jährige Jüdin immer präsent.“ Dann das Mädchen: „Das was in jeder Region in meiner Heimat geschieht ist ein unvorstellbares Grauen. Ich habe mich mit der Geschichte des Holocaust beschäftigt. Der Genozid der damals stattfand und das was jetzt passiert ist doch im Prinzip das gleiche.“ Darauf der Sprecher: „Vlada ist mit ihrer ganzen Familie vor dem Krieg geflohen. Heute wollen Sie am Marsch der Lebenden teilnehmen, um der Opfer des Holocaust zu gedenken. Aus Sicht der Shalom-Flüchtlingshilfe erwachsen aus der Geschichte Verpflichtungen“ So geht es noch Minuten weiter und erst am Ende sagt der 96-jährige Holocaustüberlebende in einem kurzen Satz: Auschwitz ist mit nichts zu vergleichen.

Damit nicht genug. Die Entmenschlichung von Russen ist mittlerweile auf allen Kanälen zu beobachten. Im ZDF meinte am 14.4.2022 beispielshalber eine Florence Gaub bei Markus Lanz: „Wir dürfen nicht vergessen, dass, auch wenn Russen europäisch aussehen, dass es keine Europäer sind, … sie einen anderen Bezug zur Gewalt haben, einen anderen Bezug zum Tod haben.“ Dass „Russen keine Menschen sind“ durfte sie im ZDF noch nicht sagen. Man stelle sich nur vor in der ARD oder im ZDF würde jemand vergleichbares über Araber oder Türken sagen.

Russland hat wie die Ukraine massive Demokratiedefizite, Oligarchen bestimmen die Politik und in der Korruptionsstatistik sind beide Länder kaum voneinander entfernt. Russland führt trotz der Vorgeschichte einen nicht zu rechtfertigenden Angriffskrieg, mit Islamisten und Kriegsverbrechen gegen Kiew wie auch die NATO oder die USA so manch einen ungerechtfertigten Angriffskrieg mit unzähligen, unschuldigen getöteten Zivilisten geführt haben. Weder die USA noch Russland haben jemals einen Genozid verbrochen oder einen Vernichtungskrieg geführt wie ihn Nazideutschland geführt hat. Der Bandera-Linken sei deshalb ins Stammbuch geschrieben:

Am 22. Juni 1941 begann der deutsche Überfall auf die Sowjetunion. Die deutsche Wehrmacht führte von 1941 bis 1944 einen rassebiologischen Vernichtungskrieg gegen Juden, Kriegsgefangene und die Zivilbevölkerung, dem Millionen zum Opfer fielen. Der Überfall auf die Sowjetunion wurde von der deutschen Propaganda als europäischer Kreuzzug zur Verteidigung der europäischen Kultur gegen den „jüdischen Bolschewismus“ gefeiert.  Dieser Krieg verlange ein „rücksichtsloses und energisches Durchgreifen gegen bolschewistische Hetzer, Freischärler, Saboteure, Juden und die restlose Beseitigung jedes aktiven und passiven Widerstandes“.  Von insgesamt 5,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen starben drei Millionen nach ihrer Gefangennahme indem sie verhungerten, erfroren, an Seuchen starben oder auf Todesmärschen erschossen wurden.

Vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944 wurde die sowjetische Stadt Leningrad von den deutschen Soldaten der Heeresgruppe Nord belagert, das Ziel der Deutschen war die Leningrader Bevölkerung systematisch verhungern zu lassen. Alleine während der 900-tägigen Belagerung kamen von drei Millionen Menschen in Leningrad etwa 1.100.000 „Untermenschen“ ums Leben, die meisten starben an Unterernährung und Unterkühlung. 27 Millionen Sowjetbürger wurden durch den deutschen Überfall ermordet, mehr als die Hälfte davon hinter der Front, ehe es der Roten Armee gelang Auschwitz und die Sowjetunion zu befreien.

In der Westukraine wurden die deutschen Truppen von der überwältigenden Mehrheit enthusiastisch als Befreier begrüßt. Besondere Huldigungen erfuhr das aus ukrainischen OUN-Nationalisten bestehende Bataillon „Nachtigall“, das als „Stepan Bandera Bataillon“ gefeiert und nicht nur mit Blumen, sondern auch mit Kniefällen und Gebeten empfangen wurde. „Erschlagt die Juden und die Kommunisten!“ war auf den Anschlägen in Lemberg und in der Westukraine zu lesen und „Lang lebe Stepan Bandera, lang lebe Adolf Hitler!“

Der Antisemit Stepan Bandera war offiziell im Juni 1934 zum Führer der faschistischen und antisemitischen OUN aufgestiegen. Die OUN verachtete die Demokratie, kämpfte für eine unabhängige, autoritär und totalitär nach dem Führerprinzip regierte Ukraine. Der OUN ging es nicht nur um die Vertreibung der Juden und der Polen für eine homogene Ukraine, sondern um die Vernichtung der Juden in der Ukraine. Bereits Anfang der 1930er Jahre organisierte die OUN einen Boykott gegen Geschäfte von Polen und Juden und ging mit Gewalt gegen diese Geschäfte vor, jüdischen Geschäften wurden die Scheiben eingeworfen und die Wohnhäuser von Juden wurden niedergebrannt. In einem Liedtext der OUN heißt es: „Die Juden werden wir abschlachten, die Polen erdrosseln, aber die Ukraine müssen wir erkämpfen.“

Die größten Gewaltexzesse in der Westukraine ereigneten sich in Lemberg, Ternopil und Zolochiv. Im weiteren Verlauf des Krieges ermordeten die Deutschen mit ihren ukrainischen Gehilfen, Stepan Banderas OUN und UPA alleine in der Region um Lemberg 400.000 Juden und 140.000 russische Gefangene. Die jüdische Gemeinde Galiziens, mehr als 540.000 Menschen, wurde fast vollständig ausgelöscht. Maximal drei Prozent der galizischen Juden haben den Terror überlebt. Ukrainische Hilfspolizisten der Wehrmacht und die Verbände der OUN beteiligten sich am Völkermord und exekutierten noch im Frühjahr 1944 in die Wälder geflüchtete Juden.  Auf eigene Initiative ermordeten Banderas UPA-Einheiten etwa 100.000 Polen und vertrieben weitere Tausende aus der Westukraine. Stepan Bandera war bis zu seinem Tod der unumstrittene Führer der OUN und der UPA.  Die größte Bevölkerungsgruppe von Lemberg, dem heutigen Lwiw hatten in den 1930er Jahren mit 50 Prozent die Polen gestellt, die zweitgrößte mit mehr als 32 Prozent die Juden, nur knapp 16 Prozent waren Ukrainer. „Nach der Befreiung durch die Rote Armee waren noch 0,3 Prozent der Ukrainer Juden. Die anderen waren dem Engagement ihrer Landsleute zum Opfer gefallen, die sich als „westlich“ und „europäisch orientiert“ dem deutschen Vernichtungskrieg gegen Juden und russische „Untermenschen“ angeschlossen hatten“, schrieb Hermann L. Gremliza in Konkret 1/2014.

Auf dem Territorium der heutigen Ukraine lebten ungefähr 2,7 Millionen Juden, 1,6 Millionen wurden von den deutschen Besatzern und den ukrainischen Gehilfen ermordet. Rund 100.000 Juden überlebten im Untergrund in den Wäldern und bei den Partisanen. Für rund 900.000 Juden, vor allem aus der Ostukraine schuf der Widerstand der Roten Armee im Sommer und Herbst 1941 die Möglichkeit zur Flucht ins Innere der Sowjetunion. Für die Ermordung von etwa 1,8 Millionen Juden und etwa 50.000 Roma während der Aktion Reinhardt brauchten die Nationalsozialisten wenig eigenes Personal, denn rund 1.000 ukrainische und litauische Freiwillige wurden im Ausbildungslager Trawniki für den Judenmord in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka vorbereitet, John Demjanjuk war einer von ihnen. Nazi-Deutschland verfolgte und ermordete für ihren Völkermord an den Juden systematisch und mit industriellen Methoden mit seinen willigen Vollstreckern über sechs Millionen Juden.  Während Stepan Bandera in Israel, in Polen und in der Sowjetunion als Kriegsverbrecher gesucht wurde, bot ihm die Bundesrepublik, wie so vielen anderen antisemitischen Kriegsverbrechern nach 1945 Unterschlupf in München und in der Westukraine wird der antisemitische Massenmörder Bandera heute mit Gedenktagen, überdimensionalen Denkmälern, Straßennamen und Feiertagen als Nationalheiliger geehrt.

Die Bandera-Linke verharmlost, verschweigt oder leugnet den hunderttausendfachen antisemitischen Massenmord durch Stepan Banderas OUN, dem von ihm aufgestellten Bataillon Nachtigall und den heutigen Heldenkult um Bandera in der Westukraine. Für die Bandera-Linke, wie für Friedrich Merz von der CDU, für die Rüstungslobbyistin Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP und nicht zuletzt für die Oliv-Grünen verteidigt die Ukraine, die 2018 den Geburtstag von Bandera im Parlament von Kiew pompös gefeiert hat,  mit ihrem undemokratischen Oligarchensystem, ihrem antirussischen Sprachengesetz, ihren Parteiverboten für prorussische und kommunistische Parteien, ihren Bandera-Denkmälern, ihrem Bandera-Kult mit all seinen Auswirkungen, ihrem Asow-Regiment fern jeder Realität und also absurderweise die westlichen Werte. Dass die Ukraine in der Bewertung von wahrgenommener Korruption nach dem CPI Index im Jahr 2021 mit 32 Punkten auf Platz 122 von 180 untersuchten Staaten steht interessiert die Pseudolinken genauso wenig wie ihre Gesinnungsgenossen von Annalena Baerbock bis Friedrich Merz. Damit ist eindrucksvoll belegt, es ist endlich zusammengewachsen was zusammengehört.

Für die Bandera-Linke muss der Stellvertreterkrieg zwischen Russland und den USA in der Ukraine mit einem Morgenthau-Plan und der territorialen Zerschlagung Russlands enden, jeder Geländegewinn in der Ostukraine, jedes versenkte russische Kriegsschiff wird wie ein Sieg in einem Fußballspiel gefeiert. Die Bandera-Linke blinkt links und biegt gleichzeitig scharf rechts ab und überholt dabei sogar auf ihrem Weg in den braunen geschichtsrevisionistischen oder holocaustleugnenden Sumpf Alexander Gauland. Im Juni 2018 sorgte bekanntlich Alexander Gauland von der AFD noch für Empörung als er sagte die Zeit des Nationalsozialismus sei ein „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte. Insoweit ist die Bandera-Linke voll kompatibel mit Ernst Nolte und seinem „kausalen Nexus“.

Viele Antiimperialisten werden den Juden Auschwitz nie verzeihen, die Bandera-Linke wird den „russischen Untermenschen“ die deutsche Niederlage in Stalingrad nicht vergeben und so hat der deutsche Erinnerungsabwehrantisemitismus eine neue Stufe erreicht. Erkennbar versucht die Bandera-Linke mit ihren Gesinnungsgenossen von den Grünen den 2. Weltkrieg zumindest im Osten doch noch zu gewinnen und sie hat dabei ARD und ZDF und so gut wie alle Lohnschreiber von der FAZ bis zur Springer-Presse auf ihrer Seite. Die Bandera-Linke (B) kritisiert zurecht die verschiedensten Formen des Antisemitismus. Wenn einer der ihren aus finanziellen Gründen, wie Magnus Klaue, mit einer antisemitischen Zeitung kooperiert, dort rund 100 Artikel veröffentlicht, dann wird kollektiv verschämt weggesehen. Dieser sehr deutsche Korpsgeist kommt der Bandera-Linken bei der aktuellen Verharmlosung oder der Leugnung der antisemitischen Massenmorde durch Bandera nun vermeintlich zugute, denn in der Bandera-Linken sind die Reihen geschlossen.

Zur „Deutschen Ideologie“ bemerkte bereits 1846 der Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler Karl Marx: „Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken, d.h. die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht. Die Klasse, die die Mittel zur materiellen Produktion zu ihrer Verfügung hat, disponiert damit zugleich über die Mittel zur geistigen Produktion, so dass ihr damit zugleich im Durchschnitt die Gedanken derer, denen die Mittel zur geistigen Produktion abgehen, unterworfen sind.“

Am 12. Mai 2022 jammerte  in den sozialen Medien ein junger Aktivist der Bandera-Linken (B), dass sein Mitgliedsbeitrag für ein Fitnessstudio während des laufenden Vertrages von 19,95 Euro auf 24,95 Euro erhöht wurde: „Die McFIT-Mafia in Aktion, die mitten im laufenden Vertrag die Kosten erhöht und gleichzeitig rückwirkend den Mitgliedern das mitteilt.“  Große Teile der Bandera-Linken haben neben allen beschriebenen Widerlichkeiten bekanntermaßen keinerlei Ahnung von Ökonomie. Dass die Sanktionen gegen Russland die Energiepreise massiv erhöhen und es zu einer gigantischen Inflation, zu steigenden Preisen auf allen Ebenen, mit Ausnahme der Löhne versteht sich, und letztlich zu erhöhter Arbeitslosigkeit kommen wird, kommt den Pseudo-Ideologiekritikern nicht in den Sinn. Die Mitglieder der Bandera-Linken sind überwiegend noch sehr jung und die Konfrontation mit den Gesetzen des Marktes mit Inflation oder Stagflation können junge Menschen durchaus hart treffen, aber nicht nur deshalb gilt für die Bandera-Linke der Kälbermarsch von Bertolt Brecht:  „Hinter der Trommel her – Trotten die Kälber – Das Fell für die Trommel – Liefern sie selber – Der Schlächter ruft: Die Augen fest geschlossen – Das Kalb marschiert – In ruhig festem Tritt  – Die Kälber, deren Blut im Schlachthaus schon geflossen – Marschieren im Geist in seinen Reihen mit.“

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Der westukrainische Massenmörder Stepan Bandera und seine heutigen Adepten

20. April 2022

„Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“ Bertolt Brecht – Leben des Galilei

Am 3. April twitterte der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk: “Weder die Russen, noch die Deutschen haben das Recht zu bestimmen, wen die Ukrainer als Helden verehren. Stepan Bandera & Hunderttausende meine Landsleute kämpften sowohl gegen Hitler, als auch gegen Stalin für den Staat. Lasst uns in Ruhe mit euren Belehrungen.“ Am 17.10.2015 legte Andrij Melnyk im Beisein vieler Gesinnungsgenossen in einer feierlichen Zeremonie Blumen am Grab von Bandera im München nieder. Am 20.3.2022 verteidigte Melnyk das faschistische Asow-Regiment: “Mariupol wird mutig verteidigt. Und zwar vom Asow-Regiment. Jetzt verstehen Sie, warum die Russen sich in die Hosen machen, wenn sie das Wort “Asow” hören.“ Andrij Melnyk ist mit seiner Bandera-Verehrung und seinem Russenhass freilich nicht allein, in der Westukraine wird dem NS-Kollaborateur wie einem Halbgott gehuldigt und auch in Deutschland gibt es immer mehr Bandera-Versteher.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion bildeten sich in der Ukraine mächtige und korrupte Wirtschaftsoligarchien und so bestimmen Oligarchen seither die Politik in der Ukraine. Die Ukraine war und ist ethnisch und politisch ein gespaltenes Land, gespalten in die prowestliche Westukraine, in der ukrainisch gesprochen wird und die prorussische orthodoxe Ostukraine in der viele ethnische Russen leben und in der russisch gesprochen wird. Im Jahr 1990 kam der Bandera-Kult verstärkt in die Westukraine zurück, in seinem Geburtsort Staryj Uhryniw wurde das erste Bandera-Denkmal enthüllt dem 47 weitere mächtige Heldendenkmäler folgten. Das Bandera-Denkmal in Lwiw misst sieben Meter vor einem 30-Meter-Bogen. In Iwano-Frankiwsk beispielsweise ist ein Bandera-Denkmal auf einem 4,8-Hektar-Areal errichtet und neben den Denkmälern und Tafeln wurden Hunderte von Straßen nach Stepan Bandera benannt. In Lwiv, dem ehemaligen Lemberg wurde eine Stepan-Bandera-Straße neugestaltet. Das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit gab dafür einen Zuschuss von 72.000 Euro. Außer den Denkmälern entstanden seit 1990 sechs Bandera-Museen an mit seinen Lebensphasen verbundenen Orten. Unzählige Bandera huldigende Hagiografien wurden über ihn publiziert, Briefmarken mit seinem Konterfei herausgegeben, Musikfestivals und Jahre nach ihm benannt.

2018 wurde in der Rada, dem Parlament der Ukraine Banderas Geburtstag pompös gefeiert und sein Geburtstag zum Feiertag erhoben. In den Schulen wird den Kindern das „heldenhafte“ Leben Banderas eingetrichtert, seine Ideologie wird in den ukrainischen Schulen mit wie die Muttermilch eingegeben. Ethnische Russen der Ostukraine bekommen dementsprechend seit vielen Jahren kein Zimmer in der Westukraine und der Zutritt in die dortigen Lokale wird „Russen“ verwehrt, pro-russische Parteien und Fernsehsender der Ostukraine wurden verboten, pro-russische Politiker eingesperrt und das russische Sprachengesetz, das seit Januar 2022 in Kraft getreten ist, um die russische Sprache zu bekämpfen, ist zutiefst undemokratisch und dem friedlichen Zusammenleben nicht gerade förderlich. Zudem hat die Rada im Jahr 2018 ein Gesetz durchgewunken wonach die Polizei und die Streitkräfte sich mit der faschistischen OUN-Phrase „Slawa Ukraini! Herojam Slawa!“ begrüßen müssen.

In dieses rechtsextreme Narrativ passen die ukrainischen Erzählungen über die große Hungersnot, die sich 1932 und 1933 in der sowjetischen Ukraine ereignet hatte, der zwischen drei und vier Millionen Ukrainer zum Opfer gefallen waren. Die Hauptursache für die Hungersnot war die stalinistische Zwangskollektivierung, die allerdings auch eine hohe Zahl von Hungertoten außerhalb der Ukraine verursachte. Die ukrainischen Nationalisten leugneten seit jeher ihre Beteiligung am Judenmord, die Fernsehserie „Holocaust. Die Geschichte der Familie Weiss“ von 1978 bereitete dieser Legende öffentlichkeitswirksam Probleme, weil ukrainische Polizisten als Judenmörder gezeigt wurden. Die Mörder fühlten sich bloßgestellt und führten eine Kampagne gegen Hollywood und Historiker, die bis heute anhält. Mit einer Gegenstrategie wurde behauptet das „ukrainische Volk“ sei selbst das Opfer durch einen „anderen Holocaust.“ Die OUN-Kollaboration im Holocaust sollte und soll offenbar mit dem Leiden der ukrainischen Bevölkerung verschleiert werden. In zahlreichen Publikationen der OUN und deren Sympatisanten wurde behauptet, dass durch die Hungersnot mindestens 6 Millionen Ukrainer durch Stalin und seine jüdischen Kommissare ermordet worden seien. Bewusst wurde auf die Zahl 6 Millionen angespielt, um den Holocaust zu relativierten und die Leiden der ukrainischen Bevölkerung in den Vordergrund zu rücken. Die Wortschöpfung „Holodomor“, die Begriffe der nordamerikanischen Ukraine-Diaspora vom „Hunger-Holocaust“ oder „ukrainischen Holocaust“ machen die Holocaustrelativierung zudem deutlich. 1986 erschien in einem Verlag von UPA-Veteranen eine Schrift, in der behauptet wird „zionistische Juden“ hätten die Hungersnot als „wirklichen Holocaust“ veranlasst, bei dem „jüdische Bolschewisten“ Christen ermordet hätten.

Im Februar 2014 stürzten die prowestlichen und rechtsextremistischen Kräfte der Westukraine mit massiver politischer, finanzieller und militärischer Hilfe der USA und Deutschlands die demokratisch gewählte pro-russische Regierung unter Janukowitsch. Die Rechtsextremisten des „Rechten Sektors“ und die antisemitischen Nationalisten von Swoboda um Oleh Tjahnybok gehörten zu den treibenden und entscheidenden Kräften des Maidan-Umsturzes. Rund 15.000 fanatisierte Menschen unter schwarz-roten Fahnen des Nazi-Kollaborateurs Bandera oder den Fahnen des Nachtigall-Bataillons zogen durch das Zentrum der Hauptstadt. Über zwei Monate dauerte die Belagerung des „Unabhängigkeitsplatzes“, bei der mit Pfeilen und Pflastersteinen auf Polizisten geschossen und geworfen und mit Brandsätzen auf Katapulten die Macht der Straße demonstriert wurde. Brennende Autobusse, herausgerissene Pflastersteine und Barrikaden mit Autoreifen prägten das Straßenbild und das oppositionelle Dreierbündnis von Swoboda, UDAR und der Allukrainischen Vereinigung „Vaterland“ übernahm mit Gewalt die Macht. Infolge des Maidan-Umsturzes spaltete sich nach einem Referendum die Krim in Richtung Russland ab und die ethnischen Russen der Ostukraine riefen die unabhängigen Republiken Donezk und Luhansk aus. Seit nun über acht Jahren terrorisieren überwiegend rechtextreme Einheiten wie das Asow-Regiment mit Hakenkreuzen auf den Stahlhelmen die pro-russische Bevölkerung in diesen Gebieten mit weit über 10.000 Toten.

Die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) wurde 1929 in Wien von ukrainischen Veteranen des Ersten Weltkrieges gegründet, sie war ein Zusammenschluss der Ukrainischen Militärischen Organisation (UWO) mit verschiedenen kleineren rechtsextremen ukrainischen Gruppen.  Unter dem führenden Ideologen Dmytro Donzow orientierte sich die OUN am italienischen Faschismus und am deutschen Nationalsozialismus. Sie befürwortete totalitaristische Prinzipien in Staat und Gesellschaft und übernahm das Führerprinzip. Der gemeinsame Antisemitismus führte zu engen Kontakten zwischen der OUN und der NSDAP. Das Motto der OUN war: „Den ukrainischen Staat erkämpfen oder sterben!“ Die Ideologie der OUN war eine Mischung aus Ultranationalismus, Faschismus, Antisemitismus, Rassismus und revolutionär-aufständischem Geist. Die klar definierten Feinde waren Polen und Russland, bzw. die Sowjetunion und die polnische, russische und jüdische Bevölkerung, die in den „ukrainischen Territorien“ lebte. Bereits 1934 verfasste Mykola Kolodzinskyj in einem Ausbildungslager in Italien mit der faschistischen Ustascha für die OUN eine Schrift mit der Forderung Juden und Polen aus der Ukraine zu vertreiben. Die Legion Ukrainischer Nationalisten führte den Gruß „Slawa Ukraini“ bzw. „Slawa Ukraini! Herojam Slawa!“ (Ruhm der Ukraine! Ruhm den Helden!) 1925 ein und die OUN hat den Ruf übernommen und geprägt, ab 1941 hoben die Mitglieder der OUN dazu den rechten Arm zu ihrem faschistischen Gruß.

Stepan Bandera wurde am 1. Januar 1909 in dem ostgalizischen Dorf Staryj Uhryniw, als Sohn eines griechisch-katholischen Priesters geboren. Bandera schloss sich zuerst der UVO und anschließend der OUN an, in der er schnell in die Führungsspitze aufstieg und Anfang 1933 zum „Führer“ der OUN gewählt wurde. Die OUN knüpfte Kontakte zur NSDAP und verübte in Polen Attentate gegen polnische Politiker um den polnisch-ukrainischen Konflikt anzuheizen. 1934 wurde Bandera wegen der Ermordung des polnischen Innenministers Bronisław Pieracki in Polen zum Tod verurteilt, die Strafe wurde jedoch in lebenslange Haft umgewandelt. Nach dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 spaltete sich die OUN in die OUN-B (B für Bandera) und die OUN-M (M für Melnyk). Die Mehrheit der jungen Nationalisten schloss sich der während der Pogrome in Galizien der aktiveren OUN-B an, während die OUN-M vor allem die Pogrome in der Bukowina organisierte. Bandera wurde aus dem Gefängnis befreit und arbeitete für den deutschen Geheimdienst unter dem Decknamen Konsul II, den Decknamen Konsul I. bekam Andrij Melnyk. Mit Wilhelm Franz Canaris, dem Chef der Abwehr, des Militärgeheimdienstes der Wehrmacht, stellte Stepan Bandera die Bataillone „Nachtigall“ und „Roland“ aus ukrainischen Kämpfern mit dem Verbindungsoffizier Theodor Oberländer auf.

Banderas OUN-Mitglieder aus Krakau besuchten 1940 bis 1941 Kurse der Sicherheitspolizeischule in Zakopane und der Polizeischulen in Krakau und Rabka. Die OUN-B organisierte sogenannte Marschgruppen, die nach dem Überfall auf die Sowjetunion hinter den deutschen Truppen eingesetzt waren um die Macht vor Ort zu übernehmen. Diesen Marschgruppen gehörten rund 800 Nationalisten an, darüber hinaus hatte die OUN-B rund 20.000 Mitglieder, die in über 3.000 Orten im westukrainischen Untergrund agierten. Rund 13.000 OUN-B Mitglieder waren in Ostgalizien und rund 5.000 in Wolhynien stationiert. Allein in Lemberg verfügte die OUN-B über 1.200 loyale Nationalisten und in der OUN-B Jugendorganisation lunatsvo waren 7.000 junge Getreue organisiert, zuzüglich der gewaltigen Zahl an OUN-Sympathisanten versteht sich.

Die Ukrainer nahmen auf Geheiß der Deutschen an dem Krieg gegen die Juden teil. Dies entsprach einer vom „zweiten großen Kongress der OUN“ (Banderas Fraktion) im April 1941 in Krakau angenommenen Resolution, welche die Juden als die „zuverlässigste Stütze des sowjetischen Regimes und als die Vorreiter des Moskauer Imperialismus in der Ukraine“ bezeichnete. Damit übernahm die ukrainische Organisation die Perspektive der Nationalsozialisten, die die Juden mit den Bolschewiken gleichsetzten („Judäo-Bolschewiken“ oder Żydo-Komuna auf Polnisch), und garantierte, dass das „Unternehmen Barbarossa“ für die Juden fürchterliche Konsequenzen haben würde. Die Resolution war zudem ein Treueeid der Ukrainer auf die NS-Ideologie.“, schreibt Eliyahu Yones in „Die Juden in Lemberg während des Zweiten Weltkriegs und im Holocaust 1939-1944“

Am 22. Juni 1941 überfiel Deutschland die Sowjetunion und in dem folgenden rassebiologischen Vernichtungskrieg wurden 27 Millionen Sowjetbürger ermordet, mehr als die Hälfte davon hinter der Front. In der Westukraine wurde der von der deutschen Propaganda als europäischer Kreuzzug zur Verteidigung der Kultur gegen den jüdischen Bolschewismus begeistert aufgenommen. Am 29. Juni 1941 hatte Reinhard Heydrich, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes, den Einsatzgruppen Folgendes schriftlich mitgeteilt: „Den Selbstreinigungsbestrebungen antikommunistischer oder antijüdischer Kreise in den neu zu besetzen Gebieten ist kein Hindernis zu bereiten.“ Die enge Zusammenarbeit zwischen ukrainischer Miliz und den Einsatzkommandos und die Involvierung der Bevölkerung in die Pogrome erlauben es nicht, eine genauere Zuordnung vorzunehmen. Noch vor dem Einmarsch der deutschen Truppen verübte Stepan Banderas OUN ein Massaker in Lemberg  mit über 7.000 ermordeter Juden und  Kommunisten.

Das Bataillon Nachtigall marschierte am 30. Juni 1941 in Lemberg ein. Die Soldaten, etwa achthundert ethnische Ukrainer trugen deutsche Uniformen mit blau-gelben Paspeln an den Schulterklappen. Alle deutschen Truppen wurden in Lemberg enthusiastisch begrüßt. Besondere Huldigungen erfährt das Bataillon „Nachtigall“, das als „Stepan Bandera Bataillon“ gefeiert und nicht nur mit Blumen, sondern auch mit Kniefällen und Gebeten empfangen wurde. Der israelische Historiker und damalige Zeitzeuge vor Ort Eliyahu Yones schreibt dazu: „Die ersten Einheiten der Wehrmacht betraten Lemberg am folgenden Tag, am Sonntag, den 30. Juni 1941. An diesem Morgen plakatierten die Ukrainer an Anschlagbrettern und Gebäudewänden großformatige Bekanntmachungen, die sie schon vorbereitet hatten. Sie hießen die deutschen Besatzer und den „großen ukrainischen Führer“ Stepan Bandera willkommen, die endlich eingetroffen waren, „um das Volk der Ukrainer von der Herrschaft der Juden und des NKVD zu befreien, welche die ukrainischen Bauern in den Dörfern niedermetzelten“. „Erschlagt die Juden und die Kommunisten!“ forderten die Anschläge. „Lang lebe Stepan Bandera, lang lebe Adolf Hitler!“

In den Gefängnissen von Lemberg waren antikommunistische Ukrainer inhaftiert, die ins Hinterland transportiert werden sollten. Am 25. Juni versuchten ukrainische Nationalisten sich gegen die abziehenden Sowjets zu erheben, und die politischen Gefangenen zu befreien. Der Aufstand misslang und das NKWD liquidierte tausende ukrainische Häftlinge. Kurz bevor die Sowjets Lemberg verließen, hatten sie das große Brygidki-Gefängnis und die anderen Haftanstalten in Brand gesetzt. Für die Morde des NKWD wurden die Juden Lembergs verantwortlich gemacht. Die Lemberger Juden gaben diesem ersten Pogrom den Namen „Gefängnisaktion“. Im Mittelpunkt der „Gefängnisaktion“ standen die jüdischen Zentren im inneren Stadtgebiet, und zwar folgende Straßen: Janowska, Gródecka, Zygmuntowska, Mickiewicza, Legionów, Żólkiewska, Balonowa, Zamarstynów, Misjonarska, Pod Dębem, Źródlana, Arciszewska und Kleparowska bis zur Janowska. Die Lemberger Juden wurden gezwungen die sich inzwischen zersetzenden Leichen aus den Gefängnisgebäuden herauszutragen und sie auf den Gefängnishof zu legen. Weitere inzwischen zusammengetriebenen Juden wurden aus den Kellern herausgeholt und auf den Gefängnishof gebracht, geschlagen und misshandelt. Grzegorz Rossolinski-Liebe schreibt über den Pogrom von Lemberg: „In den frühen Morgenstunden des 1. Juli drang die Miliz in Wohnungen der Juden ein und verhaftete vor allem die männlichen Bewohner. Andere wurden auf den Straßen aufgegriffen und in die Gefängnisse verschleppt. Die Juden wurden von den Milizionären und der aufgebrachten Bevölkerung misshandelt, beschimpft, mit Steinen beworfen und mit Fäusten oder Stöcken und Stangen geschlagen. Einige mussten unter Anweisung der Milizionäre den Weg kriechend bewältigen. Um auf das Gefängnisgelände zu gelangen, mussten die Opfer durch ein Spalier des auf sie einprügelnden Mobs gehen. Auf dem Gefängnishof wurde den Juden erklärt, sie müssten die Leichen aus den Gefängniskellern heraustragen und sie auf dem Hof aufreihen, damit sie von Verwandten identifiziert werden könnten. Einige Zuschauer beobachteten dabei, wie zwei jüdische Männer gezwungen wurden, die Leichen am Kopf und an den Füßen hochzuhalten und wie jüdische Frauen währenddessen die Leichen mit einem feuchten Lappen abwaschen mussten. Danach wurden die Frauen gezwungen, die Hände der Leichen hochzuheben und sie zu küssen.“

Unmittelbar nach dem Einmarsch der Deutschen kam es vor allem durch die ukrainische Miliz OUN zu Judenpogromen. Nach den Verhaftungen der Juden gab es als Höhepunkt der Quälereien ein immer wieder eingesetztes Ritual, durchgeführt vom Bataillon „Nachtigall“ der „Legion Ukrainischer Nationalisten“, das gestartet wurde mit dem Befehl: „Antreten zum Spießrutenlaufen.“ Auf deutschen Befehl hin stellten sich ukrainische Soldaten in einem Spalier auf und pflanzten ihr Seitengewehr auf. Der israelische Staatsbürger Abraham Goldberg hat an seine Verhaftung folgende Erinnerung: „Nach dem Aufladen gab ein Offizier den Befehl zum „Spießrutenlaufen“. Daraufhin stellten sich die Ukrainer in zwei Reihen auf, alle hatten Gewehre und pflanzten die Bajonette auf. Wir mussten durch die Reihen laufen, während sie mit den Kolben auf uns einschlugen und stachen. Mit mir waren etwa 500 Juden dort, und fast alle wurden von den Ukrainern erschlagen, auch meine beiden Freunde.“

Kurt Lewin schrieb in seinen Erinnerungen: „Ein Ukrainer prägte sich besonders in meiner Erinnerung ein. Er war sehr elegant gekleidet, trug ein wunderschönes, besticktes Hemd und hatte es auf unsere Gruppe abgesehen. Er schlug mit einem mit Eisen beschlagenen Stock. Nach einiger Zeit systematisierte er sein Schlagen und haute nur gegen die Köpfe. Mit jedem Schlag riss er Hautlappen ab. Einigen Menschen schlug er die Augen aus, riss die Ohren ab. Nach einer Weile brach der Stock. Ohne lange zu überlegen, packte er ein angebranntes Holzstück und schlug damit gegen den Kopf meines Nachbarn. Der Schädel platze und das Gehirn spritze in alle Richtungen, auch auf mein Gesicht und meine Kleidung.“

Alfred Monaster berichtete, dass am 1. Juli im Gefängnis in der Lackiego Straße schöne jüdische Frauen ausgesucht, vergewaltigt und anschließend getötet wurden. Zygmunt Tune und sein jüngerer Bruder wurden von ukrainischen Milizionären aus ihrer Wohnung mitgenommen und zum Gefängnis in der Zamarstynowska Straße verschleppt. Vor dem Gefängnis stand der Mob Spalier und schlug auf die vorbeigehenden Opfer ein. Im Anschluss prügelte das Bataillon Nachtigall auf sie ein. Nachdem sie alle Gegenstände, die sie bei sich führten, abgegeben hatten, wurden sie von Ukrainern mit Stöcken weiter malträtiert. Währenddessen mussten sie mit ihren Händen den Hof sauber machen, auf den immer mehr Juden gebracht wurden.

Ruzia Wagner erinnert sich wie jüdische Frauen und ältere Männer, die halb tot auf dem Hof lagen, mit Stöcken weiter geschlagen, getreten oder durch den Hof geschleppt wurden. Verwundete jüdische Frauen und Männer wurden entkleidet. Als die Täter einer Frau ihre gesamte Kleidung auszogen und sie mit Stöcken prügelten, wandten sich einige andere Juden an vorbeispazierende und fotografierende deutsche Soldaten mit der Bitte um Intervention. Die Soldaten hätten daraufhin geantwortet: „Das ist die Rache der Ukrainer“ und informierten sie noch voller Stolz, dass die Bilder im „Stürmer“ erscheinen würden.

Nicht nur in den drei Gefängnissen von Lemberg und auf den dorthin führenden Wegen, sondern auch in vielen anderen Teilen der Stadt wurden Juden am 1. Juli misshandelt, erniedrigt, verprügelt oder erschlagen. Felicja Heller erinnerte sich, wie ukrainische Milizionäre ihrer Nachbarin befahlen, eine Zahnbürste mitzunehmen, um Straßen zu bürsten, und wie Deutsche und Ukrainer einen Juden zwangen, den Hut abzusetzen, ihn mit Pferdemist zu beladen und wieder aufzusetzen. Irena Feinsilber sah rund zwanzig Frauen mit Besen, darunter ihre Mutter, die die Straße kehren mussten. Irenas Schwiegervater erzählte ihr, dass es Milizionäre mit blaugelben Armbinden waren, die ihre Mutter von der Wohnung abgeholt hätten.

Der deutsche Offizier Hans Schmidt beobachtete, wie „Judenfrauen kniend mit ihren Händen Glassplitter von einem Trottoire aufheben mussten“. Izydor Ferber erinnerte sich, wie auf einem Markt Juden gezwungen wurden, mit ihren Taschentüchern und bloßen Händen das Pflaster zu putzen und sie dabei heftig geschlagen wurden. Kazimiera Poraj war gerade auf dem Markt, als sie sah wie „ukrainisch-sprachige deutsche Soldaten“ eine Gruppe von Juden, unter anderem ihre Mutter, zwangen, mit ihrer eigenen Kleidung Toiletten zu reinigen. Dabei wurden sie mit Kabeln so lange geschlagen, bis sie blutig waren. Eine andere Gruppe musste, unter Kabelschlägen, mit den Händen Glassplitter von den Straßen aufheben und in zwei Wagen sammeln. Als einer der Wagen voll war, wurde er umgeworfen, und die Splitter mussten erneut unter Schlägen und Tritten aufgelesen werden.

Der Transportoffizier Hermann Teske notierte in seinem Tagebuch, dass er Juden sah, die an der Nase verletzt waren. Ein Ukrainer erzählte ihm, „dass es bei Pogromen üblich gewesen sei, den Juden zu ihrer Kennzeichnung den Nasenwirbel umzudrehen“. Später sah Teske selbst, wie der Mob Juden hetzte und die schmerzhafte Prozedur an ihnen durchführte. Unteroffizier Friedrich Brüggemann gab zu Protokoll, dass Juden aus den Fenstern ihrer Wohnungen geworfen wurden. „Jacob Gerstenfeld beobachtete aus dem Fenster seiner Wohnung, wie „alte Leute, Kinder und Frauen unter einem Hagel von Schlägen gezwungen wurden, Pflastersteine auszureißen und den Dreck der Straße von einer Stelle zu einer anderen zu schieben. Eine Frau wurde an einen arbeitenden Mann festgebunden. Unter Schlägen wurden beide gezwungen jeweils in die entgegengesetzte Richtung zu laufen. Als ein Jugendlicher ohnmächtig hinfiel, wurden andere dazu aufgefordert, ihn lebendig zu begraben.“, schreibt Grzegorz Rossolinski-Liebe zu den Pogromen in Lemberg.

Am 25. Juli kam es in Lemberg zu den sogenannten Petljura-Tagen. Der ukrainische Politiker und Armeeführer Symon Petljura wurde von Sholom Schwarzbard am 25. Mai 1926 in Paris ermordet, als Racheakt für Pogrome, die Petljuras Truppen 1919 in der Ukraine begangen hatten und Sholom Schwarzbards Familie wurde von Petljura ausgelöscht. Das Gericht sprach Schwarzbard frei. Das Attentat und mehr noch das Urteil ließen Petljura bei den damaligen und heutigen Nationalisten zum Märtyrer werden. Das Grab von Symon Petljura in Paris ist bis heute für „westlich orientierte“ ukrainische Politiker zum beliebten Anziehungspunkt geworden. Während des Pogroms verhaftete die ukrainische Polizei Juden in ihren Wohnungen und auf den Straßen und brachte sie zum Hof des Gefängnisses in der Lackiego Straße und zum Gestapogebäude in der Pelczynska Straße. Dort wurden die Opfer mit Stöcken und Eisenstangen geschlagen oder erschossen. Drei Tage durchkämmten die ukrainischen Nationalisten die jüdischen Bezirke Lembergs. Rund 2.000 Juden wurden in den Petljura-Tagen ermordet. Ein Teil der deutschen Soldaten in Lemberg war damit beschäftigt, die Pogrome mit dem Fotoapparat oder der Filmkamera zu dokumentieren. Dieses Material erschien später in der Wochenschau. Andere steuerten den Pogrom und ließen die Bevölkerung über Plakatierungen wissen, dass das Misshandeln von Juden erlaubt und erwünscht sei.

Die größten Gewaltexzesse in der Westukraine ereigneten sich in Lemberg, Ternopil und Zolochiv. Im weiteren Verlauf des Krieges ermordeten die Deutschen mit ihren ukrainischen Gehilfen, der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und der Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) alleine in der Region um Lemberg 400.000 Juden und 140.000 russische Gefangene. Nach der Besetzung Kiews wurden unter anderem in der Schlucht von Babij Yar zwischen dem 29. und 30. September mehr als 33 000 Juden, überwiegend Frauen, Kinder und Alte erschossen. Beteiligt an dem Massaker waren unter anderen das Sonderkommando 4a,  Kommandos des Polizeiregiments Süd und die ukrainische Miliz. Die jüdische Gemeinde Galiziens, mehr als 540.000 Menschen, wurde fast vollständig ausgelöscht. Maximal drei Prozent der galizischen Juden haben den Terror überlebt. Ukrainische Hilfspolizisten der Wehrmacht und Verbände der OUN beteiligten sich am Völkermord und exekutierten noch im Frühjahr 1944 in die Wälder geflüchtete Juden. Die OUN und die im Winter 1942 von ihr aufgestellte Ukrainische Aufständische Armee (UPA) waren teilweise mitverantwortlich und hauptverantwortlich für die Ermordung von 800.000 Juden. Auf eigene Initiative ermordeten die UPA-Einheiten etwa 100.000 Polen und vertrieben weitere Tausende aus der Westukraine. Stephan Bandera war bis zu seinem Tod der unumstrittene „Führer“ der OUN und der UPA.

Auf dem Territorium der heutigen Ukraine lebten ungefähr 2,7 Millionen Juden, 1,6 Millionen wurden von den deutschen Besatzern und den ukrainischen Gehilfen ermordet. Rund 100.000 Juden überlebten im Untergrund in den Wäldern und bei den Partisanen. Für rund 900.000 Juden, vor allem aus der Ostukraine schuf der Widerstand der Roten Armee  im Sommer und Herbst 1941 die Möglichkeit zur Flucht ins Innere der Sowjetunion. Für die Ermordung von etwa 1,8 Millionen Juden und etwa 50.000 Roma während der Aktion Reinhardt brauchten die Nationalsozialisten wenig eigenes Personal. Rund 1.000 ukrainische und litauische Freiwillige wurden im Ausbildungslager Trawniki für den Judenmord in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka vorbereitet, John Demjanjuk war einer von ihnen.

Weil Banderas Stellvertreter Jaroslaw Stezko am 30. Juni 1941 eine unabhängige Regierung für die Westukraine proklamierte wurde Bandera im Juli 1941 verhaftet und als so genannter Ehrenhäftling in Sachsenhausen festgesetzt. Im September 1944 wurde Bandera aus der Haft entlassen und nach dem Krieg floh der gesuchte Kriegsverbrecher nach München wo er unter falschem Namen weiterhin die Aktionen der OUN steuerte. München war nach dem Krieg ein sicherer Ort für NS-Kollaborateure  und Organisatoren der „Endlösung“. Der Vertriebenenministers Theodor Oberländer, selbst schwer belastet durch seine „Tätigkeiten“ im Battailion Nachtigall oder der muslimischen Einheit, des Sonderverbandes Bergmann, sorgte für die politische und finanzielle Unterstützung. Die OUN ermordete nach 1945 bis 1951 noch 35.000 Menschen in der Westukraine. Die terroristischen Mordaktionen richteten sich gegen Polizeikräfte, kommunistische Parteifunktionäre und gegen die Zivilbevölkerung, darunter vor allem die überlebenden Juden. Dieser Guerillakrieg wurde ab 1949 von der CIA unterstützt, die bis 1953 etwa 75 Exilukrainer per Fallschirm in der Ukraine absetzte. Stepan Bandera wurde am 15. Oktober 1959 in München von einem sowjetischen Agenten ermordet, seitdem gewann der Bandera-Kult erneut Auftrieb mit seinem vorläufigen aktuellen Höhepunkt. In der Westukraine wird Bandera mehr denn je verehrt und in der Ostukraine wird er seit jeher als Verräter, Massenmörder und Faschist wahrgenommen.

Der aktuelle Krieg Russlands mit all seinen Kriegsverbrechen gegen die Ukraine verändert die Welt. Viele Städte der Ukraine sind zerstört und tausende Menschen kamen und kommen ums Leben. Putin hat diesen Krieg bereits vor Jahren geplant und es steht zu befürchten, dass er seine Ziele erreichen wird. Putin führt nicht nur einen Krieg gegen die Ukraine er führt vor allem einen Krieg gegen den Westen. Während China höhere Weizenimporte aus Russland erlaubt und in den chinesischen Supermärkten das Mehl verramscht wird, sind in Europa die Mehlregale leer. Während Indien, China und diverse Länder in Asien und Südamerika das russische Öl und Gas abnehmen und abnehmen werden und der Rubel bereits jetzt wieder auf dem Stand vor dem Krieg ist, verzeichnen Europa und die USA bereits jetzt die größte Hyperinflation seit 40 Jahren. Deutschland und die USA haben sich verzockt und Russland hat sich perfekt auf diese Auseinandersetzung vorbereitet, hat alle möglichen Sanktionen eingerechnet und hat den Bruch mit dem Westen bereits vor Jahren beschlossen. Russland wird sich auf sehr lange Zeit mit China verbünden und den Westen nicht nur wirtschaftlich versuchen in die Knie zwingen. Tausende westliche Unternehmen werden den russischen Markt verlieren, die hohen Energiepreise und die Inflation in Europa werden die Konkurrenzfähigkeit im Weltmarkt schmälern und Arbeitslosigkeit und Armut vergrößern, ganz zu schweigen von den negativen Veränderungen in Afrika und den ärmeren Ländern dieser Welt.

Europa ist durch Putins Krieg nicht nur der finanzielle und der wirtschaftliche Verlierer, Europa und Deutschland sind dabei all ihre freiheitlichen Werte und die Demokratie zu verraten. Die deutschen Medien sind so uniformiert wie noch nie seit 1945. Der Antisemitismus in den öffentlich-rechtlichen Sendern ist legendär und bedarf kaum weiterer Belege, nach den antisemitischen Terroranschlägen in Israel vermeldete beispielsweise die Tagesschau ein Terrorist habe das Feuer eröffnet. „Ein Terrorist“ setzten die „Israelkritiker“ der Tagesschau in Anführungszeichen, das ZDF meldete: „Die Hintergründe für den Anschlag sind nicht bekannt“ und der BR sprach verharmlosend von einer „Kneipenschießerei.“ In genau diesen antisemitischen Anstalten von ARD und ZDF ist der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk, der Blumen am Grab des antisemitischen Massenmörders Stepan Bandera niederlegt, ein Dauergast. Kein einziger der Journalisten konfrontierte Melnyk in den unzähligen Auftritten in den Talkshows mit seiner Leidenschaft für einem antisemitischen Massenmörder, in einem Land in dem die Leugnung des Holocaust zurecht strafrechtlich verboten ist. Während in Deutschland russische Medien oder der Buchstabe „Z“ verboten, russische Literatur zurückgedrängt und russische Künstler mit Auftrittsverboten überzogen werden, darf ein Anhänger eines antisemitischen Massenmörders im Land der Täter ungehindert und beinahe täglich seine Propaganda verbreiten.

Während in den Medien von ARD bis RTL, von der FAZ bis zur Welt jede Meldung von Kiew ungefiltert übernommen wird, werden die Berichte von Menschen aus der Ostukraine, zum Beispiel aus Mariupol die vom Regiment Asow als menschliche Schutzschilde benutzt werden, offenbar unterschlagen. Das heftig umkämpfte Mariupol liegt im Südosten der Ukraine, rund 90 Prozent der Einwohner sind russischstämmig oder sprechen russisch. Der österreichisch-schweizerische Schriftsteller und Schach-Promotor Alexander Günsberg ist mit einer russischstämmigen Frau aus Mariupol verheiratet, sein Schwager und seine Schwiegermutter, viele Schulfreundinnen und weitere Verwandte von Günsbergs Frau leben in Mariupol. Günsbergs Vater Max Günsberg floh vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Hitlers Einmarsch in Österreich 1938 aus Wien in die Schweiz und war einer der vom St. Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger geretteten Wiener Juden. Alexander Günsberg schrieb am 17. März in der FB-Gruppe Israelfreunde: „…Ich konnte heute nach 7 Tagen zum ersten Mal wieder mit meinem Schwager in Mariupol telefonieren. Dort sind die Verhältnisse ganz andere als in Kiew oder Lemberg. Er und alle anderen, die von den Asow-Verbrechern als Geiseln gehalten wurden, wurden von den russischen Soldaten befreit und mit Wasser, Essen und Strom versorgt. Die Frauen küssen die russischen Soldaten wie bei der Befreiung von Paris. Im Theater, in dem ich mehrmals war, befand sich eine Asow-Kommandozentrale. Die Zivilisten benutzten sie als Schutzschild, nicht anders als in Gaza und ließen die Minen hochgehen, als die russischen Panzer kamen. Man muss bei uns einfach einmal begreifen, dass in der Ukraine zwei Völker mit gegensätzlichen Interessen leben. Präsident Zelensky, ein Jude, ist derart weit von seinem Judentum weggekommen, dass er trotz demonstrativer Besuche in Israel und bei Rabbinern den faschistischen Bandera-Kult unterstützt. Nicht umsonst lieben ihn Biden und die Europäer. Er ist ein Jude nach ihrem Geschmack. Solange die Ukraine den Russen in ihrem Land keine Autonomie gewährt, sie als Feinde betrachtet, die alle umgebracht gehören, wie es Julia Timoschenko und ihre Freunde öffentlich gesagt haben, und solange bewaffnete rechtsextreme Banden die Russen in der Ukraine terrorisieren, solange wird es keinen Frieden in der Ukraine geben. Die Juden sind für einmal nicht das Ziel der Angriffe und dank Zelensky werden sie auch nicht verteufelt oder als Schuldige hingestellt. Das kann sich sehr aber schnell ändern, wenn die Verbrechen der Asow-, Aidar- und Dobass- Regimenter auch im Westen ans Tageslicht kommen. …“

Alexander Günsberg berichtet des Weiteren von der Ermordung einer Schulfreundin und ihrer Tochter die sich aus dem Keller wagten durch ukrainische Schafschützen erschossen wurden und ähnlichen Verbrechen. In den sozialen Medien kursieren unzählige Handy-Videos die Vergleichbares belegen. All diese Nachrichten schaffen es weder in die Tagesschau noch in irgendeine Sendung der deutschen Mainstreammedien. Dem antirussischen Narrativ widersprechende abweichende Meldungen sind in der deutschen Medienlandschaft tabu. Wie lange wird es noch dauern bis ARD und ZDF, bis die Grünen, die CDU oder die FDP den deutschen Überfall auf die Sowjetunion als notwendigen Präventivkrieg darstellen werden?

Vor einigen Jahren behauptete der AFD-Politiker Alexander Gauland „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“ und nun relativeren und verharmlosen die Oliv-Grünen im Gleichschritt mit den Medien die Verbrechen Nazi-Deutschlands und seiner Kollaborateure. Anton Hofreiter und viele weitere Bandera-Versteher behaupten Russland führe in der Ukraine einen Vernichtungskrieg und im Sender RTL wird halluziniert, dass „Auschwitz nichts im Vergleich zu Butscha“ war.

Ein Nato-Linker aus dem Umfeld der „ideologiekritischen“ Bahamas zitiert Mariana Sadovska aus Köln und schreibt: „Eine unerschrockene Sängerin liest den Pausewang-Deutschen die Lewiten: „Natürlich haben wir große Angst, dass dadurch alles eskaliert und es zu einem Atomkrieg kommt und die ganze Welt un­tergeht. Aber wir können doch nicht so einen Verbrecher wie Putin davonkommen lassen, nur weil er mit der Atombombe droht. Wenn die Welt untergeht, weil wir der Ukraine helfen, dann soll es halt so sein!“ In der Jungle World macht sich ein Utz Anhalt für Bandera stark und relativiert wie folgt den Holocaust: „Wem dient dieses „Aber Bandera“-Brüllen also, während das russische Staatsorgan RIA Nowosti ganz offen den Plan eines Genozids in der Ukraine mit Neuaufbau nach putinschen Konstrukten vorstellt?“ Das Elend der „ideologiekritischen“ Linken ist mittlerweile am Tiefpunkt. Bandera-Linke beenden seit Monaten ihre Facebook-Postings mit dem faschistischen Gruß der OUN, mit „Slawa Ukraini!“

Anton Hofreiter von den Oliv-Grünen wird von den Medien hochgejubelt, weil er Bundeskanzler Scholz aggressiv dazu auffordert, endlich schwere Waffen an die Ukraine zu liefern. Bei einem EU-Treffen forderte die grüne Außenministerin Annalena Baerbock: „Was klar ist: Die Ukraine braucht weiteres militärisches Material, vor allem schwere Waffen“ Mit den schweren Waffen, wie dem Leopard sollen offenbar die abtrünnigen Republiken, die Krim und Mariupol zurückerobert und der Krieg verlängert werden. Für unzählige Kriegstreiber schade der Kanzler mit seinem Zögern dem Ansehen Deutschlands in Europa und der Welt. Muss für die Bandera-Versteher die Krim endlich wieder deutsch werden? Warum blieben die heutigen Bandera-Versteher während der völkerrechtswidrigen NATO-Bombardierung gegen Jugoslawien oder dem Irakkrieg mit einer Million Toten und der „Shock and Awe“-Taktik stumm wie die Fische? Warum hat damals niemand weitreichende Sanktionen gegen die NATO-Staaten oder die USA gefordert? Warum hat nur Israel Waffen an Serbien geliefert? Die Querfront von Alexander Gauland und der Bandera-Linken scheint jedenfalls geschlossen.

Welche europäischen Länder sind im deutschen Diskurs seit weit über 30 Jahren als deutschfreundlich markiert? Es sind genau die Nationen, die die Deutschen im Zweiten Weltkrieg zur Teilnahme an den Vernichtungsaktionen gegen Juden animieren konnten: Litauer, Letten, Ukrainer, Kroaten, Bosniaken und Albaner. Und welche Länder werden noch heute mit Misstrauen und Feindschaft belegt? Die tendenziösen Einheitsmeldungen der letzten 20 Jahre belegen, es sind die Russen und die Serben, es sind genau die Länder die den Nationalsozialismus am erbittertsten und mit dem höchsten Blutzoll bekämpften.

Einige der heutigen deutschen Kriegstreiber werden in nächster Zeit wegen den verdreifachten Energiepreisen, den steigenden Lebensmittelpreisen, wegen drohender Arbeitslosigkeit zu jammern beginnen. Solcherlei erwartbare Larmoyanz sollte mit einem gewaltigen Hohnlachen beantwortet werden: Die dümmsten Kälber wählen wie immer ihren Metzger selber.

Putins Ideologie, sein Angriffskrieg gegen die Ukraine, mit seinen Kriegsverbrechen und seinen Islamisten sind mit nichts zu rechtfertigen und zu verurteilen. Die ukrainische Regierung, die einen antisemitischen Massenmörder als Nationalhelden verehrt und eine Armee unterhält, die Hakenkreuze auf den Stahlhelmen und andere NS-Symbole auf den Uniformen präsentiert, ist keine Regierung mit der man sich gemein machten sollte. Wer wenige Jahrzehnte nach Auschwitz wie die hiesigen Bandera-Versteher den Bandera-Kult mit all seinen Auswirkungen der letzten 20 Jahre in der Ukraine verniedlicht, relativiert oder sogar leugnet und in einem Ukraine-über-alles-Wahn den Einsatz der Nato oder Offensiv-Waffen wie Leopard- oder Marder-Panzer fordert, was einen 3. Weltkrieg und Atomkrieg zur Folge haben könnte, offenbart seine ideologische Verwahrlosung und Verblödung in bemerkenswerter Weise.

Den Tod von Millionen von Menschen in Europa, den Tod meiner Nachbarn, Freunde und nicht zuletzt auch meinen Tod großzügig für eine vermeintliche Freiheit einer mir suspekten Regierung in Kauf zu nehmen nehme ich sehr persönlich. Die grenzenlose Dummheit und Geschichtsvergessenheit dieser nekrophilen Kriegstreiber, die offenbar wie die Islamisten den Tod mehr als das Leben lieben, macht mich fassungslos. Wie alle Antisemiten, Faschisten und Islamisten sind auch die Bandera-Versteher ein Frontalangriff auf die Zivilisation. Wenn Bandera-Versteher, eingeschüchtert durch selbstsüchtige und unterbelichtete Lohnschreiber, sich damit begnügen, wie die Lemminge jedes Gerücht nachzuplappern wird die Aufklärung zum Krüppel gemacht. Die Kluft zwischen euch und der Realität kann eines Tages so groß werden, dass euer Jubelschrei über irgendein gesunkenes Kriegsschiff von einem universalen Entsetzensschrei beantwortet werden könnte.

Quellen: Grzegorz Rossolinski-Liebe- Der Verlauf und die Täter des Lemberger Pogroms vom Sommer 1941- Jahrbuch für Antisemitismusforschung 22- Metropol-Verlag | Simon Wiesenthal – Recht, nicht Rache – Ullstein-Verlag | Eliyahu Yones – Die Juden in Lemberg während des Zweiten Weltkriegs und im Holocaust 1939-1944- Ibidem-Verlag | Erich Später – Die Befreiung der Nation – Ukraine über alles- Konkret-Verlag | Franziska Bruder -„Den ukrainischen Staat erkämpfen oder sterben!“ Die Organisation ukrainischer Nationalisten (OUN) 1929–1948 | Longerich, Jäckel, Schoeps – Enzyklopädie des Holocaust – Piper | Thomas Sandkühler – Das Fußvolk der »Endlösung«. Nichtdeutsche Täter und die europäische Dimension des Völkermords. »Aktion Reinhardt«: die Rolle der »Trawniki-Männer« und ukrainischer Hilfspolizisten

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

 

Putins Krieg

15. März 2022

„Die Intellektuellen des Cafés des Westens machten ratlose Gesichter. Auf einmal hatte alles aufgehört, was gestern noch so wichtig gewesen war. Alles hing in der Luft. Unzählige meldeten sich freiwillig. Warum wusste keiner so recht“, schreibt der Parade-Bayer Oskar Maria Graf schafsinnig in seinem autobiographischen Roman „Wir sind Gefangene“ über seine Zeit in Berlin, den Juni 1914.

Bis zum Untergang der realsozialistischen Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre standen sich der kapitalistische Westen und der Kommunismus feindlich gegenüber. Das Blockdenken verschwand mit dem Ende des Kalten Krieges und die Einflusssphären wurden neu abgesteckt, so konkurrieren nun die kapitalistischen Welt- und Atomächte China, Russland und die USA mit Europa um Absatzmärke und Rohstoffe. Für den Westen, für die islamische Welt wie für Russland war und ist Krieg ein legitimes Mittel zur Machtverteilung, gleichzeitig offenbaren sich China und Russland, ganz zu schweigen von der islamischen Welt als autoritäre Gegenentwürfe zum demokratischen liberalen Westen.

Bei der Neuaufteilung der Welt überfiel am 24.2.2022 Russlands Armee unter Wladimir Putin die Ukraine. In seiner völkischen Begründungsrede für den Krieg, sprach Putin der Ukraine einerseits jegliches staatliche Existenzrecht ab und andererseits sei die „Entmilitarisierung“ und „Entnazifizierung“ der Ukraine das vorrangige Ziel. Die Ukraine hat mit Wolodymyr Selenskyj einen jüdisch-stämmigen Präsidenten, dessen Verwandte im Holocaust ermordet wurden. Tausende Menschen fanden durch den Angriffskrieg den Tod und mehr als zweieinhalb Millionen Menschen sind seitdem auf der Flucht und haben die Ukraine in Richtung Westen verlassen. Für Putins Krieg gegen die Ukraine gibt es keine Rechtfertigung.

Wie immer stirbt in einem Krieg zuerst die Wahrheit, so sagte Olaf Scholz in seiner Rede an die Nation am 24.2.2022 um 18 Uhr: „Gerade erleben wir den Beginn eines Krieges, wie wir ihn in Europa so seit mehr als 75 Jahren nicht erlebt haben.“

Niemand in den Massenmedien widersprach, niemand macht Olaf Scholz darauf aufmerksam, dass am 24.03.1999 die damalige rot-grüne Regierung mit der NATO ihren Angriffskrieg gegen Jugoslawien, unter Missachtung des Grundgesetzes, des Völkerrechts, der Genfer Konvention, des Nato-Vertrages und gegen die 2+4 – Verträge startete. Zum ersten Male nach 1945 töteten deutsche Soldaten ausländische Zivilisten, ohne angegriffen oder auch nur bedroht worden zu sein und wieder in Jugoslawien. Allein die deutschen Tornados flogen in knapp drei Monaten aus sicherer Entfernung, bei der Zerschlagung Jugoslawiens, 390 Einsätze und schossen 244 Harm-Raketen ab, benutzten radioaktive Munition um die faschistische albanische UCK in ihrem „Freiheitskampf“ zu unterstützen. Die NATO zerstörte 60 Brücken, 110 Krankenhäuser, 480 Schulen, 365 Klöster, die Strom und Wasserversorgung und 121 serbische Industriebetriebe. Die großen Chemiezentren in Pančevo, Novi Sad und Bor wurden vorsätzlich bombardiert um eine Umweltkatastrophe auszulösen. Das auslaufende Öl in Pančevo brannte zwei Wochen. In Novi Sad liefen 80.000 Tonnen Öl aus und 20.000 Tonnen verbrannten. Eine riesige Wolke aus Ruß, Teer, Ölpartikeln, Schwefeldioxid und Stickoxiden lag über der Stadt. Am 8. Juni, kurz vor Waffenstillstand zerstörte die NATO das serbische Chemiezentrum in Pančevo völlig. So zog eine 20 Kilometer lange Giftgaswolke mehr als zehn Tage über die Vororte von Belgrad in die Gemüse- und Kornkammern Serbiens. 40.000 Menschen wurden evakuiert. Allein die Konzentration des Vinylchlorids stieg zeitweise auf das 10.600-Fache des internationalen Grenzwertes. Serbien hat heute die europaweit meisten Fälle von Lungenkrebs und über 10.000 Menschen fanden durch den völkerrechtswidrigen rot-grünen NATO-Angriffskrieg von 1999 den Tod.

Die aktuelle einseitige Berichterstattung zum Ukraine-Krieg erinnert an die Zeit vor der Zerschlagung Jugoslawiens und die Kriegsbegeisterung an den Sommer 1914. Die Grünen und die SPD entdecken ihre große Liebe zum Frieden immer dann, wenn sie gerade keinen Angriffskrieg vom Zaun gebrochen haben. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft in der deutschen Bevölkerung in einer Art patriotischem Rauschzustand in diesen Krieg einzutreten.  Wie 1914, als der Kaiser rief und alle kamen, sind sich so gut wie alle einig, vom Verschwörungsideologen Boris Reitschuster bis zum CDU Vorsitzenden Friedrich Merz, von der NATO-Linken bis zur FDP, von der ARD bis zu RTL, vom Spiegel bis zur FAZ, die Russen kommen und sie müssen gestoppt werden mit härtesten Sanktionen, mit an Einseitigkeit kaum zu überbietenden Talksendungen, Zeitungsartikeln, sowie Nachrichtensendungen und mit allen möglichen militärischen Mitteln. Putin mit seiner Atommacht muss in die Enge getrieben werden bis er aufgibt oder von aufrechten Tyrannenmördern erledigt wird. So forderte, neben vielen anderen, der US-Senator Lindsey Graham die Russen auf, Putin zu töten.

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck, ausgestattet mit Bezügen bis zum Lebenssende, fordert den völligen Stopp der Energieeinfuhren aus Russland.  Sein Appell „Frieren für die Freiheit“ dürfte ihn selbst freilich nicht betreffen. Aus dem CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz redete es am 4. März: „Es kann eine Situation geben, in der auch die Nato nachdenken muss, Putin zu stoppen.“ Es gebe Entwicklungen, die dazu „geradezu zwingen“. In der ARD-Talksendung „Hart aber fair“ forderte, neben vielen anderen Lohnschreibern in den restlichen Medien, wie auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, die Journalistin Gesine Dornblüth am 7.3.2022 eine Flugverbotszone um russische Luftangriffe zu verhindern. Dass eine Flugverbotszone unweigerlich zu Kampfhandlungen zwischen der NATO und Russland führen, also ein 3. Weltkrieg oder ein Atomkrieg droht, war dieser Frau vermutlich nicht bewusst.

Die Bayerische Staatsoper trennte sich von Anna Netrebko, die russische Sängerin habe sich nicht ausreichend von Wladimir Putin distanziert und zuvor hat die Stadt München bereits den Dirigenten Waleri Gergijew aus demselben Grund freigestellt. Im Saarland wurde ein mehrfacher Familienvater aufgrund seiner russischen Herkunft entlassen. Russische Geschäfte werden in Deutschland beschädigt, ihre Schaufenster mit Parolen beschmiert. In den „sozialen“ Netzwerken sind vermehrt Aufrufe wie „Russenpack, haut endlich hier aus Deutschland ab“ zu lesen. Russische Schüler werden in Deutschland gemobbt und auf die internationale Lomonossow-Privatschule in Berlin wurde ein Brandanschlag verübt. Es dürfte nicht mehr lange dauern bis Dostojewski, Tolstoi, Gogol, Puschkin und Tschechow aus den deutschen Buchläden verbannt werden.

In den „sozialen“ Netzwerken tauschen Bandera-Linke ihre Profilbilder mit Ukrainefahnen, bemalen ihre Gesichter in den Farben der Ukraine. Ein „ideologiekritischer“ Dennis Sch. beispielshalber ruft heldenhaft für seinen Kampf gegen den Russen dazu auf sich der Ukrainische Armee anzuschließen. Ein grenzdebiler „Ideologiekritiker“ kämpft seit nun beinahe einem Jahrzehnt in Facebook für die Freiheit der Ukraine und fordert neben schärfsten Sanktionen gegen Russland, Waffen für die Ukraine und den Eintritt der Nato in den Krieg. Einen Atomkrieg würde er dafür in Kauf nehmen. Sinngemäß meinte der Maidan-Unterstützer, unter dem Beifall seiner Gesinnungsgenossen versteht sich, er wundere sich über sich selbst, dass er keine Angst mehr davor habe im atomaren Feuer zu verglühen. Waldemar P. ruft zum Waffenkauf für die „heldenhaften Kämpfer an allen Fronten auf“, er meint „Fluchtursachen bekämpfen heißt die ukrainische Armee stärken.“ Ein Bastian B, ein postkolonialer linker Holocaustrelativerer und fanatisierter Maidan-Adept setzt den Holocaust mit dem Sklavenhandel auf eine Stufe und postet in Facebook unermüdlich und aufopferungsvoll für seine ukrainischen Kameraden täglich an die hundert Kommentare.

Je länger der Krieg dauert umso größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Profilbilder dieser fanatisierten Nato-Linken in Bälde mit dem Konterfei des antisemitischen Massenmörders Stephan Bandera „geziert“ werden. Der „Volksheld“ Stepan Bandera spielt für das Nation-Building der zweigeteilten Ukraine die wohl entscheidende Rolle.

Noch vor dem Einmarsch der deutschen Truppen am 22. Juni 1941 verübte der antisemitische Massenmörder Stepan Bandera mit seiner OUN ein Massaker in Lemberg mit über 7.000 ermordeter Juden und  Kommunisten. Banderas OUN war an vielen Judenpogromen beteiligt, in der Schlucht von Babij Yar zwischen dem 29. und 30. September wurden mit Beteiligung der OUN mehr als 33 000 Juden, überwiegend Frauen, Kinder und Alte erschossen. Alleine in Lemberg wurden 400.000 Juden und 140.000 russische Gefangene ermordet. Seit der ukrainischen Unabhängigkeit 1991 wurden um die 50 lebensgroße Statuen oder Büsten von Stepan Bandera in der Westukraine erbaut. Das Bandera-Denkmal in Lwiw misst sieben Meter vor einem 30-Meter-Bogen. In Iwano-Frankiwsk beispielsweise ist ein Bandera-Denkmal auf einem 4,8-Hektar-Areal errichtet und neben den Denkmälern und Tafeln wurden Hunderte von Straßen nach Stepan Bandera benannt. Der Bandera-Kult manifestiert sich zudem in sechs Bandera-Museen an mit seinen Lebensphasen verbundenen Orten. Im Jahr 2009, zum 100. Geburtstag von Bandera wurde im ehemaligen Lemberg, dem Ort seiner grausamsten Verbrechen, eine Briefmarke mit dem Konterfei des antisemitischen Massenmörders herausgegeben. Im Jahr 2018 fasste das ukrainische Parlament den Beschluss, den Geburtstag von Stepan Bandera zum nationalen Feiertag zu erklären. Die westukrainische Stadt Lwiw verkündete das Jahr 2019 zum „Bandera-Jahr“. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk, bekannt für seine maßlose Rhetorik als Dauergast in unzähligen deutschen Talksendungen, legt regelmäßig Blumen auf das Grab des antisemitischen Massenmörders Stepan Bandera in München.

Zur Vorgeschichte dieses Krieges gehört freilich auch die seit 1991 begonnene Expansion der NATO in Richtung Osten. Wie wohl die USA reagieren würden, wenn Mexiko eine militärische Allianz mit Peking bilden würde? Wie viele Sekunden würde es dauern, bis die USA dort einmarschieren würden? Die Antworten darauf geben die Kuba-Krise von 1962 und die Invasion der USA in Grenada vom Oktober 1983. Gab es etwa damals Sanktionen gegen die USA? Gab es irgendwann Sanktionen gegen die vielen Kriege der USA? Der große amerikanische Historiker und Diplomat George F. Kennan geißelte die NATO-Osterweiterung bereits 1997 als „schicksalhaften Fehler“, John Mearsheimer, der herausragende Vertreter der „realistischen Schule“ sieht die aktuelle Zuspitzung auch als „direkte Folge der närrischen Entscheidung der USA und ihrer Verbündeten, die Ukraine in die Nato bringen zu wollen.“ Henry Kissinger, Rovert McNamara, Samm Nunn, Paul Nitze, George F. Kennan bis hin John Mearsheimer, sie alle haben sich gegen eine Aufnahme der Ukraine in die Nato ausgesprochen. Peter Scholl-Latour schrieb bereits 2007 in seinem Buch „Russland im Zangengriff: Putins Imperium zwischen Nato, China und Islam“: „Hatten Amerikaner und Deutsche denn wirklich geglaubt, der russische Präsident, der durch die harte Schule des KGB gegangen ist, werde passiv zuschauen, wie Washington und Brüssel eine politische „Einkreisung und Isolierung“ seines Landes betrieben, und diese gefügig hinnehmen?“

Im Jahr 2010 hat die Konrad-Adenauer-Stiftung Vitali Klitschko beauftragt, in der Ukraine eine rechtskonservative Partei, die Udar (Schlag) zu etablieren. Wenige Jahre später meinte Dr. Andreas Schockenhoff von der CDU am 9. April 2014 im Bundestag: „Nicht zuletzt befinden wir uns mit Russland in einem geostrategischen und systemischen Wettbewerb um die Ukraine.“ Der von den USA und Deutschland geplante und finanzierte Sturz der gewählten prorussischen Regierung auf dem Maidan im Jahr 2014 und der Krieg des faschistischen Asow-Regiments, ausgestattet mit Hakenkreuzen auf den Stahlhelmen, mit weit über 10.000 Toten, darunter viele Kinder wird in den westlichen Medien stillschweigend hingenommen. Im Jahr 2014 unterstützten 400 US-Söldner des Militärdienstleisters Academi den Kampf der ukrainischen Armee gegen die Separatisten in der Ostukraine. Auch der Umstand, dass Wolodimir Selenskij am 1.12.2021 im ukrainischen Parlament Dmitro Kozjubailo, dem Kommandeur der faschistischen Organisation „Rechter Sektor“, wegen dessen Heldenmuts in der Ostukraine den Titel „Held der Ukraine“ verlieh, schaffte es nicht in die Tagesschau oder ins Heute-Journal. Bereits 1996 prophezeite Samuel P. Huntington in seinem Standardwerk „Zusammenprall der Kulturen“ die Abspaltung der Ostukraine und der Krim in Richtung Russische Föderation. Intensiviert wurde diese Spaltung von außen und durch politische Entscheidungen im ukrainischen Parlament, wie zum Beispiel das im letzten Jahr vollzogene Sprachengesetz, welches die russische Sprache in der Ostukraine massiv zurückdrängen soll.

Die Chancen diesen Krieg zu verhindern wurden nicht genutzt. Als Emanuel Macron, einer der wenigen glaubwürdigen Politiker Europas, einen letzten Versuch unternahm, war es offensichtlich zu spät. Die Würfel sind mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine gefallen. Die bisher überwiegend russlandfreundliche Ostukraine wird Putin diesen Krieg kaum verzeihen. Putin und die Welt haben die russische Armee offensichtlich überschätzt und die Aufrüstung der Ukraine in den letzten Jahren unterschätzt. In der neuen Weltordnung werden sich die wirtschaftliche und militärische Weltmacht China mit Russland als beinahe unerschöpflicher Energielieferant feindlich den USA mit Europa gegenüberstehen. Russland wird seine Rohstoffe an China verkaufen und ein wichtiger Absatzmarkt für China werden und Europa wird sich nach neuen Lieferanten umsehen. Deutschland wird seine überlebenswichtigen Rohstoffe aus den „demokratischen“ Musterländern Katar und Iran beziehen, gepaart mit dem bis vor kurzem noch als umweltschädlich titulierten Fracking-Gas aus den USA. Katar unterstützt diverse islamistische Terrorgruppen wie die Hamas zur Vernichtung Israels und Frauen sind dort Menschen zweiter Klasse. Der islamfaschistische Iran, in dem Frauen wegen außerehelichem Geschlechtsverkehr gesteinigt und Homosexuelle an Baukränen erhängt werden, kündigt tagtäglich an Israel zu vernichten. Der von den USA und Deutschland ausgehandelte Atom-Deal bringt das Geld für die weitere Unterdrückung seiner Bevölkerung und den Iran seinem Hauptziel der Vernichtung Israels näher.

Israel mit seinen führenden Politikern war und bleibt der Fels in der Brandung.  Bei der Zerschlagung Jugoslawiens stimmte Israel keineswegs in den Chor der Nato-Kriegsverbrecher ein. Der damalige Außenminister, der großartige Ariel Scharon, warnte vor der albanischen Kosovo-Autonomie, er warnte vor einem „Zentrum des islamischen Terrors.“ Ariel Sharon kritisierte die NATO-Bombardierung Jugoslawiens als einen Akt des „brutalen Interventionismus.“ Während der NATO-Bombardierung sagte Elyakim Haetzni, die Serben sollten die ersten sein, die israelische Hilfe erhalten. Israel hat trotz UN-Embargo Waffen an Serbien geliefert und Israel hat gegen den westlichen Mainstream seine Botschaft in Serbien unmittelbar nach dem Krieg eröffnet.

Es gibt viele Parallelen zwischen dem Krieg in der Ukraine und der Nato-Bombardierung für die „Befreiung“ des Kosovo und offensichtlich sind es wieder die israelischen Politiker die ein gutes Gedächtnis haben. Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine versucht die Regierung Bennett keine der Konfliktparteien verärgern. Zum Ärger der USA beteiligt sich Israel nicht an den internationalen Sanktionen gegen Russland und will auch keine militärische Hilfe für die Ukraine leisten. So lehnte Israel eine Lieferung des israelischen mobilen Raketenabwehrsystems Iron Dome an die Ukraine vergangene Woche ab und konzentriert sich auf humanitäre Hilfen. Jerusalem wäre der perfekte Ort für Friedensverhandlungen.

Im Februar 2022 besuchte die deutsche Außenministerin Baerbock Israel. Auf ihrem Instagram-Account war zu lesen: „Ich bin noch tief berührt von meinem Besuch in Yad Vashem. Aber nun kommt endlich wieder die Sonne raus“. Neben diesem ekelhaften und entlarvenden Fauxpas, der die Heuchelei der deutschen Politik offenlegt, erklärte Frau Baerbock naturgemäß und selbstbewusst den Juden, dass die Siedlungspolitik im Westjordanland unvereinbar mit dem Völkerrecht sei und dass Deutschland sich selbstverständlich für die Neuauflage des Atomdeals mit dem Iran einsetzen werde.

Anfang März traf sich Annalena Baerbock mit dem türkischen Amtskollegen Mevlut Cavusoglu und bedankte sich für „die starke deutsch-türkische Partnerschaft! In der Russland-Krise stehen wir zusammen.“ Der aktuelle Angriffskrieg der Türkei gegen die Kurden in Nordsyrien, die Tötung tausender Zivilisten und die weitgehende Zerstörung von zahlreichen Städten kamen nicht zur Sprache, ganz zu schweigen von irgendwelchen Sanktionen gegen die Türkei.

Das „Dreamteam“ Blinken-Baerbock wird den Iran-Deal gegen Israel und für die iranische Atombombe zum Abschluss bringen. Im Zweifel muss sich Israel um neue Bündnispartner umsehen, denn es steht zu befürchten, dass die aktuellen „israelkritischen“ Politiker aus Europa und den USA Israel für ihre Expansion gegen Osten und ihren Kampf gegen Russland opfern werden. Es ist eigentlich müßig zu erwähnen: Annalena Baerbock und mit ihr die Grünen agitieren seit Jahren, wie keine andere Partei gegen die Energielieferungen aus Russland.

Je rigoroser die Sanktionen gegen russisches Erdgas und Erdöl ausfallen werden, umso mehr westliche  Abhängigkeit entsteht zu antisemitischen Ländern wie Katar oder Iran. Je mehr Geschäfte Deutschland mit dem Iran und Katar macht umso größer wird die Bedrohung für Israel. Im besten Fall sind die Forderungen nach härteren Sanktionen gegen russisches Gas und Erdöl nur unverantwortlich und dumm, im wahrscheinlicheren Fall sind sie antisemitisch. Die vielfach geäußerte Solidarität der Bundesregierung und der NATO-Linken mit Israel ist von daher nur geheuchelt und eine leere Worthülse.

Die neuen Palästinenser sind für sehr viele Deutschen aktuell die westlich orientierten Ukrainer. Fast an jeder Straßenecke sieht man Ukraine-Fahnen oder blau-gelbe Banderolen um Bäume. Der Grund dafür dürfte auch in der Vergangenheit liegen. Wie die Deutschen den Juden Auschwitz nie verzeihen, so werden sie der Sowjetunion die 27 Millionen durch Nazideutschland in einem rassebiologischen Vernichtungskrieg ermordeten sowjetischen „Untermenschen“ niemals verzeihen. Nach zwei angezettelten Weltkriegen, lechzen viele Deutsche nach Wiedergutwerdung. Die deutschen Gutmenschen sind der Auffassung, sie hätten die besten Startbedingungen, wenn es um den ersten Platz unter den Weltfriedensstiftern geht,  frei nach der jesuitischen Devise, dass nur ein großer Sünder das Zeug zum großen Moralisten habe.

Damit das Morden und das Leid endlich aufhört bedarf es aktiver und ernsthafter Diplomatie! Besser spät als nie. Putin in die Ecke zu drängen bringt nicht die Lösung. Den Sanktionen werden Gegensanktionen folgen, dass die deutschen Firmen in Russland enteignet werden, dürfte das geringste Problem für die europäische Wirtschaft sein. Dem geschichtsvergessenen Bundeskanzler Olaf Scholz sei zugestanden, dass er gegen die Widerstände der Grünen, unzähliger Lohnschreiber, des vertrottelten Mainstreams und der grenzdebilen Nato-Linken versuchen wird den Dritten Weltkrieg zu verhindern. Unglücklich das Land das solche Helden nötig hat.

Und weil mehrfach besser hält wiederhole ich, was ich am 22.02.2022 geschrieben habe: Sollten irgendwann deutsche Soldaten wieder auf Russen schießen, dann sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Grünen in der Regierung. Dieser Tag wird schneller kommen als der Spritpreis wieder unter einen Euro fällt.  Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch.

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Ukrainische Nachtigallen

1. Februar 2022

Mithilfe des kaiserlichen Deutschlands hatte sich die Ukraine 1918 von Russland abgespalten und mit dem Frieden von Brest-Litowsk hielten deutsche Truppen die Ukraine besetzt. Die Ukraine war das letzte Bollwerk gegen die Oktoberrevolution. Mit ausländischen Interventionen zugunsten der Konterrevolution und vielen antijüdischen Massakern von Seiten der konservativ-monarchistischen „Weißen” unter Anton Denikin wurde der jahrelange Bürgerkrieg in die Länge gezogen. Der militante ukrainische Nationalismus mit seinen antirussischen und antijüdischen Kennzeichen hat seine Wurzeln in dieser Zeit. 1919 massakrierte die ukrainische Armee 1.700 Juden in Berditschew, Schytomyr und Proskurow. Insgesamt wurden in dem Bürgerkrieg 530 jüdische Gemeinden angegriffen mit über 30.000 Toten und hunderttausenden Verletzten. Der Regierungschef und Oberbefehlshaber der Armee der damaligen Ukrainischen Volksrepublik hieß Symon Petljura. Am 25. Juni 1926 wurde auf ihn von Scholom Schwartzbard in Paris ein Anschlag verübt. Seine Familie war während des Bürgerkriegs Opfer antijüdischer Massaker geworden und 15 seiner Familienangehörigen wurden ermordet und Schwartzbard machte Petljura dafür verantwortlich. Schwartzbard wurde von einem Pariser Gericht freigesprochen.

Am 22. Juni 1941 überfiel Deutschland die Sowjetunion und in dem folgenden rassebiologischen Vernichtungskrieg wurden 27 Millionen Sowjetbürger ermordet, mehr als die Hälfte davon hinter der Front. In der Westukraine wurde der von der deutschen Propaganda als europäischer Kreuzzug zur Verteidigung der Kultur gegen den jüdischen Bolschewismus begeistert aufgenommen. In den Gefängnissen von Lemberg waren antikommunistische Ukrainer inhaftiert, die ins Hinterland transportiert werden sollten. Am 25. Juli versuchten ukrainische Nationalisten sich gegen die abziehenden Sowjets zu erheben, und die politischen Gefangenen zu befreien. Der Aufstand misslang und die Sowjets liquidierten tausende Häftlinge.

Noch vor dem Einmarsch der deutschen Truppen verübte Stepan Bandera mit seiner OUN ein Massaker in Lemberg  mit über 7.000 ermordeter Juden und  Kommunisten. Das Bataillon Nachtigall, mit dem späteren Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer, marschierte am 30. Juni 1941 in Lemberg ein.  Unmittelbar nach dem Einmarsch der Deutschen kam es vor allem durch die ukrainische Miliz OUN zu Judenpogromen. Nach den Verhaftungen der Juden gab es als Höhepunkt der Quälereien ein immer wieder eingesetztes Ritual, durchgeführt vom Bataillon „Nachtigall“ der „Legion Ukrainischer Nationalisten“, das gestartet wurde mit dem Befehl: „Antreten zum Spießrutenlaufen.“ Auf deutschen Befehl hin stellten sich ukrainische Soldaten in einem Spalier auf und pflanzten ihr Seitengewehr auf. Der israelische Staatsbürger Abraham Goldberg hat an seine Verhaftung folgende Erinnerung: „Nach dem Aufladen gab ein Offizier den Befehl zum „Spießrutenlaufen“. Daraufhin stellten sich die Ukrainer in zwei Reihen auf, alle hatten Gewehre und pflanzten die Bajonette auf. Wir mussten durch die Reihen laufen, während sie mit den Kolben auf uns einschlugen und stachen. Mit mir waren etwa 500 Juden dort, und fast alle wurden von den Ukrainern erschlagen, auch meine beiden Freunde.“ Ende Juli kam es zu den sogenannten Petliura-Tagen. Drei Tage durchkämmten die ukrainischen Nationalisten die jüdischen Bezirke Lembergs. Sie nahmen Gruppen von Juden auf den jüdischen Friedhof und ins Lunecki-Gefängnis und erschossen mehr als 2.000.

Im weiteren Verlauf des Krieges ermordeten die Deutschen mit ihren ukrainischen Gehilfen, der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und der Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) alleine in Lemberg 400.000 Juden und 140.000 russische Gefangene. Nach der Besetzung Kiews wurden unter anderem in der Schlucht von Babij Yar  zwischen dem 29. und 30. September mehr als 33 000 Juden, überwiegend Frauen, Kinder und Alte erschossen. Beteiligt an dem Massaker waren unter anderen das Sonderkommando 4a,  Kommandos des Polizeiregiments Süd und die ukrainische Miliz. Die jüdische Gemeinde Galiziens, mehr als 540.000 Menschen, wurde fast vollständig ausgelöscht. Maximal drei Prozent der galizischen Juden haben den Terror überlebt. Ukrainische Hilfspolizisten der Wehrmacht und Verbände der OUN beteiligten sich am Völkermord und exekutierten noch im Frühjahr 1944 in die Wälder geflüchtete Juden.

Das Grab von Symon Petljura in Paris ist für „westlich orientierte“ ukrainische Politiker zum beliebten Anziehungspunkt geworden. Heute verehren die meisten pro-westlichen Parteien der Ukraine Massenmörder wie Stepan Bandera und Nazigefolgsleute der OUN, sowie Symon Petljura als Gründerväter der „Ukrainischen Nation“. Die rechtsextreme Swoboda mit ihrem Vorsitzenden Oleh Tjahnybok beruft sich explizit auf die OUN und Bandera. In der gesamten Westukraine wird Stepan Bandera kultisch verehrt. Seit der ukrainischen Unabhängigkeit, also nach 1990, wurden um die 50 lebensgroße Statuen oder Büsten von Stepan Bandera in der Westukraine erbaut. Das Bandera-Denkmal in Lwiw misst sieben Meter vor einem 30-Meter-Bogen. In Iwano-Frankiwsk beispielsweise ist ein Bandera-Denkmal auf einem 4,8-Hektar-Areal errichtet und neben den Denkmälern und Tafeln wurden Hunderte von Straßen nach Stepan Bandera benannt. In Lwiv, dem ehemaligen Lemberg wurde eine Stepan-Bandera-Straße neugestaltet. Das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit gab dafür 2019 einen Zuschuss von 72.000 Euro. Außer den Denkmälern entstanden seit 1990 sechs Bandera-Museen an mit seinen Lebensphasen verbundenen Orten. Naturgemäß gibt es auch in Lwiw ein Museum für den Massenmörder. Im Jahr 2009, zum 100. Geburtstag von Bandera wurde im ehemaligen Lemberg, dem Ort seiner grausamsten Verbrechen, eine Briefmarke mit dem Konterfei des antisemitischen Massenmörders herausgegeben.  Im Jahr 2012 rief der Oblast Lwiw den „Stepan Bandera, Held der Ukraine“-Preis ins Leben, der jeweils am 1. Januar, an Banderas Geburtstag an eine entsprechende Einzelperson oder eine Organisation vergeben wird. Trotz Protesten aus dem Ausland, vor allem aus Polen, Israel und Russland verlieh der ukrainische Präsident der „Orangenen Revolution“ Wiktor Juschtschenko Bandera posthum den Ehrentitel „Held der Ukraine“.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erlangte 1991 die Ukraine ihre staatliche Unabhängigkeit und im folgenden Privatisierungsprozess bildeten sich, wie in Russland oder den anderen Ländern der zerfallenen Sowjetunion, mächtige und korrupte Wirtschaftsoligarchien. So bestimmen Oligarchen seither die Politik in der Ukraine, von der „Gasprinzessin“ Julija Tymoschenko bis zu Wiktor Janukowytsch scheint die Selbstbereicherung ein vorrangiges Ziel zu sein.

Wie bereits 2004 durch die damalige „Orangene Revolution“, kam am Ende des Jahres 2013 zu den Demonstrationen auf dem Maidan. Das nationale Dreierbündnis von Swoboda, UDAR von Vitali Klitschko und der Allukrainischen Vereinigung „Vaterland“ von Julija Tymoschenko machte sich auf den Weg den ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch abzusetzen. Rund 15.000 Menschen unter schwarz-roten Fahnen des Nazi-Kollaborateurs Bandera zogen durch das Zentrum der Hauptstadt. Am 5. Dezember 2013 marschierte Guido Westerwelle bei einer Massenkundgebung in Kiew fest entschlossen, den Sturz des gewählten Präsidenten fordernd, in einer seiner letzten Amtshandlungen als Außenminister, Schulter an Schulter mit Vitali Klitschko, worüber sich der russische Außenminister Lawrow beschwerte, worauf Westerwelle erwiderte: „Europäer lassen sich von niemandem vorschreiben, ob und wie sie zueinander finden.“  Über zwei Monate dauerte die Belagerung des „Unabhängigkeitsplatzes“, bei der mit Pfeilen und Pflastersteinen auf Polizisten geschossen und geworfen und mit Brandsätzen mittels Katapults die Macht der Straße demonstriert wurde, bis die demokratisch gewählte prorussische Regierung Janukowitsch gestürzt war.  „Wir erwarten von der ukrainischen Regierung, dass sie die demokratischen Freiheiten, insbesondere die Möglichkeiten zu friedlichen Demonstrationen, sichert“, redete es aus der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Ob Angela Merkel dasselbe von sich gegeben hätte, wäre der Berliner Reichstag monatelang mit Brandbomben belagert worden, ist zu bezweifeln. Die prorussische Regierung unter Janukowitsch war, wie vor ihm und nach ihm, freilich kein Hort der Freiheit, sie war so korrupt wie fast alle ukrainischen Regierungen. Bemerkenswert war damals, dass die ukrainische Regierung unter Janukowitsch es zuließ, dass Rechtsextreme wochenlang Rathäuser und Ministerien besetzten und zentrale Plätze unpassierbar machen und dass sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der sich in Deutschland für ein Verbot der NPD einsetzte, mit Swoboda-Chef Oleg Tjagnibok bei Verhandlungen an einem Tisch fotografieren ließ. Oleg Tjagnibok stand im Dezember 2012 auf Platz 5 der „Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs“ des Simon-Wiesenthal-Centers. Tjahnybok ist unter anderem der Auffassung, dass die Ukraine von einer „jüdisch-russischen Mafia“ regiert wird.

Die Ukraine war und ist ethnisch und politisch ein gespaltenes Land, gespalten in die prowestliche Westukraine, in der Ukrainisch gesprochen wird und die prorussische orthodoxe Ostukraine in der viele Russen leben und in der russisch gesprochen wird. Viele Russen der Ostukraine haben die Verbrechen der OUN, der UPA und beispielsweise von Stepan Bandera bis heute nicht vergessen. Bereits 1996 prophezeite der Historiker Samuel P. Huntington in seinem Buch „The Clash of Civilisations“ die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine: „Die größte und wichtigste frühere Sowjetrepublik neben Russland ist die Ukraine. Die Ukraine ist im Verlauf ihrer Geschichte mehrmals unabhängig gewesen. Während der Nazizeit war sie hingegen meistens Bestandteil eines politischen Gebildes, das von Moskau regiert wurde. Das entscheidende Ereignis fand 1654 statt, als Bogdan Chmelnizki, Kosakenführer einer Erhebung gegen die polnische Herrschaft, bereit war, als Gegenleistung für Hilfe gegen Polen dem Zaren Bündnistreue zu schwören. Von da an bis 1991 wurde die heutige Ukraine politisch von Moskau kontrolliert, mit Ausnahme der kurzen Zeit einer unabhängigen Republik Ukraine zwischen 1917 und 1920. Die Ukraine ist jedoch ein gespaltenes Land mit zwei unterschiedlichen Kulturen. Die kulturelle Bruchlinie zwischen dem Westen und der Orthodoxie verläuft seit Jahrhunderten durch das Herz des Landes. In der Vergangenheit war die westliche Ukraine abwechselnd ein Teil Polens, Litauens bzw. des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs. Ein sehr großer Teil ihrer Bevölkerung bekennt sich zur Unierten Kirche, welche zwar orthodoxe Riten praktiziert, aber die Autorität des Papstes anerkennt. Seit je her haben die Westukrainer Ukrainisch gesprochen und sind nationalistisch eingestellt gewesen. Das Volk der Ostukrainer war dagegen stets ganz überwiegend orthodox und sprach immer schon zu einem großen Teil Russisch.“

Nach den Ereignissen auf dem Maidan und dem Sturz der prorussischen Regierung kam es am 16. März 2014 zu einem Referendum über den Status der Krim. Die Bewohner der Krim, es leben dort überwiegend Russen, sprachen sich mit der überwältigenden Mehrheit von knapp 97 Prozent für den Anschluss an Russland aus. Die Krim gehörte zu Sowjetzeiten zu Russland, bevor sie der Ukrainer Nikita Chruschtschow 1954 der Ukraine anschloss. Im Gegensatz zur völlig verschuldeten Rest-Ukraine ist die Krim mit ihrem lukrativen Tourismus das Filetstück der Ukraine und mit Sewastopol, dem Hauptstützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte, ein unverzichtbarer Machtfaktor für Wladimir Putin. Bereits im Mai 1992 votierte das Parlament der Krim für die Unabhängigkeit von der Ukraine. Im Januar 1994 wählte die Bevölkerung der Krim einen Präsidenten der seinen Wahlkampf mit der Parole „Einheit mit Russland“ geführt hat. Jeweilige Verhandlungen mit Kiew verhinderten damals die Abspaltung. 1994 votierte das Parlament der Krim wieder für die Abspaltung, die Zurückhaltung russischer und ukrainischer Führer verhinderte aber Gewalttätigkeiten und die Wahl des prorussischen Präsidenten Kutschma zum ukrainischen Präsidenten unterminierte zu der Zeit den Sezessionsdrang der Krim.

Ebenfalls in Folge des Maidan-Umsturzes tobt seit dem Februar 2014 im Osten der Ukraine ein Sezessionskrieg. Prorussische Milizen versuchen mit Gewalt Teile der Ostukraine abzuspalten. Diese prorussischen Milizen werden offensichtlich von Russland militärisch und finanziell unterstützt, was die russische Regierung naturgemäß bestreitet. Nach tausenden Toten auf beiden Seiten und unzähligen beiderseits gebrochenen Waffenstillständen mobilisierte Russland rund 100.000 Soldaten sowie schwere Waffen an die ukrainische Grenze. Politik und Medien verbreiten die Sorge, der regionale Konflikt drohe überregional zu eskalieren. Der Westen, die USA, Deutschland und Europa drohen Putin mit Gegenmaßnahmen, von Sanktionen über die Sperrung von Nord-Stream II bis hin zu militärischen Drohungen, sollte er mit seinen Truppen in die Ukraine einmarschieren. Sogar der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor solcherlei überzogenen Befürchtungen und wirft dem Weißen Haus vor, die Bedrohung größer darzustellen, als sie sei: „Sie beteiligen sich an dieser Informationssituation, die an unseren Grenzen geschaffen wird, sie verstehen, dass es Risiken gibt, sie artikulieren das immer wieder, sie stellen es so akut und brennend wie möglich dar. Meiner Meinung nach ist das ein Fehler.“

Deutsche Politiker und Journalisten die bei der Zerschlagung Jugoslawiens das Selbstbestimmungsrecht der Kroaten und der Kosovoalbaner als unverrückbares Heiligtum gepriesen haben, sind beim Status der Krim nach dem Referendum plötzlich völlig anderer Auffassung und sprechen von der Unverrückbarkeit der Grenzen in Europa. Der frühere deutsche Uno-Botschafter und außenpolitische Berater der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel und künftige Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz Christoph Heusgen fordert nun Waffen für die Ukraine. Er „begründet“ das mit den deutschen U-Bootlieferungen an Israel und erinnert an die Ermordung von mehr als 30.000 jüdischen Ukrainern in Babyn Jar bei Kiew durch die deutschen Besatzer im September 1941. Stepan Bandera und die OUN sind kein Thema für Christoph Heusgen. Heusgen ist nicht zu Unrecht vom Simon Wiesental Center im Jahr 2019 wegen seines Antisemitismus ausgezeichnet worden. Heusgen hat den Raketenbeschuss der islamfaschistischen Hamas auf israelische Zivilisten mit der israelischen Siedlungspolitik in einem Atemzug genannt.

Der Antisemitismus und die Heldenverehrung von antisemitischen Massenmördern in der Westukraine werden in der deutschen Politik und in den öffentlich-rechtlichen Medien totgeschwiegen. Jedenfalls hat noch kein ernstzunehmender deutscher Politiker, geschweige denn ein Regierungsvertreter die Bandera-Denkmäler, die Straßennamen, die Museen entsprechend kritisiert, geschweige denn den Abriss der Denkmäler gefordert.

An Waldimir Putin und den politischen Realitäten in Russland ist sehr viel zu kritisieren, von der Unterdrückung der Opposition bis zur unverzeihlichen Kumpanei mit dem islamfaschistischen Iran und dem syrischen Massenmörder Assad. Polen, die baltischen Staaten oder die Ukraine haben zweifellos berechtigte Sicherheitsinteressen, ihre Ängste vor Russland sind nicht unbegründet. Nach dem rassebiologischen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion hat aber auch Russland, haben die russischen Überlebenden dieses Vernichtungskrieges sowie ihre Kinder und Enkelkinder berechtigte Sorgen und gute Argumente gegenüber der aktuellen Ukraine-Politik des Westens.

Politische Lösungen sind bei gutem Willen nicht unmöglich. Die kulturellen Gegebenheiten in der Ukraine können nicht mit Gewalt ignoriert werden, Teilautonomien sollten in Erwägung gezogen werden. Bereits 1996 hielt Samuel P. Huntington die Abspaltung der Ostukraine für möglich. Die Russisch-Ukrainische Beziehung ist laut Huntington für Osteuropa was für Westeuropa die deutsch-französische Beziehung ist. Die NATO muss ihre Truppen nicht vor den Toren Moskaus aufstellen. Im Rahmen der Zwei-plus-Vier-Verträge gab es feste Zusagen, dass die NATO nicht nach Osten ausgedehnt wird. Diese Zusagen wurden gebrochen, die militärische Infrastruktur der NATO-Staaten nähert sich seither stetig den russischen Grenzen. Die USA hatten 1962 berechtigte Angst vor den Raketen auf Kuba und 1983 marschierte das US-Militär völkerrechtswidrig wegen ähnlicher Sorgen in Grenada ein. In dem Konflikt spielen freilich auch wirtschaftliche Interessen eine große Rolle, die USA sind der Meinung Putin soll sein Gas doch besser behalten und dafür sollten die Europäer doch lieber das amerikanische Fracking-Gas kaufen.

Abgesehen davon, dass Russland nicht die Sowjetunion ist erscheint die derzeitige Russenphobie auf allen öffentlich-rechtlichen Kanälen als ein groß angelegter deutscher Entschuldungsversuch. Die sowjetische Befreiung vom Nationalsozialismus, die Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee und die Niederlage von Stalingrad sitzen anscheinend noch tief in den Knochen. Bemerkenswert ist in jedem Fall wieder einmal das zweierlei Maß mit dem der Konflikt in den Medien und in der Politik präsentiert wird. Samuel P. Huntington warnte den Westen von dem Islam und seiner menschenverachtenden Ideologie, er wurde kaum gehört, er befürchtete und prophezeite den Niedergang des Westens, es wird höchste Zeit ihn wieder zu lesen und zumindest ansatzweise auf ihn zu hören.

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Das Simon-Wiesenthal-Center und die typisch deutsche Solidarität mit den Tätern

1. Januar 2022

Das Simon-Wiesenthal-Center ist eine internationale Menschenrechtsorganisation mit Hauptsitz in Los Angeles und setzt sich maßgeblich mit der Thematik des Holocausts auseinander. Es wurde 1977 gegründet und verfolgt seitdem das Ziel, Toleranz und Verständnis gegenüber Mitmenschen in der heutigen Zeit zu bewahren, was durch aktives Einbeziehen der Gesellschaft und deren Aufklärung und Bildung erreicht werden soll. Das Simon-Wiesenthal-Center beschäftigt sich mit Rassismus, Antisemitismus, Terrorismus sowie Völkermord und versucht gesuchte NS-Kriegsverbrecher der Justiz zuzuführen. Marvin Hier ist der Gründer und Leiter des Zentrums. Efraim Zuroff ist Direktor des Simon-Wiesenthal-Centers in Jerusalem und Koordinator der Verfolgung von Nazi-Kriegsverbrechen.

Im Dezember 2021 veröffentlichte das Simon-Wiesenthal-Center seine jährliche Top-Ten-Liste des globalen Antisemitismus, das älteste Virus der Geschichte. Der Antisemitismus infiziert wie schon die Jahre zuvor den Mainstream von Kultur, Wissenschaft und Medien auf beiden Seiten des Atlantiks.

Ganz oben auf Platz 1 der Liste steht das Regime des islamfaschistischen Iran: Es gibt keine größere existenzielle Bedrohung für das jüdische Volk als die wachsende nukleare Bedrohung durch das antisemitische, den Holocaust leugnende, Terroristen unterstützende, die Menschenrechte verletzende iranisches Regime. Im November wurde dem iranischen Parlament ein Gesetzentwurf vorgelegt das Land Israel bis 2041 zu „vernichten“. Dieses Gesetz folgte dem Ultimatum des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei. Das Simon Wiesenthal Center verweist zudem auf die folgende Aussage des Brigadegenerals Abolfazl Shekarchi: „Wir werden vor der Vernichtung Israels keinen Millimeter zurückweichen. Wir wollen den Zionismus in der Welt zerstören.“

Auf dem 2. Platz steht die islamfaschistische Hamas: „Der Konflikt zwischen Israel und der terroristischen Hamas im Mai 2021 spielte sich auch in Städten und in den sozialen Medien in Europa und Nordamerika ab. Das gewalttätige Gift der Hamas gegen Juden wurde nach Deutschland, Großbritannien und über den Atlantik in die USA und Kanada exportiert. Während Hamas-Raketen in israelische Zivilgemeinden einschlugen, wurde ein Rabbiner vor seiner Synagoge in London körperlich angegriffen. Am selben Tag streifte eine Karawane von Autos mit palästinensischen Flaggen durch das größtenteils jüdische Viertel der Stadt und skandierte über einen Lautsprecher: „F**kt die Juden und vergewaltigt ihre Töchter“.

Auf Platz 3 ist die BBC und das Vereinigte Königreich:Es braucht viel, um 250 Demonstranten zum Hauptsitz der BBC in London zu bringen, aber das britische Judentum hatte genug. An Chanukka hatte eine Gruppe von Muslimen einen mit Juden besetzten Bus im Zentrum Londons angegriffen. Die BBC berichtete fälschlicherweise, anti-muslimische Beleidigungen seien aus dem Inneren des Buses zu hören gewesen und verwandelten so die Täter zu den Opfern.“ Die BBC-Reporterin Tala Halawa twitterte: „Hitler hatte Recht“ und Halawa sagte, dass Israel in die USA verlegt werden sollte und „Jerusalem sei palästinensisch“ und „Zionisten können nicht genug von unserem Blut bekommen.“

Platz 4: Corona-Verschwörungstheorien: Verschwörungstheorien zu COVID-Impfstoffen sind überall aufgetaucht, von Neonazi-Websites bis hin zu COVID-skeptischen Gruppen, die inspiriert sind von den virulenten, antisemitischen „Protokollen der Weisen von Zion“, wo von einer angeblichen jüdischen Verschwörung zur Eroberung der Welt schwadroniert wird. In neuesten Versionen der Verschwörung geht es um eine Kabale, zu der die Rothschilds und George Soros gehören, in der die COVID-Impfstoffe entwickelt wurden, um eine „neue Weltordnung“ zu errichten. Der Impfstoff, so behaupten sie, sei eine schändliche jüdische Biowaffe, die die weiße Rasse sterilisieren solle. Im Mai fragte eine Coronavirus-Verschwörungsgruppe auf Telegram ihre Anhänger: „Täuscht Israel die ganze Welt, um Beschränkungen gegen nicht geimpfte Menschen einzuführen?“ Die Antworten kamen schnell: „Es sind immer diese verdammten Juden“, sagte ein Nutzer. Darauf folgten Karikaturen von Juden als Hakennaseninsekten und die Illustration einer Frau mit ausgestrecktem Arm zum Hitlergruß. Impfgegner aus Deutschland und der Tschechischen Republik, von Washington DC bis Vancouver, Kanada, nutzten den gelben Davidstern, den europäische Juden während des Zweiten Weltkriegs tragen mussten, um gegen die angebliche Verfolgung durch staatliche Impfmandate zu protestieren.“

Platz 5: Jüdische Stimme für Frieden, die auf Twitter halluzinierte: „Wenn jeder einzelne jüdische Mensch ein Zionist wäre, würde das nichts an der Tatsache ändern, dass der Zionismus eine existenzielle Bedrohung für das palästinensische Volk ist und daher ausgerottet werden muss. Es ist buchstäblich nicht komplizierter als das.“

Platz 6: Giganten der Sozialen Medien: „Leider haben große Unternehmen im Jahr 2021 nur sehr wenig getan, um die Marketingfähigkeiten von Antisemiten und Rassisten zu beeinträchtigen. Darüber hinaus hat Twitter eine entschieden politische Neigung, wer blockiert wird, nämlich ein amtierender Präsident der USA und wer veröffentlichen darf, nämlich Irans Ayatollah Khomeini, der eine „Endlösung“ gegen Israel anstrebt. In diesem Umfeld hat Twitter Fadah Jassem zur neuen Kuratorin für Nachrichten aus dem Nahen Osten und Nordafrika ernannt. In den Jahren 2010 und 2011 postete Jassem Tweets, wo sie den Antisemiten Louis Farrakhan lobte und erklärte, Israel sei „nicht entstanden“, sondern im Nahen Osten „wie eine Bombe abgeworfen“.

Platz 7: Deutschland: In Deutschland wurde eine neue Regierung gewählt, die das Ende der Ära Angela Merkel markiert. Trotz ihrer vielen Erfolge als Kanzlerin hat Deutschland es versäumt, antisemitische Angriffe von Rechtsextremen, Islamisten und von Seiten der Linken, die Israel dämonisieren einzudämmen. Ihre Regierung hatte die Holocaustleugnung des Ayatollah-Regimes und die häufigen Aufrufe des Regimes, den jüdischen Staat zu zerstören, selten angeprangert.

Im Juni 2021 bestätigte die Bundesregierung eine erschreckende Zahl antisemitischer Hassdelikte im Jahr 2020. Im Jahr 2020 wurden allein in Berlin mehr als tausend antisemitische Vorfälle registriert, ein Anstieg von fast zwanzig Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Antisemitismusbeauftragter des Landes Berlin, Samuel Salzborn, räumte ein: „Eines ist klar: Berlin hat ein Antisemitismusproblem.“

Ein anderer deutscher Antisemitismusbeauftragter hat offenbar vergessen, dass seine Aufgabe darin besteht, den Antisemitismus zu bekämpfen und nicht darin ihn in sozialen Netzen mit einem „Gefällt mir“ zu versehen. Der Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Michael Blume, ist seit 2019 auf den sozialen Medien unteren anderen derart tätig gewesen, dass er ein Facebook-Posting mit einem „Gefällt mir“ versehen hat, in dem Zionisten mit Nazis verglichen wurden. Seitdem hat er weiterhin antijüdische, antiisraelische und konspirative Twitter-Accounts mit „Gefällt mir“ versehen und retweetet.

Im krassen Gegensatz dazu hat Blumes Amtskollege in Hamburg, Stefan Hensel, seine Stadtregierung aufgefordert, das vom iranischen Regime kontrollierte Islamische Zentrum in Hamburg zu schließen, weil dies Antisemitismus schürt. Blume hat es versäumt, die baden-württembergische Metropole Freiburg zur Beendigung ihrer Städtepartnerschaft mit Isfahan des iranischen Regimes aufzufordern, einer Stadt, deren Verwaltung jedes Jahr bei ihrer jährlichen Al-Quds-Demonstration zur Zerstörung des jüdischen Staates aufruft.

Unterdessen erreichte der Gestank des Antisemitismus die Deutsche Welle. Die Süddeutsche Zeitung enthüllte einen Skandal um antijüdische und den Holocaust verharmlosende Kommentare von Mitgliedern ihres arabischen Dienstes. Ein Beitrag bezeichnete den Holocaust als „künstliches Produkt“ und fügte hinzu, dass Juden weiterhin „die Gehirne der Menschen durch Kunst, Medien und Musik“ kontrollieren würden. Ein anderer erklärte: „Jeder, der mit den Israelis zu tun hat, ist ein Kollaborateur und jeder Rekrut in den Reihen ihrer Armee ist ein Verräter und muss hingerichtet werden.“

Die Deutsche Welle musste vier ihrer arabischen Servicemitarbeiter und einen freien Mitarbeiter nach Ermittlungen der ehemaligen deutschen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger suspendieren.

Platz 8: Rat für Amerikanisch-Muslimische Beziehungen (CAIR) und die Umweltbewegung Sunrise Movement: Die in der US-Hauptstadt ansässige Umweltgruppe Sunrise machte deutlich, dass ihr Eintreten für den allgemeinen Schutz sich nicht auf Juden auszudehnen, die es wagen, sich als Zionisten zu identifizieren. Unterdessen dämonisierte die Antisemitin Zahra Billoo amerikanische Juden weiter. Der Direktor einer CAIR-Tochterorganisation in San Francisco bezeichnete „zionistische Organisationen“ als „Feinde“ und warnte vor „zionistischen Synagogen“.

Platz 9: Universität von Südkalifornien: 2021 war ein katastrophales Jahr für Juden an den Universitäten in ganz Nordamerika, von der University of Toronto über die George Washington University bis hin zur Duke University und den Universitäten von Chicago und der University of Illinois. An der Spitze der Liste steht jedoch die Regierung der University of Southern California (USC), die es immer wieder versäumt hat, effektiv gegen offenen Judenhass vorzugehen. Yasmeen Mashayekh, eine Ingenieurstudentin der USC, machte keinen Hehl daraus, dass sie Juden und den jüdischen Staat hasst. Ihr bösartiger Hass ist beunruhigend genug, aber die Tatsache, dass Mashayekh auch als eine Senatorin für Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion fungiert, deren Aufgabe es ist, „mehr Inklusivität“ zu fördern und „gegen Rassismus und Diskriminierung einzutreten“, konterkariert die Ziele und trübt den Ruf der USC.

Platz 10: Unilever: Anfang des Jahres kündigte Ben & Jerry’s Ice Cream einen Boykott von Ostjerusalem und der Westbank an, was antiisraelischen BDS-Kampagnen neue Legitimität verlieh. Der Boykott wurde von der Vorsitzenden des Aktivistenausschusses Anuradha Mittal vorangetrieben.

Wie bei so gut wie allen Veröffentlichungen des SWC ist der Aufschrei von Betroffenen und deren Anhängern auch diesmal wieder sehr groß, von der „Roten Fahne“ über die „SZ“ bis hin zur „Zeit“ gibt man sich fassungslos, so titelt beispielsweise die „SZ“: “Simon-Wiesenthal-Zentrum nennt Antisemitismusbeauftragten Antisemiten.“ Vermutlich hatten die Redakteure dieser „Qualitätsmedien“ nicht die Zeit die Liste des SWC zu lesen. Michael Blume wird, wie weiter oben belegt, keineswegs als Antisemit tituliert, auf Platz 7 steht Deutschland, mit seinen Landesregierungen, die mit Michael Blume einen unfähigen Antisemitismusbeauftragten beschäftigt und viel zu wenig gegen den linken und islamischen Antisemitismus unternommen hat.

Der Sozialwissenschaftler Ingo Elbe hat bereits im Mai 2019 eindrucksvoll belegt woran es bei Michael Blume hapert. Michael Blume ignoriert die gesamte Antisemitismusforschung und versteigt sich letztlich zur Forderung, man müsse Religionen und Weltanschauungen ebenso schützen wie Menschen: „Er will zwar die „tiefen Ursachen des Antisemitismus“ aufklären, ignoriert aber souverän die gesamte moderne Antisemitismusforschung und versteigt sich am Ende zu der Forderung, man müsse Religionen und Weltanschauungen ebenso schützen wie Menschen: „Deswegen dient der Kampf gegen Antisemitismus keinesfalls nur dem Schutz jüdischen Lebens oder desisraelischen Staates – sondern dem Schutz aller Menschen, Religionen, Weltanschauungen und Staaten.“  Sätze wie diese sind nicht nur ein Indiz für einen missratenen Antisemitismusbegriff, sondern auch für ein fragwürdiges Verständnis von moderner Religions- und Meinungsfreiheit. Sie werfen auch ein neues Licht auf die Tatsache, dass Blume bisweilen polemisch vorgetragene, aber keineswegs unsachliche Kritik an seiner Praxis als Antisemitismusbeauftragter und seiner Vorstellung von Antisemitismus mithaltlosen Rassismusvorwürfen abkanzelt.“

Zusammenfassend lässt sich konstatieren: Das Simon-Wiesenthal-Center kritisiert völlig zu Recht die antisemitischen Taten von Rechtsradikalen, Islamisten und linken „Israelkritikern“ in Deutschland und anderswo, kritisiert sehr notwendig die Verfehlungen, Unterlassungen und die Verharmlosungen durch die deutschen Regierungen sowie die unzähligen antisemitischen Äußerungen in den öffentlich-rechtlichen Medien von der Deutschen Welle bis hin zum ZDF.

Wie schon im Fall Jakob Augstein, als dieser wohlverdient im Jahr 2012 den 9. Platz auf der Liste des SWC belegte, gibt es immer wieder eine typisch deutsche Solidarität mit den Tätern. Die meisten politisch interessierten Menschen verurteilen ausschließlich den Antisemitismus, der sie, die eigene ideologische Blase oder eigene Partei nicht betrifft. Rechte Coronaleugner sehen nur den linken Antisemitismus und linke „Israelkritiker“ kritisieren ausschließlich den rechten Antisemitismus. Der gefährlichste Antisemitismus ist aktuell zweifellos der islamische eliminatorische Judenhass, deshalb stehen das iranische Regime und die Hamas auch folgerichtig auf den ersten beiden Plätzen. Es verwundert in dem Zusammenhang nicht, dass wieder einmal die antisemitische Augstein-Linke den Vogel abschießt, indem sie sich larmoyant darüber beschwert, dass der Iran und die Hamas auf der SWC-Liste stehen und so gilt nach wie vor der Satz: “Und wenn’s Judenblut vom Messer spritzt, dann geht es Jakob, seinen Brüdern und Schwestern gleich nochmal so gut, dann haben sie ihren Judenknacks endlich überwunden.“

 

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