Zum Inhalt springen

Der westukrainische Massenmörder Stepan Bandera und seine heutigen Adepten

20. April 2022

„Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“ Bertolt Brecht – Leben des Galilei

Am 3. April twitterte der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk: “Weder die Russen, noch die Deutschen haben das Recht zu bestimmen, wen die Ukrainer als Helden verehren. Stepan Bandera & Hunderttausende meine Landsleute kämpften sowohl gegen Hitler, als auch gegen Stalin für den Staat. Lasst uns in Ruhe mit euren Belehrungen.“ Am 17.10.2015 legte Andrij Melnyk im Beisein vieler Gesinnungsgenossen in einer feierlichen Zeremonie Blumen am Grab von Bandera im München nieder. Am 20.3.2022 verteidigte Melnyk das faschistische Asow-Regiment: “Mariupol wird mutig verteidigt. Und zwar vom Asow-Regiment. Jetzt verstehen Sie, warum die Russen sich in die Hosen machen, wenn sie das Wort “Asow” hören.“ Andrij Melnyk ist mit seiner Bandera-Verehrung und seinem Russenhass freilich nicht allein, in der Westukraine wird dem NS-Kollaborateur wie einem Halbgott gehuldigt und auch in Deutschland gibt es immer mehr Bandera-Versteher.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion bildeten sich in der Ukraine mächtige und korrupte Wirtschaftsoligarchien und so bestimmen Oligarchen seither die Politik in der Ukraine. Die Ukraine war und ist ethnisch und politisch ein gespaltenes Land, gespalten in die prowestliche Westukraine, in der ukrainisch gesprochen wird und die prorussische orthodoxe Ostukraine in der viele ethnische Russen leben und in der russisch gesprochen wird. Im Jahr 1990 kam der Bandera-Kult verstärkt in die Westukraine zurück, in seinem Geburtsort Staryj Uhryniw wurde das erste Bandera-Denkmal enthüllt dem 47 weitere mächtige Heldendenkmäler folgten. Das Bandera-Denkmal in Lwiw misst sieben Meter vor einem 30-Meter-Bogen. In Iwano-Frankiwsk beispielsweise ist ein Bandera-Denkmal auf einem 4,8-Hektar-Areal errichtet und neben den Denkmälern und Tafeln wurden Hunderte von Straßen nach Stepan Bandera benannt. In Lwiv, dem ehemaligen Lemberg wurde eine Stepan-Bandera-Straße neugestaltet. Das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit gab dafür einen Zuschuss von 72.000 Euro. Außer den Denkmälern entstanden seit 1990 sechs Bandera-Museen an mit seinen Lebensphasen verbundenen Orten. Unzählige Bandera huldigende Hagiografien wurden über ihn publiziert, Briefmarken mit seinem Konterfei herausgegeben, Musikfestivals und Jahre nach ihm benannt.

2018 wurde in der Rada, dem Parlament der Ukraine Banderas Geburtstag pompös gefeiert und sein Geburtstag zum Feiertag erhoben. In den Schulen wird den Kindern das „heldenhafte“ Leben Banderas eingetrichtert, seine Ideologie wird in den ukrainischen Schulen mit wie die Muttermilch eingegeben. Ethnische Russen der Ostukraine bekommen dementsprechend seit vielen Jahren kein Zimmer in der Westukraine und der Zutritt in die dortigen Lokale wird „Russen“ verwehrt, pro-russische Parteien und Fernsehsender der Ostukraine wurden verboten, pro-russische Politiker eingesperrt und das russische Sprachengesetz, das seit Januar 2022 in Kraft getreten ist, um die russische Sprache zu bekämpfen, ist zutiefst undemokratisch und dem friedlichen Zusammenleben nicht gerade förderlich. Zudem hat die Rada im Jahr 2018 ein Gesetz durchgewunken wonach die Polizei und die Streitkräfte sich mit der faschistischen OUN-Phrase „Slawa Ukraini! Herojam Slawa!“ begrüßen müssen.

In dieses rechtsextreme Narrativ passen die ukrainischen Erzählungen über die große Hungersnot, die sich 1932 und 1933 in der sowjetischen Ukraine ereignet hatte, der zwischen drei und vier Millionen Ukrainer zum Opfer gefallen waren. Die Hauptursache für die Hungesnot war die stalinistische Zwangskollektivierung, die allerdings auch eine hohe Zahl von Hungertoten außerhalb der Ukraine verursachte. Die ukrainischen Nationalisten leugneten seit jeher ihre Beteiligung am Judenmord, die Fernsehserie „Holocaust. Die Geschichte der Familie Weiss“ von 1978 bereitete dieser Legende öffentlichkeitswirksam Probleme, weil ukrainische Polizisten als Judenmörder gezeigt wurden. Die Mörder fühlten sich bloßgestellt und führten eine Kampagne gegen Hollywood und Historiker, die bis heute anhält. Mit einer Gegenstrategie wurde behauptet das „ukrainische Volk“ sei selbst das Opfer durch einen „anderen Holocaust.“ Die OUN-Kollaboration im Holocaust sollte und soll offenbar mit dem Leiden der ukrainischen Bevölkerung verschleiert werden. In zahlreichen Publikationen der OUN und deren Sympatisanten wurde behauptet, dass durch die Hungersnot mindestens 6 Millionen Ukrainer durch Stalin und seine jüdischen Kommissare ermordet worden seien. Bewusst wurde auf die Zahl 6 Millionen angespielt, um den Holocaust zu relativierten und die Leiden der ukrainischen Bevölkerung in den Vordergrund zu rücken. Die Wortschöpfung „Holodomor“, die Begriffe der nordamerikanischen Ukraine-Diaspora vom „Hunger-Holocaust“ oder „ukrainischen Holocaust“ machen die Holocaustrelativierung zudem deutlich. 1986 erschien in einem Verlag von UPA-Veteranen eine Schrift, in der behauptet wird „zionistische Juden“ hätten die Hungersnot als „wirklichen Holocaust“ veranlasst, bei dem „jüdische Bolschewisten“ Christen ermordet hätten.

Im Februar 2014 stürzten die prowestlichen und rechtsextremistischen Kräfte der Westukraine mit massiver politischer, finanzieller und militärischer Hilfe der USA und Deutschlands die demokratisch gewählte pro-russische Regierung unter Janukowitsch. Die Rechtsextremisten des „Rechten Sektors“ und die antisemitischen Nationalisten von Swoboda um Oleh Tjahnybok gehörten zu den treibenden und entscheidenden Kräften des Maidan-Umsturzes. Rund 15.000 fanatisierte Menschen unter schwarz-roten Fahnen des Nazi-Kollaborateurs Bandera oder den Fahnen des Nachtigall-Bataillons zogen durch das Zentrum der Hauptstadt. Über zwei Monate dauerte die Belagerung des „Unabhängigkeitsplatzes“, bei der mit Pfeilen und Pflastersteinen auf Polizisten geschossen und geworfen und mit Brandsätzen auf Katapulten die Macht der Straße demonstriert wurde. Brennende Autobusse, herausgerissene Pflastersteine und Barrikaden mit Autoreifen prägten das Straßenbild und das oppositionelle Dreierbündnis von Swoboda, UDAR und der Allukrainischen Vereinigung „Vaterland“ übernahm mit Gewalt die Macht. Infolge des Maidan-Umsturzes spaltete sich nach einem Referendum die Krim in Richtung Russland ab und die ethnischen Russen der Ostukraine riefen die unabhängigen Republiken Donezk und Luhansk aus. Seit nun über acht Jahren terrorisieren überwiegend rechtextreme Einheiten wie das Asow-Regiment mit Hakenkreuzen auf den Stahlhelmen die pro-russische Bevölkerung in diesen Gebieten mit weit über 10.000 Toten.

Die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) wurde 1929 in Wien von ukrainischen Veteranen des Ersten Weltkrieges gegründet, sie war ein Zusammenschluss der Ukrainischen Militärischen Organisation (UWO) mit verschiedenen kleineren rechtsextremen ukrainischen Gruppen.  Unter dem führenden Ideologen Dmytro Donzow orientierte sich die OUN am italienischen Faschismus und am deutschen Nationalsozialismus. Sie befürwortete totalitaristische Prinzipien in Staat und Gesellschaft und übernahm das Führerprinzip. Der gemeinsame Antisemitismus führte zu engen Kontakten zwischen der OUN und der NSDAP. Das Motto der OUN war: „Den ukrainischen Staat erkämpfen oder sterben!“ Die Ideologie der OUN war eine Mischung aus Ultranationalismus, Faschismus, Antisemitismus, Rassismus und revolutionär-aufständischem Geist. Die klar definierten Feinde waren Polen und Russland, bzw. die Sowjetunion und die polnische, russische und jüdische Bevölkerung, die in den „ukrainischen Territorien“ lebte. Bereits 1934 verfasste Mykola Kolodzinskyj in einem Ausbildungslager in Italien mit der faschistischen Ustascha für die OUN eine Schrift mit der Forderung Juden und Polen aus der Ukraine zu vertreiben. Die Legion Ukrainischer Nationalisten führte den Gruß „Slawa Ukraini“ bzw. „Slawa Ukraini! Herojam Slawa!“ (Ruhm der Ukraine! Ruhm den Helden!) 1925 ein und die OUN hat den Ruf übernommen und geprägt, ab 1941 hoben die Mitglieder der OUN dazu den rechten Arm zu ihrem faschistischen Gruß.

Stepan Bandera wurde am 1. Januar 1909 in dem ostgalizischen Dorf Staryj Uhryniw, als Sohn eines griechisch-katholischen Priesters geboren. Bandera schloss sich zuerst der UVO und anschließend der OUN an, in der er schnell in die Führungsspitze aufstieg und Anfang 1933 zum „Führer“ der OUN gewählt wurde. Die OUN knüpfte Kontakte zur NSDAP und verübte in Polen Attentate gegen polnische Politiker um den polnisch-ukrainischen Konflikt anzuheizen. 1934 wurde Bandera wegen der Ermordung des polnischen Innenministers Bronisław Pieracki in Polen zum Tod verurteilt, die Strafe wurde jedoch in lebenslange Haft umgewandelt. Nach dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 spaltete sich die OUN in die OUN-B (B für Bandera) und die OUN-M (M für Melnyk). Die Mehrheit der jungen Nationalisten schloss sich der während der Pogrome in Galizien der aktiveren OUN-B an, während die OUN-M vor allem die Pogrome in der Bukowina organisierte. Bandera wurde aus dem Gefängnis befreit und arbeitete für den deutschen Geheimdienst unter dem Decknamen Konsul II, den Decknamen Konsul I. bekam Andrij Melnyk. Mit Wilhelm Franz Canaris, dem Chef der Abwehr, des Militärgeheimdienstes der Wehrmacht, stellte Stepan Bandera die Bataillone „Nachtigall“ und „Roland“ aus ukrainischen Kämpfern mit dem Verbindungsoffizier Theodor Oberländer auf.

Banderas OUN-Mitglieder aus Krakau besuchten 1940 bis 1941 Kurse der Sicherheitspolizeischule in Zakopane und der Polizeischulen in Krakau und Rabka. Die OUN-B organisierte sogenannte Marschgruppen, die nach dem Überfall auf die Sowjetunion hinter den deutschen Truppen eingesetzt waren um die Macht vor Ort zu übernehmen. Diesen Marschgruppen gehörten rund 800 Nationalisten an, darüber hinaus hatte die OUN-B rund 20.000 Mitglieder, die in über 3.000 Orten im westukrainischen Untergrund agierten. Rund 13.000 OUN-B Mitglieder waren in Ostgalizien und rund 5.000 in Wolhynien stationiert. Allein in Lemberg verfügte die OUN-B über 1.200 loyale Nationalisten und in der OUN-B Jugendorganisation lunatsvo waren 7.000 junge Getreue organisiert, zuzüglich der gewaltigen Zahl an OUN-Sympathisanten versteht sich.

Die Ukrainer nahmen auf Geheiß der Deutschen an dem Krieg gegen die Juden teil. Dies entsprach einer vom „zweiten großen Kongress der OUN“ (Banderas Fraktion) im April 1941 in Krakau angenommenen Resolution, welche die Juden als die „zuverlässigste Stütze des sowjetischen Regimes und als die Vorreiter des Moskauer Imperialismus in der Ukraine“ bezeichnete. Damit übernahm die ukrainische Organisation die Perspektive der Nationalsozialisten, die die Juden mit den Bolschewiken gleichsetzten („Judäo-Bolschewiken“ oder Żydo-Komuna auf Polnisch), und garantierte, dass das „Unternehmen Barbarossa“ für die Juden fürchterliche Konsequenzen haben würde. Die Resolution war zudem ein Treueeid der Ukrainer auf die NS-Ideologie.“, schreibt Eliyahu Yones in „Die Juden in Lemberg während des Zweiten Weltkriegs und im Holocaust 1939-1944“

Am 22. Juni 1941 überfiel Deutschland die Sowjetunion und in dem folgenden rassebiologischen Vernichtungskrieg wurden 27 Millionen Sowjetbürger ermordet, mehr als die Hälfte davon hinter der Front. In der Westukraine wurde der von der deutschen Propaganda als europäischer Kreuzzug zur Verteidigung der Kultur gegen den jüdischen Bolschewismus begeistert aufgenommen. Am 29. Juni 1941 hatte Reinhard Heydrich, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes, den Einsatzgruppen Folgendes schriftlich mitgeteilt: „Den Selbstreinigungsbestrebungen antikommunistischer oder antijüdischer Kreise in den neu zu besetzen Gebieten ist kein Hindernis zu bereiten.“ Die enge Zusammenarbeit zwischen ukrainischer Miliz und den Einsatzkommandos und die Involvierung der Bevölkerung in die Pogrome erlauben es nicht, eine genauere Zuordnung vorzunehmen. Noch vor dem Einmarsch der deutschen Truppen verübte Stepan Banderas OUN ein Massaker in Lemberg  mit über 7.000 ermordeter Juden und  Kommunisten.

Das Bataillon Nachtigall marschierte am 30. Juni 1941 in Lemberg ein. Die Soldaten, etwa achthundert ethnische Ukrainer trugen deutsche Uniformen mit blau-gelben Paspeln an den Schulterklappen. Alle deutschen Truppen wurden in Lemberg enthusiastisch begrüßt. Besondere Huldigungen erfährt das Bataillon „Nachtigall“, das als „Stepan Bandera Bataillon“ gefeiert und nicht nur mit Blumen, sondern auch mit Kniefällen und Gebeten empfangen wurde. Der israelische Historiker und damalige Zeitzeuge vor Ort Eliyahu Yones schreibt dazu: „Die ersten Einheiten der Wehrmacht betraten Lemberg am folgenden Tag, am Sonntag, den 30. Juni 1941. An diesem Morgen plakatierten die Ukrainer an Anschlagbrettern und Gebäudewänden großformatige Bekanntmachungen, die sie schon vorbereitet hatten. Sie hießen die deutschen Besatzer und den „großen ukrainischen Führer“ Stepan Bandera willkommen, die endlich eingetroffen waren, „um das Volk der Ukrainer von der Herrschaft der Juden und des NKVD zu befreien, welche die ukrainischen Bauern in den Dörfern niedermetzelten“. „Erschlagt die Juden und die Kommunisten!“ forderten die Anschläge. „Lang lebe Stepan Bandera, lang lebe Adolf Hitler!“

In den Gefängnissen von Lemberg waren antikommunistische Ukrainer inhaftiert, die ins Hinterland transportiert werden sollten. Am 25. Juli versuchten ukrainische Nationalisten sich gegen die abziehenden Sowjets zu erheben, und die politischen Gefangenen zu befreien. Der Aufstand misslang und das NKWD liquidierte tausende ukrainische Häftlinge. Kurz bevor die Sowjets Lemberg verließen, hatten sie das große Brygidki-Gefängnis und die anderen Haftanstalten in Brand gesetzt. Für die Morde des NKWD wurden die Juden Lembergs verantwortlich gemacht. Die Lemberger Juden gaben diesem ersten Pogrom den Namen „Gefängnisaktion“. Im Mittelpunkt der „Gefängnisaktion“ standen die jüdischen Zentren im inneren Stadtgebiet, und zwar folgende Straßen: Janowska, Gródecka, Zygmuntowska, Mickiewicza, Legionów, Żólkiewska, Balonowa, Zamarstynów, Misjonarska, Pod Dębem, Źródlana, Arciszewska und Kleparowska bis zur Janowska. Die Lemberger Juden wurden gezwungen die sich inzwischen zersetzenden Leichen aus den Gefängnisgebäuden herauszutragen und sie auf den Gefängnishof zu legen. Weitere inzwischen zusammengetriebenen Juden wurden aus den Kellern herausgeholt und auf den Gefängnishof gebracht, geschlagen und misshandelt. Grzegorz Rossolinski-Liebe schreibt über den Pogrom von Lemberg: „In den frühen Morgenstunden des 1. Juli drang die Miliz in Wohnungen der Juden ein und verhaftete vor allem die männlichen Bewohner. Andere wurden auf den Straßen aufgegriffen und in die Gefängnisse verschleppt. Die Juden wurden von den Milizionären und der aufgebrachten Bevölkerung misshandelt, beschimpft, mit Steinen beworfen und mit Fäusten oder Stöcken und Stangen geschlagen. Einige mussten unter Anweisung der Milizionäre den Weg kriechend bewältigen. Um auf das Gefängnisgelände zu gelangen, mussten die Opfer durch ein Spalier des auf sie einprügelnden Mobs gehen. Auf dem Gefängnishof wurde den Juden erklärt, sie müssten die Leichen aus den Gefängniskellern heraustragen und sie auf dem Hof aufreihen, damit sie von Verwandten identifiziert werden könnten. Einige Zuschauer beobachteten dabei, wie zwei jüdische Männer gezwungen wurden, die Leichen am Kopf und an den Füßen hochzuhalten und wie jüdische Frauen währenddessen die Leichen mit einem feuchten Lappen abwaschen mussten. Danach wurden die Frauen gezwungen, die Hände der Leichen hochzuheben und sie zu küssen.“

Unmittelbar nach dem Einmarsch der Deutschen kam es vor allem durch die ukrainische Miliz OUN zu Judenpogromen. Nach den Verhaftungen der Juden gab es als Höhepunkt der Quälereien ein immer wieder eingesetztes Ritual, durchgeführt vom Bataillon „Nachtigall“ der „Legion Ukrainischer Nationalisten“, das gestartet wurde mit dem Befehl: „Antreten zum Spießrutenlaufen.“ Auf deutschen Befehl hin stellten sich ukrainische Soldaten in einem Spalier auf und pflanzten ihr Seitengewehr auf. Der israelische Staatsbürger Abraham Goldberg hat an seine Verhaftung folgende Erinnerung: „Nach dem Aufladen gab ein Offizier den Befehl zum „Spießrutenlaufen“. Daraufhin stellten sich die Ukrainer in zwei Reihen auf, alle hatten Gewehre und pflanzten die Bajonette auf. Wir mussten durch die Reihen laufen, während sie mit den Kolben auf uns einschlugen und stachen. Mit mir waren etwa 500 Juden dort, und fast alle wurden von den Ukrainern erschlagen, auch meine beiden Freunde.“

Kurt Lewin schrieb in seinen Erinnerungen: „Ein Ukrainer prägte sich besonders in meiner Erinnerung ein. Er war sehr elegant gekleidet, trug ein wunderschönes, besticktes Hemd und hatte es auf unsere Gruppe abgesehen. Er schlug mit einem mit Eisen beschlagenen Stock. Nach einiger Zeit systematisierte er sein Schlagen und haute nur gegen die Köpfe. Mit jedem Schlag riss er Hautlappen ab. Einigen Menschen schlug er die Augen aus, riss die Ohren ab. Nach einer Weile brach der Stock. Ohne lange zu überlegen, packte er ein angebranntes Holzstück und schlug damit gegen den Kopf meines Nachbarn. Der Schädel platze und das Gehirn spritze in alle Richtungen, auch auf mein Gesicht und meine Kleidung.“

Alfred Monaster berichtete, dass am 1. Juli im Gefängnis in der Lackiego Straße schöne jüdische Frauen ausgesucht, vergewaltigt und anschließend getötet wurden. Zygmunt Tune und sein jüngerer Bruder wurden von ukrainischen Milizionären aus ihrer Wohnung mitgenommen und zum Gefängnis in der Zamarstynowska Straße verschleppt. Vor dem Gefängnis stand der Mob Spalier und schlug auf die vorbeigehenden Opfer ein. Im Anschluss prügelte das Bataillon Nachtigall auf sie ein. Nachdem sie alle Gegenstände, die sie bei sich führten, abgegeben hatten, wurden sie von Ukrainern mit Stöcken weiter malträtiert. Währenddessen mussten sie mit ihren Händen den Hof sauber machen, auf den immer mehr Juden gebracht wurden.

Ruzia Wagner erinnert sich wie jüdische Frauen und ältere Männer, die halb tot auf dem Hof lagen, mit Stöcken weiter geschlagen, getreten oder durch den Hof geschleppt wurden. Verwundete jüdische Frauen und Männer wurden entkleidet. Als die Täter einer Frau ihre gesamte Kleidung auszogen und sie mit Stöcken prügelten, wandten sich einige andere Juden an vorbeispazierende und fotografierende deutsche Soldaten mit der Bitte um Intervention. Die Soldaten hätten daraufhin geantwortet: „Das ist die Rache der Ukrainer“ und informierten sie noch voller Stolz, dass die Bilder im „Stürmer“ erscheinen würden.

Nicht nur in den drei Gefängnissen von Lemberg und auf den dorthin führenden Wegen, sondern auch in vielen anderen Teilen der Stadt wurden Juden am 1. Juli misshandelt, erniedrigt, verprügelt oder erschlagen. Felicja Heller erinnerte sich, wie ukrainische Milizionäre ihrer Nachbarin befahlen, eine Zahnbürste mitzunehmen, um Straßen zu bürsten, und wie Deutsche und Ukrainer einen Juden zwangen, den Hut abzusetzen, ihn mit Pferdemist zu beladen und wieder aufzusetzen. Irena Feinsilber sah rund zwanzig Frauen mit Besen, darunter ihre Mutter, die die Straße kehren mussten. Irenas Schwiegervater erzählte ihr, dass es Milizionäre mit blaugelben Armbinden waren, die ihre Mutter von der Wohnung abgeholt hätten.

Der deutsche Offizier Hans Schmidt beobachtete, wie „Judenfrauen kniend mit ihren Händen Glassplitter von einem Trottoire aufheben mussten“. Izydor Ferber erinnerte sich, wie auf einem Markt Juden gezwungen wurden, mit ihren Taschentüchern und bloßen Händen das Pflaster zu putzen und sie dabei heftig geschlagen wurden. Kazimiera Poraj war gerade auf dem Markt, als sie sah wie „ukrainisch-sprachige deutsche Soldaten“ eine Gruppe von Juden, unter anderem ihre Mutter, zwangen, mit ihrer eigenen Kleidung Toiletten zu reinigen. Dabei wurden sie mit Kabeln so lange geschlagen, bis sie blutig waren. Eine andere Gruppe musste, unter Kabelschlägen, mit den Händen Glassplitter von den Straßen aufheben und in zwei Wagen sammeln. Als einer der Wagen voll war, wurde er umgeworfen, und die Splitter mussten erneut unter Schlägen und Tritten aufgelesen werden.

Der Transportoffizier Hermann Teske notierte in seinem Tagebuch, dass er Juden sah, die an der Nase verletzt waren. Ein Ukrainer erzählte ihm, „dass es bei Pogromen üblich gewesen sei, den Juden zu ihrer Kennzeichnung den Nasenwirbel umzudrehen“. Später sah Teske selbst, wie der Mob Juden hetzte und die schmerzhafte Prozedur an ihnen durchführte. Unteroffizier Friedrich Brüggemann gab zu Protokoll, dass Juden aus den Fenstern ihrer Wohnungen geworfen wurden. „Jacob Gerstenfeld beobachtete aus dem Fenster seiner Wohnung, wie „alte Leute, Kinder und Frauen unter einem Hagel von Schlägen gezwungen wurden, Pflastersteine auszureißen und den Dreck der Straße von einer Stelle zu einer anderen zu schieben. Eine Frau wurde an einen arbeitenden Mann festgebunden. Unter Schlägen wurden beide gezwungen jeweils in die entgegengesetzte Richtung zu laufen. Als ein Jugendlicher ohnmächtig hinfiel, wurden andere dazu aufgefordert, ihn lebendig zu begraben.“, schreibt Grzegorz Rossolinski-Liebe zu den Pogromen in Lemberg.

Am 25. Juli kam es in Lemberg zu den sogenannten Petljura-Tagen. Der ukrainische Politiker und Armeeführer Symon Petljura wurde von Sholom Schwarzbard am 25. Mai 1926 in Paris ermordet, als Racheakt für Pogrome, die Petljuras Truppen 1919 in der Ukraine begangen hatten und Sholom Schwarzbards Familie wurde von Petljura ausgelöscht. Das Gericht sprach Schwarzbard frei. Das Attentat und mehr noch das Urteil ließen Petljura bei den damaligen und heutigen Nationalisten zum Märtyrer werden. Das Grab von Symon Petljura in Paris ist bis heute für „westlich orientierte“ ukrainische Politiker zum beliebten Anziehungspunkt geworden. Während des Pogroms verhaftete die ukrainische Polizei Juden in ihren Wohnungen und auf den Straßen und brachte sie zum Hof des Gefängnisses in der Lackiego Straße und zum Gestapogebäude in der Pelczynska Straße. Dort wurden die Opfer mit Stöcken und Eisenstangen geschlagen oder erschossen. Drei Tage durchkämmten die ukrainischen Nationalisten die jüdischen Bezirke Lembergs. Rund 2.000 Juden wurden in den Petljura-Tagen ermordet. Ein Teil der deutschen Soldaten in Lemberg war damit beschäftigt, die Pogrome mit dem Fotoapparat oder der Filmkamera zu dokumentieren. Dieses Material erschien später in der Wochenschau. Andere steuerten den Pogrom und ließen die Bevölkerung über Plakatierungen wissen, dass das Misshandeln von Juden erlaubt und erwünscht sei.

Die größten Gewaltexzesse in der Westukraine ereigneten sich in Lemberg, Ternopil und Zolochiv. Im weiteren Verlauf des Krieges ermordeten die Deutschen mit ihren ukrainischen Gehilfen, der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und der Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) alleine in der Region um Lemberg 400.000 Juden und 140.000 russische Gefangene. Nach der Besetzung Kiews wurden unter anderem in der Schlucht von Babij Yar zwischen dem 29. und 30. September mehr als 33 000 Juden, überwiegend Frauen, Kinder und Alte erschossen. Beteiligt an dem Massaker waren unter anderen das Sonderkommando 4a,  Kommandos des Polizeiregiments Süd und die ukrainische Miliz. Die jüdische Gemeinde Galiziens, mehr als 540.000 Menschen, wurde fast vollständig ausgelöscht. Maximal drei Prozent der galizischen Juden haben den Terror überlebt. Ukrainische Hilfspolizisten der Wehrmacht und Verbände der OUN beteiligten sich am Völkermord und exekutierten noch im Frühjahr 1944 in die Wälder geflüchtete Juden. Die OUN und die im Winter 1942 von ihr aufgestellte Ukrainische Aufständische Armee (UPA) waren teilweise mitverantwortlich und hauptverantwortlich für die Ermordung von 800.000 Juden. Auf eigene Initiative ermordeten die UPA-Einheiten etwa 100.000 Polen und vertrieben weitere Tausende aus der Westukraine. Stephan Bandera war bis zu seinem Tod der unumstrittene „Führer“ der OUN und der UPA.

Auf dem Territorium der heutigen Ukraine lebten ungefähr 2,7 Millionen Juden, 1,6 Millionen wurden von den deutschen Besatzern und den ukrainischen Gehilfen ermordet. Rund 100.000 Juden überlebten im Untergrund in den Wäldern und bei den Partisanen. Für rund 900.000 Juden, vor allem aus der Ostukraine schuf der Widerstand der Roten Armee  im Sommer und Herbst 1941 die Möglichkeit zur Flucht ins Innere der Sowjetunion. Für die Ermordung von etwa 1,8 Millionen Juden und etwa 50.000 Roma während der Aktion Reinhardt brauchten die Nationalsozialisten wenig eigenes Personal. Rund 1.000 ukrainische und litauische Freiwillige wurden im Ausbildungslager Trawniki für den Judenmord in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka vorbereitet, John Demjanjuk war einer von ihnen.

Weil Banderas Stellvertreter Jaroslaw Stezko am 30. Juni 1941 eine unabhängige Regierung für die Westukraine proklamierte wurde Bandera im Juli 1941 verhaftet und als so genannter Ehrenhäftling in Sachsenhausen festgesetzt. Im September 1944 wurde Bandera aus der Haft entlassen und nach dem Krieg floh der gesuchte Kriegsverbrecher nach München wo er unter falschem Namen weiterhin die Aktionen der OUN steuerte. München war nach dem Krieg ein sicherer Ort für NS-Kollaborateure  und Organisatoren der „Endlösung“. Der Vertriebenenministers Theodor Oberländer, selbst schwer belastet durch seine „Tätigkeiten“ im Battailion Nachtigall oder der muslimischen Einheit, des Sonderverbandes Bergmann, sorgte für die politische und finanzielle Unterstützung. Die OUN ermordete nach 1945 bis 1951 noch 35.000 Menschen in der Westukraine. Die terroristischen Mordaktionen richteten sich gegen Polizeikräfte, kommunistische Parteifunktionäre und gegen die Zivilbevölkerung, darunter vor allem die überlebenden Juden. Dieser Guerillakrieg wurde ab 1949 von der CIA unterstützt, die bis 1953 etwa 75 Exilukrainer per Fallschirm in der Ukraine absetzte. Stepan Bandera wurde am 15. Oktober 1959 in München von einem sowjetischen Agenten ermordet, seitdem gewann der Bandera-Kult erneut Auftrieb mit seinem vorläufigen aktuellen Höhepunkt. In der Westukraine wird Bandera mehr denn je verehrt und in der Ostukraine wird er seit jeher als Verräter, Massenmörder und Faschist wahrgenommen.

Der aktuelle Krieg Russlands mit all seinen Kriegsverbrechen gegen die Ukraine verändert die Welt. Viele Städte der Ukraine sind zerstört und tausende Menschen kamen und kommen ums Leben. Putin hat diesen Krieg bereits vor Jahren geplant und es steht zu befürchten, dass er seine Ziele erreichen wird. Putin führt nicht nur einen Krieg gegen die Ukraine er führt vor allem einen Krieg gegen den Westen. Während China höhere Weizenimporte aus Russland erlaubt und in den chinesischen Supermärkten das Mehl verramscht wird, sind in Europa die Mehlregale leer. Während Indien, China und diverse Länder in Asien und Südamerika das russische Öl und Gas abnehmen und abnehmen werden und der Rubel bereits jetzt wieder auf dem Stand vor dem Krieg ist, verzeichnen Europa und die USA bereits jetzt die größte Hyperinflation seit 40 Jahren. Deutschland und die USA haben sich verzockt und Russland hat sich perfekt auf diese Auseinandersetzung vorbereitet, hat alle möglichen Sanktionen eingerechnet und hat den Bruch mit dem Westen bereits vor Jahren beschlossen. Russland wird sich auf sehr lange Zeit mit China verbünden und den Westen nicht nur wirtschaftlich versuchen in die Knie zwingen. Tausende westliche Unternehmen werden den russischen Markt verlieren, die hohen Energiepreise und die Inflation in Europa werden die Konkurrenzfähigkeit im Weltmarkt schmälern und Arbeitslosigkeit und Armut vergrößern, ganz zu schweigen von den negativen Veränderungen in Afrika und den ärmeren Ländern dieser Welt.

Europa ist durch Putins Krieg nicht nur der finanzielle und der wirtschaftliche Verlierer, Europa und Deutschland sind dabei all ihre freiheitlichen Werte und die Demokratie zu verraten. Die deutschen Medien sind so uniformiert wie noch nie seit 1945. Der Antisemitismus in den öffentlich-rechtlichen Sendern ist legendär und bedarf kaum weiterer Belege, nach den antisemitischen Terroranschlägen in Israel vermeldete beispielsweise die Tagesschau ein Terrorist habe das Feuer eröffnet. „Ein Terrorist“ setzten die „Israelkritiker“ der Tagesschau in Anführungszeichen, das ZDF meldete: „Die Hintergründe für den Anschlag sind nicht bekannt“ und der BR sprach verharmlosend von einer „Kneipenschießerei.“ In genau diesen antisemitischen Anstalten von ARD und ZDF ist der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk, der Blumen am Grab des antisemitischen Massenmörders Stepan Bandera niederlegt, ein Dauergast. Kein einziger der Journalisten konfrontierte Melnyk in den unzähligen Auftritten in den Talkshows mit seiner Leidenschaft für einem antisemitischen Massenmörder, in einem Land in dem die Leugnung des Holocaust zurecht strafrechtlich verboten ist. Während in Deutschland russische Medien oder der Buchstabe „Z“ verboten, russische Literatur zurückgedrängt und russische Künstler mit Auftrittsverboten überzogen werden, darf ein Anhänger eines antisemitischen Massenmörders im Land der Täter ungehindert und beinahe täglich seine Propaganda verbreiten.

Während in den Medien von ARD bis RTL, von der FAZ bis zur Welt jede Meldung von Kiew ungefiltert übernommen wird, werden die Berichte von Menschen aus der Ostukraine, zum Beispiel aus Mariupol die vom Regiment Asow als menschliche Schutzschilde benutzt werden, offenbar unterschlagen. Das heftig umkämpfte Mariupol liegt im Südosten der Ukraine, rund 90 Prozent der Einwohner sind russischstämmig oder sprechen russisch. Der österreichisch-schweizerische Schriftsteller und Schach-Promotor Alexander Günsberg ist mit einer russischstämmigen Frau aus Mariupol verheiratet, sein Schwager und seine Schwiegermutter, viele Schulfreundinnen und weitere Verwandte von Günsbergs Frau leben in Mariupol. Günsbergs Vater Max Günsberg floh vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Hitlers Einmarsch in Österreich 1938 aus Wien in die Schweiz und war einer der vom St. Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger geretteten Wiener Juden. Alexander Günsberg schrieb am 17. März in der FB-Gruppe Israelfreunde: „…Ich konnte heute nach 7 Tagen zum ersten Mal wieder mit meinem Schwager in Mariupol telefonieren. Dort sind die Verhältnisse ganz andere als in Kiew oder Lemberg. Er und alle anderen, die von den Asow-Verbrechern als Geiseln gehalten wurden, wurden von den russischen Soldaten befreit und mit Wasser, Essen und Strom versorgt. Die Frauen küssen die russischen Soldaten wie bei der Befreiung von Paris. Im Theater, in dem ich mehrmals war, befand sich eine Asow-Kommandozentrale. Die Zivilisten benutzten sie als Schutzschild, nicht anders als in Gaza und ließen die Minen hochgehen, als die russischen Panzer kamen. Man muss bei uns einfach einmal begreifen, dass in der Ukraine zwei Völker mit gegensätzlichen Interessen leben. Präsident Zelensky, ein Jude, ist derart weit von seinem Judentum weggekommen, dass er trotz demonstrativer Besuche in Israel und bei Rabbinern den faschistischen Bandera-Kult unterstützt. Nicht umsonst lieben ihn Biden und die Europäer. Er ist ein Jude nach ihrem Geschmack. Solange die Ukraine den Russen in ihrem Land keine Autonomie gewährt, sie als Feinde betrachtet, die alle umgebracht gehören, wie es Julia Timoschenko und ihre Freunde öffentlich gesagt haben, und solange bewaffnete rechtsextreme Banden die Russen in der Ukraine terrorisieren, solange wird es keinen Frieden in der Ukraine geben. Die Juden sind für einmal nicht das Ziel der Angriffe und dank Zelensky werden sie auch nicht verteufelt oder als Schuldige hingestellt. Das kann sich sehr aber schnell ändern, wenn die Verbrechen der Asow-, Aidar- und Dobass- Regimenter auch im Westen ans Tageslicht kommen. …“

Alexander Günsberg berichtet des Weiteren von der Ermordung einer Schulfreundin und ihrer Tochter die sich aus dem Keller wagten durch ukrainische Schafschützen erschossen wurden und ähnlichen Verbrechen. In den sozialen Medien kursieren unzählige Handy-Videos die Vergleichbares belegen. All diese Nachrichten schaffen es weder in die Tagesschau noch in irgendeine Sendung der deutschen Mainstreammedien. Dem antirussischen Narrativ widersprechende abweichende Meldungen sind in der deutschen Medienlandschaft tabu. Wie lange wird es noch dauern bis ARD und ZDF, bis die Grünen, die CDU oder die FDP den deutschen Überfall auf die Sowjetunion als notwendigen Präventivkrieg darstellen werden?

Vor einigen Jahren behauptete der AFD-Politiker Alexander Gauland „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“ und nun relativeren und verharmlosen die Oliv-Grünen im Gleichschritt mit den Medien die Verbrechen Nazi-Deutschlands und seiner Kollaborateure. Anton Hofreiter und viele weitere Bandera-Versteher behaupten Russland führe in der Ukraine einen Vernichtungskrieg und im Sender RTL wird halluziniert, dass „Auschwitz nichts im Vergleich zu Butscha“ war.

Ein Nato-Linker aus dem Umfeld der „ideologiekritischen“ Bahamas zitiert Mariana Sadovska aus Köln und schreibt: „Eine unerschrockene Sängerin liest den Pausewang-Deutschen die Lewiten: „Natürlich haben wir große Angst, dass dadurch alles eskaliert und es zu einem Atomkrieg kommt und die ganze Welt un­tergeht. Aber wir können doch nicht so einen Verbrecher wie Putin davonkommen lassen, nur weil er mit der Atombombe droht. Wenn die Welt untergeht, weil wir der Ukraine helfen, dann soll es halt so sein!“ In der Jungle World macht sich ein Utz Anhalt für Bandera stark und relativiert wie folgt den Holocaust: „Wem dient dieses „Aber Bandera“-Brüllen also, während das russische Staatsorgan RIA Nowosti ganz offen den Plan eines Genozids in der Ukraine mit Neuaufbau nach putinschen Konstrukten vorstellt?“ Das Elend der „ideologiekritischen“ Linken ist mittlerweile am Tiefpunkt. Bandera-Linke beenden seit Monaten ihre Facebook-Postings mit dem faschistischen Gruß der OUN, mit „Slawa Ukraini!“

Anton Hofreiter von den Oliv-Grünen wird von den Medien hochgejubelt, weil er Bundeskanzler Scholz aggressiv dazu auffordert, endlich schwere Waffen an die Ukraine zu liefern. Bei einem EU-Treffen forderte die grüne Außenministerin Annalena Baerbock: „Was klar ist: Die Ukraine braucht weiteres militärisches Material, vor allem schwere Waffen“ Mit den schweren Waffen, wie dem Leopard sollen offenbar die abtrünnigen Republiken, die Krim und Mariupol zurückerobert und der Krieg verlängert werden. Für unzählige Kriegstreiber schade der Kanzler mit seinem Zögern dem Ansehen Deutschlands in Europa und der Welt. Muss für die Bandera-Versteher die Krim endlich wieder deutsch werden? Warum blieben die heutigen Bandera-Versteher während der völkerrechtswidrigen NATO-Bombardierung gegen Jugoslawien oder dem Irakkrieg mit einer Million Toten und der „Shock and Awe“-Taktik stumm wie die Fische? Warum hat damals niemand weitreichende Sanktionen gegen die NATO-Staaten oder die USA gefordert? Warum hat nur Israel Waffen an Serbien geliefert? Die Querfront von Alexander Gauland und der Bandera-Linken scheint jedenfalls geschlossen.

Welche europäischen Länder sind im deutschen Diskurs seit weit über 30 Jahren als deutschfreundlich markiert? Es sind genau die Nationen, die die Deutschen im Zweiten Weltkrieg zur Teilnahme an den Vernichtungsaktionen gegen Juden animieren konnten: Litauer, Letten, Ukrainer, Kroaten, Bosniaken und Albaner. Und welche Länder werden noch heute mit Misstrauen und Feindschaft belegt? Die tendenziösen Einheitsmeldungen der letzten 20 Jahre belegen, es sind die Russen und die Serben, es sind genau die Länder die den Nationalsozialismus am erbittertsten und mit dem höchsten Blutzoll bekämpften.

Einige der heutigen deutschen Kriegstreiber werden in nächster Zeit wegen den verdreifachten Energiepreisen, den steigenden Lebensmittelpreisen, wegen Arbeitslosigkeit, zu niederen Löhnen oder den beengten Wohnsituationen zu jammern beginnen. Solcherlei erwartbare Larmoyanz sollte mit einem gewaltigen Hohnlachen beantwortet werden: Die dümmsten Kälber wählen wie immer ihren Metzger selber.

Putins Ideologie, sein Angriffskrieg gegen die Ukraine, mit seinen Kriegsverbrechen und seinen Islamisten sind mit nichts zu rechtfertigen und zu verurteilen. Die ukrainische Regierung, die einen antisemitischen Massenmörder als Nationalhelden verehrt und eine Armee unterhält, die Hakenkreuze auf den Stahlhelmen und andere NS-Symbole auf den Uniformen präsentiert, ist keine Regierung mit der man sich gemein machten sollte. Wer wenige Jahrzehnte nach Auschwitz wie die hiesigen Bandera-Versteher den Bandera-Kult mit all seinen Auswirkungen der letzten 20 Jahre in der Ukraine verniedlicht, relativiert oder sogar leugnet und in einem Ukraine-über-alles-Wahn den Einsatz der Nato oder Offensiv-Waffen wie Leopard- oder Marder-Panzer fordert, was einen 3. Weltkrieg und Atomkrieg zur Folge haben könnte, offenbart seine ideologische Verwahrlosung und Verblödung in bemerkenswerter Weise.

Den Tod von Millionen von Menschen in Europa, den Tod meiner Nachbarn, Freunde und nicht zuletzt auch meinen Tod großzügig für eine vermeintliche Freiheit einer mir suspekten Regierung in Kauf zu nehmen nehme ich sehr persönlich. Die grenzenlose Dummheit und Geschichtsvergessenheit dieser nekrophilen Kriegstreiber, die offenbar wie die Islamisten den Tod mehr als das Leben lieben, macht mich fassungslos. Wie alle Antisemiten, Faschisten und Islamisten sind auch die Bandera-Versteher ein Frontalangriff auf die Zivilisation. Wenn Bandera-Versteher, eingeschüchtert durch selbstsüchtige und unterbelichtete Lohnschreiber, sich damit begnügen, wie die Lemminge jedes Gerücht nachzuplappern wird die Aufklärung zum Krüppel gemacht. Die Kluft zwischen euch und der Realität kann eines Tages so groß werden, dass euer Jubelschrei über irgendein gesunkenes Kriegsschiff von einem universalen Entsetzensschrei beantwortet werden könnte.

Quellen: Grzegorz Rossolinski-Liebe- Der Verlauf und die Täter des Lemberger Pogroms vom Sommer 1941- Jahrbuch für Antisemitismusforschung 22- Metropol-Verlag | Simon Wiesenthal – Recht, nicht Rache – Ullstein-Verlag | Eliyahu Yones – Die Juden in Lemberg während des Zweiten Weltkriegs und im Holocaust 1939-1944- Ibidem-Verlag | Erich Später – Die Befreiung der Nation – Ukraine über alles- Konkret-Verlag | Longerich, Jäckel, Schoeps – Enzyklopädie des Holocaust – Piper | Thomas Sandkühler – Das Fußvolk der »Endlösung«. Nichtdeutsche Täter und die europäische Dimension des Völkermords. »Aktion Reinhardt«: die Rolle der »Trawniki-Männer« und ukrainischer Hilfspolizisten

 

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

 

Putins Krieg

15. März 2022

„Die Intellektuellen des Cafés des Westens machten ratlose Gesichter. Auf einmal hatte alles aufgehört, was gestern noch so wichtig gewesen war. Alles hing in der Luft. Unzählige meldeten sich freiwillig. Warum wusste keiner so recht“, schreibt der Parade-Bayer Oskar Maria Graf schafsinnig in seinem autobiographischen Roman „Wir sind Gefangene“ über seine Zeit in Berlin, den Juni 1914.

Bis zum Untergang der realsozialistischen Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre standen sich der kapitalistische Westen und der Kommunismus feindlich gegenüber. Das Blockdenken verschwand mit dem Ende des Kalten Krieges und die Einflusssphären wurden neu abgesteckt, so konkurrieren nun die kapitalistischen Welt- und Atomächte China, Russland und die USA mit Europa um Absatzmärke und Rohstoffe. Für den Westen, für die islamische Welt wie für Russland war und ist Krieg ein legitimes Mittel zur Machtverteilung, gleichzeitig offenbaren sich China und Russland, ganz zu schweigen von der islamischen Welt als autoritäre Gegenentwürfe zum demokratischen liberalen Westen.

Bei der Neuaufteilung der Welt überfiel am 24.2.2022 Russlands Armee unter Wladimir Putin die Ukraine. In seiner völkischen Begründungsrede für den Krieg, sprach Putin der Ukraine einerseits jegliches staatliche Existenzrecht ab und andererseits sei die „Entmilitarisierung“ und „Entnazifizierung“ der Ukraine das vorrangige Ziel. Die Ukraine hat mit Wolodymyr Selenskyj einen jüdisch-stämmigen Präsidenten, dessen Verwandte im Holocaust ermordet wurden. Tausende Menschen fanden durch den Angriffskrieg den Tod und mehr als zweieinhalb Millionen Menschen sind seitdem auf der Flucht und haben die Ukraine in Richtung Westen verlassen. Für Putins Krieg gegen die Ukraine gibt es keine Rechtfertigung.

Wie immer stirbt in einem Krieg zuerst die Wahrheit, so sagte Olaf Scholz in seiner Rede an die Nation am 24.2.2022 um 18 Uhr: „Gerade erleben wir den Beginn eines Krieges, wie wir ihn in Europa so seit mehr als 75 Jahren nicht erlebt haben.“

Niemand in den Massenmedien widersprach, niemand macht Olaf Scholz darauf aufmerksam, dass am 24.03.1999 die damalige rot-grüne Regierung mit der NATO ihren Angriffskrieg gegen Jugoslawien, unter Missachtung des Grundgesetzes, des Völkerrechts, der Genfer Konvention, des Nato-Vertrages und gegen die 2+4 – Verträge startete. Zum ersten Male nach 1945 töteten deutsche Soldaten ausländische Zivilisten, ohne angegriffen oder auch nur bedroht worden zu sein und wieder in Jugoslawien. Allein die deutschen Tornados flogen in knapp drei Monaten aus sicherer Entfernung, bei der Zerschlagung Jugoslawiens, 390 Einsätze und schossen 244 Harm-Raketen ab, benutzten radioaktive Munition um die faschistische albanische UCK in ihrem „Freiheitskampf“ zu unterstützen. Die NATO zerstörte 60 Brücken, 110 Krankenhäuser, 480 Schulen, 365 Klöster, die Strom und Wasserversorgung und 121 serbische Industriebetriebe. Die großen Chemiezentren in Pančevo, Novi Sad und Bor wurden vorsätzlich bombardiert um eine Umweltkatastrophe auszulösen. Das auslaufende Öl in Pančevo brannte zwei Wochen. In Novi Sad liefen 80.000 Tonnen Öl aus und 20.000 Tonnen verbrannten. Eine riesige Wolke aus Ruß, Teer, Ölpartikeln, Schwefeldioxid und Stickoxiden lag über der Stadt. Am 8. Juni, kurz vor Waffenstillstand zerstörte die NATO das serbische Chemiezentrum in Pančevo völlig. So zog eine 20 Kilometer lange Giftgaswolke mehr als zehn Tage über die Vororte von Belgrad in die Gemüse- und Kornkammern Serbiens. 40.000 Menschen wurden evakuiert. Allein die Konzentration des Vinylchlorids stieg zeitweise auf das 10.600-Fache des internationalen Grenzwertes. Serbien hat heute die europaweit meisten Fälle von Lungenkrebs und über 10.000 Menschen fanden durch den völkerrechtswidrigen rot-grünen NATO-Angriffskrieg von 1999 den Tod.

Die aktuelle einseitige Berichterstattung zum Ukraine-Krieg erinnert an die Zeit vor der Zerschlagung Jugoslawiens und die Kriegsbegeisterung an den Sommer 1914. Die Grünen und die SPD entdecken ihre große Liebe zum Frieden immer dann, wenn sie gerade keinen Angriffskrieg vom Zaun gebrochen haben. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft in der deutschen Bevölkerung in einer Art patriotischem Rauschzustand in diesen Krieg einzutreten.  Wie 1914, als der Kaiser rief und alle kamen, sind sich so gut wie alle einig, vom Verschwörungsideologen Boris Reitschuster bis zum CDU Vorsitzenden Friedrich Merz, von der NATO-Linken bis zur FDP, von der ARD bis zu RTL, vom Spiegel bis zur FAZ, die Russen kommen und sie müssen gestoppt werden mit härtesten Sanktionen, mit an Einseitigkeit kaum zu überbietenden Talksendungen, Zeitungsartikeln, sowie Nachrichtensendungen und mit allen möglichen militärischen Mitteln. Putin mit seiner Atommacht muss in die Enge getrieben werden bis er aufgibt oder von aufrechten Tyrannenmördern erledigt wird. So forderte, neben vielen anderen, der US-Senator Lindsey Graham die Russen auf, Putin zu töten.

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck, ausgestattet mit Bezügen bis zum Lebenssende, fordert den völligen Stopp der Energieeinfuhren aus Russland.  Sein Appell „Frieren für die Freiheit“ dürfte ihn selbst freilich nicht betreffen. Aus dem CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz redete es am 4. März: „Es kann eine Situation geben, in der auch die Nato nachdenken muss, Putin zu stoppen.“ Es gebe Entwicklungen, die dazu „geradezu zwingen“. In der ARD-Talksendung „Hart aber fair“ forderte, neben vielen anderen Lohnschreibern in den restlichen Medien, wie auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, die Journalistin Gesine Dornblüth am 7.3.2022 eine Flugverbotszone um russische Luftangriffe zu verhindern. Dass eine Flugverbotszone unweigerlich zu Kampfhandlungen zwischen der NATO und Russland führen, also ein 3. Weltkrieg oder ein Atomkrieg droht, war dieser Frau vermutlich nicht bewusst.

Die Bayerische Staatsoper trennte sich von Anna Netrebko, die russische Sängerin habe sich nicht ausreichend von Wladimir Putin distanziert und zuvor hat die Stadt München bereits den Dirigenten Waleri Gergijew aus demselben Grund freigestellt. Im Saarland wurde ein mehrfacher Familienvater aufgrund seiner russischen Herkunft entlassen. Russische Geschäfte werden in Deutschland beschädigt, ihre Schaufenster mit Parolen beschmiert. In den „sozialen“ Netzwerken sind vermehrt Aufrufe wie „Russenpack, haut endlich hier aus Deutschland ab“ zu lesen. Russische Schüler werden in Deutschland gemobbt und auf die internationale Lomonossow-Privatschule in Berlin wurde ein Brandanschlag verübt. Es dürfte nicht mehr lange dauern bis Dostojewski, Tolstoi, Gogol, Puschkin und Tschechow aus den deutschen Buchläden verbannt werden.

In den „sozialen“ Netzwerken tauschen Bandera-Linke ihre Profilbilder mit Ukrainefahnen, bemalen ihre Gesichter in den Farben der Ukraine. Ein „ideologiekritischer“ Dennis Sch. beispielshalber ruft heldenhaft für seinen Kampf gegen den Russen dazu auf sich der Ukrainische Armee anzuschließen. Ein grenzdebiler „Ideologiekritiker“ kämpft seit nun beinahe einem Jahrzehnt in Facebook für die Freiheit der Ukraine und fordert neben schärfsten Sanktionen gegen Russland, Waffen für die Ukraine und den Eintritt der Nato in den Krieg. Einen Atomkrieg würde er dafür in Kauf nehmen. Sinngemäß meinte der Maidan-Unterstützer, unter dem Beifall seiner Gesinnungsgenossen versteht sich, er wundere sich über sich selbst, dass er keine Angst mehr davor habe im atomaren Feuer zu verglühen. Waldemar P. ruft zum Waffenkauf für die „heldenhaften Kämpfer an allen Fronten auf“, er meint „Fluchtursachen bekämpfen heißt die ukrainische Armee stärken.“ Ein Bastian B, ein postkolonialer linker Holocaustrelativerer und fanatisierter Maidan-Adept setzt den Holocaust mit dem Sklavenhandel auf eine Stufe und postet in Facebook unermüdlich und aufopferungsvoll für seine ukrainischen Kameraden täglich an die hundert Kommentare.

Je länger der Krieg dauert umso größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Profilbilder dieser fanatisierten Nato-Linken in Bälde mit dem Konterfei des antisemitischen Massenmörders Stephan Bandera „geziert“ werden. Der „Volksheld“ Stepan Bandera spielt für das Nation-Building der zweigeteilten Ukraine die wohl entscheidende Rolle.

Noch vor dem Einmarsch der deutschen Truppen am 22. Juni 1941 verübte der antisemitische Massenmörder Stepan Bandera mit seiner OUN ein Massaker in Lemberg mit über 7.000 ermordeter Juden und  Kommunisten. Banderas OUN war an vielen Judenpogromen beteiligt, in der Schlucht von Babij Yar zwischen dem 29. und 30. September wurden mit Beteiligung der OUN mehr als 33 000 Juden, überwiegend Frauen, Kinder und Alte erschossen. Alleine in Lemberg wurden 400.000 Juden und 140.000 russische Gefangene ermordet. Seit der ukrainischen Unabhängigkeit 1991 wurden um die 50 lebensgroße Statuen oder Büsten von Stepan Bandera in der Westukraine erbaut. Das Bandera-Denkmal in Lwiw misst sieben Meter vor einem 30-Meter-Bogen. In Iwano-Frankiwsk beispielsweise ist ein Bandera-Denkmal auf einem 4,8-Hektar-Areal errichtet und neben den Denkmälern und Tafeln wurden Hunderte von Straßen nach Stepan Bandera benannt. Der Bandera-Kult manifestiert sich zudem in sechs Bandera-Museen an mit seinen Lebensphasen verbundenen Orten. Im Jahr 2009, zum 100. Geburtstag von Bandera wurde im ehemaligen Lemberg, dem Ort seiner grausamsten Verbrechen, eine Briefmarke mit dem Konterfei des antisemitischen Massenmörders herausgegeben. Im Jahr 2018 fasste das ukrainische Parlament den Beschluss, den Geburtstag von Stepan Bandera zum nationalen Feiertag zu erklären. Die westukrainische Stadt Lwiw verkündete das Jahr 2019 zum „Bandera-Jahr“. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk, bekannt für seine maßlose Rhetorik als Dauergast in unzähligen deutschen Talksendungen, legt regelmäßig Blumen auf das Grab des antisemitischen Massenmörders Stepan Bandera in München.

Zur Vorgeschichte dieses Krieges gehört freilich auch die seit 1991 begonnene Expansion der NATO in Richtung Osten. Wie wohl die USA reagieren würden, wenn Mexiko eine militärische Allianz mit Peking bilden würde? Wie viele Sekunden würde es dauern, bis die USA dort einmarschieren würden? Die Antworten darauf geben die Kuba-Krise von 1962 und die Invasion der USA in Grenada vom Oktober 1983. Gab es etwa damals Sanktionen gegen die USA? Gab es irgendwann Sanktionen gegen die vielen Kriege der USA? Der große amerikanische Historiker und Diplomat George F. Kennan geißelte die NATO-Osterweiterung bereits 1997 als „schicksalhaften Fehler“, John Mearsheimer, der herausragende Vertreter der „realistischen Schule“ sieht die aktuelle Zuspitzung auch als „direkte Folge der närrischen Entscheidung der USA und ihrer Verbündeten, die Ukraine in die Nato bringen zu wollen.“ Henry Kissinger, Rovert McNamara, Samm Nunn, Paul Nitze, George F. Kennan bis hin John Mearsheimer, sie alle haben sich gegen eine Aufnahme der Ukraine in die Nato ausgesprochen. Peter Scholl-Latour schrieb bereits 2007 in seinem Buch „Russland im Zangengriff: Putins Imperium zwischen Nato, China und Islam“: „Hatten Amerikaner und Deutsche denn wirklich geglaubt, der russische Präsident, der durch die harte Schule des KGB gegangen ist, werde passiv zuschauen, wie Washington und Brüssel eine politische „Einkreisung und Isolierung“ seines Landes betrieben, und diese gefügig hinnehmen?“

Im Jahr 2010 hat die Konrad-Adenauer-Stiftung Vitali Klitschko beauftragt, in der Ukraine eine rechtskonservative Partei, die Udar (Schlag) zu etablieren. Wenige Jahre später meinte Dr. Andreas Schockenhoff von der CDU am 9. April 2014 im Bundestag: „Nicht zuletzt befinden wir uns mit Russland in einem geostrategischen und systemischen Wettbewerb um die Ukraine.“ Der von den USA und Deutschland geplante und finanzierte Sturz der gewählten prorussischen Regierung auf dem Maidan im Jahr 2014 und der Krieg des faschistischen Asow-Regiments, ausgestattet mit Hakenkreuzen auf den Stahlhelmen, mit weit über 10.000 Toten, darunter viele Kinder wird in den westlichen Medien stillschweigend hingenommen. Im Jahr 2014 unterstützten 400 US-Söldner des Militärdienstleisters Academi den Kampf der ukrainischen Armee gegen die Separatisten in der Ostukraine. Auch der Umstand, dass Wolodimir Selenskij am 1.12.2021 im ukrainischen Parlament Dmitro Kozjubailo, dem Kommandeur der faschistischen Organisation „Rechter Sektor“, wegen dessen Heldenmuts in der Ostukraine den Titel „Held der Ukraine“ verlieh, schaffte es nicht in die Tagesschau oder ins Heute-Journal. Bereits 1996 prophezeite Samuel P. Huntington in seinem Standardwerk „Zusammenprall der Kulturen“ die Abspaltung der Ostukraine und der Krim in Richtung Russische Föderation. Intensiviert wurde diese Spaltung von außen und durch politische Entscheidungen im ukrainischen Parlament, wie zum Beispiel das im letzten Jahr vollzogene Sprachengesetz, welches die russische Sprache in der Ostukraine massiv zurückdrängen soll.

Die Chancen diesen Krieg zu verhindern wurden nicht genutzt. Als Emanuel Macron, einer der wenigen glaubwürdigen Politiker Europas, einen letzten Versuch unternahm, war es offensichtlich zu spät. Die Würfel sind mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine gefallen. Die bisher überwiegend russlandfreundliche Ostukraine wird Putin diesen Krieg kaum verzeihen. Putin und die Welt haben die russische Armee offensichtlich überschätzt und die Aufrüstung der Ukraine in den letzten Jahren unterschätzt. In der neuen Weltordnung werden sich die wirtschaftliche und militärische Weltmacht China mit Russland als beinahe unerschöpflicher Energielieferant feindlich den USA mit Europa gegenüberstehen. Russland wird seine Rohstoffe an China verkaufen und ein wichtiger Absatzmarkt für China werden und Europa wird sich nach neuen Lieferanten umsehen. Deutschland wird seine überlebenswichtigen Rohstoffe aus den „demokratischen“ Musterländern Katar und Iran beziehen, gepaart mit dem bis vor kurzem noch als umweltschädlich titulierten Fracking-Gas aus den USA. Katar unterstützt diverse islamistische Terrorgruppen wie die Hamas zur Vernichtung Israels und Frauen sind dort Menschen zweiter Klasse. Der islamfaschistische Iran, in dem Frauen wegen außerehelichem Geschlechtsverkehr gesteinigt und Homosexuelle an Baukränen erhängt werden, kündigt tagtäglich an Israel zu vernichten. Der von den USA und Deutschland ausgehandelte Atom-Deal bringt das Geld für die weitere Unterdrückung seiner Bevölkerung und den Iran seinem Hauptziel der Vernichtung Israels näher.

Israel mit seinen führenden Politikern war und bleibt der Fels in der Brandung.  Bei der Zerschlagung Jugoslawiens stimmte Israel keineswegs in den Chor der Nato-Kriegsverbrecher ein. Der damalige Außenminister, der großartige Ariel Scharon, warnte vor der albanischen Kosovo-Autonomie, er warnte vor einem „Zentrum des islamischen Terrors.“ Ariel Sharon kritisierte die NATO-Bombardierung Jugoslawiens als einen Akt des „brutalen Interventionismus.“ Während der NATO-Bombardierung sagte Elyakim Haetzni, die Serben sollten die ersten sein, die israelische Hilfe erhalten. Israel hat trotz UN-Embargo Waffen an Serbien geliefert und Israel hat gegen den westlichen Mainstream seine Botschaft in Serbien unmittelbar nach dem Krieg eröffnet.

Es gibt viele Parallelen zwischen dem Krieg in der Ukraine und der Nato-Bombardierung für die „Befreiung“ des Kosovo und offensichtlich sind es wieder die israelischen Politiker die ein gutes Gedächtnis haben. Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine versucht die Regierung Bennett keine der Konfliktparteien verärgern. Zum Ärger der USA beteiligt sich Israel nicht an den internationalen Sanktionen gegen Russland und will auch keine militärische Hilfe für die Ukraine leisten. So lehnte Israel eine Lieferung des israelischen mobilen Raketenabwehrsystems Iron Dome an die Ukraine vergangene Woche ab und konzentriert sich auf humanitäre Hilfen. Jerusalem wäre der perfekte Ort für Friedensverhandlungen.

Im Februar 2022 besuchte die deutsche Außenministerin Baerbock Israel. Auf ihrem Instagram-Account war zu lesen: „Ich bin noch tief berührt von meinem Besuch in Yad Vashem. Aber nun kommt endlich wieder die Sonne raus“. Neben diesem ekelhaften und entlarvenden Fauxpas, der die Heuchelei der deutschen Politik offenlegt, erklärte Frau Baerbock naturgemäß und selbstbewusst den Juden, dass die Siedlungspolitik im Westjordanland unvereinbar mit dem Völkerrecht sei und dass Deutschland sich selbstverständlich für die Neuauflage des Atomdeals mit dem Iran einsetzen werde.

Anfang März traf sich Annalena Baerbock mit dem türkischen Amtskollegen Mevlut Cavusoglu und bedankte sich für „die starke deutsch-türkische Partnerschaft! In der Russland-Krise stehen wir zusammen.“ Der aktuelle Angriffskrieg der Türkei gegen die Kurden in Nordsyrien, die Tötung tausender Zivilisten und die weitgehende Zerstörung von zahlreichen Städten kamen nicht zur Sprache, ganz zu schweigen von irgendwelchen Sanktionen gegen die Türkei.

Das „Dreamteam“ Blinken-Baerbock wird den Iran-Deal gegen Israel und für die iranische Atombombe zum Abschluss bringen. Im Zweifel muss sich Israel um neue Bündnispartner umsehen, denn es steht zu befürchten, dass die aktuellen „israelkritischen“ Politiker aus Europa und den USA Israel für ihre Expansion gegen Osten und ihren Kampf gegen Russland opfern werden. Es ist eigentlich müßig zu erwähnen: Annalena Baerbock und mit ihr die Grünen agitieren seit Jahren, wie keine andere Partei gegen die Energielieferungen aus Russland.

Je rigoroser die Sanktionen gegen russisches Erdgas und Erdöl ausfallen werden, umso mehr westliche  Abhängigkeit entsteht zu antisemitischen Ländern wie Katar oder Iran. Je mehr Geschäfte Deutschland mit dem Iran und Katar macht umso größer wird die Bedrohung für Israel. Im besten Fall sind die Forderungen nach härteren Sanktionen gegen russisches Gas und Erdöl nur unverantwortlich und dumm, im wahrscheinlicheren Fall sind sie antisemitisch. Die vielfach geäußerte Solidarität der Bundesregierung und der NATO-Linken mit Israel ist von daher nur geheuchelt und eine leere Worthülse.

Die neuen Palästinenser sind für sehr viele Deutschen aktuell die westlich orientierten Ukrainer. Fast an jeder Straßenecke sieht man Ukraine-Fahnen oder blau-gelbe Banderolen um Bäume. Der Grund dafür dürfte auch in der Vergangenheit liegen. Wie die Deutschen den Juden Auschwitz nie verzeihen, so werden sie der Sowjetunion die 27 Millionen durch Nazideutschland in einem rassebiologischen Vernichtungskrieg ermordeten sowjetischen „Untermenschen“ niemals verzeihen. Nach zwei angezettelten Weltkriegen, lechzen viele Deutsche nach Wiedergutwerdung. Die deutschen Gutmenschen sind der Auffassung, sie hätten die besten Startbedingungen, wenn es um den ersten Platz unter den Weltfriedensstiftern geht,  frei nach der jesuitischen Devise, dass nur ein großer Sünder das Zeug zum großen Moralisten habe.

Damit das Morden und das Leid endlich aufhört bedarf es aktiver und ernsthafter Diplomatie! Besser spät als nie. Putin in die Ecke zu drängen bringt nicht die Lösung. Den Sanktionen werden Gegensanktionen folgen, dass die deutschen Firmen in Russland enteignet werden, dürfte das geringste Problem für die europäische Wirtschaft sein. Dem geschichtsvergessenen Bundeskanzler Olaf Scholz sei zugestanden, dass er gegen die Widerstände der Grünen, unzähliger Lohnschreiber, des vertrottelten Mainstreams und der grenzdebilen Nato-Linken versuchen wird den Dritten Weltkrieg zu verhindern. Unglücklich das Land das solche Helden nötig hat.

Und weil mehrfach besser hält wiederhole ich, was ich am 22.02.2022 geschrieben habe: Sollten irgendwann deutsche Soldaten wieder auf Russen schießen, dann sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Grünen in der Regierung. Dieser Tag wird schneller kommen als der Spritpreis wieder unter einen Euro fällt.  Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch.

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Ukrainische Nachtigallen

1. Februar 2022

Mithilfe des kaiserlichen Deutschlands hatte sich die Ukraine 1918 von Russland abgespalten und mit dem Frieden von Brest-Litowsk hielten deutsche Truppen die Ukraine besetzt. Die Ukraine war das letzte Bollwerk gegen die Oktoberrevolution. Mit ausländischen Interventionen zugunsten der Konterrevolution und vielen antijüdischen Massakern von Seiten der konservativ-monarchistischen „Weißen” unter Anton Denikin wurde der jahrelange Bürgerkrieg in die Länge gezogen. Der militante ukrainische Nationalismus mit seinen antirussischen und antijüdischen Kennzeichen hat seine Wurzeln in dieser Zeit. 1919 massakrierte die ukrainische Armee 1.700 Juden in Berditschew, Schytomyr und Proskurow. Insgesamt wurden in dem Bürgerkrieg 530 jüdische Gemeinden angegriffen mit über 30.000 Toten und hunderttausenden Verletzten. Der Regierungschef und Oberbefehlshaber der Armee der damaligen Ukrainischen Volksrepublik hieß Symon Petljura. Am 25. Juni 1926 wurde auf ihn von Scholom Schwartzbard in Paris ein Anschlag verübt. Seine Familie war während des Bürgerkriegs Opfer antijüdischer Massaker geworden und 15 seiner Familienangehörigen wurden ermordet und Schwartzbard machte Petljura dafür verantwortlich. Schwartzbard wurde von einem Pariser Gericht freigesprochen.

Am 22. Juni 1941 überfiel Deutschland die Sowjetunion und in dem folgenden rassebiologischen Vernichtungskrieg wurden 27 Millionen Sowjetbürger ermordet, mehr als die Hälfte davon hinter der Front. In der Westukraine wurde der von der deutschen Propaganda als europäischer Kreuzzug zur Verteidigung der Kultur gegen den jüdischen Bolschewismus begeistert aufgenommen. In den Gefängnissen von Lemberg waren antikommunistische Ukrainer inhaftiert, die ins Hinterland transportiert werden sollten. Am 25. Juli versuchten ukrainische Nationalisten sich gegen die abziehenden Sowjets zu erheben, und die politischen Gefangenen zu befreien. Der Aufstand misslang und die Sowjets liquidierten tausende Häftlinge.

Noch vor dem Einmarsch der deutschen Truppen verübte Stepan Bandera mit seiner OUN ein Massaker in Lemberg  mit über 7.000 ermordeter Juden und  Kommunisten. Das Bataillon Nachtigall, mit dem späteren Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer, marschierte am 30. Juni 1941 in Lemberg ein.  Unmittelbar nach dem Einmarsch der Deutschen kam es vor allem durch die ukrainische Miliz OUN zu Judenpogromen. Nach den Verhaftungen der Juden gab es als Höhepunkt der Quälereien ein immer wieder eingesetztes Ritual, durchgeführt vom Bataillon „Nachtigall“ der „Legion Ukrainischer Nationalisten“, das gestartet wurde mit dem Befehl: „Antreten zum Spießrutenlaufen.“ Auf deutschen Befehl hin stellten sich ukrainische Soldaten in einem Spalier auf und pflanzten ihr Seitengewehr auf. Der israelische Staatsbürger Abraham Goldberg hat an seine Verhaftung folgende Erinnerung: „Nach dem Aufladen gab ein Offizier den Befehl zum „Spießrutenlaufen“. Daraufhin stellten sich die Ukrainer in zwei Reihen auf, alle hatten Gewehre und pflanzten die Bajonette auf. Wir mussten durch die Reihen laufen, während sie mit den Kolben auf uns einschlugen und stachen. Mit mir waren etwa 500 Juden dort, und fast alle wurden von den Ukrainern erschlagen, auch meine beiden Freunde.“ Ende Juli kam es zu den sogenannten Petliura-Tagen. Drei Tage durchkämmten die ukrainischen Nationalisten die jüdischen Bezirke Lembergs. Sie nahmen Gruppen von Juden auf den jüdischen Friedhof und ins Lunecki-Gefängnis und erschossen mehr als 2.000.

Im weiteren Verlauf des Krieges ermordeten die Deutschen mit ihren ukrainischen Gehilfen, der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und der Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) alleine in Lemberg 400.000 Juden und 140.000 russische Gefangene. Nach der Besetzung Kiews wurden unter anderem in der Schlucht von Babij Yar  zwischen dem 29. und 30. September mehr als 33 000 Juden, überwiegend Frauen, Kinder und Alte erschossen. Beteiligt an dem Massaker waren unter anderen das Sonderkommando 4a,  Kommandos des Polizeiregiments Süd und die ukrainische Miliz. Die jüdische Gemeinde Galiziens, mehr als 540.000 Menschen, wurde fast vollständig ausgelöscht. Maximal drei Prozent der galizischen Juden haben den Terror überlebt. Ukrainische Hilfspolizisten der Wehrmacht und Verbände der OUN beteiligten sich am Völkermord und exekutierten noch im Frühjahr 1944 in die Wälder geflüchtete Juden.

Das Grab von Symon Petljura in Paris ist für „westlich orientierte“ ukrainische Politiker zum beliebten Anziehungspunkt geworden. Heute verehren die meisten pro-westlichen Parteien der Ukraine Massenmörder wie Stepan Bandera und Nazigefolgsleute der OUN, sowie Symon Petljura als Gründerväter der „Ukrainischen Nation“. Die rechtsextreme Swoboda mit ihrem Vorsitzenden Oleh Tjahnybok beruft sich explizit auf die OUN und Bandera. In der gesamten Westukraine wird Stepan Bandera kultisch verehrt. Seit der ukrainischen Unabhängigkeit, also nach 1990, wurden um die 50 lebensgroße Statuen oder Büsten von Stepan Bandera in der Westukraine erbaut. Das Bandera-Denkmal in Lwiw misst sieben Meter vor einem 30-Meter-Bogen. In Iwano-Frankiwsk beispielsweise ist ein Bandera-Denkmal auf einem 4,8-Hektar-Areal errichtet und neben den Denkmälern und Tafeln wurden Hunderte von Straßen nach Stepan Bandera benannt. In Lwiv, dem ehemaligen Lemberg wurde eine Stepan-Bandera-Straße neugestaltet. Das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit gab dafür einen Zuschuss von 72.000 Euro. Außer den Denkmälern entstanden seit 1990 sechs Bandera-Museen an mit seinen Lebensphasen verbundenen Orten. Naturgemäß gibt es auch in Lwiw ein Museum für den Massenmörder. Im Jahr 2009, zum 100. Geburtstag von Bandera wurde im ehemaligen Lemberg, dem Ort seiner grausamsten Verbrechen, eine Briefmarke mit dem Konterfei des antisemitischen Massenmörders herausgegeben.  Im Jahr 2012 rief der Oblast Lwiw den „Stepan Bandera, Held der Ukraine“-Preis ins Leben, der jeweils am 1. Januar, an Banderas Geburtstag an eine entsprechende Einzelperson oder eine Organisation vergeben wird. Trotz Protesten aus dem Ausland, vor allem aus Polen, Israel und Russland verlieh der ukrainische Präsident der „Orangenen Revolution“ Wiktor Juschtschenko Bandera posthum den Ehrentitel „Held der Ukraine“.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erlangte 1991 die Ukraine ihre staatliche Unabhängigkeit und im folgenden Privatisierungsprozess bildeten sich, wie in Russland oder den anderen Ländern der zerfallenen Sowjetunion, mächtige und korrupte Wirtschaftsoligarchien. So bestimmen Oligarchen seither die Politik in der Ukraine, von der „Gasprinzessin“ Julija Tymoschenko bis zu Wiktor Janukowytsch scheint die Selbstbereicherung ein vorrangiges Ziel zu sein.

Wie bereits 2004 durch die damalige „Orangene Revolution“, kam am Ende des Jahres 2013 zu den Demonstrationen auf dem Maidan. Das nationale Dreierbündnis von Swoboda, UDAR von Vitali Klitschko und der Allukrainischen Vereinigung „Vaterland“ von Julija Tymoschenko machte sich auf den Weg den ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch abzusetzen. Rund 15.000 Menschen unter schwarz-roten Fahnen des Nazi-Kollaborateurs Bandera zogen durch das Zentrum der Hauptstadt. Am 5. Dezember 2013 marschierte Guido Westerwelle bei einer Massenkundgebung in Kiew fest entschlossen, den Sturz des gewählten Präsidenten fordernd, in einer seiner letzten Amtshandlungen als Außenminister, Schulter an Schulter mit Vitali Klitschko, worüber sich der russische Außenminister Lawrow beschwerte, worauf Westerwelle erwiderte: „Europäer lassen sich von niemandem vorschreiben, ob und wie sie zueinander finden.“  Über zwei Monate dauerte die Belagerung des „Unabhängigkeitsplatzes“, bei der mit Pfeilen und Pflastersteinen auf Polizisten geschossen und geworfen und mit Brandsätzen mittels Katapults die Macht der Straße demonstriert wurde, bis die demokratisch gewählte prorussische Regierung Janukowitsch gestürzt war.  „Wir erwarten von der ukrainischen Regierung, dass sie die demokratischen Freiheiten, insbesondere die Möglichkeiten zu friedlichen Demonstrationen, sichert“, redete es aus der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Ob Angela Merkel dasselbe von sich gegeben hätte, wäre der Berliner Reichstag monatelang mit Brandbomben belagert worden, ist zu bezweifeln. Die prorussische Regierung unter Janukowitsch war, wie vor ihm und nach ihm, freilich kein Hort der Freiheit, sie war so korrupt wie fast alle ukrainischen Regierungen. Bemerkenswert war damals, dass die ukrainische Regierung unter Janukowitsch es zuließ, dass Rechtsextreme wochenlang Rathäuser und Ministerien besetzten und zentrale Plätze unpassierbar machen und dass sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der sich in Deutschland für ein Verbot der NPD einsetzte, mit Swoboda-Chef Oleg Tjagnibok bei Verhandlungen an einem Tisch fotografieren ließ. Oleg Tjagnibok stand im Dezember 2012 auf Platz 5 der „Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs“ des Simon-Wiesenthal-Centers. Tjahnybok ist unter anderem der Auffassung, dass die Ukraine von einer „jüdisch-russischen Mafia“ regiert wird.

Die Ukraine war und ist ethnisch und politisch ein gespaltenes Land, gespalten in die prowestliche Westukraine, in der Ukrainisch gesprochen wird und die prorussische orthodoxe Ostukraine in der viele Russen leben und in der russisch gesprochen wird. Viele Russen der Ostukraine haben die Verbrechen der OUN, der UPA und beispielsweise von Stepan Bandera bis heute nicht vergessen. Bereits 1996 prophezeite der Historiker Samuel P. Huntington in seinem Buch „The Clash of Civilisations“ die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine: „Die größte und wichtigste frühere Sowjetrepublik neben Russland ist die Ukraine. Die Ukraine ist im Verlauf ihrer Geschichte mehrmals unabhängig gewesen. Während der Nazizeit war sie hingegen meistens Bestandteil eines politischen Gebildes, das von Moskau regiert wurde. Das entscheidende Ereignis fand 1654 statt, als Bogdan Chmelnizki, Kosakenführer einer Erhebung gegen die polnische Herrschaft, bereit war, als Gegenleistung für Hilfe gegen Polen dem Zaren Bündnistreue zu schwören. Von da an bis 1991 wurde die heutige Ukraine politisch von Moskau kontrolliert, mit Ausnahme der kurzen Zeit einer unabhängigen Republik Ukraine zwischen 1917 und 1920. Die Ukraine ist jedoch ein gespaltenes Land mit zwei unterschiedlichen Kulturen. Die kulturelle Bruchlinie zwischen dem Westen und der Orthodoxie verläuft seit Jahrhunderten durch das Herz des Landes. In der Vergangenheit war die westliche Ukraine abwechselnd ein Teil Polens, Litauens bzw. des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs. Ein sehr großer Teil ihrer Bevölkerung bekennt sich zur Unierten Kirche, welche zwar orthodoxe Riten praktiziert, aber die Autorität des Papstes anerkennt. Seit je her haben die Westukrainer Ukrainisch gesprochen und sind nationalistisch eingestellt gewesen. Das Volk der Ostukrainer war dagegen stets ganz überwiegend orthodox und sprach immer schon zu einem großen Teil Russisch.“

Nach den Ereignissen auf dem Maidan und dem Sturz der prorussischen Regierung kam es am 16. März 2014 zu einem Referendum über den Status der Krim. Die Bewohner der Krim, es leben dort überwiegend Russen, sprachen sich mit der überwältigenden Mehrheit von knapp 97 Prozent für den Anschluss an Russland aus. Die Krim gehörte zu Sowjetzeiten zu Russland, bevor sie der Ukrainer Nikita Chruschtschow 1954 der Ukraine anschloss. Im Gegensatz zur völlig verschuldeten Rest-Ukraine ist die Krim mit ihrem lukrativen Tourismus das Filetstück der Ukraine und mit Sewastopol, dem Hauptstützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte, ein unverzichtbarer Machtfaktor für Wladimir Putin. Bereits im Mai 1992 votierte das Parlament der Krim für die Unabhängigkeit von der Ukraine. Im Januar 1994 wählte die Bevölkerung der Krim einen Präsidenten der seinen Wahlkampf mit der Parole „Einheit mit Russland“ geführt hat. Jeweilige Verhandlungen mit Kiew verhinderten damals die Abspaltung. 1994 votierte das Parlament der Krim wieder für die Abspaltung, die Zurückhaltung russischer und ukrainischer Führer verhinderte aber Gewalttätigkeiten und die Wahl des prorussischen Präsidenten Kutschma zum ukrainischen Präsidenten unterminierte zu der Zeit den Sezessionsdrang der Krim.

Ebenfalls in Folge des Maidan-Umsturzes tobt seit dem Februar 2014 im Osten der Ukraine ein Sezessionskrieg. Prorussische Milizen versuchen mit Gewalt Teile der Ostukraine abzuspalten. Diese prorussischen Milizen werden offensichtlich von Russland militärisch und finanziell unterstützt, was die russische Regierung naturgemäß bestreitet. Nach tausenden Toten auf beiden Seiten und unzähligen beiderseits gebrochenen Waffenstillständen mobilisierte Russland rund 100.000 Soldaten sowie schwere Waffen an die ukrainische Grenze. Politik und Medien verbreiten die Sorge, der regionale Konflikt drohe überregional zu eskalieren. Der Westen, die USA, Deutschland und Europa drohen Putin mit Gegenmaßnahmen, von Sanktionen über die Sperrung von Nord-Stream II bis hin zu militärischen Drohungen, sollte er mit seinen Truppen in die Ukraine einmarschieren. Sogar der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor solcherlei überzogenen Befürchtungen und wirft dem Weißen Haus vor, die Bedrohung größer darzustellen, als sie sei: „Sie beteiligen sich an dieser Informationssituation, die an unseren Grenzen geschaffen wird, sie verstehen, dass es Risiken gibt, sie artikulieren das immer wieder, sie stellen es so akut und brennend wie möglich dar. Meiner Meinung nach ist das ein Fehler.“

Deutsche Politiker und Journalisten die bei der Zerschlagung Jugoslawiens das Selbstbestimmungsrecht der Kroaten und der Kosovoalbaner als unverrückbares Heiligtum gepriesen haben, sind beim Status der Krim nach dem Referendum plötzlich völlig anderer Auffassung und sprechen von der Unverrückbarkeit der Grenzen in Europa. Der frühere deutsche Uno-Botschafter und außenpolitische Berater der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel und künftige Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz Christoph Heusgen fordert nun Waffen für die Ukraine. Er „begründet“ das mit den deutschen U-Bootlieferungen an Israel und erinnert an die Ermordung von mehr als 30.000 jüdischen Ukrainern in Babyn Jar bei Kiew durch die deutschen Besatzer im September 1941. Stepan Bandera und die OUN sind kein Thema für Christoph Heusgen. Heusgen ist nicht zu Unrecht vom Simon Wiesental Center im Jahr 2019 wegen seines Antisemitismus ausgezeichnet worden. Heusgen hat den Raketenbeschuss der islamfaschistischen Hamas auf israelische Zivilisten mit der israelischen Siedlungspolitik in einem Atemzug genannt.

Der Antisemitismus und die Heldenverehrung von antisemitischen Massenmördern in der Westukraine werden in der deutschen Politik und in den öffentlich-rechtlichen Medien totgeschwiegen. Jedenfalls hat noch kein ernstzunehmender deutscher Politiker, geschweige denn ein Regierungsvertreter die Bandera-Denkmäler, die Straßennamen, die Museen entsprechend kritisiert, geschweige denn den Abriss der Denkmäler gefordert.

An Waldimir Putin und den politischen Realitäten in Russland ist sehr viel zu kritisieren, von der Unterdrückung der Opposition bis zur unverzeihlichen Kumpanei mit dem islamfaschistischen Iran und dem syrischen Massenmörder Assad. Polen, die baltischen Staaten oder die Ukraine haben zweifellos berechtigte Sicherheitsinteressen, ihre Ängste vor Russland sind nicht unbegründet. Nach dem rassebiologischen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion hat aber auch Russland, haben die russischen Überlebenden dieses Vernichtungskrieges sowie ihre Kinder und Enkelkinder berechtigte Sorgen und gute Argumente gegenüber der aktuellen Ukraine-Politik des Westens.

Politische Lösungen sind bei gutem Willen nicht unmöglich. Die kulturellen Gegebenheiten in der Ukraine können nicht mit Gewalt ignoriert werden, Teilautonomien sollten in Erwägung gezogen werden. Bereits 1996 hielt Samuel P. Huntington die Abspaltung der Ostukraine für möglich. Die Russisch-Ukrainische Beziehung ist laut Huntington für Osteuropa was für Westeuropa die deutsch-französische Beziehung ist. Die NATO muss ihre Truppen nicht vor den Toren Moskaus aufstellen. Im Rahmen der Zwei-plus-Vier-Verträge gab es feste Zusagen, dass die NATO nicht nach Osten ausgedehnt wird. Diese Zusagen wurden gebrochen, die militärische Infrastruktur der NATO-Staaten nähert sich seither stetig den russischen Grenzen. Die USA hatten 1962 berechtigte Angst vor den Raketen auf Kuba und 1983 marschierte das US-Militär völkerrechtswidrig wegen ähnlicher Sorgen in Grenada ein. In dem Konflikt spielen freilich auch wirtschaftliche Interessen eine große Rolle, die USA sind der Meinung Putin soll sein Gas doch besser behalten und dafür sollten die Europäer doch lieber das amerikanische Fracking-Gas kaufen.

Abgesehen davon, dass Russland nicht die Sowjetunion ist erscheint die derzeitige Russenphobie auf allen öffentlich-rechtlichen Kanälen als ein groß angelegter deutscher Entschuldungsversuch. Die sowjetische Befreiung vom Nationalsozialismus, die Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee und die Niederlage von Stalingrad sitzen anscheinend noch tief in den Knochen. Bemerkenswert ist in jedem Fall wieder einmal das zweierlei Maß mit dem der Konflikt in den Medien und in der Politik präsentiert wird. Samuel P. Huntington warnte den Westen von dem Islam und seiner menschenverachtenden Ideologie, er wurde kaum gehört, er befürchtete und prophezeite den Niedergang des Westens, es wird höchste Zeit ihn wieder zu lesen und zumindest ansatzweise auf ihn zu hören.

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Das Simon-Wiesenthal-Center und die typisch deutsche Solidarität mit den Tätern

1. Januar 2022

Das Simon-Wiesenthal-Center ist eine internationale Menschenrechtsorganisation mit Hauptsitz in Los Angeles und setzt sich maßgeblich mit der Thematik des Holocausts auseinander. Es wurde 1977 gegründet und verfolgt seitdem das Ziel, Toleranz und Verständnis gegenüber Mitmenschen in der heutigen Zeit zu bewahren, was durch aktives Einbeziehen der Gesellschaft und deren Aufklärung und Bildung erreicht werden soll. Das Simon-Wiesenthal-Center beschäftigt sich mit Rassismus, Antisemitismus, Terrorismus sowie Völkermord und versucht gesuchte NS-Kriegsverbrecher der Justiz zuzuführen. Marvin Hier ist der Gründer und Leiter des Zentrums. Efraim Zuroff ist Direktor des Simon-Wiesenthal-Centers in Jerusalem und Koordinator der Verfolgung von Nazi-Kriegsverbrechen.

Im Dezember 2021 veröffentlichte das Simon-Wiesenthal-Center seine jährliche Top-Ten-Liste des globalen Antisemitismus, das älteste Virus der Geschichte. Der Antisemitismus infiziert wie schon die Jahre zuvor den Mainstream von Kultur, Wissenschaft und Medien auf beiden Seiten des Atlantiks.

Ganz oben auf Platz 1 der Liste steht das Regime des islamfaschistischen Iran: Es gibt keine größere existenzielle Bedrohung für das jüdische Volk als die wachsende nukleare Bedrohung durch das antisemitische, den Holocaust leugnende, Terroristen unterstützende, die Menschenrechte verletzende iranisches Regime. Im November wurde dem iranischen Parlament ein Gesetzentwurf vorgelegt das Land Israel bis 2041 zu „vernichten“. Dieses Gesetz folgte dem Ultimatum des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei. Das Simon Wiesenthal Center verweist zudem auf die folgende Aussage des Brigadegenerals Abolfazl Shekarchi: „Wir werden vor der Vernichtung Israels keinen Millimeter zurückweichen. Wir wollen den Zionismus in der Welt zerstören.“

Auf dem 2. Platz steht die islamfaschistische Hamas: „Der Konflikt zwischen Israel und der terroristischen Hamas im Mai 2021 spielte sich auch in Städten und in den sozialen Medien in Europa und Nordamerika ab. Das gewalttätige Gift der Hamas gegen Juden wurde nach Deutschland, Großbritannien und über den Atlantik in die USA und Kanada exportiert. Während Hamas-Raketen in israelische Zivilgemeinden einschlugen, wurde ein Rabbiner vor seiner Synagoge in London körperlich angegriffen. Am selben Tag streifte eine Karawane von Autos mit palästinensischen Flaggen durch das größtenteils jüdische Viertel der Stadt und skandierte über einen Lautsprecher: „F**kt die Juden und vergewaltigt ihre Töchter“.

Auf Platz 3 ist die BBC und das Vereinigte Königreich:Es braucht viel, um 250 Demonstranten zum Hauptsitz der BBC in London zu bringen, aber das britische Judentum hatte genug. An Chanukka hatte eine Gruppe von Muslimen einen mit Juden besetzten Bus im Zentrum Londons angegriffen. Die BBC berichtete fälschlicherweise, anti-muslimische Beleidigungen seien aus dem Inneren des Buses zu hören gewesen und verwandelten so die Täter zu den Opfern.“ Die BBC-Reporterin Tala Halawa twitterte: „Hitler hatte Recht“ und Halawa sagte, dass Israel in die USA verlegt werden sollte und „Jerusalem sei palästinensisch“ und „Zionisten können nicht genug von unserem Blut bekommen.“

Platz 4: Corona-Verschwörungstheorien: Verschwörungstheorien zu COVID-Impfstoffen sind überall aufgetaucht, von Neonazi-Websites bis hin zu COVID-skeptischen Gruppen, die inspiriert sind von den virulenten, antisemitischen „Protokollen der Weisen von Zion“, wo von einer angeblichen jüdischen Verschwörung zur Eroberung der Welt schwadroniert wird. In neuesten Versionen der Verschwörung geht es um eine Kabale, zu der die Rothschilds und George Soros gehören, in der die COVID-Impfstoffe entwickelt wurden, um eine „neue Weltordnung“ zu errichten. Der Impfstoff, so behaupten sie, sei eine schändliche jüdische Biowaffe, die die weiße Rasse sterilisieren solle. Im Mai fragte eine Coronavirus-Verschwörungsgruppe auf Telegram ihre Anhänger: „Täuscht Israel die ganze Welt, um Beschränkungen gegen nicht geimpfte Menschen einzuführen?“ Die Antworten kamen schnell: „Es sind immer diese verdammten Juden“, sagte ein Nutzer. Darauf folgten Karikaturen von Juden als Hakennaseninsekten und die Illustration einer Frau mit ausgestrecktem Arm zum Hitlergruß. Impfgegner aus Deutschland und der Tschechischen Republik, von Washington DC bis Vancouver, Kanada, nutzten den gelben Davidstern, den europäische Juden während des Zweiten Weltkriegs tragen mussten, um gegen die angebliche Verfolgung durch staatliche Impfmandate zu protestieren.“

Platz 5: Jüdische Stimme für Frieden, die auf Twitter halluzinierte: „Wenn jeder einzelne jüdische Mensch ein Zionist wäre, würde das nichts an der Tatsache ändern, dass der Zionismus eine existenzielle Bedrohung für das palästinensische Volk ist und daher ausgerottet werden muss. Es ist buchstäblich nicht komplizierter als das.“

Platz 6: Giganten der Sozialen Medien: „Leider haben große Unternehmen im Jahr 2021 nur sehr wenig getan, um die Marketingfähigkeiten von Antisemiten und Rassisten zu beeinträchtigen. Darüber hinaus hat Twitter eine entschieden politische Neigung, wer blockiert wird, nämlich ein amtierender Präsident der USA und wer veröffentlichen darf, nämlich Irans Ayatollah Khomeini, der eine „Endlösung“ gegen Israel anstrebt. In diesem Umfeld hat Twitter Fadah Jassem zur neuen Kuratorin für Nachrichten aus dem Nahen Osten und Nordafrika ernannt. In den Jahren 2010 und 2011 postete Jassem Tweets, wo sie den Antisemiten Louis Farrakhan lobte und erklärte, Israel sei „nicht entstanden“, sondern im Nahen Osten „wie eine Bombe abgeworfen“.

Platz 7: Deutschland: In Deutschland wurde eine neue Regierung gewählt, die das Ende der Ära Angela Merkel markiert. Trotz ihrer vielen Erfolge als Kanzlerin hat Deutschland es versäumt, antisemitische Angriffe von Rechtsextremen, Islamisten und von Seiten der Linken, die Israel dämonisieren einzudämmen. Ihre Regierung hatte die Holocaustleugnung des Ayatollah-Regimes und die häufigen Aufrufe des Regimes, den jüdischen Staat zu zerstören, selten angeprangert.

Im Juni 2021 bestätigte die Bundesregierung eine erschreckende Zahl antisemitischer Hassdelikte im Jahr 2020. Im Jahr 2020 wurden allein in Berlin mehr als tausend antisemitische Vorfälle registriert, ein Anstieg von fast zwanzig Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Antisemitismusbeauftragter des Landes Berlin, Samuel Salzborn, räumte ein: „Eines ist klar: Berlin hat ein Antisemitismusproblem.“

Ein anderer deutscher Antisemitismusbeauftragter hat offenbar vergessen, dass seine Aufgabe darin besteht, den Antisemitismus zu bekämpfen und nicht darin ihn in sozialen Netzen mit einem „Gefällt mir“ zu versehen. Der Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Michael Blume, ist seit 2019 auf den sozialen Medien unteren anderen derart tätig gewesen, dass er ein Facebook-Posting mit einem „Gefällt mir“ versehen hat, in dem Zionisten mit Nazis verglichen wurden. Seitdem hat er weiterhin antijüdische, antiisraelische und konspirative Twitter-Accounts mit „Gefällt mir“ versehen und retweetet.

Im krassen Gegensatz dazu hat Blumes Amtskollege in Hamburg, Stefan Hensel, seine Stadtregierung aufgefordert, das vom iranischen Regime kontrollierte Islamische Zentrum in Hamburg zu schließen, weil dies Antisemitismus schürt. Blume hat es versäumt, die baden-württembergische Metropole Freiburg zur Beendigung ihrer Städtepartnerschaft mit Isfahan des iranischen Regimes aufzufordern, einer Stadt, deren Verwaltung jedes Jahr bei ihrer jährlichen Al-Quds-Demonstration zur Zerstörung des jüdischen Staates aufruft.

Unterdessen erreichte der Gestank des Antisemitismus die Deutsche Welle. Die Süddeutsche Zeitung enthüllte einen Skandal um antijüdische und den Holocaust verharmlosende Kommentare von Mitgliedern ihres arabischen Dienstes. Ein Beitrag bezeichnete den Holocaust als „künstliches Produkt“ und fügte hinzu, dass Juden weiterhin „die Gehirne der Menschen durch Kunst, Medien und Musik“ kontrollieren würden. Ein anderer erklärte: „Jeder, der mit den Israelis zu tun hat, ist ein Kollaborateur und jeder Rekrut in den Reihen ihrer Armee ist ein Verräter und muss hingerichtet werden.“

Die Deutsche Welle musste vier ihrer arabischen Servicemitarbeiter und einen freien Mitarbeiter nach Ermittlungen der ehemaligen deutschen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger suspendieren.

Platz 8: Rat für Amerikanisch-Muslimische Beziehungen (CAIR) und die Umweltbewegung Sunrise Movement: Die in der US-Hauptstadt ansässige Umweltgruppe Sunrise machte deutlich, dass ihr Eintreten für den allgemeinen Schutz sich nicht auf Juden auszudehnen, die es wagen, sich als Zionisten zu identifizieren. Unterdessen dämonisierte die Antisemitin Zahra Billoo amerikanische Juden weiter. Der Direktor einer CAIR-Tochterorganisation in San Francisco bezeichnete „zionistische Organisationen“ als „Feinde“ und warnte vor „zionistischen Synagogen“.

Platz 9: Universität von Südkalifornien: 2021 war ein katastrophales Jahr für Juden an den Universitäten in ganz Nordamerika, von der University of Toronto über die George Washington University bis hin zur Duke University und den Universitäten von Chicago und der University of Illinois. An der Spitze der Liste steht jedoch die Regierung der University of Southern California (USC), die es immer wieder versäumt hat, effektiv gegen offenen Judenhass vorzugehen. Yasmeen Mashayekh, eine Ingenieurstudentin der USC, machte keinen Hehl daraus, dass sie Juden und den jüdischen Staat hasst. Ihr bösartiger Hass ist beunruhigend genug, aber die Tatsache, dass Mashayekh auch als eine Senatorin für Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion fungiert, deren Aufgabe es ist, „mehr Inklusivität“ zu fördern und „gegen Rassismus und Diskriminierung einzutreten“, konterkariert die Ziele und trübt den Ruf der USC.

Platz 10: Unilever: Anfang des Jahres kündigte Ben & Jerry’s Ice Cream einen Boykott von Ostjerusalem und der Westbank an, was antiisraelischen BDS-Kampagnen neue Legitimität verlieh. Der Boykott wurde von der Vorsitzenden des Aktivistenausschusses Anuradha Mittal vorangetrieben.

Wie bei so gut wie allen Veröffentlichungen des SWC ist der Aufschrei von Betroffenen und deren Anhängern auch diesmal wieder sehr groß, von der „Roten Fahne“ über die „SZ“ bis hin zur „Zeit“ gibt man sich fassungslos, so titelt beispielsweise die „SZ“: “Simon-Wiesenthal-Zentrum nennt Antisemitismusbeauftragten Antisemiten.“ Vermutlich hatten die Redakteure dieser „Qualitätsmedien“ nicht die Zeit die Liste des SWC zu lesen. Michael Blume wird, wie weiter oben belegt, keineswegs als Antisemit tituliert, auf Platz 7 steht Deutschland, mit seinen Landesregierungen, die mit Michael Blume einen unfähigen Antisemitismusbeauftragten beschäftigt und viel zu wenig gegen den linken und islamischen Antisemitismus unternommen hat.

Der Sozialwissenschaftler Ingo Elbe hat bereits im Mai 2019 eindrucksvoll belegt woran es bei Michael Blume hapert. Michael Blume ignoriert die gesamte Antisemitismusforschung und versteigt sich letztlich zur Forderung, man müsse Religionen und Weltanschauungen ebenso schützen wie Menschen: „Er will zwar die „tiefen Ursachen des Antisemitismus“ aufklären, ignoriert aber souverän die gesamte moderne Antisemitismusforschung und versteigt sich am Ende zu der Forderung, man müsse Religionen und Weltanschauungen ebenso schützen wie Menschen: „Deswegen dient der Kampf gegen Antisemitismus keinesfalls nur dem Schutz jüdischen Lebens oder desisraelischen Staates – sondern dem Schutz aller Menschen, Religionen, Weltanschauungen und Staaten.“  Sätze wie diese sind nicht nur ein Indiz für einen missratenen Antisemitismusbegriff, sondern auch für ein fragwürdiges Verständnis von moderner Religions- und Meinungsfreiheit. Sie werfen auch ein neues Licht auf die Tatsache, dass Blume bisweilen polemisch vorgetragene, aber keineswegs unsachliche Kritik an seiner Praxis als Antisemitismusbeauftragter und seiner Vorstellung von Antisemitismus mithaltlosen Rassismusvorwürfen abkanzelt.“

Zusammenfassend lässt sich konstatieren: Das Simon-Wiesenthal-Center kritisiert völlig zu Recht die antisemitischen Taten von Rechtsradikalen, Islamisten und linken „Israelkritikern“ in Deutschland und anderswo, kritisiert sehr notwendig die Verfehlungen, Unterlassungen und die Verharmlosungen durch die deutschen Regierungen sowie die unzähligen antisemitischen Äußerungen in den öffentlich-rechtlichen Medien von der Deutschen Welle bis hin zum ZDF.

Wie schon im Fall Jakob Augstein, als dieser wohlverdient im Jahr 2012 den 9. Platz auf der Liste des SWC belegte, gibt es immer wieder eine typisch deutsche Solidarität mit den Tätern. Die meisten politisch interessierten Menschen verurteilen ausschließlich den Antisemitismus, der sie, die eigene ideologische Blase oder eigene Partei nicht betrifft. Rechte Coronaleugner sehen nur den linken Antisemitismus und linke „Israelkritiker“ kritisieren ausschließlich den rechten Antisemitismus. Der gefährlichste Antisemitismus ist aktuell zweifellos der islamische eliminatorische Judenhass, deshalb stehen das iranische Regime und die Hamas auch folgerichtig auf den ersten beiden Plätzen. Es verwundert in dem Zusammenhang nicht, dass wieder einmal die antisemitische Augstein-Linke den Vogel abschießt, indem sie sich larmoyant darüber beschwert, dass der Iran und die Hamas auf der SWC-Liste stehen und so gilt nach wie vor der Satz: “Und wenn’s Judenblut vom Messer spritzt, dann geht es Jakob, seinen Brüdern und Schwestern gleich nochmal so gut, dann haben sie ihren Judenknacks endlich überwunden.“

 

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Die bizarren Phantasien der Impfkritiker

22. November 2021

Der Chiemgau in Oberbayern gehört zu den reichsten Gebieten Deutschlands und kann sich deshalb den sogenannten „Chiemgauer“, hergeleitet von der absurden Freigeld-Theorie Silvio Gesells, leisten. Das Schwundgeld der Landkreise Traunstein und Rosenheim rund um den Chiemsee wurde von der anthroposophischen Waldorfschule in Prien ins Leben gerufen, mit dem scheinbaren Ziel die regionale Wirtschaft zu fördern. Der „Chiemgauer“ wird 1:1 gegen den Euro gekauft, kann mit 5 % Verlust zurückgetauscht werden und verliert ständig an Wert, denn nach 6 Monaten ist der Chiemgauer ungültig wenn man nicht mittels Klebemarken, die 3% seines Wertes kosten, den „Chiemgauer“ verlängert. Wir hatten schon in den 1990er Jahren grüne Bürgermeister und seit über 30 Jahren haben die Grünen im Südosten Oberbayerns um die 20 Prozent bei den Wahlen zu den Parlamenten.

In den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgaden haben wir die größte Dichte an Anthroposophen, Homöopathen, Gesellianern und Heilpraktikern und deshalb mit die niedrigste Impfquote, um die 55 Prozent, in Deutschland. Die Impfskepsis hat hier eine 200-jährige Tradition, auch die Impfquote gegen Masern und Meningokokken ist hier auffallend niedrig. Anthroposophen, Homöopathen und vergleichbaren Komiker sind der Ansicht der Körper braucht die Infektionen um sich selbst zu heilen und außerdem sind nach dem anthroposophischen Glauben Krankheiten eine Schuld aus Verfehlungen in vorherigen Leben und daher wichtig für die Entwicklung des Karmas. Impfungen sind laut dem „Hellseher“ und Gründer der Waldorfschulen, Rudolf Steiner, der übrigens an Engel, Kobolde und Waldgeister glaubte, ein Mittel, um den Menschen die „Spiritualität weg zu impfen.“ Was in Sachsen und Thüringen die AfD sind in Südbayern die Grünen und die in diesem Dunstkreis sich bewegenden Esoteriker. Freilich gibt und gab es weltweit immer schon irrationale Impfgegner. Beispielsweise behaupete Julius Streicher, dass Impfungen von Juden als „Rassenschande“ in die Welt gebracht worden seien und der Deutsche Impfgegner-Ärztebund halluzinierte, das Reichsimpfgesetz von 1874 hätten vor allem „jüdische Abgeordnete“ ausgearbeitet.

Wegen der mit Sachsen niedrigsten Impfquote in Deutschland haben die Landkreise im Südosten Oberbayerns die höchsten Inzidenzen um oder weit über 1000. Die Intensivstationen sind hier so voll, dass Herzinfarktpatienten eine geringere Überlebenschance als anderswo haben. Akute Coronafälle, Unfall- oder Herzinfarktpatienten werden hunderte von Kilometern in andere Krankenhäuser Deutschlands ausgeflogen. In meinem erweiterten Bekanntenkreis gibt es viele 50-jährige mit schwerem Verlauf und einen 25-jährigen, der ohne jede Vorerkrankung wegen Corona auf die Intensivstation kam und dort verstorben ist. Wie so ein Aufenthalt auf einer Intensivstation aussehen kann hat Christian Kahrmann beschrieben und wie Intensivkrankenpfleger ihren Alltag erleben kann einfach abgefragt werden.

Geimpfte können sich zwar anstecken, der Verlauf ist aber bedeutend harmloser als bei Ungeimpften und die Zeit andere anzustecken ist kürzer, weil die Virusausscheidung bei Geimpften die sich angesteckt haben bedeutend kürzer ist als bei ungeimpften Personen. Ungeimpfte tragen deshalb das Virus häufiger und länger weiter und haben einen schwereren Verlauf, so werden Intensivstationen überwiegend von Ungeimpften belegt und die Corona-Patienten in den Krankenhäusern werden immer jünger. Bei Menschen, die an Krebs leiden und wegen dieser und anderen Krankheiten ein defektes Immunsystem haben wirkt die Impfung kaum oder überhaupt nicht. Die mRNA Impfstoffe schützten zu circa 90 Prozent gegen eine schwere Erkrankung und zu circa 75 Prozent gegen eine symptomatische Delta-Infektion. Das heißt, wären 100 Prozent geimpft, kommen trotzdem mindestens 10 Prozent ins Krankenhaus. Das heißt, die Ungeimpften gefährden vor allem sich selbst, aber auch die 10 Prozent Geimpften und vor allem die Menschen die sich nicht impfen lassen können oder wie oben beschrieben bei Menschen deren Immunsystem defekt oder sehr schlecht ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die Wirkung des Impfstoffes nach rund sechs Monaten nachlässt und man die Impfung wie bei vielen Impfstoffen auffrischen muss. Mehr als eine Milliarde Menschen sind weltweit mit den mRNA-Impfstoffen geimpft und so ist die Wirksamkeit und die Sicherheit längst in der Anwendung nachgewiesen. Das alles ist seit langem bekannt. Wie gut die Impfung wirkt zeigen die aktuellen Inzidenzen in Deutschland. Die Regionen mit den niedrigsten Impfquoten haben die höchsten Inzidenzen. In Bayern liegt aktuell die Inzidenz der Geimpften bei 110 und der Ungeimpften bei 1469, in Sachsen der Geimpften bei 53 und der Ungeimpften bei 1941, wobei natürlich die Testquote bei Ungeimpften ungleich höher ist als bei Geimpften. Die Hospitalisierung bei Geimpften liegt aktuell in Bayern bei 2,9 und bei Ungeimpften bei 14,1.

Der größte Fehler der Regierenden war die epidemische Lage zu beenden, die Impfzentren im Sommer zu schließen und die hauptsächlich gefährdeten Gruppen der Übergewichtigen und der über 60-jährigen, die im Januar oder Februar geimpft wurden nicht schon im September zu boostern. Wie erfolgreich diese Booster-Impfungen gewesen wären zeigen die Impfweltmeister Israel, Portugal oder Spanien und auch Italien. Zusammengefasst lässt sich sagen, die Ungeimpften, die Coronaleugner und die Sorglosigkeit der Geimpften treiben die Pandemie.

Ein großes Problem in dieser Pandemie ist das fehlende Vertrauen in den Staat und in die staatlichen Medien und die in vielen Fällen beinah gleichgeschalteten Massenmedien. Ob es nun die Berichterstattung zum Jugoslawienkrieg, zu den Maidan-Unruhen, zu den unzähligen islamischen Terrorangriffen in Europa, zu Kyle Rittenhouse, zur Flüchtlingskrise oder die antisemitischen Beiträge zu Israel waren, die jeweilige Einseitigkeit war selbst für den treuesten Staatsbürger unübersehbar und macht mittelfristig unglaubwürdig. Vor kurzem erschoß ein arabischer Terrorist in Jerusalem einen Juden und verletzte drei andere schwer. Die Polizei tötete den Dschihadisten in einem Feuergefecht. Das ZDF machte daraus „Israel: Ein Palästinenser erschossen.“ Diese Täter-Opfer-Umkehr in der Israelberichterstattung deutscher Medien ist kein Einzelfall, immer wieder werden Ursache und Wirkung verkehrt. Das Vertrauen in die staatlichen- und Mainstream-Medien ist seit Jahrzehnten am Boden, denn wer einmal lügt dem glaubt man nicht, auch wenn er die Wahrheit spricht.

Auch darum hatten Verschwörungstheoretiker und „Experten“ wie Sucharit Bhakdi oder Xavier Naidoo ein leichtes Spiel eine große Gemeinde zu begeistern und die „Experten“ in den Talkshows von Precht bis Augstein runden das ungute Bild ab. Wegen der Impfpolitik Israels halluziniert zum Beispiel Sucharit Bhakdi, „das Volk der Juden“ habe von den Nazis das „Erzböse“ gelernt und „umgesetzt“ und darüber hinaus meint er: „Das ist das Schlimme an den Juden: Sie lernen gut. Es gibt kein Volk, das besser lernt als sie. Aber sie haben das Böse jetzt gelernt – und umgesetzt. Deshalb ist Israel jetzt living hell – die lebende Hölle.“ Der Reichsbürger-Apologet Xavier Naidoo ist davon überzeugt, dass die Geimpften zu Untoten werden und der Klimaaktivist Richard David Precht, der Corona mit einer Grippe gleichsetzt, wirft den Leuten vor, „mehr Angst um ihr Leben zu haben als um das Überleben der Menschheit.“ Der „Maßnahmenkritiker“, Impfgegner, Corona-Verharmloser und FPÖ-Chef Herbert Kickl propagierte monatelang zur Covid-Behandlung die Einnahme von Ivermectin, einem Entwurmungsmittel für Pferde. Kurz darauf war das Pferde-Entwurmungsmittel Ivermectin wegen der großen Nachfrage in Österreich ausverkauft und einige Menschen die deshalb auf die Intensivstation kamen überlebten den Tipp des Corona-Rebellen nicht.

Von allen „Maßnahmenkritikern“, Coronaleugnern und Impfgegnern fasziniert vor allem eine Gruppe, nämlich ein Teil der ideologiekritischen und israelfreundlichen Linken, weil die Spaltung der Gesellschaft kaum besser zu bewundern ist wie in dieser Gruppe. Im August hatte Israel ein nie dagewesenes Hoch mit mehr als zehntausend Corona-Fällen pro Tag. Deshalb hat Israel im August mit dem Boostern begonnen, die dritte BioNTech-Spritze wurde mehr als vier Millionen Mal verabreicht. Über 80 Prozent der Über-60-Jährigen wurden drei Mal geimpft und 45 Prozent der israelischen Gesamtbevölkerung haben nun eine dritte Impfung. So hat das Leben in Israel heute fast vollständig zur Normalität zurückgefunden; Schulen, Geschäfte, Restaurants, Clubs und Kultureinrichtungen sind allesamt geöffnet. Eine Studie mit den Daten von 728.321 Personen mit einer dritten Impfung belegte darüber hinaus die Effektivität des Impfstoffes. Sieben Tage nach der Auffrischungsimpfung hatten die geboosterten Personen ein um 93 Prozent verringertes Risiko, mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert zu werden.

Wie im Rest der Gesellschaft sind innerhalb der ideologiekritischen Linken die meisten „Maßnahmenkritiker“ nun auch die härtesten Impfkritiker. Viele der eigentlich israelfreundlichen „Maßnahmenkritiker“ ignorierten den ungleich schärferen Lockdown in Israel und anderswo und heute ignorieren sie die erfolgreiche Impfpolitik Israels. Einige gehen sogar weiter und so gibt es auch Andockmöglichkeiten zu Leuten wie Sucharit Bhakdi. Aus Thomas Maul oder Felix Perrefort redete es wie folgt: Die Maske ist der Aluhut der Zeugen Coronas“ oderWillkommen im Schnupfen-Faschismus“ oder „Stellen wir uns vor, ein israelischer Präsident lieferte die Juden seines Landes einem ausgerechnet deutschen Unternehmen für medizinische Experimente aus.“

Wenn man die Coronaleugner der ideologiekritischen, eigentlich israelfreundlichen Linken mit den Corona-Maßnahmen und den aktuellen Impferfolgen Israels konfrontiert, kommen Gegenfragen wie, „soll man dann auch über die hohen Mieten und die schlechten Löhne in Tel Aviv auch nicht mehr sprechen.“ Diese „Maßnahmenkritiker“, Coronaleugner und Impfgegner berufen sich dabei auf Marx und Adorno und Geimpfte die auf hohe Inzidenzen, übervolle Intensivstationen und die erfolgreiche Impfpolitik Israels aufmerksam machen sind in ihren Augen Zero-Covid-Verbrecher und autoritäre Mitmacher, denn Corona ist für sie nur etwas problematischer als ein Schnupfen. Die Verpflichtung in Einkaufszentren eine Maske zu tragen ist für sie eine unzumutbare Freiheitsbeschränkung, ein Lockdown, gleich welcher Welle ist praktisch gleichzusetzen mit der Politik Stalins im Gulag und im Rest der Sowjetunion. Für einen Teil der „Ideologiekritiker“ ist die „hetzerische und paranoide gesellschaftliche und politische Reaktion“ gegen Corona „unverhältnismäßig“ und so sehen sie einen Zusammenhang mit den „Tendenzen der zeitgenössischen politischen Ökonomie und der damit zusammenhängenden Subjektkonstellationen.“ So wurden die Kontaktbeschränkungen, der Lockdown wegen Corona im letzten Jahr genauso abgelehnt wie nun die Impfungen. Verzweifelt klammern sich die „ideologiekritischen“ Coronaleugner an den Felsen Gibraltar mit seinen 35.000 Einwohnern, das angeblich zu 100 Prozent geimpft sein soll und hohe Inzidenzen aufweist. Abgesehen davon, dass Gibraltar 8.000 spanische Pendler hat, ist es hilfreich in der Schule beim Thema Prozentrechnung aufgepasst zu haben: Wären 100 Prozent geimpft, kommen trotzdem zwischen 10 und 20 Prozent ins Krankenhaus und je länger die Impfung zurückliegt umso mehr. Coronaleugner haben nicht den Mumm mit den Pflegern auf den Intensivstationen zu sprechen oder sie anzuhören. Seit einem Jahr gibt es 4.000 Intensivbetten weniger, weil die Pfleger es mental und körperlich nicht mehr aushalten und ihren Job aufgeben.

Die aktuellen Diskussionen über Israel und Corona, beziehungsweise das bewusste Ausblenden der Impfpolitik Israels innerhalb der ideologiekritischen Szene stimmt nachdenklich, Inwieweit sind die Reden von der uneingeschränkten Solidarität mit Israel glaubwürdig? Der Fall Magnus Klaue sorgte bereits vor einigen Jahren für Unverständnis. Der Halbgott der Szene kooperiert seit weit über zehn Jahren mit der Nummer 9 des SWC, mit Jakob Augstein. Klaue hat mehr als neunzig Artikel im antizionistischen „Freitag“ untergebracht und steht deshalb auf der Lohnliste Augsteins. Die Augstein-Linke delegitimiert und dämonisiert Israel wie keine andere antizionistische Bande vor allem im „Freitag“ in tausenden Artikeln und Kommentaren. Der Augstein-Jünger TomGard behauptet zum Beispiel am 31. Mai 2012 Israel würde die Palästinenser im „KZ Gaza“ vergasen.

Die Spaltung der Gesellschaft und die Ausgrenzung der Impfskeptiker ist schlecht, natürlich sind nicht alle von ihnen Reichsbürger und durchgeknallte Esoteriker, aber je mehr Menschen sterben, weil die Intensivstationen voll sind umso mehr wird sich der Groll gegen die Impfverweigerer richten. „Maßnahmenkritiker“ und Impfgegner sind zu bemitleiden, aber das Leben ist kein Ponyhof und erst recht kein Wunschkonzert, die westlichen Demokratien sind nicht perfekt, aber es ist in jedem Fall besser hier als in China oder in Paraquay dem Paradies der Coronaleugner zu leben.

Die Impfung ist aktuell die einzige Möglichkeit der Pandemie Herr zu werden. Die Impfpolitik von Israel, Portugal, Italien und Spanien sind wie die Inzidenzen in Bayern und Sachsen von Geimpften und Ungeimpften der eindeutige Beleg dafür. Die Coronaleugner und die esoterischen Impfgegner, die ihre Fake-News verbreiten und mittlerweile eine unübersehbare Fangemeinde haben sind, neben den letzten Fehlern der Politik das größte Problem in der Pandemie. Die Aggressivität der Coronaleugner zeigte sich in seiner höchsten Form in den Niederlanden und in Belgien, dort wütete der Mob in den Straßen, zündete Autos, Motorräder und Fahrräder an, verwüstete Hauser und Geschäfte und Polizisten wurden massiv lebensgefährlich angegriffen, offenbar um ihr Leben zu retten schoß die Polizei mit scharfer Munition zurück.

Es steht zu befürchten, dass die Probleme im Laufe des Winters größer werden könnten. Wenn das exponentielle Wachstum nicht gestoppt wird und nicht nur in Bayern und Sachsen die Intensivstationen voll sind und mehr Menschen und immer jüngere Leute sterben, dann möchte ich nicht in der Haut der Coronaleugner und Impfskeptiker stecken, denn jeder Mensch der einen Angehörigen verloren hat, der wegen Überlastung nicht auf die nächste Intensivstation kommt, wird nach Schuldigen suchen. Die Freiheit des Impfverweigerers die Pandemie am Leben zu erhalten ist keine positive Freiheit, denn Freiheit und Verantwortung gehören zusammen. Die eigene Freiheit endet dort wo sie das Leben und die Freiheit der anderen gefährdet. Die „freiheitsliebenden“ Impfrebellen mögen sich wie Che Guevara fühlen, sie riskieren zwar wie er ihr Leben und das Leben anderer, aber im Gegensatz zu ihm ist ihr Verhalten nicht dem Fortschritt, sondern der Reaktion verpflichtet. Vielleicht geben sich die Nachfolger Che Guevaras doch noch Nachhilfestunden in der Prozentrechung und beim exponentiellen Wachstum. Im Internet gibt es da sehr schöne Seiten um die Mathe-Defizite auszugleichen.

Die Breaking News nun zum Schluss: Aus besonders gut informierten Kreisen, die unbedingt jeder Verschwörungstheorie unverdächtig sind, wird berichtet, dass Bill Gates seine Microchips mit welchen er die Geimpften kontrollieren oder ausrotten will nicht wie bislang angenommen, in die mRNA-Impfstoffe eingesetzt hat, sondern in das Pferde-Entwurmungsmittel Ivermectin. Inwieweit Herbert Kickl in die Sache miteingebunden war ist noch nicht bekannt, wie es aussieht könnte sich da ein neuer Ibiza-Skandal entwickeln, vorausgesetzt es gibt Video- oder Bild-Beweise für die Kooperation von Bill Gates und Herbert Kickl. Sobald es in der Angelegenheit neue Erkenntnisse gibt, wird an dieser Stelle darüber berichtet werden. Bis dahin sollten sich die Ungeimpften von Joshua Kimmich bis hin zum ehemaligen Trainer von Werder Bremen, Markus Anfang impfen lassen. Die Ideologie der „Maßnahmenkritiker“ und Impfgegner erinnert sehr stark an die Islamisten, die jeweilige Wissenschaftsfeindlichkeit ist unübersehbar. Das Mittelalter ist aber längst vorbei.

 

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Anständig geblieben

10. November 2021

Am 4. Oktober 1943 hielt der Reichsführer SS, Heinrich Himmler in Posen vor den SS-Gruppenführern seine berühmt-berüchtigte Rede, worin er die Mannschaften dafür lobt bei der „Ausrottung des jüdischen Volkes anständig geblieben zu sein“: „Ich meine jetzt die Judenevakuierung, die Ausrottung des jüdischen Volkes. Es gehört zu den Dingen, die man leicht ausspricht. – „Das jüdische Volk wird ausgerottet“, sagt ein jeder Parteigenosse, ganz klar, steht in unserem Programm, Ausschaltung der Juden, Ausrottung, machen wir. (..) Von Euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben, und dabei – abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen – anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Dies ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte, …“

Als Hitler 1940 auf dem Höhepunkt seiner Macht, die Zustimmung der Deutschen zu Hitlers Politik so groß wie nie zuvor war, kam der Propagandafilm Jud Süß in die deutschen Kinos. Die 19 Millionen Besucher von „Jud Süß“ wurden nicht gezwungen diesen Film anzusehen, sie wollten den Film sehen, weil sie entsprechend fühlten und dachten. Jud Süß mit seiner grotesken antisemitischen Verzerrung über den Aufstieg und Fall des Hofjuden Joseph Süß Oppenheimer wurde im Osten immer dann der ansässigen „arischen“ Bevölkerung gezeigt, wenn eine „Aussiedlung“ oder eine Liquidation in den jüdischen Gettos bevorstand.

Ohne die innere Logik dieser Moral wäre der Holocaust, die systematische und fabrikmäßig durchgeführte Ermordung von sechs Millionen Juden nicht möglich gewesen.  So schreibt Raphael Gross in „Anständig geblieben“: „Die Kernbegriffe der NS-Ideologie unterscheiden sich grundlegend von denjenigen der marxistischen Ideologie. Während im Marxismus Begriffe wie Kapital, Mehrwert, Klassenkampf, Profit, Dialektik im Vordergrund stehen, kreisen die Ideologeme der NS-Theoretiker und -Politiker nicht um ökonomische, sondern vor allem um moralische Begriffe oder solche mit einer starken moralischen Aufladung: Ehre, Treue, Anstand, Kameradschaft etc.“  Die Grundlage für den NS-Antisemitismus, das Kernelement der NS-Ideologie, wurden im wilhelminischen Kaiserreich und während der Weimarer Republik gelegt. Der Antisemitismus wurde großen Teilen der deutschen Bevölkerung mit der Muttermilch eingegeben und so war die deutsche Volksgemeinschaft, ungeachtet den eigenen Selbsterhaltungsinteressen, bereitwillig dem Befehl von Massenmord und Krieg gefolgt. Um den Betrieb von Auschwitz zu ermöglichen wurden kriegswichtige Ressourcen nicht für den Krieg gegen die Alliierten, sondern für die Vernichtung der Juden verwendet. Die Ermordung der Juden stand für Hitlers willige Vollstrecker an erster Stelle.

Nach 1945 ging der Kampf gegen die Juden im Nahen Osten weiter und dauert bis heute an. Verbündet mit unzähligen geflohenen NS-Größen versuchten die durch den Islam geprägten Araber die „Endlösung“ zu vollenden. Die Verknüpfung traditioneller islamischer Judenfeindlichkeit mit dem modernen Antisemitismus stellt bis heute die wesentlichen Gefahren für Juden weltweit, insbesondere für die Juden im Nahen Osten dar. In der Konstellation des Kalten Krieges mutierten die Vertreter der ohnehin strukturell antisemitischen marxistisch-leninistischen Ideologie, unter dem Deckmantel eines pervertierten Antifaschismus und Antiimperialismus, zu Kombattanten für die Fortführung des Kampfes gegen die Juden. Panarabische Nationalisten und islamistische Despoten vereinigten sich mit der UdSSR, der DDR und anderen Staaten des Ostblocks zu einem offiziellen politischen antisemitischen Bündnis gegen Juden und insbesondere gegen den Staat Israel. Seit der Gründung Israels versuchen seine Nachbarn, die Mullahs im Iran und diverse Terrorgruppen die Juden zu errmorden. Beleg dafür sind diverse Angriffskriege gegen Israel, in die Luft gesprengte israelische Schulbusse und Bomben in voll besetzten  Diskotheken und unzählige Terrorangriffe gegen schlafenden Familien und israelische Zivilisten. In Rammalah wurden im Jahr 2000 Vadim Nurzhitz und Yossi Avrahami vom palästinensischen Mob gelyncht.

Die Antisemiten dieser Welt sind nun seit über 70 Jahren fassungslos, dass Juden durch den Staat Israel beschützt werden. Die Juden haben seitdem die Möglichkeit sich effektiv zu wehren. Der Staat Israel beschützt seine Bevölkerung und als Juden im Juni 1976 von deutschen linken Terroristen während einer Flugzeugentführung in Entebbe vom Tod bedroht waren, flog eine israelische Sondereinheit 4000 Kilometer unter dem Radar und befreite die 103 jüdischen Geiseln, 83 Israelis sowie 20 französische Juden in der Aktion Thunderbolt. Der Aufschrei und die Wut der weltweiten Antisemiten bei jeder israelischen Befreiungs- oder Verteidigungsaktion ist riesengroß, denn Antisemiten können ihre Wut auf Juden sehr schlecht verbergen.

Nach 1945 wirkten freilich auch in Deutschland und in Europa die nationalsozialistischen Normen und Urteilsformen weiter, Himmlers Begriff der Anständigkeit fand sich in den deutschen Spruchkammern der Nachkriegszeit genauso wieder wie in Martin Walsers Paulskirchenrede bis hin zu den „israelkritischen“ Reden der postkolonialen Linken. Die systematische antisemitische Propaganda, die durch arabische oder türkische TV-Sendungen, im Internet, in Moschee-Predigten, durch Äußerungen islamischer Autoritäten oder bei Asylbewerbern in Schulbüchern der Herkunftsländer vermittelt werden, wird in der Mitte Europas seit Jahrzenten schulterzuckend hingenommen. Das Schicksal des jüdischen Staates, die Vertreibungen, Enteignungen und Diskriminierungen von Juden in der arabischen Welt tangieren die meisten Menschen des Westens kaum. Westliche linksradikale Organisationen und Terroristen von der RAF bis zu den „Revolutionären Zellen“ beteiligten sich an antisemitischer Propaganda und Terrorakten gegen den jüdischen Staat, die antizionistische Kumpanei vor allem von links, aber auch von rechts mit antisemitischen Islamisten sind seitjeher traurige Realität.

Waren Holocaustleugnung und Relativierung bis in die 1980er Jahre noch überwiegend der rechtsextremen Szene und Historikern wie Ernst Nolte vorbehalten, so sind diese „Ansichten“ heutzutage linken „israelkritischen“ BDS-Befürwortern und anderen Kritikern der Moderne, vor allem im akademischen Bereich, bis hin zum Mainstream vorbehalten. Einer der Wendepunkte war 1987 der Prozess gegen den „Schlächter von Lyon“, den SS-Obersturmführer Klaus Barbie. Die drei linken Verteidiger Barbies, der Kongolese M’Bemba, der Algerier Bouaita und der Franzose Vergès traten im Prozess selbst als Ankläger auf. Die linken Anwälte relativierten während des Prozesses den Mord an den Juden um auf das „viel größere Verbrechen“ des  Rassismus abzulenken, „dass die Vernichtung der Juden ein Verbrechen von allenfalls lokalem Interesse, ein Blutstropfen Europas im Ozean des menschlichen Leidens sei und folglich allein das Gewissen der Weißen zu beunruhigen habe“, während in Wahrheit der unerklärte und von keinem Gericht geahndete Krieg der imperialistischen Staaten gegen die Dritte Welt den Gang der Geschichte bestimme: „Als Weiße vergießt ihr Tränen über das weiße Schicksal. Als Europäer bläht ihr einen Familienzwist zum Weltkonflikt und unverjährbaren Verbrechen auf. ..Durch uns lacht die ganze Menschheit über euch und erklärt, dass euer Desaster nicht ihre Sache ist.“

Die Singularität von Auschwitz wird heute vor allem von den Vertretern der postkolonialen Theorie bestritten, Holocaustrelativierung ist heute vor allem von BDS-Aktivisten, der „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“, Literaturwissenschaftlern wie Michael Rothberg oder „Historikern“ wie Achille Mbembe zu vernehmen. Postkoloniale „Antirassisten“ und andere Islam-Apologeten, die jeden islamischen Terror ignorieren, rechtfertigen oder sogar gutheißen, gehen oftmals soweit Muslime im Allgemeinen oder islamische Flüchtlinge im Speziellen als die Juden unserer Zeit zu bezeichnen. In den öffentlich-rechtlichen Medien werden der islamische Terror und die Zumutungen des Islam wie der islamische Antisemitismus seit Jahren verharmlost oder verschwiegen. In ARD und ZDF machen Journalisten mit Migrationshintergrund nicht trotz ihrer antiisraelischen und islamistischen Ansichten Karriere, sondern aus Gründen der Diversität genau deshalb. Die „Israelkritikerin“ und Teilnehmerin des antisemitischen al-Quds-Marsches Nemi El-Hassan oder Feyza-Yasmin Ayhan, die antisemitische Karikaturen, die Juden mit Hakennase zeigten postete und gleichzeitig das Ende Israels herbeisehnte, stehen beispielsweise aktuell auf der Lohnliste des ZDF. Die Kritik am Antisemitismus dieser „Damen“ empfinden postkoloniale, „antirassistische“, islamophile Holocaustrelativierer naturgemäß als rassistisch.

Für die postkolonialen „Antirassisten“ und Holocaustrelativierer ist der Antisemitismus nur eine Unterform des Rassismus und der Holocaust nur eine kleine Episode der Kolonialverbrechen. Für „Antirassisten“ sind die Muslime die Juden von heute und so gut wie jede berechtigte Kritik am politischen Islam ein rassistisches Sakrileg. Ingo Elbe stellt dazu treffend fest: „Wer keinen Begriff von Antisemitismus hat, der kann auch keinen von der Shoah entwickeln. Und so lässt sich denn für die Protagonisten des akademischen Antirassismus eine erschreckende Unkenntnis und Relativierung der Präzedenzlosigkeit und Besonderheit des Holocaust feststellen. Die Spezifik der Shoah besteht weder in der Methode des Tötens, noch in der Zahl der Opfer, sondern in der Intention einer vollständigen Vernichtung aller als Juden bestimmten Individuen aufgrund einer Ideologie, die in den Juden das gemeinschaftszersetzende, egoistische, materialistische, abstrakte, böse Element schlechthin sieht.“

Im NS-Antisemitismus sollte jeder einzelne jüdische Mensch vernichtet werden, weil er Teil einer verderblichen, verborgenen, abstrakten und übermächtigen Gegenrasse betrachtet wurde. Im kolonialen Rassismus gibt es keine Entsprechungen zu dieser Zuschreibung.  Antisemitismus und Rassismus sind nicht kommensurabel, und damit kann Antisemitismus auch keine Unterform von oder kein Beispiel für Rassismus sein. Während das Phantasma von der jüdischen Weltherrschaft eine reine Erfindung ist sind Drohungen radikaler Islamisten, die die Dominanz eines rigiden Islam über die ganze Welt als ihr Endziel benennen, Legion, sagt nicht nur Matthias Küntzel. Während alle den Juden zugeschriebenen Verbrechen, von der Brunnenvergiftung bis zur „Hostienschändung“ nur in der Phantasie von Antisemiten existieren, sind die Zumutungen des Islam von der Unterdrückung der Frau bis hin zu den unzähligen islamischen Terroranschlägen Realität. Es gab nie ein muslimisches oder arabisches Auschwitz, es gab keine jahrhundertelange Verfolgung, keine Pogrome gegen Muslimen weil sie Muslime sind.  „Holocaustrelativierung ist allerdings weit mehr als nur ein wissenschaftlicher faux pas und muss in komparativ-postkolonialen Auseinandersetzungen mit diesem Themenkomplex ernst genommen werden. Denn abgesehen von wissenschaftlicher Ungenauigkeit bedeutet eine Relativierung der Spezifika des Holocausts an erster Stelle eine Relativierung der Erfahrungen von Nachkommen und Überlebenden. Die Behauptung, die Shoa unterscheide sich qualitativ und strukturell nicht, sondern nur quantitativ und graduell von kolonialen Genoziden ist unzutreffend und relativiert den unbedingten wahnhaften Willen der Nationalsozialistinnen, die ersehnte ausschließlich arische Welt von allem Jüdischen zu befreien. Es finden sich keine Entsprechungen in kolonialrassistischer Ideologie – ohne dabei die Grausamkeit, Brutalität und Gnadenlosigkeit der von Europäerinnen verübten Kolonialverbrechen, Massenmorden, Genoziden zu unterschlagen“ schreibt Steffen Klävers in seinem Buch „Decolonizing Auschwitz?“

Bereits im Dezember 1945 beschrieb Jean Paul Sartre den Antisemiten in seinen „Réflexions sur la question juive“ als „Verbrecher aus guter Absicht.“ Der in Himmlers Rede zum Ausdruck kommende Rechtfertigungsmodus einer verfolgenden Unschuld wurde in Sartres Essay als ein Aspekt des Antisemitismus beschrieben. Der Antisemit hat „ein Mittel gefunden seine Mordgelüste zu befriedigen, ohne sie sich einzugestehen.“ Nicht der Charakter des Juden macht den Antisemitismus, sondern im Gegenteil der Antisemit schafft den Juden. Der Antisemit sieht sich als Verteidiger seines Volkes gegen die vermeintlichen Angriffe der „jüdischen Parasiten“ und seine Taten sind erforderlich, sinnvoll und seine Pflicht. Der Antisemitismus ist laut Sartre ein „Rückschrittliches soziales Gebilde“, „eine noch nicht auf Logik aufgebaute Weltanschauung“ mit sehr viel Leidenschaft:

„Der Antisemit anerkennt bereitwillig, dass der Jude intelligent und fleißig ist; er wird sogar einräumen, ihm in dieser Hinsicht unterlegen zu sein. Dieses Zugeständnis kostet ihn nicht viel: er hat diese Eigenschaften eingeklammert. Oder genauer, sie erhalten ihren Wert vom dem, der sie besitzt: je mehr Tugenden der Jude hat, desto gefährlicher ist er. Der Antisemit macht sich keine Illusionen über sich selbst. Er betrachtet sich als Durchschnittsmenschen, als einen Menschen des unteren Durchschnitts, im Grunde als Mittelmaß; es gibt kein Beispiel dafür, dass ein Antisemit behauptet, den Juden individuell überlegen zu sein. Doch sollte man nicht annehmen, er schäme sich seiner Mittelmäßigkeit: er gefällt sich im Gegenteil in ihr; ich würde sogar sagen, er hat sie gewählt. (..) Sind die Juden nicht die Börsianer der Nation? Alles, was der Verstand, was das Geld erwerben kann, überlassen wir ihnen; es ist flüchtig wie der Wind. Was zählt, sind allein die irrationalen Werte, und eben diese sind es, die ihnen ewig verschlossen bleiben.

So bekennt sich der Antisemit von Anfang an zu einem faktischen Irrationalismus. Er stellt sich in einen Gegensatz zum Juden wie das Gefühl zum Verstand, wie das Besondere zum Allgemeinen, wie die Vergangenheit zur Gegenwart, wie das Konkrete zum Abstrakten, wie der Grundbesitzer zum Eigentümer von Immobilien. (..) Der Antisemitismus ist nicht nur die Freude am Hass; er verschafft auch positive Lust: indem ich den Juden als ein niederes und schändliches Wesen behandle, behaupte ich zugleich, einer Elite anzugehören. Und ganz im Unterschied zu den modernen Eliten, die auf Verdienst oder Arbeit beruhen, gleicht diese in jeder Hinsicht einem Geburtsadel. Ich brauche nichts zu tun, um meine Höherwertigkeit zu verdienen, und ich kann sie auch nicht verlieren. Sie ist mir ein für alle Mal gegeben: sie ist ein Ding. (..)

Da das Böse für den Antisemiten von diesen hilflosen und so wenig furchterregenden Menschen verkörpert wird, ist er nie in der, peinlichen Lage, ein Held sein zu müssen: es ist amüsant, Antisemit zu sein. Furchtlos kann man die Juden schlagen und foltern: schlimmstenfalls werden sie die Gesetze der Republik anrufen; die Gesetze jedoch sind milde. Der sadistische Hang des Antisemiten zum Juden ist so stark, dass diese eingeschworenen Judenfeinde sich nicht selten mit jüdischen Freunden umgeben. Natürlich taufen sie sie „Ausnahmejuden“ und betonen: „Die sind nicht wie die anderen.“ (..)

Zerstörer aus Berufung, Sadist reinen Herzens, ist der Antisemit in der Tiefe seines Herzens ein Verbrecher. Was er wünscht, was er vorbereitet, ist der Tod des Juden. Gewiss fordern nicht alle Feinde des Juden lauthals seinen Tod, die Maßnahmen jedoch, die sie vorschlagen und die alle auf seine Erniedrigung, seine Demütigung, seine Verbannung abzielen, sind ein Ersatz für den Mord, den sie im Sinn haben: es sind symbolische Morde. Der Antisemit hat jedoch ein gutes Gewissen: er ist Verbrecher aus guter Absicht. Es ist schließlich nicht seine Schuld, wenn er dazu ausersehen wurde, das Böse durch das Böse zu vernichten; …“

Acht Jahrzehnte nach der Reichspogromnacht wird im Namen des Antirassismus und des „Kampfes gegen den Rechtsruck“ der politische Islam mit seinem mörderischen Antisemitismus von jeder Kritik verschont, der Antisemitismus wird begrifflich eingeebnet, der Holocaust relativiert. Der Staat Israel, die einzige Selbstschutzinstanz der Juden, die einzige Demokratie des Nahen Ostens wird dämonisiert und delegitimiert. Der Zionismus war die Antwort auf den Antisemitismus der letzen Jahrhunderte und so stellt der Antizionismus nicht nur den Staat Israel, sondern auch die Sicherheit und Existenz aller Juden in Frage. Die aktuellen Antisemiten, von der Hamas, den iranischen Machthabern, der Hisbollah, den Dschihadisten von Paris mit ihren postkolonialen „antirassistischen“ Verteidigern bis hin zu den hiesigen Islam-Apologeten dürften wie ihre Vorläufer trotz ihres Hasses auf Juden ein gutes Gewissen und abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen, trotz ihrer menschenfeindlichen Taten und Reden am Ende des Tages das Gefühl haben, anständig geblieben zu sein.

Quellen: Jean Paul Sartre – Betrachtungen zur Judenfrage, 1944 | Steffen Klävers – Decolonizing Auschwitz?: Komparativ-postkoloniale Ansätze in der Holocaustforschung, 2021 | Ingo Elbe – Gestalten der Gegenaufklärung: Untersuchungen zu Konservatismus, politischem Existentialismus und Postmoderne, 2021 | Raphael Gross – Anständig geblieben: Nationalsozialistische Moral (Zeit des Nationalsozialismus), 2010  | Léon Poliakov – Geschichte des Antisemitismus, 8 Bände, 1991 | Thomas Haury, Antisemitismus von links. Kommunistische Ideologie, Nationalismus und Antizionismus in der frühen DDR, 2002 | Henryk M. Broder – Der ewige Antisemit: Über Sinn und Funktion eines beständigen Gefühls, 2002 | Jean Améry – Der ehrbare Antisemitismus, 1968 | Jean Améry – Aufsätze zu Politik und Zeitgeschichte, Werke Band 7, 2012 | Eike Geisel – Die Banalität der Guten, 1992 | Jeffrey Herf – Unerklärte Kriege gegen Israel: Die DDR und die westdeutsche radikale Linke, 1967-1989, 2019 | Matthias Küntzel – Djihad und Judenhaß, 2003 | Alain Finkielkraut – Die vergebliche Erinnerung. Vom Verbrechen gegen die Menschheit, 1989 | Alain Finkielkraut – Die Niederlage des Denkens, 1990

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Amin al-Husseini und der Islamfaschismus

21. Oktober 2021

Anfang des letzten Jahrhunderts entstand in Europa der Faschismus und im Nahen Osten der Islamismus der Neuzeit. Beide Ideologien folgen einem unfehlbaren Führer, einer totalitären Hierarchie und beide Ideologien richten sich gegen die Moderne, die Aufklärung, den Marxismus und die Juden. Der Nationalsozialismus stieß in der arabischen Welt schnell auf Begeisterung: „Wir waren vom Nazismus fasziniert, lasen seine Bücher und die Urväter seines Denkens, besonders Nietzsche, Fichte und Chamberlain“, berichtete Sami al-Jundi, ein Führer der syrischen Baath-Partei, über die Stimmung vieler Araber in den 30er Jahren. Im Jahr 1932 gründete Antun Saadeh in Damaskus die Syrische Volkspartei, die eine Überlegenheit der Syrer über andere Völker postulierte, mit einer hakenkreuzartigen Fahne und dem Hitlergruß wurde auch äußerlich die Sympathie mit der NSDAP transportiert. Im Irak entstand 1935 die staatliche Jugendorganisation Futuwwa, welche „die irakische Jugend nach deutschem Muster im militärischen Geist“ erziehen sollte und mit Abordnungen auf dem Nürnberger Parteitag 1938 teilnahm. Im Libanon wurde 1936 die nach dem Führerprinzip strukturierten Phalanges Libanaises gegründet. In Ägypten gründete Ahmad Husayn 1933 die etwa 2000 Mitglieder umfassende Vereinigung Junges Ägypten, die mit Faschistengruß, Fackelzügen und Führerkult paramilitärisch auftrat. Husayns machte in seinen Reden die Juden für „kulturellen Schmutz“ und „versaute Kunst“ verantwortlich.

Die Muslimbrüder

Die Muslimbruderschaft wurde 1928 von Hasan al-Banna (1906-1949) und sechs Arbeitern der Suez Canal Company in Ägypten während der Weltwirtschaftskrise gegründet. Mit der Idee des kriegerischen Djihad und der Todessehnsucht als Leitideal des Märtyrers war damit der islamische Fundamentalismus der Neuzeit geboren. Die Djihad-Bewegung der Muslimbrüder nahm fast ausschließlich den Zionismus und die Juden in ihr Visier. Zur Massenorganisation wurden die Muslimbrüder nicht als antikoloniale, sondern als antijüdische Bewegung. 1936 zählten die Muslimbrüder 800, 1938 waren es 200.000 und im Jahre 2010 alleine in Ägypten rund eine Million aktive Mitglieder, sowie weitere Millionen an Sympathisanten. Politisch forderte die streng nach dem Führerprinzip ausgerichtete Organisation, neben der Unterwerfung der Frau, die Abschaffung aller Parteien, die Schaffung einer Staatsordnung auf Basis von Scharia und Kalifat, die Abschaffung von Zins und Profit zugunsten einer diktatorisch durchgesetzten Interessengemeinschaft von Arbeit und Kapital, da nach Ansicht der Muslimbrüder Finanz- und Zinskapital die Ursache allen Übels sei. Neben der Abschaffung der Börse sollen die Banken laut Muslimbruderschaft nationalisiert werden. Alle sinnlichen und „materialistischen“ Versuchungen der kapitalistischen und kommunistischen Welt sind für die Muslimbrüder Werke des “Bösen“. Die Muslimbrüder waren und sind zu fast 100 Prozent ein Männerbund. Die bedeutendste Neuerung der Bruderschaft war die Auslegung des Korans. Im Mittelpunkt dieser Auslegung stand das Konzept des Djihad als heiliger Krieg und damit verbunden die Sehnsucht im Krieg gegen die Ungläubigen als Märtyrer zu sterben. Der Antisemitismus der Muslimbrüder speiste und speist sich weniger aus europäischen als spezifisch islamischen Einflüssen. Palästina gilt den Islamisten als muslimisches Einflussgebiet, in welchem Juden kein einziges Dorf, geschweige denn einen Staat beherrschen dürften.

Sayyid Qutb (1906-1966), trat 1951 der Muslimbruderschaft bei. Er gilt als einer der wichtigsten islamistischen Denker des 20. Jahrhunderts. „Sein Essay „Unser Kampf mit den Juden“, der nach 1967 millionenfache Verbreitung fand und bis heute findet, macht die Juden für den weltweiten moralischen und sexuellen Verfall verantwortlich: „Hinter der Doktrin des atheistischen Materialismus steckte ein Jude; hinter der Doktrin der animalistischen Sexualität steckte ein Jude; und hinter der Zerstörung der Familie und der Erschütterung der heiligen gesellschaftlichen Beziehungen steckte ebenfalls ein Jude.“ Sayyid Qutb erklärte Palästina zum heiligen islamischen Gebiet (Dar al-Islam) und Israels Vernichtung zu einer religiösen Pflicht.

Hasan al-Banna knüpfte bereits 1927 Kontakte zu Amin al-Husseini und kürte 1947 den Mufti zum Führer der Muslimbrüder in Palästina und zum Stellvertreter al-Bannas. Im Jahr 1946 sagte der Großmufti al-Husseini: „Ich glaube an die Muslimbrüder, da sie die Truppen Gottes sind, die die Truppen des Satans besiegen werden.“

Der Großmufti von Jerusalem Amin al-Husseini

Mohammed Amin al-Husseini (1893–1974) war eine der Schlüsselfiguren des 20. Jahrhunderts im Nahen Osten. Amin al-Husseini vergötterte den Holocaust, sein großes Lebensziel war die Vernichtung der Juden. Der extreme Antisemit war dreißig Jahre der politische Führer und sechzehn Jahre das religiöse Oberhaupt der palästinensischen Muslime, er war der wichtigste Repräsentant der arabischen Welt. Bereits im April 1920 provozierte Amin al-Husseini in Jerusalem extreme antijüdische Ausschreitungen, die viele tote Juden und zahlreiche Verletzte forderten. Im August 1929, lange bevor die Nazis in Deutschland an die Macht kamen, entfachte der Mufti von Jerusalem ein Pogrom gegen die Juden in Jerusalem mit Opfern aus den jahrhundertealten Gemeinden von Safed und Hebron. Husseinis paramilitärische Miliz brannte ganze Stadtviertel nieder, andere wurden vom arabischen Mob zerstört, so wurden in diesen Tagen 133 Juden ermordet und 339 verletzt.

1921 hatte der Chefpropagandist der NSDAP, Alfred Rosenberg, ein Buch unter dem Titel „Der staatsfeindliche Zionismus“ veröffentlicht und darin die antisemitisch-völkische Kritik an der Balfour-Erklärung mit Begriffen wie „Gebilde“ oder „Siedlerregime“ formuliert und des weiteren geschrieben: „Wenn jüdische Politiker vom zukünftigen Musterstaat Palästina sprechen, so weiß jeder Kenner, daß dies nie eintreten wird. Denn auf keinem Gebiet des Wissens, der Kunst des Lebens, ist der Jude wirklich schöpferisch gewesen. Sein „Staat“ wird genau so lange dauern, als die Millionen des den Völkern der Welt abgewucherten Geldes ihm künstlich Lebenskraft einpumpen. An dem Tage, wo die Judenfrage im Sinne der jeweilig von Hebräern ausgeplünderten Völker gelöst sein wird (dieser Tag ist nicht mehr allzu fern), an diesem Tage fällt Palästina als Judenstaat in sich zusammen“ So ist es nicht verwunderlich dass Amin al-Husseini in der arabischen Welt zum weitaus engagiertesten Parteigänger des Nationalsozialismus avancierte und Hitler-Deutschland unterstützte seinerseits ab Mitte der 1930er Jahre den Kampf der palästinensischen Araber gegen die jüdische Bevölkerung in Palästina. So wurde beispielsweise der von Amin al Husseini initiierte „Arabische Aufstand“ von 1936 bis 1939 von der deutschen nationalsozialistischen und der italienischen faschistischen Regierung politisch unterstützt und finanziert. Während des „Arabischen Aufstandes“ kam es an vielen Orten zu grausamsten Pogromen gegen die Juden. Während die Briten die „Revolte“ 1937 zurückschlugen und hunderte arabische Terroristen verhafteten floh der Mufti nach Beirut und arbeitete noch enger mit dem NS-System zusammen.

Im Jahr 1941 beteiligte sich Amin al-Husseini mit dem deutschen Diplomaten Fritz Grobba am prodeutschen Putsch in Bagdad und unterstützte den neuen Ministerpräsidenten Iraks Raschid Ali al-Gailani. Nach der Kapitulation des Königs am 31. Mai 1941, kam es an den beiden Folgetagen zum Pogrom an der jüdischen Bevölkerung. Während des von Amin al-Husseini entfachten Pogroms gegen die Juden, dem „Farhud“, verletzte der arabische Mob über 1.000 Menschen, jüdische Frauen wurden von Gruppen vergewaltigt und verstümmelt und bis zu 600 Juden wurden ermordet. Kurz darauf gründete der Mufti die „Arabische Nationale Partei“ mit dem Ziel alle arabischen Gebiete vom westlichen Imperialismus zu befreien und zu einem Staat zu vereinen. Nach seiner Beteiligung am „Farhud“ gelangte al-Husseini nach Berlin, von wo aus er sich mit einem Stab von sechzig Arabern für den Nationalsozialismus und die islamische Welt „verdient“ machte.

Amin al-Husseini wurde Mitglied der „SS“ und betrieb NS-Propaganda für Deutschland in arabischer Sprache. Über den deutschen Kurzwellensender Radio Zeesen rief der Mufti unermüdlich zum Dschihad gegen die Juden auf: „Ich erkläre einen heiligen Krieg, meine Brüder im Islam! Tötet die Juden! Tötet sie alle!“ Besessen nutzte al-Husseini sein Amt, um den Antizionismus zu islamisieren und den Hass auf Juden religiös zu motivieren und offen und in vollem Wissen um Auschwitz propagierte er die Shoah. Während des 2. Weltkrieges mobilisierte der „Großmufti“ auf dem Balkan Muslime für die „Handschar“ für die Gebirgs-Divisionen der Waffen-SS, die unter seinem Befehl durch ihre Gräueltaten traurige Berühmtheit erlangte. Heinrich Himmler meinte dazu: „Ich muss sagen, ich habe gegen den Islam gar nichts, denn er erzieht mir in dieser Division namens Handschar seine Menschen und verspricht ihnen den Himmel, wenn sie gekämpft haben und im Kampf gefallen sind. Eine für Soldaten praktische und sympathische Religion!“ Wann immer Hitler während der Kriegsjahre die katholische Kirche kritisierte, verglich er sie gleichzeitig mit dem Islam, quasi als positives Gegenbeispiel. Protestiert hat der Mufti gegen die NS-Politik nur „wenn er befürchtete, es könnten Juden dem Holocaust entkommen“. So wurde die Freundschaft mit Heinrich Himmler einer Belastung ausgesetzt, als Himmler im Jahr 1943 5000 jüdischen Kindern, als Propagandacoup sowie als Gegenleitung für die Freilassung von 20 000 gefangenen Deutschen, die Ausreise und damit ihr Überleben gestatten wollte. Erfolgreich bekämpfte al-Hussaini diese Planung und so wurden die Kinder in die Gaskammern geschickt. Als beispielshalber die Regierungen Bulgariens, Rumäniens und Ungarns jeweils einigen Tausenden jüdischen Kindern nebst betreuenden Personen die Ausreise nach Palästina gestatten wollten, schrieb der Mufti an die Regierungen: „Es sei „angebracht und zweckmäßiger die Juden an der Auswanderung aus ihrem Land zu hindern, und sie dorthin zu schicken, wo sie unter starker Kontrolle stehen, z. B. nach Polen.“ Darauf wurden die erteilten Ausreisegenehmigungen zurückgezogen und die Rettung der jüdischen Kinder verhindert.

Anfang Juli stand Rommels Armee vor der britischen Verteidigungsstellung El-Alamein, die detaillierten Pläne zur Vernichtung der Juden in Palästina waren ausgearbeitet. Die Einsatzgruppe des Reichssicherheitshauptamtes unter der Führung von Walther Rauff warteten bereits in Athen und sollten zunächst in Ägypten dann in Palästina zum Einsatz kommen. SS-Obersturmbannführer Walther Rauff war einer der zentral Verantwortlichen für die Massenvernichtung der Juden im Osten, er gilt als der Erfinder der Gaswagen, welche in der Sowjetunion sowie in Serbien beim Judenmord verwendet wurden. Teile der ansässigen arabische Bevölkerung in Palästina kennzeichneten bereits mit „mysteriösen Kalkzeichen“ die jüdischen Häuser um ihre Besitzansprüche für die Zeit nach der „Säuberung“ in Palästina geltend zu machen. Panik unter den Juden des Jischuv machte sich breit. Wenn die Briten Anfang November 1942 unter General Montgomery Rommels Panzerarmee nicht vor El-Alamein besiegt hätten, dann wäre der Wunsch der damaligen und der heutigen Antisemiten, der Zerschlagung des Judenstaates, bereits vor seiner Entstehung erfüllt worden.

Während des 2. Weltkrieges kämpften weit über 250.000 Muslime für die deutsche Wehrmacht und in SS-Einheiten. An den Kämpfen auf der Halbinsel Krim beispielsweise nahm auf deutscher Seite eine gemischte Sondereinheit der Wehrmacht mit dem Codenamen „Bergmann“ teil. Die Truppe in Bataillonsstärke wurde noch gegen Ende 1941 aufgestellt, Hitler und Himmler, waren da schon längst vom Islam fasziniert. So meinte der deutsche Führer: „Ich halte nur die Mohammedaner für zuverlässig, alle anderen für unzuverlässig (…) Diese Bataillone aus rein kaukasischen Völkern zusammenzustellen, halte ich im Augenblick für sehr riskant, dagegen sehe ich keine Gefahr in der Aufstellung rein mohammedanischer Einheiten.“

Islamistischer Terror nach 1945

Erst im April 1945 verließ al-Husseini Berlin und floh in die Schweiz von wo aus der gesuchte Kriegsverbrecher nach Frankreich ausgeliefert wurde. Die Muslimbrüder betrachteten Amin al-Husseini als den einzigen Repräsentanten der Araber und forderten die Freilassung, weil es sich kaum jemand mit der arabischen Welt verderben wollte konnte der Massenmörder am 28. Mai 1945 rasiert und inkognito Frankreich verlassen und traf tags darauf in Kairo ein, wo König Faruk ihm Asyl gewährte. Die Araber sahen in der Straflosigkeit des Muftis nicht nur eine Schwäche der Europäer, sondern eine Absolution für geschehene und kommende Ereignisse, bemerkte 1947 Simon Wiesenthal. Adolf Hitler hatte am 25. Oktober 1941 verkündet: „Es ist gut, wenn uns der Schrecken vorangeht, dass wir das Judentum ausrotten. Der Versuch, einen Judenstaat zu gründen, wird ein Fehlschlag sein.“ So zogen al-Husseini und unzählige NS-Kriegsverbrecher nach Ägypten, wo die Deutschlandverehrung besonders groß war, um die Endlösung zu vollenden. Beispielsweise begrüßte der Mufti Johannes von Leers, den Hauptschriftleiter der Nazizeitung „Wille und Weg“ mit einem Verweis auf „die Mächte der Finsternis …, die im Weltjudentum Gestalt angenommen“ hätten. Unter dem Decknamen Omar Amin wurde der ehemalige Goebbels-Mitarbeiter von Leers politischer Berater des Informationsbüros der ägyptischen Regierung und blieb bis zu seinem Tode im Jahre 1965 in Ägypten. „Wenn es überhaupt eine Hoffnung gibt, die Welt von jüdischer Tyrannei zu befreien“, erklärte später von Leers, alias Omar Amin, „dann mit Hilfe der Moslems, die sich unerschütterlich Zionismus, Kolonialismus und Imperialismus widersetzen.“

Der SS-Standartenführer Leopold Gleim, Gestapoführer in Polen, organisierte in Ägypten unter dem Namen Ali AI-Nacher die Geheimpolizei und überwachte die Juden Ägyptens. SS-Obersturmbannführer Bernhard Bender, der bei der Gestapo in Polen und Russland mordete, änderte seinen Namen in Ren Salem um und war unter der Leitung Gleims für die politische Abteilung der ägyptischen Geheimpolizei zuständig. SS-Sturmbannführer Joachim Däumling wurde Berater im ägyptischen Innenministerium und SS-Sturmführer Wilhelm Bockler der Abteilung Israel im Geheimdienst zugeteilt. Der SA-Gruppenführer Heinrich Steilmann wurde 1958 Berater der Gegenspionage ernannt und andere Naziverbrecher nahmen als militärische Berater an der Ausbildung von Fedajin und anderer Terror- und Sabotageorganisationen teil.

Louis Heiden vom Reichssicherheitshauptamt übersetzte unter dem Namen Louis Al-Hadj Hitlers „Mein Kampf“ ins Arabische und sorgte für die Verbreitung unter den ägyptischen Offizieren und in den arabischen Ländern. Hans Appler war für den Islamischen Kongress tätig und der Nazijournalist Franz Bünsche setzte seine ‚Tätigkeit durch zahlreiche antijüdische Veröffentlichungen in Ägypten und anderen arabischen Ländern fort. SS-Hauptsturmführer Alois Brunner, mitverantwortlich für die Deportation von 128.000 Juden aus Wien, Berlin und Griechenland arbeitete für den syrischen Geheimdienst und wurde nach muslimischer Sitte 2001 auf dem Friedhof Al Affif beigesetzt. Walther Rauff setzte sich nach dem Krieg nach Syrien ab und kämpfte als Nachrichtenoffizier gegen den neu gegründeten Staat Israel.

Amin Al-Husseini und seine “Armee des Heiligen Krieges“ mit seinen arabischen Kämpfern, gespickt mit entflohenen deutschen Kriegsgefangenen, spanischen Franco-Anhängern, kroatisch-faschistischen Ustascha-Kämpfern und mindestens 900 muslimischen Bosniern aus der SS Einheit „Handschar“ standen den Überlebenden von Auschwitz gegenüber. Im November 1947 kulminierten diese Kämpfe mit Massakern auf beiden Seiten. In der Gründungsnacht Israels erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem neuen Staat Israel den Krieg. Holocaustüberlebende machten in der israelischen Armee etwa die Hälfte aus und ein Viertel derer, die im Kampf fielen, etwa 1.170 Holocaustüberlebende fielen im Kampf gegen die arabischen Angreifer.

Noch 1969 verkündete al-Husseini: „Ich war und bleibe überzeugt, dass, wären Deutschland und Italien siegreich gewesen, dann kein Rest des Zionismus in Palästina oder den arabischen Staaten übriggeblieben wäre.“ Al-Husseini starb 1974 in Beirut ohne jemals für seine Verbrechen angeklagt worden zu sein. In der arabischen Welt werden die antisemitischen „Protokolle der Weisen von Zion“, Hitlers „Mein Kampf“ von staatlichen Verlagen nach wie vor millionenfach verbreitet. Bereits in den Kindergärten und Schulen werden die Kinder auf ihren antijüdischen Kampf vorbereitet.

Amin al-Husseini war der Großonkel von Jassir Arafat. Arafat wurde von Husseini gefördert und ausgebildet, gemeinsam mit anderen Muslimbrüdern bekämpfte Arafat bereits 1948 die Gründung Israels. und als devoter Muslim blieb Arafat dem Dschihad ein Leben lang treu: „Friede heißt für uns Zerstörung Israels. Wir stellen uns auf einen totalen Krieg ein, einen Krieg, der Generationen hindurch dauern wird. Seit im Januar 1965 die Al-Fatah geboren wurde, sind wir der gefährlichste Feind Israels geworden … Wir werden nicht ruhen bis zu dem Tag, an dem wir in unsere Heimat zurückkehren und an dem Israel vernichtet ist …“

Nach der deutschen Niederlage wurden all die muslimischen Freiwilligen aus der Sowjetunion, die auf deutscher Seite mit deutscher Uniform gekämpft hatten und an unzähligen Greueltaten an der sowjetischen Bevölkerung teilnahmen von Stalin unerbittlich verfolgt. Die Hauptstadt der Bewegung, München war kurz nach dem Krieg die Stadt mit dem größten muslimischen Bevölkerungsanteil, größtenteils bestehend aus Soldaen der muslimischen SS-Einheiten. Politiker wie der rechtsextreme Theodor Oberländer, der das Bundesvertriebenenministerium leitete, halfen mit den Islam im Sinne der Bundesrepublik nutzbar zu machen. Oberländer war Wehrmachtstoffizier auf der Krim, er war einer der Wegbereiter der „Freiwilligenbewegung“. Das Bataillon „Bergmann“ nahm unter Oberländer an der Sommeroffensive 1942 teil. Laut Götz Aly war Oberländer der „Vordenker der Vernichtung“. In einem Sitzungsprotokoll von 1957 aus dem Bonner Vertriebenenministerium ist beispielsweise zu lesen: „Herr Namangani erhält den Auftrag, zunächst einmal die mohammedanischen heimatlosen Ausländer und nichtdeutschen Flüchtlinge als religiöse Gemeinde um sich zu sammeln, um dann erst einmal den unliebsamen amerikanischen Einfluss, der der Bundesrepublik schädlich werden kann, auszuschalten und evtl. auch später (…) die Mohammedaner fremder Staatsangehörigkeit in seine religiöse Gemeinde herein zu bekommen.“ So gründeten beispielsweise die Freiwilligen der Wehrmachts SS die „Religiöse Gemeinschaft Islam.“

Für den Bau einer große Moschee in München schuf man dafür mit Unterstützung der deutschen Politik eine „Moscheebau-Kommission“. Im März 1960 wurde die „Moscheebau-Kommission“ von Nuredin Namangani und Said Ramadan gegründet. Der Vorsitzende der Kommission wurde Nuredin Namangani, der ehemalige SS-Führer des „1. Ostmuselmanischen SS-Regiments“ aus Usbekistan, der mit der berüchtigten Brigade Dirlewanger bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes dabei war. An vorderster Front für die Münchener Moschee kämpfte vor allem der Muslimbruder Said Ramadan und fehlende Mittel steuerte letztlich das libysche Staatsoberhaupt Muammar al-Gaddafi bei. Aus arabischen Ländern kamen unzählige Angehörige der Muslimbruderschaft und diesen nahestehende Studenten, die ins Ausland flohen, um einer Festnahme im Nahen Osten zu entgehen.

Die islamische „Revolution“ im Iran

Keine fünf Jahre nach al Husseinis Tod wurde im Iran der Schah gestürzt und ein islamischer Gottesstaat errrichtet. Sofort nach der „islamischen Revolution“ wurde begonnen alle nicht-schiitischen, jüdischen, bürgerlichen, linken, marxistischen Oppositionsgruppen zu verfolgen und zu liquideren. Die gesamte Opposition wurde erbarmungslos verfolgt, gefoltert und hingerichtet. Frauen müssen im Iran seither ihr Haar mit einem Kopftuch verdecken und weite Gewänder tragen, die verhindern sollen, dass sich ihre Figur darunter abzeichnet. Iranische Frauen die gegen diese Kleiderordnung verstoßen, also kein Kopftuch tragen und damit ihr Haar offen zeigen, werden im Iran zu Gefängnis oder zu Peitschenhieben verurteilt. Mädchen ab dem Alter von neun und Jungen ab 15 Jahren können zum Tod verurteilt werden. Allein in der ersten Jahreshälfte 2015 wurden fast 700 Menschen hingerichtet und beispielsweise 2017 waren es mindestens 507. Die Gründe für die Todesurteile sind vorsätzlicher Mord, Ehebruch, Vergewaltigung, Homosexualität, Alkoholkonsum, Sodomie oder die Abkehr vom Islam. Die Hinrichtungen finden öffentlich, meistens Hängen auf Kranwagen, als auch im Geheimen, meist Erschießen, statt. Für Steinigungen gelten besondere Bestimmungen. Im Iran werden meist Frauen nach außerehelichem Geschlechtsverkehr, beispielsweise auch nach einer Vergewaltigung, zum Tod durch Steinigung hingerichtet. Per Strafgesetz, basierend auf der islamischen Scharia, werden die Frauen eingegraben und anschließend mit Steinen ermordet, dabei ist penibel die Größe der Steine und die Reihenfolge der Werfer festgelegt. Bei einer Steinigung werden Frauen bis zu den Schultern in der Erde eingegraben, Männer bis zu den Hüften. Danach werfen Männer, die im Kreis um die Hinzurichtenden stehen, Steine auf diese, bis sie tot sind.

Ayatollah Khomeini hatte bereits am 8. August 1979 den al-Quds-Tag, mit dem Ziel der Vernichtung Israels ins Leben gerufen. Seitdem demonstrieren und hetzen khomeinistische Islamisten und deren antisemitische Freunde am letzten Freitag des islamischen Fastenmonats in knapp siebzig Ländern dieser Erde für die Vernichtung des Staates Israel und so unterstützt der Iran die Terrorgruppen der Hamas, der Hisbollah und anderer Dschihadistengruppen um Israel von der Landkarte zu tilgen. Ali Chamenei, der politische und religiöse Führer des Iran verkündete im Februar 2012: „Bald wird sich die Welt vom zionistischen Regime, diesem Krebsgeschwür, befreien. Iran wird jedem helfen, der das zionistische Regime bekämpft, so wie es schon in der Vergangenheit Hizbollah und Hamas geholfen hat“

Terrorgruppen des politischen Islam

Der Terror des politischen Islam beschränkt sich seit vielen Jahrzehnten nicht mehr nur auf die islamische Welt, die kriegführenden Dschihad-Kämpfer des 11. September von Al Qaida rissen hunderte von Flugpassagieren mit in den eigenen Selbstmord, damit dreitausend unschuldige Menschen an ihren Arbeitsplätzen verbrennen. Der Angriff des 11. September ist die Fortsetzung einer bestimmten Politik mit anderen Mitteln, mit den Mitteln und für die Politik des Islamfaschismus. Neben unzähligen weiteren Anschlägen in Europa, ermordeten im März 2004 Dschihadisten mit ihren Terroranschlägen in Madrid 191 Menschen und 2051 weitere Menschen wurden teilweise schwer verletzt. 2005 ermordeten vier islamische Selbstmordattentäter in London 52 Menschen, im März 2012 ermordete ein islamischer Terrorist in Toulouse in einer jüdischen Schule drei jüdische Kinder und einen jüdischen Lehrer, beim islamischen Anschlag in Nizza im Jahr 2016 wurden 86 Menschen ermordet und mehr als 400 zum Teil schwer verletzt. Am 7. Januar 2015 ermordeten Dschihadisten elf Mitarbeiter der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und vier jüdische Kunden eines jüdischen Supermarktes. Am 13. November 2015 wurden im Laufe einer dschihadistischen Terroranschlagserie in Paris, im Bataclan 130 Menschen ermordet und 683 zum Teil schwer verletzt.

Am 12. Juni 2016 ermordete ein Dschihadist in Orlando 49 homosexuelle Menschen und verletzte 53 zum Teil schwer. In seiner Reaktion auf das Blutbad erwähnte der damalige amerikanische Präsident Barak Obama das Wort „Islam“ kein einziges Mal. Für Islam-Appeaser hat der islamische Terror kaum etwas mit dem Islam zu tun, obwohl der Terrorist in verschiedenen Statements seine Treue zum „Islamischen Staat“ bekundete und sich öffentlich mit den radikalislamischen Attentätern des Boston-Marathons solidarisierte und auf seiner Facebook-Seite schrieb: „Die echten Muslime werden die dreckigen Wege des Westens nie akzeptieren. Ihr tötet unschuldige Frauen und Kinder durch Luftschläge. Spürt nun die Rache des Islamischen Staates.“ Der Gotteskrieger schloss sein Posting mit „Möge Allah mich akzeptieren“. In zehn muslimischen Ländern ist die Tat des Dschihadisten von Orlando offizielles Gesetz. In den meisten muslimischen Ländern werden Homosexuelle verfolgt, gefoltert oder ermordet, was Kulturrelativisten naturgemäß nicht nachdenklich macht.

Islamfaschismus und Appeasement

Im Spanischen Bürgerkrieg war der nekrophile Kampfruf der Faschisten „Viva la Muerte“ (Es lebe der Tod). Der nekrophile Kampfruf der Islamisten von der Hamas bis zum Islamischen Staat lautet: „Ihr liebt das Leben wir lieben den Tod.“ Faschismus und Islamismus basieren auf einem Kult mörderischer Gewalt, der Tod und Zerstörung verherrlicht und Geistesleben verachtet. Der italienische Faschismus, der deutsche Nationalsozialismus und der Islamismus der Neuzeit sind auf den Trümmern des ersten Weltkrieges entstanden. Sie alle teilten das Gefühl der Erniedrigung und von daher den Traum von der Weltherrschaft. Faschismus und Islamismus teilen laut Hamed Abdel-Samad den Hass und das Ressentiment gegenüber dem Rest der Welt, sie entmenschlichen ihre Gegner, sprechen ihnen das Existenzrecht ab und nehmen ihre totale Vernichtung in Kauf. Beide Ideologien hassen die Moderne, sind besessen von realen und imaginären „Erniedrigungen“ neigen zu Führerkult und preisen ihr einzig wahres Buch. Der politische Islam verfolgt jede sexuelle Abweichung, unterdrückt die Sexualität, unterwirft die Frau, verachtet alles Weibliche wie sein Zwillingsbruder der Faschismus. Der alles überragende Kernpunkt beider Ideologien ist der Hass auf die Juden. Amin al-Husseini drückte die wichtigsten Gemeinsamkeiten wie folgt aus: Monotheismus, die Einheit der Führung und das Führerprinzip, Sinn für Gehorsam und Disziplin, der Kampf und die Ehre, im Kampf zu fallen, Gemeinnutz geht vor Eigennutz, Hochschätzung der Mutterschaft und Verbot der Abtreibung und die Bekämpfung des Judentums.

Das hiesige Appeasement an den Islam belegt ihre Gleichgültigkeit gegenüber den vielen Opfern der islamischen Ideologie und die ersten Opfer des islamischen Terrors sind die Muslime, vor allem die Frauen in ihren jeweiligen Staaten oder Communitys. Eine Diskussion über den Islam in Europa wäre die Voraussetzung für die längst fällige Domestizierung des Islam. In Algerien, Marokko und beispielsweise im Iran gibt es viele mutige Muslime die gegen die Zumutungen des Islam unter dem Einsatz ihres Lebens protestieren. Diese oppositionellen Menschen hoffen seit vielen Jahren vergebens auf Unterstützung aus dem Westen. Zwanzig Jahre nach dem 11. September werden in Deutschland Weihnachtsmärkte mit Betonpollern und bewaffneter Polizei gesichert und gleichzeitig wird das Thema Islamismus in den Parlamenten und in den öffentlich-rechtlichen Medien mehr oder weniger totgeschwiegen. Solange westliche Regierungen und die ihnen angeschlossenen Medien mit ihren kulturrelativistischen und „woken“ Protagonisten, dem Islam, dem seit seiner Gründung eine politische und kriegerische Agenda innewohnt, blind verteidigt, solange man nur die Dschihadisten kritisiert, aber nicht die theologische Quelle und die lange Geschichte ihres Hasses, darf man sich über die Siege der Islamisten und ihre zukünftigen Terroranschläge nicht wundern.

Die westlichen Islam-Apologeten von rechtsaußen bis linksaußen bis hin zum woken grünalternativen Citoyen, von Barak Obama bis Renate Kühnast, von Michael Lüders bis Helga Baumgarten, von der ARD bis zum ZDF sind mitverantwortlich für die überdimensionale Blutspur des Islamismus, ihr „Kopf in den Sand stecken“, ihr verharmlosen und ignorieren des Terrors erinnert an das Wegsehen ihrer Väter und Großväter.

Quellen: Klaus-Michael Mallmann/Marin Cüppers – Halbmond und Hakenkreuz | Klaus Gensicke – Der Mufti von Jerusalem und die Nationalsozialisten | Matthias Küntzel – Djihad und Judenhass | Dan Diner – Ein anderer Krieg, Das jüdische Palästina und der Zweite Weltkrieg 1935-1942 | Simon Wiesenthal-Großmufti: Großagent der Achse | Hamed Abdel-Samad – Der islamische Faschismus: Eine Analyse | Stefan Meining – Eine Moschee in Deutschland – Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam in Deutschland | Joseph Wulf – Das Dritte Reich und seine Diener, Auswärtiges Amt, Justiz, und Wehrmacht, Dokumente und Berichte

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Frau Reker und der Muezzin

13. Oktober 2021

Der deutsche Dramatiker, Lyriker und Erzähler Peter Hacks dichtete einst „Die Glocke stört, es stört der Muezzin. Man bringe sie zum Schweigen, die wie ihn.“ Peter Hacks übersiedelte 1955 von München in die DDR, zu einer Zeit als in den Ostblockstaaten eine antisemitische Kampagne die andere jagte. Rudolf Slánský wurde beispielsweise im Dezember 1952 zusammen mit zehn weiteren fast ausschließlich jüdischen Mitangeklagten zum Tod verurteilt und durch Erhängen in der CSSR hingerichtet.  1952 befahl die Sowjetunion der DDR alle Juden zu registrieren und Paul Merker, wurde als Zionist aus seinen Ämtern entlassen, er sollte der „deutsche Slánský“ werden. Seinen Hass auf Israel dokumentierte Peter Hacks in einem, von antiisraelischen Ressentiments triefenden, Briefwechsel mit André Thiele. Weil die erste Veröffentlichung über Saul Ascher in Israel stattfand schreibt Hacks: „Diese Jahrbücher erscheinen nicht in der DDR. Sie erscheinen in Tel Aviv im Staate Israel, von allen Staaten ausgerechnet in dem. Ich kann gar nicht sagen, wie mich das ärgert.“ Auf André Thieles: „Wenn in naher Bälde wir die Atombomben abschaffen, erinnern Sie mich dann bitte daran, eine aufzusparen und auf Jerusalem zu schmeißen, dass da kein Stein mehr erhalten bleibt? Das wäre freundlich“, schreibt Hacks im Herbst 2000, zu Beginn der Zweiten Intifada: „Warum wollen Sie Jerusalem sprengen? Gut, wenn Juden-, Christen- und Allahtum damit definitiv verpulvert wären, würde ich es einsehen. Aber es ist doch ein netter und berühmter Ort mit ein paar hübschen Ruinen, und eine Lösung, wie in Palästina zu leben, lässt sich mit sehr viel Geld und etwas Diktatur des Proletariats immer noch relativ leicht finden.“ Noch Jahre nach dem Untergang der DDR dichtete der Stalin-Fan in „Venus und Stalin“: „Die Liebe und die Sowjetmacht – Sind nur mitsammen darstellbar.“ In einem Interview mit der nationalbolschewistischen Jungen Welt erklärte Hacks: „Jeder, außer der jungen Welt, weiß, dass der Niedergang der kommunistischen Weltbewegung mit Stalins Tod begann„, denn für Hacks war klar: „Stalin aufgeben ist Marx aufgeben.“

Jahrzehnte nach dem Untergang der Sowjetunion, nachdem Diversität, „Antirassismus“ und postkoloniale Studien ihrem Endsieg entgegenfiebern, nachdem sich die islamischen Verbände in Deutschland von Ditib über Milli Görüs und die durch den Zentralrat der Muslime vertretenen Muslimbrüder seit langem gewünscht haben, dass nun auch in Köln per Lautsprecher zum Gebet gerufen werden darf, gab in diesen Tagen die amtierende Oberbürgermeisterin Henriette Reker bekannt, dass der Muezzin nun per Lautsprecher: „Allahu Akbar / Allah ist groß! Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt. Ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Allahs ist. Auf zum Gebet! Auf zum Heil! Allahu Akbar, Allahu Akbar“ mehrmals rufen darf. „Wenn wir in unserer Stadt neben dem Kirchengeläut auch den Ruf des Muezzins hören, zeigt das, dass in Köln Vielfalt geschätzt und gelebt wird“, begründete Frau Reker naturgemäß die Entscheidung. Naturgemäß, weil nach den tausendfachen sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht 2015/16 am Kölner Hauptbahnhof Frau Reker, trotz besseres Wissens am 5. Januar 2016 erklärte, es gäbe keinerlei Hinweise, dass es sich bei den an den Übergriffen Beteiligten um Personen aus der „Flüchtlingsgruppe“ handele. Als die Falschaussage widerlegt wurde empfahl Frau Reker betroffenen Frauen und Mädchen zukünftig mindestens „eine Armlänge“ Distanz zu Fremden zuhalten, innerhalb ihrer Gruppe bleiben und im Notfall einfach Umstehende um Hilfe zu bitten.

Wo ist nun die große Gemeinsamkeit des „israelkritischen“ und „antirassistischen“ Stalin-Apologeten und der auf Diversität achtenden Oberbürgermeisterin aus Köln? Beide stellen, trotz ihres unterschiedlichen Weltbildes, wie so viele andere „antirassistischen“ Religionsexperten, fahrlässig den Islam und das Christentum auf eine Stufe.

Während die Kirchenglocken nur ein Klangsignal, kaum eine theologische Botschaft in sich bergen und auch dem weltlichen Zweck der Zeitangabe dienen, hat der Muezzin-Ruf mit seinem tyrannischen Gesang eine tiefe theologische Bedeutung. Öffentlichkeitswirksam trennt der Muezzin mit dem islamischen Glaubensbekenntnis in Gläubige und Ungläubige, Männer werden gerufen und Frauen sollen zu Hause bleiben, der Muezzin-Ruf ist eine islamische Machtdemonstration und die Anhänger Erdogans in Köln werden jeden Ruf als Sieg des Islam über die Moderne interpretieren. Dazu Hamed Abdel-Samad: “Der Gebetsruf beginnt mit „Allahu Akbar“, welcher auch der Schlachtruf der Muslime ist. Er bedeutet Allah ist größer. Größer als die Feinde, größer als die Menschen, größer als das Leben, größer als Deutschland, größer als alles. Da er größer ist als Demokratie und Vielfalt, gilt am Ende nur sein Gesetz, die Scharia. Und selbst wenn die säkulare demokratische Gesellschaft den Gebetsruf genehmigt, wird sie von vielen Muslimen, die auf den Gebetsruf beharren, nicht anerkannt, denn Allah ist größer als sie und am Ende gilt nur seine Ordnung, und der Gebetsruf ist ein erster Schritt, um diese Ordnung herzustellen.“

Die DTIB-Zentralmoschee in Köln untersteht dem türkischen Islamisten Erdogan und zahlreiche ihrer Imame stehen unter Islamismus-Verdacht. DITIB betreibt viele Hundert Moscheen in Deutschland verbreitet dort naturgemäß ihren Antisemitismus, bekämpft die Homosexuellen, verherrlicht den Märtyrer-Tod und Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist für DITIB ein Fremdwort. Milli Görüs ist eine antisemitische islamistische Bewegung, deren Ziel es ist säkulare Gesellschafen zu islamisieren. Obwohl die von Hasan al-Banna gegründete islamistische Muslimbruderschaft wegen ihres Terrors 2013 in Ägypten verboten wurde, ziehen die antisemitischen Kämpfer gegen die Moderne in Europa nach wie vor ungehindert ihre Kreise.

Die Kriminalgeschichte und die Blutspur des Christentums ist sehr lange, vom christlichen Antijudaismus über die Hexenverbrennungen bis hin zu den Missbrauchsskandalen der heutigen Zeit. Jedes Stückchen Emanzipation der Menschheit ist nicht mit, sondern gegen Religion und Kirche erkämpft worden.  Im Gegensatz zum Islam hat das Christentum jedoch die Aufklärung durchlaufen und wurde durch diese weitgehend domestiziert. Die fundamentalen Unterschiede zwischen Islam und Christentum sind schon bei der Betrachtung beider Religions-Erzählungen offensichtlich. Während der eine Religionsgründer, Jesus ein friedlicher Wanderprediger war, der sich für Gottes Sohn hielt, den Armen und Entrechteten zur Seite sprang, mit der Obrigkeit in einen Konflikt geriet und deshalb gekreuzigt wurde ohne je einer Fliege etwas zuleide getan zu haben, war der Gründervater des Islam, Mohammed, ein brutaler Kriegsherr, mit pädophilen Neigungen, der tausendfach Juden und andere Ungläubige ermorden oder enthaupten ließ und die gefangenen Frauen und Mädchen seiner Gegner versklavte, kurz seine Ideologie gnadenlos und barbarisch mit dem Schwert verbreitete.

Die zehn Gebote des Christentums stehen konträr zur Scharia, etwas Vergleichbares wie die Bergpredigt gibt es im Islam nicht. Die Trennung von Staat und Kirche ist im Islam im Gegensatz zum Christentum nicht vorgesehen. „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist“ ist ein Jesus zugeschriebener Ausspruch (Matthäus 22,21). Die Bibel mit ihren vielen Einzelgeschichten und Autoren ist interpretierbar und wurde von den diversen Kirchenreformern interpretiert und der jeweiligen Zeit angepasst, der Koran ist laut Überlieferung Wort für Wort das Wort Allahs und von daher kaum interpretierbar, was die vielen Imame und islamischen Geistlichen Tag für Tag bis in unsere Zeit belegen. Wenn ein Muslim seiner Religion den Rücken kehrt, ist der Abtrünnige auf Grundlage von Hadithen mit dem Tod zu bestrafen. Bei prominenten Apostaten rufen für gewöhnlich islamische Geistliche öffentlich zur Ermordung auf. Der damalige iranische Staatschef Ayatollah Khomeini rief beispielshalber am 14. Februar 1989 mittels einer Fatwa alle Muslime dazu auf Schriftsteller Salman Rushdie zu ermorden.

Im oberbayerischen Prien am Chiemsee hat im April 2017 ein Asylbewerber aus Afghanistan eine zum Christentum konvertierte Afghanin in aller Öffentlichkeit vor den Augen ihrer beiden fünf und elf Jahre alten Söhne am Eingang eines Supermarktes bestialisch ermordet. Die 38 Jahre alte Mutter wurde von hinten angriffen, der Täter versuchte ihr den Kopf abzuschneiden und stach mindestens 16 Mal auf sie ein. Einschreitende mutige Passanten konnten den fanatisierten Dschihadisten erst zu spät überwältigen. Wenn ein Christ seiner Kirche den Rücken kehrt, kräht kein Hahn danach, geschweige denn muss der ehemalige Christ deshalb um sein Leben fürchten.

Im Namen des Islam wurden in den letzten 20 Jahren alleine in Europa und in den USA tausende „Ungläubige“ von Islamisten ermordet, ganz zu schweigen von den Taten der Islamisten in Afrika oder im Nahen Osten oder in Asien. In den entsprechenden Bekennervideos oder Bekennerschreiben wird der religiöse Hintergrund der Taten eindeutig transportiert, falls die „Allahu Akbar“-Rufe während den Taten nicht Beweis genug sein sollten. Frau Reker und die Wesensverwandten von Peter Hacks, bürgerliche, grün-alternative und pseudolinke Islam-Apologeten und Islam-Verharmloser reden darüber nicht gerne. Christen entführten jedenfalls keine Flugzeuge im Namen ihrer Religion und flogen damit in Hochhäuser um tausende „Ungläubige“ zu ermorden und es waren keine Christen, die im Namen ihrer Religion in Pariser Lokalen, Zeitungsredaktionen und Supermärkten Juden, Redakteuere, Zeichner und feiernde Menschen oder in Nizza 86 Menschen auf der Strandpromenade oder auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wahllos Menschen ermordeten.

Frau Reker lobt sich und die Stadt Köln für ihre Toleranz gegenüber den Intoleranten und wirft den Kritikern der islamischen Zumutungen vor „unser friedliches Zusammenleben infrage“ zu stellen. Die Intoleranten, die Frauenrechte ablehnen, Juden, Homosexuelle und andere Minderheiten ächten, verfolgen oder ermorden werden die Toleranz von Köln als Schwäche belächeln. Die Gleichsetzung von Islam und Christentum zeugt im besten Fall von Ahnungslosigkeit und ist in jedem Fall ein Verrat an der Aufklärung und an der Zivilisation. Atheisten-Vereine, Kommunisten, Nationalisten, Sekten aller Art sollten es den Muezzins gleichtun und ihre Kernbotschaft mindestens einmal pro Woche per Lautsprecher verkünden und alle Anwohner solange nerven bis die Politik zur Einsicht kommt und den bedrohlichen Irrsinn stoppt.

Der französische Essayist Pascal Bruckner wendet sich seit Jahren gegen einen Multikulturalismus, der den westlichen Liberalismus schwächt. Für Bruckner ist der Multikulturalismus ein Rassismus des Antirassismus, denn dieser kettet die Menschen an ihre Wurzeln. Pascal Bruckner fordert seit Jahren eine Solidaritätsbewegung zugunsten aller säkularen oder atheistischen Rebellen in der islamischen Welt. Statt sich den Islamverbänden zu unterwerfen, sollten deutsche Politiker dazu beitragen, die säkularen Kräfte in der islamischen Gemeinschaft zu stärken, sagt auch die Soziologin und Islamexpertin Necla Kelek. „Die Bilder zeigen eigentlich alles: Wenn Allahu Akbar gerufen wird, kommen Männer zusammen. Die Männer, die ihre Frauen zu Hause haben.“ Diese Frauen dürften laut ihren Männern keinen Platz in der Öffentlichkeit haben – „daher auch das Kopftuch, falls sie sich in der Öffentlichkeit bewegen sollten“ und Necla Kelek weiter: „Ausgerechnet eine Frau als Oberbürgermeisterin bestätigt diesen Männern, dass dieses Gesellschaftsbild in Ordnung ist – mitten unter uns.“

 

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Die Geschichte des Sozialdarwinismus

6. Oktober 2021

Vor zehn Jahren wurde der australische Philosoph Peter Singer mit dem „Ethik-Preis der Giordano-Bruno-Stiftung“ ausgezeichnet, was die Stiftung in arge Erklärungsnöte und diverse Behinderteninitiativen auf die Barrikaden brachte. Der von der „GBS“ propagierte „evolutionäre Humanismus“, der auf den britischen Rassenhygieniker Julian Huxley zurückzuführen ist, bestreitet den freien Willen des Menschen, was wiederum laut dem Leiter Schmidt-Salomon die Chance birgt, „aus dem von Rachegedanken geprägten moralischen Automatismus von Schuld und Sühne auszubrechen.“  Singer halluziniert in seinen Schriften von „Speziesisten„, die für tödliche Experimente lieber Tiere als geistig Behinderte oder Säuglinge verwenden. Für Tierrechtler wie Singer ist der Speziesismus eine verachtenswerte Form des Rassismus. In seinem Werk „Praktischen Ethik“ von 1979 kalkuliert Singer: „Sofern der Tod eines behinderten Säuglings zur Geburt eines anderen Säuglings mit besseren Aussichten auf ein glückliches Leben führt, dann ist die Gesamtsumme des Glücks größer, wenn der behinderte Säugling getötet wird“. In den 1980er Jahren schlug Singer vor Säuglinge bis 28 Tage nach der Geburt nicht als volle Rechtspersonen zu behandeln, damit es Eltern möglich wäre, schwerstbehinderte Neugeborene zu töten, ohne deshalb angeklagt zu werden. Peter Singer war für die australischen Grünen aktiv, er ist Vordenker der Tierrechtsbewegung und des Veganismus und er plädierte in „A Darwinian Left: Politics, Evolution and Cooperation“ für eine neue darwinistische Linke die ihre Gesellschaftskritik zugunsten eines Biologismus aufgeben sollte.

Der Sozialdarwinismus überträgt missbräuchlich Teilaspekte des Darwinismus auf die menschliche Gesellschaft. Das biologistische Weltbild ist zumeist mit Eugenik verknüpft um die Fortpflanzung vermeintlich wertvoller Menschen zu forcieren und angeblich minderwertiger zu blockieren. Die Geschichte des Sozialdarwinismus wurde von Wissenschaftlern aus der Mitte der Gesellschaft entwickelt. Der britische Ökonom Thomas Robert Malthus behauptete 1798 in „An Essay on the Principle of Population“ die Zahl der Menschen würde sich alle 25 Jahre verdoppeln, während der Ertrag der Felder allenfalls um die gleiche Menge wachse und soziale Reformen würden das Übel nur verschärfen. Dagegen prognostizierten zur selben Zeit Ökonomen wie David Ricardo oder Friedrich List weise vorausschauend sinkende Geburtenraten in den industrialisierenden Staaten. Friedrich Engels entgegnete, dass „Überbevölkerung“ kein technisches, sondern ein sozio-ökonomisches Problem darstelle. Für Feministinnen und Anarchisten Ende des 19. Jahrhunderts war Überbevölkerung die entscheidende Ursache allen Elends und traten deshalb für den Gebrauch von Verhütungsmitteln ein, weshalb sie von Konservativen, Klerikalen und nationalistischen Rechten angegriffen wurden, weil die, wie heute die Islamisten, mehr Kinder fürs Vaterland forderten.

Der Soziologe Herbert Spencer (1820-1903) präzisierte die reaktionäre Ideologie mit dem Schlagwort vom „survival of the fittest.“ In der Tierwelt würden sich die Stärksten und Gesündesten durchsetzen, was das Überleben und die Entwicklung einer Spezies fördere, nur beim Menschen stünden die Schwächeren dem Fortschritt der Gesunden im Wege. Den Begriff der Eugenik führte der Naturforscher Francis Galton (1822-1911) ein, er war davon überzeugt, dass Menschen einen unterschiedlichen Wert hätten, sich unfähigen Menschen zu stark fortpflanzten, während sich die Elite zurückhalte.

Marx und Friedrich Engels begrüßten die Evolutionstheorie Darwins als materialistische Erklärung für die Entstehung von Pflanzen, Tieren und Menschen. Engels verglich gar den kapitalistischen Konkurrenzkampf mit Darwins Kampf ums Dasein, wobei sich Marx klar dagegen aussprach, soziale Fragen mit Hilfe der Evolutionstheorie zu erklären oder sozialdarwinistische Schlussfolgerungen zu ziehen. Im krassen Gegensatz zu Marx stand der Chefideologe der SPD Karl Kautsky, er war davon überzeugt, die Evolutionslehre ließe sich auf die menschliche Geschichte übertragen. So prägte Kautsky 1910 den Begriff der „proletarischen Rassenhygiene.“ Insbesondere die Medizin störe das „Gleichgewicht in der Natur“, mindere die „Anforderungen des Kampfes ums Dasein“ und erleichtere damit „körperlich und geistig minderwertigen Individuen nicht bloß die Erhaltung, sondern auch die Fortpflanzung“. Kautsky, der im Übrigen der Theoretiker des sozialdemokratischen Antizionismus war,  vermischt soziale mit biologistischen Argumenten. Kautsky forderte die soziale Kontrolle: Im Sozialismus werde Rassenhygiene als „soziale Pflicht“ gelten. „Die Zeugung eines kranken Kindes wird dann mit ähnlichen Augen betrachtet werden wie etwa heute noch die eines unehelichen Kindes.“ Kämen dennoch kranke Menschen zur Welt, „wird ihr Siechtum nicht mehr die Schuld der sozialen Verhältnisse, sondern einzig als persönliche Schuld der Eltern erscheinen“. Im Endergebnis werde im Sozialismus ein „neues Geschlecht (…) erstehen, stark und schön und lebensfreudig, wie die Helden der griechischen Heroenzeit, wie die germanischen Recken der Völkerwanderung“, schrieb Kautsky. Freilich vertrat innerhalb der SPD nur eine Minderheit diese sozialdarwinistischen und eugenischen Ansichten. Kautsky setzte sich diesbezüglich nicht durch, die Mehrheit war davon überzeugt, dass der Mensch durch die gesellschaftlichen Bedingungen geprägt werde.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg  entstand als Teil der lebensreformerisch-esoterischen Bewegung die Anthroposophie. Sie war ein kleiner Zweig jener „völkischen Revolution“, die dazu beitrug, die Deutschen zu jenen willigen Vollstreckern zu formen, auf die sich der Nationalsozialismus stützen konnte. Rudolf Steiner (1861-1925) begründete die Anthroposophie, die in der Tradition der deutschen Romantik und der von Helena P. Blavatsky (1831-1891) begründeten Theosophie stand. Die Lebensreformbewegung propagierte ein einfaches, natürliches Leben mit gesunder Ernährung, frischer Luft und Bewegung, statt Erotik eine nordische Freikörperkultur plus Rassenhygiene und Eugenik, einer Menschenzucht, die sich am Ideal blond, groß, muskulös orientierte. Die Lebensreformbewegung lieferte den Nazis nicht nur die Ideen sondern auch das Personal. Der führende NS-Rassenhygieniker Alfred Ploetz kam beispielshalber aus der Lebensreformbewegung, der Eugeniker und Antisemit Theodor Fritsch engagierte sich in der Gartenstadt-Bewegung.

Ausgehend von Blavatskys theoretischem Ansatz baute Steiner seine Evolutionslehre der „Völker- und Rassengruppen“ auf, wonach die menschliche Seele durch aufeinanderfolgende Verkörperungen in immer „höheren“ Rassen geistig wie leiblich fortschreitet. In Rudolf Steiners theosophischem Sozialdarwinismus halluziniert dieser von „degenerierten“, „zurückgebliebenen“ oder „zukünftigen“ Rassen, die keine „Unfälle“, sondern das Ergebnis einer konsequent durchgedachten Evolutionslehre waren. Für Anthroposophen sind Hunger und Elend, Krankheit und Behinderung, Vergewaltigung und Mord karmisch bedingt. Das Leben jedes Menschen ist von seinen Handlungen im vermeintlich früheren Leben geprägt. Die absurde Ideologie Rudolf Steiners fließt in die Pädagogik der heutigen Waldorfschulen ein. In Schülerheften ist beispielsweise von Atlantis oder den Ariern und ihren Wanderungen die Rede. In den Lehrplänen der Waldorfschulen spielen Bilder von Engeln, „wie sie aus den alten Mythenkreisen der Menschheit vorkommen“ ebenso hinein wie die angebliche Existenz von „Zwergen“ und anderen Fantasiegestalten. Typisch ist die Behauptung, sämtliche Probleme, individueller wie kollektiver, physischer wie psychischer Art, würden aus mangelnder Spiritualität resultieren und seien nicht auf soziale Verhältnisse zurückzuführen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Rudolf Steiner ein ausgesprochener Impfgegner war. Er warnte davor, dass durch Impfungen die Seele abgeschafft und ausgetrieben werde.

Etwa zur selben Zeit versprach der Finanztheoretiker, Sozialdarwinist und Erfinder des „Schwundgelds“ Silvio Gesell (1862-1930) in seinem Hauptwerk “Die natürliche Wirtschaftsordnung“ mit seiner „Freiland- und Freigeldtheorie“ die Lösung der kapitalistischen Widersprüche.  Die absurde Lehre Gesells läuft auf „Manchester-Kapitalismus“  mit dem Ziel einer Art Rassenhygiene und Menschenzüchtung hinaus. Im ersten Schritt seiner „Lehre“ wird das Privateigentum an Boden abgeschafft, um anschließend an den Meistbietenden verpachtet zu werden. Staaten, die sich der Freilandtheorie nicht anschließen ziehen die „Arbeitsscheuen“ der ganzen Welt an. „Die Pachtzahlung erfolgt zunächst an den Staat „und wird restlos an die Mütter nach der Zahl der Kinder verteilt.“ Frauen würden in „speziellen“ Gemeinschaften ihre Kinder erziehen und von Zeit zu Zeit auf Reisen gehen, um eugenisch wertvolle Männer zu suchen und sich von ihnen erneut schwängern zu lassen. Der Kranke und der Schwache hat keinen Platz in Gesells sozialdarwinistischer Theorie. Die „Fortpflanzung der Fehlerhaften“ gelte es durch „das große Zuchtwahlrecht, dieses wichtigste Sieb bei der Auslesetätigkeit der Natur“ zu bekämpfen und eben zu diesem Zweck soll die fruchtbare Frau den Zugriff auf Grundrente und Boden nach Zahl ihrer Kinder erhalten. Die übrigen Frauen würden sich sterilisieren lassen und lohnabhängig sein. Gesell betont die Züchtung von „Kraft, Gesundheit, Schönheit“ als gesellschaftliches Ziel. Frauen haben sich dem unterzuordnen und Verhütung ist laut Silvio Gesell, schlecht, weil es dann an „menschlichem Auslesematerial“ mangelt. Nach seiner sozialdarwinistischen Logik sterben diese Frauen aus und nur die „Lebensbejahenden“ pflanzen sich fort. „Bummler, Sonnenbrüder und Zigeuner würden wegziehen und auch aussterben. Eine solche „Rassenpolitik“, schreibt Gesell, „darf nicht an Staaten, Landesgrenzen, an Staatsgesetze gebunden werden. Rassenpolitik ist ureigene Angelegenheit jedes einzelnen Menschen“, er fordert die „Erlösung von all dem Minderwertigen, mit dem die seit Jahrtausenden von Geld und Vorrecht geleitete Fehlzucht die Menschheit belastet hat.“ Gesell machte unter den Zeitgenossen „Entartungserscheinungen“ aus und ginge es so weiter, bliebe „vom stolzen Menschengeschlecht nach weiteren drei oder vier Generationen“ nicht mehr übrig als „ein Häufchen Unglück.“ Schuld seien die moderne Zivilisation, insbesondere die Großstadt, dazu Alkohol und Nikotin sowie die Fortschritte der Medizin. Die Ärzte würden der Natur ins Handwerk pfuschen. Herrschten dagegen „freie Liebe“ und „freie Zuchtwahl“, könnten die Mediziner „den ekelhaften Ärzteberuf an den Nagel hängen“, denn „wie es bei den Tieren des Waldes keine Kranken gibt, so auch dann nicht unter den Menschen.“ Die Fortschritte der Medizin, die Technik des Impfens etwa gegen Tuberkulose, lehnten Sozialdarwinisten und Eugeniker ab, weil dadurch die Ausmerze der Minderwertigen beschränkt würde. (..)

Obwohl Silvio Gesells Freilandtheorie kompatibel mit NS-Lebensborn oder dem NS-Mutterkreuz ist, propagierte, so unfassbar dies auch erscheinen mag,  im Jahr 2010 eine Redakteurin des „israelkritischen“ und „irgendwie linken Freitag“ Gesells sozialdarwinistische Ansichten und meinte: „Was heute reaktionär erscheint, war damals emanzipatorisch und „Hier geht es nicht um eugenische Ziele, denen sich die Frauen zu unterwerfen haben, sondern darum, ohne Versorgungsprostitution mit Männern, die sexy sind, Kinder zu machen. Frauen wird ja heute immer wieder vorgeworfen, dass sie zwar mit den interessanten wilden Kerlen gerne rummachen, aber sich dann in die Versorgungsehe flüchten, um das Kuckuckskind aufzuziehen.“

Noch offener aber kompatibel mit Gesell und Steiner schuf der Rechtswissenschaftler Karl Binding (1841-1920) mit seinem Werk „Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens“ die Rechtfertigung zur Eugenik der Nationalsozialisten. Der deutsche Psychiater Alfred Hoche (1865-1943), der Mitverfasser von Bindings menschenverachtender Schrift, der als einer der Wegbereiter der organisierten Massenvernichtung in der NS-Zeit gilt, meinte: „…wir werden vielleicht eines Tages zu der Auffassung heranreifen, dass die Beseitigung der geistig völlig Toten kein Verbrechen, keine unmoralische Handlung, keine gefühlsmäßige Rohheit, sondern einen erlaubten nützlichen Akt darstellt.“

Mit der Machtergreifung der NSDAP 1933 und den darauffolgenden „Nürnberger Rassengesetzen“ gelangte der Sozialdarwinismus mit seiner betriebenen Radikalvariante der Eugenik in Deutschland in die politische Praxis. Die Doktrin vom Kampf ums Dasein, vom Überleben der Tüchtigsten, von Auslese und Ausmerze hat in der völkischen und faschistischen Ideologie einen herausragenden Stellenwert. Der Faschismus lehnt die Gleichheit vor dem Gesetz zugunsten einer hierarchischständisch gegliederten Ordnung in einem ethnisch-rassisch reinen Volkskörper ab. In „Mein Kampf“ nahm Adolf Hitler darauf Bezug und pries den Kampf ums Dasein als aristokratisches Prinzip der Natur. Ethnische Minderheiten, Kranke und Behinderte wurden im NS-System als “Schädlinge” bezeichnet und wurden Mithilfe von Zwangssterilisation oder Massentötungen aus der Gesellschaft entfernt, um die “deutsch-arische” Rasse aufzuwerten. Mit seinem „Euthanasiebefehl“ vom Oktober 1939 ermächtigte Adolf Hitler die Tötung so genannten „lebensunwerten Lebens“. Der Kinder-Euthanasie fielen in über dreißig sogenannten „Kinderfachabteilungen“ mindestens 5.000 Menschen zum Opfer. Der Höhepunkt dieser Politik mit seinen Krankenmorden war die 1939 gestartete “Aktion T4“. Bei dieser systematischen Massenvernichtung kamen bis 1945 rund 200.000 Kranke und Behinderte ums Leben. Insgesamt wurden in sechs Anstalten, zum Beispiel in Brandenburg an der Havel, Hadamar bei Limburg oder Hartheim bei Linz Patienten durch das Giftgas Kohlenmonoxid in eigens hierfür eingerichteten Gaskammern ermordet. Die Täter bedienten sich bei ihrer Arbeit einer bürokratischen, entmenschlichenden Sprache, für die Tötung der Patienten verwendeten sie Begriffe wie „desinfiziert“ und „erledigt“. Unabhängig von der zentralen Koordination der Krankenmorde im Deutschen Reich, kam es in den annektierten Territorien Polens und der Sowjetunion zum Mord an dortigen Anstaltsinsassen. Einzelne Vertreter der Justiz und der Kirchen versuchten, die Morde zu behindern oder öffentlich zu machen. Das öffentliche Anprangern der „Euthanasie“ durch Bischof Clemens August von Galen führte zu erheblicher Unruhe in der Bevölkerung und trug am 24. August 1941 zum Stopp der zentral organisierten Ermordung von Patienten durch die T4-Organisation bei. Kurze Zeit später befanden sich zahlreiche Mitarbeiter der „T4“-Zentrale und der Tötungsanstalten im besetzten Polen und übernahmen dort im Rahmen der sogenannten Aktion Reinhard,  der „Endlösung der Judenfrage“ in den Vernichtungslagern Majdanek, Treblinka, Sobibór und Bełżec, sowie Auschwitz-Birkenau ihre „Arbeit“.

Nach Bekanntwerden der umgesetzten Eugenik des NS-Systems wandten sich nach dem Krieg die meisten Länder von ihrer vormals praktizierten eugenischen Politik ab, die Ideen verschwand allerdings nicht. Julian Huxley, der erste Generaldirektor der UNESCO und Mitbegründer des World Wildlife Fund war auch der Präsident der britischen Eugenik-Gesellschaft und enthusiastischer Unterstützer der Eugenik, er sagte bereits 1947: „Auch wenn es sicher wahr ist, dass jegliche radikale eugenische Politik für viele Jahre politisch und psychologisch unmöglich sein wird, wird es für die UNESCO wichtig sein, zu erkennen, dass das Eugenik-Problem mit größter Sorgfalt untersucht wird und das öffentliche Bewusstsein über die Sachverhalte so weit informiert wird, dass das Undenkbare wenigstens denkbar wird.“

Selbst die Impfgegnerschaft hat sich auch nach 1945 in großen Teilen der Bevölkerung verbissen gehalten. Als Ende des 18. Jahrhunderts der britische Arzt Edward Jenner die Pockenschutzimpfung erfand und damit die Opferzahlen der tödlichen Krankheit rapide zurückgingen regte sich schon kurz darauf Widerstand. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lehnten viele Tiroler unter ihrem Rebellen Andreas Hofer die von der bayerischen Herrschaft eingeführte Pockenimpfungen mit der Begründung ab, dass der naturwüchsigen Tiroler Seele damit „bayerisches Denken“ eingeimpft werden solle.  Eugen Dühring, einer der prominentesten und einflussreichsten Antisemiten des Kaiserreichs, hatte in seiner 1891 erschienenen pseudowissenschaftlichen Kampfschrift „Die Judenfrage als Racen-, Sitten- und Culturfrage“ das Impfen als von jüdischen Ärzten mit dem Ziel der persönlichen Bereicherung erfundenen Aberglauben bezeichnet. Die Idee einer Immunisierung der Massen widersprach naturgemäß im Nationalsozialismus dem Gedanken von Auslese und Abhärtung. Dass der „Herrenmensch“ durch eine Impfung den „Untermenschen“ schützt und umgekehrt der „Untermensch“ den „Herrenmensch“ war nicht zu akzeptieren. Julius Streicher schrieb im Jahr 1935 naturgemäß: „Die Impfung ist eine Rassenschande.“

Die islamistischen Taliban in Afghanistan, die aktuellen Felsen in der Brandung für die islamische Steinzeit, sind selbstverständlich Impfverweigerer. Die Taliban vermuten hinter Impfungen eine westlich-jüdische Verschwörung, und vor allem würden die Impfstoffe für die Gotteskrieger die „biologische Reproduktion der Rechtgläubigen“ gezielt stören. In Nigeria befürchten die Dschihadisten „die Amerikaner“ würden mit der Impfung versuchen, junge Frauen unfruchtbar zu machen. Deshalb überfallen Islamisten von Boko Haram regelmäßig die „verwestlichen“ Impfteams und so verwundert es auch nicht, dass in Ländern wie Nigeria, Pakistan oder Afghanistan die Kinderlähmung nach wie vor endemisch ist. Irans Religionsführer Ali Khamenei ordnete an: „Amerikanische und englische Impfstoffe dürfen nicht für den Iran gekauft oder benutzt werden.“ Der Abgeordnete des islamfaschistsichen Gottesstaates Hussein Kanani meinte diesbezüglich, in dem Impfstoff der Engländer und Amerikaner wäre GPS eingebaut, damit die Iranerinnen und Iraner kontrolliert werden könnten.

Esoterische Impfgegner mit den unfassbarsten Verschwörungstheorien gibt es freilich weltweit in allem möglichen politischen Blasen. So erzählt man sich in der Szene, dass der Bösewicht Bill Gates per Zwangsimpfung, also durch diese Impfung eingesetzte „Mikrochips“ die Weltbevölkerung entweder kontrolliert und versklavt oder ausgemerzt werden soll. An diesem Punkt herrscht noch eine gewisse Uneinigkeit wie kürzlich Elke Wittich konstatierte. Von Andreas Hofer über die Nazis, die Anthroposophen, den Gesellianern, den Alt-Hippies, den Neurechten bis zu Boko Haram, sie alle sehen und sahen sich als Opfer einer vermeintlichen Impf-Diktatur. Ideologen lassen sich eben nicht von Argumenten beeinflussen, so ist die Szene der Impfgegner gemeinsam mit der Bewegung der Pandemieleugner enorm gewachsen. Im grün-alternativen Milieu korrespondieren seit je her eine starke Affinität zur Alternativmedizin und hohe Impfskepsis.

Zusammenfasend lässt sich feststellen, die Anthroposophen, die Impfgegner, die Eugeniker, die okkultistischen Spinner, die Sozialdarwinisten oder die Esoteriker die an Erzengel, Waldfeen, Kobolde, die Reinkarnation und an das Karma glauben befinden sich auf einem Widerstandstrip gegen die Moderne. Die 100.000 Alten, die Übergewichtigen, die Vorerkrankten mit hohem Blutdruck und die jüngeren Gesunden die einfach nur Pech hatten sind für viele „Maßnahmenkritiker“ nicht der Rede wert. Dass die Krankenhäuser, die Intensivstationen überlastet sein und sie kollabieren und dann eben auch Menschen an anderen Krankheiten sterben könnten, weil Intensivbetten und Personal fehlen, übersteigt ihre Vorstellungskraft.

„Maßnahmen-Kritiker“ mit Schweden-Flaggen oder ein Wolfgang Schäuble der meinte „der Schutz des Lebens stehe nicht über den Grundrechten“, prägen nun seit fast zwei Jahren die Landschaft. Angesichts von rund 100.000 Toten, die mit oder durch Corona alleine in Deutschland gestorben sind ist es doch verwunderlich und freilich auch in gewissem Maße amüsant, wenn es nicht so traurig wäre, wie Corona-Leugner oder „Maßnahmen-Kritiker“ die Corona-Maßnahmen der Regierungen der restlichen Welt ausblenden, beispielshalber den ungleich härteren Lockdown in Italien, in Spanien, in China oder zuletzt in Australien, mit strengsten Einreisebeschränkungen, limitierten Flügen und extremen Quarantänekosten. Ich frage mich haben diese Leute keine Freunde oder Bekannten die in Krankenhäusern, in Pflegeheimen, in Schulen oder in Gesundheitsämtern arbeiten? Kennen die „Maßnahmen-Kritiker“ keine Menschen die schwer an Corona erkrankt oder daran gestorben sind? Glauben die „Maßnahmen-Kritiker“ tatsächlich, dass Länder mit so unterschiedlichen politischen Systemen wie China, Australien, Italien, Spanien oder Frankreich mit dem jeweiligen Lockdown ihre Wirtschaft vorsätzlich zerstören wollten? Falls es so sein sollte, dann ist ihr Aberglaube nicht weit entfernt vom Aberglauben der Mullahs oder der Taliban. Der selbstverschuldete Glaubwürdigkeitsverlust der öffentlich-rechtlichen Medien durch Einseitigkeit in anderen Fragen ist gewiss Teil dieses Problems. Die fortschreitende Magisierung der Welt scheint jedenfalls nicht aufhaltbar zu sein. Am 18.09.2021 wurde der 20-jährige Alex West während seines studentischen Nebenjobs von einem „Maßnahmen-Kritiker“ an einer Tankstelle in Idar-Oberstein erschossen, weil er an die Maskenpflicht erinnert hat.

Quellen: Peter Bierl: Wie Menschen zur Schnecke gemacht werden – Zur Kritik des Sozialdarwinismus | Elke Wittich Wenn die ganze Korona protestiert | Elke Wittich Grün-alternative Impfkritik | Peter Bierl – Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister – Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik | Peter Bierl – Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn, Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell | Lucius Teidelbaum – Esos gegen Wissenschaft

 Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

Der Fall Nemi El-Hassan

24. September 2021

Vor wenigen Wochen vermeldete der WDR, dass die Journalistin Nemi El-Hassan das WDR-Wissenschaftsmagazin „Quarks“ moderieren wird. Kurz darauf wurde bekannt, dass Nemi El-Hassan im Jahr 2014 am islamistischen und antisemitischen Berliner al-Quds-Marsch mit den Aufrufen zur Vernichtung Israels teilnahm und zudem den islamistischen Terror verharmlose. Anfangs wies der WDR alle Vorwürfe zurück, nachdem die Beschuldigungen jedoch immer konkreter wurden ruderte der öffentlich-rechtliche Sender zurück und versprach die Causa prüfen zu wollen.

In einem Spiegel-Interview bedauerte darauf El-Hassan die Teilnahme al-Quds-Marsch als Fehler und behauptete nicht gewusst zu haben, dass dieser vom islamfaschistischen Iran ausgehe und ohnehin habe sie nichts gegen Israel. Wie nicht anders zu erwarten meldete sich unverzüglich die Crème de la Crème der postkolonialen, „antirassistischen“, islamophilen „Israelkritik“ wie schon zu den Debatten um den kamerunischen Holocaustrelativierer und BDS-Aktivisten Achille Mbembe, um die „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ und um den „Historikerstreit 2.0“ zu Wort. In einem Offenem Brief solidarisierten sie sich mit El-Hassan und forderten den WDR dazu auf, die Zusammenarbeit mit ihr fortzusetzen. Auf der Unterschriftenliste waren neben vielen anderen einschlägigen „Israelkritikern“ der vom Simon-Wiesenthal-Center wegen seines Antisemitismus im Jahr 2012 auf Platz 9 gesetzte Antizionist Jakob Augstein, Herausgeber des „israelkritischen Freitags“, wie naturgemäß das Ehepaar Aleida und Jan Assmann oder die „israelkritischen“ Journalisten Malcolm Ohanwe und Emran Feroz. Der Iran-Apologet und „Israelkritiker“ Emran Feroz beglückte Augsteins „Freitagsgemeinde“ mit 34 Artikeln im „Online- und im Print-Freitag“ gegen Israel und für den Iran. Feroz behauptet in seinen Artikeln dass „Israel Gaza ins Mittelalter zurückbomben will“, dass „Netanjahu ein paranoider Kriegstreiber sei“ und zur iranischen Atombombe schreibt er : „Stattdessen präsentiert er [Netanjahu] der Welt seine Form der Wahrheit, indem er eine nichtssagende Skizze hervorbringt und den Iran mit “Al-Qaida” vergleicht, also jener Gruppierung, die die USA und Israel gegenwärtig im Syrien-Krieg unterstützen. Nach all diesen Äußerungen hätte jeder klar denkende Mensch den Saal verlassen müssen, doch das war natürlich nicht der Fall. Die einzige Regierung, die gegenwärtig den “Weltfrieden”, der sowieso nicht existiert, gefährdet, ist die israelische. Sie unterdrückt das palästinensische Volk, indem sie das größte Gefängnis der Welt, den Gaza-Streifen, errichtet hat. Sie ist es, die den sogenannten Arabischen Frühling für sich ausnutzt und vor allem den Krieg in Syrien fördert. Sie ist es, die permanent den Iran bedroht und dazu noch im Besitz von zahlreichen Atombomben ist.“ So verwunderte es nicht, als das iranische Propagandaorgan Kayhan den „Freitag“ mit seinem Autor Emran Feroz wie folgt lobend erwähnte: „Eine deutsche Zeitschrift schrieb in einem Bericht, dass die Iraner recht haben, dem lügnerischen Vorschlag Amerikas für einen Dialog nicht zu glauben.“

Bereits mit 17 Jahren entschied sich El-Hassan einen Hidschab zu tragen, mit dieser islamischen Verhüllung war sie in mehreren antiisraelischen Demonstrationen unterwegs, 2014 (siehe Bild rechts mit Hidschab und V-Zeichen) eben beim al-Quds-Marsch in Berlin. Bei diesem Marsch gegen Israel wurden naturgemäß Parolen wie „Juden ins Gas“, „Kindermörder Israel“, „Frauenmörder Israel“ skandiert und die Vernichtung Israels gefordert und kippatragende Juden angegriffen. An die Parolen die El-Hassan damals gerufen hat, kann sie sich nicht mehr erinnern. In der Blauen Moschee, dem Träger des vom Verfassungsschutz beobachteten „Islamischen Zentrums Hamburg“ erhielt El-Hassan ihre islamistische „Ausbildung“. Das IZH ist der verlängerte Arm der Teheraner Revolutionsführung, unterstützt die Terrororganisation Hisbollah und verbreitet in seiner Gemeinde islamistisches Gedankengut. Den sogenannten al-Quds-Marsch hat Ajatollah Khomeini 1979 zur Vernichtung Israels ins Leben gerufen, der Berliner al-Quds-Marsch wird vornehmlich von den Islamisten aus Hamburg organisiert.

2014 stellte Hamed Abdel-Samad sein Buch „Der islamische Faschismus“ im Gorki-Theater in Berlin vor. Nach einer heftigen Diskussion mit Jakob Augstein stand Nemi El Hassan mit Kopftuch auf und warf Abdel-Samad vor, dass seine Bücher es für sie schwermachen würden, in Berlin mit einem Kopftuch herumzulaufen. In einem „Aufklärungs-Video“ der „Bundeszentrale für politische Bildung“ aus dem Jahr 2015 erklärt die Aktivistin das Wort „Dschihad“. Ihrer Ansicht ist die Terror-Bedeutung „eine Missinterpretation“ um „Vorurteile zu hegen“. Für El-Hassan ist der Dschihad eine „Vision“ und bedeute „freundlich sein“, „arbeiten“ und „geduldig sein“. El Hassan bewegte sich in diversen dubiosen islamischen Organisationen, von JUMA („jung, muslimisch, aktiv“) über das Poetry-Slam-Netzwerk „i,Slam“ bis zur Hamas Hilfsorganisation Islamic Relief (IR). Nebenbei sei erwähnt, obwohl Islamic Relief personelle Verbindungen“ zur Muslimbruderschaft unterhält wurden Veranstaltungen vom „Bundesministerium für Familie, Sensorien, Frauen und Jugend“ gesponsert. Im Oktober 2015 halluziniert Nemi EL-Hassan beispielsweise im Tagesspiegel: “IS, gib mir meinen Style zurück“ und stellt sie das Tragen von schwarzer komplett verhüllender Kleidung samt schwarzer Verschleierung als einen Akt der Selbstbestimmung der Frau dar, ein Modestil, den laut El-Hassan der Islamische Staat erst zum Terrorstil gemacht habe.

El-Hassans Distanzierung vom al Quds-Marsch ist nicht glaubwürdig, was die vielen antisemitischen und islamistischen Äußerungen von ihr auch in diesem Jahr in den sozialen Medien belegen. Im Juli 2021 unterstützte El-Hassan die antisemitischen Boykott-Bewegung BDS. Vor wenigen Wochen, im September 2021 feiert die Aktivistin islamistische Terroristen, die Juden per Kopfschuß hinrichteten, für ihren Gefängnisausbruch. Im Sommer 2021 machte El Hassan auf Instagramm deutlich wie gut ihr israelfeindliche Parolen wie „Antizionism is a duty“ oder „From the River to the See, Palestine will be free“ gefallen. Vor wenigen Monaten bezeichnete sie Israel als einen Apartheidstaat.

Ende Mai 2021 meinte El-Hassan wieder auf Instagram in bester BDS-Tradition: „Palästina gehört zu unserer Familiengeschichte und diese Geschichte hat uns nie verlassen. Es war jahrelang so schwer zu schweigen, in einem Land, in dem immer wieder erklärt wird, Leute wie ich seinen für den Antisemitismus verantwortlich. Solche Narrative schnüren uns die Kehle zu. Ich habe auch geschwiegen, wenn Freundlinnen völlig unreflektiert nach Tel Aviv gefahren sind, um einen Sommer voller Leichtigkeit zu verbringen.“

Am 23. Mai behauptete El Hassan auf Instagram, dass ihre Großmutter 1948 in Nablus vertrieben wurde. Da Nablus niemals Teil Israels war, wie konnte die Frau von Israel vertrieben werden und was hinderte die Frau dorthin zurückzukehren? Gleichzeitig forderte El Hassan ein „Rückkehrrecht für PalästinenserInnen auf der ganzen Welt“, was dazu führen würde, dass Israel kein jüdischer Staat mehr ist und Reparationszahlungen und ein Ende der „Besatzung.“

Mittlerweile hat Nemi El-Hassan viele Videos und Istagram-Einträge und „Likes“ gelöscht. Es geht ihr offenbar weniger um transparente Aufklärung der Vergangenheit sondern um die Vernichtung aller Beweise, was freilich im Internet kaum möglich ist. Als Journalistin schreibt El-Hassan Artikel für linksliberale Tageszeitungen wie den Tagesspiegel oder DIE ZEIT und betreibt auf YouTube den Satirekanal Datteltäter, ein Angebot von ARD und ZDF um über den Islam „aufzuklären“ und um Islamfeindlichkeit entgegenzuwirken. Die Aktivistin spricht regelmäßig zu den Themen Islam und vermeintlicher Islamfeindlichkeit und engagiert sich gegen Rechtsextremismus und den dort angesiedelten Antisemitismus, der eigene Antisemitismus war freilich nie ein Thema.

El-Hassan hat in Deutschland nicht trotz ihrer antiisraelischen und islamistischen Ansichten Karriere gemacht, sondern genau deshalb, denn in den Sendeanstalten von ARD, ZDF und in den linksidentitären Redaktionen diverser Blätter zählen bei der Stellenbesetzung vor allem Herkunft, Hautfarbe, sexuelle, religiöse oder politische Orientierung, je „israelkritischer“ und islamophiler umso besser.

Nemi El Hassan passt zum WDR wie die Faust aufs Auge. In den öffentlich-rechtlichen Medien werden der islamische Terror und die Zumutungen des Islam wie der islamische Antisemitismus seit Jahren verharmlost oder verschwiegen. Malcolm Ohanwe, der sich an der Solidaritätsaktion für El Hassan beteiligte, ein antiisraelischer BR-Mitarbeiter meinte einst auf Twitter, dass Idi Amins Herrschaft sein „feuchter Traum“ sei, in dem entsprechenden Bild müssen Weiße vor dem Massenmörder Idi Amin niederknien und an anderer Stelle als er eine Hinrichtungsszene von Weißen postet wird sein Traum noch feuchter. Er wird bezüglich der haitischen Revolution gefragt ob er Lynchmorde an weißen Frauen und Kindern sehenswert findet und antwortet: „Ja. Sehr sogar. Ich würde die haitianische Revolution gerne großspurig produziert im Kino sehen.“

Ein weiterer Beleg für den Niedergang des TV-Journalismus war der hervorragende 90-minütige Dokumentarfilm „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ (Teil1Teil2) von Joachim Schroeder und Sophie Hafner von 2017, den die Auftraggeber Arte und WDR nicht ausstrahlen wollten. Das Narrativ es gäbe nur rechten Antisemitismus wurde widerlegt und somit der WDR und Arte blamiert. Erst als die Bild-Zeitung die Dokumentation veröffentlicht hatte, strahlten Arte und ARD den Film am 21. Juni 2017 zähneknirschend in einer lächerlich kommentierten Fassung aus. Aber nicht nur die Medien auch die Politik kuschelt mit Islamisten. Obwohl das IZH laut Verfassungsschutz der wichtigste Außenposten des iranischen Regimes in Europa ist, wird das IZH nach wie vor in die Staatsverträge der Hamburger Bürgerschaft mit den muslimischen Verbänden integriert. Außerdem hat Sigmar Gabriel 2017 den Qudstag-Mitorganisator Hamidreza Torabi zu einer Konferenz ins Auswärtige Amt eingeladen und Bundespräsident Steinmeier die Führungsriege der mit dem IZH verbundenen „Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden“ im Jahr 2018 nach Schloss Bellevue. Vom Iran-Deal und den diversen antisemitischen Aussagen von Politikern der Linkspartei, der SPD, den Grünen über die Kumpanei von CDU/FDP Regierung in NRW mit den islamistischen Verbänden bis hin zur Verharmlosung des iranischen Regimes durch die AFD ganz zu schweigen. Im aktuellen Wahlkampf, den drei Triell-Formaten war Außenpolitik, war der islamistische gewalttätige Antisemitismus kein Thema, so verwundert es auch nicht, dass der brutale Judenhass zum Beispiel in Hamburg in den Medien und von der Politik tabuisiert wird. Ein Jude wurde kürzlich bei einer Mahnwache für Israel von drei Migranten wegen seiner Israelfahne angegriffen und mit gebrochenen Nasen- und Jochbein krankenhausreif geschlagen. Die Täter riefen dabei „Free Palestine“, „Scheiß Juden“ und „Ich ficke deine Mutter“.

In der Jungle World schreibt Andreas Benl zur Causa sehr richtig: „Die Forderung an Nemi El-Hassan, sich glaubhaft von der Islamischen Republik, deren Antisemitismus und von ihren Menschheitsverbrechen gegen die Bevölkerung des Iran und der Region zu distanzieren, war und ist völlig richtig. Man sollte darüber nur nicht vergessen, dass die Entschuldigungen für die empörende jahrzehntelange Unterstützung der Henker in Teheran durch deutsche Regierungen – und vor allem die Abkehr von dieser Politik immer noch ausstehen.“

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch