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Der islamische Gottesstaat Iran ist die größte Gefahr für den ohnehin brüchigen Weltfrieden

5. Januar 2020

Seit Wochen protestieren die Menschen im Iran gegen die dortige islamische Diktatur. Das Regime hat das Internet im Land abgeschaltet und schlägt den Aufstand mit mörderischer Gewalt nieder, auf Demonstranten wird mit scharfer Munition geschossen. Rund 1500 Protestierende wurden so bisher ermordet und Tausende wurden verletzt, ins Gefängnis geworfen und gefoltert. Die iranischen Geistlichen fordern öffentlich die Demonstranten „möglichst brutal zu quälen“ und anschließend hinzurichten und den Angehörigen der Opfer werden die Kugeln für die Ermordeten in Rechnung gestellt. Während im Iran die protestierenden Menschen gefoltert und ermordet werden unterlaufen Deutschland und die EU die Sanktionen der USA um die einträglichen Geschäfte mit den Mördern weiterhin am Laufen zu halten. Europas Politiker und mit ihnen vor allem die deutschen öffentlich-rechtlichen Medien fallen der Opposition im Iran wieder einmal in den Rücken. Wenn es um den Terror des Iran geht, dann schweigen ARD, ZDF, das Handelsblatt und die Süddeutsche Zeitung. Erst als am Freitag letzte Woche einer der mächtigsten iranischen Massenmörder des Nahen Ostens, der Chef der Al-Quds-Brigade Ghassem Soleimani von den USA in Bagdad vom Leben in den Tod befördert wurde, interessieren sich ARD und ZDF für den Iran.

Allerdings belegen die westlichen Medienberichte und die Äußerungen der europäischen Politik wieder einmal das peinliche Appeasement gegenüber dem mörderischen iranischen Steinzeit-Regime. Was Soleimani im Irak überhaupt zu suchen hatte wurde in den einseitigen Berichten kaum gefragt. Obwohl Soleimani persönlich verantwortlich ist für schwerste Kriegsverbrechen im syrischen Bürgerkrieg, für gezielte Angriffe auf Zivilisten und Krankenhäuser, für diverse Terroraktionen in der gesamten Region wird in so gut wie allen Berichten mehr oder weniger um den Vernichtungsantisemiten Soleimani getrauert, sich teilweise mit ihm solidarisiert und die Angst vor einem neuen Golfkrieg hervorgehoben. Diese politischen Kollaborateure und niederträchtigen Lohnschreiber haben offenbar kein Problem damit, dass der Iran Israel von der Landkarte löschen will und seine Bevölkerung seit über 40 Jahren terrorisiert. Nur im besten Fall haben sie sich nicht genügend mit der Geschichte und der aktuellen Politik des Irans beschäftigt.

Die Geschichte des Irans ist geprägt von Spaltungen und religiösen Konflikten. Im Jahr 1925 kam Reza Schah Pahlavi an die Macht und reformierte das Land. Die persischen Juden wurden aus dem Joch der Dhimma befreit, der Versuch wurde unternommen die Macht der Mullahs zu brechen und das Land in die Moderne zu führen. Westliche Kleidung wurde 1929 für Männer und Frauen für obligatorisch erklärt, das Tragen des Schleiers wurde verboten. Während des zweiten Weltkrieges marschierten britische und sowjetische Truppen in den Iran ein und zwangen den Schah zur Abdankung. Den Thron bestieg nun mit Billigung der Besatzungsmächte sein Sohn Mohammed Reza Schah, der bis 1979 regieren sollte. Wie nie zuvor herrschten unter Mohammed Reza Schah im Iran Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Pluralismus. Von Anfang an wurde der junge Schah von der kommunistischen Tudeh-Partei, dem Klerus, der seinen Einfluss wieder zurückgewinnen wollte, und den Nomadenstämmen bekämpft.

Am 29. April 1951 ernannte der Schah Mohammad Mossadegh zum Premierminister, nachdem am 7. März 1951 ein tödliches Attentat auf Premierminister Haj Ali Razmara begangen worden war. Bereits am 15. März 1951, hatte das Parlament das Gesetz zur Verstaatlichung der Ölförder- und Raffinerieanlagen verabschiedet. Die nationalistische und antiwestliche Wende der iranischen Politik unter Premierminister Mossadegh ging mit einer starken antisemitischen Propaganda einher, die vom schiitischen Klerus sowie von der nationalistischen und sozialistischen Bewegung Sumka ausging. Auch während späterer Perioden, speziell bei Aufruhr, wie etwa im Jahr 1963, zirkulieren antisemitische Schriften, und die Angriffe auf Juden häufen sich. In den folgenden zwei Jahren der Amtszeit Mossadeghs tobte der diplomatischer Kampf mit den Briten, die die Verstaatlichung rückgängig machen wollten. Mossadegh ließ erfolgreich das Parlament über ein Referendum auflösen um weitreichende Befugnisse als Ministerpräsident zu erhalten. Der Schah verlor die Kontrolle und floh 1953 aus dem Iran. Mossadeghs wichtigste Stütze war der damals populärste Geistliche, Ayatolla Abdul-Quasem Kashani. Der 1882 geborene Kashani gehörte zu den schillerndsten Figuren im Iran. Im 2. Weltkrieg war er Naziagent und von den Briten inhaftiert. Er war antiwestlich orientiert und propagierte die Rückkehr zur Sharia. Mit Mossadegh und Kashani war erstmals ein antiimperialistisches Bündnis an der Macht. Das Bündnis zwischen Navvab Safawi und Abdul-Kasim Kashani zerbrach. Kashani hatte Navvab Safawi als Religionsminister abgelehnt und damit die Fadayan gegen die Regierung aufgebracht. Als Mossadegh die Teheraner Verkehrsbetriebe verstaatlichen und das Frauenwahlrecht einführen wollte, zerbrach das auch Bündnis zwischen Kashani und Mossadegh. Die Religionsführer des Iran schlossen sich Kashani an und organisierten Demonstrationen gegen das Frauenwahlrecht. Aus Quom rief auch Khomeni zum Widerstand gegen Mossadegh auf. Am 19.8.1953 wurde Mossadegh gestürzt. Möglich wurde der Sturz durch den Aufstand, der von den religiösen Kräften angeführt wurde, dem zögerlichen Verhalten der Tudeh-Partei und nicht zuletzt durch die politische und finanzielle Unterstützung (Operation Ajax) der USA und Englands. Der Schah kehrte zurück und errichtete mit Unterstützung der USA eine Autokratie. Die antisemitische Propaganda unter Mossadegh endete, auch dank der Unterstützung der amerikanischen Geheimdienste.

1963 leitete der Schah die „Weiße Revolution“, ein umfangreiches Reformprogramm gegen den Widerstand der Mullahs ein. Aus einem Entwicklungsland wurde der Iran unter ihm ein aufstrebender Industriestaat. Neben einer Landreform wurde die Gleichberechtigung von Mann und Frau zum Ziel gesetzt. Frauen erhielten das aktive und passive Wahlrecht und das Familienschutzgesetz von 1967 erleichterte die Scheidung. Gegen den Widerstand klerikaler Kreise wurden über 50 Mädchenschulen gebaut. 1966 schlossen sich 55 Frauenvereinigungen zusammen, um zahlreiche Verbesserungen für die Frauen zu erreichen. Das Mindestalter für eine Heirat wurde heraufgesetzt. Für Frauen wurde es erleichtert, eine Scheidung einzureichen. Verpflichtende Unterhaltsleistungen für Frau und Kind bei Scheidung wurden eingeführt. Beim Tod des Ehegatten wurde die Sorgerechtszuweisung für gemeinsame Kinder an die Witwe verfügt. Die Abtreibung wurde legalisiert und für eine Mehr-Ehe brauchte der Mann die Zustimmung seiner Ehefrau, was die faktische Abschaffung der Mehr-Ehe bedeutete. Im Iran trugen schon bald wie in London oder Paris die Frauen Miniröcke. Der Schah ließ über sein Reformprogramm abstimmen. Viele Kleriker, allen voran Ruhollah Khomeini, lehnten trotz der überwältigenden Zustimmung der Iraner im Referendum vom 26. Januar 1963, die „Weiße Revolution“ weiter ab. Nach einer wütenden „Rede gegen den Tyrannen unserer Zeit“ von Khomeini gegen den Schah, gegen die Weiße Revolution wurde Khomeini am 5. Juni 1963 verhaftet und musste anschließend das Land verlassen. Der Schah war allerdings unfähig, das autoritäre System im Gleichschritt mit der Modernisierung zu lockern und in freiere politische Formen zu überführen.

Nach regelmäßigen Massendemonstrationen, Unruhen und Massenstreiks im Jahr 1978 ließen die USA und der Westen den Schah fallen und Ajatollah Ruhollah Khomeini kam am 1. Februar 1979 zurück aus dem Exil an die Macht. Noch im Februar wurde begonnen alle nicht-schiitischen, jüdischen, bürgerlichen, linken, marxistischen Oppositionsgruppen zu verfolgen. Nach einem Referendum im April 1979 wurde der Iran offiziell zur Islamischen Republik. Die gesamte Opposition wurde ab sofort erbarmungslos verfolgt, gefoltert und hingerichtet. Auch die jüdische Minderheit bekommt die Folgen der revolutionären Welle, die Khomeini an die Macht bringt, sofort in spüren, die Rückkehr zur Dhimma war eingeleitet. Zu hunderten werden Juden in Haft genommen und meist ermordet. Selbst sein hohes Alter von 85 Jahren schützte den Schriftsteller Ali Dashti nicht, er wurde sofort verhaftet, misshandelt und gefoltert und starb an den Folgen der Folter im Jahr 1981. Am 4. November 1979 begann der „Aufstand aus dem Geist der Religion“. Am Vormittag dieses Tages brechen 400 mit Schlagstöcken und Ketten bewaffnete Khomeini-Anhänger das Tor zur amerikanischen Botschaft in Teheran auf, stürmen das Gelände und nehmen die 66 anwesenden Botschaftsmitarbeiter als Geiseln. Die 444 tägige Geiselhaft, mit Scheinerschießungen und Schlägen, dauert bis Januar 1981. Seit 1979 ist der Iran ein faschistoider islamischer Gottesstaat.

Laut Verfassung des iranischen Gottesstaates gilt, bis zur Wiederkehr des verborgenen Imans, die „Herrschaft des Rechtsgelehrten.“ Der 12. Imam, der Mahdi ist nach der Lehre der Zwölfer-Schia der letzte unmittelbare Nachkomme Mohammeds der im Jahr 874 als kleiner Junge spurlos verschwand. In der iranischen Verfassung ist festgelegt, wenn dieser „Imam“ irgendwann aus seiner Verborgenheit hervortritt wird ihm die Macht ihm Iran unverzüglich übertragen, da er die Welt von allen Übeln, also den Juden befreien wird. Staatsoberhaupt ist der „Oberste Führer“, das religiöse und politische Oberhaupt ist derzeit Ali Chamenei, der vom Expertenrat auf Lebenszeit gewählt wird. Die 86 Mitglieder des Expertenrates werden alle acht Jahre von der iranischen Bevölkerung gewählt. Zuvor prüft der Wächterrat, ob ihre Gesinnung mit der iranischen Verfassung und den islamischen Lehren übereinstimmt. Der Präsident wird alle vier Jahre vom Volk gewählt und leitet die Regierung, wobei der sogenannte Wächterrat bestimmt, ob er überhaupt zur Wahl zugelassen wird.

Gesetze werden im iranischen Parlament allein aus dem Koran und der islamischen Tradition hergeleitet. Im Iran gilt das islamische Recht, die Scharia. Die Scharia gilt als Ordnung Gottes und darf daher nicht durch menschliche Gesetze ersetzt werden. Die Frau ist im Iran wie in so gut wie allen islamischen Gesellschaften ein Mensch zweiter Klasse. So gut wie alle Reformen der „Weißen Revolution“, mit Ausnahme des Frauenwahlrechts, wurden nach 1979 rückgängig gemacht. In kaum einem anderen Land werden jedes Jahr so viele Todesurteile vollstreckt wie im Iran. Durch die kürzlich beschlossene Justizreform können Mädchen ab dem Alter von neun und Jungen ab 15 Jahren zum Tode verurteilt werden. Allein in der ersten Jahreshälfte 2015 wurden fast 700 Menschen hingerichtet und beispielsweise 2017 waren es mindestens 507. Die Gründe für die Todesurteile sind vorsätzlicher Mord, Ehebruch, Vergewaltigung, Homosexualität, Alkoholkonsum, Sodomie oder die Abkehr vom Islam. Die Hinrichtungen finden öffentlich, meistens Hängen auf Kranwagen, als auch im Geheimen, meist Erschießen, statt. Für Steinigungen gelten besondere Bestimmungen. Im Iran werden meist Frauen nach außerehelichem Geschlechtsverkehr, beispielsweise auch nach einer Vergewaltigung, zum Tod durch Steinigung hingerichtet. Per Strafgesetz, basierend auf der islamischen Scharia, werden die Frauen eingegraben und anschließend mit Steinen ermordet, dabei ist penibel die Größe der Steine und die Reihenfolge der Werfer festgelegt. Bei einer Steinigung werden Frauen bis zu den Schultern in der Erde eingegraben, Männer bis zu den Hüften. Danach werfen Männer, die im Kreis um die Hinzurichtenden stehen, Steine auf diese, bis sie tot sind.

Frauen müssen im Iran ihr Haar mit einem Kopftuch verdecken und weite Gewänder tragen, die verhindern sollen, dass sich ihre Figur darunter abzeichnet. Iranische Frauen die gegen diese Kleiderordnung verstoßen, also kein Kopftuch tragen und damit ihr Haar offen zeigen, werden im Iran zu Gefängnis oder zu Peitschenhieben verurteilt. Viele Frauen im Iran protestieren gegen diese islamische Unterdrückung, tragen den Schleier locker oder überhaupt nicht und riskieren dadurch eine archaische Bestrafung. Beispielsweise postete die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh ein Video ihres unbedeckten Kopfes, worauf unverzüglich ihre Gefängnisstrafe verlängert wurde. Auch Verstöße im Ausland werden geahndet. Die iranische Schauspielerin Marzieh Vafamehr wurde im Jahr 2011 zu 90 Peitschenhieben und einem Jahr Gefängnis verurteilt , weil sie in einem australischen Film an mehreren Stellen mit kahlgeschorenem Kopf und ohne Kopftuch auftrat. Die Verschleierungspflicht sowie die Kleidungsvorschriften werden von der Sittenpolizei streng kontrolliert und mit Gefängnisstrafen und Verurteilungen mit Peitschenhieben durchgesetzt. Allein in der Hauptstadt Teheran werden dafür bis zu 7.000 Geheimagenten eingesetzt. Immer wieder kommt es nicht nur im Iran zu Säureanschlägen auf Frauen, wenn diese sich nicht „tugendhaft“ kleiden. Die Frauen sind dadurch oftmals ihr Leben lang entstellt. Jedes Jahr konfisziert die Verkehrspolizei im Iran tausende Fahrzeuge von Frauen, die im Auto ihr Haar nicht unter einem Kopftuch verborgen hatten. Die Autos wurden beschlagnahmt und die Fälle an die Justiz übergeben. Im Iran werden Homosexuelle unter Berufung auf das islamische Recht bedroht, gedemütigt, misshandelt und öffentlich an transportablen Baukränen hingerichtet. Das Mullah-Regime verfolgt jedes oppositionelle Denken mit grausamer Unterdrückung und Folter, Minderheiten wie die Bahai werden diskriminiert oder verfolgt.

Die Armee der Wächter der Islamischen Revolution sind die Revolutionsgarden (IRGC), deren Kommandeur aktuell Hussein Salami ist. Die Revolutionsgarden sind wirtschaftlich auf allen Gebieten aktiv und sind der größte Unternehmer des Landes. Die Revolutionsgarde unterhält eigenständige Truppenteile für Heer, Luftwaffe und Marine. Ihr Ziel ist es „abweichlerische Bewegungen“ auch weltweit im Ausland zu bekämpfen. Alleine die Marine der IRGC umfasst mindestens 20.000 Soldaten und über 3.000 Schnellboote. Mit dieser „Guerillaorganisation zur See“ kommt es immer wieder zu Angriffen auf Tanker im Golf von Oman. Im Januar 2019 kündigte Salami an: „Unsere Strategie ist es, Israel von der politischen Landkarte der Welt zu entfernen.“ Im Februar drohte er der Europäischen Union im Staatsfernsehen: „Die Raketenmacht der Islamischen Republik ist unaufhaltbar und unkontrollierbar, und wenn die Europäer sich auf irgendeine Weise verschwören sollten, uns unsere Raketenmacht wegzunehmen, dann werden wir einen strategischen Sprung machen.“ „Wir planen, Amerika, Israel und ihre Partner und Verbündeten zu brechen. Unsere Bodentruppen werden den Planeten vom Dreck ihrer Existenz reinigen“, sagte Salami bei einer am 19. Februar 2019 vom Staatsfernsehen IRINN ausgestrahlten Rede. Und weiter: „Wir werden unseren Feind brechen. Wir haben einen Plan. Wir sind organisiert und motiviert. Wir haben Vertrauen. Wir haben Märtyrertum. Wir haben Dschihad. … Wir sind nicht für diese Welt, sondern für den Dschihad geschaffen. … Wir werden sie (unsere Feinde) auf globaler Ebene bekämpfen, nicht nur an einem Ort. Unser Krieg ist kein lokaler Krieg. Wir werden die Weltmächte besiegen.“

Ayatollah Khomeini hatte bereits am 8. August 1979 den al-Quds-Tag, mit dem Ziel der Vernichtung Israels ins Leben gerufen. Seitdem demonstrieren und hetzen khomeinistische Islamisten und deren antisemitische Freunde am letzten Freitag des islamischen Fastenmonats in knapp siebzig Ländern dieser Erde für die Vernichtung des Staates Israel. Neben vielen anderen Repräsentanten des Regimes agitierte der wohl mächtigste Mann des Irans, Ali Chamenei, mehrfach vom „Krebsgeschwür Israel“. Am 3. Februar 2012 sagte er als Staatspräsident beim Freitagsgebet in der Universität Teheran: „Bald wird sich die Welt vom zionistischen Regime, diesem Krebsgeschwür, befreien. Iran wird jedem helfen, der das zionistische Regime bekämpft, so wie es schon in der Vergangenheit Hizbollah und Hamas geholfen hat.“ Bereits am 15. Dezember 2000 meinte Chamenei: „Es ist die Position des Iran, als erstes durch den Imam verkündet und viele Male von den Verantwortlichen wiederholt, dass das Krebsgeschwür, genannt Israel, aus der Region herausgerissen werden muss.“ Als Präsident Ahmadinejad im Oktober 2005 dazu aufrief, Israel von der Landkarte zu tilgen, gab es in Deutschland keine Massendemonstrationen gegen das iranische Regime, im Gegenteil man halluzinierte von einem Übersetzungsfehler.

Bei Militärparaden im Iran ist auf den Shahab-3 Raketen „Israel muss rausgerissen und aus der Geschichte getilgt werden“ zu lesen, auf allen möglichen öffentlichen Gebäuden gibt es Transparente mit der Drohung dass „Israel vom Angesicht der Erde zu tilgen“ ist. Was der Iran mit einer Atombombe vorhaben wird sagte unmissverständlich der in Europa als moderat geltende damalige iranische Präsident Ali Akbar Haschemi Rafsandschani anlässlich des al-Quds-Tages in Teheran am 14. Dezember 2001: „Wenn eines Tages, eines natürlich äußerst bedeutenden Tages, die islamische Welt mit Waffen ausgerüstet sein wird, über welche Israel schon heute verfügt, dann wird die imperialistische Strategie in eine Sackgasse geraten, denn die Anwendung auch nur einer Atombombe in Israel wird es vom Angesicht der Erde tilgen, während die islamische Welt lediglich Schaden erleiden wird“.

Neben den beinahe täglich veröffentlichten Vernichtungsdrohungen gegen Israel leugnen die staatlichen Organe des Irans mehrfach den Holocaust. So sagte Ahmadinedschad im August 2011: „Das zionistische Regime basiert auf vielen Enttäuschungen und Lügen, eine von ihnen war der Holocaust“. Die Holocaustleugnung verband Ahmadinedschad im libanesischen Fernsehsender al-Manar mit der Aussage, dass der Iran entschlossen sei Israel „auszulöschen“. Der Iran hält regelmäßig sogenannte Holocaust-Konferenzen ab in welchen radikale Antisemiten aller Welt eingeladen werden um den Holocaust zu „diskutieren“. Internationale „Judenkritiker“, Rechtsextremisten und Holocaustleugner wie Robert Faurisson, Horst Mahler, Herbert Schaller oder Hans Gamlich nahmen beispielsweise im Jahr 2006 daran teil.

Seinen menschenverachtenden islamistischen Zynismus bewies Mahmoud Ahmadinejad bereits während des Krieges gegen den Irak, als er 500.000 Plastikschlüssel aus Taiwan importieren ließ. Iranische Kinder ab 12 Jahren durften (mussten) die Minenfelder mit ihrem Körper, eingewickelt in Decken, räumen. Vor dem Einsatz wurde ihnen ein Plastikschlüssel aus Taiwan um den Hals gehängt, der ihnen, so die Zusicherung, die Pforte zum Paradies öffnen werde. Diese Kindermärtyrer, gehörten der von Khomeini ins Leben gerufenen Massenbewegung der Basitschi an. Die Bassitschi sind die Vorbilder der ersten Selbstmordattentäter, die in israelische Schulbusse steigen um vermeintlich ins Paradies zu gelangen. Der Kriegseinsatz der Bassidschi ist das Ursprungsverbrechen des politischen Islam: Hier hat der Kult des religiös motivierten Selbstmordattentats seinen Anfangspunkt. Die Bassidschi sind heute im Iran überall präsent und agieren in erster Linie als „Sittenpolizei“ und Schlägertrupps gegen Oppositionelle.

Der Iran versucht seine islamische Revolution mit mörderischer unbarmherziger Gewalt in den gesamten Nahen Osten und weit darüber hinaus zu exportieren, aktuell führt Teheran gleichzeitig Krieg in Syrien, Irak und im Jemen. Im Libanon gründete der Iran die Hisbollah, die „Partei Gottes“. Die islamische Terrororganisation entführt und ermordet all die „Ungläubigen“ die dem islamischen schiitischen Imperialismus entgegenstehen. Der Iran finanziert Terrororganisationen wie die Hisbollah, die Hamas um die Raketenpogrome und Terrorakte gegen Israel am Laufen zu halten. Die Hisbollah mordet auf Seiten des Assad-Regimes in Syrien und hat bereits einen Staat im Staat des Libanon erschaffen um von dort aus Israel mit Bombenterror anzugreifen. Unter dem Führer der iranischen Al-Quds-Brigaden, des Korps der islamischen Revolutionsgarden, Generalmajor Qassem Soleimani wurden so gut wie alle ausländischen Terroraktionen wie zum Beispiel im Irak, Afghanistan, Pakistan oder im Jemen koordiniert. Al-Quds ist das arabische Wort für Jerusalem, womit ursprünglich die beabsichtigte Eroberung Jerusalems gemeint war. Mit ihrem aggressiven islamischen Imperialismus ist der Iran hauptverantwortlich für die Instabilität in der gesamten Region.

Der Iran gilt als Urheber des Terroranschlages vom 18. Juli 1994 auf die jüdische Gemeinde von Buenos Aires in Argentinien, bei dem 85 Menschen ums Leben kamen und rund 300 weitere verletzt wurden. Bereits zwei Jahre zuvor ermordeten höchstwahrscheinlich wiederum iranische Gotteskrieger 29 Menschen der israelischen Botschaft. Restlos aufgeklärt wurden beide Anschläge bis heute nicht. Ebenfalls auf das Konto der Hisbollah geht der Anschlag am bulgarischen Flughafen Burgas am 18. Juli 2012 auf eine Gruppe israelischer Touristen bei dem fünf Israelis, der bulgarische Busfahrer sowie der Attentäter getötet und 35 weitere verletzt wurden. Am 17. September 1992 ermordeten im sogenannten Mykonos-Attentat, an dem der im Westen als moderat geltende Hassan Rohani als NSR-Sekretär beteiligt war, die islamische Republik in Berlin-Wilmersdorf vier iranisch-kurdische Exilpolitiker. Kurz nach dem Attentat gab Richard von Weizsäcker seiner „Hoffnung auf Vertiefung und Ausbau der guten Zusammenarbeit zwischen unseren beiden befreundeten Völkern Ausdruck.“ Unter dem „moderaten“ Präsidenten Hassan Ruhani wurden im Übrigen die Restriktionen bezüglich der Medien verschärft und die Opposition schärfer als die Jahre zuvor verfolgt, was die gestiegenen Hinrichtungszahlen außerdem belegen.

Seit den späten 1980er Jahren greift das faschistische Mullah-Regime nach der Atombombe um vor allem Israel von der Landkarte zu löschen. Deutschland und Europa tragen mit ihrer Appeasement-Politik, mit ihrem Festhalten am absurden „Iran-Deal“ und mit dem Umgehen der US-Sanktionen Mitverantwortung wenn dieser Griff zur Atombombe gelingen sollte und der Iran sein Ziel in die Tat umsetzen könnte. Deutschland und Europa fallen mit ihrer Kumpanei mit dem Terrorstaat den USA in den Arm und lassen Israel wieder einmal im Stich.

Seit jeher hat Deutschland die besten Beziehungen zu Persien oder später zum Iran. Besonders eng waren die Beziehungen zwischen 1933 und 1945. Im Jahr 1940/41 stammten 80% aller nach Iran gelieferten Maschinen aus Nazideutschland. Im August 1941 mussten britische und sowjetische Truppen mit Waffengewalt den lebensnotwendigen „persischen Korridor“ durch den, mit NS-Deutschland „verbündeten“ Iran durchsetzen. Die iranische Regierung unterstützte Angriffe und Sabotageakte auf die britischen Waffen- und Warenlieferungen, die durch den Iran an die kurz zuvor von NS-Deutschland angegriffene Sowjetunion geleitet wurden. Der ideologische Kitt zwischen Nazideutschland und dem damaligen Iran, war das gemeinsame „Ariertum“. Bereits im ersten Weltkrieg hatten einige schiitische Kleriker den deutschen Kaiser als Schutzpatron verehrt. Viele iranische „Geistliche“ sahen in Adolf Hitler die Gestalt, die von Gott als „Zwölfter Imam“ gesandt worden ist. Die guten Beziehungen blieben auch nach dem zweiten Weltkrieg bestehen.1984 hatte Hans-Dietrich Genscher als erster westlicher Außenminister dem Mullah-Regime seine Aufwartung gemacht. Seither sind die deutsche und die amerikanische Iranpolitik getrennte Wege gegangen. Während Washington sein nationales Embargo gegen die Sponsoren des Terrors immer weiter verschärfte, heizte Deutschland, dessen Diplomaten und Soldaten weder gekidnappt noch in die Luft gesprengt wurden, den Iranhandel mit immer großzügigeren Hermes-Bürgschaften an. Die rot-grüne Regierung setzte diese Politik nahtlos fort, steigerte sie sogar und die Große Koalition weicht bis heute nicht von diesem Kurs ab. Am 11. Februar 2019 betonte auch der Bundespräsident von der SPD, Frank-Walter Steinmeier in seinem Telegramm an die Mullah-Diktatur: „Die bilateralen Beziehungen unserer Länder sind traditionell eng und bauen auf einer breiten Grundlage auf.“ Wie „breit“ diese Grundlage ist haben die letzten 40 Jahre gezeigt.

Der Top-Terrorist Qassem Soleimani ist hauptverantwortlich für den iranischen Terror außerhalb des Irans, er ordnete unzählige Terrorattacken weltweit an, darunter auch Mordanschläge auf iranische Dissidenten in Europa, er ließ unter anderem jüdische Einrichtungen in Deutschland ausspähen, denn Irans Agenten planten Anschläge auf jüdische Kindergärten in Deutschland. Am Wochenende twitterte Heiko Maas tief bestürzt über Soleimanis Tod, dass die „ganze Region in Brand“ gerate, als sei der Nahe Osten nicht schon längst von Soleimani in Brand gesteckt. Während Heiko Maas und die Politikerklasse in Europa trauern, jubelt die iranische Oppositionsbewegung, die auch gegen die Terrorfinanzierung des Regimes protestierte. Die Hisbollah hat laut Verfassungsschutz rund 1.000 Mitglieder alleine in Deutschland, aber Heiko Maas und Co. weigern sich bis heute die Terrororganisation zu verbieten. Es wird Zeit dass sich die europäischen Regierungen, die europäischen Medien, die europäischen Linken und die europäischen „Friedenskämpfer“ auf die Seite der demonstrierenden iranischen Bevölkerung, auf die Seite des bedrohten Israel und der handelnden USA stellt und die Kumpanei mit dem iranischen islam-faschistischen Regime endlich aufgibt, ein faschistisches Regime das ernsthaft an die Wiederankunft des „Zwölften Imam“ glaubt und täglich seinen „Erlösungsantisemitismus“ offen zelebriert. Deutschland und Europa sollten nicht länger schweigen und endlich sagen was endlich gesagt werden muss. Donald Trump hat den Anfang gemacht, wir sollten ihn zumindest politisch und moralisch unterstützen. Wir sollten bereit sein Donald Trump hochleben zu lassen, Heiko Maas, Klaus Kleber und Co. zwingen uns dazu.

Quellen: Ulrike Marz – Kritik des islamischen Antisemitismus, Zur gesellschaftlichen Genese und Semantik des Antisemitismus in der islamsichen Republik Iran | Matthias Küntzel – Die Deutschen und der Iran | Stephan Grigat Der Iran – Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer | Joshua Teitelbaum – Die iranische Führung in ihren eigenen Worten über die Vernichtung Israels | Nathan Weinstock – Der zerrissene Faden: Wie die arabische Welt ihre Juden verlor | Monika Gronke – Geschichte Irans: Von der Islamisierung bis zur Gegenwart | Stefan Frank – Irans Revolutionsgarden: Terroristen zur See

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch & Fleisch

Update 12.1.20: Während der Iran am 8. Januar  2020 Raketen auf amerikanische Stützpunkte abfeuerte schossen die Mullahs auch ein ukrainisches Passagierflugzeug mit einer Boden-Luft-Rakete  in der Nähe von Teheran ab und ermordeten so weitere 176 Menschen.  Nachdem die iranischen Mörder es tagelang bestritten haben, räumen sie am 11. Januar um vier Uhr ein die Passagiermaschine abgeschossen zu haben. Seitdem gehen viele Iraner trotz Lebensgefahr wieder auf die Straßen um gegen die Lügner zu protestieren.

Hermann L. Gremliza ist tot

1. Januar 2020

Geboren wurde Hermann L. Gremliza am 20. November 1940 in Köln, aufgewachsen ist er in der Nähe von Stuttgart, der Vater arbeitete in hoher Position bei Daimler-Benz. Gremliza studierte in Tübingen und Berlin und ging danach als Redakteur zum Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Mit „zu großer Arroganz“ und Zielstrebigkeit wurde er bald leitender Redakteur. Gremliza initiierte mit anderen Redakteuren 1971 den großen „Spiegel“-Streik bei dem es um Mitbestimmung und Mitarbeiterbeteiligung ging. Von der Abfindung, die ihm Rudolf Augstein zahlen musste, kaufte er 1974 die linke Monatszeitschrift „Konkret“.

Jedes Heft war von nun an geprägt von Gremlizas Kolumne, die so gut wie immer den Leser zum Nachdenken und zum Diskutieren anregte und am Ende des Heftes gab es den „Gremlizas Express“, in dem die Stilblüten der bürgerlichen Presse schonungslos offengelegt wurden. Gremliza schrieb einige Bücher mit vielsagenden Titeln wie zum Beispiel: „Wie Hannelore Kohl die Russen bezauberte“ und er war Wallraffs Ghostwriter für sein Buch „Der Aufmacher“. In Konkret kamen sehr viele Autoren aus so gut wie allen Spektren der Linken und weit darüber hinaus zu Wort, aber auch Politiker und Funktionäre aus ideologisch völlig anderen Zusammenhängen. Mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, dem FDP-Mitglied Ignatz Bubis, hatte Gremliza freundschaftlichen Kontakt und beide einte der Hass auf alles Antisemitische.

Der große Verdienst von Konkret und Hermann L. Gremliza war das Sichtbarmachen des linken Antisemitismus und die proisraelische Haltung, die es bis dahin in einer linken Zeitung nicht gab. Durch Konkret vor allem in den Jahren 1990 bis 2010 hat die Israelfeindschaft innerhalb der Linken ihre Unschuld verloren, was naturgemäß die Feindschaft der stalinistischen und antiimperialistischen Linken nach sich zog.

In Konkret schrieben unter vielen anderen humanistischen Autoren Dan Schueftan, der stellvertretender Direktor des Zentrums für Nationale Sicherheit an der Universität Haifa, israelsolidarische Publizisten wie Stephan Grigat, Eike Geisel, Alex Feuerherdt, Stefan Frank, Matthias Küntzel, Yaacov Lozowick oder Wolfgang Pohrt (5.5.1945 – 21.12.18). Im Jahr 1991 wurde beispielsweise der Essay von Jean Améry „Der ehrbare Antisemitismus“ abgedruckt und im September 2006 wurde das Buch vom Archivdirektor der Gedenkstätte Yad Vashem, Yaacov Lozowick über Israels Existenzkampf vorgestellt. Matthias Künzel schrieb einige Artikel in Konkret über den islamischen Dschihad und die Gefahren die vom Gottesstaat Iran ausgehen.

Während des Golfkrieges 1991 kam es zu antiamerikanischen Demonstrationen der Friedensbewegung. Die „Friedenskämpfer“ erinnerten mit Transparenten an die Bombennächte von Dresden, während die Bedrohung Israels durch mit deutschem Giftgas bestückten Mittelstreckenraketen kaum thematisiert wurde. Kein „Blut für Öl“ und „Heute Bagdad, gestern Dresden“ war auf den Plakaten der überwiegend linken Demonstranten zu lesen. Deutschland finanzierte den amerikanischen Krieg gegen Saddam Hussein, hatte jedoch zuvor den Irak durch massive technologische Unterstützung geholfen die Reichweite seiner Scud-Raketen zu erhöhen. Deutsche Firmen verhalfen mit Duldung der Bundesregierungen über Jahre dem Irak zu einer eigenen Giftgasproduktion. Dieses Giftgas setzte Hussein bereits drei Jahre zuvor gegen aufständische Kurden im Norden Iraks ein. Obwohl Israel nicht an diesem Krieg beteiligt war feuerte Hussein Scud-Raketen auf Israel ab, viele Raketen schlugen in israelischen Städten ein, wodurch israelische Zivilisten verletzt und getötet wurden. Hussein drohte Israel mit Giftgas auslöschen zu wollen. In Konkret 03/91 schrieb dazu Wolfgang Pohrt: “ …Diesmal hingegen steht etwas auf dem Spiel, unter anderem die Existenz des Staates Israel, und eine Neuauflage der Friedensbewegung bedeutet nun, dass die hiesige Linke im weitesten und im engen Sinn wirklich für alle Zeiten moralisch erledigt ist. Deutlicher gesagt: Verglichen mit der PDS ist der CIA eine hochmoralische Anstalt. Kein lustiger Brief also, eben (27.1. 17.00 Uhr) meldet Bagdad, dass es nun Israel mit Chemiewaffen auslöschen wolle, eine Absicht, die Israel gegebenenfalls hoffentlich mit Kernwaffen zu verhindern wissen wird. …“

In derselben Konkret-Ausgabe schrieb Hermann L. Gremliza zum Irakkrieg: “Das Richtige aber, das hier hoffentlich getan wird, darf nicht gesagt werden: dass der Irak der Fähigkeit beraubt werden muss, Israel – wie von Saddam angekündigt – anzugreifen und zu liquidieren. Würde dieser einzig vertretbare Kriegsgrund genannt, liefe jenes Gesocks, welches die arabischen Vertreter der alliierten Weltmoral darstellen, sofort auseinander oder zu Saddam über. Dass die USA tagtäglich die israelische Regierung anweisen, die irakischen Angriffe nicht zu erwidern, und die europäischen Alliierten Israel tagtäglich dafür loben, dass es diese Anweisung befolgt, weil sonst das ganze schöne Bündnis mit den Saudis, den Mubaraks und den Assads zerbreche, lässt freilich auch bei einem Betrachter, der Politik nicht in der Selbsterfahrungsgruppe gelernt hat, Zweifel aufkommen, ob die USA und ihre europäischen Alliierten unter allen Umständen am richtigen Zweck ihres Krieges festhalten werden oder schon heute mit dem Preis spekulieren, zu welchem sie Israel morgen an ihre arabischen Alliierten verkaufen würden. …“

Christian Ströbele, von den Grünen hatte dagegen erklärt: „Die irakischen Raketenangriffe sind die logische, fast zwingende Konsequenz der Politik Israels“ Auf die Frage ob denn Israel selber schuld sei, es mit Raketen beschossen wird, antwortete Ströbele: „Das ist die Konsequenz der israelischen Politik den Palästinensern und den arabischen Staaten gegenüber, auch dem Irak gegenüber.“ Ströbeles Position wurde weitgehend von vielen antizionistischen Linken geteilt. Wegen seiner antisemitischen Hetze verlor Ströbele allerdings seinen Sprecherposten bei den Grünen. Wolfgang Pohrt und Hermann L. Gremliza wurden von ewig gestrigen Autoren wie Jutta Ditfurth und vielen prominenten antiimperialistischen Linken wegen ihrer porisraelischen und pro-amerikansichen Haltung massiv attackiert. Ditfurth und andere schrieben nicht mehr in Konkret und über Nacht verlor die Zeitschrift hunderte von Abonnenten.

Ein paar Jahre zuvor warnte Wolfgang Pohrt vor linken Weltfriedensrichtern wie folgt: „Vormundschaft und Sorgerecht für das Opfer werden dem Täter zugesprochen. Mit den Verbrechen, die Deutschland an den Juden und an der Menschheit beging, hat es sich eigenem Selbstverständnis gemäß das Vorrecht, die Auszeichnung und die Ehre erworben, fortan besondere Verantwortung zu tragen. Der Massenmord an den Juden verpflichte, so meint man, Deutschland dazu, Israel mit Lob und Tadel moralisch beizustehen, damit das Opfer nicht rückfällig werde. Zwei angezettelte Weltkriege böten, so meint man weiter, die besten Startbedingungen, wenn es um den ersten Platz unter den Weltfriedensrichtern und Weltfriedensstiftern geht — frei nach der jesuitischen Devise, dass nur ein großer Sünder das Zeug zum großen Moralisten habe“

Konkret blieb seiner proisraelischen Linie treu, so schrieb Gremliza beispielsweise 2006: „So schwer es dem Freund des Friedens fallen mag, das zu begreifen: Israel führt nicht Krieg, wie die Deutschen ihre Kriege geführt haben und führen, nicht um Raum für ihr Volk ohne Raum, um den Zugriff auf Rohstoffe oder um weltpolitische Bedeutung. Israel führt Krieg, um den Juden, die der Hass der Völker nach Palästina getrieben hat, endlich ein Leben in Sicherheit zu bieten. Die Juden versuchen nicht, andere unter ihre Herrschaft zu zwingen oder zu ihrem Gott zu bekehren. Sie versuchen, sich zu retten.“

In „Allahs willige Vollstrecker“ schrieb Gremliza in seiner Kolumne im Jahr 2004 über die „dreihundertneununddreißig Toten, viele von Freiheitskämpfern in den Rücken geschossene Kinder“, den Anschlag von Islamisten in Beslan: „Dreimal täglich wie die Muezzine vom Minarett riefen die Meinungsmacher ihre Landsleute auf, um Himmels willen nicht dem Islam anzulasten, was sie da auf dem Bildschirm gesehen hatten. Der Islam, der wahre Islam, sei etwas ganz anderes als dieser falsche, fanatische, der Islamismus, von dessen Taten man nicht auf die Gemeinschaft aller an Allah Gläubigen schließen dürfe. Wie es aber kommt, daß die Taten der Islamisten bei den geistlichen wie den politischen Führern des guten Islam so gut wie keinen Widerspruch finden, sagten sie nicht. Das ist verständlich, denn guter und böser Islam sind keine Unterscheidung, sondern eine Unterstellung. Als jüngst Israels Luftwaffe bei einem Angriff auf ein Trainingslager der Hamas 14 Kämpfer dieser von den Freunden des guten Islam dem bösen Islamismus zugerechneten Truppe beim Einüben des Judenmords tötete, nannte der palästinensische Ministerpräsident Kurei dies ein »nicht zu akzeptierendes Verbrechen« und eine Antwort der Hamas darauf »gerechtfertigt«. Was immer Allahs Gläubige nämlich sonst trennen mag, es eint sie die Überzeugung, daß man mit Ungläubigen machen darf, was man will. Es liegt also durchaus so falsch nicht, wer den Terroranschlag auf die Schule in Beslan als kaukasischen Kopftuchstreit versteht. Allahs willige Vollstrecker, Chatami wie Mohammed Atta, die Taliban wie der Al-Aksa-Brigadier, sind nicht vom Himmel gefallen.“ Auch Gremlizas fundamentale Kritik am Islam brachte seiner Konkret viele Kündigungen.

Im Juni 2010 informierte ich Herman L. Gremliza und Stefan Frank über die antisemitischen Umtriebe in Jakob Augsteins Freitag. Stefan Frank schrieb mir: “Was Sie schreiben, ist alles sehr richtig, und Ihr Kampf gegen den Antisemitismus sehr wichtig, insbesondere, weil sie die Gefechte ins Hinterland des Feindes tragen. Nun wundere ich mich allerdings, dass Sie sich darüber zu wundern scheinen, dass der Feind sich das nicht länger bieten lassen will.“ Am 29.6.2010 antwortete mir Hermann L. Gremliza: (..) zurück von einer fernen Insel schnell einen Gruß, mit dem ich mich Stefan Franks Antwort anschließe. Wer mit Paech oder Watzal diskutieren will, soll es tun. Ich geh solange Sarah Silverman gucken. Ihr Gremliza“

Spätestens ab 2014 merkte man dem Herausgeber von Konkret seine schwere Krankheit in seinen Texten und in der Auswahl der in Konkret veröffentlichten Texte an. Einer dieser Tiefpunkte war ein Artikel von Bernhard Torsch in Konkret. Im Oktober veröffentlichte das Plenum des alternativen Kulturzentrums Conne Island in Leipzig eine Erklärung, in der es sich mit den gehäuften sexuellen Übergriffen durch überwiegend Flüchtlinge auseinandersetzt und offenbart das Scheitern ihres Versuches, sich „der Welle der Willkommenskultur“ anzuschließen. In Konkret 12/2016 bezichtigt der Konkret-Autor Bernhard Torsch das links-alternative Conne Island deshalb des Rassismus und wünschte den „jungen Männern mit Migrationshintergrund nur gutes Gelingen dabei“, „diese Inseln selbstgerechter Saturiertheit zu verwüsten“

Einige ähnliche Ungeheuerlichkeiten in Konkret der letzten Jahre verursachten unliebsame Kratzer und Beulen an Gremlizas Lebenswerk, seine Verdienste gegen linken Antisemitismus in seinen jahrzehntelangen Glanzzeiten machen ihn wie Wolfgang Pohrt trotz alledem unsterblich. Am 20. Dezember ist Hermann L. Gremliza nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren verstorben.

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch & Fleisch

Die braunen Wurzeln der Grünen

21. Dezember 2019

Mehmet Scholl war einer der intelligentesten und humorvollsten Fußballspieler des FC Bayern München auf und neben dem Fußballplatz. „Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich 67 Kilo geballte Erotik“, sagte er 1993 in einem Interview mit der FAZ und wenig später antwortete er auf die Frage nach seinem Lebensmotto: „Hängt die Grünen, so lange es noch Bäume gibt!“

Die Empörung war groß. Ein Politiker der Grünen übersah wie die Partei den paradoxen Hintersinn, die Dialektik der Aussage und erstatte Anzeige wegen Volksverhetzung und „Aufruf zum Mord“. Der bayrische Landesverband der Grünen forderte Bayern München auf, sofort alle Jahrbücher aus dem Verkehr zu ziehen oder jedem Exemplar ein Entschuldigungsschreiben beizulegen. Gegen eine Zahlung von 15.000 Mark für einen wohltätigen Zweck wurde das peinliche Verfahren eingestellt. Auf die Frage welche Partei er wählen wird sagte Scholl, er wird die Grünen wählen: „Ich kann sie ja nicht hängen lassen.“ Mehmet Scholl ist zuzutrauen bereits damals die Wurzeln der Grünen gekannt zu haben.

Die Umweltbewegung startete Ende des 19. Jahrhunderts als Lebensreformbewegung in Deutschland, die rasante Industrialisierung war Auslöser und Motor dieser Bewegung.  Die Entwicklungen der Moderne wurden in dieser Bewegung als Verfallserscheinungen angesehen und eine “Erlösung” versprachen sich die überwiegend völkischen, antisemitischen und eugenischen Esoteriker mit ihren “Reformen”. Die Lebensreformbewegung propagierte ein einfaches, natürliches Leben mit gesunder Ernährung, frischer Luft und Bewegung, statt Erotik eine nordische Freikörperkultur plus Rassenhygiene und Eugenik, einer Menschenzucht, die sich am Ideal blond, groß, muskulös orientierte. Ihr angeblicher dritter Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus beinhaltete einen agrarisch-handwerk­lichen “fairen” Kleinkapitalismus, vor­zugsweise in ländlichen Siedlungen und mit zinsfreiem Geld. Die Ernährungsreform, Landkommunen, die Gartenstadtbewegung, die Anthroposophie von Rudolf Steiner (1861-1925), Silvio Gesells Freiland- und Freigeldlehre sowie die Reformpädagogik  waren weitere wichtige Bereiche der Lebensreform. Rudolf Steiners “völkische Revolution”, war durchtränkt von Antihumanismus, Irrationalität, Rassismus und Antisemitismus. Er gab einflussreiche Anregungen für die Waldorfpädagogik, die anthroposophische Architektur,  Medizin,  sowie für die biologisch-dynamische Landwirtschaft. In Silvio Gesells (1862-1930)   Hauptwerk “Die natürliche Wirtschaftsordnung”  versprach der Zinskritiker, der in „gutes schaffendes“ und „böses raffendes Kapital“ unterschied,  die Lösung der kapitalistischen Widersprüche.

Die Lebensreformbewegung lieferte den Nazis nicht nur Ideen sondern auch Personal. Der führende NS-Rassenhygieniker Alfred Ploetz kam aus der Lebensreformbewegung, der Eugeniker und Antisemit Theodor Fritsch engagierte sich in der Gartenstadt-Bewegung. Der Landschaftsarchitekt Alwin Seifert  sorgte als „Reichslandschaftsanwalt“ dafür, dass die Seitenstreifen der neuen Autobahnen mit heimischen Bäumen bepflanzt wurden. Steppenlandschaften bezeichnete er als „undeutsch“ und forderte, von der Wehrmacht die im Osten eroberten Gebiete mittels Feldhecken „einzudeutschen“. Außerdem war Seifert für den Kräutergarten der SS im KZ Dachau beteiligt, in dem biologisch-dynamische Anbaumethoden getestet wurden. Seifert wurde nach dem Krieg Ehrenvorsitzender des Bundes Naturschutz. Der „grüne Flügel“ in der NSDAP  um Walther Darré und Alwin Seifert  schwärmte für regenerative Energien, alternative Heilkunst und biologische Landwirtschaft. Landwirtschaftsminister Walther Darré kooperierte mit Demeter, Weleda und den anthroposophischen, biologisch-dynamischen Landwirten. Die Artamanen innerhalb der NSDAP verbanden den völkischen Okkultismus der Ariosophie mit der Naturschwärmerei der Lebensreform, den Ideen der Naturschutzbewegung und dem Kulturpessimismus Oswald Spenglers. Sie verherrlichten die Bauern als die einzigen “organischen Menschen” und predigten die Abkehr von der “internationalen Asphaltkultur der Großstädte”.

Eine zweite Wurzel der Umweltbewegung ist die Esoterik, die seit Ende der 1960er Jahre  Westeuropa erreichte und seitdem unaufhörlich boomt. Unter dem Begriff New Age prophezeien allerlei Esoteriker ein „Neues Zeitalter“, in dem kosmische, göttliche Gesetze unser Leben regeln. Ein führender Ideologe der Öko-Esoterik war beispielsweise Rainer Langhans oder Dieter Duhm und bei den Anthroposophen Christoph Strawe. Beispielsweise versuchte die Öko-Sekte ZEGG mit ihrem Chefideologen Dieter Duhm, Ex-Sozialist und Aktivist der 68er-Studentenbewegung mit ökologischen Themen Anhänger zu rekrutieren und bezeichnete sich als „Forschungsstätte für ökologischen Humanismus“. Das Ziel sei „ein neues Konzept des Zusammenlebens und ein nettes Konzept der Liebe zu entwickeln“. Rassismus und die als „Ökokatastrophe“ bezeichnete Verschlechterung der Umweltbedingungen sind für die ZEGG ein Ergebnis der Unterdrückung der Sexualität. In den 1970er Jahren gab es eine Pädophilenbewegung die eine Senkung der Schutzaltersgrenzen für einvernehmliche pädosexuelle Kontakte forderte. So verwunderte eine Passage im Wahlprogramm der Alternativen Liste Berlin von 1981 nicht, im dem gefordert wurde sexuelle Handlungen mit Kindern nur dann zu bestrafen, wenn Gewalt angewendet oder ein Abhängigkeitsverhältnis ausgenutzt wird. Von Nostradamos, den Sonnentemplern, den Zeugen Jehovas über Helena Petrovna Blavatsky, der Tiefenökologie bis zu den Zeugen Greta Thunbergs ist es nicht weit.

In den Wirtschaftswunderjahren der Nachkriegszeit war der Naturschutz eher randständig, erst in den 1970er Jahren entstanden tausende von Bürgerinitiativen, wie beispielsweise die Anti-AKW-Bewegung. 1977 kam es zu einer „Beratungskonferenz“ unter anderem mit dem „Nazi-Journalisten“ August Haußleiter, Anthroposophen wie Joseph Beuys oder Leuten wie Rudi Dutschke im anthroposophischen Zentrum in Achberg bei Ravensburg, um Chancen einer Kooperation von „rechten“ und „linken“ Umweltschützern auszuloten. Gegründet wurden die Grünen schließlich 1980 in Karlsruhe, von überwiegend rechten Gruppen, die ihre Wurzeln in der Lebensreformbewegung hatten. In Baden-Württemberg mischte zudem der wichtigste Ideologe und Begründer der sogenannten Neuen Rechten, Henning Eichberg kräftig mit. Die ökosozialistische Fraktion, die sich aus den sogenannten K-Gruppen rekrutierte, hatten marxistische wirtschaftspolitische Forderungen. Diese Linken hatten bis dahin in Großstädten wie Berlin, Hamburg, München oder Freiburg eigene bunte und alternative Listen aufgebaut. August Haußleiter, der auf dem Saarbrücker Parteitag 1980 zu einem von drei gleichberechtigten Vorsitzenden gewählt wurde, war nach dem Krieg in der rechten Splitterpartei „Deutsche Gemeinschaft“ und nannte die Nürnberger Prozesse „das dümmste und infamste aller Strafgerichte“ und warf den Alliierten vor, die Konzentrationslager weiter zu benutzen. Während Leute wie Haußleiter für die Aufnahme der linken Listen plädierte, bekämpfte die Fraktion um die Rechtsaußen Herbert Gruhl und den Biobauern Baldur Springmann,  einem ehemaligen NSDAP-Mitglied dies vergeblich, so gelang bei der Bundestagswahl 1983 erstmals der Einzug in den Bundestag. Herbert Gruhl erlangte bereits 1975 mit seinem Buch  Ein „Planet wird geplündert größere Bekanntheit. So sind die Grünen aus linken und rechten Ruinen auferstanden.

Die Grünen waren von Anfang an eine elitäre Partei, eine Partei der überwiegend Besserverdienenden, die sich nur vordergründig für humane Werte, wie Gleichberechtigung der Frau, Aufklärung, Menschenrechte oder Religionskritik einsetzte.  Nur in ihrer Anfangszeit, in der Opposition setzen sich die Grünen, zumindest scheinbar für antiautoritäre Basisdemokratie, Pazifismus und Frauenrechte ein. Spätestens als die Grünen 1998 in der Regierung ankamen, zeigten sie ihren bedingungslosen Willen zur Macht und ihr vermeintlicher Umweltschutz wird seither zumeist auf Kosten der sozial Schwachen gefordert. Die aktuelle Diskussion um die Pendlerpauschale im Zusammenhang mit der CO2-Bepreisung belegt diesen Umstand  eindrucksvoll. Nicht zufällig wurde unter der rot-grünen Regierung Hartz IV eingeführt, Millionen Menschen die ihre Leben lang in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt haben gingen in die Armut um nur ein weiteres Beispiel zu nennen.

Unter dem Beifall von CDU und FDP führten die „pazifistischen“ Grünen mit der SPD den ersten Angriffskrieg Deutschlands nach 1945. Am 24.03.1999 führte die rot-grüne Regierung den Unrechtskrieg gegen Jugoslawien, unter Missachtung des Grundgesetzes, des Völkerrechts, der Genfer Konvention, des Nato-Vertrages und gegen die 2+4- Verträge. Der Außenminister der Partei „Die Grünen“, Joschka Fischer, begründete diesen Krieg mit Auschwitz! Weil das nationalsozialistische Deutschland in Auschwitz sechs Millionen Juden fabrikmäßig ermordete, war man nun scheinbar gezwungen zum dritten Male im 20. Jahrhundert Serbien zu überfallen und in Schutt und Asche legen. Die deutschen Tornados flogen in knapp drei Monaten 390 Einsätze und schossen 244 Harm-Raketen ab. Im Verbund mit amerikanischen und britischen Bombern ermordeten Schröders, Scharpings und  Fischers Soldaten Kinder in Schulbussen, bombten auf zivile Ziele, auf Produktionsstätten von Autos, Kühlschränken oder auf die chinesische Botschaft um die faschistische albanische UCK zu unterstützen. Die grün dominierte Friedensbewegung protestierte kaum gegen die 78-tägige Jugoslawienbombardierung. Während Politiker der Grünen den Einmarsch der Sowjetunion 1979 in Afghanistan massiv verurteilten, nichts gegen die islamistischen „Freiheitskämpfer“ um Gulbuddin Hekmatyar und Osama Bin Laden und ihre Terrorangriffen auf afghanische Schulen und Krankenhäuser von sich gaben, beschlossen dieselben grünen Politiker im Jahr 2001 mit Gerhard Schröder deutsche Soldaten in den Krieg gegen die Taliban nach Afghanistan zu schicken.

Während sich grüne PolitikerInnen für gendergerechte Sprache, für gleichen Lohn für gleiche Arbeit, für die Gleichberechtigung von Mann und Frau einsetzen, scheint sie die Ungleichbehandlung von Mann und Frau in islamisch geprägten Gesellschaften nicht zu tangieren. So meinte Claudia Roth am 8. Januar 2016 nach der Frauenjagt in Köln an Sylvester 2015: „Es gibt auch im Karneval oder auf dem Oktoberfest immer wieder sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Ein großer Teil der derzeitigen Empörung richtet sich aber nicht gegen sexualisierte Gewalt, sondern auf die Aussagen, dass die potenziellen Täter nordafrikanisch und arabisch aussehen.“ Die grünen Tabuisierungen und Verharmlosungen bezüglich der Zumutungen des Islam, vor allem des islamischen Terrors, spätestens seit dem 11. September 2001 würden ganze Bücherschränke füllen. 

Die Grünen haben vermutlich wegen ihrer Wurzeln ein größeres Antisemitismusproblem. Das fanatische Festhalten der Grünen am sogenannten Iran-Deal ist kein Zufall. Als der Irak 1990 tödliche Scud-Raketen auf Israel abfeuerte und Bagdad vermeldete, dass es nun Israel mit Chemiewaffen auslöschen wolle, meinte der antiimperialistische Grüne Christian Ströbele: „Die irakischen Raketenangriffe sind die logische, fast zwingende Konsequenz der Politik Israels“ und auf die Frage ob denn  Israel selber schuld sei, dass es mit Raketen beschossen wird, antwortete Ströbele: „Das ist die Konsequenz der israelischen Politik den Palästinensern und den arabischen Staaten gegenüber, auch dem Irak gegenüber.“  Nachdem Ströbele deshalb zurücktreten musste, solidarisierte sich Jutta Ditfurth unverzüglich mit Ströbele und meint wie er, die Juden sind selbst schuld am Antisemitismus. Stöbeles Partner Dieter Kunzelmann war von 1983 bis 1985 Abgeordneter der Alternativen Liste in Berlin, er steht beispielgebend für den Antisemitismus der Grünen. So reiste Kunzelmann mit seinen Berliner Tupamaros 1969 in die jordanischen Ausbildungslager der Judenmörder von der Fatah. In seinem „Brief aus Amman“ forderte er „die verzweifelten Todeskommandos“ der Palästinenser durch „besser organisierte zielgerichtete Kommandos zu ersetzen, die von uns selbst durchgeführt werden“. Die vermeintliche Tatenlosigkeit deutscher Linker führte Kunzelmann auf ihren „Judenknax“ zurück. Im Auftrag von Dieter Kunzelmann legte Albert Fichter am 9. November 1969 eine Bombe in das Jüdische Gemeindehaus in Berlin. In der folgenden Nacht werden antifaschistische Denkmäler in der Stadt mit den Worten „Schalom Napalm Al Fatah“ beschmiert. Die Liste der frauenfeindlichen, antisemitischen und teilweise  gegen die eigenen Grundsätze gekehrten Aussagen ist beinahe unendlich und würde hier jeden Rahmen sprengen.

Wenn man dies alles beiseitelässt, die aktuell beinahe religiös anmutende Hysterie der grünen Endzeit-Apokalyptiker kurzzeitig vergisst, dann sollten die Verdienste der Grünen nicht unerwähnt bleiben. Die Grünen haben zweifellos das Umweltbewusstsein aller Parteien und der Zivilgesellschaft geschärft. 1980 bedrohte der saure Regen den Wald, im Rhein gab es größtenteils kein Leben mehr, Firmen wie Bayer in Leverkusen vergifteten die Flüsse mit ihren giftigen Chemikalien beinahe unkontrolliert, im Ruhrgebiet konnte man keine weiße Wäsche aufhängen weil sie ein paar Stunden später schwarz gewesen wäre und rund 50 Prozent der Weltbevölkerung hungerte. Viele dieser Probleme wurden nach 1980 endlich von der Politik angegangen und entweder gelöst oder zumindest gemindert.  Abgasfilter für Autos und Fabrikkamine wurden vorgeschrieben und strengere Wasserkontrollen eingeführt. Der Ausstieg aus der Kernkraft ist beschlossen und der Ausstieg aus der Kohle ist nicht mehr aufzuhalten und das ist sehr gut so. Das Problem der Endlagerung der radioaktiven Abfälle ist unlösbar, niemand will in der Nähe seines Wohnortes ein atomares Endlager, Radioaktivität ist gesundheitsschädlich oder tödlich und Atomkraftwerke sind in Zeiten islamischen Terrors unkalkulierbare Risiken. Am Widerstand gegen die geplante Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf und dem damit verbundenen Einstieg in die Plutoniumwirtschaft hatten die Grünen massiven Anteil. So haben die Grünen schon den ein oder anderen Erfolg zu verbuchen und nicht zuletzt hatten die Grünen den besten Politiker, der jemals in den Bundestag gewählt wurde, den Oberbayern Hias Kreuzeder in ihren Reihen:

Bei der Bundestagswahl 1987 zog neben Otto Schily der Paradebayer, der „anarchistische“ Biobauer aus Freilassing, der Che Guevara aus Oberbayern Hias Kreuzeder für die Grünen in den Bundestag ein. Zur konstituierenden Sitzung erschien er in Lederhose, in seiner Messertasche steckte der obligatorische Hirschfänger. Unvergessen seine erste Rede im Bundestag. Der „Oskar Maria Graf“ des Bundestages sprach rücksichtslos bairisch ohne sich anzupassen. Kaum einer der Abgeordneten verstand ein Wort, worauf ihn die Bundestagsvizepräsidentin Annemarie Renger Kreuzeder unterbrach und ihn bat hochdeutsch zu sprechen. Es sei ja nicht seine Schuld, konterte Kreuzeder, wenn einige im hohen Haus Bildungslücken hätten. „I versteh euer Preißisch ja aa“, meinte der Hias und setzte ohne mit der Wimper zu zucken seine Rede in dem bairisch fort wie wir es in Oberbayern sprechen. In seiner Zeit als Parlamentarier hat der Freilassinger über 170.000 Mark gespendet, für sich selbst hat er pro Monat 3000 Mark behalten. Er hat sich immer geschämt für solch eine Arbeit so viel Geld zu bekommen. 1988 besuchte eine russische Delegation die Bundesrepublik. Kreuzeder nahm  am offiziellen Empfang von Martin Bangemann teil und brüskiert mit seiner Rede alle Anwesenden: „Glauben Sie ja den schönen Worten nicht, die Sie gerade gehört haben“, warnt er die erstaunten Gäste, „in Wirklichkeit will die deutsche Industrie Ihr Land bis auf die Socken ausziehen.“ Dann verließ er den Saal. Die Russen eilten ihm nach und baten um Aufklärung, wie habe er das gemeint wurde er gefragt. Wie ich es gesagt habe, entgegnete der Hias. Am 24. Februar dieses Jahres ist der Hias Kreuzeder 70 Jahre alt geworden, die Fahne von Che Guevara mit dem Motto „Kämpfen bis zum Sieg“ hängt noch immer an seinem Gartenzaun. Bei den Grünen ist er sehr schnell ausgetreten, Matthias Kreuzeder engagiert sich noch immer für die russischen Biobauern und ihre dortigen kleinbäuerlichen Strukturen.

Ob der Klimawandel nun zu 30 oder zu 100 Prozent menschengemacht ist, gegen eine gute Luft, frei von Radioaktivität und sonstigen Schadstoffen kann kaum jemand etwas einwenden, die diversen Umweltprobleme dieser Welt können nur mit Vernunft und sozialverträglich gelöst werden, irrationale Dieselfahrverbote sind jedenfalls nicht die Lösung. Die kanadische Firma Ballard Power ist der Marktführer der Brennstoffzelle. Brennstoffzellenautos, angetrieben mit Wasserstoff, gefördert von der Politik wären ein Schritt in die richtige Richtung. Wasserstoff wäre ein Energiespeicher mit dem der überschüssig hergestellte Ökostrom durch Photovoltaik und Windkraft gespeichert werden könnte. In Japan will Toyota Wasserstoff-Autos massentauglich machen, mit Hilfe gigantischer Subventionen. Der Mirai kostet aktuell noch 56.800 Euro und Toyota will in den kommenden Jahren davon 30.000 im Jahr verkaufen. Das ist Umweltschutz mit Vernunft, ohne die Esoterik und irrationale Hysterie der hiesigen Endzeit-Apokalyptiker. Die WKN von Ballard Power ist A0RENB und die von Toyota 853510.

Quellen: Peter Bierl – Grüne Braune, Umwelt, Tier und Heimatschutz von rechts | Peter Bierl – Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn

Ebenfalls veröffentlicht bei Fisch & Fleisch

Karl Wolff und seine Tochter Fatima

7. Dezember 2019

Karl Wolff trat 1931 der NSDAP und der SS bei, er wurde 1935 SS-Brigadeführer und am 30. Januar 1937 zum SS-Gruppenführer ernannt und kurz vor Kriegsbeginn wurde Wolff Himmlers Verbindungsführer zum Führerhauptquartier. Am 30. Januar 1942 wurde der Chef des „Persönlichen Stabes“ von Heinrich Himmler zum SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS befördert. Im September 1943 bis zum Kriegsende wurde er als bevollmächtigter General der Deutschen Wehrmacht in Italien zugleich Generalbevollmächtigter bei Mussolini und damit höchster SS- und Polizeiführer in Italien.

Karl Wolff war an der Deportation von mindestens 300.000 Juden in das Vernichtungslager Treblinka beteiligt. In einem Brief vom 13. August 1941 hatte Wolff seiner Genugtuung darüber Ausdruck verliehen, dass während der letzten zwei Wochen täglich ein Transport mit mindestens 5000 „Angehörigen des auserwählten Volkes“ nach Treblinka abgegangen sei. Karl Wolff sorgte für neue Transportkapazitäten um die Juden leichter aus den Gettos oder aus anderen Gebieten deportieren zu können. Außerdem leistete Wolff, der in „beratender Funktion“ an der „Endlösung“ teilgenommen hat“,  in seiner Funktion als Himmlers Stabschef, Beihilfe bei der Erschießung von Juden und Partisanen hinter der Front bei Minsk. Ende Februar 1945 war Wolff überzeugt, dass der Krieg verloren sei und nahm in Zürich Kontakt mit dem US-Geheimdienstchef Allen Dulles auf und leitete somit die Kapitulation der deutschen Streitkräfte in Norditalien ein. Auch deshalb wurde der SS-General in Nürnberg nicht vor Gericht gestellt, sondern trat als Zeuge der Anklage auf. Obwohl Wolff als engster Mitarbeiter Himmlers von Anfang an über die Gewalttaten des NS-Regimes informiert war, er so gut wie alle Konzentrationslager besucht hat, er in entscheidender Funktion die Deportierung der Juden organisiert hat, behauptete Wolff nach dem Krieg, von der Vernichtung der Juden erst 1945 erfahren zu haben.

Nachdem Krieg wurde Karl Wolff ein erfolgreicher Werbeagent in Köln und baute sich so seine Villa am Ufer des Starnberger Sees. Nach der Veröffentlichung seiner Memoiren im Jahre 1961 wurden die Öffentlichkeit und auch die bayerische Justiz auf ihn aufmerksam. Die „Aktivitäten“ als Schlüsselfigur in Himmlers unmittelbarer Umgebung führten am 30. September 1964, wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen zum Urteil von 15 Jahren Zuchthaus und zu 10 Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte.  Nach immerhin fünf Jahren Gefängnis  wurde Karl Wolff 1969 Haftverschonung wegen „krankheitsbedingter Vollzugsunfähigkeit“ gewährt, die ihm fünfzehn weitere glückliche Jahre in Freiheit bescherten.  In dieser Zeit konvertierte Karl Wolff zum Islam.

Während des 2. Weltkrieges kämpften weit über 250.000 Muslime für die deutsche Wehrmacht und in SS-Einheiten. Spätestens nach den ersten Niederlagen nach 1941 versuchte das NS-Regime zunehmend, Muslime zum Kampf gegen die gemeinsamen Feinde, die Briten, die Sowjetunion und die Juden zu mobilisieren. An den Kämpfen auf der Halbinsel Krim beispielsweise nahm auf deutscher Seite eine gemischte Sondereinheit der Wehrmacht mit dem Codenamen „Bergmann“ teil. Die Truppe in Bataillonsstärke wurde noch gegen Ende 1941 aufgestellt, Hitler und Himmler, waren da schon längst vom Islam fasziniert. So meinte der deutsche Führer: „Ich halte nur die Mohammedaner für zuverlässig, alle anderen für unzuverlässig (…) Diese Bataillone aus rein kaukasischen Völkern zusammenzustellen, halte ich im Augenblick für sehr riskant, dagegen sehe ich keine Gefahr in der Aufstellung rein mohammedanischer Einheiten.“ Auch Heinrich Himmler begeisterte sich für die muslimischen Freiwilligenverbände und suchte die Nähe zum Großmufti von Jerusalem. Beispielshalber die „13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“  war eine Gebirgs-Divisionen der Waffen-SS und bestand aus muslimischen Freiwilligen, die vom SS-Mitglied und Führer der Palästinenser al-Husseini, dem Großmufti von Jerusalem organisiert wurde.

Nach der deutschen Niederlage wurden all die Freiwilligen, die auf deutscher Seite mit deutscher Uniform gekämpft hatten von Stalin unerbittlich verfolgt. Die Hauptstadt der Bewegung, München war kurz nach dem Krieg die Stadt mit dem größten muslimischen Bevölkerungsanteil. Die Süddeutsche Zeitung nannte für das Jahr 1955 die Zahl von rund eintausend Menschen, die sich zum Islam bekannten. Die meisten dieser Flüchtlinge hatten während des Zweiten Weltkriegs auf deutscher Seite gekämpft und waren nun zwischen dreißig und vierzig Jahre alt. Unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit und trotz schwieriger Umstände bauten sie sich im armen Nachkriegsbayern eine neue Existenz auf. Bald entstanden in Baracken erste Betstuben und Treffpunkte. Tataren, Usbeken und viele andere zentralasiatische Freiwillige der Wehrmacht trafen sich zu Gebeten. Der tatarische Imam Abdullah Ilyas betreute beispielsweise die Gemeinden in München und Dingolfing. Der im Kaukasus geborene Ibrahim Gacaoglu  hatte sich 1942 der Wehrmacht angeschlossen, war Verbindungsoffizier der Freiwilligenverbände in Norditalien und war der Vorsitzende der ersten registrierten islamischen Gemeinschaft in Deutschland. Am 1. März schuf er mit anderen freiwilligen der Wehrmacht, der SS die „Religiöse Gemeinschaft Islam“  in der Achatstraße in Karlsfeld zwischen München und Dachau.  So verankerten Muslime aus der Sowjetunion den Islam in Deutschland. Politiker wie der rechtsextreme Theodor Oberländer, der das Bundesvertriebenenministerium leitete, halfen mit den Islam im Sinne der Bundesrepublik nutzbar zu machen. Oberländer war Wehrmachtstoffizier auf der Krim, er war einer der Wegbereiter der „Freiwilligenbewegung“. Das Bataillon „Bergmann“ nahm unter Oberländer an der Sommeroffensive 1942 teil. Laut Götz Aly war Oberländer der „Vordenker der Vernichtung“. In einem Sitzungsprotokoll von 1957 aus dem Bonner Vertriebenenministerium ist beispielsweise zu lesen: „Herr Namangani erhält den Auftrag,  zunächst einmal die mohammedanischen heimatlosen Ausländer und nichtdeutschen Flüchtlinge als religiöse Gemeinde um sich zu sammeln, um dann erst einmal den unliebsamen amerikanischen Einfluss, der der Bundesrepublik schädlich werden kann, auszuschalten und evtl. auch später (…) die Mohammedaner fremder Staatsangehörigkeit in seine religiöse Gemeinde herein zu bekommen.“

Eine große Moschee sollte in München gebaut werden, so schuf man dafür 1957 mit Unterstützung der deutschen Politik eine „Moscheebau-Kommission“. Der Vorsitzende der Kommission wurde Nuredin Namangani, ein ehemaliger SS-Führer aus Usbekistan, der bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes dabei war. Für die Münchener Moschee kämpfte auch der Muslimbruder Said Ramadan und fehlende Mittel steuerte letztlich das libysche Staatsoberhaupt Muammar al-Gaddafi bei. Das „Islamische Zentrum München“ und seine beschriebenen Vorläufer waren der Ausgangsort der Verankerung und Verbreitung des politischen Islam in Deutschland. Deutsche Konvertiten wie Axel Ayyub Köhler, Ahmad von Denffer, Tilman Schaible, Halima Krausen oder Fatima Grimm schlossen sich dieser Gemeinde an und spielten bei der Verbreitung des politischen Islam eine tragende Rolle.

Fatima Grimm wurde am 25. Juli 1934 als Helga Lili Wolff in München als Tochter des SS-Obergruppenführers und Generals der Waffen-SS Karl Wolff geboren. Bereits im Jahr 1960 legte sie in München das islamische Glaubensbekenntnis ab. 1962 zog sie mit ihrem damaligen Ehemann Omar Abdul Aziz nach Pakistan. Drei Jahre später kehrte sie mit ihrem Mann wieder nach München zurück um sich in der muslimischen Gemeinde zu engagieren. 1983 wurde die Ehe einvernehmlich geschieden. 1984 heiratete sie den verwitweten deutschen Konvertiten Abdul Karim Grimm und zog zu ihm nach Hamburg. Fatima Grimm zählt seitdem zu den wichtigsten und einflussreichsten Stimmen des politischen Islam in Deutschland. Jahrelang wirkte sie als Funktionärin in einer der ältesten noch bestehenden islamischen Vereinigung der Bundesrepublik, der „Deutschen Muslim-Liga Hamburg“. Die fundamentalistische Feministin Zainab al-Ghazali, die Begründerin der „Organisation Muslimischer Frauen“, dem weiblichen Pendant zur „Muslimbruderschaft“, zählte zu Fatima Grimms engen Bekannten. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland ernannte Fatima Grimm bereits vor Jahren zum Ehrenmitglied. Auffallend ist: Bei vielen dieser Organisationen gab und gibt es Berührungspunkte zur Ideenwelt der Muslimbruderschaften.

Die Mutter von fünf Kindern schrieb viele Bücher, zahlreiche Artikel und errag große Bedeutung als Übersetzerin von bahnbrechenden islamischen Büchern, darunter „Dieser Glaube – der Islam von Sayyid Qutb“. Sayyid Qutb (1906-1966), trat 1951 der Muslimbruderschaft bei. Er gilt als einer der wichtigsten islamistischen Denker des 20. Jahrhunderts. „Sein Essay „Unser Kampf mit den Juden“, der nach 1967 millionenfache Verbreitung fand und bis heute findet, macht die Juden für den weltweiten moralischen und sexuellen Verfall verantwortlich. Das Hauptthema von Fatima Grimm waren die Erziehung der Kinder und die Rolle der Frau im Islam. In einem Artikel für Al-Islam stellt sie wie in ihrem Buch „Frau und Familienleben im Islam“ die im Koran erlaubte Mehrehe des Mannes nicht in Frage. Sie verteidigte diese ebenso wie arrangierte Hochzeiten. Fatima Grimms bestätigte das Rollenbild, das sich im politischen Islam durchsetzt. Die Verantwortung der Frau als Anker der Familie, der Mann als Ernährer, der sich mit den Widrigkeiten der Außenwelt auseinanderzusetzen hat und so zwangsläufig die Führungsrolle übernimmt. In der Publikation von Fatima Grimm „Die Erziehung unserer Kinder“, die von islamischen Buchhandlungen gerne zum Kauf angeboten wird, setzt sie sich für ihr reaktionäres Familienbild, den „Dschihad“ ein und verwendet Begrifflichkeiten wie „dar ul-harb“, wörtlich übersetzt „Haus des Krieges“.

In dieser weit verbreiteten Broschüre schreibt Fatima Grimm: „Ich meine, dass wir etwa um das 15. Lebensjahr herum damit rechnen dürfen, unsere Kinder für den Begriff des Dschihad aufgeschlossen zu finden. Wir müssen ihnen dann zeigen, auf welchen Gebieten unser Glaube den Angriffen des dar ul-harb ausgesetzt ist, und ihnen Wege eröffnen, die es ihnen einmal ermöglichen sollen, die Verteidigung erfolgreich in die eigenen Hände zu nehmen. Dazu gehört, dass wir als Mütter nicht feige und ängstlich darauf bedacht sind, unsere Söhne vor jeder Gefahr zu bewahren. Wir könnten es sowieso nicht, denn wenn Gott ihre Stunde für gekommen hält, kann sie ebenso ein Auto überfahren oder eine Krankheit heimsuchen. Vielmehr sollten wir ihnen immer vor Augen führen, was für eine großartige Auszeichnung es für jeden Muslim ist, für die Sache des Islam mit der Waffe in der Hand kämpfen zu können. Einen größeren Verdienst kann er sich ja durch nichts auf Erden erwerben.“ Sollte der junge Mann nicht in der Lage sein, gegen die Feinde des Islam zu kämpfen, dann könne man „ebenso mit Wort und Schrift für die Sache Gottes streiten, man kann als Arzt kranken und verwundeten Muslimen helfen, man kann als Ingenieur wichtige technische Geräte entwickeln, als Architekt lebensnotwendige Gebäude errichten — diese Reihe ließe sich bis ins Unendliche fortsetzen“. Fatima Grimms Ansichten zur Erziehung von Mädchen sind nicht weniger reaktionär: Sie unterstützt zwar „eine gute Ausbildung“, auf der anderen Seite fordert sie „entgegen dem allgemeinen Trend unserer Zeit“ eine echte Begeisterung für die Aufgaben als Frau und Mutter. Frauen sollten sich mit Enthusiasmus der „islamischen Erziehung“ widmen: „Und dann wird uns mit Gottes Hilfe auch der Erfolg beschieden sein, der einmal den endgültigen Triumph des Islam auf Erden herbeiführen wird.“

Fatima Grimm starb 2013 in Hamburg. Der von Lamya Kaddor. gegründete „Liberal-Islamische Bund“ in dem Grimm Mitglied war, schreibt in einem Nachruf auf die „herausragende Persönlichkeit, der zahllose Muslime und Musliminnen in Deutschland sehr viel zu verdanken haben“ verbunden mit dem Wunsch: „Möge Gott sie ins Paradies aufnehmen…, und möge sie immer einen Platz in unserer dankbaren Erinnerung einnehmen.“  Aktuelle Vorsitzende des LIB ist Odette Yılmaz,  die Nachfolgerin der aus Funk und Fernsehen bekannten, als liberal geltenden „Islamwissenschaftlerin“ Lamya Kaddor. Die Karriere der ehemaligen Hauptschullehrerin Lamya Kaddor ist, laut Stefan Frank eng mit dem Aufstieg des Islamischen Staates im Irak und in Syrien verbunden. Fünf IS-Terroristen, die Lamya Kaddor persönlich kannte und unterrichtete, beschlossen bekanntlich in Syrien ihre Ideen zu verwirklichen.

Karl Wolff starb am 15. Juli 1984 im Krankenhaus Rosenheim und wurde am 21. Juli 1984 auf dem Friedhof von Prien am Chiemsee beigesetzt. An seinem Grab sprach die Tochter Fatima Grimm in Anwesenheit von Vertretern des Islamischen Zentrums in München das islamische Totengebet. Wenige Meter von diesem Friedhof entfernt, vor einem Supermarkt hat im April 2017 ein Asylbewerber aus Afghanistan eine zum Christentum konvertierte Afghanin in aller Öffentlichkeit vor den Augen ihrer beiden fünf und elf Jahre alten Söhne  bestialisch ermordet.  Die 38 Jahre alte Mutter wurde von hinten angriffen, der Täter versuchte ihr den Kopf abzuschneiden und stach mindestens 16 Mal auf sie ein. Einschreitende mutige Passanten konnten den fanatisierten Dschihadisten erst zu spät überwältigen, sie konnten nur verhindern dass dem Opfer der Kopf ganz abgeschnitten wurde. Das „Vergehen“ der vierfachen Mutter war vom Islam zum Christentum überzutreten und laut islamischer Überlieferung wird gefordert: „Wer seine Religion wechselt, den tötet.“ Das Landgericht Traunstein verurteilte den Gotteskrieger zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und stellte eine besondere Schwere der Schuld fest. Die Verteidigung ging in Revision, da aus ihrer Sicht keine besondere Schwere der Schuld zu erkennen war. Während bei fast allen politisch motivierten Reden, Taten und Morden zu Recht die zugrundeliegende Ideologie hinterfragt und kritisiert wird, ist dies bei islamisch motivierten Reden und Taten kaum festzustellen. Eine Diskussion über die Ideologie des Islam löste die Tat von Prien weder überregional, europaweit, geschweige denn beim „Liberal-Islamischen Bund“  aus. Warum nur?

Quellen: Stefan Meining: Eine Moschee in Deutschland. Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam im Westen. Beck Verlag, München 2011 | Robert S. Wistrich: Wer war wer im Dritten Reich: Anhänger, Mitläufer, Gegner aus Politik, Wirtschaft, Militär, Kunst und Wissenschaft

Ebenfalls veröffentlicht bei Fisch und Fleisch

Ich war der Blogger fidelche in Jakob Augsteins antizionistischer Freitagscommunity

20. August 2019

„Was der Antisemit wünscht und vorbereitet ist der Tod des Juden“ Jean Paul Sartre

Im Januar 2010 stieß ich zufällig auf die Internetseiten von CASMII (Campaign Against Sanctions and Millitary Intervention in Iran). Schnell stellte ich fest, dass es sich bei CASMII um eine iranische Lobby-Organisation handelte. Die Seiten von CASMII waren Hort einseitigster Propaganda für den Iran und gegen Israel.  Ich ergoogelte die Autoren und stellte fest, viele Autoren von CASMII schrieben in der mir bis dahin kaum bekannten Wochenzeitung „der Freitag.“ Jakob Augstein hatte das ohnehin israelkritische  Blatt im Jahr 2008 übernommen und machte den Versuch einer Verschmelzung von Redaktion und Leserschaft, gleichzeitig formte er das irgendwie linke Blatt zum deutschsprachigen Sturmgeschütz der Israelkritik. Leser konnten eigene Artikel schreiben und diese wurden in der sogenannten Online-Community diskutiert und teilweise in der Printausgabe gegen geringes Entgeld gedruckt. Diese Artikel, egal ob von Lesern oder Redakteuren geschrieben, hatten es in sich. Wöchentlich wurden zu dieser Zeit im „Freitag“ von der Redaktion und aus dem Bloggerbereich bis zu zwanzig Israel dämonisierende und oder delegitimierende Artikel, mit entsprechenden Kommentaren veröffentlicht. Ich entschied mich Widerspruch einzulegen, meldete mich im Januar 2010 an. Symbolträchtig gab ich mir den Bloggernamen fidelche, eine Kombination aus Fidel Castro und Che Guevara, mein Titelbild des Blogs waren die selbstfotografierten blauen Balkone am Parque Cespedes in Santjago de Cuba, wo Fidel Castro den Sieg der Revolution über die Batista Diktatur verkündete.

 

Im Hinterland des Feindes

Am 11.02.2010 veröffentlichte ich im „Freitag“ meinen ersten Artikel „Die Linke, Israel, Jean Améry und der ehrbare Antisemitismus“  und wirbelte von da an die antizionistische Gemeinde mächtig durcheinander. Die Verteidigung Israels und die Kritik am linken Antisemitismus machte die Community fassungslos. Wütende Hasstiraden gegen Israel und Beleidigungen gegen mich waren in den rund 500 Kommentaren die Folge, wie beispielshalber: „Ich habe den Gaza-„Krieg“ verfolgt, und ich habe geweint, als ich die Bilder gesehen habe. Tote Kinder. Kinder mit Kopfschüssen.“ (tinktankgirl) oder „Halt die Klappe“ (Magda) oder  „Der Zionismus ist rein ideologisch der Zwillingsbruder des nationaldeutschen Imperialismus, und genauso wie der fühlt er sich immer zu kurz gekommen.“ (zelloti) oder „Eine Kritik an der menschenverachtenden Politik Israels gegenüber dem palästinensischen Volk ist kein Antisemitismus“ (Fro) oder „Sind Sie so ein bezahlter Propaganda-Schreiberling?“ (thinktankgirl) oder „Bist du erkenntnisresistent, lediglich kriminell uninformiert oder hast du schlichtweg grausige Lanngeweile über die Karnevalstage?“ (Eddie Sayyid) oder „Spielt Hamas in der gleichen Liga? Popelige Raketchen auf ein Dorf in der Wueste. Wer immer die abgeschossen hat. Was wird Hamas denn vorgeworfen?“ (Fritz Teich) oder „Wissen Sie fidelche, die ganze Zeit stören mich Ihre Unterstellungen, was wollen Sie damit erreichen? Das ist die Zionismus/Antisemitusmus Keule ist eine primitive Art der broderschen Dialektik sonst aber nichts anderes!“ (Feilong) oder „Israel ist ein Staat, der systematisch Tausende von Menschen umbringt, obdachlos macht, Familien auseinanderreisst und bei Menschen, die nicht streben Traumata herbeiführt (Bot) oder „Wenn Ahmadinedjad sagt, die Sonne ist heiß. Dann sage ich, der Mann spricht die Wahrheit (Fro) oder „Hoffentlich immunisiert dieser blog vom fidelche die Freitag-Communitiy davor, künftig auf derartig dümmliche Provokationen zu reagieren“ (weinsztein) Als ich am Ende des Kommentarstranges die Bemerkung machte, hier gäbe einige schöne Beispiele für linken Antisemitismus wurde 90 Sekunden später der Artikel für weitere Kommentare gesperrt und mein Kommentar gelöscht, alles andere blieb stehen. Bei meinem zweiten Beitrag „Slánský, Stalin und der linke Antisemitismus“ verhielt es sich wie auch später identisch. Argumente hatte die „Avantgarde“ des „Freitags“ keine, Kommentare wie „fidel’che! komm runter von deinem thron! im zweifel ist’s eh nur der olle pisspott aus kindertagen“ (Rahab) oder „rechtes Torpedo..“ (Uwe Theel)  oder „Systematisch codierst Du das in Deine Parteinahme für den Zionismus und die viehische Gewalttätigkeit seiner realen Vertreter“ (TomGard) waren die Regel. Mir war von Anfang an klar dass ich auf Beleidigungen nicht entsprechend reagieren dürfe, da dies meinen sofortigen Ausschluss bedeutet hätte.
Es hatte den Anschein, für die „Avantgarde“ und die Redaktion des „Freitags“ ist Antisemitismus nur anzunehmen wenn ein KZ-Aufseher Juden in die Gaskammer schlägt.  Für die „Avantgarde“ des „Freitags“ existierte weder islamischer noch sekundärer oder gar linker Antisemitismus. Über die Selektion von Juden in Entebbe durch deutsche linksradikale Terroristen im Juni 1976 wussten die wenigsten „Israelkritiker“ des „Freitags“,  für die wenigen die davon wussten war die Selektion eine Notwendigkeit im antiimperialistischen Kampf gegen die westliche Moderne und den „Brückenkopf der USA“. So diskutierten Redaktionsmitglieder mit ihren gleichgesinnen Bloggern, von der Anwältin über einem Lehrerausbilder bis zu einem ehemaligen WDR Fernsehkoch und gefühlt der gesamten Prominenz der „Israelkritik“ über die „Lösung der Judenfrage“. Die Antisemitismusdefinition der EUMC war den Schreibern des „Freitags“ genauso unbekannt wie der „3-D-Test für Antisemitismus“ vonNatan Scharanski.  Geschichtliches Wissen über Israel, über die Gründung Israels war im „Freitag“ und seiner Community kaum vorhanden. Die Vorgeschichte der Gründung, die Teilung Palästinas von 1923, die Rolle des Großmuftis von Jerusalem, die Vertreibung von 700.000 Juden aus den arabischen Ländern, die Charta der Hamas, die Rolle Deutschlands während des Yom Kippur-Krieges, all dies und vieles mehr waren „Böhmische Dörfer“ für die „Avantgarde“ des Freitags. Nur sehr wenige Ausnahmen bestätigen diese Regel.
Bevor ich am 27.4.2010 einen Artikel über die jüdische Vergangenheit von Bayern München und ihrem langjährigen Präsidenten Kurt Landauer, der in das KZ Dachau verschleppt wurde veröffentlicht hatte, knackte ein religionskritischer Artikel von mir mit einem Gedicht von Theodor Lessing am 2.4.2010, mit knapp 800 Kommentaren die bisherige Rekordmarke. Es stellte sich heraus, dass die Antizionisten des „Freitags“ überaus gläubig waren, ein möglicher weiterer Grund für ihre Judenfeindschaft. Alien59, eine in Jordanien lebende Islamistin, die rund 120 antiisraelische Artikel im „Freitag“ veröffentlichte, meinte„Ich bin der Auffassung, dass die Frage, ob der Koran, der Islam, frauenfreundlich ist oder nicht, irrelevant ist. Diese Frage ist Ausfluss einer Denkweise, die es sich anmaßt, Göttliches zu beurteilen. Nicht der Islam hat den Menschen angepasst zu werden, sondern die Muslime haben sich an den Koran zu halten.“
Als ich in einem Kommentar Hermann L. Gremliza zitierte, „Jedes Stückchen Emanzipation der Menschheit, noch das bescheidenste, ist nicht mit, sondern gegen Religion und Kirche erkämpft worden“ schrieb die bekennende Antisemitin Rahab, eine Wortführerin des „Freitag“ am 9.4.2010: „… dagegen fällt dir und gremliza auch nix besseres ein als der vorschlag, frauen sollten sich doch ihrerseits auch zu durchfickerinnen emanzipieren.“
Beleidigungen mit sexueller Fixierung waren das Markenzeichen der Anführerin der antisemitischen „Damen“ im „Freitag“. Innerhalb von wenigen Tagen „argumenierte“ Jakob Augsteins Frau fürs Grobe gegen mich wie folgt: „..und wenn männer (wie du und Gremliza) von „Menschenrechten“ reden, dann meinen auch sie, und dazu müssen sie überhaupt nicht in irgendeiner kirche oder dergleichen sein, das recht des mannes weiß und reich und meist schon ein klein bißchen älter (ums mal sehr verkürzt zu sagen). auch darauf geschissen!“ (Rahab 09.04.2010 um 10:40)
-“ …ganz einfach: weil du zu deinem Solon und seiner prostitution auch nichts sagst! – könntest du ja auch nur dann, wenn du gleichzeitig einräumtest, dass du deinen schwengel für die einzig wahre gesetzesquelle hältst“ (Rahab 08.04.2010 um 22:52)
„…wieviele hast du denn? rohre meine ich. (@fidelche)“ (Rahab 10.04.2010 um 09:17)
„…weißte, du uffgemotzter: schieb dir dein manna ins eigene rohr!“ (Rahab 08.04.2010 um 07:34)
– „…deine fragen sind so dumm – du mußt ein bezahlter schreiberling sein!“ (Rahab 14.04.2010 um 06:20)
„…preisfrage ohne sauternes: wieviele depperte eseln passen auf einen balkon?“ (Rahab 01.05.2010 um 17:43)
„…kriegst du ohne das keinen mehr hoch oder was?“ (Rahab 22.05.2010 um 19:43)
„…männer stehen auf nem balkon und holen sich einen runter“ (Rahab 14.04.2010 um 01:05)
Bei meinen letzten beiden Blogs am 12.5.2010 Proudhon, Gesell, Feder, Marx und die regressive Kapitalismuskritik und am 20.5.2010 Silvio Gesell, Rudolf Steiner und die „braune Soße“ thematisierte ich den strukturellen Antisemitismus der Zinskritik aus dem aktuellen Tagesgeschehen bis hin zu den Ursprüngen. Zum Knackpunkt wurden die Ansichten von Silvio Gesell, der in seiner Münchner Rede, nachdem die Räterepublik zusammenbrach, 1919 unter anderem sagte: „Völkisches Empfinden duldet keine Zinsknechtung anderer oder gar die Beteiligung daran. Wer noch etwas rassisches, völkisches Empfinden verspürt, der gehe in sich, tue Buße; der gestehe, daß er und seine Ahnen Verrat begingen am eigenen Volk, am eigenen Blut.“  Nur in einem kurzen Absatz sprach ich außerdem die Freilandtheorie Gesells an, in der Gesell Menschenzucht mit eugenischen Zielen propagiert.
Die Reaktionen waren grundsätzlich alle so zu erwarten. Einer der Startkommentare von Uwe Theel, einem Mitglied der Linkspartei, lautete: „Fidelche für Dich brauche ich nur einen Wasserschlauch, um Dir beim Rasen-Sprengen mal eine ernüchternde kalte Dusche zu verpassen. Wenn es Dir gefällt nennenn wir das dann eine Kondratjew-Welle.“
Aus den zweimal rund 400 Kommentaren überraschte dann doch eine antizionistische Autorin des „Freitags“, die Artikel in der Printausgabe des „Freitags“ veröffentlichte, die in Italien, in Ligurien lebte, die „stolz wäre“ (die Radikalantizionistin)  „Felicia Langer zu sein“ und unter dem Namen thinktankgirl im „Freitag“ bloggte. Meine Kritik an der sozialdarwinistischen Freiland-Theorie Silvio Gesells machte die Gesellianerin rasend. Sie behauptete mit einem Gleichgesinnten, der sich Columbus nannte, Gesells Lehre sei emanzipatorisch gewesen: „Bei Gesell hat er ja sogar den ausgesprochen emanzipatorischen Aspekt, in Liebesdingen von der ewigen Geldabhängkeit weg zu kommen Die Schrift Bachofens über das Mutterrecht, gab dazu Impulse.“
In rund 30 Kommentaren verteidigte thinktankgirl leidenschaftlich die sozialdarwinistische Freilandtheorie Silvio Gesells, mit „Was heute reaktionär erscheint, war damals emanzipatorisch“ startete sie, in weiteren über 30 Kommentaren phantasierte sie vom „Naturweib„, meinte beispielsweise „Gesells Hochzucht betrifft das ganze Menschengeschlecht und dahinter verbirgt sich die Entwicklungsidee des Hegelschen Weltgeistes“ und “ So kämen die Frauen wieder zu ihrem Wahlrecht, und zwar nicht zum wesenlosen politischen Wahlrecht, sondern zum großen Zuchtwahlrecht. Hier geht es nicht um eugenische Ziele, denen sich die Frauen zu unterwerfen haben, sondern darum, ohne Versorgungsprostiution mit Männern, die sexy sind, Kinder zu machen. Frauen wird ja heute immer wieder vorgeworfen, daß sie zwar mit den interessanten wilden Kerlen gerne rummachen, aber sich dann in die Versorgungsehe flüchten, um das Kuckuckskind aufzuziehen.“
Wegen meines absolut vorsichtig formulierten Satzes „Wer Begrifflichkeiten wie, „Hochzucht des Menschengeschlechts“, „Zuchtwahlrecht der Frauen“ oder „Erlösung von all dem Minderwertigen, mit dem die seit Jahrtausenden von Geld und Vorrecht geleitete Fehlzucht die Menschheit belastet hat“ um nur einige zu aufzuzählen, emanzipatorisch nennt, disqualifiziert sich um es mal vorsichtig auszudrücken“ kam es zu einer Redaktionskonferenz, die laut dem Moderationschef Jan Jasper Kosok einstimmig beschloss, mich auszuschließen. Zuvor meinte Rahab ihr thinktankgirl verteidigen zu müssen und schrieb in meine Richtung: „… du betreibst das, was manche euphemistisch sozialdarwinismus nennen. du betreibst „Selektion“! in meinen augen trittst du hier in der fc als ein dr.mengele und ein eichmann auf. widerwärtig.“ Entweder hatte die Redaktion des „Freitags“ genug von Kritik an ihrem Antisemitismus oder sie wollten ihre sozialdarwinistische Mitarbeiterin vor Nachfragen schützen oder die Redaktion des „Freitags“ hatte neben ihrem Antizionismus auch eine Vorliebe für die „Hochzucht des Menschengeschlechts“ nach der Lehre von Silvio Gesell. Eine endgültige Antwort dazu wäre Spekulation. Die Klarnamen der angesprochenen Blogger sind mir übrigens alle bekannt, tun aber für die Ausführungen nichts zur Sache.
Es würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen weitere israelfeindliche, islamophile und reaktionäre Ansichten hier zu dokumentieren. Beispielsweise forderte eine der genannten Radikalfeministinnen, eine „Dame.von.Welt“: „Scharia-konforme ‚Finanzprodukte‘ sind ausgesprochen interessant, waren von der Finanzkrise relativ wenig betroffen und werfen ein weiteres kleines Lichtlein auf das sehr weite Feld Scharia.“ Ein Bürger Fro forderte von Israel „sich dafür, nach 60 Jahren Unrecht, bei den Palästinensern entschuldigen und es als natürlich anerkennen, dass so etwas zu einer agressiven Gegenwehr führt – gerade sie müssten es eigentlich verstehen.“ Ein TomGard halluzinierte im „Freitag“  völlig unbehelligt von der Moderation vom „israelischen Apartheitsstaat“, von der „viehischen israelischen Regierung“ vom „KZ Gaza“, von „der wohlgeziehlten Schlachtung von palästinensischen Kleinkindern“ und von  „zionistischen Schlächtern“ die „absichtsvoll und systematisch“ die Palästinenser ermorden. Von den obligatorischen Israelgegnern Ludwig Watzal, Norman Paech, Mohssen Massarrat, Uri Avnery, Felicia Langer, Avraham Burg, Moshe Zuckermann bis hin zum damaligen „Ressortleiter Politik“ des „Freitag“ Lutz Herden und ihrer Sicht auf Israel ganz zu schweigen.
Nicht verschwiegen werden soll die rühmliche Ausnahme des „Freitags“. Per PN schrieb mir Mitte März 2010 ein Redakteur des Freitags: „Lieber fidelche, ich habe es aufgegeben, den Kampf zu kämpfen, den Du in deinen Blogs kämpfst, finde es aber äußerst erfreulich, dass Du Dich nicht unterkriegen lässt und den ganzen, unter anderem auch persönlichen Anwürfen, nüchtern und sachlich immer wieder die Fragen entgegenhältst, die manche Leute wohl einfach nicht beantworten können, weil sie in den Fragen schon einen Affront sehen. Danke dafür!“

Öffentlichkeitsarbeit und Betonoskar

Als kleine „Hommage“ an die Gesellianerin thinktankgirl betrat ich für ein paar Wochen als thinktankboy und später mit Manfred Breitenberger (die Trinität war geboren) die Freitagscommunity um letzte Informationen abzuholen. Noch Jahre nach meinem Ausschluss wurde jeder Neuankömmling in der Community, der ein vernünftiges Wort schrieb, verdächtigt „fidelche“ zu sein, wie h.vanna richtig bemerkte: „das Phantom Fidelche, zuweilen auch mit kombinatorischer Paranoia: So wurde ich schon missbilligend als „Fidelche“ angesprochen, noch bevor ich das „F-Wort“ der FC kannte“

Nun war die Zeit für die eigentliche Arbeit gekommen. Nach fidelches cosmos gründete ich dafür mein Blog Mission Impossible.  Der „Freitag“ wurde unter die Lupe genommen. Die Hauptakteure der Freitagscommunity porträtiert, der dortige Antisemitismus, der Hass auf Juden, der Islamismus öffentlich gemacht. Mittlerweile hatte ich einige Unterstützer gewinnen können und mit den Serien „Freitags Avantgarde“ und „Unterschätzte Publizisten“ mit jeweiligen Zitate-Sammlungen der bekanntesten Freitagsblogger, sowie Redakteuren wurden mit einem vielbeachteten Negativpreis des „Betonbloggers des Jahres“ durch ein vorheriges Voting der Leser abgeschlossen. Die Community des „Freitags“ schäumte entrüstet auf und einige der dortigen Aktivisten waren tatsächlich der Meinung ihre Beleidigungen und ihre antisemitische Hetze stände unter Urheberschutz, der rechtsfreie Raum des „Freitags“ gelte für das gesamte Internet.

Uwe Theel stellte im Juli 2010 öffentlich im „Freitag“ die Frage „warum eigentlich der Freitag nicht gegen den „cosmos“ des Fidelche“ vorgeht. Im sei zwar bekannt dass er selbst dagegen vorgehen könnte, doch hielte er es aber „für geboten, dass der Freitag dies zum Schutz seiner Blogger insgesamt aus eigener Vollmacht täte“  Wenige Stunden später schrieb Rahab: „der obigen anfrage Uwe Theels schließe ich mich an! könnte es sein, dass sich die redaktion durch diesen blog aus fidelches cosmos (Ist der Freitag eine antisemitische Zeitung) so arg unter druck gesetzt fühlt, dass sie nichts zu unternehmen gedenkt?

Die jeweiligen Portraits wurden von vielen Leuten in Mission Impossible ausgiebig diskutiert und der Fairness halber gab ich den „Avantgardisten“ die Möglichkeit sich zu verteidigen. Freilich durften sie hier ihre kruden Ansichten nicht verbreiten, obszöne und antisemitische Kommentare wurden von mir zensiert. Von Juni 2010 bis Mai 2012 wurden in Mission Impossile weit über 20.000 Kommentare abgegeben, ich saß beinahe täglich zwei bis drei Stunden vor dem PC um teilweise seitenlange  Kommentare freizuschalten und gegebenenfalls zu zensieren. Mit dem Betonoscar war auch ein Tippspiel verbunden. Buchpreise gab es für den 2. und 3. Platz und als erster Preis war eine Reise nach Ligurien zu gewinnen. Im Jahr 2011 wurde die Serie wiederholt und nicht überraschend gewannen Rahab und thinktankgirl punktgleich auf dem ersten Platz.

Im Juni 2010 verkündete der Online Chef des Freitags öffentlichkeitswirksam in der Freitag-Community das Verlinken auf meine Blogs wäre ab sofort verboten, mein Blog Mission Impossible sei ab nun Tabu. Wer sich aus dem „Freitag“ nicht daran hielt wurde gesperrt oder endgültig ausgeschlossen. Uwe Theel schrieb geknickt und konsterniert: „Was? Die Linke hat ein Tabu?“  Bereits im Juni 2010 benachrichtigte ich diverse Zeitungen, Publizisten, jüdische und nichtjüdische Organisationen was in Deutschland, im antizionistischen „Freitag“ 65 Jahre nach der Ermordung von sechs Millionen Juden wieder möglich ist. Der Publizist Stefan Frank schrieb mir „Was Sie schreiben, ist alles sehr richtig, und Ihr Kampf gegen den Antisemitismus sehr wichtig, insbesondere, weil sie die Gefechte ins Hinterland des Feindes tragen.“ Konkret twitterte im Juli 2010 „Verstößt Bloggen gegen Antisemitismus gegen die AGB des „Freitag“?“ Am 29. Juli 2011 erschien mein „Offener Brief an die isralische Botschaft“ und im April 2012 fragte mich Henryk M. Broder ob ich nicht auf seiner „Achse des Guten“ einen Beitrag über den „Freitag“ schreiben wolle, ich willigte ein und veröffentlichte am 20.4.2012 die Reservisten des Freitag auf der Achse des Guten. Eine neue Eskalationsstufe für die Freitagsblogger war erreicht. Eine Million Leser hat die Achse des Guten im Monat, die Besucherzahlen meines Blogs stiegen ebenso rapide wie die Unruhe in der Community des Freitags.

Auf seiner Achse veröffentlichte Henryk M. Broder weitere Artikel gegen den Freitag, so in „Wie der Herr, so das Gscherr“ über TomGard: „So was würde nicht einmal die Nationalzeitung drucken, aber Augstein und dem Freitag kommts grad recht. Verquastes, blödes, pseudointellektuelles Geschwätz eines Judenhassers, dem das Messer in der Tasche aufgeht, wenn er sich ans Schreiben macht.“ Einleitend schreibt Henryk M. Broder : „Jakob Augstein ist nicht nur ein lupenreiner Antisemit und eine antisemitische Dreckschleuder, er ist auch Verleger eines antisemitischen Drecksblattes, das aus der Konkursmasse der DDR übrig geblieben ist. Die Redaktion legt großen Wert auf die Interaktion mit der Leserschaft, was in der Praxis bedeutet, dass jeder Psychopath das Wort erteilt bekommt.“

Einige Freitags-Blogger entschuldigten sich nun bei mir per email für ihre Entgleisungen, unter anderem Magda Geisler, sie bat mich darüber hinauseinige gehässige Kommentare die gegen sie auf Mission Impossible geschrieben wurden doch nochmal zu lesen und gegebenenfalls zu zensieren. Der Bitte kam ich nach. Der „Siegerin“ des ersten Betonoscar-Wettbewerbers, einer radikalen Antizionistin, die unter dem Namen „Emma in Uniform“ im „Freitag“ bloggte und entweder mit dem Namen Emma Rotschild oder Emma Rothschild unterschrieb, ging es nach ihrem Sieg sehr schlecht, wie die anderen Blogger des Freitags weinerlich und anklagend berichteten, für einige Monate tauchte „Frau Rot(h)schild“ deshalb wohl auch unter.

Die „Israelkritiker“ des „Freitags“ waren stark verunsichert, antisemitische Artikel gegen Israel wurden von Monat zu Monat seltener im „Freitag“. Außerdem trennte sich der „Freitag“ bereits im Dezember 2011 von seinem islamophilen Sturmgeschütz, der Chefin der antisemitischen und esoterischen „Damengruppe“. Am 13.12.2011 schrieb Online Chef Jan Jasper Kosok in einem extra dafür geschaffenen Artikel „Irgendwie Schweigen„: „Liebe Community, vor Kurzem haben wir Rahab gesperrt. Dafür hatten wir unsere Gründe. Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass Rahab nicht aus politischen Gründen gesperrt wurde. Die Entscheidung basiert auf einer langen Geschichte verbaler Verfehlungen. Sie ist also auch nicht Ergebnis des Strangs, in dem die Sperre ausgesprochen wurde. Ohne Zweifel wurde sie provoziert (RdH ist ebenfalls gesperrt). Zweifelsohne hat aber auch sie bei der Wahl ihrer Verteidigung nicht nur in diesem Fall die Grenzen dessen, was die Netiquette hergibt, bei weitem überschritten. Dies mehrfach. Ebenfalls wurde sie gebeten, ihren Sprachstil zumindest soweit abzumildern, das er “durchgeht”. Inhaltlich hatte zumindest ich nie groß etwas auszusetzen, .. „

Rahab bezeichnete sich selbst im „Freitag“ als Antisemitin, denn „das sei ihr lieber als nen arsch verkniffnen Philosemiten zu geben“,  sie relativierte den Holocaust (..dass es in Hama nicht sehr viel heimeliger ausgesehen haben wird als in Bergen-Belsen und in Sinjar nicht sehr viel appetitlicher als in Dresden), sie bestritt dass der Holocaust ein Völkermord war, denn laut ihrer Auffassung sind die Juden kein Volk. Sie behauptete „Auschwitz sei das Gaza von heute“, bezeichnete Israel als „Apartheidstaat“, rief im „Freitag“ zum Boykott gegen jüdische Waren auf und behauptete dass in Israel Frauen gesteinigt werden.  So ist die Aussage Kosoks, dass die Bloggerin „Rahab“ nicht aus politischen Gründen gesperrt wurde, in sich konsistent. Mit ihrem Ausschluss verlor der „Freitag“ in jedem Fall eine wichtige Kämpferin für die palästinensische Sache, für den einen Staat Palästina, den sie immer forderte, freilich letztendlich ohne Juden.

Im Juli 2012 konnte man in Mission Impossible eine Villa im Tessin gewinnen. Zum zweijährigen Jubiläum von „Mission Impossible“ wurde der Aufklärung wegen eine Villa im Tessin an denjenigen Kommentator, an diejenige Kommentatorin übergeben dem/der die Suche nach der eventuell nichtexistierenden Nadel im Heuhaufen gelingt und unter den tausenden Artikeln im „Freitag“ über Israel oder den Iran 1.) einen pro-israelischen Artikel aus der Freitagsredaktion findet, oder 2.) einen Artikel aus der Freitagsredaktion findet, in dem die „Charta der Hamas“ und die islamfaschistischen Taten der Hamas thematisiert und entsprechend kritisiert werden, oder 3.) einen Artikel der Freitagsredaktion nachweisen kann, in dem die faschistische Politik des islamischen Gottesstaates Iran entsprechend kritisiert wird.  Wer zuerst einen entsprechenden Link in „Mission Impossible“ setzte, wäre am selben Tag Besitzer einer wunderbaren Villa im Tessin geworden.

Das Simon Wiesenthal-Center und der 9. Platz für Jakob Augstein

Die Nachricht schlug im Dezember 2012 wie eine Bombe ein. Das renommierte Simon Wiesenthal Center hatte den Herausgeber der antizionistischen Wochenzeitung „Der Freitag“, Jakob Augstein auf  Platz 9 ihres Antisemitismus-Awards gesetzt. Das Simon Wiesenthal Center ist eine internationale Menschenrechtsorganisation mit Hauptsitz in Los Angeles und setzt sich maßgeblich mit der Thematik des Holocausts auseinander. Es wurde 1977 gegründet beschäftigt sich mit Antisemitismus, Terrorismus sowie Völkermord und versucht gesuchte NS-Kriegsverbrecher der Justiz zuzuführen. Marvin Hier ist der Gründer und Leiter des Zentrums. Efraim Zuroff ist Direktor des Simon Wiesenthal Centers in Jerusalem und Koordinator der Verfolgung von Nazi-Kriegsverbrechen. Der Mitarbeiter des Simon Wiesenthal Centers Rabbi Abraham Cooper bedankte sich bei seinen Onlineaktivisten und sagte in einem Interview mit Stefan Frank„Wir haben eine internationale Schar von Mitgliedern und Onlineaktivisten, die uns aus allen Teilen der Welt informiert, auch aus Deutschland. Um es festzuhalten: Wir hatten keinen Kontakt zu Henryk M. Broder – nicht vor, nicht während und nicht nach der Auswahl.“

Nach dieser Nachricht floss bei Mission Impossible der Yarden Wein aus dem israelischen Golan in Strömen und die Sekretärinnen tanzten auf den Tischen bis tief in die Nacht. Das kleine Blog Mission Impossible schaffte innerhalb von nicht einmal drei Jahren eine Gegenöffentlichkeit und erschwerte „Israelkritikern“ das Handwerk. David siegte über Goliath, denn die Freitags-Community lag nun am Boden und hat sich bis heute nicht davon erholt. Anfangs wurden noch peinliche Ausflüchte gesucht, das Simon-Wiesenthal-Center habe kaum etwas mit dem Namensgeber zu tun, der Leiter des Zentrums habe eine „einseitige Sicht auf den Nahostkonflikt“ und überhaupt wurde die angeblich fehlende Differenzierung bemängelt. In der Tradition von NS-Propagandafilmen in welchen Ratten gezeigt werden und von Juden geredet wird, transportierten Freitags-Blogger nach dem 9. Platz ihres Hausherren ihren Hass auf mich, indem sie Kommentare mit Bildern von Ratten posteten, meinen Namen schrieben und meinten sich nun übergeben zu müssen.

Nach nun fast 10 Jahren ist der Israelhass des „Freitags“ nicht mehr mit dem von 2010 zu vergleichen, die Redaktion ist bedeutend vorsichtiger geworden. Lutz Herden ist nicht mehr Ressortleiter Politik. Israelfeindliche Texte erscheinen nur noch sporadisch, alle paar Monate und sind weniger extremistisch. Die ehemaligen „Israelkritiker“ bloggen nun vermehrt an anderer Stelle und die meisten von ihnen sind einen Tick gemäßigter geworden. Die Argumente zeigten wenn auch sehr spät ihre Stärke und ihre Wirkung und linker Antisemitismus wird nicht mehr ausnahmslos abgestritten. Viele wissenschaftliche Bücher sind über den linken Antisemitismus des Jakob Augstein geschrieben worden, zum Beispiel „Der Fall Jakob Augstein“ von Lukas Betzler/Manuel Glittenberg und selbst das deutsche Bundesinnenministerium hat vor ein paar Jahren den „Zweiten Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus“ veröffentlicht in dem der Fall Augstein ein Thema ist.

Das Schreiben im „Hinterland des Feindes“, Diskussionen im Verhältnis 1:100 mit ideologisierten Gegnern die ihren Freibrief nutzten, hatte seine masochistischen Aspekte, aber die  verbalen Siege gegen hilflose, argumentlose „Israelkritiker“ und islamophile Terror-Versteher machten auch verdammt viel Spaß. Die Arbeit und die Mühen haben sich gelohnt, aber auch ohne diesen grandiosen Erfolg bleibt die Erkenntnis, Judenhass und islamischer Terror darf niemals unwidersprochen bleiben.

 

In leicht gekürzter Form auch veröffentlicht bei Fisch & Fleisch

Eine ungehörige Analogie

25. Juli 2019

Am 2. Juni 2019 wurde vor seinem Wohnhaus der Regierungspräsident im Regierungsbezirk Kassel Walter Lübcke von einem Rechtsextremisten durch einen Kopfschuss aus nächster Nähe ermordet. Der Rechtsextremist Stephan Ernst widerrief zwar sein Geständnis, aber alle Indizien sprechen für seine Täterschaft.

Man darf nun gespannt sein wann endlich der SPD Politiker Heiko Maas der AfD einen Solidaritätsbesuch abstatten wird, wann Lamya Kaddor oder andere Medienprofis verkünden werden, dass der Mord nichts mit einem rechten Weltbild zu tun haben kann, denn rechte Ideologie ist schließlich rechtsstaatlich, wann die Zeitschrift Konkret die Tat mit den schwierigen und unwürdigen sozialen Verhältnissen der Kameraden in Kassel, in einer Welt in der ein Prozent der Menschheit, darunter der „reiche Jude“ Bernard-Henri Lévy, „so viel Vermögen angehäuft haben wie die restlichen 99 Prozent der Weltbevölkerung zusammen“, entschuldigt und wann die Kirchen, Gesine Schwan oder die Grünen verkünden werden, nicht alle Rechtsextremisten sind Mörder und Terroristen. Statements dieser Art sind längst überfällig.  Sind denn alle Experten schon in der Sommerpause?

Solcherlei Erwartungen rufen erwartungsgemäß fassungslose und wütende Reaktionen bei entsprechend gepolten Personen hervor. Für die einen ist man deshalb ein „Idiot“, und andere reklamieren für sich, dass niemand bei den Attentaten von Christchurch oder auf der Insel Utoya von westlichen oder christlichen Anschlägen spräche und eine Moschee zu besuchen sei „genauso wenig eine Verteidigung islamistischer Massenmorde.“

Die Anschläge von Christchurch oder auf der Insel Utoya verübten Rechtsextremisten und Heiko Maas besuchte nicht nur eine Moschee, er sprach die islamische Ideologie von jeder Schuld frei, er lobte, bestenfalls aus Ahnungslosigkeit, die Erklärung von Religionsvertretern, Religion hat mit Terror nichts zu tun: „Bibel, Thora und Koran sind Bücher der Liebe, nicht des Hasses.“

Nach so gut wie jedem islamischen Terroranschlag meinte auch die „Islamwissenschaftlerin“ Lamya Kaddor, das habe nichts mit dem Islam zu tun und wer sich im Februar 2015 in der linken Monatszeitschrift Konkret Solidarität mit den Opfern des islamischen Terrors von Paris erhoffte, hoffte vergebens. Im Gegenteil, die „soziale Frage“ wurde in den Mittelpunkt gestellt und dafür wurde sogar der „reiche Jude“ Bernard-Henri Lévy benötigt. So wurde in Konkret Lévys Artikel in der FAZ kritisiert, in dem dieser fordert, „ein für alle Mal mit dem beschwichtigenden Gerede aufzuhören, das uns so lange schon die nützlichen Idioten eines in die Soziologie des Elends und der Verzweiflung auflösbaren Islamismus vortragen.“ Konkret Herausgeber Gremliza schrieb dazu: „Eine Woche nach Lévys Auftritt wird gemeldet, dass ein Prozent der Menschheit so viel Vermögen angehäuft hat wie die restlichen 99 Prozent der Weltbevölkerung zusammen, 92 Milliardäre mehr besitzen als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Einen Meisterdenker kann das nicht erschüttern. Er zählt zur anderen Hälfte, wenn nicht zu dem einen Prozent.“

Selbstverständlich wird auch zukünftig niemand aus Politik oder Massenmedien nach dem nächsten Mord mit rechtem Hintergrund auf die schwierigen sozialen Verhältnisse von Rechtsextremisten verweisen oder feststellen, dass nicht alle Rechtsextremisten Mörder und Terroristen seien und selbstverständlich wird es sich beim nächsten islamischen Terroranschlag  genau andersherum verhalten.  „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: „Ich bin der Faschismus.“ Nein, er wird sagen: „Ich bin der Antifaschismus“, dieser Satz wird Ignazio Silone zugeschrieben. Silone trifft die aktuelle Misere fast, aber nicht perfekt, für faschistoide Zeitgenossen, die ideologisch motivierte Morde ignorieren, entschuldigen, verharmlosen oder gar rechtfertigen gilt der Satz von Bertolt Brecht: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“.

Georg von Grote und die Wiedergutwerdung der Deutschen

2. Juli 2019

Der Journalist, Freelancer und Hobbykoch Georg von Grote sorgt derzeit für Furore mit einem Facebook-Essay zu Carola Rackete, der deutschen Kapitänin, die sich Italiens rechtem Innenminister widersetzt hat. Georg von Gotes Beitrag wurde 74 Mal geteilt, hat viele Likes und wird überwiegend positiv bewertet. In seinem Beitrag schreibt Georg von Grote am 29. Juni 2019:

„Eine junge Kapitänin fordert nicht nur einen 100%igen Faschisten wie Salvini heraus, sondern entlarvt gleichzeitig auch die gesamte EU und macht unmissverständlich klar, dass die Europäische Menschenrechtskonvention nicht einmal das Papier wert ist, auf dem sie einst gedruckt und von den Staaten der EU unterzeichnet und ratifiziert wurde. Ein kleines Schiff, eine kleine Crew eine junge Kapitänin und 40 Schiffbrüchige an Bord entlarven einen ganzen Kontinent als das was er in Wirklichkeit ist, eine Ansammlung von machtgierigen, korrupten, inhumanen und vollgefressenen Politikern und Bürgern, die nur ihr eigenes Wohl im Auge haben.“ (..)

Ich habe die deutsche Staatsbürgerschaft. Aus Zufall, weil ich hier geboren wurde. Ich wurde nicht gefragt, ich hatte keine Wahl. Ich könnte auch als Senegalese geboren sein. Aber jetzt gelte ich nun einmal als Deutscher. Muss ich mich deshalb als ein solcher fühlen? Mich bindet nichts an dieses Land, nichts was mir andere Länder nicht auch bieten könnten. Ich bin diesem Staat auch zu nichts verpflichtet, es sei denn Respekt vor meinen MItmenschen zu haben. Wohlgemerkt Mitmenschen, nicht Mitdeutschen. Ich habe diesem Staat auch nichts zu verdanken. dieser Staat hat mir auch nichts geschenkt, was ich ihm zurückgeben müsste. Im Gegenteil. Jetzt werden einige kommen und etwas von Freiheit faseln, Meinungsfreiheit, Freizügigkeit, Demokratie und Frieden und was sonst noch. Sorry Leute, das alles hat der Staat uns nicht geschenkt, sondern das alles mussten und müssen wir uns immer noch erarbeiten, darum kämpfen. Staaten schenken einem nichts, egal in welchem man lebt und sich heimisch fühlt. Vor allem ist die Freiheit, die der Staat für sich definiert, nicht identisch mit der, die ich mir nehmen will und die mir zusteht. Um es für ein paar Begriffstutzige deutlich zu machen, das Verständnis von Freiheit eines Seehofer oder eines Scholz oder eines Gauland ist sich mit Sicherheit wesentlich näher als meinem Verständnis von Freiheit. Und Freiheit hat auch etwas mit Menschenrechten zu tun. Das eine geht ohne das andere nicht. Carola Rackete hat das begriffen und deshalb liegt sie mit ihrem Schiff, ihrer Crew und 40 HIlflosen vor Lampedusa und fordert die EU heraus, endlich Farbe zu bekennen und ein Walter Steinmeier sitzt derweil zu Berlin im Borchardt, schwingt hohle Phrasen und schlägt sich den Bauch voll. Und wenn er vielleicht genug intus hat, vom süffigen Roten, dann erzählt er möglicherweise die Geschichte von der St. Louis und ihrer Irrfahrt und ihrem Kapitän. Geschichten, die Deutsche immer gerne erzählen, wenn sie von dem ablenken wollen, was im deutschen Namen geschah und heute in deutschem Namen wieder geschieht. Carola Rackete ist eine junge Frau mit Prinzipien und Überzeugung und macht genau das Richtige. Sie hat nur den falschen Pass. Den deutschen. Hätte sie einen amerikanischen oder gar einen israelischen, dann hätte Salvini, trotz Trump und dessen Aversion gegen Zuwanderer, längst Feuer unterm Frack. (..)

In dem ersten Kommentar unter seinem Posting holt Georg von Grote noch einen wichtigen Gedanken nach, in dem er schreibt: „Carola Rackete wurde mittlerweile verhaftet. Und sie hat das Pech, dass sie keine Meşale Tolu ist, kein Denis Yücel. Carola Rackete hat ’nur‘ Menschenleben gerettet, das können weder Tolu noch Yücel auf ihre Druckfahnen schreiben.“

Der radikale Israel- und Judenhasser Georg von Grote, der Israel unterstellt einen „Vernichtungskrieg mit ethnischen Säuberungen“ zu führen, der Netanjahu, Liebermann, Bennet, Feigelt als „Staatsterroristen“ die ihre „Killertruppe von der Kette“ lassen beschuldigt, der den Zentralrat der Juden als „verbale Killertruppe“ denunziert, der dem Judenstaat eine „Blut- und Bodenpolitik“ unterstellt, veröffentlichte in Jakob Augsteins antizionistischen „Freitag“ am 5.4.2012 seine „Nachgedanken“ zum israelfeindlichen Grass-Gedicht:

„Ich bin ziemlich erschüttert. Ich dachte, das neue freie Deutschland hätte sich langsam aus den sich selbst auferlegten Fesseln gelöst. Grass hat gezeigt, dass dem so nicht ist. (..) Meine Eltern waren im Krieg. Meine Mutter als Krankenschwester in Frontlazaretten, mein Vater als Generalstabsoffizier. Beide mehr unfreiwillig als freiwillig. Um das alles zu verstehen war ich viel zu jung. Auch als ich, weil ich im Ausland aufwuchs, als Deutscher verprügelt und geächtet war. Ich war zu jung, um das zu verstehen. Nur langsam, als ich älter wurde, redeten meine Eltern mit mir darüber und dann begriff ich auch langsam. (..) Ich fühlte mich aber nicht schuldig, aber verantwortlich und wunderte mich, dass man versuchte mir das jetzt einzutrichtern. Argumentationen mit den damaligen Lehrern führt auch zu nichts. Nur zu Verweisen. (..) Ich habe dann ab Anfang der 80er Israel oft besucht. Aber auch den Libanon, Syrien, Türkei, Jordanien, Ägypten, und Nordafrika auch den damaligen Iran. Je öfter ich in Israel war, desto unschuldiger fühlte ich mich. (..)

Über die Jahrhunderte der Diaspora hat sich bei Juden – und ich sag jetzt bewußt Juden und nicht Israelis – ein fast schizophrener Verfolgungswahn entwickelt. (..) Und aus Schuldgefühlen heraus, machen wir in Deutschland diesen Wahnsinn mit, statt einfach mal ganz klar zu analysieren und Eigeninitive zu ergreifen und auch klipp und klar einem Netanjahu oder auch einem Herrn Broder und allen anderen, die ihnen nachlaufen zu erklären: Nein! Da spielen wir nicht mehr mit! Grass hat nun den Anfang gemacht. Wir sollten mitmachen!“

Einige begeisterte Anhänger des Rackete-Essays des Georg von Grote habe ich mit diversen antisemitischen Aussagen ihres „Idols“ konfrontiert. Antisemitismus konnten die wenigsten und wenn dann nur halbherzig erkennen. Matteo Gesualdo Corvaja war beispielsweise der Meinung: „Grotes Kritik an Israel sei noch weit von Antisemitismus entfernt, da er sich auf israelische rechtsradikale religiöse Kreise beschränkt.“

Ohne jede Sympathie für Matteo Salvini oder die europäische Flüchtlingspolitik stellen sich nun verschiedene Fragen: Wieviel Wert haben die humanistischen Ansichten der angesprochenen Verteidiger von Carola Rackete wenn sie der Antisemitismus eines Georg von Grote offenbar nicht tangiert. Und vor allem warum setzten sich deutsche Israel- und Judenhasser überhaupt für Flüchtlinge ein?

Vermutlich ist Schuldabwehrantisemitismus eine der Antworten. Je öfter Grote in Israel war umso unschuldiger fühlte er sich. Grote spricht von „auferlegten Fesseln“ wovon sich das „neue freie Deutschland“ endlich befreien müsse. Den ganzen Kontinent nennt er eine „Ansammlung von machtgierigen, korrupten, inhumanen und vollgefressenen Politikern und Bürgern, die nur ihr eigenes Wohl im Auge haben.“  Carola Rackete ist für Grote eine gute Deutsche, wäre sie Amerikanerin oder eine  Jüdin würde es in Grotes Weltbild niemand wagen sie auch nur anzufassen, geschweige denn sie einzusperren. Deutschland wird wieder einmal ungerecht behandelt. Sie hat, laut Grote  das Pech, dass sie kein Halbtürke wie Denis Yücel ist.

Deutschland steht in der Welt des Georg von Grote, nachdem „Auschwitz endlich verjährt“ ist, nachdem „sich Deutschland aus seinen Fesseln befreit“ hat,  wieder moralisch über dem Rest Europas. Nicht nur in seiner Welt sind Deutsche gut und moralisch weltspitze und vor allem Italiener und Juden sehr, sehr böse und moralisch minderwertig. Georg von Grote hat den Mainstream erreicht.  Das Weltbild dieser wiedergutgewordenen Deutschen scheint endlich prima zu funktionieren. Grotes Artikel hätte das Zeug in der TAZ, der SZ abgedruckt oder in 3Sat vorgelesen zu werden. In Italien oder in Israel dürfte man die Angelegenheiten anders sehen, aber andere Wahrnehmungen und Empfindungen aus anderen Ländern haben Herrenmenschen noch nie großartig interessiert. Die deutsche Wiedergutwerdung ist für Georg von Grote und für viele Gleichgesinnte wohlverdient abgeschlossen. Während Israel gegen die „Friedenspolitik“ Deutschlands eine „Blut und Bodenpolitik“ betreibt und Israel einen „Vernichtungskrieg mit ethnischen Säuberungen“ gegen die palästinensischen Brüder und Schwestern führt,  lässt Italien Flüchtende lachenden Auges ertrinken, während Deutschland die Flüchtlinge gegen den Widerstand Italiens vor dem Ertrinken rettet. Eike Geisels treffende Polemiken über die „Banalität des Guten“ und die „Fortsetzung der Volksgemeinschaft mit anderen Mitteln“ erscheinen im Jahr 2019 als maßlos höfliche Untertreibungen.

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Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen

8. April 2019

„Mit Verlaub: Das ist unerträglicher, unverzeihlicher, von Grund auf verharmlosender und verlogener Kitsch (auf Basis eines Wikipedia-Artikels). Zumindest ist mir jetzt das Che-Profilbild, das mir immer ein Rätsel war, verständlicher.“ Dieter Sturm über den Nachruf auf Fidel Castro am 28.11.2016

„Ich finde es ja ein bisschen lustig, dass der Mann mit Fiedel Castro als Profilbild sich über geschmacklose Käseblätter aufregt, die tabu zu sein haben“ Matthias Achenbach am 7.3.2018

„Der Spaß daran, Exekutionen persönlich vorzunehmen, scheint vom Che-Titelbild auf jeden Fall abzufärben. Ich finde eine solch aktive und perfide Kollaboration mit Massenmördern wirklich schlimm. Ich werde eine Petition starten.“ Martin Stobbe am 7.3.2018

Kuba: Die Moncada-Kaserne | Der Blaue Balkon in Santiago des Cuba | Schulkinder in Holguin | Zwei Schuster in Trinidad | Entgleister Zug in Santa Clara

Sie beziehen sich auf Karl Marx und sie sprechen sich in ihrer Blase mit „Genosse“ an, sie halluzinieren von Che Guevara, dem „Massenmörder“ und verteidigen Jakob Augstein trotz seines Antisemitismus leidenschaftlich. Sie verwechseln Che Guevara mit Fidel Castro und können noch nicht einmal dessen Namen richtig schreiben. Was ist nur los mit dieser „Ideologiekritischen“ Linken?

Brasilien hat aktuell zwölf Millionen Analphabeten. 25 Millionen jugendliche Brasilianer drücken nicht die Schulbank weil sie, um nicht zu verhungern arbeiten, betteln, stehlen oder morden. Ein Viertel der Brasilianer lebt in extremster Armut und Brasilien hat mit über 60.000 Morden pro Jahr eine der höchsten Mordraten der Welt. Nicht nur in den Favelas in Rio de Janeiro gibt es keine funktionierende Kanalisation, selbst in den Wohngegenden der Mittelschicht laufen die Fäkalien in offenen Rinnsalen über hunderte von Metern in Richtung Strand und in der Nacht schlafen die unzähligen obdachlosen Eltern mit ihren Kindern auf Matratzen, neben eben diesen Rinnsalen auf der Straße. Aus El Salvador oder aus Honduras, in Ländern in denen die Gewalt und die Hoffnungslosigkeit noch größer ist als in Brasilien, fliehen derzeit tausende von verzweifelten Menschen in Richtung USA. Eine funktionierende Krankenversorgung, ein Sozialsystem, eine bezahlbare menschenwürdige Unterkunft oder Schulbildung sind Fremdwörter in den meisten Ländern Süd- und Mittelamerikas. Der Hinterhof der USA steht am Abgrund, denn Hunderttausende kämpfen täglich um ihr Überleben.

Durch einen Militärputsch kam 1952 der General und spätere Massenmörder Fulgencio Batista in Kuba an die Macht. Die Bevölkerung lebte unter Batista in bitterster Armut, rund fünfzig Prozent der Kubaner waren mehr oder weniger Analphabeten und es gab kaum medizinische Versorgung. Ein Drittel der arbeitsfähigen Bevölkerung war zu der Zeit dauerhaft arbeitslos. Die Landbewohner, die rund die Hälfte der Einwohner in Kuba stellen waren am meisten benachteiligt. Sie lebten in Palmhütten ohne Wasser und Strom. Über ein Drittel der Landbevölkerung litt unter Mangelernährung und Parasitenerkrankungen. 27 Prozent der städtischen und 61 Prozent der Kinder vom Lande besuchten keine Schule. Batista ermordete in seinem System des Terrors mit seinen Schergen rund 20.000 Kubaner und Kubanerinnen, teilweise nach bestialischer Folter. Zur Einschüchterung der Bevölkerung wurden viele der Ermordeten aus Autos auf die belebten Straßen geworfen. Die meisten oppositionellen Gruppierungen wurden verboten und von der Geheimpolizei Batistas erbarmungslos verfolgt. Batista ließ systematisch einsperren, foltern und morden und nebenbei war Kuba das Bordell der USA.

1958 ließ der Massenmörder Fulgenico Batista Ernest Hemingways Farm durchstöberten, wobei der Hund von Hemingway erschossen wurde. Fidel Castro, Che Guevara, Camilo Cienfuegos und mit ihnen tausende Revolutionäre bekämpften und besiegten zu der Zeit, getragen von der überwältigen Mehrheit der kubanischen Bevölkerung, das Terrorregime Batistas.  Für Hemingway war dies ein Signal zur Rückkehr nach Finca Vigia, die mittlerweile unter dem Schutz eines Mitgliedes der neuen Castro-Regierung stand. Auf dem Flughafen von Havanna wurde er von einer jubelnden Menge begrüßt, küsste die kubanische Fahne, missbilligte die Feindseligkeiten der USA gegen das neue Kuba und sagte, er fühle sich als echter Kubaner.

In Kuba kam es unter Fidel Castro zu umfangreichen Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen. Die Gleichberechtigung der Frau wurde festgeschrieben. Alle Bevölkerungskreise erhielten einen gleichberechtigten, kostenlosen Zugang zur medizinischen Versorgung und zu einer angemessenen kostenlosen Bildung. Die große Alphabetisierungskampagne setzt 1961 ein und hatte schnell Modellcharakter unter den Ländern der Dritten Welt. Im jährlich herausgegeben Index der menschlichen Entwicklung (HDI) belegte Kuba beispielsweise im Jahr 2014 Platz 44 und  lag damit gleichauf mit Bahrain und vor Bulgarien. Kuba hat nach der Kubanischen Revolution im Vergleich zum Rest Lateinamerikas und großen Teilen der restlichen Welt eine sehr niedrigere Kindersterblichkeitsrate, eine Lebenserwartung von knapp 80 Jahren und praktisch keinen Analphabetismus. Im Gegensatz zu so gut wie allen mittel- und südamerikanischen Ländern gibt es in Kuba keine “Favelas.”

Nach der siegreichen kubanischen Revolution kam es in La Cabana aber auch zur „Großen Abrechnung“. In La Cabana hatten die revolutionären Gerichte „1“ und „2“ ihren Sitz. Das erste richtete über Batistas Polizisten und Militärs und das zweite, das keine Todesstrafen aussprach, über Zivilpersonen. Den Vorsitz über das Gericht „1“ hatte Miguel Angel Duque de Estrada. Che Guevara gehörte keinem der beiden Tribunale an, jedoch überprüfte er als Garnisonskommandant die Berufungen. Castro verglich die Verbrecher der Batista-Diktatur mit den Angeklagten in den „Nürnberger Prozessen“. Im „Nürnberger Prozess“ wurden nach dem zweiten Weltkrieg Politiker, NS-Ideologen und Militärs, sowie Wirtschaftsführer der NS Diktatur angeklagt. Bekanntlich kam es dabei zu vielen Todesurteilen. Beispielsweise wurden Hans Frank, Wilhelm Frick, Alfred Jodl, Fritz Sauckel, Alfred Rosenberg, Joachim von Ribbentrop oder Wilhelm Keitel zum Tod durch den Strang von den Alliierten verurteilt. Neben den „Nürnberger Prozessen“ verurteilten in den drei Westzonen alliierte Militärgerichte insgesamt 5025 deutsche Angeklagte. In 806 Fällen wurden Todesurteile ausgesprochen, von denen 486 vollstreckt wurden. Die Nürnberger Prozesse haben eine Anzahl von Anwälten hervorgebracht, deren revisionistische Verteidigungsstrategien die Einstellung von Teilen der Bevölkerung in Deutschland damals und heute stark beeinflusst haben. Nicht nur rechtsradikale, antidemokratische Gruppierungen kritisieren seit über 60 Jahren diese Todesurteile. Zum 60. Jahrestag der Nürnberger Prozesse meinte der Ex-SDS Mann und heutige NPD/DVU Sympathisant, Bernd Rabehl: „Hier hätten „Killer über Killer zu Gericht“ gesessen. Der Prozess sei lediglich eine „Farce“ gewesen.“

In der Tradition von Bernd Rabehl phantasieren seit einiger Zeit allerlei Leute, auch aus dem linken Spektrum vom „Massenmörder“ Che Guevara. Wenn sich Superliberale, Erzkonservative oder Batista-Anhänger über den Tod von Fidel Castro freuen und Che Guevara verachten ist das wegen der entsprechenden Ideologie durchaus nachvollziehbar. Die hungernden Kinder in Haiti, die 68 Millionen Obdachlosen in Lateinamerika, die Straßenkinder von Brasilien brauchen doch nur die Ärmel heraufstülpen und endlich vernünftig arbeiten dann werden sie auch ein prima Leben haben.

Batistas linke Kombattanten aus dem „ideologiekritischem Spektrum“ müssen sich allerdings erstens  fragen lassen, wenn Che Guevara ein „Massenmörder“ war, wie verhält es sich dann mit „Bomber“ Arthur Harris, mit Mosche Dajan, Francis Beverley Biddle, Georgi Konstantinowitsch Schukow oder Yoni Netanyahu? Waren sie alle Massenmörder? Und zweitens sind die halluzinierenden „Ideologiekritiker“ Antworten auf die sozialen Fragen in Südamerika bisher schuldig geblieben, aber vielleicht kommt da ja in den nächsten 500 Jahren noch etwas.

Faszinierend bleibt jedenfalls einmal mehr die Linke mit all ihren exklusiven Strömungen. Den oftmals sehr jungen „Ideologiekritikern“ kann zu Gute gehalten werden dass sie den Kalten Krieg, mit seiner eigenwilligen Berichterstattung, in Ost oder West nicht live miterlebt haben. Wer in seinem Leben noch nie etwas von der Truman-Doktrin, von United Fruit in Guatemala, von den Contras in Nicaragua, von Mac Arthur in Korea, vom Tonkin-Zwischenfall in Vietnam gehört hat oder wem der Unterschied zwischen SS-20 und Pershing nicht geläufig ist oder wer Pershing für eine neue englische Biermarke hält, wer Che Guevara und Fidel Castro nicht auseinanderhalten kann, dem sollte man nicht böse sein, sie alle tun ihr vermeintlich Bestes, zu mehr reicht es eben nicht.

Es hilft im Übrigen dieser „ideologiekritischen“  Linken wenig, so lobenswert dies auch sein mag, wenn sie sich dem aktuellen Islamismus mit all seinen menschenverachtenden Ausprägungen entgegenstellt. Jedes Engagement dieser Leute gegen Antisemitismus, für die Vernunft und für die Aufklärung wird unter anderem durch ihre Ahnungslosigkeit und Ignoranz unglaubwürdig. In einer Zeit in der irgendwie „ideologiekritische“  Linke froh über Fidel Castros Tod sind, sie Che Guevara als Massenmörder bezeichnen und sie dann auch noch Jakob Augstein, vermutlich wiederum aus Ahnungslosigkeit, trotz seines elenden Antisemitismus bis aufs Blut verteidigen, in dieser Zeit wird das Elend der deutschen Ideologie wieder einmal beklemmend offenbar.

Man sollte sich freilich über Ideologen mit versteinerten Herzen nicht allzu sehr aufregen und sich den wichtigeren Dingen zuwenden. Bayern München, der Verein der in der Zeit des Nationalsozialismus als der „Judenverein“ galt, der zerschlagen werden musste, hat am Samstag den börsennotierten „Arbeiterverein“ aus Dortmund 5:0 geschlagen und ist auf dem besten Weg zur siebten Deutschen Meisterschaft in Folge. So bietet das Leben auch immer wieder seine Sonnenseiten.

 

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Der Iran-Deal

3. Dezember 2018

 „Sollte eines Tages auch die islamische Welt Waffen besitzen, die Israel bereits besitzt, dann würde die Strategie der Imperialisten zu Stillstand kommen, weil eine einzige Atombombe in Israel alles zerstören würde. Jedoch würde dies der islamischen Welt nur schaden. Es ist nicht irrational, solch eine Möglichkeit in Erwägung zu ziehen.“  Ali Akbar Hāschemi Rafsandschāni, von 1989 bis 1997 Staatspräsident des Iran

Als Donald Trump im Sommer 2018 verkündete aus dem sogenannten Iran-Deal auszusteigen und die Sanktionen gegen den Iran wiedereinzuführen war die deutsche Wirtschaft und die ihr angeschlossene deutsche Politik fassungslos. Thomas Oppermann von der SPD jammerte: „Es ist in schwerer Fehler der amerikanischen Außenpolitik.“ Sevim Dağdelen von der Linkspartei warnte: „Der Ausstieg der USA ist ein Einstieg in die Eskalation.“ Auf der Bundestagsseite der Grünen schreibt Omid Nouripour: „Die europäischen Signatarstaaten müssen daher im Falle eines einseitigen Rückzugs der USA nach allen Kräften versuchen, das Abkommen aufrechtzuerhalten.“ Auf allen Kanälen von der ARD bis zum ZDF war man sich einig, Donald Trump dreht wieder einmal durch, hält sich an keinen Vertrag und schadet wieder einmal der ganzen Welt. Die Frage was an dem Deal gut sein soll und was überhaupt konkret vereinbart wurde, wird von den meisten „Elite-Journalisten“ leider nicht gestellt. Vermutlich haben sie keine Zeit sich mit dem „Deal“ zu beschäftigen, deshalb hier in aller Kürze die wichtigsten Punkte:

Seit den späten 1980er Jahren greift das das islamische Mullah-Regime des Irans nach der Atombombe um vor allem Israel von der Landkarte zu löschen. Im Jahr 2015 kam es zum „historischen Abkommen“ zwischen den UN-Vetomächten plus Deutschland und dem Iran, im Januar 2016 trat es in Kraft. Laut Abkommen akzeptiert der Iran bis zum Jahr 2025 „Kontrollen“ für sein Atomprogram. Gering angereichertes Uran enthält nur rund vier Prozent von dem Isotop U-235, mithilfe von Zentrifugen kann dieser Anteil auf waffenfähige 90 Prozent gesteigert werden. Um den Bau der Atombombe zu verzögern verpflichtete sich der Iran seine rund 19.000 Zentrifugen auf 6104 zu reduzieren. Des Weiteren wurde vereinbart die Breakout-Timeline von bisher drei Monaten auf ein Jahr hochzusetzen, in der Atomanlage Fordo bis 2030 keine Anreicherung vorzunehmen und im Schwerwasserreaktor in Arak kein waffenfähiges Plutoniums herzustellen. Im Gegenzug werde der Westen seine Sanktionen Zug um Zug aufheben. Das Atomabkommen mit dem Iran war von Anfang an eine Totgeburt, war das Papier nicht wert auf dem es steht.

1) Die vereinbarten Inspektionen der IAEA müssen vor her angekündigt werden. Will die IAEA eine Einrichtung inspizieren, muss sie einen entsprechenden Antrag stellen. Hat der Iran dem innerhalb von zwei Wochen nicht stattgegeben, geht der Vorgang an eine gemeinsame Kommission, die eine weitere Woche Zeit hat und erst drei Tage später kommt es dann zur Inspektion. In dieser Zeit können freilich die iranischen Techniker alle kritischen Einrichtungen beiseite räumen. Der Wert einer solcherart verzögerten Kontrolle tendiert gegen Null.

2) Militärische Anlagen, also Anlagen die der Iran als militärisch deklariert, sind für Inspektoren von vorne herein nicht zugänglich. Der Iran entscheidet also wo kontrolliert wird. Als im August 2017 die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen forderte, auch die Militäranlagen der Mullahs zu inspizieren, kam prompt die Antwort von Irans Präsident Rouhani: Das werde man niemals akzeptieren. Wenn Kontrollen bezüglich kerntechnisch relevanter Einrichtungen in militärischen Anlagen des Irans grundsätzlich ausgenommen sind ist der Wert aller Kontrollen der IAEA im Iran gleich Null.

3) Der Iran hat nach dem Atom-Deal modernere Zentrifugen zur Urananreicherung entwickelt und seine Raketenforschung massiv vorangetrieben. Die Raketentechnologie ist im Abkommen auf Drängen des Irans ausgeklammert worden, obwohl die Raketentechnologie der andere Teil einer Atombombe ist. Die Ausklammerung des Raketenprogramms ist das naive „Sahnehäubchen“ des sogenannten Atom-Deals. Mit seinem Raketenprogramm und seinen Raketentests belegt der Iran ein weiteres Mal welche Vernichtungsabsichten er hat.

4) Für seine lächerlichen Zugeständnisse wurde der Iran mit Aufhebung der Sanktionen belohnt. Durch die Öl- und Gasexporte und die Freigabe der eingefrorenen Gelder kamen allein 2016 rund 100 Milliarden Dollar Auslandsvermögen in die Kassen des Regimes. So verwunderte es nicht das sich einige Tage nach dem Abkommen deutsche Wirtschaftsdelegationen in Teheran auf den Füßen standen. Das Machstreben des Irans erreichte durch den Atom-Deal seinen vorläufigen Höhepunkt. Mit den frischen Dollar-Milliarden wurden nicht die dringendsten Bedürfnisse der Bevölkerung gestillt, sondern so gut wie alle Terrororganisationen der Region gestärkt, zum Beispiel die radikalislamischen Terror-Milizen von Hisbollah und Hamas. Der Iran mischt sich seit 2016 massiver den je in die Bürgerkriege im Jemen oder in Syrien ein. In Syrien haben sich beispielsweise iranische Milizen an Vernichtungsaktionen gegen die Zivilbevölkerung und ethnischen Säuberungen beteiligt. Im Jemen werden vom iranischen Regime die Huthi-Rebellen mit Geld und Waffen unterstützt. Mit iranischen Raketen beschießen die schiitischen Huthi-Rebellen mittlerweile Saudi-Arabien. Der Libanon wird ohnehin vom Iran mit Hilfe der Hisbollah kontrolliert. Bedroht wird dadurch vor allem ein Land, das Land das der islamische Gottesstaat seit seiner Gründung von der Landkarte auslöschen will, nämlich Israel.

Das iranische Regime glaubt allen Ernstes an die mythische Figur des 12. Imam. Der 12. Imam, der Mahdi ist nach der Lehre der Zwölfer-Schia der letzte unmittelbare Nachkomme Mohammeds der im Jahr 874 als kleiner Junge spurlos verschwand. In der iranischen Verfassung ist festgelegt, wenn dieser „Imam“ irgendwann aus seiner Verborgenheit hervortritt wird ihm die Macht ihm Iran unverzüglich übertragen, da er die Welt von allen Übeln, also den Juden befreien wird. Der Iran, mit seinem systemimmanenten „Erlösungsantisemitismus“, seinem Glauben an die Wiederankunft des „Zwölften Imam“ ist ein Gottesstaat, der per Strafgesetz Menschen, meistens Frauen eingraben lässt um sie dann mit Steinen hinzurichten, dabei penibel die Größe der Steine und die Reihenfolge der Werfer festlegt. Im Iran sind Frauen Menschen zweiter Klasse! Frauen müssen sich in der Öffentlichkeit verschleiern. Verstöße dagegen werden mit Gefängnis oder Peitschenhieben bestraft. Im Iran werden Dieben die Hände oder  die Finger abhackt. Das iranische Regime leugnet den Holocaust und kündigt beinahe täglich die Vernichtung Israels an. Neben vielen anderen Repräsentanten des Regimes agitierte der Führer des Irans, Ali Chamenei, mehrfach vom „Krebsgeschwür Israel“. Am 3. Februar 2012 hetzte der iranische Staatspräsident beim Freitagsgebet in der Universität Teheran: „Bald wird sich die Welt vom zionistischen Regime, diesem Krebsgeschwür, befreien. Iran wird jedem helfen, der das zionistische Regime bekämpft, so wie es schon in der Vergangenheit Hizbollah und Hamas geholfen hat.“ Der im Westen als gemäßigt geltende Ajatollah und von 1989 bis 1997 Staatspräsident Ali Akbar Hāschemi Rafsandschāni verkündete anlässlich des al-Quds-Tages in Teheran am 14. Dezember 2001: „Sollte eines Tages auch die islamische Welt Waffen besitzen, die Israel bereits besitzt, dann würde die Strategie der Imperialisten zu Stillstand kommen, weil eine einzige Atombombe in Israel alles zerstören würde. Jedoch würde dies der islamischen Welt nur schaden. Es ist nicht irrational, solch eine Möglichkeit in Erwägung zu ziehen.“

Mit dem Atom-Deal wurde offenbar versucht den Bau der Atombombe für den Iran für kurze Zeit hinauszuzögern und das iranische Regime zu besänftigen. Diese Appeasement-Politik ist krachend gescheitert, das Regime hat sich keineswegs gemäßigt, ganz im Gegenteil, die massenhaften Hinrichtungen und Verhaftungen von Oppositionellen sind gestiegen und die Expansionspolitik des Irans wird immer offensichtlicher. Man mag von Donald Trump und seinem tölpelhaften Auftreten halten was man mag, den Atom-Deal zu kündigen war eine großartige Entscheidung. Die peinliche Politik für die Aufrechterhaltung des Abkommens der EU und Deutschlands spricht Bände. Für die aggressive Ausbreitung des Irans und seiner menschenverachtenden Ideologie sind eindeutig die Europäer mitverantwortlich. Anstatt Donald Trump und die iranische notleidende Bevölkerung zu unterstützen fallen die Europäer der Aufklärung, der Vernunft und den friedliebenden Demokratien, offenbar aus wirtschaftlichen Interessen, in den Rücken, denn von der Aufhebung der Sanktionen hat keineswegs die notleidende iranische Bevölkerung profitiert. Die iranische Opposition wurde und wird wieder einmal nicht vom Westen unterstützt, sie wird mit der Appeasement-Politik zum wiederholten Male verraten. Die größte Gefahr für den ohnehin brüchigen Weltfrieden ist eindeutig der Iran. Eine Atombombe in den Händen von wahnsinnigen, faschistoiden, religiösen, mittelalterlichen Antisemiten, die ernsthaft an die Wiederkehr eines „verschollenen Imans“ aus dem 12. Jahrhundert glauben, würde die Welt an den Abgrund bringen. Die peinlichste Rolle in der Angelegenheit übernimmt, neben den Handlangern des Irans wieder einmal die Linke, von den Grünen über die SPD bis zu Linkspartei mit ihrem verachtenswerten Verständnis für den Iran. Den Islamisten-Verstehern sei deshalb gesagt:

Wer sich gegen Atomkraft, Atomraketenstationierung, Frauendiskriminierung, Rechtsradikalismus, Holocaustleugnung, nationalsozialistische Judenverfolgung zurecht in Europa ausspricht und gleichzeitig das Atomprogramm des Irans rechtfertigt, die Frauenverachtung des Irans toleriert, die Menschenverachtung der Scharia-Gesetzgebung akzeptiert, die Holocaustleugnung des Irans als nicht so entscheidend betrachtet, den mörderischen Erlösungs-Antisemitismus des Irans nicht ernst nimmt, der hat sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügt hätte.

 

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Asia Bibi und die Gralshüter des Islam

13. November 2018

„Sie wünschen, daß ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so daß ihr alle gleich werdet. Nehmt euch daher keine Beschützer von ihnen, solange sie nicht auf Allahs Weg wandern. Und wenn sie sich abwenden, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet; und nehmt euch keinen von ihnen zum Beschützer oder zum Helfer.“ Sure 4:89

Die Religion des Friedens und der Nächstenliebe: Gläubiger beim GottesdienstDie Christin Asia Bibi wurde 2010 in Pakistan wegen angeblicher Gotteslästerung zum Tode verurteilt. Rund 40 weitere Menschen verbüßen in Pakistan wegen desselben absurden Delikts eine lebenslängliche Gefängnisstrafe oder warten auf ihre Hinrichtung. Nach acht Jahren Haft in der Todeszelle hob der Oberste Gerichtshof das Urteil gegen Asia Bibi im Oktober 2018 auf. Viele gläubige Muslime machte dieses Urteil rasend und muslimische Massenproteste auf den Straßen Pakistans waren die erwartbaren Folgen. Über eine Million tiefgläubige muslimische Männer gelobten ekstatisch, Asia Bibi mit bloßen Händen umzubringen. In den Straßen Pakistans spielen indoktrinierte Kinder die Hinrichtung von Asia Bibi unter “Hängt Asia“-Rufen durch, indem sie kleinen Puppen den Strick um den Hals legen und die Puppen fallen ließen.

Asia Bibi ist noch immer im Gefängnis. Die Familie ist seit der Zulassung der Berufung nicht mehr sicher, wechselt ständig den Aufenthaltsort und bat die Vereinigten Staaten, Großbritannien oder Kanada um Asyl. Der Anwalt der Familie floh aus Angst um sein Leben in die Niederlande. Großbritannien hat den Asylwunsch bereits abgelehnt. Seit dem islamischen Aufruhr nach den Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung geht die Angst um bei Europas Regierungen sich mit dem Islam anzulegen. Wie meist in solchen Fällen ist Appeasement angesagt. Was scheren da schon in Sonntagsreden hochgehaltene Werte wie die Meinungsfreiheit, Aufklärung und Menschenrechte.

Europäische Massendemonstrationen gegen die widerlichen Bilder aus Pakistan und für das Leben von Asia Bibi gab es nicht. Weltweite Massendemonstrationen von Muslimen, muslimischen Würdenträgern und ihren europäischen Verteidigern, die sich klar vom pakistanischen Mob distanziert, sich gegen die Todesstrafe bei Blasphemie ausgesprochen und die Freilassung von Asia Bibi gefordert hätten konnten nicht organisiert werden. Wütende und aufrüttelnde Artikel und Reportagen gegen die Zumutungen des Islam suchte man im deutschen Feuilleton und in den öffentlich-rechtlichen Medien vergebens.

Die islamistische pakistanische Regierung hat vor seinen noch radikaleren Einwohnern längst kapituliert, die freigesprochene Frau wird weiter festgehalten. Vor 30 Jahren gab es zirca 200 Koranschulen in Pakistan, heute sind es rund 50.000. Der wahabitische Islam hat der Region bitterste Armut und Terror gebracht. Der Westen ist dabei freilich nicht ganz unschuldig. Als die kommunistische Sowjetunion ab 1980 das Nachbarland Afghanistan säkularisierte, Krankhäuser und Schulen baute, Mädchen konnten in die Schule gehen, die Analphabetenrate wurde dadurch massiv gesenkt, unterstützten die USA, mit Deutschland und vielen anderen europäischen Staaten im Verbund mit Saudi-Arabien und den restlichen islamischen Ländern die islamistischen „Freiheitskämpfer“ um Gulbuddin Hekmatyar und Osama Bin Laden über Pakistan mit mehreren hundert Millionen Dollar pro Jahr und einer Propagandamaschinerie, die seinesgleichen vergeblich sucht,  damit diese mit Terrorangriffen auf afghanische Schulen und Krankenhäuser den alten Zustand wieder her bomben und morden konnten.

Der mittelalterliche Islam mit seinem religiösen Fanatismus zerstört das Leben einer Unzahl von Menschen. Die abstoßenden Bilder des islamischen pakistanischen Mobs müssten eigentlich die blinden oder debilen europäischen Verteidiger dieser Ideologie zu Reflexion und zur Revision ihres überholten Weltbildes veranlassen, was vermutlich ein ewiger Wunschtraum bleiben wird. Das Mindeste was man nun von der Bundesregierung fordern sollte,  ist alles zu tun um Asia Bibi inklusive ihrer Familie Asyl zu gewähren um sie endlich aus Pakistan herauszuholen. Erst mit diplomatischen Mitteln und dann notfalls mit einer Kommandoaktion. Papst Franziskus mit seiner Schweizergarde ist wie immer in jeder Hinsicht überfordert.

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