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Jutta Ditfurth und der antiimperialistische Antisemitismus

27. September 2016

Die Ditfurth Trilogie Teil 3

„Als die deutsche Bevölkerung die Wahrheit über Auschwitz erfuhr, erfuhr die englische Öffentlichkeit die Wahrheit über Dresden. (…) In Dresden ist der Anti-Hitler-Krieg zu dem entartet, was man zu bekämpfen vorgab und wohl auch bekämpft hatte: Zu Barbarei und Unmenschlichkeit, für die es keine Rechtfertigung gibt.“ Ulrike Meinhof in Konkret 3/1965

„Es ist einfach nicht wahr, dass – wie Thomas sagt – Ulrike Meinhof Dresden mit Auschwitz verwechselt hat. Damit unterstellt er, dass ausgerechnet sie nicht um die Bedeutung von Auschwitz gewusst habe.“ Jutta Ditfurth in Konkret 03/2008

„Die Aktion des Schwarzen September in München  hat das Wesen imperialistischer Herrschaft und des antiimperialistischen Kampfes auf eine Weise durchschaubar und erkennbar gemacht wie noch keine revolutionäre Aktion in Westdeutschland oder Westberlin. Sie war gleichzeitig antiimperialistisch, antifaschistisch und internationalistisch. (..) Sie hatten nur ein Ziel, nur ja dem Moshe-Dayan-Faschismus – diesem Himmler Israels – in nichts nachzustehen. (..) Die Aktion des Schwarzen September in München wird aus dem Gedächtnis des antiimperialistischen Kampfes nicht mehr zu verdrängen sein. Der Tod der arabischen Genossen wiegt schwerer als der Tai-Berg. (..) Solidarität mit dem Befreiungskampf des palästinensischen Volkes!“ Ulrike Meinhof in „RAF – Die Aktion des Schwarzen September in München – Zur Strategie des antiimperialistischen Kampfes“ zum Olympia-Attentat mit elf ermordeten israelischen Sportlern von 1972

„Ulrikes Texte waren Kampfesgrüße und keine Vernichtungswünsche, dazu sollten sie heute nicht verdreht werden. Sie war keine Antisemitin.“ Jutta Ditfurth zu Meinhofs Olympia-Attentat-Ansichten in Konkret 03/2008

„Friede heißt für uns Zerstörung Israels. Wir stellen uns auf einen totalen Krieg ein, einen Krieg, der Generationen hindurch dauern wird. Seit im Januar 1965 die Al-Fatah geboren wurde, sind wir der gefährlichste Feind Israels geworden … Wir werden nicht ruhen bis zu dem Tag, an dem wir in unsere Heimat zurückkehren und an dem Israel vernichtet ist …“ PLO-Führer Jassir Arafat 2002

„Sein wirklicher Name war Ali Hassan Salameh und er war der Sohn von Sheik Hassan Salameh, einem der  Helden des Aufstandes von 1936 bis 1939 gegen die britische Fremdherrschaft in Palästina und gegen die Zionisten.“ Jutta Ditfurth in ihrer Meinhof Biographie 2007 Seite 280

„Je länger der Brand in Palästina anhält, umso mehr festigen sich die Widerstände gegen das jüdische Gewaltregime in allen arabischen Staaten und darüber hinaus auch in den anderen moslemischen Ländern“   Alfred Rosenberg, führender Ideologe der NSDAP 1938

„Schieben wir also den Irrsinn antisemitischer „Logik“ zur Seite, könnten wir zur Kritik an den Menschenrechtsverletzungen, dem Rassismus und der Brutalität im Umgang des Staates Israel, des Militärs und eines Teils der israelischen Gesellschaft mit palästinensischen und arabischen Menschen kommen.“ Jutta Ditfurth am 22. April 2016 in Facebook

teil3Jutta Ditfurth hat sich vor vielen Jahren zweifellos Verdienste für die emanzipatorische Aufklärung erworben. Innerhalb der Grünen bekämpfte sie unter anderem, völkische Tendenzen und in ihrem Buch „Entspannt in die Barbarei“ thematisierte sie die sozialdarwinistischen und antisemitischen Lehren von Silvio Gesell.

Nachdem es lange Zeit sehr ruhig um sie wurde engagiert sich Jutta Ditfurth seit 2014 gegen die antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden.“ Sie entdeckte das soziale Netzwerk Facebook und setzte es für ihre politische Arbeit ein. Mit ihrer Kleinstpartei ÖkoLinX verließ sie 2016 „nach jahrzehntelanger (oft mühsamer) Mitarbeit“ das sogenannte „Revolutionäre 1. Mai-Bündnis“ in Berlin wegen der dortigen antisemitischen BDS und „F.O.R. Palestine“ Gruppierungen. Den Mahnwachen-Redner Jürgen Elsässer nannte Jutta Ditfurth im April 2014 in einem Fernsehinterview einen „glühenden Antisemiten.“ Mit einer umstrittenen Begründung gewann Elsässer in zweiter Instanz den von ihm initiierten Prozess. Die Verfassungsbeschwerde von Jutta Ditfurth wird aller Voraussicht im Sande verlaufen und damit hat die Ex-Grüne dem Kampf gegen den Antisemitismus einen Bärendienst erwiesen.

Jutta Ditfurths aktuelle Leidenschaft gegen den Antisemitismus ist nicht glaubwürdig. Sie erkennt zwar größtenteils den strukturellen Antisemitismus der Zinskritiker, den Antisemitismus der Verschwörungstheoretiker und der sogenannten Mahnwachen-Besucher, aber den sekundären Antisemitismus, den Antisemitismus nicht trotz sondern wegen Auschwitz blendet sie wie den Antizionismus nicht nur bewusst aus, sie tabuisiert jede Diskussion darüber. Ihrem vordergründigem Engagement steht ihr überholtes antiimperialistisches Weltbild im Wege, von dem sie sich, im Gegensatz zu vielen ihrer früheren Mitstreiter, nicht getrennt hat was der Rest dieses Beitrages versuchen wird zu belegen:

Anfang August 1990 überfiel der Irak das Ölscheichtum Kuwait. Am 17. Januar 1991 hatten die USA und einige andere Staaten begonnen, den Irak zu bombardieren.  Mit der Unterstützung von deutschen Firmen kam das Regime von  Saddam Hussein zu einer eigenen Giftgasproduktion und zu einer erhöhten Reichweite seiner Scud-Raketen. Bereits im März 1988 setzte Hussein flächendeckend dieses Giftgas gegen die Kurden in Halabdscha mit bis zu 5000 toten Kurden ein. Während der Irak tödliche Scud-Raketen auf Israel abfeuerte und Bagdad vermeldete, dass es nun Israel mit Chemiewaffen auslöschen wolle, demonstrierten deutsche „Friedensfreunde“ gegen den Krieg der USA mit Parolen wie „Kein Blut für Öl“ und „Gestern Dresden – Heute  Bagdad.“ Der antiimperialistische Grüne Christian Ströbele entlarvte sich wie folgt: „Die irakischen Raketenangriffe sind die logische, fast zwingende Konsequenz der Politik Israels“ und auf die Frage ob denn  Israel selber schuld sei, dass es mit Raketen beschossen wird, antwortete Ströbele: „Das ist die Konsequenz der israelischen Politik den Palästinensern und den arabischen Staaten gegenüber, auch dem Irak gegenüber.“  Wegen seiner antisemitischen Aussage verlor Ströbele seinen Sprecherposten bei den Grünen.

Jutta Ditfurth solidarisierte sich unverzüglich in der von ihr unterschriebenen Flugschrift: „Kriegsende – Vorkriegszeit“ mit Ströbele. So wurde in der Flugschrift beklagt, dass es gelungen sei, Ströbele zu stürzen, „weil dieser sich auf das Glatteis der Kritik an der israelischen Regierung begeben hat.“ Ditfurth war sich mit Ströbele einig: „Israel ist im Golfkrieg zwar nicht kriegsführende, aber kriegsbeteiligte Partei, die eigene Zielsetzungen verfolgt“ und „Die Bedrohungen der israelischen Zivilbevölkerung, die Opfer durch Raketen und Giftgas‚ made in Germany‘ sind … von den Alliierten und der israelischen Regierung, die den Krieg und die Zerschlagung des Irak unterstützt, mit zu verantworten.“  Dass Juden selbst schuld sind am Antisemitismus war wahrlich kein neues antijüdisches Ressentiment. Zu dieser Zeit trat der ehemalige SS-Soldat Günter Grass in einer Podiumsdiskussion gemeinsam mit dem israelischen Schriftsteller Yoram Kaniuk auf. „Kein Blut für Öl“ und „Es gibt keinen gerechten Krieg“ waren die Parolen des „Friedensfreundes“ Grass. Yoram Kaniuk  schreibt in seinem Buch „Der letzte Berliner“ über Grass: „Das Argument, dass alle Kriege unmoralisch sind, macht mir mehr Angst als hundert Haiders in Wien oder hundert Aufmärsche von Skinheads mit auftätowierten Hakenkreuzen.“ Somit sind die „Friedensbewegten“ der damaligen Zeit von Grass bis Ditfurth ideologisch mit den heutigen „Mahnwachen für den Frieden“ gleichzusetzen. Die Querfront von Nazis und Pseudolinken gibt es nicht erst seit heute.

Während sich Jutta Ditfurth zum islamistischen Terroranschlag vom 11. September mit  3.000 Toten bedeckt hielt, sieht man von ihrem geschmacklosen Hinweis auf den Putsch in Chile 1973 ab, bekundete sie ihre Amerikafeindschaft in einem Flugblatt „Kein Krieg gegen den Irak! – Kein Blut für Öl und Macht!“ im November 2002 zum Zweiten Irakkrieg: „Wir fordern die Bundesregierung auf, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Regierung der USA davon abzuhalten, ein weiteres skrupelloses Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen, das durch nichts zu rechtfertigen ist.“ Wenige Monate zuvor teilte Jutta Ditfurth auf der Berliner „revolutionären 1.Mai-Demonstration“ ihren interessierten Zuhörern ihre Erklärung des Nahostkonflikts mit: Ariel Scharon sei „kein Antisemit, sondern ein Kriegsverbrecher.“

2007 erschien von Jutta Ditfurth im rechtsbürgerlichen Ullstein-Verlag die Biographie von Ulrike Meinhof. Um Jutta Ditfurths antiimperialistisches Weltbild zu verstehen lohnt es sich dieses Werk näher zu betrachten. Ohne jede Distanz stellt Ditfurth Ulrike Meinhof als kluge, fleißige Revolutionärin und treusorgende Mutter ihrer Zwillingstöchter dar. Ohne sich kritisch mit der antisemitischen Ideologie, mit dem einseitigen antiimperialistischen Weltbild der RAF und der sie umgebenden Linken auseinanderzusetzen verfasst Jutta Ditfurth ein beinahe blindes Heldenepos. Über die Geschichte Israels, über den Antisemitismus der PLO hat Jutta Ditfurth offenbar genauso wenig Ahnung wie ihr Alter Ego Ulrike Meinhof oder sie verschweigt bewusst den eliminatorischen Antisemitismus der Feinde Israels oder der Juden in Palästina vor 1948. Ulrike Meinhof, würde sie noch leben, wäre diese unkritische Biographie vermutlich peinlich. Ihr wäre eine Abkehr ihres Irrweges, eine kritische Reflexion ihres Antiimperialismus jedenfalls eher zuzutrauen als ihrer Biographin. Auf Seite 276 schreibt Jutta Ditfurth beispielsweise im Partisanin-Kapitel:

„Die westdeutsche Linke hatte bis zum Sechs-Tage-Krieg an Israels Seite gestanden, daran hatten auch die Vertreibung der Palästinenser, die Suezkrise und die Aufrüstung Israels durch die USA und die Bundesrepublik nichts geändert. Den meisten Linken war nicht bekannt, dass in Israel nicht nur Juden lebten. Sie wussten nicht, welche sozialen Konflikte es dort gab und antiarabischer Rassismus in das Fundament der Staatsgründung eingeflossen war. (..)   Am 5. Juni 1967 griff die israelische Armee Ägypten und Syrien an und zerstörte in einer einzigen Nacht die gesamte ägyptische Luftwaffe. Israel besetzte den Sinai, Ostjerusalem, die Westbank und die Golanhöhen. Es verkleinerte die palästinensischen Gebiete und vertrieb Hunderttausende von Palästinensern.“

Mit diesen Sätzen deutet Jutta Ditfurth ihr schiefes und einseitiges Bild über Israel an. Ditfurth kritisiert die Israelsolidarität der Linken vor 1968 und unterstellt Rassismus im „Fundament der Saatsgründung.“ Kein Wort über den antisemitischen Terror der Palästinenser, über den Angriffskrieg der arabischen Staaten unmittelbar nach der Staatsgründung.  Kein Wort von der Vorgeschichte des Sechstagekrieges. Israel war umzingelt von etwa 250.000 Soldaten, davon fast die Hälfte im Sinai, über 2.000 Panzern und 700 Flugzeugen. „Wir wussten“, prahlte Ägyptens damaliger Präsident Nasser, „die Schließung des Golfs von Aqaba bedeutet Krieg mit Israel und das Ziel ist die Vernichtung Israels. Wie bereits beim Überfall von 1948 war man von arabischer Seite auf einen Vernichtungskrieg aus. Aus Ägyptens Radiosendern hallte es: Israel liquidieren! Der Ministerpräsident des Irak prophezeite: Es wird praktisch keine jüdischen Überlebenden geben. Die ägyptische Armee führte Kanister mit Giftgas mit sich, es stellte sich nur noch die Frage, ob den arabischen Armeen der Erstschlag gelang. Der israelische Ministerpräsident Levi Eschkol sagte am 21. Mai: „Die Ägypter planen die Meerenge zu schließen oder den Atomreaktor in Dimona zu bombardieren. Ein allgemeiner Angriff soll folgen. Es würde zu einem Krieg kommen, bei dem die ersten fünf Minuten entscheidend sein dürften.“

Auf den Seiten 280 bis 283 schreibt Jutta Ditfurth die PLO verniedlichend und ohne kritische Distanz über das „anstrengende Rebellenleben“ der RAF in Jordanien:

„1970 lebten etwa zwei Drittel der 2,5 Millionen Palästinenser als Flüchtlinge im Westjordanland, im Gaza-Streifen, in  den arabischen Staaten, in Israel und den USA. Seit Kurzem war die El Fatah die stärkste Widerstandsbewegung innerhalb der PLO und reorganisierte die geografisch weit auseinanderlebenden Palästinenser  im zivilen wie im militärischen Leben. Sie leitete Bildungseinrichtungen, Gesundheitseinrichtungen, aber auch Militärcamps. Seit 1948 hatte die UNO rund zwei Dutzend Mal beschlossen, „dass die Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren können.“ Israel ignorierte diese Forderung. Nach der Niederlage im Sechs-Tage-Krieg erkannten die Palästinenser, dass sie von den arabischen Staaten keine militärische Hilfe erwarten konnten. Da begann die palästinensische Widerstandsbewegung ihren Guerillakrieg gegen Israel.

Ulrike Meinhofs Gruppe wurde von den Vorausgereisten um Horst Mahler im Camp herzlich begrüßt. Sie glaubten alle, dass sie hier als selbstbestimmte Gruppe lernen und leben könnten.  Aber die rund zwei Dutzend Westberliner, politisch sozialisiert in der antiautoritären Revolte, begriffen bald, dass sie in ein militärisch-hierarchisch organisiertes Lager inmitten einer Armuts- und Kriegsregion gekommen waren, ein Lager, in dem der Kommandant für Disziplin sorgte. Sie sollten, wie in einer deutschen Jugendherberge, nach Geschlechtern getrennt übernachten, wogegen sie sich wehrten, einerseits aus Prinzip, andererseits gab es wenigstens drei bis vier Liebespaare unter ihnen.

Die Jüngeren der deutschen Gruppe erlebten zum ersten Mal Krieg. Der Großteil der PLO-Soldaten im Camp war durch Folter und Gefechte verletzt und traumatisiert worden. Mit den einfachen Soldaten konnten sich die Westdeutschen nur schlecht verständigen. Deutsch sprach nur Abu Hassan, der zur gebildeten palästinensischen Oberschicht gehörte und für die politische  Orientierung der militärischen Ausbildungslager zuständig war, Er kam ab und zu vorbei und dolmetschte oder die Deutschen fuhren zu ihm nach Amman. Sein wirklicher Name war Ali Hassan Salameh und er war der Sohn von Sheik Hassan Salameh, einem der  Helden des Aufstandes von 1936 bis 1939 gegen die britische Fremdherrschaft in Palästina und gegen die Zionisten.  (..)

Die Vorstellungen der einzelnen Gruppenmitglieder unterschieden sich so sehr wie ihre persönlichen Motive, nach Jordanien zu reisen. Ihre gemeinsame Zukunftsvorstellung war es, militanter zu sein als bisher. Sie fühlten sich als Teil einer internationalen revolutionären Bewegung. Vormittags und nachmittags wurden sie ausgebildet. Sie lernten mit verschiedenen Waffen und mit Sprengstoff umzugehen. Die Gluthitze, der Staub und das harte körperliche Training machten ihnen zu schaffen. Einer wie Horst Mahler, der vor Gericht eine gute Figur machte, wirkte hier unbeholfen. Es ärgerte Ulrike Meinhof, dass sie sich anfangs so ungeschickt anstellte. Einmal machte sie eine Handgranate scharf und rief, anstatt sie weit von sich zu werfen: „Was mach ich jetzt damit? “ — „Schmeiß sie weg! “, schrien die anderen und brachten sich in Sicherheit. Aber Ulrike Meinhof lernte schnell.“

Wieder betreibt Jutta Ditfurth einseitig Propaganda für die Palästinenser und sie verschweigt ihren Terror gegen Israel. Die Gruppe um Ulrike Meinhof, die von den Judenmördern der Fatah „herzlich begrüßt“ wurde, belegte bereits durch ihre Anwesenheit im Camp, durch ihre Sympathie für den Terror der Fatah und nicht zuletzt durch ihre Kooperation mit den Terrorgruppen der Palästinenser ihren Antisemitismus. Freilich nicht für Jutta Ditfurth, für sie ist die aktive Kooperation mit den Feinden Israels offenbar kein Problem. In den Baracken der Ausbildungslager der Fatah waren Hitlerbilder. Die RAF-Kader protestierten nicht dagegen, sie lebten in Zimmern mit Hitlerbildern, Judenmördern und Anhängern Hitlers. Neben den Kontakten zur RAF arbeitete die Fatah auch mit deutschen Neonazis um Willi Pohl zusammen. Warum thematisiert Jutta Ditfurth in keinem Kapitel diese Querfront?

Antisemitische von Nazideutschland unterstützte Mörder des Arabischen Aufstandes sind für Jutta Ditfurth Helden! Unfassbar! Amin al-Husseini (1893-1974) organisierte den „Arabischen Aufstand von 1936-1939, welcher nach Aussagen des Muftis ohne NS-Gelder nicht stattfinden hätte können, bei dem über 10.000 Juden aus jüdisch-arabisch gemischten Städten vertrieben oder ermordet wurden. Der Aufstand richtete sich gegen die Briten und vor allem gegen die jüdische Einwanderung. Trotz der hohen Opfer waren die Juden Palästinas und die Briten nicht die einzigen Ziele des „Arabischen Aufstands.“ Der arabische Terror in den eigenen Reihen forderte die annähernd gleiche Anzahl an Opfern. Die um Ausgleich mit den Juden interessierten Familienmitglieder der Nashashibis waren hauptsächlich die Leidtragenden. Amin al-Husseini bekämpfte, massiv unterstützt von Adolf Hitler, die Nashashibis, die Juden und alle prowestlichen, antiislamischen Einstellungen. Darüber und über die antisemitischen Vernichtungsphantasien der PLO gegenüber Israel erfährt der Leser von Jutta Ditfurth nichts. Ali Hassan Salameh, der Dolmetscher der RAF in Jordanien, dessen Vater Ditfurth als Helden des Arabischen Aufstandes bezeichnet, war einer der Drahtzieher des Olympia-Attentates von 1972.

Peter Bierl kritisiert an Ditfurths Meinhof-Biographie: „Ein Beitrag Meinhofs über die alliierte Bombardierung Dresdens ist für Ditfurth überhaupt kein Thema, obwohl der Text paradigmatisch für die Nähe deutscher Linker und jener Nazis ist, die NS-Verbrechen mit tatsächlichen oder angeblichen Verfehlungen der Alliierten verrechnen wollen. Meinhof zitiert David Irving, setzt den Massenmord in Auschwitz mit der Bombardierung Dresdens gleich, behauptet, die Deutschen hätten von der Shoa nichts gewusst und gelangt zu dem Ergebnis, einen gerechten Krieg könne es nicht geben.“  1965 schrieb Ulrike Meinhof in Konkret in ihrem Artikel „Dresden“, den Jutta Ditfurth in ihrer einseitigen Biographie mit keiner Silbe erwähnt:

„(..) Über 200 000 Menschen sind in den Flammen von Dresden umgekommen. Der Engländer David Irving schreibt in seinem Buch „Der Untergang Dresdens“: „Zum ersten Mal in der Geschichte des Krieges hatte ein Luftangriff ein Ziel so verheerend zerstört, daß es nicht genügen unverletzte Überlebende gab, um die Toten zu begraben.“ (..) Es ist der englischen Regierung unter ihrem Premierminister Sir Winston Churchill bis zum Ende des Krieges, bis März 45, gelungen, den tatsächlichen, absichtlichen, planmäßigen Charakter der britischen Bombenangriffe auf deutsche Städte geheim zu halten. Dresden war der Höhepunkt dieser Politik. Dresden ging in Schutt und Asche, zwei Jahre nachdem der Ausgang des Zweiten Weltkrieges in Stalingrad entschieden worden war. Als Dresden bombardiert wurde, standen die sowjetischen Truppen schon an der Oder und Neiße, lag die Westfront am Rhein. Der Oberbefehlshaber der Royal Air Force, Sir Arthur Harris, der den Einsatz gegen Dresden geleitet hatte, ging ein Jahr danach, am 13. Februar 1946, in Southhampton an Bord, um das Land zu verlassen, das nicht mehr bereit war, seine Verdienste zu würdigen. Als die deutsche Bevölkerung die Wahrheit über Auschwitz erfuhr, erfuhr die englische Bevölkerung die Wahrheit über Dresden. Den Tätern wurde der Ruhm versagt, der ihnen von den Regierenden versprochen worden war. Hier und dort.

In Dresden ist der Anti-Hitler-Krieg zu dem entartet, was man zu bekämpfen vorgab und wohl auch bekämpft hatte: Zu Barbarei und Unmenschlichkeit, für die es keine Rechtfertigung gibt. Wenn es eines Beweises bedürfte, daß es den gerechten Krieg nicht gibt – Dresden wäre der Beweis. Wenn es einen Beweises bedürfte, daß der Verteidigungsfall zwangsläufig zu Aggression entartet – Dresden wäre der Beweis. Wenn es einen Beweises bedürfte, daß die Völker von den kriegsführenden Regierungen selbst mißbraucht werden – Dresden wäre der Beweis. Daß an der Bahre Sir Winston Churchills das Stichwort Dresden nicht gefallen ist, legt den Verdacht nahe, Dresden sollte immer noch dem Volk angelastet werden, das doch selbst betrogen worden ist. Es ist der gleiche Takt, den die Bundesregierung praktiziert, wenn sie die Verjährungsfrist für in der NS-Zeit begangenen Mord nicht aufhebt. Wer die Täter nicht denunziert, denunziert aber die Völker.“

Der völkische Dresden-Text von Ulrike Meinhof ist ein Musterbeispiel für sekundären Antisemitismus, nur Jutta Ditfurth ist offenbar nicht in der Lage dies zu erkennen. Meinhof bezieht sich auf den Holocaust-Leugner David Irving und verzehnfacht ohne jeden Beleg die tatsächlichen Opferzahlen. Mit ihrer unglaublichen Gleichsetzung von Dresden und Auschwitz begibt sie sich ideologisch in die Neonazi-Szene und ganz nebenbei suggeriert Meinhof die deutsche Bevölkerung sei über die Vernichtung der Juden nicht informiert gewesen. In der Kommandoerklärung (Kommando 15. Juli) der RAF, nach dem Bombenanschlag auf das US-Hauptquartier in Heidelberg mit drei toten und fünf verletzten US-Soldaten im Mai 1972, wird die Gleichung „Dresden ist Auschwitz“ wiederholt und die RAF erklärt weiter: „Von weiteren Millionen Sprengstoffen ist die Rede, die das Pentagon einsetzen will, um die nordvietnamesische Offensive zu stoppen. Das ist Genozid, Völkermord, das wäre die „Endlösung“, das ist Auschwitz. Die Menschen in der Bundesrepublik unterstützen die Sicherheitskräfte bei der Fahndung nach den Bombenattentätern nicht, weil sie mit den Verbrechen des amerikanischen Imperialismus und ihrer Billigung durch die herrschende Klasse hier nichts zu tun haben wollen. Weil sie Auschwitz, Dresden und Hamburg nicht vergessen haben…“ Der Dresden-Text sowie diese oder andere antiimperialistische Kommandoerklärungen der RAF werden in der über 400-seitigen Biographie von Jutta Ditfurth nicht thematisiert. Der eigene Antiimperialismus verhindert die Aufarbeitung. In einer Konkret-Diskussion (Konkret 03/2008) mit Thomas Ebermann meint Ditfurth, nachdem Thomas Ebermann Ulrike Meinhof bezüglich ihres Dresden-Artikels kritisiert:

„Es ist einfach nicht wahr, dass – wie Thomas sagt – Ulrike Meinhof Dresden mit Auschwitz verwechselt hat. Damit unterstellt er, dass ausgerechnet sie nicht um die Bedeutung von Auschwitz gewusst habe.“

Nach der Terrorwelle der Palästinenser im Februar 1970 in München ermordeten palästinensische Terroristen 1972 bei der Olympiade in München zwei israelische Sportler und nahmen neun weitere als Geiseln.  Der Dolmetscher von Ulrike Meinhof, Ali Hassan Salameh war neben Abu Daoud einer der Drahtzieher des Attentates. Deutsche Neonazis unterstützten die palästinensischen Terroristen bei der Vorbereitung für die Geiselnahme. Die israelischen Sportler wurden von den Freunden Meinhofs vor ihrer Ermordung in München bestialisch misshandelt und gefoltert. Ein Israeli wurde in München vor den Augen seiner gefesselten Kammeraden von den palästinensischen „Befreiungskämpfern“ kastriert. Bei der dilettantisch angelegten deutschen Befreiungsaktion in Fürstenfeldbruck kamen alle israelischen Sportler überwiegend durch die Handgranaten der palästinensischen Terroristen ums Leben. Auf den antisemitischen Text von Ulrike Meinhof zum Olympia-Attentat der Palästinenser 1972 geht Jutta Ditfurth in ihrer Meinhof-Biographie nur minimal ein. Ditfurth entschuldigt den Text mit den fünfmonatigen Haftbedingungen im toten Trakt. Dabei wäre eine Analyse genau dieses Textes gewinnbringend für die Ideologie der RAF gewesen. In Ulrike Meinhofs Text „Rote Armee Fraktion – Die Aktion des Schwarzen September in München – Zur Strategie des antiimperialistischen Kampfes“ steht neben anderen Ungeheuerlichkeiten:

„Die Aktion des Schwarzen September hat das Wesen imperialistischer Herrschaft und des antiimperialistischen Kampfes auf eine Weise durchschaubar und erkennbar gemacht wie noch keine revolutionäre Aktion in Westdeutschland oder Westberlin. Sie war gleichzeitig antiimperialistisch, antifaschistisch und internationalistisch. (..)

Sie hat einen Mut und eine Kraft dokumentiert, die immer nur das Volk hat (..)

…gegen dem seinen Wesen und seiner Tendenz nach durch und durch faschistischen Imperialismus- in welcher Charaktermaske auch immer er sich selbst am besten repräsentiert findet: Nixon, Brandt, Moshe Dayan oder Genscher, Golda Meir oder Mc Gouvern. (..)

Alle Aufschübe des Ultimatums, das sie mit Lügen und falschem versprechen erreicht haben, diente ihnen nur zu einem ausschließlichen Zweck: Für die Vorbereitung des Massakers Zeit zu gewinnen. Sie hatten nur ein Ziel, nur ja dem Moshe-Dayan-Faschismus – diesem Himmler Israels- in nichts nachzustehen. (..)

An der Aktion des Schwarzen September in München gibt es nichts mißzuverstehen. Sie haben Geiseln genommen von einem Volk, das ihnen gegenüber Ausrottungspolitik betreibt, Sie haben ihr Leben eingesetzt, um ihre Genossen zu befreien. Sie wollten nicht töten. Sie haben ihr Ultimatum mehr als aufgeschoben. Sie haben angesichts der unnachgiebigen Haltung Israels vorgeschlagen, die israelischen Geiseln als Gefangene zu behalten. Die israelischen Geiseln waren mit diesem Ausweg einverstanden. Sie sind von den deutschen Behörden genauso getäuscht worden wie die Revolutionäre. Die deutsche Polizei hat die Revolutionäre und die Geiseln massakriert. Die Aktion des Schwarzen September in München wird aus dem Gedächtnis des antiimperialistischen Kampfes nicht mehr zu verdrängen sein. Der Tod der arabischen Genossen wiegt schwerer als der Tai-Berg. (..) Solidarität mit dem Befreiungskampf des palästinensischen Volkes!“ (..)

Ähnlich äußerte sich der Genosse von Ulrike Meinhof, der Mitgründer der RAF, der Neonazi und Holocaustleugner Horst Mahler. Mahler halluziniert von einer mutigen Kommandoaktion der Opferbereiten gegen die israelische Olympiamannschaft“ und einer richtigen strategischen Linie“ gegen die Olympiade als imperialistische KdF-Show.“ Der Schwarze September“ nannte als Grund für die Aktion“ die Nichtaufnahme einer palästinensischen Olympiamannschaft durch das IOC. George Habash, der Chef der PLFP, einer Gruppe innerhalb der PLO, war wie Ulrike Meinhof und Host Mahler begeistert von der „Aktion“, er meinte: „Ich hoffe das dieser Triumpf Nachhall findet. Nicht allein in der arabischen Welt, auch anderswo. (..) Ein israelisches Massengrab ist ein Vorbild und ein Stimulans.“ Jutta Ditfurth schweigt sich über all diese Ungeheuerlichkeiten in ihrer Biographie aus. In einer Konkret Diskussion aus dem Jahr 2008 (Heft 3) kritisiert Thomas Ebermann den Meinhof-Text heftig, bezeichnet die „apologetische Erklärung von Ulrike Meinhof im Namen der RAF“ als „grauenhaft.“ Darauf verteidigte Jutta Ditfurth, nachdem sie in einem Nebensatz zugab, dass Teile des Textes antisemitisch seien, ihr Vorbild und belegt damit ihre eigene reaktionäre Ideologie:

„Sie hatte die PLO und die El Fatah in Jordanien 1970 als Freunde und als Opfer des Nahostkriegs kennengelernt. Fast alle diese Leute starben in den Luftangriffen im Schwarzen September von 1970. Ulrike Meinhof saß, als sie den Text im November 1972 schrieb, seit fünf Monaten in absoluter Isolationshaft in der Männerpsychiatrie der Justizvollzugsanstalt Köln- Ossendorf und litt unter sensorischer Deprivation. Ulrikes Texte waren Kampfesgrüße und keine Vernichtungswünsche, dazu sollten sie heute nicht verdreht werden. Sie war keine Antisemitin. Es gab Streit unter den Gefangenen über diesen Text. Ulrike Meinhof hat sich danach zum xten Mal in ihrem Leben intensiv mit der Geschichte Israels und des Judentums befaßt.“

Die Lobeshymne von Ulrike Meinhof auf die bestialische Ermordung und Geiselnahme der jüdischen Sportler 1972 in München durch palästinensische Terroristen, die antisemitischen NS-Vergleiche über die „Ausrottungspolitik“ bis zum „Moshe-Dayan-Faschismus“ und ihre völkischen und gleichzeitig antiimperialistischen Auslassungen bezeichnet Jutta Ditfurth menschenverachtend als „Kampfesgrüße.“ Ditfurth spricht nicht nur wieder einmal ihre Heldin frei, sie belegt damit ihr eigenes reaktionäres Weltbild. In Konkret 2008/09 schreibt Lars Quadfasel über die Selbstentlarvung von Jutta Ditfurth: „In diesem Ungeheuer von Wort, diesem Bastard aus Kominternresolution und Weihnachtskarte, steckt mehr diagnostische Wahrheit, als Ditfurth lieb sein dürfte. Exakt jene Einheit aus Kraftmeierei und Sentiment, aus intimer Tuchfühlung zum Weltgeist und vornehmer Distanz zu dessen Erfüllungsgehilfen, hat den hiesigen Israelhass stets ausgezeichnet. Und vielleicht besteht darin das ganze Elend der neuen deutschen Linken: dass sie, spätestens seit ihrer antizionistischen Kehre, eigentlich nichts als Kampfesgrüße versandt hat.“ In jedem Fall belegt Jutta Ditfurth mit ihren „Kampfesgrüßen“ ihre Empathielosigkeit mit den israelischen Opfern. In dem Zusammenhang sei erwähnt: Am 5. September 2016, am 44. Jahrestag des Münchner Olympia Massakers feierte die offizielle Website der Fatah, der von PA-Präsident Mahmoud Abbas geleiteten Organisation, diesen Terroranschlag als „heroische Operation“ und „eine der wichtigsten Aktionen in der modernen Geschichte.“ Richtig grotesk wird es wenn Jutta Ditfurth in Konkret (3/2008) behauptet, weil sich Meinhof mit dem Judentum beschäftigt hat kann sie keine Antisemitin sein. Adolf Eichmann hat sich sehr viel mit dem Judentum beschäftigt. War Eichmann deshalb kein Antisemit?

Jutta Ditfurth hat sich in Facebook in den letzten Jahren ihr eigenes kleines Königreich mit rund 5.000 Facebook-Freunden eingerichtet um dort ihre Sicht der Welt durch zu setzten. In diesem kleinen Facebook-Königreich herrscht eine strenge Hierarchie, in der Nachfragen oder kritische Bemerkungen nicht erlaubt sind. Unbequeme Kommentare von unabhängigen kritischen Facebook-Freunden werden massenhaft gelöscht und einstige Mitstreiter werden „entfreundet“ und blockiert. So positiv ihr Engagement gegen diverse Querfrontvereinigungen zu bewerten ist, durch die dortige autoritär, beinahe stalinistisch durchgesetzte Einseitigkeit und die Verhinderung kritischer Diskussion verliert jedes Engagement an Wert. Im Übrigen spricht Ditfurth von einer „neurechten Querfront  was ein weiteres Indiz für ihre fehlende Aufarbeitung des linken Antisemitismus nach 1945 ist.

Am 20.2.2015 preiste Jutta Ditfurth in Facebook die „schönen und klugen Texte“ von Kay Sokolowsky an. Clemens Heni machte Jutta Ditfurth darauf aufmerksam, dass dieser mit dem islamistischen Muslimmarkt kooperiert hat: „..wer diesen Islamfaschisten ein Interview gibt, die auf der Seite den übelsten Israelhass verbreiten, macht sich mit denen gemein, das sehen eigentlich alle antifaschistischen Leute so, Muslim-Markt ist ein No-Go, niemals ein Interview. Müsste dir eigentlich klar sein!! Das wäre so wie ein Interview mit der NPD nur viel schlimmer, da viel einflussreicher.“ Jutta Ditfurth gab sich ahnungslos, sie wusste nichts darüber. Sich mit islamischem Antisemitismus, mit der „Charta der Hamas“, mit dem Muslimmarkt zu befassen würde ihr antiimperialistisches Weltbild zum Einsturz bringen.

Einer der wichtigsten Mitstreiter von Jutta Ditfurth gegen die „Mahnwachen und Elsässer war ihr Facebook-Freund Georg von Grote. Ein Artikel von Grote, ein Gespräch von Utz Anhalt mit Georg von Grote aus dem Dezember 2014, war die Blaupause für Jutta Ditfurths zukünftige Mahnwachen-Vorträge in den Soli-Veranstaltungen für den Elsässer-Prozess. Beispielgebend dafür ist die Veranstaltung im Kafe Marat am 27.2.2015 in München, die als Mittschnitt auf DVD zu erwerben ist. Grotes Israelgegnerschaft ist seit spätestens 2012, seit seinen vielen Artikeln im „Freitag gegen Israel legendär. Grote behauptete unter anderem, Israel führe einen „Vernichtungskrieg mit „ethnischen Säuberungen gegen die Palästinenser, nannte Netanjahu einen „durchgeknallten Staatsterroristen, bezeichnete den Zentralrat der Juden als „verbales Killerkommando, in Augsteins „Freitag verteidigte er in seinem Artikel „Nachgedanken das antisemitische Grass Gedicht (Details zu Grotes Israel- und Judenkritik in Teil 1 und Teil 2 dieser Trilogie). Darauf konfrontiert verteidigte Jutta Ditfurth ihren Freund leidenschaftlich über Monate hinweg gegen den Antisemitismusvorwurf. Beispielsweise schrieb verwundert eine Facebook-Freundin in einem Kommentar auf Ditfurths Seite, sie habe bei Grote etwas von „Vernichtungskrieg“ gelesen, worauf Jutta Ditfurth ihren „israelkritischen Freund am 23.2.2015 solidarisch freisprach:

„Wenn du mit Georg von Grote über seine Wortwahl diskutieren willst, tu es bitte auf seiner Seite. Wäre er ein Antisemit und ich wüsste davon, wäre er nicht auf meiner F-Liste.“

Festzuhalten bleibt: Jutta Ditfurth hat an Grotes Israelhass nichts auszusetzen. Darüber hinaus kommentierte Jutta Ditfurth einen Facebook-Artikel vom 11. 07.2014 in dem Grote von der „Blut und Bodenpolitik“ der Israelis halluziniert,  sich freundlich bedankend, mit den Worten: danke, guter Diskussionsbeitrag.“   Jutta Ditfurth verteidigt in Facebook nicht nur rabiate Antizionisten, am 22. 04.2016 belegt sie ihre Kompatibilität mit Israelhassern, wenn sie schreibt:

„Schieben wir also den Irrsinn antisemitischer „Logik“ zur Seite, könnten wir zur Kritik an den Menschenrechtsverletzungen, dem Rassismus und der Brutalität im Umgang des Staates Israel, des Militärs und eines Teils der israelischen Gesellschaft mit palästinensischen und arabischen Menschen kommen.“

Damit nicht genug, am 07.07.2016 bezeichnet  Jutta Ditfurth den israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu als „den Gegner aller linken und linksliberalen Israelfreund*innen.“ Nur Jutta Ditfurth entscheidet was links ist und wo der Gegner steht. Es stellt sich die Frage, warum ausgerechnet Israel? Warum beklagt Jutta Ditfurth nicht den Rassismus und die Brutalität der iranischen Regierung oder der Nachbarstaaten Israels oder den Terrororganisationen von der PLO, der Hamas bis hin zur Hisbollah? Warum verbietet sich Jutta Ditfurth die Verlinkung auf eine gute Rede Netanjahus? Warum verteidigt Jutta Ditfurth immer wieder linke Antisemiten?

Die Antwort auf alle diese Fragen ist naheliegend. Ihr eigenes Weltbild, der überholte Antiimperialismus von Jutta Ditfurth harmoniert mit linkem Antisemitismus.

Die Voraussetzung des linken Antisemitismus unserer Zeit bildet die Nichtaufarbeitung des linken Antisemitismus der 1970er und 1980er Jahre. Die RAF verbündete sich mit den antisemitischen Terrorbanden der PLO. Der islamistische, antizionistische, antisemitische Terror wurde damals wie heute von Antiimperialisten ausgeblendet. Er passt nicht in ihr Weltbild. Die „Verdammten dieser Erde“ sind in den Augen von Augstein bis Ditfurth vor allem die Opfer des westlichen Imperialismus, der westlichen Moderne, des westlichen Kapitalismus, der westlichen Ausbeutung der Länder der Dritten Welt. So sind die USA und die prowestlichen Industriestaaten im bipolaren Weltbild der Antiimperialisten die Alleinschuldigen am Elend  der ausgebeuteten Staaten und deren Bevölkerung. Deshalb werden die antisemitischen, antiwestlichen islamistischen, frauenfeindlichen Gegner Israels von Antiimperialisten gehätschelt und demokratisch gewählte Politiker wie Benjamin Netanjahu, wie Ditfurth behauptet, zu „Gegnern aller linken und linksliberalen Israelfreund*innen.“

Festzuhalten bleibt: Jutta Ditfurth gab während des Irakkrieges 1991 Israel die Mitschuld an den israelischen Toten durch die irakischen Raketenangriffe und der Androhung dass es durch Chemiewaffen ausgelöscht werden sollte. Sie leugnet den sekundären Antisemitismus des Dresden-Artikels von Ulrike Meinhof. Jutta Ditfurth verharmlost oder leugnet den Antisemitismus von Ulrike Meinhof in dem Text über den Schwarzen September und das Olympia-Attentat von 1972. Jutta Ditfurth leistet sich die unfassbare Behauptung: „Ulrikes Texte waren Kampfesgrüße und keine Vernichtungswünsche, dazu sollten sie heute nicht verdreht werden. Sie war keine Antisemitin.“ Sie verteidigt und leugnet extremsten Antisemitismus ihres Freundes Georg von Grote. Sie selbst unterstellt Israel „Rassismus und Brutalität“ gegenüber den Palästinensern ohne ein Wort über den palästinensischen Terror oder deren islamistische und antiwestlicher Ideologie zu verlieren. Ohne Jutta Ditfurth in die unmittelbare Nähe der RAF zu stellen, die Denkweisen von Meinhof und Ditfurth sind kompatibel. Meinhof hatte kein Problem mit antisemitischen Terroristen gemeinsame Sache zu machen und Ditfurth ist dieser Umstand kein Wort der Kritik in der entsprechenden Biographie wert. Warum tabuisiert Ditfurth den Raketenterror und die Terrortunnels der Hamas, die Selbstmordattentate in Israel, den Griff nach der Atombombe des iranischen Regimes, die Frauenverachtung im Iran, die Vernichtungsdrohungen der Gegner Israels von der PLO bis zur Hamas, den islamischen Antisemitismus und Terror im Nahen Osten und der übrigen Welt? Warum äußert sie sich nicht über die Antisemitismusvorwürfe gegen Jakob Augstein und Günter Grass? Warum scheut sie Fragen nach Grass und Augstein wie der Teufel das Weihwasser? Warum schrieb oder schreibt Jutta Ditfurth (unter anderem auch „israelkritische“ Artikel) in antizionistischen oder nationalbolschewistischen Querfront-Zeitungen wie beispielsweise dem „Freitag“, der Jungen Welt oder der NRhZ?

Jutta Ditfurths Engagement gegen Elsässer ist unglaubwürdig weil sie selbst im linken Antisemitismus gefangen ist. Ihr Versuch der letzten drei Jahre diesem Antisemitismus etwas zu entfliehen ist bis zum heutigen Tag gescheitert. Wie kann Jutta Ditfurth Jürgen Elsässer einen „glühenden Antisemiten“ nennen und gleichzeitig den extremsten Antisemitismus von bekannten „Israelgegnern“ wie Ulrike Meinhof und unbekannteren wie Georg von Grote verteidigen? Ihr eigenes Israelbild ist verträglich mit diesen „Israelkritikern.“ Ihr Engagement gegen Elsässer scheint vor allem kommerzielle Zwecke zu haben. Dabei  sind ihre Bitten um Prozesskostenhilfe in der Causa Elsässer nur ein Nebenwiderspruch. Den Zwischenstands-Meldungen es wären rund 25.000 Euro gesammelt, bei fehlenden 5.000 Euro folgten Meldungen von weniger gesammelten Spendengeldern und höheren Fehlbeträgen bis hin zu dem Stand, dass noch 6.800 Euro fehlen würden. Eine detaillierte Aufstellung über die Spendengelder und die Soli-Einnahmen wurde nicht veröffentlicht. Warum eigentlich? Eine anonymisierte, veröffentlichte Auflistung über Ein- und Ausgänge der Spenden- und Soli-Gelder würde allen Spekulationen ein Ende bereiten, so unvorstellbar ein Missbrauch auch sein mag. Eine Kapitalismuskritikerin von großem Kaliber dürfte schließlich kaum Wert auf großes Kapital legen.

Der Antiimperialismus von Jutta Ditfurth ist so überholt wie die Ideologie ihres Vorbildes Ulrike Meinhof. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und nach den Terroranschlägen vom 11. September hat sich das politische Koordinatensystem grundlegend verändert. Ditfurths ohnehin überholter Antiimperialismus taugt spätestens seit der Jahrhundertwende nicht mehr die Welt zu erklären. Ihre pseudolinken Ansichten bieten Andockmöglichkeiten zu linkem und sekundärem Antisemitismus. Jutta Ditfurth hat sich vor linkem Antisemitismus nicht abgegrenzt, sie selbst hat die Grenzen dorthin mehrmals überschritten.

Israel ist nicht der „Brückenkopf des US-Imperialismus“ im Nahen Osten. Antiimperialisten sollten sich mit der Geschichte Israels und seiner Gegner besser beschäftigen, bevor sie urteilen. Thomas Haury schreibt zur  Logik des bundesdeutschen Antizionismus:“ „Der Antizionismus ist die Anwendung des antiimperialistischen Schemas auf den Konflikt zwischen Israel und der palästinensischen nationalen Befreiungsbewegung. Darin führt die strukturelle Affinität zur teilweisen inhaltlichen Affinität: das antiimperialistische Weltbild ist den antisemitischen Stereotypen gegenüber nicht nur nicht immun, sondern es tendiert, wird es zum Antizionismus konkretisiert, dazu, diese selbst hervorzubringen. (..) Das antiimperialistische Weltbild macht keine Fehler, es ist der Fehler: Es tendiert notwendig dazu, die gesellschaftlichen Verhältnisse zu simplifizieren, zu verdinglichen und zu personifizieren, sie verschwörungstheoretisch zu missdeuten und damit eine auch moralisch binäre Weltsicht zu entwickeln. Weil diese unreflektierten Bedürfnisse nach Veränderung, kämpferischer Gemeinschaft, eindeutigem Feind und einfach zu durchschauenden Verhältnissen hierzulande nicht erfüllt werden können, werden sie in die Fernen des Trikont projiziert. Die unkritische Identifikation mit den nationalen Befreiungsbewegungen muss zwangsläufig zur Unterscheidung von guten und schlechten Staaten, zur Verwechslung von sozialer Revolution mit nationaler Befreiung und schließlich zur Entdeckung guter Völker führen, die gegen das als „Imperialismus“ bezeichnete Böse kämpfen.“ Wie sagte Jean Améry: „Es gibt keinen ehrbaren Antisemitismus“ und wie sagte Sartre vor Jahr und Tag in seinen „Überlegungen zur Judenfrage“: „Was der Antisemit wünscht und vorbereitet, ist der Tod des Juden.“

Wer etwas gegen den aktuellen Antisemitismus tun und dafür Geld spenden möchte sollte dieses Geld nicht Jutta Ditfurth anvertrauen. Genauso gut könnte man an Pax Christi oder Franz-Peter Tebartz-van Elst spenden. Das Geld wäre bei den Israel Defense Forces bedeutend besser aufgehoben. Die Ausrüstung eines IDF Soldaten kostet wie das Abwehrsystem Iron Dome gegen die palästinensischen Raketenpogrome viel Geld.

Ohne Israel als unfehlbar darzustellen, die demokratischen israelischen Regierungen, von Levi Eschkol, Golda Meir, Ariel Sharon bis hin zu Benjamin Netanjahu, führten ihre Kriege, nicht um „Raum für ihr Volk ohne Raum“, nicht um den Zugriff auf Rohstoffe oder um weltpolitische Bedeutung. Israel führt Krieg, um seiner Bevölkerung, endlich ein Leben in Sicherheit zu bieten. Israel versucht nicht, andere unter ihre Herrschaft zu zwingen oder zu ihrem Gott zu bekehren. Im Gegensatz dazu erklären die Feinde Israels im Nahen Osten ihren sehnlichsten Wunsch die Juden zu vernichten oder sie ins Meer zu treiben. Die Hamas und die anderen Terrororganisationen des Nahen Ostens, der Iran und alle anderen reaktionären Regimes der Region verkünden beinahe täglich ihr vordringlichstes Ziel Israel von der Landkarte verschwinden zu lassen. Der Islamismus der Hamas, der PLO, des IS, der Hisbollah, des Irans steht gegen alles, wofür Marxisten, emanzipatorische Linke, Liberale, Humanisten und Demokraten seit jeher eingetreten sind, er verfolgt neben seinem eliminatorischen Antisemitismus jedes emanzipatorische Denken mit gnadenloser Unterdrückung und Folter, er stellt Homosexualität unter Todesstrafe und behandelt die Frauen als Menschen zweiter Klasse. Wenn Antiimperialisten wie Jutta Ditfurth dies negieren muss schlechterdings von ideologischer Verwahrlosung gesprochen werden.

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Teil 1 der Trilogie: Das Grass-Gedicht und die Befreiung „aus den sich selbst auferlegten Fesseln“

Teil 2 der Trilogie: Georg und Jutta: Die Geschichte einer Freundschaft

Georg und Jutta: Die Geschichte einer Freundschaft

9. September 2016

Die Ditfurth Trilogie – Teil 2

gutefreundeNur wenige Jahre lang verliefen die Wege von Jutta Ditfurth und Georg von Grote parallel. Sie wurden Freunde, davon handelt diese Geschichte. Es ist eine Geschichte über eine Zeit, in der viele Linke oder Friedensbewegte den Staat Israel dämonisieren, delegitimieren und gleichzeitig den antisemitischen Terror von Islamisten verharmlosen, leugnen oder relativieren, sei es aus überholtem Antiimperialismus oder aus Erinnerungsabwehr, beziehungsweise Schuldabwehr.

Jutta Ditfurth meldete sich ungefähr 2013 in Facebook an, vielleicht auch um ihre Bücher besser verkaufen zu können und sicherlich um Mitstreiter für ihr Engagement gegen die „Mahnwachen für den Frieden“ zu gewinnen. Sie fand in Georg von Grote einen zuverlässigen, anständigen und treuen Freund, der sich bereits in Jakob Augsteins „Freitag“ durch seine „ausgewogene“ Sicht im Nahostkonflikt einen Namen gemacht hat. Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Georg von Grote war für Jutta Ditfurth ein besonderer Gesprächspartner. Sie mochte ihn und er mochte sie. Das Leid der Palästinenser die unter der „israelischen Besatzung“ litten verband ganz offenbar die beiden Edelleute. Wegen ihrem bevorstehenden Prozess gegen Jürgen Elsässer fragte Jutta ihre Facebookfreunde ob die nicht irgendein Buch über Antisemitismus empfehlen könnten. Georg war Journalist, war oft in Israel und so wusste er sehr viel zu erzählen. Beispielsweise schrieb Georg von Grote in seinem Facebookartikel „Menschenrechte sind nicht teilbar!“ am 11.07.2014 um seiner Jutta zu imponieren:

„(..) Es bringt auch nichts, immer wieder aufs Neue mit dem Finger auf den oder jenen zu zeigen und zu behaupten, der habe angefangen, der sei Schuld. Das ist das Spiel, das in Palästina seit Jahrzehnten betrieben wird. Vom radikalen militanten Arm der Hamas genauso, wie von den radikalen fanatischen israelischen Gruppierungen. Beide Seiten betreiben eine Blut und Boden Politik, die dazu auch noch von religiösen Fanatikern angeheizt wird. (..) Die Opfer dieser gegenseitigen, immer wieder aufgebauten und bewusst geschürten Konfrontations- und Gewaltspirale, ob nun von der Führung der Hamas oder der Regierung von Bibi „Coyote. E“ Netanjahu und dem rechtsradikalen faschistischen Flügel in der Knesset bewusst gesteuert, sind die Menschen in ganz Palästina. Im Kernland Israel genauso, wie in den besetzten Gebieten unter den Palästinensern. (..) Gerade wir in Deutschland, vor allem mit der Verantwortung, die wir aus den Gräueln der Nazizeit zu übernehmen haben, dürfen uns nicht für die eine oder andere Seite entscheiden, sondern wir sollten daran arbeiten, dass dieser Hass ein Ende findet und Israelis, wie Palästinenser friedlich in diesem Land nebeneinander leben können.“

Dit1Jutta war begeistert von Georgs „großartigem Menschenrechtemeisterwerk.“ Ja, „gerade wir in Deutschland“ und ja, die „Blut und Bodenpolitik“ der Israelis und ja, der „Bibi „Coyote. E“ Netanjahu und der rechtsradikale faschistischen Flügel in der Knesset“, das ging runter wie Labsal für Jutta Ditfurth und selbstverständlich lobte Jutta ihren Freund am selben Tag, am 11.07.2014  hingerissen und zustimmend für seinen aufrüttelnden und einmaligen Artikel mit den Worten: „danke, guter Diskussionsbeitrag!“ Denn „der habe angefangen, der sei Schuld“ bringt doch nichts. Auf den jahrzehntelangen antisemitischen Terror, auf den tausendfachen Raketenhagel, auf die Terrortunnel, auf die Selbstmordattentate hätte die israelische Regierung, wenn sie nur einen Funken guten Willen zeigen würde, doch auch mit Lichterketten oder Gebeten reagieren können. Georg war nach dem  Lob von Jutta sehr glücklich. Wenn es Georg nicht gegeben hätte, dann  hätte Jutta ihn erfinden müssen. Es war eine wunderbare Zeit, beide waren sehr glücklich, wer oder was sollte Georg und Jutta jemals trennen?

Das Leben von Jutta und Georg lief wie am Schnürchen, es hätte alles so schön bleiben können, wenn nicht fanatisierte Israelunterstützer in Georgs Artikeln Antisemitismus erkennen wollten. Ausgerechnet bei Juttas Freund Georg! Wo Jutta doch als Antisemitismusexpertin Jürgen Elsässer einen „glühenden Antisemiten“ genannt hat. Als Jutta mit den etwas problematischen Aussagen von Georg, wie „Ich dachte, das neue freie Deutschland hätte sich langsam aus den sich selbst auferlegten Fesseln gelöst. Grass hat gezeigt, dass dem so nicht ist“ oder „Je öfter ich in Israel war, desto unschuldiger fühlte ich mich“ oder „Über die Jahrhunderte der Diaspora hat sich bei Juden – und ich sag jetzt bewußt Juden und nicht Israelis – ein fast schizophrener Verfolgungswahn entwickelt“ oder „Israel führe einen Vernichtungskrieg mit ethnische Säuberungen gegen die Palästinenser“ oder „wie durchgeknallte Staatsterroristen wie Netanjahu, Liebermann, Bennet, Feigelt und Konsorten ihre Killertruppe von der Kette lassen“ oder der „Zentralrat der Juden ist ein verbales Killerkommando“ konfrontiert wurde, musste sie schnell handeln. In dieser Grenzsituation zeigte sich letztendlich wie belastbar, wie großartig und zärtlich die Freundschaft von Jutta und Georg war. Denn Jutta hielt allem Druck stand und ihrem Georg die unverbrüchliche Treue.

Ich gehörte zu den Kritikern von Georg von Grote, da ich viele antisemitische Aussagen aus Jakob Augsteins „Freitag“ nicht so gut fand, kritisierte ich auch Grotes dortige „israelkritischen“ Ansichten. Davon wusste Jutta Ditfurth offenbar nichts, denn sie stellte mir Ende 2013 eine Freundschaftsanfrage in Facebook. Obwohl ich ihre antiimperialistischen Ansichten und auch ihre zweifelhafte Haltung gegenüber Israel kannte, nahm ich damals arglos an, denn immerhin hatte ich vor langer Zeit ihr Buch „Entspannt in die Barbarei“ mit Gewinn gelesen und was sollte schon passieren, dachte ich mir damals. Später war mir ihr Engagement gegen Jürgen Elsässer sympathisch, wenngleich ich mich über ihren Dilettantismus in dieser Angelegenheit  wunderte. „Glühender Antisemit“ ist schwer zu beweisen und nach Büchern über Antisemitismus zu diesem Zeitpunkt zu fragen war schon seltsam und befremdlich. Außerdem verwechselte Jutta verschiedene Begriffe aus der Antisemitismusforschung, vor allem der Begriff „Moderner Antisemitismus“ wurde von ihr oftmals sehr unglücklich gesetzt. Naja man kann schließlich nicht alles wissen. Über die antiisraelischen Aussagen von Augstein und Grass hat sich Jutta ebenso wenig geäußert, wie über den tausendfachen Raketenbeschuss der Hamas gegen Israel. Von daher war meine Frage an sie wegen Grotes „israelkritischen“ Ansichten zu Israel aus meiner Sicht nicht völlig aus der Luft gegriffen.

So schrieb ich ihr am 22.2.2015 in einem Posting: „Ich habe dich im Herbst letzten Jahres darauf aufmerksam gemacht, dass du in FB mit dem „Israelkritiker“ Georg von Grote befreundet bist. Ich habe dir damals einige seiner judenkritischen Aussagen mit Quellen übermittelt. Da du noch immer mit ihm in FB befreundet bist hier noch einmal einige Aussagen von Grote, mit einer konkreten Frage an dich: Wie beurteilst du neben den antisemitischen Statements von Grote die von Grass und Augstein?“ Jutta und Georg waren außer sich über die Unanständigkeit solch einer Frage. Jutta behielt aber einen kühlen Kopf, ohne  die Frage zu beantworten entfreundete“ und blockierte mich Jutta in Facebook, sie empfand dieses ständige Nachbohren als eine Erpressung. Irgendwann muss doch einmal Schluss sein. Jutta nutzte ihr überragendes Schreibtalent und verfasste den aufrüttelnden Text „Ich bin nicht erpressbar“ den sie am 23.2.2015 postete:

„Ich bin nicht erpressbar  Ich habe einen FB-Freund entfreundet, weil er begann, aufdringlich zu werden und mich, wie ein kleiner Polizist, abfragen zu wollen, ob ich den oder jenen meiner FB-Freunde auch einen Antisemiten nennen würde oder nicht. Als ich das ablehnte (ich habe fast 5.000 FB-Freunde), listete er die Namen anderer Personen auf und verlangte, mich zu ihnen zu erklären. Ich habe gesagt, dass ich keine Arbeitsaufträge von ihm annehme und mit der Arbeit für die Berufung im Elsässer-Prozess und der an meinem neuen Buch, das bald fertig sein muss, vollkommen ausgelastet bin. Ich habe ihm auch erklärt, dass ich kein Apparat und keine Partei bin, sondern ein arbeitender Mensch mit begrenzter Zeit, die ich außerdem, das möchte ich hier ergänzen, vorzugsweise selbstbestimmt verschwende. Wahrscheinlich war ich viel zu nett und habe zuviel erklärt (..) „

Obwohl Jutta durch ihre politische Arbeit zeitlich völlig ausgelastet war nahm sie sich, neben ihrem bewundernswert umfangreichen Wirken in Facebook,  die Zeit ihren „Ich bin nicht erpressbar„-Text zu schreiben und tagelang mit ihrer Fangemeinde die 208 Kommentare zu lesen und dazu eigene erhellende Kommentare zu posten. Auf die Bemerkung einer Kommentatorin, dass Grote in Facebook von „Vernichtungskrieg“ schreibt, beschwichtigte Jutta am 23.2.2015 beinahe mütterlich:

„Wenn du mit Georg von Grote über seine Wortwahl diskutieren willst, tu es bitte auf seiner Seite. Wäre er ein Antisemit und ich wüsste davon, wäre er nicht auf meiner F-Liste.“

Georg versetzte der Kommentar dieser niederträchtigen Kommentatorin einen Stich, doch als Jutta wahnsinnig souverän das Ding mit der „Wortwahl“ anbrachte, da ging es Georg gleich wieder viel besser. Das war unheimlich lieb von Jutta. Solidarität ist nicht nur die Zärtlichkeit der Völker. Als sich unter den Kommentatoren dann auch noch der Interviewpartner des antisemitischen und islamistischen Muslimmarktes Kay Sokolowsky mit Jutta und Georg solidarisierte war die Welt wieder beinahe in Ordnung. Kay Sokolowsky warf am 24.02.2015 all seine Argumentationskunst in die Waagschale und schrieb:

„‚Dein angeblicher Kampf gegen Antisemitismus‘ – was für ein aufgeblasener, geradezu ochsenfroschhafter Maulheld! Dessen größte Heldentaten offensichtlich darin bestehen, Menschen, die seine Obsessionen nicht teilen mögen, mit Denunziation zu drohen. Bäh.“ 

Mit seinen entfesselnden Gedanken, die manche abwertend als infantil bezeichneten,  ließ Kay Sokolowsky bei Jutta und Georg wieder die Hoffnung auf ein unbeschwertes Leben einkehren. Sie waren dem Muslimmarkt-Supporter für seinen Gemeinschaftsgeist sehr dankbar.

Damit war das leidige Thema für Jutta und Georg nur kurzzeitig ausgestanden, denn die ausgelassene Freude währte nicht lange, die nächste Soli-Veranstaltung stand in ein paar Tagen auf dem Terminplan. Die Freundschaft von Jutta und Georg wurde in der Woche vor dem 27.2.2015 abermals auf eine harte Bewährungsprobe gestellt. Am 27.2.2015 sollte eine Soli-Party zum Elsässerprozess mit Jutta und Thomas Ebermann in München, im Kafe Marat stattfinden. Jutta Ditfurth wurde angedroht, dass sie in München mit den antisemitischen Aussagen von Georg konfrontiert werden würde. Die Veranstaltung drohte scheinbar zu platzen. Was tun? Georg wurde von verschiedenen Seiten unter enormen Druck gesetzt. Jutta litt unendlich unter dieser unerträglichen Situation. Viele Freunde von Georg waren ratlos und Jutta sehr traurig. Es half nichts. Um Jutta vor einer Blamage zu retten musste sich Georg öffentlich erklären. Er habe alles nicht so gemeint, ein Missverständnis, eine antideutsche Verschwörung und so weiter und so weiter. Letztendlich veröffentlichte Georg schweren Herzens eine Distanzierung, darin schreibt er:

„In meinen Texten, die teilweise sehr scharf formuliert sind, sind mir allerdings Formulierungen unterlaufen, die nach der modernen Antisemitismusforschung und meinem heutigen Erkenntnisstand als antisemitisch gelten. Dieses war mir allerdings bei der Abfassung weder bewusst, noch von mir beabsichtigt. (..) In letzter Zeit häufen sich Angriffe, einiger, einer kleinen Gruppe zugehörigen, als fanatisch zu bezeichnenden Antideutschen, die jede noch so begründete Kritik an der Politik Israels zu diskreditieren versuchen. Diese richten sich vordergründig nicht gegen mich, sondern vielmehr gegen Personen von meiner Freundesliste bei Facebook, die für meine Texte in Haftung genommen werden.“

Einen Tag nach der Veranstaltung in München war Georgs „Distanzierung“ in Facebook nicht mehr abrufbar.

In letzter Zeit haben sich Georg und Jutta etwas aus den Augen verloren. Dennoch stehen beide immer noch für ihre Sache ein. Ob Juttas Ditfurths  „Facebook-Arbeit“ ihrer spätpubertären Phase zugerechnet werden muss, ist unter ihren Anhängern höchst umstritten. Georg zieht sich jedenfalls mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Nur noch die Facebookfreunde von Georg kommen in den Genuss seiner Werke und Jutta hat derzeit viele Probleme mit ihrer Facebookfangemeinde. So muss sie beinahe täglich Freunde „entfreunden“, die mit abweichenden Meinungen von sich reden machen. Als Jutta Ditfurth mit ihrer Aussage Netanjahu sei der „Gegner aller linken und linksliberalen Israelfreund*innen“ nicht nur Zustimmung unter ihren Fans erfuhr war sie verständlicherweise schwer enttäuscht. Ein Facebookfreund hat es gewagt auf einen Artikel von Peter Bierl zu verlinken, in dem ihr Heldenepos über Ulrike Meinhof kritisiert wird und er fragte gar warum sie früher in der antisemitischen NRhZ mit Evelyn Hecht Galinski geschrieben hat.  Solche Fragen überschreiten freilich jegliches Maß. Jutta Ditfurth braucht für ihre Arbeit die totale Loyalität, so blieb und bleibt ihr und ihren „MitarbeiterInnen“ überhaupt nichts anderes übrig als die Zusammenarbeit mit diesen undankbaren „antilinken“ Rebellen abzubrechen und sie zu „entfreunden“. So schreibt die hochqualifizierte Mitarbeiterin von Jutta Ditfurth, Christiane Agu nach einer „Entfreundungsentscheidung“:

„Kritiklose unterwürfige Verherrlichung von Israel und enthemmte Angriffe gegen Menschen, die reale Problem in Israel ansprechen, nützen Israel gar nichts und helfen Israels Feind*innen. Philosemitismus ist nur die andere Seite des Antisemitismus.“

Ja doch, wer „grundsätzliche antilinke Ausfälle“ durchgehen lässt ist sehr schnell zweiter Sieger. Der „Generalangriff gegen alles Linke“ muss unterbunden werden und das hat überhaupt nichts mit Stalinismus oder einem autoritären Charakter  zu tun. Einfach Fragen ohne jegliche Erlaubnis zu stellen, das geht nicht, so etwas geht überhaupt nicht. Wo leben wir denn?

Im dritten Teil der Trilogie lesen sie: „Jutta Ditfurth und der antiimperialistische Antisemitismus

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Teil 1: Das Grass-Gedicht und die Befreiung „aus den sich selbst auferlegten Fesseln“

Das Grass-Gedicht und die Befreiung „aus den sich selbst auferlegten Fesseln“

6. September 2016

Die Ditfurth Trilogie – Teil 1

„Ich bin ziemlich erschüttert. Ich dachte, das neue freie Deutschland hätte sich langsam aus den sich selbst auferlegten Fesseln gelöst. Grass hat gezeigt, dass dem so nicht ist. (…) Je öfter ich in Israel war, desto unschuldiger fühlte ich mich. (…) Über die Jahrhunderte der Diaspora hat sich bei Juden – und ich sag jetzt bewußt Juden und nicht Israelis – ein fast schizophrener Verfolgungswahn entwickelt.“ Georg von Grote im „Freitag“ am 2.4.2012

„Angesichts solcher menschenverachtenden, rassistischen Artikel, die vor Hass sprühen, wird es einem nicht leicht gemacht, in diesem Konflikt weiterthin eine neutrale Position einzunehmen. Nicht nur, weil Martin Krauss hier ganz bewusst noch Öl ins Feuer gießt um den schon schwelenden Antisemitismus in diesem Land so richtig auflodern zu lassen und man sich fragt, was er damit bezweckt, sondern auch, weil ein Vernichtungskrieg verteidigt wird, der sich mit aller zur Verfügung stehenden Brutalität ganz gezielt gegen Zivilisten, Frauen, KInder und die Schwächsten unter den Schwachen richtet und Israel sich damit auf dieselbe Stufe begibt, wie die, die es bestrafen will.“  Georg von Grote am 27. Juli 2014 in Facebook

„Wenn du mit Georg von Grote über seine Wortwahl diskutieren willst, tu es bitte auf seiner Seite. Wäre er ein Antisemit und ich wüsste davon, wäre er nicht auf meiner F-Liste.“ Jutta Ditfurth am 23.2.2015 in Facebook

grote1Günter Grass meldete sich freiwillig zum nationalsozialistischen Militär und wurde 1944 zur 10. SS-Panzer-Division „ Jörg von Frundsberg“ der Waffen-SS eingezogen. Den Namen seiner Einheit erklärte Grass folgendermaßen: „Der war mir als Anführer des Schwäbischen Bundes aus der Zeit der Bauernkriege und als ‚Vater der Landsknechte‘  bekannt. Jemand der für Freiheit, Befreiung stand.“ Jörg von Frundsberg wird die Wendung „Viel Feind viel Ehr“ zugeschrieben. Wer in Deutschland Juden  hasst, wer Israel dämonisiert und delegitimiert hat freilich nicht so sehr viele Feinde und nicht nur deshalb keine „Ehr.“

Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen, im Besonderen die Vernichtung der europäischen Juden verarbeitete Grass mit seinen Anhängern auf eine weit verbreitete Art, mit Judenhass als Schuldabwehr. Über sechzig Jahre verheimlichte Grass seine SS-Mitgliedschaft und in der Gruppe 47 tabuisierte er mit seiner Verdrängungsliteratur und seinen Entlastungserzählungen den Holocaust um sich bei diversen politischen Fragen als „moralischer Zeigefinger“ einzuschalten. Während „Israelkritiker“ wie Grass mit antisemitischen Diktatoren, wie Saddam Hussein, mit faschistoiden Regimen oder Terrorgruppen, wie dem Iran oder der Hamas sympathisieren oder sie verharmlosen, wird der demokratische Staat Israel dämonisiert und delegitimiert. Israel ist für viele deutsche Antizionisten aus Gefühlen der Scham ewige Anklage für den Massenmord an den europäischen Juden. Dieser sekundäre Antisemitismus offenbart sich also nicht trotz, sondern wegen Auschwitz.

Kurz nachdem Günter Grass sein antisemitisches Gedicht „Was gesagt werden muss“ veröffentlichte, sprangen ihm unverzüglich andere „Israelkritiker“ bei. Jakob Augstein meinte beispielhalber in SPON: „Es ist dieser eine Satz, hinter den wir künftig nicht mehr zurückkommen: “Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden.” Dieser Satz hat einen Aufschrei ausgelöst. Weil er richtig ist. Und weil ein Deutscher ihn sagt, ein Schriftsteller, ein Nobelpreisträger, weil Günter Grass ihn sagt. Darin liegt ein Einschnitt. Dafür muss man Grass danken. Er hat es auf sich genommen, diesen Satz für uns alle auszusprechen.“

Bereits mit der Behauptung, dass Israel „das iranische Volk auslöschen könnte“ werden die historischen Verhältnisse auf den Kopf gestellt. Tragen Juden die Schuld, ist die moralische Rechnung beglichen, dann wird das größte Menschheitsverbrechen von Deutschland nach Israel ausgelagert. Der antisemitische Stammtisch hat sich längst für die Vorlagen auf seine Weise bedankt. „Jude Jude feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein“,  tönte es beispielshalber wenige Jahre nach dem Grass-Gedicht auf Deutschlands Straßen. Der weltweite antisemitische und antiwestliche Terror unserer Zeit ist mit dem Weltbild der Grass-Jünger kompatibel. Der Ursprung dieses „Denkens“ ist in den Querfrontbestrebungen zwischen KPD und NSDAP in der Weimarer Zeit zu suchen. Ernst Niekisch, Karl Radek und  Gregor Strasser lassen grüßen.

In Jakob Augsteins antizionistischer Wochenzeitung „Der Freitag“ veröffentliche der „Journalist, Cosmopolit und Jurist“, Georg von Grote am 05.04.2012 seine „Nachgedanken“ zum Grass-Gedicht. Grote hat mittlerweile alle seine (zumeist gegen Israel und Juden gerichteten) Artikel im „Freitag“ gelöscht. Auch seine Facebookeinträge, in welchen er von „Netanjahu und seiner Killertruppe“ und von einem „Vernichtungskrieg Israels“ mit „ethnischen Säuberungen in Gaza gegen die Palästinenser“ halluziniert sind aktuell nicht mehr frei abrufbar.

gr2Nach seinem Wirken im „Freitag“ kämpfte Georg von Grote, obwohl selbst Teil der antiisraelischen Querfront, mit seiner antiimperialistischen Facebookfreundin Jutta Ditfurth gegen die sogenannten Wahnwichtel, Ken Jebsen, Jürgen Elsässer und die Montagsmahnwachen.

Jutta Ditfurth wurde bereits am 3.09.2014  und am 4.09.2014 mit den antiisraelischen Ansichten ihres engagierten Mitstreiters Grote konfrontiert.

Jutta Ditfurth hatte keineswegs etwas an Grotes antisemitischen Ansichten zu Israel auszusetzen, im Gegenteil sie verteidigte ihn leidenschaftlich und zeitaufwendig gegen diesbezügliche Vorwürfe. Schließlich hat sich Ditfurth bereits am 11.07.2014 für den „guten Diskussinsbeitrag“ auf Grotes Seite bedankt, in dem der „Nahostexperte“ die Hamas auf eine Stufe mit „der Regierung von Bibi „Coyote. E“ Netanjahu und dem rechtsradikalen faschistischen Flügel in der Knesset“ stellt.

Weil aber eine Veranstaltung, eine Soli-Party zum Elsässerprozess, von ihr mit Thomas Ebermann in München am 27.2.2015 im Kafe Marat zu platzen drohte, musste sich Georg von Grote nach langem hin und her,  wenn auch nur halbherzig und kurzzeitig erklären. Einen Tag nach der Veranstaltung in München war seine „Distanzierung“ in Facebook nicht mehr abrufbar. Weitere Details zur Freundschaft zwischen „Jutta und Georg“ sind in den nächsten beiden Artikeln der Ditfurth-Trilogie zu erfahren.

Mission Impossible veröffentlicht nachfolgend die „Nachgedanken“ (orthographisch unverändert), die in Jakob Augsteins „Online-Freitag“ publiziert wurden aus Dokumentationszwecken. Der dazugehörige Screenshot wurde zweigeteilt. (Zu Beginn des Artikels Teil 1 und schräg oben nebenstehend Teil 2. Der jeweilige Screenshot wird mit einem Klick vergrößert.)

Nun das „Freitagsgebet“ gegen Israel vom 5.4.2012 von Georg von Grote, mit dem er Grass noch einmal toppt. Mission Impossible distanziert sich ausdrücklich von diesem „Werk:“

Günter Grass – Nachgedanken

Ich bin ziemlich erschüttert.

Ich dachte, das neue freie Deutschland hätte sich langsam aus den sich selbst auferlegten Fesseln gelöst.

Grass hat gezeigt, dass dem so nicht ist.

Grass hat kein Gedicht geschrieben. Er hat es nur als Gedicht „verkauft“. In meinen Augen clever, denn das erhöht die Chance, ihm zuzuhören.

Fügt man das, was bei der SZ steht, wieder zusammen, dann sieht es so aus:

„Warum schweige ich, verschweige zu lange, was offensichtlich ist und in Planspielen geübt wurde, an deren Ende als Überlebende wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag, der das von einem Maulhelden unterjochte und zum organisierten Jubel gelenkte iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau einer Atombombe vermutet wird.

Doch warum untersage ich mir, jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in dem seit Jahren – wenn auch geheimgehalten – ein wachsend nukleares Potential verfügbar aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung zugänglich ist?

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes, dem sich mein Schweigen untergeordnet hat, empfinde ich als belastende Lüge und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt, sobald er mißachtet wird; das Verdikt „Antisemitismus“ ist geläufig.

Jetzt aber, weil aus meinem Land, das von ureigenen Verbrechen, die ohne Vergleich sind, Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird, wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
ein weiteres U-Boot nach Israel geliefert werden soll, dessen Spezialität darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe dorthin lenken zu können, wo die Existenz
einer einzigen Atombombe unbewiesen ist, doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will, sage ich, was gesagt werden muß.

Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft, die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit dem Land Israel, dem ich verbunden bin und bleiben will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst, gealtert und mit letzter Tinte: Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt werden muß, was schon morgen zu spät sein könnte; auch weil wir – als Deutsche belastet genug – Zulieferer eines Verbrechens werden könnten, das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre.

Und zugegeben: ich schweige nicht mehr, weil ich der Heuchelei des Westens
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen, es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
den Verursacher der erkennbaren Gefahr zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
gleichfalls darauf bestehen, daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials und der iranischen Atomanlagen
durch eine internationale Instanz von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.

Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern, mehr noch, allen Menschen, die in dieser vom Wahn okkupierten Region dicht bei dicht verfeindet leben und letztlich auch uns zu helfen.“

Was ist eigentlich so schlimm an diesem Text?

Das Grass zugibt, auch jahrelang geschwiegen zu haben? Das Grass zugibt, sich vor der Antisemitismus-Keule zu fürchten, die jeder abbekommt, wenn er wagt, Israel zu kritisieren?

Man mag an den Formulierungen herummäkeln. Sein Stil zu schreiben gefällt eben nicht jedem. Aber kann man an der Botschaft, die er schicken will, herummäkeln?

Ich finde nein.

Ich bin 1952 geboren. Nach dem Krieg. Grass war am Kriegsende gerade mal 17.

Meine Eltern waren im Krieg. Meine Mutter als Krankenschwester in Frontlazaretten, mein Vater als Generalstabsoffizier. Beide mehr unfreiwillig als freiwillig.

Um das alles zu verstehen war ich viel zu jung. Auch als ich, weil ich im Ausland aufwuchs, als Deutscher verprügelt und geächtet war. Ich war zu jung, um das zu verstehen. Nur langsam, als ich älter wurde, redeten meine Eltern mit mir darüber und dann begriff ich auch langsam.

Als ich dann nach München kam, da war ich 16, war ich plötzlich wieder schuld. Begriff es nicht. Zu dem Zeitpunkt kannte ich aber schon alles über Auschwitz, über Nazis, Buchenwald, Treblinka, Dachau, das ganz um die Ecke war.

Ich fühlte mich aber nicht schuldig, aber verantwortlich und wunderte mich, dass man versuchte mir das jetzt einzutrichtern. Argumentationen mit den damaligen Lehrern führt auch zu nichts. Nur zu Verweisen.

Auch kein Wunder, die ganze Nation fühlte sich schuldig, bzw. sollte sich schuldig fühlig. Egal, wann sie geboren wurden. Man sprach von Schuld, nicht von Verantwortung.

Israel galt damals als unschuldig. Als unantastbar.

Man bewunderte es sogar nach dem 6-Tage-Krieg.

Ich habe dann ab Anfang der 80er Israel oft besucht. Aber auch den Libanon, Syrien, Türkei, Jordanien, Ägypten, und Nordafrika auch den damaligen Iran.

Je öfter ich in Israel war, desto unschuldiger fühlte ich mich.

Lernte Menschen kennen, Palästinenser, Araber, aber auch Israelis und  auch Assi Dayan, den Sohn vom berüchtigten Moshe und den Bürgermeister von Jerusalem, Teddy Kollek. Fand da Freunde.

Und je mehr ich mit ihnen sprach, desto mehr wurde auch klar, wer da im Nahen Osten das Pulverfass ist, weil es das Pulverfass sein will. Eigentlich auch nicht anders kann, weil man sich so derart festgelegt und verbohrt hat. Über die Jahrhunderte der Diaspora hat sich bei Juden – und ich sag jetzt bewußt Juden und nicht Israelis – ein fast schizophrener Verfolgungswahn entwickelt.

Verständlich bei dem, was da über Jahrhunderte und in Deutschland passiert ist. Aber für die Zukunft nicht gerade förderlich.

Und aus Schuldgefühlen heraus, machen wir in Deutschland diesen Wahnsinn mit, statt einfach mal ganz klar zu analysieren und Eigeninitive zu ergreifen und auch klipp und klar einem Netanjahu oder auch einem Herrn Broder und allen anderen, die ihnen nachlaufen zu erklären: Nein! Da spielen wir nicht mehr mit!

Grass hat nun den Anfang gemacht. Wir sollten mitmachen!

Grass und seine Wiedergänger sehen, allen Realitäten zum Trotz, in Israel eine Gefahr für den Weltfrieden. Der islamistische Terror, der Vernichtungswille, sowie die entsprechenden Androhungen und Taten gegen Israel werden ignoriert, verharmlost oder verschwiegen. Über Israel schwebt der traumatisierende Schatten Hitlers und aus diesem Vergessen erhebt sich ihr Antisemitismus. Da es in Deutschland kaum noch Juden gibt, richtet sich ihr Hass auf Israel.

Bei allen früheren aufklärerischen Verdiensten von Jutta Ditfurth stellt sich die Frage inwieweit ihre Ansichten zum Nahostkonflikt, zum Bild Israels mit der Denkweise von Grass, Augstein oder Grote deckungsgleich sind. Bietet ihr überholter Antiimperialismus Andockmöglichkeiten zum deutschen Antizionismus und Antisemitismus? Warum verschweigt Jutta Ditfurth mehr oder weniger die antisemitischen und geschichtsrevisionistischen Aussagen von Ulrike Meinhof in ihrer Heldinnen-Biografie über Meinhof? Warum verherrlicht sie in diesem Buch den antisemitischen arabischen Aufstand 1936 bis 1939 gegen die Zionisten? Weiß sie nichts über Amin al Husseini, dem Großmufti von Jerusalem, der mit den Nazis kollaborierte oder verschweigt sie bewusst? Bezeichnete Jutta Ditfurth Ariel Sharon tatsächlich einst als einen „Kriegsverbrecher?“ Warum ist Netanjahu, laut Jutta Ditfurth, der „Gegner aller linken und linksliberalen Israelfreund*innen?“ Warum solidarisierte sich Jutta Ditfurth mit Christian Ströbele, der wegen seiner antisemitischen Aussagen während der irakischen Raketenangriffe auf Israel vom Sprecheramt der Grünen zurücktreten musste? Gibt es eine detaillierte Aufstellung über die Spendengelder und Soli-Einnahmen die Jutta Ditfurth für ihren Prozess gegen Elsässer gesammelt hat? Wie kann Jutta Ditfurth Jürgen Elsässer einen „glühenden Antisemiten“ nennen und gleichzeitig die „Israel- und Judenkritik“ ihres Freundes Georg tolerieren?

Antworten auf diese Fragen sind in den nächsten Teilen dieser Trilogie zu erwarten. Der kommende Titel lautet „Georg und Jutta: Die Geschichte einer Freundschaft.“ Teil 3: Jutta Ditfurth und der antiimperialistische Antisemitismus

Die Todessehnsucht im Islam und das westliche Islam-Appeasement

19. August 2016

„Der Islamismus ist eine reaktionäre Ideologie. Überall, wo er sich breitmacht, zerstört er Gleichheit, Freiheit und Laizismus.“ („Manifest der 12“ in „Charlie Hebdo“)

zug1Während im Nahen Osten und in Nordafrika der Kampf zwischen Sunniten und Schiiten tobt, der Islamische Staat seine tödlichen Gottesdienste abhält, die Türkei sich in einen islamistischen Staat transformiert und so gut wie alle islamischen Glaubensrichtungen in der Region den Staat Israel von der Landkarte tilgen wollen, mehren sich seit der Jahrtausendwende die Angriffe der islamischen Gotteskrieger in den säkular regierten Ländern der westlichen Welt. Islamische Selbstmordattentäter ermorden unter Allahu-Akbar-Rufen wahllos Passanten, Konzertbesucher unter anderem weil der westlicher Lebensstil dieser „Ungläubigen“ die Gefühle der Mörder verletzt. Juden werden von den Islamisten ermordet weil sie Juden sind. Der Slogan der Dschihadisten ist: „Ihr liebt das Leben wir lieben den Tod.“

Lösungsorientierte Antworten auf den islamischen Terror sind in deutschen Medien kaum zu finden. Angst, Ratlosigkeit, Beschwichtigung und Tabuisierung bestimmen in der linksliberalen Presse die Richtung, während die Rechten von der AFD bis zur NPD mit ihren „Ausländer raus-Parolen“ die Politik vor sich her treiben.  „Dem Appeasement gegenüber dem Islam liegt eben eine Einfühlung zugrunde, die das Individuum letztlich genau so betrachtet, wie der Islam es vorgibt: als prädestiniert. Ein Journalist, der sich in der deutschen Ideologie bewegt wie der Fisch im Wasser, fordert darum mehr „Verständnis“ für jene, „die für die eingebildeten und tatsächlichen Demütigungen, die sie chronisch erleben, dem ›Westen‹, ›den Juden‹, ›dem Kommerzsystem‹ die Schuld zuweisen“, schreibt Gerhard Scheit in „Herrschaft des Rackets“ bereits im Jahr 2006.

Die islamische Ideologie behandelt Frauen als Menschen zweiter Klasse, Homosexualität wird in vielen islamischen Ländern mit dem Tod bestraft. Zentrales Leitmotiv der islamischen Ideologie ist ihr eliminatorischer Antisemitismus. Die Schaffung einer Staatsordnung auf Basis von Scharia und Kalifat, die Abschaffung von Zins und Profit zugunsten einer diktatorisch durchgesetzten Interessengemeinschaft von Arbeit und Kapital sind wie die totale Ablehnung des westlichen, liberalen Lebensstils Eckpfeiler dieser mittelalterlichen Ideologie.

In welchem islamischen Staat sind Frauen ansatzweise gleichberechtigt, können Oppositionelle frei ihre Meinung äußern, ist Staat und Religion getrennt, können sich linke Parteien oder Gewerkschaften ohne Repression organisieren? Die Antwort auf diese Frage bleiben deutsche Islam-Versteher so gut wie immer schuldig, solcherlei Fragen werden tabuisiert. So notwendig die Kritik am Christentum während der Aufklärung war, so nötig ist sie heute für die islamischen Exzesse. In beinahe allen islamischen Ländern kämpfen seit Jahren Frauen und Männer unter Lebensgefahr gegen das islamistische Weltbild und für ein laizistisches, modernes demokratisches Leben. Das Schweigen des deutschen Islam-Appeasements muss ohrenbetäubend für sie und alle anderen Opfer des islamistischen Terrors sein.

Symptomatisch für die Ansichten auf den Islamismus unserer Zeit ist ein Interview im antizionistischen „Freitag“ von Jakob Augstein. Floris Biskamp für den es „den Islam“ gar nicht gibt, meint am 18.8.2016 in Augsteins Blatt: „In der aktuellen Gesprächsatmosphäre wäre es wohl besser, wenn insgesamt weniger über den Islam gesprochen würde.“

Ulrich Jakob Becker sieht das anders. In der Jüdischen Rundschau veröffentlichte er eine Liste islamistischer Terroranschläge in Europa und den USA von 2000-2016 um das große Ganze hinter vermeintlichen Einzelfällen sehen zu können:

2016
26. Juli 2016 Saint-Étienne-du-Rouvray (Frankreich): ISIS-Geiselnahme in Kirche
Vor Kamera Priester die Kehle durchgeschnitten. Ein Toter, ein Verletzter.

24. Juli 2016 Ansbach (Deutschland): Selbstmordanschlag mit Rucksackbombe. 15 Verletzte.

19. Juli 2016 Garda-Colombe (Frankreich): Ein Moslem sticht auf eine Mutter und drei kleinen Töchter ein, da sie unislamisch gekleidet sind.
4 Verletzte.

18. Juli 2016 Würzburg (Deutschland): Axtangriff in einer Regionalbahn unter „Allahu Akbar“-Schreien.
5 Verletzte.

14. Juli 2016 Nizza (Frankreich): Muslimischer Einwanderer fährt unter „Allahu Akbar“-Rufen mit einem Schwerlaster zig Feiernde des französischen Unabhängigkeitstages (einschließlich 10 Kinder) zu Tode.
84 Tote, 202 Verletzte.

14. Juni 2016 Etterbeek (Belgien): Moslems stechen auf Transgender ein. Ein Verletzter.

13. Juni 2016 Magnanville (Frankreich): Terroristen erstechen ein Pärchen unter „Allahu-Akbar“-Rufen. 2 Tote, 1 Verletzter.

12. Juni 2016 Orlando (USA): Islamist massakriert 49 Menschen in einem Nachtclub für Homosexülle. 49 Tote, 53 Verletzte.

27. Mai 2016 Saint Julien du Puy (Frankreich): ISIS-Terroristen stechen auf einen joggenden Soldaten im Urlaub ein. Ein Verletzter.

20. Mai 2016 London (England): Ein türkischer Moslem sticht auf vier Frauen an einem Parkplatz ein – „zu Ehren“ des dreijährigen Jubiläums des Mordes an dem britischen Soldaten Lee Rigby.
4 Verletzte.

19. Mai 2016 Bad Friedrichshall (Deutschland): Ein Pakistaner ermordet eine 70-jährige Rentnerin in ihrer Wohnung und hinterlässt einen Zettel mit islamischen Inhalten.

10. Mai 2016 Grafing (Deutschland): Ein deutscher Moslem sticht auf Passanten unter „Allahu Akbar“ und „Ihr Ungläubigen!“ ein.
Ein Toter, drei Verletzte. (Berichtigung 20.8.16. Ob der Täter Moslem war steht noch nicht fest)

16. April 2016 Essen (Deutschland): ISIS-inspierter Täter verübt Bombenanschlag auf Sikh-Hochtszeitsgemeinde.
3 Verletzte.

24. März 2016 Glasgow (Schottland): Aus religiösen Motiven ersticht ein Moslem einen Angehörigen der Ahmadiyya-Minderheit.

22. März 2016 Brüssel (Belgien): Drei ISIS-Selbstmordattentäter sprengen sich am Brüsseler Zaventem-Flughafen und in einer U-Bahn nahe der Maalbek-Station in die Luft.
32 Tote, 340 Verletzte (62 schwer).

14. März 2016 Toronto (Kanada): Moslem sticht auf zwei Soldaten an einem Rekrutierungsbüro ein und gibt an, Allahs Anweisungen zu folgen.
2 Verletzte.

29. Februar 2016 Moskau (Russland): Muslimische Kinderfrau köpft das Kind unter ihrer Obhut und präsentiert den Kopf aus „Rache für das vergossene muslimische Blut in Syrien“.

26. Februar 2016 Hannover (Deutschland): 15-jähriges Mädchen mit marokkanischen Wurzeln aus dem Umfeld des Salafisten Pierre Vogel sticht auf Bundespolizisten ein und verletzt ihn schwer.

18. Februar 2016 Rochdale (England): Imam wird von muslimischen Terroristen zu Tode geprügelt.

11. Februar 2016 Columbus (USA): Moslem greift unter „Allahu Akbar“-Rufen Gäste in einem christlich geführten Restaurant mit Machete an.
4 Verletzte.

27. Januar 2016 Tanum (Schweden): 60-Jähriger wird von einem Mitarbeiter als „islamophob“ bezeichnet und von ihm mit einem Messer ermordet.

11. Januar 2016 Marseille (Frankreich): „Im Namen Allahas“ wird ein jüdischer Lehrer von einem Jugendlichen mit einer Machete angegriffen und verletzt.

7. Januar 2016 Philadelphia (USA): Ein Mann eröffnet „Im Namen des Islam“ das Feuer auf einen Polizisten und verwundet ihn.

1. Januar 2016 Valence (Frankreich): Ein Moslem rammt absichtlich französische Sicherheitskräfte vor einer Moschee.
2 Verletzte.

2015
24. Dezember 2015 Ajaccio (Frankreich): Polizei und Feuerwehr werden durch absichtlichen Falschalarm von wahrscheinlich muslimischen Jugendlichen in einen Hinterhalt gelockt und mit Eisenstangen und Baseballschlägern angegriffen.
3 Verletzte.

2. Dezember 2015 San Bernardino (USA): Ein religiöser Moslem und seine Frau begehen ein Massaker an Gästen einer Weihnachtsfeier.
14 Tote, 21 Verletzte.

18. November 2015 Marseille (Frankreich): Drei ISIS-Sympathisanten mit Motorrollern stechen auf einen jüdischen Lehrer ein und verwunden ihn.

13. November 2015 Paris (Frankreich): ISIS-Anschlagsserie. Neun muslimische Terroristen greifen eine Reihe von zivilen Zielen mit Bomben und Schnellfeuergewehren in der Pariser Innenstadt an, u.a. das Fussballstadion Stade de France, das Bataclan-Theater und verschiedene Restaurants.
130 Tote, 368 Verletzte (etwa 90 schwer).

12. November 2015 Mailand (Italien): Ein maskierter Moslem sticht neunmal auf einen ultraorthodoxen Juden ein und verwundet ihn.

4. November 2015 Merced (USA): Ein muslimischer Student greift auf dem Uni-Campus vier Passanten unter Allah-Lobpreisungen mit einem Messer an und verletzt vier Menschen.

24. Oktober 2015 Marseille (Frankreich): Ein Mann sticht in einer Synagoge unter „Allahu Akbar“-Rufen auf einen Rabbiner und einen weiteren jüdischen Passanten ein und verwundet beide.

29. September 2015 Kopenhagen (Dänemark): Ein „palästinensischer“ ISIS-Anhänger sticht in einem Flüchtlingslager auf einen Polizisten ein und verwundet ihn.

17. September 2015 Berlin (Deutschland): Ein islamischer Extremist sticht auf eine Polizistin ein und verwundet sie.

21. August 2015 Paris (Frankreich): Ein ISIS-Terrorist eröffnet in einem Zug das Feuer mit einer Kalaschnikow und wird von amerikanischen Fahrgästen überwältigt.
3 Verletzte.

16. Juli 2015 Chattanooga (USA): Ein strenggläubiger Moslem begeht einen Selbstmordangriff mit Schusswaffen auf militärische Ziele, u.a. eine Marinebasis.
5 Tote, 2 Verletzte.

26. Juni 2015 Lyon (Frankreich): Ein Moslem köpft seinen Kollegen, spießt seinen Kopf auf einen Zaun und hisst die Fahne des IS.
Ein Toter, zwei Verletzte.

3. Mai 2015 Garland (USA): Zwei Moslems unternehmen einen Angriff auf eine islamkritische Konferenz.
Ein Verletzter.

16. April 2015 Sizilien (Italien): Auf einem Zuwandererboot schmeißen Moslems ein Dutzend Christen ins Meer, wo diese ertrinken.
12 Tote.

10. März 2015 Liesing (Österreich): Ein afghanischer Moslem beschwert sich über „unislamische“ Musik eines Landsmannes und ersticht ihn im Deutschkurs.

15. Februar 2015 Kopenhagen (Dänemark): Moslem erschießt den 37-jährigen jüdischen Sicherheitsmann Dan Uzan vor einer Synagoge.
1 Toter, 2 Verletzte.

14. Februar 2015 Kopenhagen (Dänemark): Unter Allah-Lobpreisungen eröffnet ein Moslem das Feuer in ein Café, wo eine Veranstaltung zur Meinungsfreiheit stattfand, u.a. mit dem Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks.
1 Toter, 3 Verletzte.

14. Februar 2015 Detroit (USA): Ein Moslem versichert sich, dass zwei Passanten keine Moslems sind und ermordet sie durch Messerstiche.

3. Februar 2015 Nizza (Frankreich): Ein Moslem sticht auf drei französische Wachsoldaten vor einer Synagoge ein und verwundet sie.

29. Januar 2015 Belfast (Nord-Irland): Moslem ersticht einen Passanten unter „Dschihad“-Rufen.

7. Januar 2015 Paris (Frankreich): ISIS-Anschlagsserie auf das religionskritische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ und den koscheren Supermarkt „Hyper Cacher“ mit zeitweiliger Geiselnahme.
17 Tote, 16 Verletzte. Sechs der Ermordeten waren Juden.

2014
22. Dezember 2014 Nantes (Frankreich): Ein Mann rammt mit seinem Fahrzeug unter „Allahu-Akbar“-Rufen in einen Weihnachtsmarkt.
Ein Toter, 9 Verletzte.

21. Dezember 2014 Dijon (Frankreich): Ein islamischer Konvertit überfährt Fußgänger unter Rufen „Für die Kinder von Palästina!“
13 Verletzte.

20. Dezember 2014 Joue-les-Tours (Frankreich): Ein Moslem attackiert einen französischen Polizisten mit einem Messer während er Allah preist.
3 Verletzte.

18. Dezember 2014 Morganton (USA): Ein ISIS-Anhänger erschießt einen 74-Jährigen mit mehreren Kopfschüssen.

25. September 2014 Moore (USA): Ein muslimischer Scharia-Prediger köpft eine Frau und verletzt einen anderen Passanten schwer während er zu islamischem Terror aufruft.

25. Juni 2014 West Orange (USA): Ein 19-jähriger Collegestudent wird als „Rache“ für das Töten von Moslems im Ausland erschossen.

24. Mai 2014 Brüssel (Belgien): Ein ISIS-Terrorist erschießt vier Menschen vor dem jüdischen Museum mit einer Kalaschnikow und flieht.

17. Mai 2014 Accrington (England): Ein Politiker wird von einem Moslem mit einem Messer ins Gesicht gestossen, weil er ein „Ungläubiger“ sei.

27. April 2014 Skyway (USA): Ein 30-Jähriger wird von einem muslimischen Fanatiker ermordet.

2013
28. Oktober 2013 Essex (England): Ein frommer Moslem ermordet eine Prostituierte, da sie zu dich an seiner Moschee arbeitet.

12. Oktober 2013 Stirling (Schottland): Ein Moslem verbrennt seine Frau für „zu westliches“ Verhalten. Die Frau stirbt.

4. August 2013 Eisenhüttenstadt (Deutschland): Zehn Islamisten dringen in die Wohnung eines verheirateten Paares im Asylaufnahmeheim ein und schlagen sie „wegen unsittlichem Verhalten“ so schwer, dass die Schwangere ihr Baby verliert und der Mann in stationäre Behandlung muss.

4. August 2013 Richmond (USA): Muslimischer Konvertit sticht einen Verkäufer „für Allah“ zu Tode.

25. Mai 2013 Paris (Frankreich): Ein Moslem sticht einen französischen Soldaten in den Hals und verwundet ihn.

22. Mai 2013 London (England): Zwei Moslems stechen im Namen Allahs den sich im Urlaub befinden Soldaten Lee Rigby ab und posieren vor Kameras.

7. Mai 2013 Roussillon (Frankreich): Ein Moslem, der kürzlich von der Wallfahrt nach Mekka zurückkam, verwundet einen Polizisten mit Messerstichen unter „Allahu Akbar“-Rufen.

23. April 2013 Paris (Frankreich): Ein Iraner attackiert unter „Allahu Akbar“-Rufen einen Rabbiner und seinen Sohn bei einer Synagoge und verwundet sie.

15. April 2013 Boston (USA): Anschlag auf den Boston-Marathon. Zwei muslimische Brüder zünden zwei Bomben in der Menge und liefern sich anschließend eine mehrere Tage andauernde Verfolgungsjagd und Schießereien mit der Polizei.
4 Tote, 265 Verletzte.

24. März 2013 Ashtabula (USA): Ein muslimischer Konvertit erschießt seinen christlichen Vater in einer Kirche während er Allah preist.

7. Februar 2013 Buena Vista (USA): Ein Moslem köpft zwei christliche Kopten.

5. Februar 2013 Kopenhagen (Dänemark): Ein Moslem schießt auf dänischen Journalisten Lars Hedegaard und verfehlt ihn knapp.

1. Januar 2013 Venedig (Italien): Fünfzehn arabische Jugendliche greifen einen jüdisch-amerikanischen Touristen an und prügeln ihn bewusstlos.

2012
24. Dezember 2012 Bonn (Deutschland): Islamisten schneiden einem Inder teilweise die Zunge raus, weil er ihr Angebot ablehnte zum Islam zu konvertieren.

12. November 2012 Houston (USA): Ein Moslem erschießt einen 28-jährigen Mann, der angeblich eine Frau zum Christentum konvertieren wollte.

19. September 2012 Sarcelles (Frankreich): Ein muslimischer Terrorist schmeißt eine Granate in einen Laden für koschere Lebensmittel.
Ein Verletzter.

29. August 2012 Berlin (Deutschland): Rabbiner Homolka wird von vier arabischen Moslems auf der Straße angegriffen, die ihn an seiner Kippa als Jude erkennen. Sie verprügeln ihn vor den Augen seiner sechsjährigen Tochter und drohen sie zu ermorden.

12. Juli 2012 Cardiff (Wales): Eine Mutter schlägt ihr sieben Jahre alten Sohn zu Tode, weil er nicht genug im Koran lernt.

9. Juni 2012 Brüssel (Belgien): Ein Islamist attackiert zwei Polizisten mit einem Messer auf einem Bahnhof und verwundet sie.

2. Juni 2012 Villeurbanne (Frankreich): Zehn Moslems greifen drei Kippa tragende, junge Juden mit Stahlstangen und Hämmern an und verwunden sie teils schwer.

28. Mai 2012 Moskau (Russland): Ein Moslem sticht 15 mal mit einem Messer auf einen Journalisten ein, der den Islam kritisierte.

28. Mai 2012 Luton (England): Islamisten vergewaltigen gezielt eine 19-jährige Sikh.

12. Mai 2012 Bonn (Deutschland): Zwei Polizisten werden während einer Demonstration von einem Islamisten mit einem Messer verwundet.

5. Mai 2012 Bonn (Deutschland): Ausschreitungen nach den „Mohammed-Karikaturen“. 29 Polizisten werden von „strenggläubigen Moslems“ mit Flaschen und Stangen verletzt.

11. März 2012 Toulouse und Montauban (Frankreich): Der muslimische Terrorist Mohammed Merah ermordet über mehrere Tage französische Soldaten und einen jüdischen Thoralehrer und seine drei Kinder vor der Ozar-HaTorah-Schule.
7 Tote, 5 Verletzte.

12. März 2012 Anderlecht (Belgien): Ein Sunnite zündet eine Bombe an einer schiitischen Moschee und tötet den Iman.
EinToter, ein Verletzter.

24. Januar 2012 Haugesund (Norwegen): Drei Moslems stechen auf zwei zum Christentum konvertierte, ehemalige Moslems ein und verwunden sie.

15. Januar 2012 Houston (USA): Ein frommer Moslem erschießt einen 30-jährigen zum Christentum Konvertierten.

2011
11. September 2011 Waltham (USA): Moslems schneiden drei Juden die Kehlen durch.

26. August 2011 Jären (Norwegen): Ein vom Islam zum Christentum Konvertierter wird mit kochendem Wasser und Säure angegriffen und überlebt.

30. April 2011 Pazardjik (Bulgarien): Ein vom Islam zum Christentum übergetretener Pastor wird vor seiner Gemeinde von einem muslimischen Mob blutig geschlagen.

2. März 2011 Frankfurt am Main (Deutschland): Mordanschlag am Frankfurter Flughafen. Ein Moslem erschießt unter „Allahu Akbar“-Rufen gezielt zwei amerikanische Soldaten und verletzt weitere schwer.
Zwei Tote, zwei Verletzte.

24. Januar 2011 Moskau (Russland) Terroranschlag von zwei Selbstmordbombern am Flughafen Moskau-Domodedowo.
36 Tote, 152 Verletzte.

2010
12. Dezember 2010 Feltham (England): Muslimische Gefangene schlagen einen Wärter zusammen unter „Tod dem Kuffar“-Rufen.

11. Dezember 2010 Stockholm (Schweden): Eine Autobombe und Selbstmordangriff eines irakischstämmigen Islamisten auf ein Einkaufszentrum verwundet zwei Passanten.

1. Mai 2010 New York City (USA): Fehlgeschlagener, versuchter Anschlag am Times Square.

30. April 2010 Straßburg (Frankreich): Moslems greifen einen Juden an und stechen ihn mit einem Messer in den Hals und schlagen ihn mit einer Eisenstange unter Rufen gegen die „Zionistische Verschwörung“.

23. April 2010 Leicester (England): Ein Sikh wurde unter „Allah“-Rufen brutal zusammengeschlagen.

26. März 2010 Berlin (Deutschland): Zwei junge jüdische Frauen und ein Mann werden in einer U-Bahn-Station gefragt, ob sie jüdisch seien. Kurz darauf erscheint eine Gruppe Moslems und schlägt die drei brutal zusammen und zerschmettert Flaschen auf ihren Köpfen.

20. Februar 2010 Huddersfield (England): Fünf Moslems erschlagen einen Sikh-Verkäufer mit einem Hammer.

12. Januar 2010 Paris (Frankreich): Eine Theaterschreiberin wird von Moslems mit Benzin überschüttet und fast angezündet, da sie muslimische Männer negativ darstelle.

2009
25. Dezember 2009 (USA) Nordwest-Airlines-Flug 253: Der als „Unterhosenbomber“ bekannte Terrorist versuchte vergeblich mit einer explosiven Substanz die Maschine mit 278 Passagieren kurz vor der Landung in Detroit in die Luft zu sprengen.

4. Dezember 2009 Binghamton (USA): Ein muslimischer Student ersticht einen nicht-muslimischen Professor aus Rache „für die Verfolgung von Moslems“.

5. November 2009 Fort Hood (USA): Ein muslimischer Armee-Psychiater erschießt 13 unbewaffnete amerikanische Soldaten in ihrer Basis während er Allah lobt.
13 Tote, 31 Verletzte.

19. August 2009 Jette (Belgien): Ein Moslems greift einen Mitarbeiter in einem Schönheitssalon an und verletzt ihn, weil der Islam Makeup verbiete.

30. April 2009 Manchester (England): Ein Sikh wird „unprovoziert“ von einem muslimischen Mob zu Tode geprügelt.

15. März 2009 London (England): Ein christlicher, islamkritischer Geistlicher wird von Moslems schwer zusammengeschlagen.

1. Juni 2009 Little Rock (USA): „Im Namen Allahs“ erschießt ein Moslem einen amerikanischen Soldaten in einem Musterrungszentrum.

2008
31. Dezember 2008 Odense (Dänemark): Ein Moslem eröffnet das Feuer auf zwei jüdische Verkäufer in einem Einkaufszentrum und verwundet sie.

14. Dezember 2008 West Yorkshire (England): Ein muslimischer Jugendlicher sticht auf einen 51-Jährigen ein und verletzt ihn, da dieser sich in einem Gebiet unter „muslimischer Kontrolle“ befinde.

19. November 2008 Woolwich (England): Ein algerischer Moslem, der abgeschoben werden sollte, prügelt einen Homosexuellen zu Tode, der ihm eine Bleibe angeboten hatte.

18. September 2008 Crawley (England): Ein Moslems ruft etwas über den Koran, während er auf den Kopf einer Passantin einsticht und diese verletzt.

20. Juni 2008 Paris (Frankreich): Moslems prügeln einen 17-jährigen ultraorthodoxen Juden ins Koma.

28. Februar 2008 Odenwald (Deutschland): Drei christlich-orthodoxe Geschäftsreisende aus Georgien werden von Moslems auf ein einsames Gehöft gebracht. Dort erschießen die Täter zwei der Christen und schächten später den Dritten, weil diese „Ungläubige“ seien. Einer der Täter war ein V-Mann des Landeskriminalamts, der durch Blutspuren in seinem LKA-Wagen überführt wurde.

2007
23. Oktober 2007 Leeds (England): Ein Moslem ersticht eine 19-jährigen Katholin, die „zu provozierend“ gekleidet war.

30. Juni 2007 Glasgow (Schottland): Versuchter Anschlag auf den Flughafen Glasgow. Islamisten rammen ein mit Benzinkanistern gefülltes Auto in die Einganghalle des Flughafens, in der Hoffnung eine große Explosion zu erzeugen, die aber ausbleibt.
5 Verletzte.

29. Juni 2007 London (Großbritannien): Zwei Autobomben werden zufällig entdeckt und können entschärft werden. Die Täter waren zwei Moslems.

2006
31. Juli 2006 Köln (Deutschland): Zwei Kofferbomben in deutschen Regionalzügen zünden, explodieren aber nicht. Die Täter fliehen ins Ausland und werden später als zwei libanesische Moslems identifiziert, die u.a. in Deutschland studierten.

16. Juni 2006 Baltimore (USA): Ein 62-jähriger Jude wird ohne Anlass von einem muslimischen Medizinstudenten erschossen.

25. Juni 2006 Denver (USA): Ein Moslem eröffnet nach „Anweisungen von Allah“ das Feuer auf vier Kollegen und einen Polizisten.
Ein Toter, 5 Verletzte.

28. Juli 2006 Seattle (USA): Ein amerikanischer Moslem nimmt ein kleines Mädchen als Geisel und verschafft sich Zutritt in ein jüdisches Zentrum, wo er auf sechs Frauen schießt.
Eine Tote, 5 Verletzte.

13. Februar 2006 Saint Genevieve des Bois (Frankreich): Der junge Jude Ilan Halimi wird von einer moslemischen Bande in einen Hinterhalt gelockt und entführt. Über drei Wochen wird er abwechselnd von etwa 20 Moslems, darunter Teenagern, gefoltert und verbrannt, während die Gruppe auch versucht Lösgeld zu erhalten („Juden haben Geld“). Die Polizei, die die Ermittlung geheimhält, versagt und findet ihn nicht, bis die Bande ihn halbtot auf eine Straße schmeißt. Er stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus.

2005
7. November 2005 Paris (Frankreich): Der 61-jährige Rentner Jean-Jacques Le Chenadec wird von moslemischen Jugendlichen zu Tode geprügelt, da er versuchte ein Feuer zu lösen, dass sie entfacht hatten.

23. Oktober 2005 Birmingham (England): Pakistaner erstechen einen 24-jährigen Christen.
Ein Toter, ein Verletzte.

7. Juli 2005 London (England): Auch bekannt als 7/7. Vier muslimische Selbstmordattentäter sprengen ihre Rucksackbomben in kurzer Abfolge in drei Londoner U-Bahnen und einen Doppeldeckerbus in die Luft.
56 Tote, 750 Verletzte.

2004
2. November 2004 Amsterdam (Holland): Der niederländische, islamkritische Regisseur Theo van Gogh wird von einem Moslem auf offener Straße auf seinem Fahrrad achtmal angeschossen. Aus nächster Nähe schießt der Täter weitere Schüsse und rammt zwei Messer und einen Zettel mit einem Bekennerschreiben und Drohungen in den Körper des Regisseurs.
Ein Toter, ein Verletzter.

8. Oktober 2004 Paris (Frankreich): Islamistische Extremisten zünden eine Bombe vor der indonesischen Botschaft.
10 Verletzte.

1. September 2004 Beslan (Russland): Geiselnahme von Beslan. Über einige Tage werden hauptsächlich Kinder von einer Gruppe von Islamisten ermordet und als Geiseln genommen. Letztendlich zünden die Terroristen Bomben und töten über dreihundert Kinder, Erzieher und Mütter.
360 Tote, 614 Verletzte.

24. August 2004 Moskau (Russland): Bewaffnete Moslems entführen zwei russische Passagiermaschinen und ermorden alle 89 Passagiere, einschließlich Frauen und Kinder.

9. Juli 2004 Moskau (Russland): Ein amerikanischer Journalist des Forbes-Magazines wird von Islamisten ermordet.

9. Juni 2004 Brixton (England): Ein 21-Jähriger wird von einer muslimischen Bande erstochen, da er sich weigert zum Islam zu konvertieren.

11. März 2004 Madrid (Spanien): Madrider Zuganschläge. Islamisten zünden zehn koordinierte Bomben in Passagierzügen und töten über zweihundert Menschen. Drei Wochen später werden sieben der Täter aufgespürt und sprengen sich unter Koranzitaten in die Luft.
202 Tote, 1852 Verletzte.

6. Februar 2004 Moskau (Russland): Muslimische Selbstmordattentäter sprengt eine Moskauer U-Bahn in die Luft. 40 Tote, 134 Verletzte.

2003
19. November 2003 Paris (Frankreich): Zwei Juden werden in zwei verschiedenen Angriffen von Moslems ermordet. Einem Opfer wird die Kehle durchgeschnitten und die Augen ausgestochen. Einer 53-jährigen Mutter wird in Hals und Brust gestochen.

6. August 2003 Houston (USA): Frommer muslimischer Collegestudent schneidet die Kehle eines jüdischen Kommilitonen durch und trennt fast seinen Kopf ab.

5. Juli 2003 Moskau (Russland): Zwei muslimische Selbstmordattentäter sprengen sich während eines Rockkonzerts in die Luft.
14 Tote, 24 Verletzte.

14. Januar 2003 Manchester (England): Muslimischer Terrorist ermordet einen Polizisten.
1 Tote, 3 Verletzte.

2002
2002 Westküste (USA): Zwei zum Islam konvertierte Afroamerikaner begehen eine monatelange Serie von Scharfschützenanschlägen an ahnungslosen Passanten u.a. beim Tanken oder Parken.
17 Tote, 10 Verletzte.

2001
22. Dezember 2001 Paris/Miami (Frankreich/USA): Der sogenannte versuchte Schuhbombenanschlag. Ein muslimischer El-Kaida-Terrorist versucht den American-Airlines-Flug 63 mittels einer Plastiksprengstoffbombe in seinem Schuh zum Absturz zu bringen. Der Sprengstoff zündet nicht, da er vom Schuhschweiß feucht wurde.

11. September 2001 New York City (USA): Terroranschläge vom 11. September 2001. Neunzehn El-Kaida-Islamisten, hauptsächlich saudischer Herkunft, bringen mit Teppichmesser vier Passagierflugzeuge an der amerikanischen Ostküste in ihre Gewalt. Zwei Flugzeuge rammen die Terroristen in die zwei Türme des World Trade Centers, wobei Tausende Menschen sterben. Ein weiteres Flugzeug rammen sie in das Pentagon, wo etwa 200 Menschen ermordet werden. Das vierte Flugzeug, das die Terroristen offenbar in das Capitol oder Weiße Haus in Washington rammen wollten, stürzt vorher ab, da die Passigere gegen die Terroristen vorgehen.
2.977 Tote, mehr als 6.000 Verletzte.

2000
17. März 2000 Atlanta (USA): Ein Imam erschießt einen Polizisten und verletzt seinen Partner.

Prämie für einen Kindermord

4. Juli 2016

In der Nähe von Hebron hat ein 17-jähriger Palästinenser ein schlafendes 13-jähriges jüdisches Mädchen in dessen Bett erstochen. Sowohl die Mutter des Attentäters als auch die Palästinensische Autonomiebehörde von Mahmud Abbas lobpreisen die Tat öffentlich, es gibt sogar eine finanzielle Belohnung dafür. Das wirft ein grelles Schlaglicht auf die Verfasstheit der palästinensischen Gesellschaft.

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Hallel und Rina Ariel

Gerade als die Zahl der heimtückischen Angriffe, die seit Oktober 2015 von Palästinensern bevorzugt mit Messern und anderen Stichwerkzeugen auf jüdische Israelis verübt werden, merklich zurückgegangen war, ereignete sich in einem Vorort der Großsiedlung Kiryat Arba bei Hebron ein besonders niederträchtiger Mord. Am vergangenen Donnerstagmorgen überwand dort der 17-Jährige Mohammed Nasser Tarayra aus der palästinensischen Ortschaft Bani Na‘im einen Sicherheitszaun, der die israelische Siedlung umgibt, drang in das Haus der Familie Ariel ein, fand das Kinderzimmer und ermordete mit acht Stichen die schlafende 13-jährige Hallel Jaffa in ihrem Bett. Zwei Sicherheitskräfte – die automatisch alarmiert worden waren, als Tarayra über den Zaun geklettert war – und der Vater des Mädchens versuchten, den Attentäter zu überwältigen. Einer der Wachleute erlitt dabei Stichverletzungen, der andere erschoss den Mörder schließlich.

Die Journalistin Chaya Tal hat die grauenvollen Geschehnisse in einem Blogbeitrag mit dem Titel „Hallels letzter Tanz“ eindrucksvoll rekonstruiert. Die Lektüre macht angesichts der Ungeheuerlichkeit und Grausamkeit der Tat fassungslos. Wie kommt es, dass ein nicht einmal volljähriger Mensch sich dazu entschließt, ein schlafendes Kind mit einem Messer zu töten? Wenn man sich auf die Spurensuche begibt, nähert man sich einer Antwort zumindest ein wenig. Chaya Tal macht beispielsweise deutlich, dass es sich bei Mohammed Tarayras Wohnort um ein regelrechtes Terroristennest handelt: „Bani Na‘im, ebenso wie die gesamte Umgebung von Hebron, ist durchsetzt von Terrorzellen der Hamas und anderer islamistischer Terrororganisationen.“ Zahlreiche Palästinenser, die Zivilisten und Soldaten innerhalb und außerhalb der „Grünen Linie“ attackiert hätten, stammten aus dieser Region: „So die drei Attentäter, welche in diesem Monat die Terrorattacke im Sarona-Zentrum in Tel Aviv zu verantworten hatten; der Attentäter, der vor etwa einem halben Jahr Jakov Don und Ezra Schwarz in einem Stau bei Alon Shevut erschoss; der Mörder von Dalia Lemkos im Oktober 2014“. Auch die Entführer von Eyal Yifrah, Gilad Shaer und Naftali Frenkel – drei Jugendlichen, die auf den Tag genau zwei Jahre vor dem Mord an Hallel tot auf einem Feld nahe Hebron gefunden wurden – kamen von dort. Die islamistischen Täter haben also offenkundig ein Umfeld, das sie deckt und anspornt.

„Mein Sohn ist ein Held, ich bin stolz auf ihn“

Wenn man sich dann vergegenwärtigt, wie Mohammeds Mutter auf die Tat und den Tod ihres Sprösslings reagiert hat, wird klar, dass der Rückhalt auch aus dem engsten Familienkreis kommt. „Mein Sohn ist ein Held, ich bin stolz auf ihn“, sagte sie in einem Video, das in palästinensischen sozialen Netzwerken verbreitet wurde. Mohammed sei „als Märtyrer gestorben, der Jerusalem und die Al-Aqsa-Moschee verteidigte“. Mit Allahs Wille werde „die gesamte palästinensische Jugend diesem Weg folgen“. Unweigerlich denkt man an etwas, das Golda Meir bereits 1957 in einer Rede vor dem National Press Club in Washington in ihrer Funktion als israelische Außenministerin gesagt hatte: „Frieden wird es geben, wenn die Araber ihre Kinder mehr lieben, als sie uns hassen.“ Als folgsames Kind hatte Mohammed Tarayra, so berichtet es Arutz Sheva unter Berufung auf Freunde und Angehörige des Attentäters, auf seiner Facebook-Seite in den Wochen vor der Tat mehrfach sein Bedürfnis geäußert, als „Schahid“ zu sterben. Demnach wollte er so seinen Cousin rächen, der von israelischen Soldaten getötet wurde, als er in der Nähe von Kiryat Arba mit einem Auto einen anderen Soldaten angefahren hatte.

Doch nicht nur die Mutter des Mörders war mit der Tat einverstanden, auch die Palästinensische Autonomiebehörde und die Fatah rühmten sie umgehend. Beide nannten Mohammed Tarayra einen „Märtyrer“; auf der offiziellen Facebook-Seite der Fatah wurde er als Held verehrt, der „in seiner Operation eine Siedlerin getötet und einen Siedler verletzt“ habe. Damit steht auch fest, dass Mohammeds engste Angehörige in den Genuss jener behördlichen Prämie kommen werden, die monatlich an die Familien von antijüdischen Attentätern ausgezahlt wird. Diese Boni werden bereits seit vielen Jahren gewährt, auch (und vor allem) in israelischen Gefängnissen einsitzende palästinensische Häftlinge erhalten sie nach wie vor. Zwar drohten die USA und die EU vor zwei Jahren, ihre finanziellen Zuwendungen an die Autonomiebehörde einzustellen, sollte diese nicht damit aufhören, die Zuschüsse an Verbrecher und deren Angehörige weiterzuleiten. Doch seitdem werden die Gelder für die Terroristen und ihre Familien einfach von einer Kommission der PLO überwiesen. Judenmord zahlt sich also buchstäblich aus, und je mehr Juden ein Terrorist tötet, desto höher ist seine Belohnung.

Darüber hinaus stacheln die Autonomiebehörde und die Fatah Kinder und Jugendliche auch ideologisch gezielt dazu auf, Juden anzugreifen und zu ermorden. Im Januar dieses Jahres beispielsweise erklärte dem israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Bet zufolge ein 15-Jähriger, der die Israelin Dafna Meir in der Ortschaft Otniel mit mehreren Messerstichen tödlich verletzt hatte, er habe vor seinem Angriff regelmäßig das Programm des offiziellen Fernsehsenders der Autonomiebehörde geschaut, in dem Israel als Staat dargestellt werde, der „palästinensische Jugendliche tötet“. Am Tag des Mordes habe er unter dem Eindruck der Fernsehsendungen schließlich die Entscheidung getroffen, mit einem Messer auf einen Juden oder eine Jüdin loszugehen.

Aufstachelung zum Judenmord von offizieller Seite

Aufmarsch anläßlich des 51. Jahrestag der Gründung der Fatah

Aufmarsch anläßlich des 51. Jahrestag der Gründung der Fatah

Wie die Fernsehsender der Autonomiebehörde und der Fatah die Palästinenser – auch und gerade die jüngsten von ihnen – zum Hass auf Israelis erziehen, dokumentiert Palestinian Media Watch immer wieder. In den Schulen wird dieser Hass ebenfalls gezielt verbreitet, das Gleiche gilt für die sozialen Netzwerke. Die Fatah ließ bei den „Feierlichkeiten“ zum 51. Jahrestag ihrer Gründung sogar Kinder mit Sprengstoffgürteln aufmarschieren. „Offizielle Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde behaupten, unsere Kinder träfen diese Entscheidung unabhängig und dass niemand sie losschickt, um Terroranschläge zu verüben“, schrieb der palästinensische Wissenschaftler und Publizist Bassam Tawil. „Aber in Wirklichkeit weiß jeder Palästinenser, dass hinter diesen angeblich ‚unabhängigen‘, ‚spontanen‘ Angriffen eine organisierte, wohl überlegte Aufstachelung steckt, teilweise von Politikern und teilweise von durch Kleriker ausgegebenen Fatwas.“

Wenn die Kinder dann bei der Ausübung ihrer Mordtaten getötet würden, so Tawil weiter, behaupteten sowohl die Autonomiebehörde als auch die Fatah, dass die Israelis sie hingerichtet hätten. Sie verklärten diese Minderjährigen und machten aus ihnen „Vorbilder für andere Loser-Kids“. Sie schickten „Minderjährige los, um ihre schmutzige Arbeit zu erledigen, während sie genau wissen, dass diese wahrscheinlich von den israelischen Sicherheitskräften getötet werden“. Es quäle ihn zu sehen, schrieb Tawil, „wie diese jungen Menschen zu Schnäppchen-Material gemacht werden“. Die Kinder würden geopfert „durch eine zynische Palästinenserführung, die eine finstere Kultur von Mord und Tod nährt“. Jeder, der junge Menschen losschicke, damit diese töten und getötet werden, sei „selbst ein Mörder“.

Es sei daran erinnert, dass der Präsident der Autonomiebehörde und der Vorsitzende der Fatah ein gewisser Mahmud Abbas ist. Jener Abbas, der vor wenigen Tagen als Gast der Europäischen Union vor deren Parlament sprechen durfte und die Gelegenheit zu einer antisemitischen Hetzrede nutzte. Die Abgeordneten applaudierten gleichwohl stehend, ihr Präsident Martin Schulz bedankte sich ausdrücklich bei Abbas und nannte dessen Ansprache via Twitter sogar „anregend“. Die EU unterstütze „das Streben der großen Mehrheit der Palästinenser nach Frieden und Versöhnung“, schrieb Schulz weiter. Man kann das inzwischen nur noch als Drohung verstehen.

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Dieser Artikel ist zuerst bei mena-watch erschienen. Die Veröffentlichung bei Mission Impossible erfolgt mit der freundlichen Genehmigung des Autors.

Der Verrat an der Aufklärung und Islamisches Erwachen

26. Januar 2016
iran1970

Iranische Studentinnen an der Universität in Teheran im Jahr 1971 ohne Zwangsverschleierung

Die islamische Revolution im Februar 1979 im Iran unter der Führung des Ajatollah Chomeini leitete die Re-Islamisierung des Nahen und Mittleren Ostens, sowie weiter Teile Afrikas ein. Bereits in dieser Zeit wurde die Islamische Revolution nicht nur von der deutschen Regierungsseite, sondern auch von vielen Linken aus der grün-alternativen Szene gefeiert, obwohl im Iran linke Oppositionelle tausendfach gefoltert und hingerichtet wurden, obwohl durch die islamische Scharia die iranische Bevölkerung terrorisiert, minderjährige „Ehebrecherinnen“ gesteinigt und erhängt, Homosexuelle, gleich welchen Alters an Baukränen erhängt wurden. Frauen werden spätestens seither im Iran, sowie in so gut wie allen anderen islamischen Ländern als Menschen zweiter Klasse behandelt. In vielen islamischen Ländern müssen sich Frauen verschleiern, dürfen ohne Erlaubnis ihres Mannes, Bruders oder Vaters das Haus nicht verlassen. Junge Männer und Frauen haben in den meisten islamischen Ländern durch die religiös begründete Geschlechterseparierung in Schule, Arbeit und Alltag kaum die Möglichkeit Beziehungen zueinander aufzubauen.

Bereits 1979 begeisterte sich Joschka Fischer, der spätere Außenminister, im „Pflasterstrand“ für die iranischen „Kader und Führer die sich aus der Priesterschaft rekrutieren“, die eine „ der mächtigsten und sichersten, weil brutalsten und reichsten Diktaturen von Amerikas Gnaden binnen eines Jahres durch eine revolutionäre Massenbewegung ohne Waffen bis ins Mark erschüttert“ haben und damit „ins Herz des westlichen Fortschrittsglaubens“ getroffen haben.

Die Grundpfeiler der islamistischen Herrschaftsideologie sind ein eliminatorischer Antisemitismus, eine umfassende Kritik an der westlichen Moderne mit dem entsprechenden Frauenbild und dem Dschihad mit seinen islamistischen Terroristen und Selbstmordattentätern. Die islamistische Ideologie ist hauptverantwortlich für die unzähligen Missstände in den meisten islamischen Ländern. Es gibt kein islamisches Land in dem sich die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse an Demokratie, Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Aufklärung und Religionsfreiheit orientieren. Selbst in der Türkei, einem der fortschrittlichsten muslimisch geprägten Länder gibt die staatliche Religionsbehörde fast täglich neue Fatwas heraus, die der Frau ausschließlich die Rolle eines beliebig zu benutzenden Sexobjektes zuweisen. Die türkische Behörde für Religiöse Angelegenheiten untersagt mittlerweile verlobten Paaren in der Türkei, Händchen zu halten.

Die Stärkung der Rechte der Frauen während der „Weißen Revolution“ im Iran, Mitte der 1960er Jahre empfanden Ruhollah Chomeini und seine Mitstreiter als einen Angriff auf den Islam. Mit der Re-Islamisierung der arabischen und persischen Welt und weit darüber hinaus veränderte sich nicht nur das Straßenbild in diesen Ländern. Als beispielsweise in den 1970er Jahren in Karo kaum eine Frau ein Kopftuch trug gab es so gut wie keine öffentliche sexuelle Belästigung. Mit der zunehmenden Islamisierung Algeriens und Marokkos kann heute schon das Tragen eines Rockes zu Übergriffen führen. Selbst in der Türkei kommt es regelmäßig zu sexuellen Übergriffen auf dem Taksim-Platz in Istanbul wenn sich große Menschenansammlungen dort befinden.

In beinahe allen Ländern der islamischen Welt kämpfen seit Jahren viele Oppositionelle unter Lebensgefahr gegen dieses islamistische Weltbild. Obwohl dieses Weltbild, vielfach sexuell frustrierte frauenfeindliche Männer produziert, obwohl diese Ideologie tausende islamistische, antisemitische Terroristen hervorbringt gibt es hierzulande nach wie vor Linke aus dem grün-alternativen Spektrum oder Steinzeit-Feministinnen welche diese mittelalterliche Ideologie verharmlosen oder die entsprechenden Taten tabuisieren oder relativieren.

So gut wie nach jedem islamistischen, oft antisemitisch motivierten Terroranschlag, ob nun in Israel oder in Frankreich, ob nun gegen Juden, gegen Karikaturisten, Menschen die ein Fußballspiel sehen wollen oder sich bei einem Rockkonzert amüsieren wollen, kommt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Aussage von deutschen „Islamexperten“, dass dies alles nichts mit dem Islam zu tun habe.

Nachdem islamisch sozialisierte Männer in der Kölner Sylvesternacht Frauen zu Freiwild erklärten, sie aus einer Gruppe von rund tausend arabischen Männern die Frauen für ihre sexuellen Übergriffe und Raubdelikte einkreisten, es dabei zu über 800 Anzeigen kam, rund die Hälfte davon wegen sexueller Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung, sprangen die Verteidiger der islamischen Ideologie den Tätern sofort zur Seite, verharmlosten und relativierten die Taten.

afgh 2015Claudia Roth relativierte beispielshalber: „Es gibt auch im Karneval oder auf dem Oktoberfest immer wieder sexualisierte Gewalt gegen Frauen.“ Jakob Augstein verharmloste: “Ein paar grapschende Ausländer und schon reisst bei uns der Firnis der Zivilisation.” Die Prinzessinenreporter schrieben: „Warum derzeit 80 Tatverdächtige keine 1000 Täter sind“ und selbst in der Jungle World verniedlichte Ivo Bozic: „In vielen Ländern der Welt ist das Frauenbild insgesamt konservativer als in Deutschland“.

Bei den Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen im  August 1992 agierten einige hundert rechtsextreme Randalierer aus einer Menge von rund 3.000 applaudierenden Zuschauern, die den Einsatz von Polizei und Feuerwehr behinderten. Wäre zu der Zeit irgendein Linker auf die Idee gekommen zu schreiben, warum ein paar hundert Rechtsradikale keine 3.000 Täter sind? Wohl kaum.

Relativierungen und Tabuisierungen von Islamismus und Antisemitismus sind ein Schlag ins Gesicht der Opfer. Wenn Integration gelingen soll, dann müssen die Probleme offen angesprochen werden, wenn sie irgendwann gelöst werden sollen. Die Frauenverachtung der islamischen Welt ist Ergebnis der islamischen Ideologie. Der menschenverachtende islamische Terrorismus von der Hamas über Boko Haram bis zum Islamischen Staat hat seine Grundlage in der islamischen Ideologie. Die Leugnung dieses Faktums hilft weder den Opfern des Terrors, noch wird dadurch zukünftig ein Menschenleben gerettet oder die Emanzipation der Frau in der islamischen Welt befördert. Die ersten Opfer der islamistischen Ideologie mit ihrer Frauenverachtung, ihrem Antisemitismus und ihrer Despotie sind die säkularen Kräfte in den muslimischen Ländern. Diese Menschen würden sich den Beistand einer aufgeklärten europäischen emanzipatorischen Linken wünschen. Darauf warten die muslimischen ReformerInnen freilich vergeblich und das seit über 30 Jahren. Es ist ein Irrglaube zu meinen, dass durch die Tabuisierung oder Verharmlosung des Islamismus weniger Flüchtlingsheime von Nazis in Brand gesteckt werden würden. Islamisten und deutsche Nazis sind Brüder im Geiste. Ihr Terror ist menschenverachtend. Es reicht nicht nur gegen die Nazis von Rostock-Lichtenhagen oder Heidenau zu protestieren. Wer die  Menschenjagd von Köln relativiert, wer den islamistischen Terror von New York, Beslan, Madrid, London, Toulouse oder Paris oder Jerusalem verharmlost, spielt in einer Liga mit den Nazis von Rostock-Lichtenhagen oder Heidenau.

„Gegen diese Entwicklung eines außer Rand und Band geratenen Islams, dessen Schizophrenie sich diesmal vor dem Kölner Hauptbahnhof ausgetobt hat, gibt es nur ein Mittel, soll die Entwicklung nicht in Richtung Regression weitergehen: Der Islam muss die gleiche Kritik aushalten lernen, wie das Christentum sie hat aushalten müssen. Doch die hiesige seriöse Islamkritik besteht bisher aus einer Handvoll Frauen und Männern, die von den Islamverbänden als „islamophob“ abgelehnt werden. Das muss sich ändern.

Ebenso muss der Resonanzboden für die liebedienerische Haltung des hiesigen linken Spektrums gegenüber jedwedem Obskurantismus verschwinden, sobald dieser nur das Etikett „muslimisch“ trägt. Diese Liebedienerei ist zwar verständlich, teilt die fundamentalistisch-muslimische Welt doch die anti-amerikanische, antiwestliche und antiisraelische Aggressivität, die das Lebenselixier der deutschen Linken ausmacht. Sie ist gemeingefährlich, weil sie in ihrer Verbundenheit mit dem fundamentalistisch festgefahrenen Islam unbesehen jenes „Ungeheuer“ in Kauf nimmt, das der muslimische Philosoph Abdennour Bidar sich aus diesem entwickeln sieht“, schreibt der ehemalige ARD-Korrespondent Samuel Schirmbeck sehr richtig in der konservativen FAZ. Es ist traurig kaum vergleichbare Analysen in linken Zeitungen zu lesen.

Übrigens, wer meint in Afghanistan mussten Frauen schon immer in Burkas herumlaufen irrt. Diese Bilder aus Afghanistan stammen aus den 1960er Jahren. Der amerikanische Uni-Professor Dr. Bill Podlich arbeitete von 1967 bis 1969 für die UNESCO in Afghanistan und machte dabei diese Bilder:

Afghanistan67afghanistan68Afghanistan Afghanistan69

Das Breitenbergersche Korrelationsgesetz und die Frauenjagd von Köln

13. Januar 2016

koelnDie Theorie des Breitenbergerschen Korrelationsgesetzes bezeichnet ein typisches Muster von Ansichten die ein Potential für anti-emanzipatorische Einstellungen bilden:

Die Verharmlosung oder Befürwortung der „Israelkritik“ von Jakob Augstein oder Günter Grass verhält sich proportional zur Verharmlosung der islamistischen Frauenverachtung oder islamistischer Terrorakte.

Formel: I = K mal F

wobei I= Israelkritik Augstein/Grass – F=islamistische(r) Frauenverachtung/Terror – K=Kritikerkonstante

(K impliziert den individuellen Israelhass, individuelle Frauenverachtung, antimoderne Haltung, Schuldabwehr, usw)

Untermauerung:

Wer einerseits nur kleinlaut oder nicht gegen das antisemitische Gedicht von Günter Grass protestiert, wer nur kleinlaut oder nicht gegen die antisemitischen Aussagen von Jakob Augstein in SPON und seinen Anhängern in seinem antizionistischen „Freitag“ widersprochen hat, wird andererseits mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die sexuellen Übergriffe von sexuell frustrierten Muslimen in Köln oder die terroristischen Anschläge in Paris verharmlosen oder relativieren und wird sich letztendlich in allen Fällen auf seinen zweifelhaften Anti-Rassismus berufen.

Ergänzende Zitate:

„Ein paar grapschende Ausländer und schon reisst bei uns Firnis der Zivilisation“ Jakob Augstein am 7. Januar 2016

„Einige Frauen sollten darüber nachdenken, ob es klug ist, leicht bekleidet und angetrunken, sich zwischen Horden von alkoholisierten Männern zu begeben. Generell trägt die Frau aufgrund ihrer Beschaffenheit eine Verantwortung, wenn sie sich aus dem Haus begibt. Man kann nicht vor einem Löwen eine nackte Antilope werfen und erwarten, dass bei dem Löwen sich nichts regt. Es ist erstaunlich, dass im Biologieunterricht so viel über das Paarungs- und Sexualverhalten der Lebewesen unterrichtet wird, aber diese Regeln im Alltag komplett missachtet werden.
Und weil viele Nichtmuslime ständig betonen, dass wir in einem christlichen Land leben, rufen wir dazu auf, dass Frauen hierzulande sich christlich kleiden sollten. Maria, die Mutter von Jesus, hat vorgelebt, wie eine christliche Frau sich zu kleiden hat. Es wäre also für einige Frauen sehr empfehlenswert Maria als Vorbildfunktion zu nehmen und nicht Lady Gaga.“ Muslimstern am 7. Januar 2016

„Es gibt auch im Karneval oder auf dem Oktoberfest immer wieder sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Ein großer Teil der derzeitigen Empörung richtet sich aber nicht gegen sexualisierte Gewalt, sondern auf die Aussagen, dass die potenziellen Täter nordafrikanisch und arabisch aussehen.“ Claudia Roth am 8. Januar 2016

„Ehrlich gesagt, massenhafte Vergewaltigungen oder Ansätze davon in der muslimischen Welt, das ist wirklich ein Ammenmärchen.“ Aiman Mazyek am 13. Januar 2016

Quintessenz:

Josef Schuster, der Zentralratsvorsitzende der Juden in Deutschland, sagte im November 2015:

„Viele der Flüchtlinge fliehen vor dem Terror des Islamischen Staates und wollen in Frieden und Freiheit leben, gleichzeitig aber entstammen sie Kulturen, in denen der Hass auf Juden und die Intoleranz ein fester Bestandteil sind. Denken Sie nicht nur an die Juden, denken Sie an die Gleichberechtigung von Frau und Mann oder den Umgang mit Homosexuellen.“

Für diesen richtigen Satz wurde Schuster vehement von allen möglichen selbsternannten „Anti-Rassisten“ angegriffen. Richtig bleibt, wer den eliminatorischen islamischen Antisemitismus und den Terrorismus von der Hamas bis zum Islamischen Staat ignoriert oder verharmlost, wer das islamische Frauenbild mit seinen Verschleierungsgeboten, seinen sexuellen Verboten und Scharia-Gesetzen nicht eindeutig kritisiert, wer die Frauenjagden von Köln und Kairo mit ihren Einkreisungstaktiken verharmlost oder relativiert und wer gegen die Verfolgungen von Homosexuellen in der islamischen Welt nicht unmissverständlich protestiert ist mit seiner Ideologie ein Angriff auf die Zivilisation.

Arabische Frauenjägergruppen erklärten zu Sylvester in Köln Frauen zu Freiwild und agierten mit ihrer „Tahir-Platz-Taktik“ („taharrush gamea„) aus einer Gruppe von rund tausend Männern. Dabei kreisten die, vermutlich durch ihre islamische Sozialisation, sexuell frustrierten Männer in Gruppen von zehn bis zu fünfzig Mann die Frauen für ihre sexuellen Übergriffe und Raubdelikte ein. Zumindest Teile dieser „Tausend- Männer-Gruppe“ verstellten der Polizei absichtlich den Weg um die hilferufenden Frauen wehrlos zu halten. Rund 650 Anzeigen (circa 45 % davon wegen sexueller Übergriffe bis zur Vergewaltigung) gingen bis jetzt bei der Polizei in Köln ein.

Es gilt allen Formen der Barbarisierung, von den islamischen, antisemitischen, frauenfeindlichen Banden über die antisemitischen Pseudolinken wie den deutschen Nazibanden, entschieden entgegen zu treten und ihren gemeinsamen Nenner zu betonen.

Update 17.1.2016

Der von der mittlerweile islamistischen Türkei inhaftierte Fernseh- und Zeitungsjournalist, der Chefredakteur der Tageszeitung „Cumhuriyet“ Can Dündar schreibt aus seiner Zelle:

„Das, was in der Silvesternacht in Köln passiert ist, kam uns Türken wohlbekannt vor. Es war dasselbe, was sich jedes Jahr auf dem größten Platz von Istanbul, dem Taksim-Platz, zuträgt. Ein Ausdruck einer konservativen Machokultur und des Hungers auf Frauen, den diese selber produziert; Ausdruck einer Kultur, die in der Schule, bei der Arbeit, in allen Bereichen des Lebens Frauen von Männern trennt und versucht, sie in ihrer Rolle als Mütter zu Hause einzusperren.

In der Türkei kämpfen seit Jahren Frauen und Männer unter Lebensgefahr gegen dieses Weltbild und für ein laizistisches, modernes Leben und eine demokratische Republik. Sie sind davon überzeugt, dass man sich nicht mit den Symptomen, sondern mit den Ursachen auseinandersetzen und eine Politik entwickeln muss, die diese Ursachen bekämpft.

Auf welcher Seite aber stehen die westliche Welt und die Europäische Union und insbesondere Deutschland und Frau Merkel, wenn diese beiden verschiedenen Auffassungen in Istanbul oder in Köln aufeinanderprallen? Wir kennen die Antwort auf diese Frage. Und genau darum lächeln wir bitter, wenn wir von Merkels harter Reaktion auf die Angreifer von Köln hören.

Doch Antworten wie “Lasst uns die Grenzen schließen”, “Lasst uns die Flüchtlinge aus dem Land jagen”, “Lasst uns Geld bezahlen, damit sie in einem fernen Land in Lagern gesammelt werden” lösen das Problem nicht. Die Welt von heute ist zu kosmopolitisch, sie kennt keine sterilen Grenzen eines Kontinents, eines Landes oder auch nur eines Platzes.“

 

Der 30-jährige Krieg des Islam und die Flüchtlingswanderung

31. Oktober 2015

syrien Über den Zerfall der arabisch-islamischen Staaten, den Syrienkrieg, die Flüchtlingswanderung, den Islamischen Staat, den Niedergang des bürgerlichen Humanismus in Europa und die Neuordnung im Nahen Osten

Nach den historischen Niederlagen und Deformationen der Befreiungsvisionen fällt das überwiegende Bewusstsein auf allen Kontinenten in nationale, ethnische, tribale, religiöse, rassistische und faschistische Bindungen und Wahnvorstellungen zurück. In Europa kommt der bürgerliche Humanismus unter die Räder – nichts hat Angela Merkel so schaden können wie die humane Geste gegenüber Flüchtlingen. Pegida-Demonstranten hängen sie symbolisch an den Galgen, die „Frankfurter Allgemeine“ wirft ihr vor, sie habe „die Kontrolle über den staatlichen Herrschaftsraum und über die Zusammensetzung der Bevölkerung“ aufgegeben. Der linke Tribalismus antisemitischer Prägung wurde im Bestseller: „Der kommende Aufstand“ verbreitet. Besonders schonungslos schlägt die Regression im arabischen Raum zu, in dem der Islam sich seinen eigenen 30-jährigen Krieg genommen hat. Seit vier Jahren toben Schlachten, zerfallen Nationen in Emirate, Duodezstaaten und Domänen von Stämmen, Rebellenmilizen und Banden. Irak, Syrien, Libyen, Jemen existieren nicht mehr. Syrien ist mit 250.000 Toten und sieben Million Flüchtlingen die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit.

Hinter den Kriegen im Nahen Osten und in Nordafrika steht die Auseinandersetzung um die regionale Hegemonie zwischen den sunnitischen und schiitischen Hauptmächten Saudi-Arabien und Iran, in die sich als dritte Macht der „Islamische Staat“ (IS) einmischt, dieses von Saudi-Arabien und Qatar gezeugte Scheusal, das sich verselbstständigte, im Irak, in Syrien und Libyen große Gebiete kontrolliert und dessen Kader in Gaza, Afghanistan, Tadschikistan, Usbekistan und Bangladesch unterwegs sind. Sein Einfluß beruht auf militärischer Stärke, Abschreckung und sunnitischen Stämmen, die etwa in Saddams Diktatur die privilegierte Klasse waren und durch die Machtübernahme der Schiiten ihre Privilegien verloren. Die Refinanzierung läuft über Ölverkäufe, Steuern und Raub. Im Unterschied zu den meisten Islamisten, die auf nationale Machtergreifungen setzen, strebt der IS die Überführung der Staaten in ein weltumspannendes Kalifat an. Die saudischen Herrscher mögen mit dem IS im Glauben vereint sein, allein sie lieben ihren Staat und die Geschäfte, die ohne den Westen nicht florieren. Die Türkei nutzt das Getümmel für Angriffe auf Kurden – aus Angst, sie könnten durch militärische Erfolge zu einem kurdischen Staat zusammenwachsen. Außerdem unterstützt die Türkei sunnitische Rebellenarmeen gegen Assad. Für eine neue Eskalationsstufe sorgt Russlands Kriegseintritt an der Seite der schiitischen Front, zu der Baschar al-Assads Syrische Armee, der Iran, die Hizbullah und der nicht von Kurden und dem IS kontrollierte Rest-Irak gehören.

Die Militärschläge des Westens gegen arabische Despoten sind gründlich schief gegangen. Aber die Schuldzuweisung von Journalisten, Nahostexperten und antiamerikanischen Linken, die USA hätten dadurch Chaos angerichtet, spricht Kim Jong Un aus der Seele, offenbart die Liebe zur ordnenden Hand des Diktators, liegt politisch auf dem Niveau, die Diktatur vor der Diktatur in Schutz zu nehmen, und spricht Arabern die Fähigkeit zum eigenen Denken und Handeln ab. Kein Mensch muss, wenn der Despot weg ist, Ethnien vertreiben, Andersgläubige ermorden, Frauen und Mädchen kidnappen, Journalisten köpfen und Denkmäler sprengen. Das geschieht aus eigener Tradition, religiösem Wahn, Mordlust und Machtkalkül. Und, dass bei Assad weniger Kopftücher getragen werden, legitimiert nicht den Fassbombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung. Ein spezielles Phänomen ist in der Partei „Die Linke“ zu beobachten. Dort ist eine Fraktion außenpolitisch bei der alten Sowjetunion stehengeblieben. Sie sieht in Wladimir Putin, dem Paten des russischen Oligarchen-Kapitalismus, die Reinkarnation von Leonid Breschnew und kämpft an der Seite des Freundes gegen den „bösen Westen“. Jeder vom Westen angegriffene oder kritisierte Tyrann wird von ihr als Held der Stabilität oder des Widerstands gehuldigt. Das Kalte-Krieg-Muster und der deutsche Hang zur autoritären Ordnung lässt sie zum Partner von Despoten werden.  Hinter ihrem Vorwurf, die Vereinigten Staaten zögen sich verantwortungslos aus dem Nahen Osten zurück,  steht der heimliche Wunsch nach russischen Protektoraten.

Dass Merkel „zur Bekämpfung der Ursache der Flüchtlingskrise“, die vor allem eine Krise des europäischen Humanismus ist, auch mit Assad sprechen würde, und in Libyen wegen der Schleuserei „eine Einheitsregierung vorantreiben“ will, klingt irgendwie drollig. Mach mal Einheit in einem Land, das nicht mehr existiert! Und über was soll mit jemandem geredet werden, der nichts mehr zu sagen hat? In Libyen herrschen die von Europa anerkannte Clique in Tobruk und die Gegenallianz in Tripolis über je 15 Prozent des Landes, zehn Prozent kontrolliert der IS. Im größeren Teil des Landes kämpfen verschiedene Islam-Milizen, die Tuareg, andere Stämme und Warlords um Oasen, Bohrlöcher und Wegezoll für den Schmuggel von Drogen und Menschen. Die Überreste von Syrien, die noch unter formaler Herrschaft von Assad stehen, umfassen etwa 20 Prozent des Landes, den Siedlungsraum der Alawiten (schiitische Glaubensrichtung). Aber selbst dieser Küstenstreifen ist umzingelt und durchdrungen von Rebellen-Milizen, etwa der „Dschaisch al Fatah“, die von Saudi-Arabien, Qatar und der Türkei gesponsert wird und zu der die Nusra-Front (Al Qaida) gehört, die in Damaskus nur sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt steht, von der Freien Syrischen Armee (FSA), den Islamisten der Ahrar al-Scham, die zum Dachverband „Armee des Sieges“ gehören, den kurdischen Milizen und natürlich dem IS, der das größte Gebiet kontrolliert. 70 Prozent der syrischen Bevölkerung sind Sunniten.

Die Eskalation, Russlands Interessen und die neue Lage im Nahen Osten
Durch den Kriegseintritt Russlands droht schon deshalb eine Eskalation, weil russische und amerikanische Kampfjets im selben Luftraum kreisen. Jede Kollision, jeder irrtümliche Abschuss kann die Weiterung auslösen. Da der asymetrische Krieg den Piloten kaum klare Ziele bietet, sind Querschläger normal. Die vier umherirrenden russischen Marschflugkörper sind zum Glück im Iran explodiert, sie hätten auch Passagiermaschinen auf dem Weg nach Südostasien oder die Türkei treffen können. Als russische Jets in den türkischen Luftraum eingedrungen waren,  drohte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu den Russen an, dass die türkische Luftwaffe im Wiederholungsfall das Feuer eröffnen werde, und der Nato-Generalsekretär bot der Türkei die schnelle Eingreiftruppe an. Die diplomatische Eiszeit und differierende militärische Ziele behindern die Koordination der Luftschläge. Russland beschießt jede syrische Oppositionsgruppe, die das Assad-Regime gefährdet.

Die größten Gefahren gehen von der Unvereinbarkeit der Interessen und Russlands überbordenen Drang nach Weltgeltung aus. Der Westen ist oft verblüfft und empört. Er half beim Sturz von Despoten und wunderte sich, dass Islamisten und Warlords das Vakuum füllten, statt Harvardabsolventen. Heute erstaunt ihn, dass Russland nicht an seiner Seite gegen den IS kämpft. Der Westen muss sich neu orientieren. Bisher schien nur er ein Abo auf globale Ordnungskriege zu haben, während Russland nur dann und wann im sowjetischen Grenzland eingriff. Russland schießt ab sofort auch fern der Heimat aus allen Rohren, und sein Partner China wird nicht lange auf sich warten lassen. Während die West-Koalition eher halbherzig IS-Stellungen bombardiert, weil die USA noch immer am schlechten Image laborieren und größere Konflikte in Asien auf sich zukommen sehen, zieht Russland an der Seite der schiitischen Front in den Krieg.

Dabei kommt es Russland nicht auf Assad an. Er ist für den Übergang von Nutzen, danach wartet auf ihn das Moskauer Luxus-Asyl oder der Tod. Russland will das von der Syrischen Armee kontrollierte Rest-Syrien arrondieren und sichern, um den alawitschen Siedlungsraum in einen russischen Vasallenstaat zu verwandeln – als Brückenkopf in den Nahen Osten. Russland will sich einnisten – mit Marinehafen und Luftwaffenbasis, Flugabwehrsystemen und Abfangjägern als Luftverteidigungszone gegen Flieger des Westens – und sich weltweit als kriegsfähige Ordnungsmacht profilieren. Putin richtet in Bagdad eine russisch-syrisch-iranische Militär- und Geheimdienststelle ein, erklärt sich  bereit, den Luftkrieg auf den Irak auszudehnen und bei Bedarf die „Freiwilligenbrigaden“ aus der Ostukraine als Bodentruppe anzukarren. („Der Kreml hatte zuletzt den Einsatz von Bodentruppen in Syrien nicht mehr ausgeschlossen, sollte Damaskus darum bitten,“ FAZ). Russland sichert dem Iran die Zugangswege zur libanesischen Hizbullah und damit zur Grenze Israels. Dem Iran geht es neben seiner Machtausdehnung immer auch um die Beseitigung Israels. Noch im September verkündete Irans Ayatollah Khamenei die Auslöschung Israels in 25 Jahren. Das klingt etwas großmäulig, erklärt aber die Absicht. In seiner neuen Rolle äußert Russland sich ebenfalls „besorgt“ über Israels Angriffe auf syrisches Gebiet, die die Aufrüstung der Hizbullah mit Raketen und Chemiewaffen verhindern sollte, und Israel fordert Russland auf, sich bei seinem Luftkrieg von den Golanhöhen fernzuhalten.

Wenn Russland keine Wiederholung des sowjetischen Debakels in Afghanisten erlebt, was immerhin möglich ist, verändert sich die Lage im Nahen Osten erheblich. Israel und die Türkei haben in Zukunft das russische Militär in unmittelbarer Nachbarschaft. Am Boden und im Mittelmeer. Die Hizbullah wird neben dem Iran auch Russland an ihrer Seite haben. Der Iran würde seinen Einfluss auf Syrien, den Irak und den Libanon festigen können. Seine  Revolutionsgarden ziehen in Syrien bereits Lehr- und Zuchtanstalten hoch, wie der IS auf der anderen Seite der Front. „Assad will die Iraner als Kämpfer, aber sie mischen sich immer stärker ideologisch in die inneren Angelegenheiten ein“ (ein alawitischer Kommunist).  Saudi-Arabien und der Iran operieren in ihrem Ringen um die regionale Hegemonie im Nahen Osten zugleich mit Milizen, konfessionellen Zwängen und ethnisch-klerikalen Säuberungen. Im Irak wurden die Jesiden vertrieben, In Syrien wird der Menschenaustausch vereinbart: Schiiten siedelten von Fua und Kefraja in den Süden, Sunniten hatten Sabadani zu verlassen.

Moskaus einseitiger Krieg radikalisiert die Kontrahenten im islamischen Lager, fördert die Annhäherung der syrischen Opposition, die es nun zusätzlich mit der militärischen Weltmacht Russland zu tun bekommt, an den IS, und fordert Saudi-Arabien, andere Golfstaaten, die Türkei, die USA und die Nato heraus. Wer will Russland den Nahen Osten überlassen und die Garden der Ayatollahs bis Israel und Saudi-Arabien vorrücken lassen? Saudi-Arabien, das schon im Jemen Krieg gegen die vom Iran bewaffneten Huthi-Rebellen führt, hat Militärschläge zum Sturz von Assad angekündigt. Das kommt einer Kriegserklärung an Assads Schirmherren Russland gleich. Wie lange wird das – auch aus Deutschland – bis an die Zähne bewaffnete Saudi-Arabien dabei bleiben, nur „seine“ sunnitischen Stellvertreter-Milizen zu bewaffnen und kämpfen zu lassen, statt selbst einzugreifen.

41 Rebellengruppen (ohne Nusra-Front und IS) haben zu einer Koalition gegen „die russisch-iranische Besatzungsallianz“ aufgerufen. Die USA bilden eine Bodentruppe aus 20.000 kurdischen Peschmerga und YPG-Milizen. Eine kleine Regionalmacht, wie Barack Obama spöttisch meinte, ist Russland nicht. Andererseits könnte Russland darauf zurückfallen, denn der Krieg belastet seine gebeutelte Wirtschaft, macht Russland zum Feind der arabischen Staaten und importiert den asymetrischen Krieg.

Die Interessen des Westens
Anders als Putin, der Russland in Abenteuer stürzt wie einst W.W.Bush die Vereinigten Staaten, ist es Barack Obama gelungen, die USA im arabischen Raum zu verankern. Sie unterhalten Militärbasen in Saudi-Arabien, Qatar, Kuweit, Vereinigte Arabische Emirate (VAR), bilden in Jordanien Milizen aus, können sich auf die Kurden verlassen. Die USA und Europa verfolgen zwei Ziele. Die Beseitigung des IS, dessen Expansion den arabisch-islamischen Raum einer Kapitalverwertung entzöge und den Fanatikern die Hoheit über Rohstoffbasen und Weltmarktpreise verschaffte. Wo der IS herrscht, lassen sich keine Solarfabriken und Wolkenkratzer bauen und nur Waffen verkaufen, sonst nichts. Zweitens geht es um die Befriedung und Stabilisierung des Nahen Ostens und Nordafrikas, damit die Flüchtlingswanderung „vor Ort“ gestoppt werden kann. Die Flüchtlinge verändern die europäische Außenpolitik. Einst wurde die Türkei behandelt, als stünde sie vor Wien, heute wird Erdogan, wenn er denn Flüchtlingslager einrichtet, der rote Teppich ausgerollt.

Durch den tief verwurzelten europäischen Rassismus sieht Europa den Rest seines Zusammenhalts gefährdet. In Jordanien sind 20 Prozent der Einwohner syrische Flüchtlinge, in Deutschland setzt bei einem Prozent das Überforderungssyndrom ein, in Ungarn schon bei einem Flüchtling. Der europäische Zusammenhalt ist bereits durch nationale Konkurrenzen, die Umverteilung der Werte in die Zentren, die deutsche Hegemonie, durch nationalistische und regionalistische Zentrifugalkräfte gefährdet. Nun droht der schwelende Streit zwischen dem modernen humanistischen Lager und den abendländischen Blutsbewahrern und Faschisten zu eskalieren und Europa weiter zu zerreißen. Verbarrikadieren die Länder sich, rollen sie Stacheldraht aus, wann wird geschossen? Lothar de Maiziere stellte nach dem 490-sten Brandanschlag fest, in Deutschland seien „die Zivilisationsschranken gefallen“. Jörg Baberowski, Historiker an der Berliner Humboldt-Universität, drückt das mal so aus: Durch die Flüchtlinge käme ihm der deutsche „Überlieferungszusammenhang“ abhanden. Er könne mit Syrern nicht gut über das „gemeinsam Erlebte, Gelesene und Gesehene“ reden, also nicht über Ostpreußen, Nationalsozialismus, Judenmord, „Mein Kampf“ und „Der Butt“. Armer Professor. Obwohl: „Mein Kampf“ ist im arabischen Raum ein Bestseller.

Wenn es nach Merkel und Managern der Großindustrie ginge, würden mehr Flüchtlinge ins Land kommen und der industriellen Nutzung zugeführt, um dem demografischen „Wandel“ rechtzeitig entgegenzuwirken. Begehrt sind Syrer, weil sie überwiegend gut qualifiziert und jünger als 35 sind. Dieter Zetsche von Daimler sieht in den Flüchtlingen eine „Grundlage für das nächste deutsche Wirtschaftswunder, so wie die Millionen in den 50er- und 60er-Jahren“. Die Handelskammern beklagen den „ausufernden Fremdenhass“ in ganz Europa. „Der Fachkräftemangel ist ein Flaschenhals in der Entwicklung“ Europas. Tschechien und Slowakei könnten „qualifizierte Einwanderer gut gebrauchen“, sie blockierten aber aus „diffusen Ängsten“ die industrielle Entwicklung ihrer Länder und damit ihre eigenen Einkommen. Wenn Merkel für eine politische Nahostlösung „unter Einbeziehung Russlands“ wirbt, spricht sie auch für die deutsche Wirtschaft, die die Sanktionen gegen Russland beenden will. Die EU will die Sanktionen zunächst für vier Monate aussetzen.

Die Lösung
Die Geschichte spielt dem Westen manchmal Streiche. Gestern noch als das Böse gebrandmarkt, zeugen Millionen Moslems, die vor ihren Glaubensbrüdern in den Westen fliehen (nach Russland will keiner) von einem Stimmungswandel. Muslime beten Angela Merkel, die sich zwischen Martin Luther und Atheismus zu Hause fühlt, als Schutzheilige an, suchen Unversehrtheit, Ausbildung, Arbeit und jenen Frieden, der in der islamischen Welt nicht zu haben ist. Werte immerhin, die sich wohltuend abheben von der letzten Massenflucht in Deutschland, deren Ziel die D-Mark war. Aber geostrategisch dehnen sich Russland und der Kopf-Ab-Islamismus aus – noch jedenfalls.

Die Perspektive ist trostlos, weil der Sieg der einen Front so grausam ist wie der Sieg der anderen, und der emanzipatorische Widerstand klein ist. Die iranische Ayatollah-Diktatur nimmt es bei der Todesstrafe mit Saudi-Arabien auf und liegt im Judenhass noch vor dem Konkurrenten. Was die Familie, Erziehung, Freiheit für Frauen angeht oder die Frage, ob Schwule ein Recht auf Leben haben oder von ihren Brüdern ermordet werden müssen, darin sind die Unterschiede marginal. Die Lösung ist also einfach und planetarisch weit entfernt. Dem arabisch-islamischen Raum fehlt die kulturelle Hegemonie des Atheismus, Feminismus und Kommunismus, die für die Aufhebung von Klassen, Religionen, Männer- und Stammeskulturen sorgt. Wer damit anfängt, wird leider geköpft. Man wird wohl warten müssen, bis der Zustand der Erschöpfung eingetreten ist. Wann das sein wird? Sobald die Kreuzfahrtschiffe wieder anlegen.

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Die Einstellung dieses Gastbeitrages für Mission Impossible erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors. Am 19.10.2015 veröffentlichte Rainer Trampert diesen Artikel auf seiner Homepage und in gekürzter Form in Konkret 11/2015. Von Rainer Trampert erschien im letzen Jahr das Buch “Europa zwischen Weltmacht und Zerfall” im Schmetterling-Verlag Stuttgart (240 Seiten, 14,80 Euro).

Weitere Informationen auf der  Homepage von Rainer Trampert: http://www.rainertrampert.de/

Der Fall Jakob Augstein

12. August 2015

„Es gibt wieder ziemlich viele Antisemiten; aber die meisten Antisemiten sind heute solche, die nicht so genannt werden wollen“ Detlev Claussen

jaIn der Antisemitismusforschung wird zwischen christlich-religiösem Antijudaismus und dem sich im 19. Jahrhundert entwickelnden modernen Antisemitismus unterschieden. Freilich wurden die alten antijüdischen Stereotypien im modernen Antisemitismus integriert. Nach Auschwitz erfährt der Antisemitismus in den postnationalsozialistischen Gesellschaften einen Zeitenwandel in seiner Ausdrucksweise. Nach dem Völkermord an den Juden verschwand zwar die Judenfeindschaft nicht aus den Köpfen, doch konnten die alten antisemitischen Hetzreden nicht mehr so ohne weiteres straffrei ausgesprochen werden. Der Antisemitismus passte sich vor allem in den postnationalsozialistischen Gesellschaften den neuen Gegebenheiten an. Der Begriff des sekundären Antisemitismus versucht diese Veränderungen zu erklären. Der sekundäre Antisemitismus ist geprägt aus Motiven der Schuld-, Verantwortungs- und Erinnerungsabwehr. Beispielshalber sind die Leugnung oder die Relativierung von Auschwitz, die Forderung eines Schlussstrichs über die nationalsozialistische Vergangenheit oder Vergleiche zwischen der israelischen Politik und dem Nationalsozialismus Merkmale einer antisemitischen Rhetorik nach 1945. Um die deutsche Schuld zu relativieren, werden Juden mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht, um damit eine Täter-Opfer-Umkehr zu vollziehen. So wird der Nahostkonflikt von „Israelkritikern“ nach 1945 oftmals in manichäischer Art wahrgenommen und die Politik Israels in verzerrender Weise dargestellt. Um die antisemitischen Aspekte vermeintlich „israelkritischer“ Äußerungen zu erkennen, entwickelte der israelische Politiker Nathan Sharansky die sogenannten „drei D“: Doppelstandards, Delegitimierung und Dämonisierung. Laut Monika Schwarz-Friesel sind die „drei Ds“ Folgen „einer derealisierenden Sprache, die ein ‚Feindbild Israel‘ erzeuge, ‚das zwar mit der Realität nicht kompatibel ist, dafür aber exakt das repräsentiert, was dem judeophoben Weltbild entspricht und das damit genau die ihm zugewiesene Funktion erfüllt‘“

In ihrer Studie „Antisemitismus im deutschen Mediendiskurs – Eine Analyse des Falls Jakob Augsteins“ untersuchen die Soziologen Lukas Betzler und Manuel Glittenberg die Kolumnen Jakob Augsteins mit einem kognitionslinguistischen Ansatz, der sich an der Methode von Schwarz-Friesel und Reinharz orientiert.

Wenn beispielsweise der Staat Israel mit antisemitischen Stereotypen assoziiert wird, dann handelt es sich eindeutig um Antisemitismus. Die Vorstellung einer klandestinen jüdischen Weltverschwörung ist eines der zentralen Merkmale des Antisemitismus. Ein Beispiel dafür lieferte Jakob Augstein am 6.4.2012 in seiner Spiegel-Online-Kolumne „Es musste gesagt werden“: „Mit der ganzen Rückendeckung aus den USA, wo ein Präsident sich vor den Wahlen immer noch die Unterstützung der jüdischen Lobbygruppen sichern muss, und aus Deutschland, wo Geschichtsbewältigung inzwischen eine militärische Komponente hat, führt die Regierung Netanjahu die ganze Welt am Gängelband eines anschwellenden Kriegsgesangs.“

Augstein sieht außerdem in seiner Kolumne, wie sein „israelkritisches“ Idol Günter Grass, in Israel den Gefährder des Weltfriedens: „Es ist dieser eine Satz, hinter den wir künftig nicht mehr zurückkommen: “Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden.” Dieser Satz hat einen Aufschrei ausgelöst. Weil er richtig ist. Und weil ein Deutscher ihn sagt, ein Schriftsteller, ein Nobelpreisträger, weil Günter Grass ihn sagt. Darin liegt ein Einschnitt. Dafür muss man Grass danken. Er hat es auf sich genommen, diesen Satz für uns alle auszusprechen.“

Angesichts der zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt, damals und heute, ist die Behauptung Israel gefährde einen imaginierten Weltfriedens eine Dämonisierung des Judenstaates. Die Aussage reproduziert das antisemitische Stereotyp die Juden seien „Weltbrandstifter“ und damit das „Böse schlechthin.“ Augstein knüpft in seinem Text mit der Metapher „ein Aufschrei“ und „weil ein Deutscher ihn sagt“ an die sekundär-antisemitische Vorstellung an, die Deutschen seien wegen des „jüdischen Meinungsdiktats“ übertrieben verständnisvoll gegenüber Israel. Grass wird von Augstein als Erlöser inszeniert, der „für uns alle“ die Bürde auf sich nahm die Wahrheit auszusprechen. Augstein und Grass belegen: Die Spezifik des deutschen Antisemitismus ist seine Entlastungsfunktion. In der lehrreichen antisemitismuskritischen Textanalyse von Betzler und Glittenberg werden weitere acht Kolumnen Augsteins analysiert die zwischen Februar 2011 und Dezember 2014 in Spiegel Online veröffentlicht wurden. Dabei werden Augsteins zahlreiche Stereotype des Antisemitismus wie sein ausgeprägter Antiamerikanismus eindrucksvoll belegt.

Lukas Betzler und Manuel Glittenberg schreiben in ihrem Fazit über die Sprache Augsteins: „Die Analyse der Inhalte und der verbalen Formen der Äußerungen Jakob Augsteins zeigt, dass sich dessen Antisemitismus ganz überwiegend in antiisraelischer Form artikuliert. Das Referenzobjekt des Antisemitismus verschiebt sich also von „den Juden“ auf den Staat Israel, er verliert dadurch jedoch nicht seinen antisemitischen Gehalt: Ganz überwiegend hat Augsteins „Israelkritik“ nichts mit kommunikativ legitimer Kritik an Israel gemeinsam. In den analysierten Texten werden zahlreiche antisemitische Stereotype auf Israel angewandt. Derealisierungen zeichnen ein verzerrtes Bild vom Staat Israel und den Israelis, wodurch diese dämonisiert werden und jener delegitimiert wird. Israel wird mit starken Stigmawörtern belegt und durch die Verwendung von Lexemen aus der NS-Terminologie oder von Signalwörtern mit dem Nationalsozialismus gleichgesetzt. Das Existenzrecht Israels wird zwar nicht offen in Frage gestellt, doch eine Delegitimierung Israels ist in vielen Fällen die Folge dämonisierender und derealisierender Äußerungen. An Israel wird ausnahmslos ein unikaler Bewertungsmaßstab angelegt: Das Recht auf Selbstverteidigung wird dem Staat abgesprochen, Maßnahmen zur Verteidigung werden zu „kolonialistischem Unrecht“ umgedeutet. Die moralische Abwertung Israels dient dabei auch einer Entlastung und Relativierung von historischer Schuld. Auch Augsteins Sprechen über den Antisemitismus ist in vielen Fällen antisemitisch, etwa wenn (jüdischen) Antisemitismuskritikerinnen die Schuld an der Ausbreitung des Antisemitismus gegeben, ein „Kritiktabu“ in Bezug auf Israel behauptet oder die Vorstellung einer von Israel kontrollierten öffentlichen Meinung evoziert wird.“

In der Diskursanalyse der Augstein Debatte werden die Verteidiger Augsteins von den Autoren schonungslos demaskiert. Nach der Veröffentlichung der TTAS-Liste des Simon-Wiesenthal-Centers wurde eine breite Debatte in den Medien ausgelöst. Fünf Textfragmente aus Jakob Augsteins SPIEGEL-Online Kolumne beschertem diesem den neunten Platz der „Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs 2012″. Vielfach fand eine scharfe, aber substanzlose Zurückweisung des berechtigten Antisemitismus-Vorwurfs statt. Viele Journalisten, unfähig Antisemitismus zu begreifen,  fühlten sich offenbar selbst ertappt. Ebenso wurde in der Politik von Gregor Gysi (Linkspartei) bis Julia Klöckner (CDU) Partei für Augstein ergriffen. Sie argumentieren, Augstein übe zwar scharfe, aber legitime Kritik an der israelischen Regierung, und kritisieren das SWC dafür, Augstein deshalb Antisemitismus vorzuwerfen. Den vielen Verteidigungen Augsteins entsprechend titelt die FR: „Viel Rückendeckung für Jakob Augstein.“ Neben Clemens Wergin in der Welt widersprach noch Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, zu diesem Zeitpunkt der Deutung, Augstein betreibe „Israelkritik“ und verbreite keinen Antisemitismus. Im weiteren Verlauf der Debatte zeichnete sich allerdings bald eine Veränderung ab. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Aussagen Augsteins, allerdings mit wesentlich „geringerer diskursiver Präsenz,  als die Verteidigungen Augsteins zuvor“, fand nun statt.

In ihrer Schlussbetrachtung „Antisemitismus mit gutem Gewissen“ schreiben Lukas Betzler und Manuel Glittenberg: „(…) Die Textanalyse hat gezeigt, dass sich in Augsteins Kolumnen auf allen sprachlichen Ebenen Verbal-Antisemitismus finden lässt. Dieser Antisemitismus artikuliert sich dabei fast ausschließlich über den „Umweg“ Israel und überwiegend implizit. Israel wird mit antisemitischen Stereotypen assoziiert, es wird dämonisiert, delegitimiert und nach einem unikalen Maßstab bewertet. Dabei zeigte sich, dass Augsteins Wahrnehmung Israels und insbesondere des Nahostkonflikts stark von antisemitischen Deutungsmustern geprägt ist. Dass diese Mentalitätsbestände durch die lange Geschichte der Judenfeindschaft tief in den europäischen Gesellschaften verankert sind und immer noch das Denken und Sprechen über Juden – und seit 1948 auch über Israel – prägen, wird von Augstein jedoch nicht reflektiert. Diese fehlende Reflexion auf die Kontinuitäten insbesondere in der deutschen Gesellschaft verbindet und erklärt sich mit einem auf „Judenhass“ reduzierten Antisemitismusbegriff. So kommt es zu einer paradoxen Konstellation: Weil der antiisraelische Antisemitismus von vielen Menschen verkannt oder negiert wird, erscheint für sie Kritik an antiisraelischen Äußerungen – die eigentlich Ausdruck einer gesellschaftlichen Tabuisierung des Antisemitismus ist-, als Ausdruck einer Tabuisierung von Kritik an Israel. Dieser Mechanismus bedingt die verbreitete und auch von Augstein geteilte Vorstellung, jede/r Kritikerin Israels werde als antisemitisch diffamiert. In Wirklichkeit hat er jedoch einen entgegengesetzten Effekt: Die Kritik am antiisraelischen Antisemitismus wird von den Kritisierten und ihren VerteidigerInnen — sofern sie sich selbst nicht als Antisemiten sehen — als Antisemitismusvorwurf diffamiert, der Kritik an der israelischen Politik zu unterbinden versuche.

Eine weitere Folge dieses verkürzten Antisemitismus-Begriffs bei Augstein ist die Verkennung des Antisemitismus als eines entscheidenden Faktors für Israels Geschichte und Gegenwart. Die existenzielle Bedrohung, in der sich Israel durch den Terror der Hamas und durch die potentielle nukleare Bewaffnung des Iran befindet, lässt sich nur verstehen, wenn man den von diesen FeindInnen Israels vertretenen Antisemitismus als eine Ideologie ernst nimmt, die nach Verwirklichung drängt. Versucht man, das Handeln von Hamas, Hisbollah oder dem Iran ohne diesen Begriff des Antisemitismus zu erklären, entsteht eine Lücke, die anderweitig gefüllt werden muss. Antiisraelischer Antisemitismus, selbst in seiner mörderischen Form, wird darum häufig rationalisiert oder sogar negiert. Augsteins Kolumnen offenbaren darüber hinaus ein eklatantes Missverhältnis zwischen einem selbstbewussten Gestus des „Bescheidwissens“ und dem tatsächlichen Wissen. Augstein inszeniert sich selbst als Experte für Israel und den Nahostkonflikt, sein „Wissen“ ist dabei aber nur schematisch. Es sind zumeist formelhafte Allgemeinplätze, Floskeln und Schlagwörter, mit denen Augstein den Nahostkonflikt erklärt: Als verantwortlich für das Ausbleiben eines Friedens im Nahen Osten gelten ihm die israelischen Siedlungen, die israelische „Besatzungspolitik“, die israelischen „Vergeltungsschläge“ gegen TerroristInnen und die Unnachgiebigkeit der rechten Regierung. In seinen Texten offenbart sich nicht nur eine geringe Kenntnis und ein geringes Interesse an der Geschichte Israels und seinen gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen, viele von Augsteins Aussagen über Israel sind zudem faktisch falsch. (…)

Der gegen Israel gerichtete „Antisemitismus mit gutem Gewissen“, der sich selbst für besonders kritisch und anti-antisemitisch hält, ist die im Mediendiskurs vermutlich am weitesten verbreitete Form des Antisemitismus. Der kurze Überblick über die Rezeption der Debatte im Feld der Antisemitismusforschung und der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit hat jedoch gezeigt, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Augsteins antisemitischen Äußerungen und der Augstein-Debatte bisher nicht in der Lage war, den dort artikulierten Antisemitismus theoretisch und begrifflich zu fassen. In der Antisemitismusforschung müsste daher das Bemühen um einen Begriff des antiisraelischen Antisemitismus verstärkt werden. Wir würden uns wünschen, dass unsere Analyse-Ergebnisse und die hier skizzierten Deutungsansätze Anknüpfungspunkte dafür bieten.“

Lukas Betzler/Manuel Glittenberg: Antisemitismus im deutschen Mediendiskurs. Eine Analyse des Falls Jakob Augstein. Interdisziplinäre Antisemitismusforschung, Nomos-Verlag, Baden-Baden, 27. April 2015, ISBN 978-3848716722, 320 Seiten, 59 Euro

Friedens-Jugendcamp auf palästinensisch

21. Februar 2015

Rund 17.000 Kinder und Jugendliche zwischen 15 bis 21 Jahren nahmen vom 20. – 27. Januar 2015 wieder einmal an einem der beliebten Terror-Camps der Hamas im Gazastreifen teil. Zu den Aktivitäten im Camp gehören selbstverständlich Übungen mit scharfer Munition, Aufrufe zum Judenmord und alles garniert mit religiösen Gesängen. Der Zweck des Events ist es, den Kern einer Volksarmee zu bilden, deren Mitglieder aus allen Gesellschaftsschichten stammen und die Jugendlichen ideologisch wie militärisch auf den Jihad und den Kampf gegen Israel vorbereiten. Jugendliche Palästinenser erklärten ihre Teilnahme damit, weil sie lernen wollten, wie man israelische Soldaten entführt, ermordet und Jerusalem von den Juden befreit. Die Al-Qassam Brigaden warben für diese Lager in Moscheen, öffentlichen Plätzen und auf ihrer offiziellen Webseite. „Diese Gewehre machen Männer. So wird Palästina befreit werden. Ihr seid die Armee der Zukunft,“ meinte der Camp-Leiter Abu Hamza, als er die Teilnehmer ansprach.

Neben vielerlei ähnlicher Aktivitäten werden Kinder und Jugendliche von den offiziellen palästinensischen Medien regelmäßig zu Gewalt gegen Juden aufgehetzt. Im Kinderprogramm der Palästinenser besingt eine islamistische Mickey Maus eine „heldenhafte“ Mordtat an Juden und in einer anderen Sendung macht es einem Häßchen besonderen Spaß Juden zu essen. Die Hamas erzieht ihre Kinder zu Attentätern und Judenmördern. Deshalb wird erst ein Frieden möglich sein wenn die Palästinenser, die Araber ihre Kinder mehr lieben als sie Juden hassen. Wenn palästinensische Jugendliche erwachsen werden und sich das Abendprogramm zu Gemüte führen, können Sie beispielsweise hören was ihren der Minister für religiöse Stiftungen der Hamas Abdallah Jarbu zu sagen hat: „Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“ Das Problem (nicht nur des Nahen Ostens) ist fraglos der Antisemitismus.

Deutsche „Israelkritiker“ blenden die faschistische antisemitische Ideologie, die hinter dieser Indoktrination steckt, freilich gerne aus. Für deutsche und europäische Antizionisten, also Antisemiten ist Israel die Gefahr für den Weltfrieden und für alles sonstige Unglück dieser Welt verantwortlich. Mit der Delegitimierung und Dämonisierung Israels, mit ihren Boykottaufrufen gegen jüdische Waren und der gleichzeitigen Ausblendung der Politik von Hamas, des IS, den islamistischen Regierungen des Nahen Ostens und anderer inhumanen Terrororganisationen machen sich die deutschen und europäischen „Israelkritiker“ zu den Handlangern der Islamisten, welche bekanntlich die Fahne Allahs, inklusive Scharia, über ganz Palästina wehen sehen wollen.

Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch.