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Petra Pau kritisiert „Free Gaza“

26. Juli 2010

Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau von der Linkspartei hat scharfe Kritik an ihren Parteigenossen Inge Höger und Annette Groth wegen deren Beteiligung an der sogenannten „Gaza-Solidaritätsflotte“ geübt. In einem Brief an die Jüdische Gemeinde Bremen, schreibt Pau, dass mindestens eine zu dem Bündnis gehörende türkische Organisation „in einem pro-faschistischem Ruch“ stehe.
Mehrere Schiffe der sogenannten „Free Gaza“-Flotte waren Ende Mai in internationalen Gewässern vor dem Gaza-Streifen von israelischen Sicherheitskräften gewaltsam gestoppt worden. Dabei waren neun türkische Aktivisten erschossen worden. Pau kritisierte, dass die Aktion letztendlich die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas gestärkt habe. „Niemand, der ernsthaft an einer friedlichen Lösung des Nahost-Konfliktes interessiert ist, sollte das wollen oder in Kauf nehmen, zumal dies auch keine Hilfe für die Palästinenser ist“, schrieb Petra Pau. Bei der  „Free Gaza“-Flotte waren unter anderem, die „Partei der Großen Einheit“ (BBP), „Internationale Humanitäre Hilfsorganisation“ (IHH), die faschistischen „Graue Wölfe“ und andere rechtssradikale Gruppen an Board.
„Damit dürfen sich Linke nicht gemein machen und schon gar nicht – im Wortsinne – in einem Boot sitzen“, schrieb Pau in dem Brief an die Jüdische Gemeinde.

In der Stellungnahme von Inge Höger, Annette Groth und Norman Paech zu Vorwürfen von Petra Pau steht:

„Schließlich müssen wir zurückweisen, dass die Aktion von „Free Gaza“ dafür verantwortlich ist, dass „der Antisemitismus sprunghaft Urständ feiert.“ Weder hat unsere Aktion etwas mit Antisemitismus zu tun, noch bietet sie irgendeinen Anknüpfungspunkt für Antisemiten, mit denen wir nie etwas zu tun haben wollten und die bei uns auch keinen Platz haben.“

Offensichtlich läuft die Aufforderung an Israelis, doch bitte die „Schnauze zu halten und zurück nach Auschwitz zu gehen“, für die drei Linksparteipolitiker unter dem Label der legitimen Kritik an der israelischen Besatzungspolitik.

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5 Kommentare leave one →
  1. 2. August 2010 07:27

    thinktankboy schrieb am 22.07.2010 um 12:17
    Die Aufforderung des israelischen Militärs zum Beidrehen wurde von der „Free Gaza“-Flotte durch ein klares “Shut up, go back to Auschwitz” beantwortet.

    Höre hierzu Minute 2:06 in der Aufzeichung des Funkverkehrs. Wer behauptet dass dies eine Fälschung sei, müsste dies beweisen! Ansonsten unterstütze ich alles, was Hermanitou geschrieben hat.

    thinktankboy schrieb am 23.07.2010 um 17:43

    @Rahab
    „erst mal würd ich ja gern lesen, was du zu meinen obigen fragen zu sagen hast! also? “
    welche Fragen?

    Der Antisemit Norman Paech wurde von Eike Geisel bereits 1993 treffend beschrieben:
    [..] In der »Hamburger Lehrerzeitung« teilte Professor Paech seinen Kollegen in der GEW mit: »Israel muß sich allerdings in der Tat fragen, ob seine Palästina-Politik nicht einem latenten Antisemitismus in Deutschland Nahrung gibt ? und dem können wir nicht entgegensteuern, indem wir schweigen.« Die Frage erübrigt sich: Schweigen worüber? Die demagogische Figur dieser Wendung hat Tradition. Es handelt sich bei ihr um eine besonders beliebte Formel antisemitischer Agitation, um die Formel vom »provozierten Antisemitismus«. Wer sich über historische Beispiele dieser Anschuldigung informieren möchte, sollte gelegentlich mal wieder in ein Buch schauen, das für kurze Zeit zur intellektuellen Grundausstattung der Linken gehört hat, in die von Adorno und anderen vorgelegte Studie über die autoritäre Persönlichkeit. Im Kapitel über Themen und Techniken des amerikanischen Agitators sind all jene Äußerungen versammelt, die sich trotz ihres historischen Alters nachgerade jugendfrisch ausnehmen. Und wie quicklebendig diese alte Formel von der Mitschuld der Juden an ihrer Verfolgung ist, zeigt die im Brustton pädagogischer Verantwortung für Israel vorgetragene Ermahnung von Norman Paech. Nicht vom Antisemitismus will er reden, sondern von dessen Zulieferern in Israel. Der Anwalt der Menschenrechte, als der er sich versteht, präsentiert sich gerade dadurch als ein Gegner des Judenhasses, daß er die Juden beschwört, die Anlässe dazu aus der Welt zu schaffen. Unter diesem Aspekt muß man auch die weiter unten beschriebenen pädagogischen Versuche sehen, die Lehrer in diesem Zusammenhang an ihren Schülern verüben.

    Daß Norman Paech über die israelische Beihilfe zum deutschen Antisemitismus nicht schweigen kann, verdankt er, wie er in einem Zeitungsinterview sagte und in Hamburg wiederholte, einem ganz besonderen Zungenlöser: dem Pfingsterlebnis einer Israelreise. Er war, wie er mitteilte, vor 25 Jahren »in der Aura der Kollektivschuld« nach Israel gefahren. Und dort war ihm zuteil geworden, worauf die Wallfahrer nach Lourdes immer nur vergeblich hoffen: Gesundheit. »Ich wurde erst dort auf die Lage der Araber aufmerksam«, berichtete er über das wundersame Mittel seiner dauerhaften Genesung. »Seit jener Zeit fühle ich mich in dieser Frage gefordert«, beschrieb er im salbungsvollen Jargon des Berufspolitikers die anhaltende moralische Wirkung dieser Entdeckung. Es war nicht Damaskus, wo es ja auch eine Lage der Araber gab, daß er vom Saulus zum Paulus geworden war, sondern Jerusalem. Dort hatte er sich vom Linken in einen Deutschen verwandelt, in einem moralischen Kurbad, das sich in der Folgezeit des Ansturms von Rekonvaleszenten aus der Bundesrepublik kaum erwehren konnte.

    Von der »Aura der Kollektivschuld« erlöst, hatte er schon Mitte der 60er Jahre persönlich ein Ziel erreicht, dessen allgemeine Verwirklichung die »Nationalzeitung« noch immer einklagt. Die Leiden der Palästinenser vor Augen, konnte er aus dem Schatten Hitlers heraustreten. Nun war er frei für eine neue kollektive Aufgabe ganz eigener Art, nämlich für die des Bewährungshelfers. Und wie viele andere Absolventen des Bildungsurlaubs im Nahen Osten entdeckte er eine exklusive Fürsorgepflicht der Deutschen für Israel: »Ich vermag nicht«, begründete er dieses Ansinnen, »als Konsequenz aus den Verbrechen der Generation vor uns zu schweigen, wenn die Überlebenden, ihre Kinder und Enkel Menschenrechte anderer verletzen.« Wenn also israelische Polizisten prügeln, wenn israelische Soldaten Zivilisten erschießen, dann strapazieren diese Taten vor allem die deutsche Kollektivgeduld. Wolfgang Pohrt hat dieses Bewährungshelfersyndrom einmal treffend als sozialarbeiterische Ermächtigung der Deutschen beschrieben, ihre Opfer davon abzuhalten, rückfällig zu werden.
    Über ein Vierteljahrhundert lang versucht Norman Paech nun schon geduldig, dieser Rückfallgefahr entgegenzutreten. »Er hat sich«, heißt es über ihn in der Zeitschrift »Semit«, »mehr als einmal öffentlich engagiert, wenn es darum ging, Recht und Menschenrechte zu verteidigen, oft genug konträr zur offiziellen politischen Meinung“ [..]

    http://www.trend.infopartisan.net/trd0302/t100302.html

    thinktankboy schrieb am 24.07.2010 um 13:36
    Das wundert mich nicht, dass „weizenstein“ die Lektüre von Groth,Höger und Paech überzeugt. Nachdem was ich in fidelches cosmos über ihn gelesen habe, wundert mich überhaupt nichts mehr. Die Solidaritätsbekundungen von „weizenstein“ an eigenartige „Damen“ und deren befremdenden Theorien schrecken mich vor ihm und seiner offenbar sehr einfach gestrickte Welt ab. Sehr aufschlussreich war der Kommentar einer „Dame“ im letzten Blog, mit folgenden Satz:“ @fidelche Schade daß deine Mutter nicht ihr Zuchtwahlrecht benutzte …“ Diese Theorien mit diesem Satz empfinde ich, genau wie sicherlich fidelche und viele andere Menschen, als widerlich!

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  2. invisiblecopyhand permalink
    14. August 2010 19:33

    Alien59 schrieb am 22.07.2010 um 10:00
    Guten Morgen! Wenn du ausgeschlafen hast, wirst du feststellen können, dass das Band eine der Fälschungen ist. Kein gutes Argument.Welcher frühere user versteckt sich denn wohl hinter „thinktankboy“?

    Rahab schrieb am 22.07.2010 um 10:26
    laß dich überraschen!

    walter ter linde schrieb am 22.07.2010 um 14:28 Rudi Carrell?

    Hermanitou schrieb am 22.07.2010 um 10:35
    Bravo, Petra!!!Und jetzte sorgt dafür, daß die drei Antisemit(inn)en demnächst ohne Mandat sind. Dann ist die Linke wählbar.

    Alien59 schrieb am 22.07.2010 um 10:46 Wie definierst du Antisemit? Israelkritiker?

    Hermanitou schrieb am 22.07.2010 um 11:21
    1. „Schnauze halten und zurück nach Auschwitz zu gehen“ 2. Mit rechtsradikalen und faschistischen Gruppen gemeinsame Sache machen 3. Auflösung Israels und Errichtung des „Einzigen“ Palästinenserstaates.

    Alien59 schrieb am 22.07.2010 um 11:26 1. Der Satz ist Fälschung – schrieb ich schon weiter oben. Und nicht mal die IDF behauptet, er sei von einem der Deutschen. Die waren nicht am Funk.2. Beleidigung der „Free Gaza“-Organisatoren. 3. Wo haben die drei das gefordert?

    I.Ü. bin ich der Auffassung, dass dein Kommentar von 10:35 eine strafrechtlich relevante Beleidigung der drei Bundestagsabgeordneten enthält.

    Alien59 schrieb am 22.07.2010 um 15:14

    Claudia:maxblumenthal.com/2010/06/idf-releases-apparently-doctored-audio-press-reports-as-fact/
    Das in diesem link eingebundene Video vom 31.5. bekam ich als link aus einem tweet von @IDFSpokeserson – also Israelische Armee. Darauf war von Auschwitz, wie man sich überzeugen kann, keine Rede.Das bearbeitete Teil, das nun auch hier verlinkt ist, kam ein paar Tage später an die Öffentlichkeit. Einzelheiten kann man dem Artikel entnehmen.Wem Max Blumenthal zu antisemitisch ist, der kann ja googlen. IDF, Marmara, Auschwitz – da findet man dann etliche Artikel, die sich mit der Fälschung befassen.

    Rahab schrieb am 22.07.2010 um 13:21

    1. Petra Pau übt sich in staats-räsong-tragend
    2. die authentizität dieses videos ist nicht nachvollziehbar
    3. was hat das video mit Petra Pau zu tun?
    4. was haben die beiden briefe damit zu tun, dass manche leute gern auf antisemiten-jagd gehen? verhilft das ganze dazu, zu klären, wozu Moishe Postone’s antisemitismusbegriff taugt? verhilft das ganze dazu, den daraus angeblich weiterentwickelten begriff/schein-begriff des „strukturellen antisemitismus“ zu klären?und – um auch noch über den nahen und mittleren osten zu reden – verhilft das ganze zu einem (besseren) verständnis des konfliktes Israel/Palästina?oder zieht hier nur der nächste ‚märtyrer‘ in den ‚deutschen djihad‘?

    thinktankboy schrieb am 22.07.2010 um 13:41
    „oder zieht hier nur der nächste ‚märtyrer‘ in den ‚deutschen djihad‘?“
    Bin vor ein paar Tagen über die Facebook-Konkret-Seite auf fidelches cosmos gelangt. Las einige Blogs bei ihm:
    fidelchescosmos.blogspot.com/2010/07/luggi-und-die-antiteutschen.html
    fidelchescosmos.blogspot.com/2010/07/silvio-gesel-und-seine-fans-in-der.html
    fidelchescosmos.blogspot.com/2010/07/die-freitags-community-und-die-religio.html
    Da dachte ich mir, oh das ist aber ein „lustiger Haufen“ – Da guck ich doch mal vorbei. Da bin ich nun. Gegen Antideutsche scheinen die meisten hier ganz arg was zu haben. So wie Teufel und Weihwasser.
    lol

    Rahab schrieb am 22.07.2010 um 14:01

    anti-wus?

    Jan Jasper Kosok schrieb am 24.07.2010 um 14:49

    Lieber Boy,es ist zwar schön, dass sich Fidelche und Rainer extern immer noch ausgiebig mit dem Freitag beschäftigen, es ist aber nicht zwingend im Sinne des Freitags, hier die angesprochenen Blogs zu thematisieren.Ich würde daher darum bitten, in Zukunft von Verlinkungen dieser Art abzusehen.
    Besten Gruß,JJK

    Rahab schrieb am 26.07.2010 um 17:14 der obigen anfrage Uwe Theels schließe ich mich an!
    könnte es sein, dass sich die redaktion durch diesen blog aus fidelches cosmos
    fidelchescosmos.blogspot.com/2010/06/ist-der-freitag-eine-antisemitische.html
    so arg unter druck gesetzt fühlt, dass sie nichts zu unternehmen gedenkt? wenn dem so wäre, dann sollte die redaktion dies erklären. dann kann jede_r, wo will, ja überlegen, wie sie/er sich ggf. schützend vor die redaktion stellt.

    hibou schrieb am 26.07.2010 um 17:23 ihr habts aber echt damit…..peinliche sachen geaeussert?

    hibou schrieb am 26.07.2010 um 17:45
    @JJK:bis auf Rahabs Verlinkungen?

    Jan Jasper Kosok schrieb am 26.07.2010 um 17:46
    Noch ein letztes Mal, für die, die es offensichtlich nicht verstanden haben. Diese Blogs sind hier Tabu.
    Rahab: Gelb. Warum? Weil zwei Kommentare höher noch darum gebeten wird nicht zu verlinken.
    Beste Grüße,JJK

    Rahab schrieb am 26.07.2010 um 17:50 aha. sonne der gerechtigkeit…ich nehm’s als auszeichnung dafür, dass es mir gelungen ist, das reaktionelle schweigen zu brechen.und wie heißt’s in Hamlet?and thus makes conscience cowards of us all.

    Jan Jasper Kosok schrieb am 26.07.2010 um 18:03 Liebe Rahab,
    es wäre schön, wenn Du Dich ab und zu ein wenig mehr im Griff hättest. Nur mal so als Tipp.
    Grüße,JJK

    Uwe Theel schrieb am 26.07.2010 um 18:05 @ Jan Jasper Kosok am 26.07.2010 um 17:46
    Unter Linken Tabus zu haben ist nicht ohne.
    Aber selbst dann: Was ist denn da für den Freitag und seine Bloggerschaft vom Freitag zum „Tabu“ erklärt worden? Sind es nur die dort zu findenden „Inhalte“ oder etwa auch der damit einhergehende juristische Tatbestand der Verletzung von Persönlichkeits- und Urheberrechtsverletzungen.
    Letzteren zum Tabu zu erklären wäre schon mehr als nur der Versuch „Trollereien“ zu ignorieren, stellte m.E. eine Entsolidarisierung des Freitag mit der von ihm, – sollte ich dann sagen müssen? – geduldeten Bloggerschft dar.

    Rahab schrieb am 26.07.2010 um 18:09
    dann entschuldige ich mich mal für den eher unbewußten als bewußten verschreiber in „das reaktionelle schweigen“. ich meinte das „redaktionelle…“ weiß auch nicht, was da mit mir los war. muß mal drüber nachdenken, warum ich bei „redaktion“ das „d“ nicht im griff habe…

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  3. Rahab permalink
    14. August 2010 20:50

    klasse! nun kann im nachhinein jede/r nachvollziehen, wie ttb sich die kastanien aus dem feuer holen ließ (oder so ähnlich).

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    • 14. August 2010 21:41

      Da kann ich nicht widersprechen.

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  1. „Dame.von.Welt“, „Titta“, „thinktankgirl“ und Co oder Ratio? « ThinkTankBoy

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