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Teutschland

26. Juli 2010

Die Antideutschen orientieren sich an der Kritischen Theorie. Als Vorbilder gelten Theoretiker wie Marx und die aufklärerischen Philosophen Kant und Hegel und natürlich an der „Frankfurter Schule“ mit ihren Protagonisten Adorno und Horkheimer.Großen Einfluss auf Antideutsche hatte die Wertkritik. Diese geht davon aus, dass kapitalistische Herrschaft abstrakt sei, dass sie also nicht von konkreten Personen ausgehe, sondern vom „Wertprinzip“ der kapitalistischen Warenwirtschaft selbst. Grundsätzlich seien alle Menschen gleichermaßen dieser Herrschaft unterworfen. Deshalb gebe es innerhalb dieses Systems, anders als beim traditionellen Marxismus, weder ein auserkorenes revolutionäres Subjekt (etwa die Arbeiterklasse), in das besondere Hoffnung zu setzen wäre, noch die Möglichkeit, diese Herrschaft durch den Sturz einer bestimmten herrschenden Klasse zu überwinden. Die Aussichten für eine mittelfristige Überwindung des Kapitalismus werden tendenziell pessimistisch beurteilt und stattdessen die Notwendigkeit individuellen, kritischen Denkens in den Mittelpunkt gerückt. Eine grundlegende Meinungsverschiedenheit zwischen den Antideutschen und der so genannten „Wertabspaltungskritik“ der Zeitschrift EXIT! besteht in der unterschiedlichen Bewertung der bürgerlichen Aufklärung. Die Antideutschen vertreten in der Traditionslinie der „Kritischen Theorie“ eine dialektische Kritik der Aufklärung gegen sich selbst, die deren emanzipatorisch-transzendente Momente gegen die Regressionstendenzen der Aufklärung verteidigen wollen. Antideutsche sind nichtsdestotrotz imstande dem gewünschten Triebverzicht mit heutiger repressiver Entsublimierung zu begegnen um beispielsweise folgendes Rezept zu beherzigen: Sie nehmen eine frisch gebackene Semmel, schneiden diese vorsichtig, exakt horizontal, mit einem scharfen, circa 15 cm langen Messer durch, ohne jedoch zu viele Brösel zu vergeuden. Mit demselben Messer entnehmen Sie von einer Butterdose einen Streifen guter deutscher Butter, die aus dem Rahm von Kuhmilch hergestellt sein sollte, und schmieren diese auf die Unterseite der Semmel. Anschließend entnehmen Sie aus einem x-beliebigen Marmeladenkonfitürenglas leckere Erdbeermarmelade und streichen diese gewissenhaft auf die soeben aufgetragene Butterseitensemmel. Zu guter Letzt erfassen Sie das nicht bestrichene Semmelteil und legen es auf die mit Erdbeermarmelade bestrichene Hälfte der Semmel. Im zusammengeklappten Zustand beißen Sie nun in die Semmel und werden feststellen, wie lecker dass Marmeladensemmelbrötchen schmeckt. Alternativ dazu noch diese deutsche Variante:

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2 Kommentare leave one →
  1. 30. Juli 2010 15:30

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  2. 14. Juli 2011 21:51

    In der Einfachheit der 80er doch eingängig, und nahe dran, am „Erbe“ der Leistungsideologie auf der Autobahn:

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