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Thilo Sarrazin und Silvio Gesell

28. September 2010

Eigentlich dachte ich das Thema sei schon durch. Aus gegebenem Anlass noch einmal, ich hoffe zum letzten Male: „ Man wird ja wohl noch sagen dürfen…“

Hermann L. Gremliza schrieb in Konkret 10/2010: “… Ob man wohl noch sagen darf was es bedeutete, biologische Unterschiede zum Maßstab politischer Entscheidungen zu machen? Das am logischen Ende einer Einteilung von Menschen  in solche mit besserem Erbgut und solche mit schlechterem Sterilisation, Lebensborn und Euthanasie stehen? Das Sarrazins Geschwätz eine Kriegserklärung an die Zivilisation ist? …

Den Satz über das „Juden-Gen“, schrieb nicht Silvio Gesell, sondern Sarrazin.

Fortpflanzung in „bildungsfernen Schichten“, sei nicht wünschenswert, schrieb nicht Silvio Gesell, sondern Sarrazin.

Die Forderung Akademikerpaaren, die unter 30 ein Kind bekommen, 50.000 Euro Staatsprämie pro Kind zu zahlen, stammt nicht von Silvio Gesell, sondern von Sarrazin.

Die Ziele seiner Ideen, den Anteil der Geburten von Zuwanderinnen aus Nah- und Mittelost sowie Afrika unter den Durchschnitt deutscher Geburten zu senken.“, stammt nicht von Silvio Gesell, sondern von Sarrazin.

Von der „Hochzucht des Menschengeschlechts“ und vom „Zuchtwahlrecht der Frauen“, schrieb nicht Sarrazin, sondern Silvio Gesell.

Erlösung von all dem Minderwertigen, mit dem die seit Jahrtausenden von Geld und Vorrecht geleitete Fehlzucht die Menschheit belastet hat“, schrieb nicht Sarrazin sondern Silvio Gesell.

„So viel Krankhaftes auch der Auslesebetätigung der Natur durch die Fortpflanzung der Fehlerhaften zugeführt wird, sie wird es bewältigen. Die ärztliche Kunst kann dann die Hochzucht nur verlangsamen, nicht aufhalten.“ schrieb nicht Sarrazin, sondern Silvio Gesell.

Über „das große Zuchtwahlrecht, dieses wichtigste Sieb bei der Auslesetätigkeit der Natur“, schrieb nicht Sarrazin, sondern Silvio Gesell.

„Völkisches Empfinden duldet keine Zinsknechtung anderer oder gar die Beteiligung daran. Wer noch etwas rassisches, völkisches Empfinden verspürt, der gehe in sich, tue Buße; der gestehe, dass er und seine Ahnen Verrat begingen am eigenen Volk, am eigenen Blut. Der wahrhaft völkisch gesinnte Mensch, der den Klassengeist hasst und ein schönes Volksleben sehen möchte – wie man vielleicht ahnen kann, aber noch nie erlebt hat,“ schrieb nicht Sarrazin, sondern Silvio Gesell.

Die Freilandmodelle die  die weitere Abhängigkeit der Arbeiter „nach den Gesetzen des Wettbewerbs“ (Dem Tüchtigsten das meiste, Auslese als Ziel ausdrücklich festgeschrieben), die Verpachtung des „freien Landes“ an den Meistbietenden, soviel er bebauen kann – wobei „Arbeitsscheue, Bummler, Sonnenbrüder und Zigeuner“, die ins Ausland verschwinden sollen, keinen Anspruch haben, da sonst „die Neger eines Tages die Oberhand gewinnen“, stammen nicht von Sarrazin, sondern von Silvio Gesell.

„…Bei Gesell hat er ja sogar den ausgesprochen emanzipatorischen Aspekt, in Liebesdingen von der ewigen  Geldabhängkeit weg zu kommen, in ein sozialdarwinistisches Zuchtprogramm  umgedeutet. –  Ich vermute es war der Sprachschock, der Verwirrung stiftete. Wer soll denn bei diesem eher in Richtung Sektierertum laufenden  „Mühewerk“ Beistand und Beifall leisten? Ich werde dafür keinen Applaus  spenden, sondern es immer strikt ablehnen. Sorel, Gesell und Proudhon sind  nicht „dubios“!  ..“ schrieb nicht Sarrazin sondern Christoph Leusch in Augsteins „Freitagscommunity“.

„ …Was heute reaktionär erscheint, war damals emanzipatorisch, wie Leusch weiter unten schreibt: Bei Gesell hat er ja sogar den ausgesprochen emanzipatorischen Aspekt, in Liebesdingen von der ewigen Geldabhängkeit weg zu kommen. Die Schrift Bachofens über das Mutterrecht, gab dazu Impulse,…“ schrieb nicht Sarazzin, sondern Freitagsbloggerin „thinktankgirl“ in Augsteins „Freitagscommunity“..

„…Hier geht es nicht um eugenische Ziele, denen sich die Frauen zu unterwerfen haben, sondern darum, ohne Versorgungsprostiution mit Männern, die sexy sind, Kinder zu machen. Frauen wird ja heute immer wieder vorgeworfen, daß sie zwar mit den interessanten wilden Kerlen gerne rummachen, aber sich dann in die Versorgungsehe flüchten, um das Kuckuckskind aufzuziehen…“, schrieb nicht Sarrazin, sondern die Freitagsbloggerin „thinktankgirl“ in Augsteins „Freitagscommunity“.

„…Tatsächlich findet sich bei Aischylos im 4. Jhdt der Begriff παιδεια (paideia) der damals in genau dieser Bedeutung, wörtlich übersetzt mit“Kinderzucht“, verwendet wurde. Der Begriff erfuhr dann über die Jahrhunderte eine Ausweitung zu einem Begriff der allgemeinen Bildung überhaupt und steckt derartig seit dem 16 Jhdt. im Begriff Enzyklopädie (enkyklios paideia) im Sinne der Sammlung allen Wissens.Wenn Gesell hier also von „Zuchtwahl“ spricht, so meint er damit in genau dem Kontext, auf den thinktankgirl schon hinwies, dass er der freien Frau, die freie Wahl lassen wollte, wie sie die Kinder die sie bei freier Gattenwahl zur Welt bringen wollte ohne Fremdbestimmung aufziehen, erziehen, bilden wollte…“ schrieb nicht Sarrazin, sondern Uwe Theel in Augsteins „Freitagscommunity“..

„…Es gab und gibt viele Spielarten der Kritik am Kapitalismus, die auch immer vom herrschenden Zeitgeist beeinflusst sind. Gsell: so unterliegt es keinem Zweifel, daß die Mütter das meiste Anrecht  auf die Grundrente haben. Zu demselben Ergebnis kommt man, wenn man das Naturweib, das wie eine Königin über die Natur ringsum verfügt, mit unseren armseligen Fabrikarbeiterinnen vergleicht. Diesen Ansatz würde ich zu den mutterrechtlichen Strömungen, die sich auf  Bachofen berufen, zurückführen….“ schrieb nicht Sarrazin, sondern Freitagsbloggerin „thinktankgirl“ in Augsteins „Freitagscommunity“..

„…Ich finde jeden Glaubenskrieg hochgradig bescheuert – auch den gegen angeblich antisemitische Linke oder die interessanten Ideen von Silvio Gesell – wobei ich seine möglicherweise problematischen völkischen Äußerungen einfach mal ausklammern würde….“, schrieb nicht Sarrazin, sondern Freitagsblogger „Fro“ in Augsteins „Freitagscommunity“..

„…Ich kenne Gesell nicht gut, aber warum sollte man sich in dieser visionsarmen Welt nicht mit seinen Überlegungen befassen? Traust du es den Menschen nicht zu, dass sie zwischen schlau und unschlau unterscheiden können? Warum so unlocker und übertrieben volksfürsorglich?…, schrieb nicht Sarrazin, sondern Freitagsblogger „Fro“ in Augsteins „Freitagscommunity“..

„…Wer Begrifflichkeiten wie, „Hochzucht des Menschengeschlechts“, „Zuchtwahlrecht der Frauen“ oder „Erlösung von all dem Minderwertigen, mit dem die seit Jahrtausenden von Geld und Vorrecht geleitete Fehlzucht die Menschheit belastet hat“ um nur einige zu aufzuzählen, emanzipatorisch nennt, disqualifiziert sich um es mal vorsichtig auszudrücken.“, schrieb fidelche in Augsteins „Freitagscommunity“..

In seinem Buch greife Sarrazin auf Bevölkerungstheorien zurück, „die in ihrer absoluten Perversion in Deutschland letztlich zu Euthanasie und Auschwitz geführt haben“, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel im SWR- Fernsehen und meinte außerdem, die Partei stehe vor der Frage: „Sind wir eigentlich bereit, jedes Ressentiment und jede Debatte über Menschenbilder in der SPD zu dulden?  In der Zeit schrieb Gabriel: “Am katastrophalen Ende bemächtigten sich die Nationalsozialisten der Eugenik. Andere hatten ihnen dafür den Boden bereitet, und Wissenschaftler lieferten die perversen Begründungen für die Auslöschung »unwerten« Lebens.“
Große Teile der deutschen Wählerschaft und die deutschen Medien bejubeln viele Thesen von Sarrazin. Einige Dinge sind nicht akzeptabel meinen sie, aber im großen Ganzen hat Sarrazin endlich ein Tabu gebrochen und das ist sein Verdienst, meinen auch die Stammtischbrüder von Bildzeitung und Spiegel.
In der Freitags-Community regen sich so gut wie alle, berechtigterweise, über die sozialdarwinistischen Thesen Thilo Sarrazins auf, gleichzeitig verteidigen und relativieren viele dieser Blogger die bedeutend extremeren Thesen von Silvio Gesell.  Silvio Gesell war der Wegbereiter für das NS Mutterkreuz und NS-Lebensborn, sowie „Ideengeber“ (raffendes/schaffendes Kapital) für Gottfried Feders 25-Punkte-Grundsatzprogramm der NSDAP.  Sarrazins und Silvio Gesells Thesen  laufen auf Sterilisation, Lebensborn und Euthanasie hinaus.
Weshalb die angesprochenen Freitagsblogger die antisemitischen, völkischen  und sozialdarwinistischen Theorien Silvio Gesells verteidigen, relativieren und  interessante Ideen darin entdecken, gleichzeitig aber die Theorien  Sarrazins ablehnen, ist nicht nachvollziehbar? Ist es Dummheit, Schwindelgefühl, Orientierungslosigkeit,  Verwechslung, Ignoranz, fehlende Wahrhaftigkeit, die visionsarme Welt,  der „Tabubruch“ von Silvio Gesell  oder besteht tatsächlich kein Unterschied zu den Stammtischen der Bildzeitung?

Quellen und weitere Informationen auf fidelchescosmos:

Silvio Gesell und seine Fans in der Freitags-Community

Proudhon, Gesell, Feder, Marx und die regressive Kapitalismuskritik

Silvio Gesell, Rudolf Steiner und die „braune Soße“

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83 Kommentare leave one →
  1. 28. September 2010 14:07

    Vermutlich sind die angesprochenen Freitagsblogger keine wirklichen „Fans“ von Silvio Gesell und lehnen sozialdarwinistische und völkische Menschenzuchttheorien ab. Ich hoffe es zumindest und gehe auch davon aus. Die „Stammtischbrüder der Bildzeitung“ dürften den Tabubruch Sarrazins begrüßen. Wahrscheinlich ist es die „visionsarme Welt“ die den Tabubruch Silvio Gesells für die angesprochenen Freitagsblogger interessant macht.

    Mich würde viel mehr interessieren wie die Verantwortlichen des Freitag über ihre Deaktivierungen von thinktankboy und fidelche heute denken, wenn sie die Zitate von Sarrazin und Gesell vergleichen und sich gleichzeitig die Zitate der angesprochenen Freitagsblogger zu Gemüte führen würden. Vor allem würde mich interessieren wie die Freitagsredaktion zum angekündigten Parteiausschlussverfahren Sarrazins aus der SPD steht. Begrüßt sie es? Ginge das überhaupt?

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  2. 28. September 2010 14:13

    Im Zitat von Uwe Theel finde ich zehn Fehler. –
    Und das betrifft allein das Formale im Theeldeutsch!

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  3. Bettina K. permalink
    28. September 2010 18:24

    Ich kann nicht glauben, dass die Zitate der Freitags-Blogger so geschrieben wurden. Ich kann es einfach nicht glauben.
    Den Vergleich von Thilo Sarrazin und Silvio Gesell herzustellen war eine sehr gute und interessante Idee.

    Bettina

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    • 28. September 2010 19:44

      Doch doch – man kann das so schon glauben. Schlimm genug. Manchmal glaube ich, dass einige der Protagonisten garnicht mehr begreifen, was sie zwischen ihren Mauern dort alles von sich geben.

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    • 28. September 2010 22:55

      Ich denke auch manchmal, die Leute posten wie Ausdauersportler kurz vorm Ziel: ausgeblendet alles andere. Aktuelle Beispieldiskussionen, Tiefscharf, sind ja auch vorhanden. Ich meine z.B. die, für die Manfred Breitenberger derzeit nicht die Nerven hat, wie er dort bei j-ap sagt. – Und, Frau K., es stimmt schon, kaum zu fassen. Und das Niederschmetternste, es bleibt so trotz Einsprachen.
      Gerade deshalb ist die blanke Übersetzung unverarbeiteter Geschichte in die aktuelle Politik von thinktankboy auch so hilfreich. Mich erinnert das Blog an das Wort Adornos, der nicht offensichtliches Nazitum für gefährlich hielt, sondern das krumme Fortwesen des Drecks in solchen öffentlichen und halbstarken Äußerungen.

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      • 28. September 2010 23:07

        Tja, Rainer Kühn, was soll ich sagen. Ich lese immer mal wieder kurz rein in den Freitag. Mittlerweile wundere ich mich nur noch über mich selbst, dass ich mich dort so lange rumgetrieben und wertvolle Zeit verschwendet habe. Mal ehrlich – wen kratzt es schon, was einige Humanoide dort tippen, die sonst von niemandem wahrgenommen werden, geschweige denn, Einfluss hätten? Ich sehe das da nur noch als krude Comedy – bestenfalls. Darüberhinaus frage ich mich ohnehin, wer so dämlich ist, und 3,20???? Euro für ein paar Seiten Zeitungspapier bezahlt. Nein – für mich heißt es schon seit einiger Zeit back to the roots – und das heißt, dass ich wieder ZEIT lese und dort auch wieder schreiben/kommentieren werde. Natürlich ist auch dort nicht alles toll – doch findet zumindest ein Wissenstransfer statt und muss sich nicht allzu sehr mit Halbgarem befassen.

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        • 29. September 2010 19:12

          Wieso bist Du weg von der Zeit, Tiefscharf?
          Was ist deiner Meinung nicht so gut im Zeitforum?
          Würde mich interessieren, da ich auch hin und wieder reinschaue.

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        • 30. September 2010 12:10

          Hallo Fidelche

          Ich bin nicht raus aus dem ZEIT-Forum. Mein Account besteht auch weiterhin, allerdings kommentiere ich nur noch sehr selten dort – jedenfalls im Moment. Ich bin dazu übergegangen, Texte und Fotostrecken auf metropolenmond zu veröffentlichen und sie dann via Twitter und Facebook zu „bewerben“. Ggf. poste ich den einen oder anderen Artikel vielleicht mal in die ZEIT, aber erst, nachdem er auf meinem Blog erschienen ist.

          http://community.zeit.de/user/tiefscharf

          Ich war, bevor ich mich in den Freitag verirrte, der Tipp kam damals von einer Freundin, in der ZEIT aktiv gewesen – als Kommentator. Dahin zieht es mich auch wieder zurück, wenn ich mich äußern möchte. Interessanter ist die ZEIT wegen des breiteren und alltagskonformeren Spektrums und auch wegen der Moderation. Der Freitag ist zwar irgendwo rührig – doch den „Durchbruch“ schafft er eben nicht und ist somit als Multiplikator ungeeignet.

          Wie gesagt. Eine eigene Plattform bietet mir mehr Kontrolle und weniger Generve. Zudem wären explizite Stories in Blogportalen so garnicht möglich, die durchaus eine Stammleserschaft haben. Also war der richtige Weg für mich, eben dieses eigene Blog zu bauen.

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      • 28. September 2010 23:26

        Ja, das kann ich nachvollziehen. Ich versuche eigentlich auch, eine normale einfach lesende Distanz zum Freitag aufzubauen, einfach Gutes und nicht so Gutes wahrzunehmen.
        Das gelingt mir noch nicht wegen meiner damaligen Involviertheit als Gelegenheitsschreiber im alten Freitag und dann als Blogger in der Community. Diese komische Leser-Blatt-Bindung hat ja eine seltsame Dynamik, wenn man dem Irrglauben nachgibt, man könne die Richtung einer Zeitung mitbestimmen. Durch Schreiben. Oder die Vernunft einer Community. Durch Kommentieren.
        Das ist was für den Wind. Man muß lesen, beobachten, kritisieren, und Orte finden oder schaffen, wo das auf fruchtbaren Boden trifft.
        Der eine findet hier, der andere da. Und nochmal, und weiter, und die Geschichte der Emanzipation ist vorerst immer noch eine des Scheiterns.
        Deshalb suchen wir noch. Worin noch niemand war.

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        • 29. September 2010 14:34

          Enjoy
          http://www.metropolenmond.de/node/159

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        • 30. September 2010 17:01

          Hallo Tiefscharf, sehr hellsichtig und anschaulich plausibel, was Dein Metropolenmond hinsichtlich der Dynamik auf Blogportalen zusammenfaßt.
          „Der negative Community-Effekt“ steht irgendwann sicherlich im Vordergrund, weniger Brot, mehr grausame Spiele, die der Leser und gleichzeitig Schreiber bewirtschaften kann. Ich denke, man braucht sehr viel Disziplin als Portalblogger, um sich nicht in die Grube reißen zu lassen.
          Gern gelesene Grüße, Rainer

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  4. 28. September 2010 21:44

    Also, thinktankboy, der Vergleich von Sarrazin mit Silvio Gesell und der Vergleich der entsprechenden Reaktionen von SPD und denen des „Freitag“ bezüglich Gesell, ist erkenntnisreich und deshalb ok.
    Aber die „angesprochenen Freitagsblogger“ haben es schwer genug und sollten nicht mehr mit ihren Zitaten konfrontiert werden. Sie haben sonst überhaupt keine Chance mehr aus ihrem braunen Sumpf heraus zu kommen. Ein Ziel dieses Blogs soll doch auch sein, verwirrte Menschen wieder auf den Pfad der Emanzipation und der Aufklärung zu bringen.

    Ich bin davon fest überzeugt das die „angesprochenen Freitagsblogger“ in den nächsten Jahren besser überlegen, bevor sie aus irgendwelchen absurden Theorien irgend etwas „Emanzipatorisches“ heraus ziehen und eventuell Kant, Hegel und Gesell fälschlicherweise „in einen Topf werfen“ und/oder die Lebzeiten von Kant, Hegel und Gesell verwechseln oder gleichsetzen.
    Die „angesprochenen Freitagsblogger“ sind alle „Kinder ihrer Zeit“ und sollten deshalb mit Nachsicht bedacht werden.

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    • 28. September 2010 22:45

      Wenn ich in den Freitag hineinlese und beispielsweise die – man verzeihe mir den Ausdruck – sinnlose egomane Scheiße in Ruhrrotwhatevers Blog lese, dann teile ich diese Hoffnung ausdrücklich NICHT. Was soll man von einem Portal halten, in dem die umfangreichsten Threads entstehen, weil jemand weiß, wie man Pilze hackt oder weil einer sich wieder zurückbenennt.

      Kopfschüttelnd aus Berlin,
      Herr P

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    • 28. September 2010 23:07

      Es ist schwierig, „verwirrte Menschen wieder auf den Pfad der Emanzipation und der Aufklärung zu bringen“, fidelche; Du weißt es selbst, und doch – ich teile Deine Hoffnung. Derzeit sieht es aber danach aus, daß von den Verwirrten der schmale Pfad, den wir gehen wollen, eher zertrampelt wird, auch genau dort, wohin Tiefscharf weist: abstruse Selbstbeguckungen statt Selbstkritik, aber hohe Schlagzahl. Doch bei politischen Themen läuft alles aus dem Ruder. Beispielgebend die zwei Zitate von Fro: Tja, was soll man da noch entgegnen? „Gut gemeint ist das Gegenteil von gut“? Und wer war das noch mal …

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  5. 29. September 2010 08:35

    Der Pfad von „thinktankgirl“ wird nicht breiter:

    thinktankgirl schrieb am 28.09.2010 um 15:14
    Die Frage allerdings, die damit im Raum steht, ist eine andere, nämlich: Wie konnte der Rassist Kant auf soetwas wie die allgemeinen (!) Menschenrechte kommen? Wie konnte der Rassist Hegel auf das allgemeine Gesetz in der Geschichte kommen? Sind alle Kantianer und Hegelianer Rassisten?

    Das ist wie mit Silvio Gesell: es sind alles Kinder ihrer Zeit, in der gewisse Moden vorherrschten, die heute in einem kritischen Licht betrachtet werden. Und trotzdem brachten sie beachtenswerte Ideen und Gedanken hervor, obwohl sie Frauen als Wesen ohne Vernunft, Farbige als geistig rückständig betrachteten.
    Und wenn ich mich richtig erinnere, schlossen die damaligen allgemeinen Menschenrechte Frauen nicht ein.

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    • Rahab permalink
      29. September 2010 08:45

      geh mal Olympe de Gouges googeln – dann erfaßt dich eine ahnung, wie die andere hälfte der menschheit gesehen wird…
      ach so, geht schlecht. du bist ja auch noch nicht weiter!

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      • 29. September 2010 12:13

        Was will uns die Dichterin damit sagen? Etwa, dass dein armes „thinktankgirl“ die „Olympe de Gouges“ der Freitags-Community ist?

        Da ich nicht mehr mitmachen darf, kann und auch will, frag sie doch mal, ob Sarrazin auch ein „Kind seiner Zeit“ ist! Wie sieht es überhaupt mit Kai Dieckmann aus? Ist der etwa auch ein “Kind seiner Zeit“? Und Gottfried Feder, Amin el-Husseini, Mahmud Ahmadinedschad, Idi Amin ….

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        • Rahab permalink
          30. September 2010 10:38

          allerdings ist dieser wildgewordene sarazene „ein Kind seiner Zeit“! der kann sich nämlich auf solche zuträger wie dich verlassen.

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  6. Bettina K. permalink
    29. September 2010 18:11

    Ich hab gelesen was thinktankgirl am 28.09.2010 um 15:14 schrieb.
    Jetzt glaub ich es.
    Schlimm, mehr fällt mir nicht ein.

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  7. 29. September 2010 18:46

    Ich hab für vieles Verständnis. Wenn Frauen der Freitags-Community abstreiten, dass monotheistische Religionen unter anderem frauenfeindlich sind, denk ich mir zwar meinen Teil, aber was soll‘s. Wenn Freitags-Blogger am liebsten den Staat Israel von der Landkarte getilgt hätten, sind sie nicht alleine mit ihrer Meinung in Deutschland mit seinen Foren, Boulevardblättern und Feuilletons. Nichts Außergewöhnliches also.

    Wenn männliche Freitagsblogger wie Uwe Theel, C. Leusch und Fro die Menschenzuchttheorien von Silvio Gesell interessant finden und verteidigen, sie scheinbar meinen, sie gehörten zu den genetisch auserwählten und wirtschaftlich erfolgreichen Männern, sie könnten also im freiwirtschaftlichen Modell verschiedene Frauen schwängern, müssten sich danach nicht um ihren Nachwuchs kümmern, da die staatliche Pacht dafür verwendet wird, kann ich das irgendwie nachvollziehen, wenn ich versuche, mich in diese Personen hineinzudenken. Was soll’s also, Uwe Theel, C. Leusch und Fro sollen ihren Spaß und ihre Utopie haben. Uwe Theel, C. Leusch und Fro können nicht wissen, dass SS Schergen im 3. Reich, nachdem sie verschiedene Frauen im Ausland und in Deutschland geschwängert haben und ihr Nachwuchs dann in Lebensborn, staatlich alimentiert aufgezogen wurde, ohne dass sie sich darum kümmern mussten, Lebensborn daher als prima Einrichtung empfanden und die Ideologie um NS Lebensborn sehr oft unter Kammeraden als „beachtenswerte Ideen und Gedanken“ bezeichneten, weil es doch schon so lange her ist.

    Wenn bestimmte „Damen“ der Freitags-Community, die sich als emanzipierte Frauen gerieren, eine Menschenzuchttheorie, wie die von Silvio Gesell, als eine emanzipatorische Theorie bezeichnen, Silvio Gesells „beachtenswerte Ideen und Gedanken“ hervorheben, könnte es scheinbar so sein, dass sich diese Frauen Vorteile von der Utopie Gesells erhoffen. Laut eigenen Angaben bezeichnet sich eine dieser „Damen“ als sehr klug und sehr schön. Aber was soll’s.

    Darüber rege ich mich nicht mehr auf. Auch nicht darüber, dass die Freitags-Redaktion nichts gegen Antisemiten und Gesellianer unternimmt. Wir leben eben in einer Zeit in der „gewisse Moden“ vorherrschen. Ich mache mir nur Sorgen um Sigmar Gabriel. Sollten die “gewissen Moden“ auf die SPD abfärben, dann könnte im Parteiausschlussverfahren gegen Sarrazin nicht Sarrazin sondern Sigmar Gabriel ausgeschlossen werden. Ich werde Sigmar Gabriel eine Mail schreiben und ihn vorwarnen.

    Sind wir nicht alle „Kinder unserer Zeit“?

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    • Rahab permalink
      29. September 2010 19:54

      genau – fidelche, ein kind seiner zeit. und was für eines! ungefähr grad 1948 angekommen.

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      • 29. September 2010 22:45

        Sagen Sie mal Frau Rahab, sind ihnen die neuerlichen Aussagen von ihrem thinktankgirl nicht auch peinlich?

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    • 29. September 2010 22:11

      Das Bemerkenswerteste an Fidelches fast melancholischem Trauerzug durch die eben nichts bemerkende Gemeinde ist der lakonische Kommentar von Rahab. Daß Fidelche etwas ganz Trauriges für eine doch linke Bloggergemeinschaft zusammenfaßt, die ihn darum getreten und damit mit ausgeschlossen hat, von FC-Diskussion kritisch neben dem Mainstream, das kann Rahab – auch an meinem Ausschluß beteiligt – nur in anderthalb Zeilen sich frei kommentieren. Rahab, das große Advokatenkind ihrer Zeit. Anwältin von sich – überzeugt.

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      • Rahab permalink
        30. September 2010 00:02

        was, rk, bleibt denn noch zu sagen zu einem, der gerade mal – und immerhin! – bemerkt hat, dass menschenrechte auch für juden gelten, für den rest der menschheit aber noch nicht so weit vorgedrungen ist? und nicht nur das – sondern der das für muslime of all three+x sexes wie auch alles, was nicht eindeutig männlich ist (obwohl – was ist das schon?) und weiß (ich sage dazu lieber entweder grottenolm oder schweinchenfarben) zunehmend und zunehmend vernagelt bestreitet?

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        • Bettina K. permalink
          30. September 2010 08:59

          Was haben denn Muslime, ein Grottenolm und „immerhin bemerkt ??“ mit dem Blog Sarrazin und Gesell zu tun?

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        • Rahab permalink
          30. September 2010 09:59

          was muslime mit grottenolmen zu tun haben, ist weniger die frage.
          die frage ist, wie fidelche dazu kommt, einem nicht ganz unerheblichen teil der menschheit menschenrechte zu bestreiten!
          wobei – das setz ich gleich hinzu – sich dies bestreiten nicht nur auf muslime erstreckt. sondern auf alles, was nicht ‚grottenolm‘.

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    • Erich Wolf permalink
      29. September 2010 22:12

      Moment mal,
      waren die Deutschen von 1933 bis 1945 nicht auch „Kinder ihrer Zeit“?

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      • 29. September 2010 22:33

        @ Erich Wolf (Sie dialektischer Scherzkeks): Mit einer rhetorischen Antwort: Nein, zeitgeistige Zöglinge an der Macht.

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    • 29. September 2010 22:14

      Ich werde das auch an Gabriel mailen. Als Rückblick aufs Email von Fidelche.

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    • 29. September 2010 22:44

      Ich schließe mich an, mit dem Mail an Gabriel.
      Ansonsten bin ich nicht ganz so pessimistisch. Das Freitagsforum besteht nicht nur aus erkenntnisresistenten „Damen“ und Betonbloggern. Vielleicht gibt’s in der Freitagsredaktion doch noch mal ein umdenken. Dafür spricht, dass Manfred Breitenberger bisher noch nicht rausgeworfen wurde, obwohl er doch auch einiges gegen die Menschenzuchttheorien von Gesell geschrieben hat und gegen die Hamas hat er auch angeschrieben. Dann gibt’s doch auch noch den J-AP, den Hermanitou und den Achtermann. Und jeden Monat die Konkret und die Titanic.

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    • Rahab permalink
      30. September 2010 10:48

      stelle im übrigen fest, fidelche, dass du doch was bei mir gelernt hast – nämlich dass wir über monotheismus reden. und nicht über religion/en schlechthin.

      nun käme als nächster lernschritt, dass heutige (wie auch schon frühere) männlich sozialisierte glühendere monotheisten sind als weiblich sozialisierte – weil sie von diesem hellenistisch-monotheistisch zusammen mit dem kult vermittelten ordnungsssystem mehr/besser profitieren als die weiblich sozialisierten.

      der dritte lernschritt wäre der, dass dies auch für die gilt, welche den jeweiligen kult nicht mehr praktizieren. praktisch jude, christ oder muslim zu sein ist nicht vonnöten, weil das ordnungssystem auch ohne diese speziellen kultischen praktiken funktionieren kann (die vermitteln allerdings schöne gefühle von auserwähltheit – ich nenn das mal wieder ganz respektlos: die illusion der von raum und zeit abgelösten dauer-erektion).

      damit will ich es mal für heute gut-sein lassen. will dich ja nicht überfordern

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      • 30. September 2010 11:18

        @ Rahab 30/09/2010 10:48

        Es wäre einmal an der Zeit, für Sie geehrte Rahab sich zum Thema zu äußern. Das Thema ist: Silvio Gesell und seine Fans in der FC und Thilo Sarrazin. Scheinbar ist dieses Thema thinktankgirl + Freitag + Silvio Gesell sehr peinlich für Sie, da Sie nur versuchen abzulenken.

        Was sagen Sie zu den neuerlichen Äußerungen von thinktankgirl in der FC? Durch diese neuerlichen Äußerungen ist Blogger fidelche, nicht nur meiner Meinung, eindrucksvoll bestätigt. Alle Verteidiger, wie auch Sie, von thinktankgirl sind nun in Erklärungsnot.

        Der Druck auf die völksichen und sozialdarwinistischen Gesellianer und ihre Verteidiger wird höher.
        Nichts sagen und ablenken, Frau Rahab, ist auch keine Lösung!

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        • Rahab permalink
          30. September 2010 13:09

          da hilft nur noch eines:
          Platons ‚Staat‘ lesen
          viel spaß!

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      • 30. September 2010 17:40

        @Rahab schrieb am 30.09.2010 um 17:09 im Freitag:
        „aha und seit wann gibt es diesen arabischen antisemitismus?
        und woher wissen Sie, dass es sich dabei um dasselbe handelt wie im rationalen europäischen politischen antisemitismus?“

        Sag mal gebenedeite Rahab, drehst du jetzt völlig durch?
        Was bitte sehr ist „rationaler europäischer politischer antisemitismus“?

        Nehmt ihr beide Drogen, du und dein Thinktank?

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        • Rahab permalink
          30. September 2010 18:57


          aber dein rk, der die ‚rezension‘ von Klaue so toll findet, weil ihm in seiner zugeballerten birne der unterschied/die unterscheidung zwischen real und rational abhanden gekommen ist
          was ich für echt tragisch halte!

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        • 30. September 2010 23:38

          guten abend, frau rahab, mit der betonung auf guten, auch ihnen.

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  8. Bettina K. permalink
    30. September 2010 08:48

    Elmar Altvater schrieb vor einigen Jahren über die Gesellianer:

    „… Die Nazis beispielsweise geißelten das „raffende“ und akzeptierten das „schaffende“ Kapital. Zu bestreiten ist aber, dass diese Interpretationsfigur in der modernen globalisierungskritischen Bewegung eine wichtige Rolle spielt. Eine Tendenz allerdings, die in der globalisierungskritischen Bewegung auf gewisse Sympathie stößt, hat in ihrer Geschichte eine Nähe zum Nationalsozialismus nicht immer vermieden. Es geht um die „Gesellianer“, so genannt, weil sich die Strömung vor allem auf die „Freiwirtschaftstheorie“ von Silvio Gesell bezieht (Gesell 1920). Auch heute, viele Jahrzehnte nach der Ausarbeitung dieser Theorie ist die Frage zu stellen, ob deren Kritik an Geldwirtschaft und Finanzmärkten strukturell oder implizit antisemitisch ist oder in diese Richtung instrumentalisiert werden kann. …

    Silvio Gesell und seine Nachfolger betreiben nämlich Geldtheorie ohne Gesellschaftstheorie. Es ist nicht zufällig, dass der Bezug Gesells und vieler seiner Nachfolger eine unterstellte „natürliche Wirtschaftsordnung“ ist. Gesell kann daher gegen den Zins argumentieren und zugleich einem extremen Liberalismus und Individualismus das Wort reden. Er kann das „Manchestertum“ befürworten und den Kommunismus sowie den Marxismus vehement ablehnen – denn „der Kommunismus widerspricht der Natur des Menschen“ (Gesell 1948: 85) – und gleichzeitig für eine strikte Regulation des Geldes, aber auch des Zugangs zu Land eintreten. Denn Land soll frei zugänglich sein, Freiland. Das Geld soll frei sein, und zwar befreit vom Zins, Freigeld. Damit sind wir beim Kern der Gesellschen Gesellschaftskonzeption, die sie so problematisch macht. Die natürliche Wirtschaftsordnung erweist sich nämlich als ein soziales Konstrukt, das anschlussfähig an andere, nämlich nationalistische und rassistische Konstrukte ist. …

    Die Gesellschaftsformation oder – in anderer Sprache – das soziale, ökonomische und politische System werden als eine „Natürliche Wirtschaftsordnung“ (NWO) aufgefasst, für deren Realisierung sich eine zeitweise in den 1920er und 1930er Jahren nach zigtausenden zählende NWO-Bewegung einsetzt (dazu: Bartsch 1994). Ihre Ziele sind zinsloses „Freigeld“, „Freiland“ und Mutterlohn bzw. eine „Mütterrente“ zur Erziehung der Kinder und implizit auch zur Entlastung der Väter (dies ist auch ein Punkt im „Pfingstprogramm“ von 1943, das der Gesellianer Karl Walker vorgelegt hatte, als die Niederlage der deutschen Truppen bereits absehbar war; vgl. Schulz 1947: 25-31). Denn diese sollten sich auf einen „ewigen, unablässigen, schonungslosen Kampf“ konzentrieren. „Deshalb“, so heißt es in der Zeitschrift „Der Physiokrat“, um die sich seit 1909 die Anhänger Silvio Gesells sammeln, „nennen wir uns Physiokraten, weil wir die Herrschaft dieses Naturgesetzes bewusst anerkennen, uns ihm unterordnen und mit ihm rechnen, da wir sonst geräuschlos zermalmt würden…“

    Freiland ist eine Utopie, die im ausgehenden XIX und im ersten Drittel des XX Jahrhunderts weit verbreitet war. Der Arzt und spätere Soziologe Franz Oppenheimer verfolgte diese Idee ebenso wie der „linke“ Nationalsozialist und Autor des Parteiprogramms der Nazis aus den frühen 20er Jahren, Gottfried Feder….

    Gesellianer waren in der Regel vorsichtig, diesen Schritt zu tun, aber viele Faschisten, die die theoretische Basis mit den Gesellianern teilten, haben dies sehr wohl getan (vgl. Darity: 1998: 7). Auch die deutschen Nationalsozialisten sprachen von der „Brechung der Zinsknechtschaft“, kritisierten das „raffende“, nämlich Zinsen beziehende, und lobten das „schaffende“, nämlich Mehrwert und Profit heckende Kapital. Daher ist es kein Zufall oder bedauerliche Entgleisung einzelner, wenn Vertreter der Freiwirtschaftslehre nach der Machtergreifung von 1933 mit den Nazis gemeinsame Sache zu machen versuchten. Die ideologischen Grundlagen waren ja gegeben: Die Naturalisierung des Wettbewerbs, des Kampfes in einem Prozess der natürlichen Auslese, die Offenheit der Bodenfrage zu Blut-und-Boden-Interpretationen, die Verteufelung des Zinses auf „raffendes Kapital“, die Überhöhung des Individuums zum hochgezüchteten Über-Menschen, die Auffassung der Frau als Mutter. Viele Gesellianer haben mit den Nazis kollaboriert. Eine der schillerndsten Figuren unter ihnen ist Otto Lautenbach, einst Vorstandsmitglied des Freiwirtschaftsbundes. Er vertrat in der Nazi-Zeit einen „deutschen Sozialismus freiwirtschaftlicher Färbung“. Ein anderer Gesellianer, Wilhelm Radecke, trat in die NSDAP ein und sammelte die anderen Freiwirte in der NSDAP im sogenannten Rolandbund (Bartsch, nach: Niederegger, S. 16).
    Nach dem Krieg wurde Lautenbach führendes Mitglied der „Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft“ und in dieser Funktion lautstarker Propagandist des Neoliberalismus deutscher Prägung, d.h. der Freiburger Schule, unterstützt von deren wissenschaftlichen Koriphäen und politischen Aushängeschildern wie Ludwig Erhard. Er tritt nun für „stabile Währungspolitik“ und „Leistungswettbewerb“ als den beiden Grundpfeilern der „sozialen Marktwirtschaft“ ein. Eine Politik der Geldwertstabilität ist nun wichtiger als die Unterbindung von Positivzinsen. Dabei ist auch erwähnenswert, dass der Wirtschaftsminister der Adenauer-Ära, Ludwig Erhard, als ausgewiesener Neoliberaler bei Franz Oppenheimer studiert und promoviert hat, der zwar nicht die Freigeldlehre, wohl aber die Freilandlehre gegen das „Bodenmonopol“ und seine sozial schädlichen Auswirkungen vertreten hatte. Die Einvernahme durch den Neoliberalismus war wegen der Ablehnung von Kommunismus und Sozialismus, die Hervorhebung des Wettbewerbs und des ungebändigten Individualismus und die Betonung der Marktwirtschaft gegen den Kapitalismus eine Leichtigkeit. Die einstigen Freiwirte, die mit den Nazis paktiert hatten, singen nun das Hohelied der freien und sozialen Marktwirtschaft. …“

    http://userpage.fu-berlin.de/roehrigw/altvater/altvater.pdf

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    • 30. September 2010 11:20

      @Bettina K.
      Danke für den Text und den Link.
      War mir bisher unbekannt.
      Ich hab ihn deshalb vorsichtshalber in der Freitags-Community gepostet.

      Gruß
      m.b.

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  9. 30. September 2010 16:59

    Auf besondere Bitte – auch, wenn es am Thema vorbei ist:
    http://metropolenmond.de/node/160

    Heute um 18 Protest gegen S21 in Berlin, Potsdamer Platz, Bahn Tower

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    • 30. September 2010 20:21

      Nachtrag – Bilder von heute, Potsdamer Platz
      http://metropolenmond.de/node/161

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      • 1. Oktober 2010 11:52

        Sehe gerade, dass der Toni (Hochreiter) auch da war.
        Viel Glück dazu, aus Bayern.

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  10. 1. Oktober 2010 12:09

    Hi thinktankboy,
    nach dem grandiosen Auftritt von Manfred Breitenberger im J-AP-Blog schlage ich vor das arme thinktankgirl in Ruhe zu lassen. Vielleicht kommt Sie doch noch zum Umdenken. Die Freitags-Redaktion dürfte die neuerlichen Aussagen von thinktankgirl auch gelesen haben. Dann dürfte das arme Panzermädchen schon genug Ärger haben. Das Thema ist nun so gut durchgekaut, dass es jetzt „gut“ sein sollte. Nur so ein Vorschlag von mir. Quasi ein Vorschlag zur Güte.

    Gruß
    fidelche

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    • 1. Oktober 2010 12:27

      Hallo „Chef“ (fidelche),

      ja, geht klar. Ich sehe es genauso.
      Ich werde noch heute die „Avantgarde Serie“ fortsetzen.

      Viele Grüße nach Bayern
      Dein thinktankboy

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      • Rahab permalink
        1. Oktober 2010 16:08

        das ist wirklich brav!
        dafür hat dich fidelche bestimmt ganz dolle liep!

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  11. 16. Oktober 2011 09:29

    „Wenn aber die sozialen und gesellschaftlichen Widersprüche des Kapitalismus letztlich ein biologisch-genetisches Problem waren, dann mussten sie auch einer steuernden biologischen Sozialtechnologie zugänglich sein. Daher erschien es als denkbar, der Natur auf die Sprünge zu helfen und die gesellschaftlich-soziale „Zuchtwahl“ bewusst zu beschleunigen und gewissermaßen zu vollstrecken. Vor dem Hintergrund des Imperialismus steigerte sich so die bald einsetzende Flut sozialdarwinistischer Ideen und Organisationen zu Utopie der „Menschenzüchtung“ für den kapitalistischen „Kampf ums Dasein“ und zwecks Überlebensfähigkeit der eigenen Nation“ schreibt Robert Kurz im Kapitel „Menschenzucht und Fortpflanzungshygiene“ seines Hauptwerkes „Schwarzbuch Kapitalismus (Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft)

    Vergleiche hierzu: Proudhon, Gesell, Feder, Marx und die regressive KapitalismuskritikSilvio Gesell, Rudolf Steiner und die „braune Soße“Silvio Gesell und seine Fans in der Freitags-Community

    Damit bestätigt Robert Kurz die Aussage von fidelche: Der „Freitag“ mit all seinen Adepten ist eine Kriegserklärung an die Zivilisation!

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  12. 12. Dezember 2011 23:26

    thinktankgirl schrieb am 12.12.2011 um 21:24 im Freitag:
    „@oranier

    Hieße es nicht richtiger: „Also griff ich zur Selbsthilfe und trat dem Typen mit den Zehen ins kranke Arschloch? Iiih, das würde ich nie machen. Da könnte ich ja sonst kriegen.“

    So richtig positiv hat sich das thinktankgirl nicht seit Mai 2009 weiterentwickelt, wie ich finde.

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    • Der Bassist permalink
      13. Dezember 2011 00:30

      Oranier hat sich mit seiner satirisch-aktuellphilologischen Kompetenz und dem Vorsatz, Deutsch Grund Schul Klasse in der dFC (Columbianer) durch zu setzen, eine leider schon durchgeglühte ‚Freundin‘ gemacht. Sie heißt nach einem bekannten Film mit Kevin Kostner: Die ins kranke Arschloch tröt. Ja, tröt.
      Als Zeugen benenne ich Acht aufrechte Männer.

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    • 13. Dezember 2011 11:28

      Für viele Freitags-Blogger wie beispielsweise Rahab oder Wolfram Heinrich gibt es kein jüdisches Volk, für die „israelischenkritischen“ Freitagsblogger gibt es nur eine jüdische Religionsgemeinschaft. Die jüdischen Atheisten Jean Améry oder H.M. Broder sind für diese Knalltüten offenbar keine Juden. Für Rahab war der „Holocaust“ deswegen kein Völkermord, was natürlich völliger Schwachsinn ist, worauf eben ein gewisser „Oranier“ hingewiesen hat.

      Die Hauptintention von Rahab und Wolfram Heinrich ist natürlich die Delegitimierung Israels. Denn wenn die Juden kein Volk sind haben sie auch keinen Anspruch auf einen Staat. Für eine antisemitische Community sind solche Aussagen normal und werden daher kaum beanstandet, wie der Hype um Rahab belegt.

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    • rotlicht permalink
      13. Dezember 2011 12:48

      Dazu passend: Newt Gingrich und das “erfundene Volk”

      http://www.suedwatch.de/blog/?p=7744

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  13. derSamstag permalink
    13. Dezember 2011 11:47

    Auf Sweethearts Blog schreibt ein offensichtlicher Anhänger von Silvio Gesell, ein Verehrer von thinktankgirl, ein gewisser Klaus Bergerhausen unwidersprochen:

    „Ein weiteres, diesmal @ Fidelsche und Konsorten. Jungs, Ihr ward schlicht nur blöde. Zu blöde, um mit einer Rahab nebst Tross fertig zu werden. Schlicht und ergreifend zu blöde. Damit teilt ihr das Schicksal so mancher bei ZEIT-online von Rahab nebst Tross (vor allem DvW) erfolgreich zum Rausschmiss beförderten Kommentatoren. Das juckt Euch, wie man unschwer nachlesen kann. Und so spielt Ihr weiter und weiter ….. und weiter immer wieder dieselbe Karte aus. Ich nenne es nachkarten und greife mal willkürlich eine der Nachkarten heraus: „Das Zuchtwahlrecht der Frauen“, immer wieder gern zitiert, immer öder zu lesen. Das Gegenteil wäre übrigens Zwangsehe: Also etwa der nicht ablehnbare Wunsch der Eltern, dass Frau Dr. Alwine X doch gefälligst -wie vor Unzeiten beschlossen- Tunichtgut Alfons S. ehelichen muss.

    Schauen wir uns doch mal das „Zuchtwahlrecht der Frauen“ an: Steht es einer Frau heute (wie damals) zu, ihren Ehemann und den Vater ihrer Kinder selbst auszuwählen? Falls ja, ist es legitim, den Wunsch der Frau nach einem belesenen, gutverdienenden, gutaussehenden Typen abzuweisen und sie an jemand zu verweisen, der ihren Kriterien nicht entspricht? Oder anders: Darf die moderne Frau heute bei künstlicher Insemination wählen, von welchem Mann sie Samen zur Zeugung eines Kindes verwendet?

    Falls Nein, herzlich willkommen im 19. Jahrhundert deutscher Prägung. Falls ja: Haben Frauen dann nicht das „Zuchtwahlrecht“, den Mann zu wählen, von dem sie ein Kind haben wollen und von dem sie annehmen, dass er eher als zurückgewiesene Freier gewährleistet, für seine Kinder (und die ihn wählende Frau) tauglich zu sein?“

    http://sweetheart2010.wordpress.com/2011/11/11/und-noch-ein-bischen-spater/#comment-600

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    • 13. Dezember 2011 12:23

      @derSamstag
      Ein Fan von thinktankgirl ist Klaus Bergerhausen wohl nicht. Mit dem „Nachkarten“ hat er nicht ganz Unrecht. Das ergab sich halt wegen der aktuellen Anlässe im „Freitag“. Von der Freilandtheorie Silvio Gesells hat Klaus Bergerhausen vermutlich nicht den Hauch einer Ahnung, da muss er noch in die Lehre von thinktankgirl gehen. Ich kann mir nicht vorstellen dass der Klaus Bergerhausen die Nazi- Ideologie von „NS-Lebensborn“ und „NS-Mutterkreuz“ emanzipatorisch empfindet. Aber ich kann mich auch irren, vielleicht ist Klaus Bergerhausen auch ein übrig gebliebener NS-Eugeniker will die „Erlösung von all dem Minderwertigen, mit dem die seit Jahrtausenden von Geld und Vorrecht geleitete Fehlzucht die Menschheit belastet hat“. Wer weiß das schon. Dann wäre er allerdings bei den Fans von Eva Hermann und Ken Jespsen gut aufgehoben.

      Mit seiner Aussage ich wäre mit Rahab nicht fertiggeworden liegt er auch daneben. Ich habe mit meinen Freunden alle meine Ziele erreicht: Dem „Freitag“ und seinen Bloggern mehrfach Antisemitismus, Sozialdarwinismus und reaktionäre Ideologie nachgewiesen und dies sehr weit über die Grenzen des „Freitag“ hinweg verbreitet. Kann Klaus Bergerhausen ähnliches vorweisen? Ich meine wohl eher nicht. Wer spricht heute von Klaus Bergerhausen im „Freitag“ oder bei „Zeit Online“. Auch knapp zwei Jahre nach meinem Rauswurf spricht Uwe Theel im „Freitag“ mehrfach von der „Methode fidelche“ wenn ihm die Ansichten seines Gegenübers nicht passen. Wenn ein aktueller Blogger im „Freitag“ abweichende Meinungen vertritt wird er im „Freitag“ als „Fidelche 2.0“ denunziert und viele der antisemitischen Blogger des „Freitag“ fordern seit dieser Zeit fast monatlich rechtliche Schritte gegen „Mission Impossible“.

      Ich bin der Meinung, dass es für uns, für „MI“ schlecht ist, wenn der Feind nicht gegen uns Front macht – denn in diesem Fall würde es doch bedeuten, dass wir mit dem Feind unter einer Decke steckten. Wenn wir vom Feind bekämpft werden, dann ist das gut; denn es ist ein Beweis, dass wir zwischen uns und dem Feind einen klaren Trennungsstrich gezogen haben. Wenn uns der Feind energisch entgegentritt, uns in den schwärzesten Farben malt und gar nichts bei uns gelten lässt, dann ist das noch besser; denn es zeugt davon, dass wir nicht nur zwischen uns und dem Feind eine klare Trennungslinie gezogen haben, sondern dass unsere Arbeit auch glänzende Erfolge gezeitigt hat.

      Klaus Bergerhausen muss noch sehr viel lernen, aber das ist nicht unmöglich, denn er ist ja noch jung.

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      • rainer kühn permalink
        13. Dezember 2011 18:07

        Für mich ist die Kritik von Klaus Bergerhausen plausibel und auch gut formuliert. Sogar dem Nachkartenvorwurf kann ich zustimmen. Man kann es ja wirklich nicht mehr hören, Zuchtwahl, Eichmann, Balkonmetaphern usw. Aber die Damen vom Tatort Wort haben´s nie zurückgenommen, und die herrliche Moderation dort war eine dämliche. (Germanist Theel, übernehmen Sie!) Nun wechselt die Klage über die Verwendung von Zuchtwahl, Eichmann, Balkonmetaphern gegen den Kläger, der aber ja seine Klage benennen muß: gegen die Verwendung von Zuchtwahl, Eichmann, Balkonmetaphern us-endlos-w. –
        Die Rede geht nun – weil es geht hanseatisch-bürgerlich ja vörderst um Stil, ums Reden und ums miteinander und nicht gegeneinander streiten -: Wir alle wollen einen Schlußstrich. Und zwar für alle! Ohn´ Unterschied. Wir haben alle gefehlt. Wir sind alle Sünder. Kleine Sünderleins sogar!

        Ich sag´ mal: Gelernt wird in staatlicher Schule nicht das Wesentliche, sondern das Sekundäre. (Historiker Theel, übernehmen Sie!)

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  14. goreflex permalink
    17. Dezember 2011 21:14

    Ähh, eine Verständnisfrage, die mich gerade wieder beschäftigt, wo ich durch einen Link mir diesen Text gerade wieder vor Augen führe: Das Zitat ganz oben von G. in K. enthält offenbar Schreibfehler. Schreibt Herr G. tatsächlich so (wo ist dann das „[sic!]“, oder ist das falsch zitiert?

    Ich schreibe das nicht wegen Korinthenkakkerei oder um deshalb nun ’ne Diskriminierung loszutreten, sondern, da es mich wirklich interessiert, denn ich bin schließlich kein Fachmann/Lektor, sondern differenziere lediglich zwischen versch. Dukti.

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    • goreflex permalink
      17. Dezember 2011 21:15

      Das Zitat von oben, das ich meine:
      „Hermann L. Gremliza schrieb in Konkret 10/2010: “… Ob man wohl noch sagen darf was es bedeutete, biologische Unterschiede zum Maßstab politischer Entscheidungen zu machen? Das am logischen Ende einer Einteilung von Menschen in solche mit besserem Erbgut und solche mit schlechterem Sterilisation, Lebensborn und Euthanasie stehen? Das Sarrazins Geschwätz eine Kriegserklärung an die Zivilisation ist? …“

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    • 18. Dezember 2011 16:04

      Die Einteilung von Menschen in solche mit besserem Erbgut und solche mit schlechterem laufen auf Sterilisation, Lebensborn und Euthanasie hinaus. Bei Sarrazin wie bei Silvio Gesell – was ist da schwer zu verstehen?

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      • Reflexione Galore permalink
        19. Dezember 2011 23:09

        fidelche ,18/12/2011 16:04
        „Die Einteilung von Menschen in solche mit besserem Erbgut und solche mit schlechterem laufen auf Sterilisation, Lebensborn und Euthanasie hinaus. Bei Sarrazin wie bei Silvio Gesell – was ist da schwer zu verstehen?“

        Nüscht. außer vielleicht für Menschen mit ’nem IQ von 80 oder kleiner, oder ideologischer Verbohrtheit, sicherlich.

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  15. 19. Dezember 2011 11:55

    Vielleicht solltet Ihr Euch mal Gedanken über die Begrifflichkeit Volk machen. Hier ein erster Hinweis:

    „Ein Volk im Sinne von Staatsvolk besteht hingegen aus der Gesamtmenge der Staatsbürger und ihnen staatsrechtlich gleichgestellter Personen, es bildet dessen Demos als Grundlage der Demokratie. Die ethnische Herkunft dieser Staatsbürger ist rechtlich unerheblich, während ein Volk im ethnischen Sinn nicht unbedingt einen eigenen Staat haben muss, in dem es die Mehrheit der Bevölkerung bildet (→ Vielvölkerstaat). Diese Definition war seinerzeit maßgeblich für die Entstehung von Nationalstaaten mit ihrem Anspruch, dass jeder Bewohner des Staatsterritoriums mit Bürgerrecht seiner „Nation” angehören müsse.“

    Ein Volk im ethnischen Sinn muss nicht unbedingt einen Staat haben. Nun könnten wir die Juden als Ethnie bezeichnen. Trifft das aber zu? Wäre dem so, würde man letztlich den Nationalsozialisten beipflichten, die gerade ethnische Unterschiede stets leugneten und sich mühten, „Den Juden“ identifizierbar zu machen.

    Weiter: „In den neueren Gesellschaftswissenschaften vertritt man inzwischen einhellig die Auffassung, dass Völker im Sinne ethnischer oder religiöser Gemeinschaften Konstrukte, „gedachte Ordnungen“ (Emerich Francis) bzw. „imaginierte Gemeinschaften“ (Benedict Anderson) darstellen.“

    Und weiter: „Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden Volkskonzepte, die die gemeinsame biologische Abstammung als Basis des Volksbegriffs nahm. Im Zuge sozialdarwinistischer Vorstellungen wurde dieser Begriff in Rassentheorien eingebettet.“

    Thilo S und auch viele Andere bedienen sich gerne sozialdarwinistischer Argumentationen, die auf Rassentheorien basieren. Der Begriff „jüdisches Volk“ als etwas Rassisches zu sehen oder zu argumentieren, dient alten Geistern, die ich hier leider teilweise auch wahrnehme. Es sind Sichtweisen, die auch B. Netanjahu bedient – aus nachvollziehbaren populistischen Gründen, die auch von „Deutschnationalen“ oder Idioten anderer Nation bemüht werden. Es leben auf der Welt Millionen Menschen jüdischen Glaubens in vielen verschiedenen Ländern, die nicht „rassisch“ zuordenbar sind. Das sind sie genau so wenig wie mittlerweile „wir Deutschen“, die aus Menschen unterschiedlichsten Ursprungs bestehen, was auch gut so ist. Benennungen, die der alten Definition von Volk folgen, sind grundsätzlich reaktionär und sollten kritisch betrachtet werden. Das gilt auch für das jüdische „Volk“, bei dem es sich im Grunde um eine Religionsgemeinschaft handelt. Volk ist hier ein tradierter, wenn auch nachvollziehbarer, Begriff. Auf dieser Basis bleibt der Begriff des Völkermordes übrigens weiterhin legitim, denn die Gegnerschaft begriff die Mitglieder der jüdischen Religionsgemeinschaft als Volk, welches sie eliminieren wollte.

    Das heißt aber nicht, dass im Sinne einer friedlichen Koexistenz der Menschen der Begriff des Volkes nicht grundsätzlich infrage zu stellen wäre. Zum „Volk“ der Juden gehören Russen, Deutsche, Israelis etc., wie übrigens zum „Volk“ der Deutschen Russen, Deutsche, Türken, Afrikaner, Moslems, Bhuddisten, Christen, whatever … gehören. Was heißt also „Volk“?

    Und wem hilft dieser Begriff?

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    • 19. Dezember 2011 12:28

      Ich bin der Letzte, der darauf bestünde bestimmte Kollektive als Völker zu bezeichnen. Wer Jude ist und ob sie sich ein Volk nennen sollen, sollten für die nächsten tausend Jahre die Menschensorte der Deutschen nicht bestimmen.

      Es waren die Deutschen die Völkermörder. Es gibt heute Deutsche, die meinen der Holocaust war kein Völkermord, weil es nach deren Ansicht kein jüdisches Volk gäbe. Diese Deutschen, die das sagen stehen für mich in einem bestimmten Verdacht, den ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen möchte, bzw. muss.

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      • 19. Dezember 2011 12:54

        Völkermord im Sinne dessen, was damit gemeinhin bezeichnet wird – mangels eines besseren Wortes dafür – war es in jedem Fall. Nur, weil die Sprache nichts Besseres hergibt, ändert sich ja der Tatbestand nicht.

        Darauf wollte ich eigentlich hinaus. Der Holocaust war schon deswegen ein Völkermord, weil die Mörder es so handhabten und aus dieser Erkenntnis gibt es einfach kein Entrinnen.

        Auf der anderen Seite lohnt sich meines Erachtens aber sehr wohl eine Diskussion über den Begriff „Volk“.

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  16. 19. Dezember 2011 14:13

    Stimmt. Der Begriff „Volk“ ist schwer zu fassen. Einheit von Sprache? von Blut? von Religion? von Pass? von politischer Einheit (welche alle Nase lang wechselt)? von Rasse? von Aufenthalt zu einer bestimmten Zeit?
    Dann: was ist mit Staemmen und anderen Untergruppen?
    Wir können jedoch leicht auf jegliche Definition, Beschreibung, Charakterisiserung verzichten, indem wir nie mehr so etwas wie den Holocaust veranstalten, auch nie mehr ganze Gruppen von Leuten, am besten keinen einzigen umbringen, auch net quaelen, foltern, bedrohen oder festsetzen (Letzteres würde der Staat tun, wenn ein Gesetzesverstoss vorliegt und nachgewiesen wird).
    Das Leute aber im Nachhinein versuchen, Geschehenes zu relativieren, ist ein starkes Stück. Diese Leugner sollten sich klarmachen, was sie damit bewirken.

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    • 19. Dezember 2011 16:34

      Stimmt hibouh, ich vermute dass diese Leute genau wissen was sie bewirken. Wenn Deutsche sagen es gäbe kein jüdisches Volk, nur eine jüdische Religion, die daraus folgern deshalb war der Holocaust auch kein Völkermord und wenn diese Deutschen des weiteren meinen der Holocaust war kein singuläres Verbrechen, dann sagen diese Deutschen dies nicht aus Jux und Tollerei oder sie beschäftigen sich nicht aus Langeweile mit diesen Frage, denn diese „interessierten“ Deutschen haben eine bestimmte Absicht: Die Negierung des israelischen Existenzrechtes. Wie wäre es ansonsten zu erklären, dass dieselben Leute niemals die Frage stellen wo die Unterschiede zwischen „Damaskus“ und „Amman“ liegen, wieso stellen diese meist religiös angehauchten Deutschen nie die Frage ob es beispielweise ein jordanisches oder ein syrisches Volk gibt.

      Ignatz Bubis hat sich immer dagegen verwahrt, auf Israel als seine Heimat angesprochen zu werden. Auf die Frage, was er von der Politik Israels halte, sagte e: Was geht mich das an? Ich bin deutscher Staatsbürger. Als er aber zu entscheiden hatte, wo er begraben werden sollte, da hat er sich doch für Israel entschieden. Ignatz Bubis wollte nicht, dass sein Grab in Deutschland mit Hakenkreuzen beschmiert werden würde.

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      • 19. Dezember 2011 17:54

        Was gibt es denn nun? Ein jüdisches oder ein israelisches Volk? Da die Bevölkerung Israels nicht nur aus Juden besteht, kann das israelische Volk per Definition nicht ein jüdisches Volk sein, denn es handelt sich bei Israel nicht um eine Theokratie. Es existiert zwar eine jüdische Mehrheit – aber mehr eben auch nicht. Demzufolge kann – wer Israel kritisiert – nicht das jüdische Volk und damit die Juden kritisieren, sondern nur das israelische Volk. Demnach kann man diese Kritik auch nicht direkt in den Antisemitismus überleiten, denn ca. 20% der Bevölkerung Israels sind nichtjüdisch. Ebenfalls ausgeschlosse ist, auf dieser Basis das Existenzrecht Israels zu leugnen – jedenfalls wäre das dann völliger Unsinn, denn – wie bereits erwähnt – ist Israel nicht das jüdische, sondern das israelische Volk. Wer also das Existenzrecht Israels angreift, greift auch das der Moslems, Konfessionslosen und Christen dort an.

        Das mal zu dem Unterschied zwischen Israel, Syrien und jedem x-beliebigen anderen Staat.

        Es ödet übrigens weiter an, weil Du gebetsmühlenartig und unbelehrbar auch weiter der „Logik“ folgst: Wer A diskutiert oder es anders sieht, tut dies, weil er B meint. Die Idee, dass hierin keine Zwangsläufigkeit liegen muss, ist Dir scheinbar noch nie gekommen, oder? Zudem ist es absolut unseriös, die Verfolgung und Ermordung von Menschen jüdischen Glaubens auf den Holocaust zu verkürzen, da diese Sicht alle anderen Verantwortlichen – und die gibt es – freispricht.

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      • 19. Dezember 2011 18:03

        Es gibt ein jüdisches Volk und es gibt einen Staat Israel, der allen Juden der Welt Zuflucht bietet, vor allem wenn sie wegen Antisemitismus in ihren „Heimatländern“ verfolgt werden. Hätte es während des Nationalsozialismus den Staat Israel gegeben, wäre der Holocaust so nicht möglich gewesen. Dass ich derlei im Jahre 2011 noch erklären muss macht mich nachdenklich, insbesondere wenn ich es im deutschsprachigen Raum erklären muss.

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        • 19. Dezember 2011 19:22

          Danach hatte ich nicht gefragt und wollte es auch nicht erklärt haben. Die Frage ist eher, warum du es dennoch tust.

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        • 19. Dezember 2011 22:55

          Es gibt ein jüdisches Volk weil es emotionale, kulturelle und religiöse Bindungen zwischen den Juden, die in Israel leben, und den Juden die in der Diaspora leben gibt. Die emotionalen Bindungen haben etwas mit den seit über 2000 Jahre andauernden Leiden (Pogrome, Verfolgungen, Vorurteile, Holocaust) der Juden zu tun. Dass dir meine Antwort, welche Funktion der jüdische Staat Israel hat, eventuell nicht passen könnte, weil du konsequenterweise nicht danach gefragt hast, habe ich nicht bedacht. Ich halte diese meine Entgleisung aber für nicht weiter tragisch.

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        • 20. Dezember 2011 10:50

          Das ist eine sehr schöne Verallgemeinerung, die man vermutlich jeder Religion grundsätzlich überstülpen kann – jedenfalls, was das emotionale, kulturelle und religiöse betrifft. Das macht aus einer Glaubensgemeinschaft aber noch lange kein Volk.

          Zustimmen möchte ich, was die Funktion des Staates Israel betrifft, zum Teil. Natürlich hat er diese Aufgabe. Allerdings ist ein Staat nun einmal mehr als ein Auffangbecken für Angehörige seiner „Kern-Religion“, denn er ist auch für die Angehörigen anderer Religionen, die in ihm leben, gleichsam verantwortlich, wobei ich davon ausgehe, dass das Israelis ähnlich sehen werden.

          Du hattest irgendwann einmal erwähnt, dass Du Israel für eine der stabilsten Demokratien ansiehst, weil jedes andere Land unter diesem Druck vermutlich schon keine mehr wäre. So ähnlich hattest Du Dich ausgedrückt und das sehe ich auch so – trotz aller Idiotie seitens Netanjahu, was Nationalistisches betrifft. Genau hierin sehe ich eine große Leistung Israels und auch seine – weltpolitische – Aufgabe, eben zu zeigen, dass es trotz aller Widrigkeiten möglich ist, einen demokratischen Staat zu realisieren. Damit dies aber dauerhaft möglich ist, muss eine Lösung für die dortigen Konflikte her, bei der vermutlich – das ist immer so – beide Seiten ein etwas gewinnen, aber auch etwas verlieren werden. Die Frage ist immer nur, was das sein wird.

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        • 20. Dezember 2011 12:53

          @Michael Pliwischkies
          Ich stimme dir zu, es muss zu einer dauerhaften gerechten Lösung kommen. Nur, so wie ich es sehe will eine der beiden Seiten keinen Frieden, was diese Seite nicht nur verbal sondern auch in schriftlicher Form (Charta der Hamas) mehrfach ausgeführt hat. Deinem ersten Absatz widerspreche ich dagegen entschieden, denn Juden haben „andere“ emotionale Bindungen als beispielsweise Christen:

          Mit emotionalen Bindungen ist vor allem Auschwitz gemeint. Auschwitz hat die Welt verändert. Sechs Millionen Juden wurden fabrikmäßig von Deutschen ermordet. Ich empfehle die Dokumentation von Claude Lanzmann – Shoah. Nach Aussagen eines Überlebenden (Filip Müller) des Auschwitz Sonderkommandos sangen die Frauen, Kinder und alten Männer in den Umkleideräumen vor den Gaskammern bevor sie in den Tod gingen die jüdische Nationalhymne. In den Gaskammnern sagten die jüdischen Mütter zu ihren Kindern sie sollen schnell und tief einatmen. Ich empfehle die Aussagen von Filip Müller im Zusammenhang mit der immer lauter werdenden jüdischen Nationalhymne sich in dem Film genau anzuhören. Spätestens nach Auschwitz gab es ein jüdisches Volk. Die emotionalen Bindungen unter den Juden ruhen in ihrer unvergleichlichen Verfolgung.

          Seine Auschwitznummer 172 364, schrieb einst Jean Améry, lese sich kürzer als der Pentateuch oder der Talmud und gebe zudem gründlicher als diese Auskunft über eine jüdische Existenz. Jean Améry war Atheist, seine Eltern waren ungläubig, seine Mutter war Katholikin. Nach dem Krieg wusste Améry, dass er Jude ist, er war verbunden mit dem jüdischen Volk, er war Teil des jüdischen Volkes ob er nun wollte oder nicht. Der „Linksaußen“ Jean Améry verteidigte Zeit seines Lebens Israel und verteidigte diesen Staat gegen linken Antisemitismus.

          Es waren sechs Millionen Juden die in Auschwitz von Deutschen vergast wurden, die fabrikmäßig von Deutschen ermordet wurden, es waren keine Moslems und keine Christen und keine Buddhisten. Antisemitismus hat noch keinen Araber in eine deutsche Gaskammer geführt. Zuvor wurde in Nürnberg von Deutschen beschlossen wer Jude war. Deshalb gibt es ein jüdisches Volk. Wenn nun ausgerechnet Deutsche dies abstreiten widert mich das zugegebenermaßen an.

          Übrigens, es stimmt Auschwitz ist der zentrale Bezugspunkt für die Antideutsche Ideologie. Obwohl ich mich nicht bekenne Antideutscher zu sein, ist Auschwitz und alles was dazugehört auch für mich der zentrale Bezugspunkt in meinem Weltbild. Für Ebert, Theel und Co. auf Freitag 2.0 oder Freitag 1.0 waren die Deutschen die ersten Opfer der Faschisten, war der Holocaust irgendeine Variante der allgemeinen Xenophobie. Welche Intention in der Relativierung von Auschwitz steckt ist offensichtlich.

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        • 20. Dezember 2011 16:14

          Ich möchte nur zu einer Namensnennung bei fidelche 20/12/2011 12:53 etwas sagen: Filip Müller. – Hat mich wieder umgehaut. Ja, deshalb denkt eine/r, deshalb nicht. Vielleicht denkt es sogar, angesichts, gedenk dessen. Jedenfalls: Das ist der Bezugspunkt meines/des Denkens, an Filip Müller etwa, an Auschwitz denkend. – Dieses nach der Katastrophe, diese Nachwelt heute. Diese normale.
          Filip Müller, ja Filip Müller. Vielmals Filip Müller. –
          Ich danke Dir für scharf getroffene Erinnerung, Fidelche.

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        • 23. Dezember 2011 20:55

          Ich gratuliere Dir, @fidelche, zu diesem prägnanten Kommentar. Auschwitz ist der zentrale Punkt, den es zu verstehen gilt. Gibt man den Menschen mit Auschwitznummern ein Gesicht, indem man deren Leben beleuchtet, dann wird die unbegreifliche Dimension der Zahl „6 Millionen“ begreifbarer. Dann erst wird die Unvergleichbarkeit kenntlich. Für andere Religionen gab es kein Auschwitz. Versteht man Auschwitz, versteht man Israel.
          lg LL

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        • 24. Dezember 2011 10:49

          Nachtrag: Ich (Agnostiker) habe in einer rhodischen Synagoge (nebenbei: der ältesten Griechenlands) eine Begegnung zweier völlig fremder Juden beobachtet. In dieser Synagoge wurden alle Besucher nach ihrer Herkunft gefragt. Einer, der angeblich aus Polen kam, streifte sich mit einer Handbewegung den Ärmel vom Unterarm und zeigte dem Fragenden seine Auschwitznummer, worauf dieser wortlos und sichtlich betroffen, den am Unterarm Entblößten in den Arm nahm. Die beiden „Fremden“ standen unendlich lange Sekunden so verharrend und tief bewegt, in einer plötzlich mir klar werdenden Verbindung, die ich auch als gemeinsames Bewusstsein und Erbe beschreiben würde. Noch Meter entfernt, war auch ich tief von deren Begegnung betroffen, gerührt und aufgewühlt. Ich sah, dass die beiden eine spontane Zusammengehörigkeit empfanden, sich unversehens als Teile EINES „Volkes“ verstanden, wie dies nur unter dem gemeinsamen Bewusstsein und Wissen von Auschwitz möglich ist, einem singulären Ereignis, ein verbindendes Element, das keine andere Religion und Kultur in dieser Tragweite kennt. Wer die Singularität von Auschwitz nicht begreift, der wird auch nie begreifen, was Israel, den einzigen Zufluchtsort auf der Erde, ausmacht und was es bedeutet. Als ich nach meiner Herkunft (Deutschland) gefragt wurde, empfand ich nur Schuld und Scham, obgleich ich zur Tatzeit noch nicht mal lebte. Ich werde dieses Erlebnis und diese Beobachtung nie vergessen.

          lg LL

          PS @fidelche: Lieber Freund fidelche, möglicherweise ist es dieses, unser anderes Begreifen von Auschwitz, das uns anders urteilen lässt!

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        • 25. Dezember 2011 10:51

          @Louis Levy 24/12/2011 10:49
          Evident und beeindruckend!

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    • 19. Dezember 2011 17:56

      Die noch interessantere Frage in diesem Zusammenhang wäre, warum dieselben deutschen „Weltfriedensrichter“ nie das „palästinensische Volk“ in Frage stellen. Die deutschen Israelkritiker schäumen vor Wut wenn sie auf Newt Gingrich zu sprechen kommen, der von einem „erfundenen Volk“ spricht. Warum eigentlich?
      „Palästina ist ein geografisches Gebiet, keine Nationalität“ sagt nicht nur Newt Gingrich. Stefan Frank hat einen Essay von Eli E. Hertz. dazu ins Deutsche übersetzt:
      Warum Newt Gingrich Recht hat

      „Mit den Verbrechen, die Deutschland an den Juden und an der Menschheit beging, hat es sich eigenem Selbstverständnis gemäß das Vorrecht, die Auszeichnung und die Ehre erworben, fortan besondere Verantwortung zu tragen. Der Massenmord an den Juden verpflichtete, so meint man, Deutschland dazu, Israel mit Lob und Tadel moralisch beizustehen, damit das Opfer nicht rückfällig werde. Zwei angezettelte Weltkriege böten, so meint man weiter, die besten Startbedingungen, wenn es um den ersten Platz unter der Weltfriedensrichtern und Weltfriedensstiftern geht, frei nach der jesuitischen Devise, das nur ein großer Sünder das Zeug zum großen Moralisten habe.“ (Wolfgang Pohrt)

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      • 19. Dezember 2011 18:12

        Für alle die hier noch nicht so lange mitlesen: Das ist der Stefan Frank der mir nach meinem Rauswurf aus der Freitagscommunity folgendes Mail schrieb:

        “Was Sie schreiben, ist alles sehr richtig, und Ihr Kampf gegen den Antisemitismus sehr wichtig, insbesondere, weil sie die Gefechte ins Hinterland des Feindes tragen. Nun wundere ich mich allerdings, dass Sie sich darüber zu wundern scheinen, dass der Feind sich das nicht länger bieten lassen will. […] Das ist ja so, als würde man erwarten, in einem Blog der katholischen Kirche den Papst kritisieren zu dürfen, finden Sie nicht?

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      • 20. Dezember 2011 08:04

        „Wir sind die Nachfahren von….“ ist ein weites Feld. Wessen Nachfahren sind wir in Angeln? Die (eigentlichen) Angeln sind doch laengst nach „England, und von da weiter nach den USA, Kanada, Australien und Neuseeland weitergewandert?
        In einem anderen Sinne gibt es allerdings viele Nachfahren der Philister……..

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      • 20. Dezember 2011 12:56

        Stimmt hibouh,

        mir gefällt der Essay von Elie E. Hertz auch, besonders der letzte wahre Absatz, den ich hier auch schon mehrfach beschrieben habe:

        „Doch die Araber sind nicht zufrieden mit einer palästinensischen politischen Entität namens Jordanien, in der sie die unangefochtene Mehrheit stellen und die politische Maschinerie und das Territorium für Selbstbestimmung haben. Stattdessen wollen sie einen weiteren Staat, denn 21 arabische Staaten sind nicht genug – und ein jüdischer Staat ist einer zu viel.“

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  17. 19. Dezember 2011 22:29

    Ach ja. Nur mal so nebenbei – auch das hier ist Israel:

    Coole Band übrigens.

    Das das auch zum modernen Israel gehört, finde ich viel interessanter, als das ewig gestrige Geschwafel.

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