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Die Linkspartei, der „Freitag“ und ihr antisemitischer Antizionismus

24. Juni 2011

Eine Melange

Die Kritik des Antizionismus trifft nicht nur den sektiererischen Kern der Palästina-Solidarität, sondern gilt generell dem manichäischen anti-imperialistischen Weltbild und dem Nationalismus von links, wie er nicht nur während des Golfkrieges sich zeigte. Antinationalismus stellt nicht nur eine Grundbedingung zum Begreifen und Erkennen des Antisemitismus, sondern auch eine Grundbedingung der Linken überhaupt dar. Als gesellschaftlich geprägte Individuen sind ‚Linke‘ potentiell so nationalistisch und antisemitisch wie die sie umgebende Gesellschaft, als hierzulande aufgewachsene sind sie ebenso anfällig für die spezifischen Zwänge eines deutschen Nationalismus, die Verweigerung der Auseinandersetzung mit der belastenden Vergangenheit und die symptomatischen Wiederkehr des Verdrängten in Form eines ’sekundären Antisemitismus‘. Als radikal kritisch sich begreifende und historisch reflektierende politische ‚Linke‘ ist es deshalb ihre unabdingliche Aufgabe, sich der (selbst)kritischen Auseinandersetzung zu stellen: Das eigene Bedürfnis nach kollektiver und damit potentiell nationaler Identität reflektieren, das die gesellschaftlichen Verhältnisse verdinglichende anti-imperialistische Weltbild als ideologisches und falsches zu kritisieren, den Antizionismus als das aufzuweisen und zu denunzieren, was er ist, ihn nicht weiter als ‚links‘ gelten zu lassen – dies muss zum grundlegenden Selbstverständnis einer der Aufklärung und Kritik verpflichteten Linken zählen, will sie sich noch als solche bezeichnen. (aus dem Nachwort von Thomas Haury in Léon Poliakov – Vom Antizionismus zum Antisemitismus )

Inge Höger mit Palästina-Tuch ohne Israel

Inge Höger mit Palästina-Tuch ohne Israel

Die Situation der Juden änderte sich durch die Jahrhunderte ständig. Den schwierigen Bedingungen in der Antike, im römischen Imperium folgte die Zeit in Europa im Hochmittelalter, wo die Juden noch zahlreiche Privilegien genossen haben. Nach der blutigen Welle der Kreuzzüge verschlechterten sich ihre Lebensumstände zusehends. Die Juden wurden aus den meisten europäischen Ländern vertrieben, wo sie noch geduldet wurden lebten sie in Ghettos. Dies führte zur besonderen jüdischen Bevölkerungsklasse, die durch bestimmte Sprache und Gewohnheiten charakterisiert war.  Im Spanien der drei Religionen waren die jüdischen Lebensbedingungen durchaus günstig. Die Herrschaft des Islam war von einer im Mittelalter unbekannten Toleranz geprägt. Zu Beginn der Reconquista in Spanien setzte vor allem durch die Inquisition eine neue massive Verfolgung der Juden ein. Zum ersten Mal trat in zunehmender Weise neben dem theologischen Antijudaismus auch ein biologischer Antisemitismus in Erscheinung. Mit der französischen Revolution begann der Versuch in Europa auch den Juden Gleichberechtigung zu gewähren. Während dies unter Napoleon in hohem Maße gelang, setzte in Deutschland sehr bald eine reaktionäre Entwicklung ein. Neben der Entstehung des Arier-Mythos tauchte das Klischee vom ewigen Juden wieder auf. In der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, als die Juden das Ghetto verließen kam es zum Auseinandertriften zweier Strömungen Assimilation und „jüdische Weltverschwörung“. Der Widerspruch zwischen Zukunftserwartung und sozialer Wirklichkeit wurde zur Quelle jüdischen Unbehagens und antijüdischer Anfeindung. Krieg, Revolution und gesellschaftliche Umwälzungen wurden einer jüdischen Unterwanderung zugeschrieben. Antisemitische Agitatoren aus Deutschland und Russland verstärkten den traditionellen Antisemitismus, der im Holocaust gipfelte. Nachzulesen ist dies alles in Léon Poliakovs  achtbändiger „Geschichte des Antisemitismus“. Im fünften Band des Standardwerkes behandelt Léon Poliakov die Aufklärung und seine judenfeindliche Tendenz. Voltaire hielt die Juden für eine „minderwertige Menschenart und die allergrößten Lumpen, die die Oberfläche der Erde besudelt haben“. Carles Fourier der französische Frühsozialist, war ein Antisemit, der die Juden als Parasiten bezeichnete, deren Emanzipation „der beschämendste  aller gesellschaftlichen Fehler“ gewesen sei. Pierre Joseph Proudhon, ebenfalls ein Frühsozialist verlangte, alle Juden aus Frankreich zu vertreiben. Der russische Anarchist Michail Bakunin nannte die Juden eine ausbeuterische Sekte, ein blutsaugendes Volk, alles verschlingende Parasiten die einander fest verbunden sind.

Es ist also festzuhalten, dass sich der Antisemitismus stets gewandelt und sich den entsprechenden Zeiten angepasst hat und dass linker Antisemitismus bereits seit der Aufklärung existiert. Antisemitismus war und ist gerade nicht das Anormale, Außergewöhnliche, sondern eine integrale „Alltagsreligion“, besonders  in der kapitalistisch verfassten Gesellschaft. Seit 1945 ist Antisemitismus, zumindest in Europa aus bekannten Gründen nicht mehr hoffähig. Man spricht vom modernen Antisemitismus, sekundären Antisemitismus, strukturellen Antisemitismus oder antizionistischen Antisemitismus. Unter sekundärem Antisemitismus versteht man einen sogenannten Schuldabwehrantisemitismus, der logischerweise besonders in Deutschland sehr ausgeprägt vorhanden ist. Diesen Judenhass nicht trotz, sondern wegen Auschwitz brachte der der israelische Psychoanalytiker Zvi Rex sarkastisch auf den Punkt  in dem er sagte: „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.“ Struktureller Antisemitismus ist vor allem die Unterscheidung von „gutem“ Produktivkapital und „bösem“ Finanzkapital, wobei letzteres meist mit seinen Repräsentanten identifiziert wird. Diese verkürzte Kapitalismuskritik wurde von Frühsozialisten eingeführt, später von der NSDAP übernommen und ist heute in diversen „linken“ Gruppierungen anzutreffen. Nach 1945 ist der Antizionismus die  am weitesten verbreitete Variante des Antisemitismus, welcher innerhalb der radikalen Linken wie auch bei Rechtsextremisten und Islamisten zu finden ist. Der Antisemit Stalin nutzte den immanenten Antisemitismus Russlands für seine „Säuberungen“. Den Höhepunkt des antisemitischen Hassfeldzuges bildete das sogenannte „Ärztekomplott“ von Anfang 1953. Die angeklagten Ärzte, unter ihnen auch Stalins Leibärzte, waren fast alle Juden und wurden bezichtigt, Mordpläne gegen Stalin geschmiedet zu haben und mit zionistischen Spionen im Bunde zu sein. Der Tod Stalins am 5.3.1953 verhinderte ein landesweites Pogrom und die geplante Massendeportation der russischen Juden nach Sibirien. Die CSSR lieferte unter dem KP Generalsekretär Slánský, auf sowjetischen Wunsch, Waffen und Munition für Israel. Wegen dieser Waffengeschäfte wurde der jüdische Teil der tschechoslowakischen KP-Führung vier Jahre später der prozionistischen Agententätigkeit angeklagt. Rudolf Slánský wurde am 3. Dezember 1952 zusammen mit zehn weiteren fast ausschließlich jüdischen Mitangeklagten hingerichtet.

Antisemitismus wurde im Jahre 2005 von dem  „European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia“ (EUMC) unter anderem folgendermaßen definiert: 1 ) Antisemitisch ist der Aufruf, die Unterstützung oder die Rechtfertigung, Juden zu töten oder zu schädigen, im Namen einer radikalen Ideologie oder einer extremistischen religiösen Sicht. 2 ) Nach Ansicht der EU-Beamten ist das Äußern verlogener, entmenschlichender, dämonisierender oder stereotyper Behauptungen über Juden als solche oder über die kollektive Macht von Juden, den Mythos einer jüdischen Weltverschwörung oder die jüdische Kontrolle der Medien, der Wirtschaft, der Regierung oder anderer gesellschaftlicher Einrichtungen antisemitisch. 3 ) Antisemitismus ist, die Juden verantwortlich zu machen für Taten einzelner Juden, jüdischer Gruppen oder sogar von Nicht-Juden. 4 ) Die Tatsache, das Ausmaß oder Mechanismen des Holocaust, wie Gaskammern, zu verleugnen sei ebenso antisemitisch wie die Behauptung, wonach die Juden als Volk oder Israel als Staat den Holocaust erfunden oder „übertrieben“ dargestellt hätten.5 ) Antisemitisch sei es auch, Juden eine größere Loyalität zu Israel oder vermeintlichen „weltweiten jüdischen Prioritäten“ zu unterstellen, als Treue zu den Ländern, deren Bürger sie sind. 6) Eine antisemitische Erscheinungsform ist gemäß der offiziellen europäischen Definition eine Betrachtung des Staates Israel als „rassistisches Unternehmen“. 7 ) Dem jüdischen Volk das Recht auf Selbstbestimmung abzusprechen sei ebenso antisemitisch, wie die Anwendung von „doppeltem Standard“, indem an Israel Ansprüche gestellt werden, wie sie an keine andere Nation gestellt werden.  8 ) Ein Vergleich der heutigen Politik Israels mit dem Vorgehen der Nazis ist Ausdruck von Antisemitismus.

In aktuellen Stellungnahmen zum Nahostkonflikt positionieren sich auf der Seite der arabischen bzw. palästinensischen Seite, Rechtsextreme wie die NPD und große Teile der Linken in einer antizionistischen Querfront mit antisemitischen Ressentiments. Der Zionismus war die Antwort auf den Antisemitismus einen Judenstaat zu schaffen, in dem die Juden vor weltweitem Antisemitismus geschützt sind. Der Antizionismus lehnt den Zionismus und den Staat Israel ab. Antisemitismus und Antizionismus sind beinahe deckungsgleich, sind zwei Seiten derselben Münze. Die Parallelen von antisemitischen Ressentiments vor 1945 und antizionistischen Ressentiments nach 1945 sind unübersehbar:

1 ) Die NSDAP und ihre willigen Vollstrecker  hetzten bis 1945 gegen Juden mit dem Slogan „Deutsche wehrt euch kauf nicht bei Juden“. Antizionistische Mitglieder der Linkspartei, sowie die überwiegende Mehrheit beispielsweise der Leser der Wochenzeitung „derFreitag“  unterstützen oder initiieren Boykottaufrufe gegen Israel, mit Parolen wie beispielshalber, „kauft keine israelischen Früchte“. Zu Zeiten des Gaza-Krieges erklärte der Duisburger Oberbürgermeisterkandidat der Linkspartei, Hermann Dierkes, der im Übrigen vom „läppischen Existenzrecht Israels“ spricht, auf einer Veranstaltung seiner Partei,“ jeder könne durch den Boykott israelischer Waren dazu beitragen, dass der Druck für eine andere Politik verstärkt wird.“

2 ) Der deutsche Journalist Wilhelm Marr gilt als Erfinder des Substantivs „Antisemitismus“, das er benutzte, um seine rassistische Judenablehnung von religiösem Judenhass zu unterscheiden. Wilhelm Marr machte die Juden seit 1873 für den damaligen Gründerkrach verantwortlich. Die Juden wurden über die Jahrhunderte für alle möglichen negativen Fehlentwicklungen und menschengemachten Katastrophen verantwortlich gemacht, sie waren der „perfekte“ Sündenbock. Für die Antizionisten hat heute Israel diese Rolle übernommen, für Sie trägt Israel die Schuld am Nahostkonflikt. Im moderierten Forum der Wochenzeitung „derFreitag“ fordert der Blogger „Fro“ in einem Artikel von Israel eine Entschuldigung für angeblich 60 Jahre begangenes Unrecht! Israel ist der „Jude“ unter den Staaten.

3 ) Die Antisemiten des Mittelalters und im Nationalsozialismus waren davon überzeugt, dass nicht er, der Antisemit, sondern der Jude am Antisemitismus schuld sind. Die Antizionisten von heute meinen, dass Israel selbst schuld ist, an den Terrorakten der Hamas und der PLO, dass sich „Israel die Hamas gezüchtet“ hat, wie die Freitagsbloggerin „thinktankgirl“ meint. Zur Zeit des Golfkrieges, sagte ein linker, grüner Politiker zu den irakischen Raketenangriffen auf Israel Anfang 1991: „Die irakischen Raketenangriffe sind die logische, fast zwingende Konsequenz der Politik Israels.“ Heutige Antizionisten sind davon überzeugt, dass Israel nicht nur für die Leiden der Palästinenser, sondern auch dafür verantwortlich ist, was es selbst erleiden muss.

4 ) Die christlichen Kirchen verbreiteten das Gerücht, die antisemitische Legende vom Ritualmord, die Juden würden christliche Kinder töten, weil sie ihr Blut für die Zubereitung der Passah-Matzen benötigen. Arabische und europäische Antizionisten verbreiten die antisemitische Legende, dass israelische Soldaten palästinensische Kinder rauben und ihnen die Organe entnehmen. Im dem antisemitischen Propagandastreifen, Tal der Wölfe, der von vielen Freitagsbloggern gerne gesehen wurde, kamen Juden vor, die den Irakern ihre Organe stahlen und verkauften.

5 ) Die Juden waren seit dem Mittelalter die „Wucherer“, das „Ungeziefer“,  antisemitische „Wirtschaftsexperten“ wie Proudhon oder Silvio Gesell machten den Zins für alles Unglück der Welt verantwortlich. Sie teilten das „gute schaffende Kapital“ und in das „böse raffende Kapital“, wie kurze Zeit später die NSDAP. Die Juden standen und stehen für das raffende Kapital. Die strukturellen Antisemiten sprechen in der heutigen Zeit nicht mehr von Shylock, dem reichen jüdischen Wucherer, sondern von „Heuschrecken“ und von der jüdisch dominierten Wallstreet. In der Linkspartei, in Gewerkschaftspublikationen und im „Freitag“ wurden beispielsweise Banker, Aktienhändler oder Hedgefonds-Manager als „Heuschrecken“ bezeichnet.

6 ) Der moderne Antisemit glaubt nicht an die „Protokolle der Weisen von Zion“, dafür fantasiert er über die „Holocaustindustrie“, über die „Israel-Lobby“, welche angeblich die amerikanische Politik, die Medien und vor allem Hollywood bestimmt. Ludwig Watzal spricht im „Freitag“ vom „israelisch-amerikanische Medien-Tycoon“, vom  Hollywood-Mogul Saban und Michel Friedman „polierte“ das Image von Ariel Sharon.

7 ) Von Heinrich von Treitschke stammt der Satz „Die Juden sind unser Unglück“, der später das Schlagwort des nationalsozialistischen Hetzblattes „Der Stürmer“ wurde.  Die Abgeordnete der Linkspartei, Inge Höger meint im Jahre 2011: “Die israelische Politik erzeuge Spannungen, die „die Gefahr eines neuen Kriegs heraufbeschwören und angesichts der atomaren Bewaffnung Israels den Weltfrieden gefährden“. Für viele Antizionisten ist Israel die größte Gefahr für den Weltfrieden, dies im Verbund mit Islamfaschisten und antisemitischen Selbstmordattentätern.

8 ) Für die Nationalsozialisten waren die Juden einerseits faule „Parasiten“ und andererseits reiche „Ausbeuter“. Egal was sie machten oder waren, sie konnten es nicht rechtmachen. Als Israel den Gazastreifen räumte war es den Antizionisten nicht recht, als die Hamas tausende Raketen aus Gaza abschoss und Israel sich verteidigte war es wiederum nicht nach dem Geschmack der Antisemiten. Der ewige Sündenbock ist immer in einer No-win-Situation.

9 ) Als Hitler 1935 die „Nürnberger Gesetze“ verabschiedete, erhielt er aus allen Teilen der arabischen Welt Glückwunschtelegramme. Die „Nürnberger Gesetze“  sprachen den Juden die deutsche Staatsbürgerschaft ab und versuchten jeglichen  Verkehr zwischen Juden und Nichtjuden “zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ zu unterbinden. Der „ehrbare“ Antizionist beklagt jedes „Verbrechen“ des israelischen Staates, dagegen ist kaum linke Kritik an der Hamas, an der Hisbollah oder anderen islamfaschistischen Organisationen  von ihm zu hören und sein linkes Schweigen bei iranischen Steinigungen von Frauen ist nur durch blinde Unterstützung des jüdischen Gegners und dadurch offenkundigen  Antisemitismus zu erklären. Diese doppelten Standards belegen linken Antisemitismus. Gesteigert wird dies durch die linke Forderung an Israel, es solle mit radikalen Islamisten wie der Hamas, welche die Fahne Allahs über ganz Palästina wehen sehen will, sich an einen Verhandlungstisch setzen. In Jordanien durften niemals Juden leben. In §6 der jordanischen Verfassung steht: „Jede Person, sofern sie nicht jüdisch ist, ist jordanischer Staatsbürger.“ Im Forum der linken Wochenzeitung „derFreitag“ gab es bisher kaum Proteste gegen diesen Paragraphen, scheinbar ist für diese Linken, neben einer angestrebten judenfreien Westbank, das judenfreie Jordanien ihre Passion.

10 ) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels hetzte 1933 im Sportpalast: “Einmal wird unsere Geduld zu Ende sein und dann wird den Juden das freche Lügenmaul gestopft werden.“ Das Linksparteimitglied Hermann Dierkes hetzte am  31.05.2010 auf einem antiisraelischen Aufmarsch in Duisburg, im Zusammenhang mit der Gaza Flottilie  gegen den Judenstaat Israel, in dem er von einer „dreisten Lüge der israelischen Propaganda, der inzwischen alles zuzutrauen ist“, unter Allahu-Akbar-Rufen der anwesenden Teilnehmer meinte er, „ die israelische Armee sorgt Tag für Tag dafür, dass tausenden von Menschen das Leben genommen wird, dass Tausende verstümmelt und verkrüppelt werden, dass die Infrastruktur in Gaza in Klump gehauen worden ist.“ Dierkes beschuldigt die israelische Regierung als Gewohnheitstäter, der das Handwerk gelegt werden muss. Er „billige“ der israelischen Regierung nicht zu, diese „Morde“ zu begehen. Dierkes spricht vom größten „Freiluftgefängnis in Gaza“ mit 1,5 Mill. Menschen. Er fordert, dass Israel sofort mit Sanktionen belegt werden muss. Dierkes forderte außerdem, Deutschland solle seinen Botschafter aus Israel zurückziehen.

11 ) Der Großmufti von Jerusalem, der von Hitler finanziert wurde, und SS Einheiten im Nationalsozialismus befehligte, forderte ein Palästina und lehnte damit den Judenstaat kategorisch ab. In der Charta der Hamas steht, dass die Fahne Allahs über ganz Palästina wehen soll. Der Antizionist hat, laut Jean Améry, „ein beneidenswert reines Gewissen, ein meeresstilles Gemüt und der Antisemitismus eine in tiefen historischen und psychologischen Schichten eingesenkte kollektive Struktur.“ Die Einstaatenlösung erscheint dem Antizionisten als die beste aller Lösungen im Nahostkonflikt. Die Juden wären wieder in der Minderheit und würden in kürzester Zeit, wenn sie nicht ermordet oder vertrieben wären, ihr Leben als Dimmi fristen. Die sogenannte „Einstaatenlösung“ wird von vielen Antizionisten im „Freitag“ sowie in der Linkspartei gefordert. Die Abgeordnete der Linkspartei im Bundestag, Inge Höger, hatte unlängst einen Auftritt auf einer Konferenz von Hamas-Sympathisanten in Wuppertal. Sie hatte ein Tuch um den Hals, das einen Nahen Osten ohne Israel zeigte. Auf den Seiten der rechtsextremistischen NPD steht:“ Die NPD wird weiterhin auf der Seite der Völker stehen, vor allem der geteilten und unterdrückten, zu denen letztlich auch das deutsche Volk gehört. Den USA und ihrer Außenstelle im Orient ist zu wünschen, daß sie ebenso friedlich abtreten können wie vor nicht allzu langer Zeit die Sowjetunion. Israel wäre gut beraten, beizeiten auf das Angebot des libyschen Revolutionsführers Gaddafi einzugehen und das kostspielige Projekt „Judenstaat“ zugunsten eines anerkannten Minderheitenrechtes unter arabischer Oberhoheit aufzugeben.“

Der moderne Antisemit gedenkt selbstverständlich jedes Jahr der Befreiung von Auschwitz, zugleich aber tritt er für das Recht des Iran auf atomare Bewaffnung ein. „Was man Israel oder Pakistan gewährt, kann man dem Iran nicht verweigern“, meinte Norman Paech von der Linkspartei. Für den modernen Antisemiten sind die toten Juden die guten Juden und die lebenden Juden die bösen Juden. Am 27. Januar 2010, 65 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz sprach Schimon Peres im Deutschen Bundestag. Sahra Wagenknecht von der Linkspartei verweigerte nach Peres Rede die stehenden Ovationen und begründete dies unter anderem damit, „weil dieser Staatsmann, selbst für Krieg verantwortlich ist.“ Sie verneige sich zwar vor den Opfern des Holocaust aber nicht vor dem „kriegsverantwortlichen“ lebenden Juden Peres.

Im Jahre 2010 beteiligten sich die Linksparteimitglieder Annette Groth, Inge Höger und Norman Paech organisiert von türkischen rechtsradikalen, islamistischen Organisationen an der israelfeindlichen Aktion an Bord der „Mavi Marmara“. Finanziert wurde die Aktion unter anderen von radikalen Islamisten aus Afghanistan, Bosnien und Tschetschenien, sowie anderen islamistischen Terrororganisationen. Bei der Abfahrt in der Türkei würden Parolen wie „Tod den Juden“ skandiert. Das Angebot der israelischen Regierung die Güter im Hafen Aschdod zu entladen wurde ausgeschlagen. Auf die Warnungen der israelischen Marine, antwortete ein Aktivist auf den Schiff mit „Geht zurück nach Auschwitz“! Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, bei denen neun türkische Aktivisten das Leben verloren. Nach den Ereignissen um die „Hilfsflotte für Gaza“ hatte der NPD Abgeordnete Holger Apfel im Sächsischen Landtag Israel als Schurkenstaat bezeichnet. Bezüglich des Nahostkonfliktes sind sich die NPD und große Teile der „Linken“ offenbar einig.

„Zelotti“, ein Freitagsblogger schrieb 2010 im moderierten Freitagsforum, „Der Zionismus ist rein ideologisch der Zwillingsbruder des nationaldeutschen Imperialismus“. Für die Freitagsredaktion war diese Äußerung nicht antisemitisch! Meine entsprechende Feststellung wurde von der Redaktion zensiert. Offenbar kennt die Freitagsredaktion die Antisemitismus-Definition der EUMC nicht. Fast selbstverständlich sprechen die Linken des „Freitag“ und der Linkspartei von der „ethnische Säuberung der Palästinenser“, vom „Blockade-Siedlungs-Krieg“ und der“ Ausrottungspolitik des jüdischen Apartheid-Staates“. Das Linksparteimitglied Hermann Dierkes sagte am 13.Mai 2011 in einem Interview: „Ich frage mich des Weiteren, wie Menschen, die von ihrem Antifaschismus, ihrer Friedensliebe und emanzipativen Einstellung überzeugt sind, Mittel und Methoden gegen die Palästinenser gutheißen, die verdammt nahe dran sind, an dem was die Nazis in den dreißiger Jahren getrieben haben“.  Ein gewisser  Fritz Teich meinte im moderierten Freitagsforum im Jahre 2010, dass es keinen Unschuldigen träfe, wenn palästinensische Selbstmordattentäter einen vollbesetzten israelischen Bus in die Luft sprengen.  Der missglückte Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindehaus in Berlin 1969 durch die antizionistischen „Tupamaros Westberlin“, die Flugzeugentführung von Entebbe 1976, bei der die Geiseln von Antizionisten in eine jüdische und eine nicht-jüdische Gruppe aufgeteilt wurden, das antisemitische Flugblatt auf der Homepage der Duisburger Linkspartei, auf dem ein Hakenkreuz mit einem Davidstern verschmolzen ist, sind nur drei weitere Beispiele von linkem Antisemitismus. Der Spießer-Antisemitismus war stets Teil des magischen Weltbildes von Völkern, welche die Aufklärung nicht wahrgenommen oder bewusst unterschlagen haben. In der sogenannten linken Freitagscommunity glauben viele antisemitische Blogger an „Weibliche Göttliche“, an die sozialdarwinistische, völkische Menschenzucht von Silvio Gesell oder andere esoterische Heilslehren. Für den Antisemiten symbolisiert der Jude die andere Seite, er steht für Kapital, geheimnisvolle große Macht und verunsichernde Moderne.  „Die Antithesen der einstigen Judenfrage wurden ins Weltpolitische erweitert. Aus dem bisherigen jüdischen Außenseiter inmitten einer nicht-jüdischen Bevölkerung wurde ein jüdischer Außenseiterstaat inmitten einer nichtjüdischen Staatengemeinschaft“, schrieb einst Hans Mayer in seinem Buch“Außenseiter“.

Nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Welt im Jahre 1990 stand das antiimperialistische Weltbild vieler Linker vor dem aus. Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands wurden große Teile der Linken national, Deutschland wurde als Handlanger der USA wahrgenommen, den Platz der Sowjetunion nahmen die Islamisten im Nahen Osten für diese „Linken“ ein, beide hatten schließlich den selben Feind, die USA und Israel. Judenhass, Antisemitismus und Antizionismus haben dieselbe Funktion, sind deckungsgleich, sind eine Schande für die Linke und ein Angriff auf die Zivilisation.

Quellen:  Léon Poliakov – Geschichte des Antisemitismus Band 1 bis 8 |  Léon Poliakov – Vom Antizionismus zum Antisemitismus  | Jean Améry – Aufsätze zur Politik und Zeitgeschichte | Henryk M. Broder – Der ewige Antisemit | Thomas Haury – Antisemitismus von links | Hans Mayer – Außenseiter | Detlev Claussen – Grenzen der Aufklärung

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373 Kommentare leave one →
  1. 24. Juni 2011 12:39

    „Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands wurden große Teile der Linken national, Deutschland wurde als Handlanger der USA wahrgenommen, den Platz der Sowjetunion nahmen die Islamisten im Nahen Osten für diese „Linken“ ein, beide hatten schließlich den selben Feind, die USA und Israel.“ = Traurig, aber wahr.

    Aufschlussreich auch die Antisemitismusdefinition der„European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia“ (EUMC).

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  2. 24. Juni 2011 14:08

    Der größte Fehler innerhalb der ganzen Diskussion liegt imho darin, dass immer noch „Juden = Geld = xyz“ gilt; und zwar aus verschiedenen Perspektiven. Diese Sicht, die ich für höchstgradig gefährlich halte, führt nicht nur zur einem Erstarken des Rassismus (auch, wenn man in andere „Paarungen“ adaptiert), sondern verhindert einen „objektiven“ Diskurs über Lösungen dringender Probleme iSv.: „Zinspolitik/Wirtschaft ist nicht kritikfähig, weil ich mich auf eine Proudhounsche Ebene begebe. So lässt sich eine angemessene Betrachtung natürlich verhindern, letztlich aber zum Schaden aller, die daran beteiligt sind.

    Ich finde durchaus Kritikwürdiges am Kapitalmarkt, an der Poltik der Palästinenser, wie auch an der Politik Israels. Es existieren Probleme in Europa, Asien, Mittel- und Zentralamerika – gerade die USA sind betroffen, als „Vereinigte Griechenstaaten von Amerika“, um mal einen schlechten Scherz zu treiben. Hier überall MUSS offen und unvoreingenommen diskutiert werden dürfen. Lassen wir uns „unter-dünkeln“ opfern wir unser Denken wieder den Verfehlungen der Vergangenheit.

    Was die LINKE betrifft, sehe ich dort immer wieder einen sehr riskanten Hang zur gutmenschlichen Sentimentalität, die im Grunde nur eine Art rot angemalter kleinbürgerlicher Kleingeistigkeit ist, die auf sehr einfachen Formeln basiert. „Der brave Arbeiter“ & „Der böse Ausbeuter“. Alles, was der brave Arbeiter tut, ist natürlich gut, denn er bringt Opfer, also muss er ja gut und brav sein. Der Ausbeuter bedient sich, ist also a priori ein schlechter Mensch. Das weiß jeder brave Arbeiter und auch das brave Arbeiterkind, welches natürlich aus Solidarität KIK-T-Shirts trägt, die ihrerseits wieder von armen aber braven arbeitenden Arbeiterkindern genäht wurden. Das brave Arbeiterkind, in all seiner naturgegebenen klassenbasierten Unschuld und überbordenen Freundlichkeit, erwirbt diese Kleidung natürlich nur, weil die Raten für die Küche so hoch sind, dass es das muss. Solche Diskussionen führen zu gar nichts, dienen allenfalls der Polarisierung und der Verhinderung von Lösungen. Kurzum: sie sind selbstgefällig.

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    • 24. Juni 2011 16:38

      @Tiefscharf
      Ich denke schon, dass die Finanzwirtschaft kritisiert werden kann. Aktuell ist beispielsweise einiges an den Geschäften der europäischen Banken bezüglich des griechischen Bankrotts zu kritisieren. Das kapitalistische System krankt an allen Ecken und Enden, keine Frage. Es kommt halt immer alles auf das „wie“ an. Wenn allerdings Manager als Heuschrecken diffamiert werden, erinnert dies stark an die „Juden-sind-Ungeziefer-Aussagen“ der NS Zeit. Wer meint das kapitalistische System retten zu können, wenn die Zinswirtschaft abgeschafft wird, ist struktureller Antisemit, wie es die Gesellianer des Freitag sind.

      Wer Israel mit dem NS vergleicht, wer Boykottmaßnahmen gegen Israel fordert, wie es die Freitagsavantgardisten oder Hermann Dierkes macht, ist Antisemit. Ich bin der Auffassung, dass ich in diesem Artikel die Zusammenhänge von Antizionismus und Antisemitismus klar aufgezeigt habe. Die Geschichte des Antisemitismus und des Antizionismus insoweit klar hergeleitet habe, wie es in einem Blog möglich ist. Durch die entsprechenden Links wurde das meiste belegt. Auf Wunsch können weitere Quellennachweise nachgeliefert werden. Wer die Parallelen zwischen dem NS-Antisemitismus und dem linken Antizionismus nun immer noch nicht erkennt, dem kann ich nicht mehr helfen. Die Rede von Hermann Dierkes in Duisburg belegt meiner Meinung eindrucksvoll wie Antisemitismus hier ungestraft zelebriert werden kann.
      Ich kann jedenfalls nicht glauben, dass jemand der die EUMC-Definition gelesen hat nicht erkennt, dass der „Freitag“ antisemitisch ist. Wie in der Linkspartei die Sache ausgeht wird man sehen.

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    • 24. Juni 2011 16:59

      Da will ich Dir widersprechen, denn auch Du rennst in die Falle. Es wurden nicht „global“ Manager als „Heuschrecken“ diffamiert, sondern nur eine Gruppe innerhalb dieses Berufsstandes. Auch Deine Hinleitung: „Wer die Zinswirtschaft abschaffen will, ist Antisemit“ ist mir zu kurz gegriffen und bedient sich der gleichen Logik, die auch innerhalb Deiner Gegnerschaft Anwendung findet. Ich finde, hier gleitest Du ab und vermischt Ebenen willkürlich im Sinne Deines Argumentationsziels.

      Ich kritisiere die Zinswirtschaft ebenfalls vehement, lasse mir aber nicht unterstellen, ich sei Antisemit. Zudem manifestierst DU mit Deiner Aussage, dass Juden lediglich der Zinswirtschaft dienen und man ihnen ihre Existenz abspricht, indem man die Zinswirtschaft abschaffen möchte. Ich wäre mit derlei Kapriolen vorsichtig. Die Kritik an der Zinswirtschaft hat erst einmal nichts mit Religionszugehörigkeiten zu tun. Das geschieht erst, wenn ich zugunsten meiner eigenen Argumentation eine derartige Verknüpfung schaffe. Wenn Du das tust, stehst Du jedoch selbst in der Kritik, weil Du dann ein „Argument“ der Nationalsozialisten bedienst und die jüdische Gemeinde dazu verurteilst, sie abstempelst, allesamt „Zins- und Zinsenszins-Gewinnler zu sein. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das das Deine Absicht ist.

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      • 24. Juni 2011 17:09

        Tiefscharf, ich habe nicht geschrieben: „Wer die Zinswirtschaft abschaffen will, ist Antisemit“ sondern: Wer meint das kapitalistische System retten zu können, wenn die Zinswirtschaft abgeschafft wird, ist struktureller Antisemit, wie es die Gesellianer des Freitag sind.“ Ein großer Unterschied!!
        Ich habe diese Diskussion ausführlich im Freitag geführt. Ich weiß nicht ob du die Blogs gelesen hast. Wenn nein, dann ließ bitte:„Proudhon, Gesell, Feder, Marx und die regressive Kapitalismuskritik“ und die entsprechenden Kommentare.

        Wenn ja, dann können wir weiterdiskutieren.

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        • 24. Juni 2011 17:21

          Ja, aber auch da will ich Dir nicht folgen. Ich bin grundsätzlich misstrauisch, was Argumentationen auf dem Level „Wer Hummer isst, schlachtet auch Kinder.“ betrifft. Du argumentierst mit Gesell im Hier und Heute, ohne zu differenzieren, ob sich die, die die Zinswirtschaft zugunsten des Kapitalismus abschaffen wollen, überhaupt um Gesell scheren. Will heißen – auch Du dämonisierst eine Diskussion, belegst sie mit einem Denkverbot durch ein Totschlagargument. Ich gebe Dir in Vielem Recht, doch in diesem Punkt ausdrücklich nicht. Man kann Antisemitismus sicherlich im Einzelfall begründen – auch auf diese Art. Dann aber kommen noch andere Faktoren hinzu. Allgemeingültig jedenfalls – und so stellst du es hin – kann man das nicht so betrachten und es ist zudem noch höchst wissenschaftsfeindlich, so zu argumentieren. Wie gesagt – mich stört die Einbringung des Begriffs Antisemitismus in die Diskussion um die Zinswirtschaft und die durch dich herausgearbeitete Zwangsläufigkeit, die ich so nicht sehe. Aber ok – Du hast Deine Meinung dazu – ich meine. Das ist auch ganz gut so.

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        • 24. Juni 2011 17:36

          Ich weiß jetzt nicht ob du das Proudhon-Blog gelesen hast. Die Unterscheidung gutes Produktionskapital und böses Finanzkapital hat Gottfried Feder von Gesell übernommen und war NSDAP Programm bis 1945. Das nennt die Wissenschaft „verkürzte Kapitalismuskritik“. Karl Marx macht sich im dritten Band des Kapitals über diese Unterscheidung zu seinen Lebzeiten lustig, macht Proudhon lächerlich. Von daher nehme ich mir das Recht heraus, dies auch zu tun. Die Gesellianer wollen Schwundgeld einführen, dass immer weniger wert wird, damit es ausgegeben wird. Das berühmteste Schwundgeld ist „der Chiemgauer“. Ich lebe zufällig im Einzugsgebiet des Chiemgauers und habe einige Diskussionen mit den Initiatoren und Betreibern des „Chiemgauers“ geführt und weiß von daher von was ich rede. Lies das Blog und die Kommentare durch wenn du es noch nicht getan hast, vielleicht verstehst du mich dann. Ich war einer gegen Hundert. Das einzige „Argument“ der Betonmenschen war, ich sei ein Antideutscher.

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        • 24. Juni 2011 18:00

          Das Antideutschen-„Argument“ war und ist natürlich pure Idiotie. Ich verstehe auch Deinen Blog, Marx Belustigung und den ersten Besuch auf dem Mond. Dennoch weigere ich mich, Ideen – und seien sie noch so abstrus – ad acta zu legen, nur, weil sie während einer Zeit, eines Snapshots, diskutiert wurden. Im Wesentlichen bezieht sich meine Kritik auf die Kombination Kapitalismusrettung/Zinswirtschaft/Antisemitismus. Anders herum – Feder aß sicherlich gern Äpfel, vielleicht sogar Rote – das macht sie nicht besser, nicht schlechter, es bleiben Äpfel. Der größte Sieg ist übrigens der, Ideen den Perversen der Vergangenheit zu entreißen, sie neu zu denken und sie DANN abzulehnen, anzunehmen, sie weiter zu entwickeln .. aber sie nicht den Toten zu überlassen.

          Bedenke – Es gab Zeiten, da dachte man, das Fahren mit dem Zug wäre gefährlich, da man bei solchen Geschwindigkeiten nicht mehr atmen können würde…

          Übrigens ist auch Marx schon ein Weilchen tot. Wir haben also Platz – nehmen wir uns ihn.

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        • 24. Juni 2011 18:15

          Nochmal, ich habe nichts gegen Kritik an der Finanzwirtschaft. Der Kapitalismus muß kritisiert werden, aber nicht verkürzt, es kann versucht werden neue Möglichkeiten zu finden, aber sie müssen Sinn machen. Der Versuch den Zins abzuschaffen ist alt und ist gescheitert. Nehmen wir das Beispiel des Schwundgeldes „derChiemgauer“, so argumentierte ich damals im Gesell/Steiner-Blog:

          Es dürfte kein Zufall sein, dass ausgerechnet der „Chiemgauer“ das „erfolgreichste“ Regionalgeld/Schwundgeld, wahrscheinlich weltweit ist. Ich vermute dies hängt damit zusammen, da die Region zu den reichsten Gebieten Deutschlands, evt. sogar Europas zählt. Was mit den Tagesgeldzinsen geschieht, habe ich nachgefragt. Laut Initiatoren sollen damit zinslose Kredite für Kleinunternehmen finanziert werden. Das System des Chiemgauers „funktioniert“ solange es nicht mehr Unternehmen werden, die den „Chiemgauer“ annehmen. Dann ist der kleine Wettbewerbsvorteil dahin. Im Ort X gibt es einen Computerhändler, der „Chiemgauer“ annimmt. Er hat gegenüber den anderen ca. 10 Händlern einen Wettbewerbsvorteil. Da Bill Gates für sein Betriebssystem keine „Chiemgauer“ nimmt, kann dieser Computerhändler seine Einkäufe nur mit Euro bezahlen. Seine Mitarbeiter bekommen, angeblich freiwillig, einen Teil ihres Gehaltes in „Chiemgauer“ ausbezahlt. Das Problem für ihn ist, dass er seine „Chiemgauer“ bis zum Quartal nicht loswird. Er verliert 2 % des Wertes. Nach einem Jahr verliert er 5% des Wertes. (kassiert von der „Chiemgauer“ Initiative)

          Wenn die restlichen PC-Händler den „Chiemgauer“ nehmen würden, hätte er überhaupt keinen Vorteil mehr. Der ökologische Schwachsinn des Systems wurde bisher kaum erkannt. Wer „Chiemgauer“ hat, aber keinen PC-Händler im Ort hat, der „Chiemgauer“ nimmt, muss 25 km fahren um sich seine Ware zu kaufen. Einige kluge Grüne (sehr wenige) haben dies in der Region bereits angesprochen.

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  3. 24. Juni 2011 14:30

    Ich habe heute an Klaus Ernst eine Mail geschrieben:

    Lieber Klaus Ernst,
    ich habe bisher die Linkspartei gewählt, allerdings schon immer mit Bauchschmerzen, wegen des linken Antisemitismus, der in dieser Partei herrscht.

    Norman Paechs, Annette Groths und Inge Högers antisemitische Aktionen gegen den Judenstaat werden immer unerträglicher. Beispiel: Die israelfeindlichen Aktion an Bord der „Mavi Marmara“ mit rechtsradikalen Islamfaschisten und den Gesängen in der Türkei, „Tod den Juden“. Hermann Dierkes antisemitischer Auftritt am 31.05.2010 in Duisburg ist unerträglich. (http://www.youtube.com/watch?v=kORY7GoGkR4)
    Hermann Dierkes ist Mitglied der Linkspartei in Duisburg! Ich bitte Sie um eine Stellungnahme zu diesem Auftritt von Hermann Dierkes.

    Den ersten Schritt, sich nicht mehr an „Gaza Hilfsflotten“ zu beteiligen, nicht mehr die „Einstaatenlösung“ und keine „Israel-Boykottmaßnamen“ mehr zu unterstützen begrüße ich.

    Als nächsten Schritt fordere ich die Parteiausschlüsse von Norman Paech, Annette Groth, Inge Höger und Hermann Dierkes.

    Ich mache davon meine nächsten Wahlentscheidungen abhängig.

    PS: Dem Text des Bloggers fidelche, Die Linkspartei, der „Freitag“ und ihr antisemitischer Antizionismus, stimme ich zu. Was sagen Sie dazu?

    Viele Grüße
    Manfred Breitenberger

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    • 24. Juni 2011 15:42

      Ich hoffe doch, dass Du Deine Wahlentscheidung noch von anderen Defiziten der LINKSPARTEI abhängig zu machen, denn gibt es deren ja noch viele.

      Der Antisemitismus DER LINKEN ist zwar hier das Hauptthema, allerdings sollte man an der Art und Weise, wie das Führungspersonals mit dem Problem umgeht, hellhörig werden.

      Nicht auszudenken, wie sie die anderen Defizite deckelt und entsprechende Basta-Maulkörbe verordnet.

      Das Vertrauen in eine solche Partei dürfte jedenfalls hin sein.

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  4. 24. Juni 2011 15:54

    Dem Boss (Gregor Gysi) geht der „Arsch auf Grundeis“:

    „Hunko hatte in einer Internet-Plauderei ja ohnehin nur die Redewendung eines Anhängers aufgegriffen und, wenn man ihn nun richtig versteht, ausdrücken wollen, dass Gysi starke Bedenken hege „wegen des rechten Flügels, der offen mit Spaltung der Partei droht“. Innenansichten wie diese legen den Blick frei auf eine Fraktion, die Gysi führen soll, die in Wahrheit aber regiert wird von Feindschaft und Misstrauen.“

    http://j.mp/kFJD4x

    „Besonders deutlich geworden ist das im Antisemitismus-Streit. Anfang Juni sah sich Gysi veranlasst, ein Machtwort zu sprechen. Gegen enthemmte Israel-Kritik setzte er einen Fraktionsbeschluss durch, der zwar einstimmig gefasst wurde – aber erst, nachdem einige Abgeordnete vom linken Rand, unter ihnen Hunko, den Saal verlassen hatten. Sie geißelten im Anschluss den „Maulkorb-Erlass“ und behaupteten, Gysi sei dem Druck des rechten Flügels erlegen. Den Fraktionschef, der selbst jüdische Wurzeln hat, dürfte solche Kritik treffen.“

    Ich sehe die Zerschlagung DER LINKEN noch vor der nächsten Bundestagswahl.

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    • 24. Juni 2011 16:45

      @Forenboy
      Soweit wird es nicht kommen, da gehe ich jede Wette ein. Warten wir doch ab was in der nächsten Zeit bezüglich des linken Antisemitismus passiert. Es ist etwas in Bewegung. Bak Shalom hat Aufwind in der Partei. Außerdem kommt die nächste Wirtschaftskrise bestimmt, schneller als du denkst.

      Die Diskussion, die in der Linkspartei läuft, wäre im Freitag nicht möglich. Sie ist TABU!

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      • 24. Juni 2011 17:17

        Ich weiß, dass Du das anders siehst, @fidelche.
        Aber die gerade angestoßene neue STASI-Diskussion wird DER LINKEN möglicherweise den Rest geben.

        Diese Untersuchungen scheut ja der „Ost-Flügel“ so sehr, wie der Teufel das Weihwasser. Ich halte diesen STASI-Stresstest aber für unabdingbar.

        http://j.mp/lHmefW

        Darüber hinaus sollten in diesem Zusammenhang auch die SED und PDS Biographien aller jetzigen Parteimitglieder der LINKEN und der anderen in Parlamenten vertretenen Parteien in relevanten Positionen überprüft werden, vorher wird es keine Ruhe geben.

        http://j.mp/kZuwul
        http://j.mp/j7FSbW

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        • 24. Juni 2011 17:42

          @Forenboy
          Mein Hauptproblem mit der Linkspartei ist für mich ihr Antisemitismus. Über Stasivergangenheiten rege ich mich weniger auf, die gibt es auch bei der CDU, bei den Grünen und der SPD. Sicherlich bei der Linkpartei vermehrt. Das Thema Stasi würde ich über 20 Jahre nach dem Zusammenbruch der DDR eher unter Partei-Wahlkampf-Politik einordnen. Natürlich ist mir klar, dass die Antisemitismus-Debatte auch von den anderen Parteien ausgenutzt wird, was ich aber als legitim empfinde.

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        • 24. Juni 2011 18:17

          Ich sehe im Gegensatz zu Dir das Antisemitismusproblem DER LINKEN als eines von vielen.
          Die STASI-SED-PDS-Mitgliedschaft jedoch für ein Hauptproblem.
          Die braune Gesinnung vieler „LINKEN“ ließe sich da auch sehr schnell verorten.

          Wenn der STASI-Stresstest kommt, wird ihn GISY ganz sicher nicht bestehen, und ohne Gisy ist DIE LINKE am Ende.

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        • 24. Juni 2011 18:25

          @Forenboy,

          Die bürgerliche Presse und die entsprechenden Parteien versuchen seit 20 Jahren Gysi fertig zu machen. Ich erinnere, zum Thema passend, an den unfassbaren Spiegel Artikel – Der Drahtzieher! Ein unfassbarer antisemitischer Artikel, der darauf anspielte, dass Gysi Jude ist. Ich würde eher sagen, die Gegner Gysis sind braun, zumindest dieser Artikel war es.

          http://www.deutscher-nationalismus.de/germany/spiegel/augstein.htm

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        • 24. Juni 2011 19:21

          @Forenboy,
          damit es keine Missverständnisse gibt, ich habe nicht dich damit gemeint. Ich kritisiere Gysi für seine zaudernde Haltung im aktuellen Antisemitismusstreit. Ich habe mich gestern mit einem mittleren bayerischen Linksparteifunktionär unterhalten. Er meinte, in der Parteigründungsphase sind einige Fehler gemacht worden. Es kamen zu viele schlecht qualifizierte und durch geknallte antiimperialistische Politiker in die obere Hierarchie. Es wurde versäumt diese Leute von Anfang an den Rand zu drängen. Er meint über kurz oder lang werden diese antisemitischen Antiimperialisten aus der Partei gedrängt. Die anderen Parteien hatten dafür mehr Zeit. siehe FDP und CDU und deren Politik mit ihren Antisemiten. Ich habe da so meine Zweifel.

          Ich jedenfalls bevorzuge bei Kritik an Politikern mich an deren Aussagen oder Taten zu halten. So auch bei Gysi. Mich interessiert nur war er gesagt und getan hat und nicht was vermutet wird. Mit Ausnahme seiner Haltung mit den Antisemiten der Linkspartei halte ich ihn für einen der besseren Politiker in diesem Lande.

          Grüße fidelche

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      • 24. Juni 2011 19:48

        Diese „Hartnäckigkeit kommt ja nicht von ungefähr, ich denke dass es da relevante Gründe geben mag.

        Gysi´s jüdische Wurzeln sollten jedoch kein Freibrief für mögliche Vergehen sein, denn nur weil sich Gysi mit seiner besonderen Art bisher gut durch mogeln konnte, sind die Vorwürfe, die ihm Zeitzeugen machen, ja nicht widerlegt. (Stichwort Havemann)

        Der Film „Die Akte Gysi“ im Ersten Deutschen Fernsehen sollte etwas mehr Licht in die dunkle Vergangenheit bringen, aber Gysi hat sich wieder mal gekonnt verweigert.
        Dieses seltsame Verhalten macht ihn für mich verdächtig, denn wenn er mit der STASI nicht zusammen gearbeitet hätte, so sollte ihm doch an der Aufklärung gelegen sein.

        http://j.mp/ltSsA4

        Vielleicht gelingt dies ja dem neuen Chef der Stasi-Unterlagenbehörde, Roland Jahn.

        Denn die einen sind im Dunkeln
        Und die andern sind im Licht.
        Und man siehet die im Lichte
        Die im Dunkeln sieht man nicht. (Berthold Brecht)

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        • sweetheart permalink
          24. Juni 2011 20:26

          Tja, da muß ich mich ja doch mal kurz in diesen Blog einschalten: sehr interessante Diskussion, @Fidelche! Alles gern gelsesen.

          @Forenboy, ich hab‘ gestern leider nur noch das letzte Ende von einem TV-Bericht über Manfred Stolpe mitgekriegt, in dem seine „unglückliche Vorbildwirkung“ für die mangelhafte Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit von Politikern und Menschen in anderen öffentlichen Ämtern, in Sonderheit im Lande Brandenburg herausgestellt wurde.
          http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Stolpe
          Und natürlich landeten nicht alle wie Stolpe in der SPD!

          Roland Jahn hörte ich heute Morgen in einem Interview in wdr5: zum Nachhören.
          http://www.wdr5.de/sendungen/neugier-genuegt/s/d/24.06.2011-10.05
          /b/redezeit-verzeihen-ist-moeglich.html

          An der Stelle sehe ich ebenfalls noch deutlichen Auflärungsbedarf!
          Solange dies nicht geschenen ist, sehen die meisten der „alten roten Socken“ wie sie in nicht geringer Zahl in der FC vertreten sind, sich nach wie vor als „die besseren Deutschen“, wie sie auch glauben, die DDR hätte sich tatsächlich ihrem Anteil, an der gesamtdeutschen Nazi-Vergangenheit gestellt, und wie sie auch letztlich ihr Weltbild immer noch aus der Ideologie des „Unrechtsstaates“ ableiten, in den sie hineingewachsen oder in dem sie aufgewachsen sind.

          Dazu auch noch ein Literaturhinweis:
          http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/Publikationen/Publikationen/band-28_ns-verbrecher.html;jsessionid=AA72C07D0C550A952FB0350BBE5AF3F1.2_cid104?nn=1805974

          Und am Rande: halt „die Ohren“ steif, @Forenboy, bzw. bleib‘ dabei, manches durch’s eine Ohr rein und durch’s andere wieder raus gehen zu lassen.

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        • 24. Juni 2011 20:50

          danke liebe sweetheart, schön, dass Du da bist.

          Hier der ganze Bericht zu Stasi/Stolpe:

          http://j.mp/jOQCkg

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        • R.G. permalink
          24. Juni 2011 21:48

          @ sweetheart: schön, dass Du jetzt hier schreibst! 🙂

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        • 25. Juni 2011 09:36

          @Forenboy

          Wir leben in einem Rechtsstaat, und Gysi sollte dieselben Rechte haben wie jeder andere auch. Wenn er für ein Interview nicht zur Verfügung steht ist das seine Sache, auch dass ist sein Recht. Erich Mielke wurde übrigens 1993 durch einen Haftbefehl vom 23. April 1933 wegen eines Mordes aus dem Jahre 1931 zu sechs Jahren Haft verurteilt. Von daher denke ich, wenn die deutsche Justiz Beweise gegen Gysi hat, dann wird sich ein Richter finden der Gysi verurteilen wird. Seit über 20 Jahren arbeiten die ehrenwerten Marianne Birthler, Hubertus Knabe, Lutz Rathenow und viele andere daran. Politisch steht die deutsche Justiz Gysi vermutlich nicht sehr nahe, von daher ist also wenig zu befürchten.

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        • 25. Juni 2011 09:38

          @sweetheart
          „Tja, da muß ich mich ja doch mal kurz in diesen Blog einschalten: sehr interessante Diskussion, @Fidelche! Alles gern gelsesen.“

          Sehr schön, mir gefällt die Diskussion auch.
          Grüße fidelche

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        • 25. Juni 2011 10:26

          klar @fidelche hat Gysi die gleichen Rechte wie jeder andere auch, nur nutzt Gysi die ungleicher als andere?
          Der erdacht liegt zumindest nahe und wird von solchen Meldungen hier erhärtet:

          „Berlin (dapd). Linke-Fraktionschef Gregor Gysi hält nicht viel von einer Versetzung ehemaliger Stasi-Mitarbeiter aus der Stasiunterlagenbehörde in andere Bundeseinrichtungen. „Wenn ich sage, ich halte Leute für moralisch nicht einwandfrei, aber im Bundesinnen- oder Bundesjustizministerium haben sie doch Platz, ist das kompliziert“, sagte Gysi in einem dapd-Interview. Der neue Behördenchef Roland Jahn will 47 in seiner Einrichtung tätige Ex-Stasi-Mitarbeiter versetzen lassen.
          Gysi sagte, er verstehe Jahns Überlegungen, „aber nachdem das so viele Jahre gelaufen ist, ist es nicht nachvollziehbar“. Man müsse von den ehemaligen Stasi-Leuten ja nicht viel halten, aber dann zu sagen, ihr müsst gehen, sei nicht fair. „Die Idee, sie loszuwerden zu wollen, ist das eine. Aber wohin, ist doch das andere.“
          (dapd Nachrichtenagentur)

          Will da vielleicht einer seine Komplizen an einer Stelle halten, wo sie ihm nützlich sind.
          Roland Jahn will 47 ehemalige Stasi-Mitarbeiter los werden (ich frage mich, wieso da überhaupt welche beschäftigt sind) und Gysi kommt mit seinem üblichen „logischen Geschwurbel“ wieso erst nach 20 Jahren, und wieso dann überhaupt und nicht fair und so, also könne man sie auch da lassen, wo sie sind.

          Auch das, lieber fidelche, macht ihn für mich wieder ein Stück verdächtiger…..

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        • 25. Juni 2011 10:41

          hier noch ein Link zur „Akte Gysi“

          http://j.mp/lZXfSt

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        • 25. Juni 2011 11:04

          Zur „Vergangenheitsbewältigung“ in Ost und West paßt auch der Kommentarstrang zu „Der erste Tag“ von Lutz Herden.
          Lesenswert die dortigen Kommentare von @j-ap, die (zumindest von mir) noch nicht alle im Thread einsehbar sind, deshalb der link auf seinen Blog:
          http://www.freitag.de/community/blogs/j-ap
          Ausgelöst waren seine Kommentare durch @Matto (dessen Seite aktuell nicht (mehr) existiert), der dort befand „Ich habe als Ostdeutscher große Probleme mit dem angeblichen Rechtsstaat BRD, ..“
          Die hatte ich mit der „angeblichen DDR“.

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        • 25. Juni 2011 11:52

          @sweetheart, mit matto hatte ich heftigste Auseinandersetzungen in der FC, da er des öfteren ungestraft behaupten durfte, die BRD sei ein Unrechtsstaat, und nicht die DDR! nachdem ich vom „verbrecherischen Unrechtsystem DDR“ gesprochen hatte.
          Für mich hat der Typ einen an der Klatsche, versteht nicht einmal die Nähe des Users wwalkie zu ihm und seinen Ansichten,pöbelt ihn sogar noch an.

          wwalkie ganz „bescheiden“ in Kumpanei mit Koslowski :
          Ich freue mich über das Lob, Koslowski. Aber ich glaube, wir beide können uns nicht beklagen. Unsere Texte kommen ganz gut an (sie sind ja auch nicht schlecht). Ich mache mir jedoch manchmal Gedanken über die – wir mir scheint – abnehmende Beteiligung der Freitagsblogger, selbst wenn es um Religion, Gender, Islamismus, Antisemitismus oder die WM im Frauenfußball geht. Das ist weder für den Freitag noch für die „Community“ gut. Ich glaube, ein wenig mehr Partizipation der Freitagredakteure und -publizisten (das gab’s doch schon mal) würde uns alle wieder „auf Kurs“ bringen. Diskussion wirkt belebend.“

          Aber vielleicht erklärt wwalkie ihm (matto) ja noch, dass es besser wäre, nur Soßen „herunter zu reduzieren“ und von Sahra Wagenknecht (deren richtige Schreibweise des Vornamens ich Jacob Jung übrigens beigebracht habe) lieber die Finger lassen sollte.

          http://j.mp/jx3gj5

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        • sweetheart permalink
          26. Juni 2011 16:57

          @Foernboy,
          als „Beifang“ von meinem ZO-Fischzug hier noch einKommentar zum Thema „Brandenburg“:
          http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-06/stasi-brandenburg-stolpe/seite-1
          Dazu auch:

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        • 26. Juni 2011 17:29

          danke @sweetheart, „Er habe seine Stasi-Kontakte aktiv genutzt, um anderen Menschen zu helfen……..“ mit genau der gleichen fadenscheinigen Argumentation kommt ja auch Gregor Gysi um die Ecke um seine Kritiker mundtot zu machen, wahrscheinlich ein erfolgreiches Rezept.

          Ich hoffe aber immer noch, dass die neue Leitung der STASI-Aufklärungsbehörde diese Zöpfe abschneidet und schonungslos auch die prominenten STASI-Verbrecher enttarnt und zur Verantwortung zieht.
          Für mich sind alle, die mit der STASI so eng zusammen gearbeitet haben und so viel Leid über andere Menschen gebracht haben ganz klar Verbrecher. Berlin-Hohenschönhausen und Bautzen könnten ein Lied davon singen.

          http://j.mp/k23crm (nur für starke Nerven)
          http://j.mp/iz9LNo
          http://j.mp/jsAU01

          Am Rande erwähnt: Koch-Mehrin musste schon wieder ihr EU-Amt abgeben und wird auf einen anderen Posten „strafversetzt“.

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  5. derSamstag permalink
    24. Juni 2011 15:57

    thinktankgirl schrieb am 24.05.2011 um 21:28:“ Ich bin gleich auf Seite 2 oder 3 stutzig geworden, als vom antizionistischen Antisemitismus gesprochen wird. Hier wird der Antizionismus, der sich gegen die politischen Ideen des Zionismus, u.a. Nationalismus , ausspricht, als Unterart des Antisemitismus, also Ablehnung der Juden aufgrund ihrer genetischen Herkunft, gleichgesetzt. Antizionismus und Antisemitismus sind zwei verschiedene Ansichten. Da Antizionismus argumentativ begründbar ist, ohne daß die Juden als ethnische Gruppe abgelehnt werden wie beim Antisemitismus, subsummieren die Autoren ihn unter Antisemitimus, um jegliche Auseinandersetzung damit zu unterbinden. Dasselbe geschieht auch mit dem Antiisraelismus. Wissenschaftlich unredliches Vorgehen.“

    thinktankgirl schrieb am 25.05.2011 um 22:52:“ j-ap schrieb am 25.05.2011 um 22:45
    »Die message ist/war: es mangelt euch am geistigen Rüstzeug.« So ähnlich lautet die These von Thilo Sarrazin, ja.
    Schnuckelchen, isch hab Uni!“

    thinktankgirl und die Freitagsleute könnten hier viel lernen.
    Shame on you!

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    • 24. Juni 2011 16:40

      Thinktankgirl und die überwiegende Mehrheit der Freitagsblogger sind vermutlich erkenntnisresistent.

      Diese Freitagsbetonblogger sind „Bewusstlose Antisemiten“ !!!

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      • 24. Juni 2011 16:51

        Bewusstlose Rassisten passt besser – siehe unten. Ich würde dieses Asozialverhalten nicht allein am Umgang mit Israel etc. festmachen wollen. Das Problem ist globaler – leider.

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  6. 24. Juni 2011 16:50

    Die Frage wird wohl sein, wie eine tradierte „Partei“ rassismusfrei zu bekommen ist, die dieses Problem in Gänze bei sich nicht einmal sieht. Um beim hier gewählten Sprachgebrauch zu bleiben – die LINKE besticht durch ihre Anhänger insbesondere durch einen retroiden linken Rassismus, einen strukturellen Rassismus, der sich auch in der Art des Umgangs mit Andersdenkenden darstellt. Allein U-Boot-Diskussionen – wie im Freitag in der Vergangenheit – sprechen Bände, denn sie sind nichts weiter als eine Form des Rassismus, ein Freund/Feind, ein Verräter-Denken.

    Dabei ist die Lage der LINKEN vertrackt – wie übrigens auch einstmals die der Grünen, was man nicht vergessen sollte. Auf der einen Seite kritisiert man den Umgang mit der palästinensischen Bevölkerung (übrigens völlig zu Recht, wie ich meine, denn auch die Regierung Israels verhält sich zutiefst nationalistisch), auf der anderen Seite rennt man jedoch offenen Auges in einen linksrötlich angemalten Faschismus, indem man sich den Nationalisten und Faschisten innerhalb der Islamistenszene gegenüber nahezu kritiklos verhält. So schüttet die Linke nicht nur das Kind mit dem Bade aus, sie zerbombt gleich ein ganzes Schwimmbad.

    Ich bin mir nicht sicher, was es ist und warum es so ist. Ist der Grund grenzenlose Naivität oder eine Co-Abhängigkeit, ist es Dummheit oder wirklich eine Art subsummierter Judenhass, der auf alten Vorurteilen gründet? In manchen Artikeln wird ersichtlich, dass es sich nicht um einen direkten Angriff handelt, sondern er nur Ergebnis dessen ist, was ich als Revolutions-Romantik bezeichnen würde, eine logische Konsequenz, wenn man ideologisch denkt. Dabei wird aber nicht nur Agitation gegen Israel, die USA oder den Westen allgemein betrieben, auch die palästinensische Zivilbevölkerung, die im Grunde einfach nur leben will, wird auf eine sehr rücksichtslose Art mit instrumentalisiert. Derlei Effekte kennt man aus dem grünen und dem Linken Lager auch schon aus der Vergangenheit. Über allem, was geschieht, schwebt der Kapitalismus- und Revolutions-Filter, wobei Kapitalismus stets schlecht, Revolution stets gut ist – völlig losgelöst davon, worunter Menschen gerade mehr zu leiden haben. Deutlicher: Der Revolutionär kann das größte Schwein sein – er wird weiter hofiert, nicht, weil er gut, sondern weil er gegen den bösen Kapitalismus ist – da müssen dann Opfer gebracht werden.

    Links ist das nicht – und nun fällt mir die Entscheidung leichter, es ist einfach nur doof … was ja nicht schlimm ist, denn doof darf man sein. Das Schlimme ist vielmehr, dass eine derartige Schmalspurdenke niemandem hilft und eine Gefahr darstellt. Hinzu gesellt sich eine – jedenfalls aus meiner Sicht – menschenverachtende Borniertheit aus eine selbstgerechten Haltung heraus, übrigens etwas, was mir im Freitag (um die Verbindung mal wieder zu schaffen) immer sehr negativ aufgefallen ist.

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    • 24. Juni 2011 17:03

      @Tiefscharf
      Ich stimme größtenteils zu. Ein wichtiger Unterschied ist: Antisemitismus ist nicht unbedingt Rassismus. Die Ursachen des Antisemitismus liegen tiefer. Ich habe dies immer wieder versucht in meinen Blogs darzustellen. Die „Protokolle der Weisen von Zion“ sind beispielsweise nicht rassistisch! Sie sind antisemitisch! Antisemitismus ist fast deckungsgleich mit Antizionismus. Rassistischer Antisemitismus tauchte Ende des 19. Jahrhunderts auf und mündete im Holocaust. Dieser rassistische Antisemitismus hatte in Europa ab 1945 ausgedient! Sekundärer Antisemitismus, struktureller Antisemitismus und Antizionismus sind meist nicht rassistisch! Ein großer Fehler, vor allem von den Leuten die angebliche Islamophobie oder tatsächliche Fremdenfeindlichkeit mit Antisemitismus gleichsetzen.

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  7. Eli Levinger permalink
    24. Juni 2011 18:37

    „Es ist also festzuhalten, dass sich der Antisemitismus stets gewandelt und sich den entsprechenden Zeiten angepasst hat und dass linker Antisemitismus bereits seit der Aufklärung existiert. Antisemitismus war und ist gerade nicht das Anormale, Außergewöhnliche, sondern eine integrale „Alltagsreligion“, besonders in der kapitalistisch verfassten Gesellschaft.“

    „Der Zionismus war die Antwort auf den Antisemitismus einen Judenstaat zu schaffen, in dem die Juden vor weltweitem Antisemitismus geschützt sind. Der Antizionismus lehnt den Zionismus und den Staat Israel ab. Antisemitismus und Antizionismus sind beinahe deckungsgleich, sind zwei Seiten derselben Münze. Die Parallelen von antisemitischen Ressentiments vor 1945 und antizionistischen Ressentiments nach 1945 sind unübersehbar“

    Ich stimme allem zu und bedanke mich für diese außerordentliche Klarstellung von Antisemitismus und Antizionismus und die Kenntlichmachung der ideologischen Übereinstimmung von NSDAP und NPD.

    Eli Levinger

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    • 24. Juni 2011 18:47

      @Eli Levinger
      Das freut mich. Es war eine Intention von mir die Parallelen von nationalsozialistischem „Denken“ gestern und heute und den antisemitischen Aussagen und antisemitischen Taten von „verwirrten Linken“ herauszuarbeiten.

      Grüße fidelche

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  8. 25. Juni 2011 09:17

    Da Henner Michels scheinbar die NPD Aussagen bezweifelt und fehlende Quellenangaben bemängelt, hole ich hiermit die NPD Quelle nach. Ursprünglich wollte ich keinen Link auf die NPD-Seite legen. Um die Nähe der Antizionisten zur NPD zu beweisen, lässt es sich aber wohl nicht vermeiden.

    Der Artikel der NPD heißt „Reise nach Jerusalem“. Ich habe aus den letzten drei Absätzen zitiert.

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    • weinsztein permalink
      26. Juni 2011 02:05

      @fidelche

      „Da Henner Michels scheinbar die NPD Aussagen bezweifelt…“ ist plump. Aus Ihrer Sicht wohl ein geschickter Schachzug, etwa auf dem Niveau der Frage: „fidelche, schlagen Sie immer noch Ihre Frau?“

      SIE selbst haben zu Ihren Quellen hier nachgetragen, sich sich auch aus einem Artikel der neonazistischen NPD bedient zu haben. Mit war das nicht aufgefallen.

      Ich hatte unter einem der Artikel dieser Mission Impossible, die sich mit mir als unterschätztem Publizisten und sich mit mir als Reiseträne befassen, empfohlen, einige „Kernsätze“ der von Ihnen so genannten Melange komplett ins Google-Suchfeld einzugeben.

      Oder diese Passage: „Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands wurden große Teile der Linken national, Deutschland wurde als Handlanger der USA wahrgenommen“.

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      • weinsztein permalink
        27. Juni 2011 02:00

        zu: fidelche am 26/06/2011 10:05

        Mit Ihrem zusammengeklauten Stuss werde ich mich inhaltlich nicht auseinandersetzen. Sie verschwurbeln eine Sammlung von Aufsätzen und Auftragsarbeiten so lange, bis sie in ihr Weltbildchen passen, das erbarmenswerte.

        Sie sind ein Hetzer und wagen es, mich Antisemit und Sozialdarwinist zu nennen, ohne dafür irgendeinen Beleg angeben können. Sie lügen, betrügen, diffamieren, beleidigen. Dabei bedienen Sie sich eines Arsenals von Textbausteinen.

        Sie veröffentlichen in diesem Forum zwei Artikel, die sich gegen meine Person richten und die mir schaden sollen. Wehre ich mich gegen diesen Bastelscheiß, werfen Sie mir allen Ernstes vor, ich sei nur hier, um zu stören. Oder ein ArschMitOhrenBoy (in dusseliger Dauerbegleitung) verlangt, mich hier dauerhaft zu sperren. Das hätte durchaus Charme, warum tun Sie es nicht?

        Ein Teil der Stammbelegschaft der Mission Impossible, darunter enige bedauernswerte Menschen, ist hier mit mehreren Nicks unterwegs, um ein gewisses Meinungsspektrum vorzutäuschen und um Kommentare up- oder downzugraden.

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    • 26. Juni 2011 10:05

      Sehr „geehrter“ Henner Michels,

      in meinem Text, „Die Linkspartei, der Freitag“ und ihr antisemitischer Antizionismus“ schrieb ich:“Auf den Seiten der rechtsextremistischen NPD steht….“. Ich habe keinen Link auf die NPD Seite gelegt weil ich es nicht für unbedingt nötig empfand. Ich habe den Link in den Kommentaren auf ihren Wunsch nachgeholt. Wo ist das Problem? Zu ihrem Google Vorwurf empfehle ich ihnen erst einmal Thomas Haury – Antisemitismus von links – zu lesen.

      Warum setzen Sie sich nicht mit dem Text, „Die Linkspartei, der „Freitag“ und ihr antisemitischer Antizionismus“ auseinander? Warum gehen Sie nicht auf die einzelnen Punkte ein? Was sagen Sie zu den Entsprechungen von Antizionisten, wie Sie einer sind, der NSDAP und der NPD bezüglich des Konfliktes zwischen den arabischen Staaten, incl. der Palästinenser und Israel? Warum sagen Sie nichts zu den Aussagen von Proudhon, Fourier und Bakunin? Warum sagen Sie nichts zu der Aussage von Zvi Rex, „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen“? Warum sagen Sie nichts zu Annette Groth, Inge Höger und Norman Paech, den Kombattanten der Hamas auf der „Mavi Marmara“? Warum sagen Sie nichts zum Palästinensertuch von Inge Höger ohne Israel? Warum sagen Sie nichts zu den Boykottaufrufen gegen den Staat Israel? Warum sagen Sie nichts zu der, von ihren Betonfreundinnen im „Freitag“ geforderten, „Einstaatenlösung“ in Palästina? Warum sagen Sie nichts zum Antisemitismus der Hamas, zu deren Terror und zu deren Weltbild? Warum sagen Sie nichts darüber, dass in Jordanien niemals Juden leben durften und dürfen? Warum kam bisher keine einzige inhaltliche Aussage zu irgendeinem Text hier?

      Ihr Judenhass ist eine Schande für die Linke und ein Angriff auf die Zivilisation! Mit Verlaub, Henner Michels, Sie sind ein alter, verbitterter, antisemitischer Mensch, der irgendeinmal vielleicht irgendwie links war, vielleicht ganz gut kochen kann, der es aber nicht erträgt, dass ihm der Spiegel vorgehalten wird. Anstatt zu argumentieren, wie es bei aufgeklärten, humanistischen Menschen üblich ist, wollen Sie hier jede Diskussion mit ihren peinlichen Kommentaren zerstören. Ich habe versucht hier einige Male eine Brücke für Sie zu bauen, sie haben jedes Gesprächsangebot abgelehnt. Ich kann und will ihnen nicht mehr helfen. Zukünftig werde ich auf ihre debilen Kommentare hier nicht mehr eingehen, da ich dies für sinnlos erachte. Im antisemitischen und sozialdarwinistischen „Freitag“ sind ihre betrübenden Auslassungen mehrheitlich willkommen, ich finde Sie passen sehr gut in diese „Qualitätscommunity“ des „Freitag“ wie ihr Kommentar am 13.06.2011 um 03:28 mit “geh woanders kacken, Ullrich L.“ beeindruckend belegt hat.

      Leben Sie wohl und viel Spaß Im „Freitag“
      fidelche

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      • ForenBoy permalink
        26. Juni 2011 11:58

        @fidelche, Deine Entscheidung im Umgang mit diesem seltsamen Misanthropen halte ich für richtig und wiederhole darüber hinaus meine hier angegriffene Empfehlung, ihn dauerhaft zu sperren immer noch für angebracht.
        Blogger, die diese Plattform nur zu dem Zweck besuchen, ohne inhaltliche Beiträge ihrem Userbashing nachzugehen (wie übrigens auch der Troll derSonntag) sollten zum Schutz der anderen hier keine Plattform für ihren Müll geboten werden.

        Da sind die Grenzen der angestrebten begrüßenswerten Offenheit, die sich die MI zum Ziel gesetzt hat, erreicht, und wird von diesen äußerst unangenehmen Zeitgenossen schamlos ausgenutzt.

        Ich denke, das sehe nicht nur ich so.

        Sonnige Sonntagsgrüße.

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        • R.G. permalink
          26. Juni 2011 12:38

          Aha, derSonntag ist also ein Troll, da er die Wahrheit sagt, die du nicht vertragen kannst, FB. Und dann kommt sweetheart und droht mit Schreibpause, wenn das nicht alle so sehen. Und am Ende behauptet sie dann, derSonntag und ich spinnen Intrigen, weil ich den derSonntag verteidigt habe. Wie es losging, wissen wir. Erst habt ihr, sweetheart und du, mich als Einzige, die neben Tiefscharf, Wolfram Heinrich und derSonntag deine Ausdrucksweise kritisiert haben, nicht in Ruhe gelassen. sweetheart wollte sogar von mir eine Entschuldigung erpressen. Vor ein paar Tagen wollte sie ihre Meinung durchbringen, indem sie mit Schreibpause drohte, wenn einige es nicht lassen würden „Kackszein“ zu schreiben und ihre Wortwahl änderten. Du hast offenbar in ihren Augen Sonderrechte als Austeiler, der nicht einstecken kann. Der böse Rainer und ich haben es dennoch gewagt, das böse Wort zu sagen und sweetheart war beleidigt, dass es nicht nach ihrer Nase gegangen ist. Als sie wieder auftauchte und ihr Vorhaben nicht einhielt, freute ich mich, dass sie nicht mehr rumzickt. Und prompt gestern Abned, als ich teilweise dem derSonntag zustimmte, rat sie mir, mich mit dem derSonntag zusammenzutun, um weitere Intrigen zu spinnen. Was soll das? Und wer hält den derSonntag noch für einen Troll? Finger hoch! Und wer spinnt da Intigen? DerMittwoch?

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        • R.G. permalink
          26. Juni 2011 12:45

          Vor ein paar Tagen hast du es noch anders versucht, FB: Da hast du die MI-Redaktion in Frage gestellt und bist sie angegangen. Und heute versuchst du es anders. Wer siehst es denn noch so wie du? sweetheart?

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        • ForenBoy permalink
          26. Juni 2011 13:12

          @R.G., Goreflex und vlt. auch noch Galore, warum auch immer Du unter mehreren Nicks hier schreibst, zumindest ist das eines von Trollverhalten.

          Und wenn Du unter Verfolgungswahn leidest, kann ich Dir nicht helfen, zumindest nicht bei Deinen unhaltbaren Unterstellungen in meine und in sweethearts Richtung.

          Und ja, ich halte sweetheart neben fidelche, Tiefscharf, Rainer Kühn, j-ap und Louis Levy (um nur die präsentesten zu nennen) für ernst zu nehmende Gesprächspartner, mit denen eine fruchtbare Diskussion möglich ist.

          Wahrnehmungsstörungen einzelner und das Bashing anderer hier hingegen stören nicht nur den Diskussionsverlauf, sondern verleiden mit Sicherheit vielen hier den Spaß an der Plattform, und wenden sich dann ab.

          Vielleicht solltest Du anstelle des Pfefferminztees es mal mit Baldrian versuchen.

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        • R.G. permalink
          26. Juni 2011 13:18

          Mehrere Nicks = Trollverhalten? Harhar, den letzten Nick habe ich hier benutzt, um Rahab und Weinsztein zu demonstrieren, wie man unter einer anderen Email hier schreibt. Die MI-Redaktion fand das offenbar ok, sonst hätte sie mich nicht freigeschaltet. Mein erster Nick hier, ist der, als ich noch keinen wordpress-ac. hatte. Tsss. ihr versucht es auch auf jeder Plattform zu hetzen und mit Herumgezicke.
          Jaja, die Wahrnehmuingsstörungen. Die hatte ich auch beim Freitag, bis Lee Berthine es endlich zugab. Und wo noch, weißt du genau. 🙂 😉 …

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        • R.G. permalink
          26. Juni 2011 13:21

          Jeder kann nachlesen, wie deine sweetheart mit Schreibpause droht, wenn’s nicht nach ihrer Nase läuft. Und dass sie nur von MIR eine entschuldigung erpressen wollte, da ich neben anderen deine Ausdrucksweise kritisierte. Eure Emospielchen und steilvorlagen sind sowas von lustig und durchschaubar, Schnuffelhase… 😉

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        • ForenBoy permalink
          26. Juni 2011 13:34

          Also @goreflex u.a. Nicks, das mit dem Baldriantee habe ich ernst gemeint, soll helfen, Du scheinst doch gelegentlich sehr unausgeglichen, nimm Dich doch einfach mal weniger wichtig, sonst endest Du noch da, wo weinsztein schon lange ist: in der Isolation..

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        • R.G. permalink
          26. Juni 2011 13:36

          Über JAP hast du doch auch erst die ganze Zeit hergezogen. Oder wolltest du austesten, wen du mit deiner Hetze auf deine Seite ziehen kannst? 🙂 Vor einiger Zeit hast du dich noch mit TS angelegt. Ich glaube, du brauchst mal wieder ein bißchen tierisches Eiweiß, damit du nicht einen solchen Doublebind-Quatsch schreibst. Bei dir ändert sich deine Freund-Feind-Denke doch täglich, vor allem, wenn dir jemand nach dem Mund labert.

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        • R.G. permalink
          26. Juni 2011 13:38

          Haha, unausgeglichen. Wer hängt denn den ganzen Tag im Netz und kennt alle foren? Du bist so lustig!

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        • ForenBoy permalink
          26. Juni 2011 13:43

          Also @goreflex u.a. Nicks, „meine“ sweetheart ist mir tatsächlich die liebste hier, da musst Du nicht eifersüchtig werden, und von einem Schreibstopp habe ich nichts merken können, obwohl Ihr den unaussprechlichen Koch beim fäkalen Mineral genannt habt (Du lässt Dich ja nicht erpressen!)

          Und wo noch außer beim freitag Du Wahrnehmungsstörungen hattest, weiß ich nicht, denn ich habe keine Ahnung, wer sich hinter Deinen Nicks versteckt.
          Es interessiert mich allerdings auch nicht.

          Aber vielleicht gehörst Du ja auch zu den bemitleidenswerten LINKE-Mitgliedern, die ihren Frust über den desolaten Zustand ihrer Partei an mir auslassen, nur weil ich wohl treffende Zustände beschreibe.

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        • derSonntag permalink
          26. Juni 2011 13:50

          R.G.: Dass @Forenboy hier auch unter dem Namen @sweetheart schreibt, ist offenkundig. Und weil ihn sonst hier niemand streichelt (was Du mit „Emospielchen“ andeutest), tut er es selbst mit Hilfe eines weiteren Nicks.

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        • ForenBoy permalink
          26. Juni 2011 14:08

          Im Gegensatz zu Dir @R.G. Goreflex und Galore, bin ich nicht verbohrt und nachtragend.
          Tiefscharf redet mit nicht nach dem Mund, er hat einfach gute ansichten, die ich teile, und kann sie in einer Sprache übermitteln, um die ich ihn beneide.

          Das gilt auch für j-ap, dessen Sprache noch prägnanter und geschliffener ist, dessen Meinung ich allerdings nur teilweise nachvollziehen kann, und dessen Hauptinteressengebiet, das Kapital, mich überhaupt nicht interessiert. Und j-aps unqualifizierte Äußerungen in einem grottigen Blog der Wissensredakteurin Zinkant, sind inzwischen nicht mehr relevant.
          Schließlich darf auch ein j-ap mal einen schlechten tag haben.

          Dennoch bleibt bei j-ap genau wie bei Wolfram Heinrich so ein merkwürdiges Gefühl wegen ihre parallelen Aktivitäten beim derfreitag und hier bestehen.
          Wobei man W.H. wohl am besten erst gar nicht ernst nimmt.

          Für mich schließt nämlich die eine die andere ZWINGEND aus.

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        • sweetheart permalink
          26. Juni 2011 14:19

          @Forenboy, ich sitze ebenso staunend wie lachend vor’m Bildschirm!
          Ich wollt‘ ja jetzt eigentlich erst mal ’ne Runde mit Dir virtuell kuscheln, aber jetzt seh‘ ich doch ein Hindernis: wie geht das, wenn wir doch schon ganz und gar eins sind!?

          Die anderen ((wenn’s „die anderen“ sind! Ich behaupte jetzt mal, @Goreflex
          und @der Sonntag sind identisch – und übe mich auch mal in (etwas weniger grotesken) Verschwörungstheorien))müssen mit der Antwort noch ein wenig warten.

          PS Ich vermute mal, bei dem „Bärlauch“ aus der Eifel handelte es sich doch um Maiglöckchen, die jetzt ihre wahrnehmungsstörende und
          hallizunatorische Wirkung tun.

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        • R.G. permalink
          26. Juni 2011 14:26

          Jaja, die Steilvorlagen. DerSonntag weiß auch Bescheid. Woher? „Euer“ Austesten hier ist niedlich – weiß sie’s , weiß sie’s nicht? Wer weiß!

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        • R.G. permalink
          26. Juni 2011 14:35

          Jaja, damals ging es genau so: Lächerlichmachen, Und die üblichen Floskeln, z.B. „Wahrnehmungsstörungen“und „Verfolgungswahn“, tsss . Vielleicht hättet ihr euch dieses Mal eine andere Strategie ausdenken sollen, damit es unauffälliger ist 🙂 Oder macht ihr es genau so, weil ihr damit schon mal „Erfolg“ hattet?

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        • ForenBoy permalink
          26. Juni 2011 14:47

          ich kann schon kaum noch was sehen vor lauter tränen (vom lachen) @sweetheart, hast Du eine Ahnung, von was die da halluzinieren`?

          Da mich andere User persönlich fast nie interessieren, weiß ich wirklich nicht, wo „wir“ denen schon mal begegnet sein sollen.
          Dass derSonntag und die drei Galoren eine Person sind, dachte ich übrigens auch schon, vier Nicks, eine Meinung, die Rechnung geht trotzdem nicht auf.

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        • sweetheart permalink
          26. Juni 2011 15:24

          @R.G., Du solltest jetzt langsam mal den Rückwärtsgang in Deinem Bötchen einlegen, denn wenn ich Dich plus immer wieder @derSonntag ernst nehmen sollte, müßte ich deutlich werden.

          Womit wir auch schon bei der ersten Theorie sind:
          Manche Menschen sind von Natur aus so antriebsschwach, daß sie das selbst als unangenehm empfinden und ganz unbewußt Situationen suchen, die sie auf Trab bringen.
          Da positive Stimulation nicht immer so leicht zu haben ist und negative eine ähnliche Wirkung hat, kreieren sie gerne mit verfügbaren Personen „Zoff“, den sie als positiv, weil mit steigendem Adrenalinspiegel als belebend wahrnehmen.

          Zweite Theorie: „Alexithymie“. Eine „Erkrankung“, die sich derzeit des
          Medieninteresses erfreut, da angeblich 10 Prozent der Bevölkerung „alexithym“ sind und Psychologen auf neue Tätigkeitsfelder hoffen.

          „Starke Alexythymie behindert den Betroffenen dabei, sich über die eigenen Gefühle klar zu werden, im Kontakt mit anderen und beim Austragen von Konflikten. .. In Bereichen, wo Kommunikation gefordert wird, sind Reibungen programmiert. … Der Betroffene selbst entwickelt einen Leidensdruck erst, wenn sekundäre Krankheitssymptome auftreten. … Der Prozess emotionalen Lernens läßt sich in einer Therapie nachholen.“

          Drittens: vielleich machst Du Dir einfach mal klar, daß ich jenseits der 60 schon allein deswegen andere Verhaltensweisen habe als Du, wie alt Du immer genau sein magst.

          Damit habe ich noch nichts zu den albernen Behauptungen und Vorwürfen
          gesagt, die Du hier ventilierst.

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        • R.G. permalink
          26. Juni 2011 18:53

          @sweetheart: Wie kommst du darauf, dass ich von dir ernstgenommen werden will? Du bist mir egal. Und weil ich auf deine Steilvorlagen nicht anspringe bist du nun aggressiv. Kenn‘ ich schon. Es ist mir auch egal, ob ich mich lächerlich mache vor anderen, die die Hintergründe nicht kennen.

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        • R.G. permalink
          26. Juni 2011 18:55

          … und zieh‘ deine Drohung durch und werde deutlicher. Oder willst du dann wieder mit Schreibabstinenz drohen? 🙂

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        • R.G. permalink
          26. Juni 2011 18:59

          Jaja, sweetheart, wenn die „positive Stimulation“, sprich das Einschleimen bei mir durch geheuchelte selbe Interessen nicht funktioniert, dann versucht man’s eben anders. Alles längst durchschaut. Deine erste masche hat nicht gefruchtet und nun bist du aggressiv, drohst, machst mich schlecht usw..Tsss.

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        • sweetheart permalink
          26. Juni 2011 21:31

          @R.G., Du nervst!

          Ich werde jetzt noch einmal etwas zu Deinem heutigen Kommentarbombardement sagen, so lächerlich Deine Anwürfe auch sind, da ja wohl im Netz auch genügend Kurzsichtige unterwegs sind, die Unwidersprochenes für wahr halten, dabei vergessend, daß das mit der „Wahrheit“ von und über Nicks ohnehin so eine Sache ist.

          Erst einmal stören mich Deine schlechten Manieren: hier ist ein frischer Thread mit einer Fülle lesenswerter Kommentare – und Dir fällt nix Besseres ein, als hier seit 12.38 sage und schreibe 11 kommentare an mich, einige davon auch an @Forenboy, dessen Zweitnick ich laut der obigen Kommentare Deines Hilfssherrifs @derSonntag sein soll, zu adressieren, die sich völlig themenfrei im persönlichen und beleidigenden Bereich befinden. Woran man unzweifelhaft erkennen kann, wie „egal“ ich Dir bin, wie Du um 18.53 schreibst.
          Nebenbei: wie dumm muß man eigentlich sein, um nicht zu erkennen, daß es sich bei @Forenboy und @sweetheart um 2 verschiedene Autoren handeln muß!?

          Hast Du mal überlegt, wofür die „Tabu-Lounge“ und danach die „Teeküche“ eingerichtet wurden!?
          Wenn Du schon irgendwelche Verfolgungs- wie auch Verfolgungswahnspielchen spielen willst, könntest Du Dich wenigstens dezenterweise dorthin verziehen, oder aber bei dem Ausgangspunkt der Störung bleiben, nämlich Deiner geschmacklosen nächtlichen öffentlichen Verabredung mit @der Sonntag in F III, wo Du heute um 00.18 an @der Sonntag zu dem dort von Euch „durchgekauten“ @Forenboy schreibst:
          „…kennst Du irgendeine Möglichkeit, weitere Informationen herauszukitzeln?“
          Wen das genau interessiert, der lese die dortige Diskussion zwischen @derSonntag und Dir von gestern, 23.09 (@dS) bis zu Deinem Kommentar heute um 00.31, in nicht-chronologischer Reihenfolge.
          https://thinktankboy.wordpress.com/f-rubrik-iii/#respond

          Du hättest in Bezug auf mich darüberhinaus schon seit längerem die Möglichkeit gehabt, mich per Mail anzuschreiben.
          Bei Deiner letzten Attacke auf @Forenboy hast Du mich hier in einem Thread um Kontaktaufnahme über TTB gebeten, was Du angeblich schon längst hättest tun sollen. Auch damals meintest Du wohl mich zu „kennen“.
          Ich habe daraufhin trotz einiger Bedenken TTB die Weitergabe meiner Mail-Adresse an Dich gestattet – allerdings ist nie eine Nachricht gekommen!
          Warum dann erst danach fragen? Was soll das!?
          Inzwischen würde ich Mails von Dir nicht öffnen, solltest Du Du mich kontaktieren. Ich werde diese Albernheiten nicht auch noch privat fortsetzen!

          Es stört mich weiterhin, wenn wir schon eimal dabei sind, daß Du im Minutenabstand Kommentare abseilst, statt Dich einmal in einem auf das zu konzentrieren, was Du überhaupt willst: 18.53 – 18.55 – 18.59.
          Einer um 18.59 hätte doch wohl gereicht und hätte den großen Vorteil, daß in den 15 letzten angezeigten Kommentaren auch tatsächlich Unterschiedliches, eine Diskussion oder ein Fortschritt zu erkennen wären.
          Das hätte ich normalerweise nicht erwähnt, es steht auch jedem frei minütlich hier seine Gedanken abzusetzen, aber bei Dir ist das „Methode“ und vielleicht brauchst Du ja mal ein wenig Sicht auf Deine Verhaltensweisen von einer Außenstehenden.

          Was mich ebenfalls stört, ist, daß Du nicht einmal darüber nachzudenken scheinst, ob Du tatsächlich den hier mitlesenden FC-Mitgliedern, die Du von hier aus regelmäßig kritisierst und Dich hier regelmäßig mit 2en ihrer User, Wolfram Heinrich und @Wstein, in den Clinch begibst, eine solche Show vorführen möchtest!
          Entweder denkst Du nur bis zu Deiner Nasenspitze und Du meinst vielleicht wirklich, Du würdest Dich so vor Publikum profilieren.

          Ich kann und will nur auf ein paar Punkte dessen eingehen, was Du alles mißverstanden hast oder falsch darstellst – es ist einfach zuviel!
          Du schreibst, ich hätte mit einer Schreibpause „gedroht“. Das habe ich nicht, ich habe sie angekündigt für den Fall, daß diese „K.stein“-Diskussionen auch von den „Hiesigen“ keine Ende nehmen.
          Glaubst Du wirklich, ich meinte ernsthaft, jemand hier würde meine Schreibpause, die ich wie nicht selten dann doch nicht eingehalten habe, als „Bedrohung“ verstehen!? Das ist lächerlich!
          Die Ankündigung war auch in erster Linie nicht für Dich gedacht, Dich und @Forenboy habe ich danach nur der Vollständigkeit halber genannt, damit mich der Betroffene nicht der halben Blindheit zeiht.
          Und es ging mir um den Betroffenen, nicht um @Wstein – und um das Maß dessen, was ich an Fäkalien in einem Forum zu ertragen gewillt bin.
          Wenn der Betreiber des Forums, die anderen Schreibenden das auf Dauer anders sähen, müßte ich halt gehen. Das ist doch alles ganz einfach.

          Ich habe auch nie eine Entschuldigung von Dir „erpreßt“! Wie denn? Ich hab‘ Dir Dein Verhalten im Zusammenhang mit @Forenboy deutlich dokumentiert unter die Nase gerieben.
          Was Du damit und daraus machst, ist Deine Sache.

          Auch Deine Suggestionen, @Forenboy und ich terrorisierten Foren im Dutzend ist völlig absurd! Frag‘ ihn, ob er Dir sagen will, wo er überall schreibt – denn eigentlich geht’s Dich ja erstmal nix an.
          Wo schreibst Du denn überall?
          Ich habe wie hier mehrfach geschrieben lange Zeit bei ZO, sehr kurze bei der FC und seitdem hier geschrieben und bin @Forenboy nie außerhalb der MI begegnet. Im „Roten Salon“, den „Flugblättern“ und den „Ausrufern“ kannst Du auch noch ein paar Kommentare von mir finden, wenn Du jetzt Stilprüfungen einleiten willst, bzw. das könntest.

          Dein Kommentar von heute 14.35 scheint mir nun in der Tat auf ein unbewältigtes Ereignis aus Deinem Forenleben hinzuweisen:
          „Jaja, damals ging es genauso: Lächerlochmachen, und die üblichen Floskeln, z.B. „Wahrnehmungsstörungen“ und „Verfolgungswahn“, tsss.
          Vielleicht hättet ichr euch dieses Mal eine andere Strategie ausdenken sollen, damit es unauffälliger ist.) Oder macht ihr es genau so, weil ihr damit schon mal „Erfolg“ hattet?“
          Dann schreibst Du um 18.53 von den anderen, die „die Hintergründe nicht kennen“.
          Liebchen, ich kenn’se auch nicht! Ich weiß nicht, was da in Deinem Kopf vorgeht. Und ich werd’s auch nicht zu ergründen versuchen, sondern werde mich möglichst weit von Dir entfernt halten, wenn es irgendwie möglich sein sollte, zumal Du ein paar entspannt gewechselte Worte als „Einschleimen“ und „geheuchelte selbe Interessen“ empfindest.

          So, das war’s jetzt!
          Ich schreibe solche Kommentare – und der hier ist durchaus noch moderat! – nicht gerne, weil es eine ungleiche Situation ist, da ich Dir an Erfahrung und Rhetorik voraus bin.
          Aber Du erkennst eben nicht, wann Du besser langsam den Rückwärtsgang einlegst, dann mußt Du’s halt lernen.

          Du mußt Dich nicht bei mir für die ganzen Albernheiten entschuldigen, eher bei der Redaktion, daß dieser Thread nun dermaßen vollgezickt ist.
          Aber ich wäre Dir dankbar, wenn Du jetzt mal meine Waden und die von @Forenboy erstmal nicht zur Kräftigung Deines Gebisses verwenden würdest. Das Forum ist ja schon recht groß!
          Und damit einen guten Abend!

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        • R.G. permalink
          26. Juni 2011 21:59

          Da geht aber jemand ab wie ein Zäpfchen. Was kommt als nächstes? Wieder eine Drohung, dass du als wichtige Schreiberin in den Schreibstreik trittst, weil du ach so wichtig bist?

          Und extra für dich: „Kackzein“!!!! Böse, böse 🙂

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        • R.G. permalink
          26. Juni 2011 22:01

          Du hast doch ——————- 🙂

          ———————————
          Bitte keine Unterstellungen!
          Die Redaktion.

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        • R.G. permalink
          26. Juni 2011 22:13

          Pruuuuhst! Meine „letzte Attake“ auf Forenboy!!! Wie geil ist das denn? Da wiederhole ich hundertmal – und jeder kann es lesen, dass ich neben TS und WH FBs Ausdrucksweise kritisiert habe, und wer sollte zu einer Entschuldigung gezwungen werden, indem nur MIR tagelang hinterhergezickt habe? Ich fragte nach deiner Email, da ich dir den Link zum Strang geben wollte, denn ich entschuldige mich nicht für etwas, das andere auch so sehen und zudem noch wahr ist. Du weißt genau, dass ich mich von dir nicht unter Druck setzen lasse. Da kannst du noch so viel mit Schreibstreik drohen. Weißte was, sh? Setz dich hin und heul über deine Projektionen. Der FB kommt dich dann trösten – mit seinem guten Benehmen 🙂 LOL!!!!!

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        • ForenBoy permalink
          26. Juni 2011 23:03

          also @goreflex, Du willst von gutem Benehmen reden un benimmst Dich hier in respektlosester Weise @sweetheart gegenüber, die sich unglaubliche Mühe gemacht hat Dir deine unzähligen Defizite in freundlichem und rücksichtsvollem Ton zu erklären, da Du offenbar nicht imstande bist, auch nur eine Spur von Selbst-Reflektivität (trotz Deines Nicks)und Einsicht zu zeigen.

          Ich denke nicht, dass @sweetheart auch nur den geringsten Wert auf eine Entschuldigung legt, da ich annehme, dass sie in diesem Punkt, genau wie ich, dann ein Mindestmaß an Interesse an Dir zu haben müsste..
          Hinter diesem Hintergrund sind Deine Vorwürfe in Sachen meines Schreibstils geradezu lächerlich, wenn man liest, was Du mit deinen 3 bekannten Nicks plus derSonntag hier alles in weinsztein-Manier abgeseilt hast.

          Ich finde es von Euch in höchstem Maße rücksichtslos, in einem Fred zum Antisemitismus der Partei DIE LINKE nichts anderes als beleidigende (Redaktion!) und diskreditierende Anwürfe abzusondern.
          Das stört hier die Diskussion in hohem Maße und verleidet einem das Interesse an der Plattform, schon mal darüber nachgedacht?
          Wohl überhaupt nicht. Ich wüsste jedenfalls, was ich mit Usern wie Dir machen würde.
          Du scheinst tatsächlich zuviel Unterschichtenprogramme von RTL II zu schauen, jedenfalls zeigst Du ein auffallend ähnliches Verhalten.

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        • R.G. permalink
          27. Juni 2011 00:50

          Eben, eben, FB. Das Mindestmaß an Interesse. „Ihr“ dreht es nämlich um und könnt es nicht ertragen, dass da von meiner Seite nicht mehr kommt – egal, wie „verschlüsselt“ ihr versucht, besagtes Interesse zu wecken. Das ist ja der „Witz“ an der Sache. Die chronologishe Reihenfolge habe ich hier schon mehrfach beschrieben: Erst wird „positives“ Interesse geheuchelt, dass man ‚drauf anspringt. Geschieht dieses nicht, wird unterschwelliger gearbeitet. Funktioniert auch das nicht, wird’s eben aggressiv in Form von Beleidigungen, Verkehrungen und Ablenkungen des Sachverhalts, etc..
          Ich bin hier in meiner knapp bemessenen Freizeit und es ist mir egal, wie „ihr“ emotional damit klarkommt.
          Dass es „eure“ nächste Instanz sein wird, mein angebliches Fehlverhalten mit angeblicher Gefährdung für das Fortbestehen der MI (also wieder die typische und natürlich vorhersehbare „Argumentation“) in Verbindung zu bringen – geschenkt, denn das war klar.
          Auch durch deine Wiederholung meiner angebliche Nähe zu „Unterschichtenprogrammen“ werdet „ihr“ nichts Näheres zu meiner Person herausfinden. Du kannst dich auf den Kopp stellen und mit dem Hintern Fliegen fangen, ich werde mich nicht für derartige Anspielungen rechtfertigen 🙂 Aber wer weiß, vielleicht dominiert R.G. ja die Massenmedien und „Ihr“ wißt es nur nicht 😉
          Und nein, ich werde hier gar nichts von Seiten sweethearts, dir und eurem Testdummie mit dem Wochentag einsehen und refelktieren. Wozu auch? LOL!!!!

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        • R.G. permalink
          27. Juni 2011 00:56

          Tsss. Ich glaube auch nicht, dass sweetheart Wert auf meine Entschuldigung legt. Die wollte nur austesten, wie ich reagiere, wenn sie Druck ausübt und herumheult. LOL, LOL!!!!!

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  9. 25. Juni 2011 09:58

    Auch von mir vielen Dank. Man lernt nie aus 🙂 und ich lerne in diesen Blogs (MI, fk, RS) staendig und viel. Apropos Linke: auch bei uns heillos zerstritten :-(. Und Revolution, da hat TS recht: immer beschönigt… Und Bakunin…hm, wasn mit Kropotkin? Die Anarchisten haben vielfaeltige Beziehungen zur Schweiz, Gysi auch :). Apropos Schweiz (brrr….SVP, Blocher, unser Erdoğan :-)): Neben Israel, Brasilien, naja, und den USA, eines der wenigen Beispiele für Nicht-Nationen (Jugoslawien ist mit reger deutscher Mithilfe schon hinüber). (Nation = ein Volk, ein Reich usw.). Über Blut nachdenken…….

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  10. dutschkee permalink
    25. Juni 2011 11:46

    Linker Antisemitismus zeichnet sich durch eine unbeschreibliche Ignoranz gegenüber dem Antisemitismus und seiner Geschichte aus. Im Kapitalismusbegriff der antiimperialistischen Linken hatte der Antisemitismus keinen Platz, weil dieser der dritten Periode der kommunistischen Internationale entsprungen ist. Georgi Dimitroff war ihr Autor. Faschismus wurde als Verschwörung des Finanzkapitals gegen die Massen begriffen. Die Linke griff auf die Faschismustheorie der 1930er Jahre zurück, eben auf die fritte stalinistische Periode der Komintern. Die linke revolutionäre Identität speist sich aus der Identifikation mit den diversen Befreiungsbewegungen der 1970er Jahre. Fälschlicherweise wird die PLO oder die Hamas als emanzipatorische Befreiungsbewegung empfunden.

    Der Wortkrieg innerhalb der Linkspartei ist zu begrüßen. „Der Arbeitskreis Shalom wurde gegründet, um die blinden Flecken linker Gesellschaftskritik – Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und regressiven Antikapitalismus – zu beleuchten und endlich der Kritik auszusetzen, der sie sich viel zu lange entzogen haben“ Ich erhoffe mir eine Stärkung dieses Arbeitskreises innerhalb der Linkspartei.

    http://www.ruhrbarone.de/lak-shalom-antisemitismus-antiamerikanismus-und-die-linke/

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  11. wwalkie permalink
    25. Juni 2011 13:27

    Ach Forenboy! Sie zitieren weiter unten wortwörtlich meine Antwort auf Koslowskis Kommentar zu meiner Rezension der Bloodlands. In dieser Antwort deute ich meine Unzufriedenheit mit einem nicht zu übersehenden Dahinplätschern der FC-Texte an, weshalb ich ja auch für den Retour Rainer Kühns plädiere. Der muss einfach aus diesem Blog für FC-Derivate heraus. Dann benimmt er sich auch besser.Interessanter wäre es sicher gewesen, wenn Sie auf die Rezension selber eingegangen wären. Aber gut.

    Zorn fühle ich jedoch in mir aufsteigen, wenn ich sehe, wie Sie den Vornamen Brechts schreiben: BertHold! Als erfahrener Pädagoge muss ich Sie bestrafen. Nein, auf die Finger gibt’s nichts! Keine Angst! Schon weil es das Netz überfordern würde. Ich be- und empfehle Ihnen deshalb die Lektüre der Gesammelte Gedichte Bertold Brechts. Das wirkt sich auch positiv auf Ihre Beiträge aus. Garantiert!

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    • 25. Juni 2011 13:42

      Ich vermute ja eher, dass viele die FC freiwillig verlassen haben und gegangen worden sind, gerade weil sie das Dahinplätschern dort gestört hat. Denn das Dahinplätschern ist von der Redaktion und vom Chef offenbar so gewollt – irgendwie (links?) eben. Kann ja sein, dass viele Schreiber dort unterfordert sind, wenn sie immer wieder dieselben Themen aufgreifen „müssen“: Islamophobie, Feminismus, Homosexualität, Ernärung, usw. Langweilig bis zum Geht-Nicht-Mehr.

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      • 25. Juni 2011 13:59

        Dahinplätschernde Langeweile und Unterforderung wirkt sich je nach „Charakter“ bekanntlich unterschiedlich aus. Meistens mit Verweigerung. Der eine haut ab, der andere wird polemisch, ein Dritter aggressiv. Wer in der FC nicht von bestimmten Grüppchen abhängig ist, wird dort sowieso nicht gelesen. Und Frauen müssen erstmal bei Magda schleimen. Wiederum andere, die sich nicht so gut wie Rainer und ein paar andere mit Dialektik, Adorno, Horki und Co. auskennen, sind dort doch auch nicht erwünscht, wie Ihre Schreiben hier beweisen, wwalkie. Grüppchenbildung ist in der FC erwünscht. Erwünscht sind dort Leute, die sich anpassen sollen an Gruppen. Das ist hier zum Glück nicht der Fall.

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        • 25. Juni 2011 14:46

          Diese „elitäre“ Grüppchenbildung „Salonlinker“ hat im Grunde eher damit zu tun, dass man ein wohlges Kuschelgefühl mit Gleichgesinnten ausleben kann – um sich selbst zu bestätigen. Andere Meinungen und Themen ertragen und hinterfragen soll in der FC doch gar nicht sein. Dass gerade das eine linke (Weiter-)Bildung bremsen kann, darauf kommt dort natürlich niemand.
          Im Grunde betreiben Sie auch indirekte Hetze gegen andere, wwalkie. Sie behaupten, RK passe nicht in die MI. Ich vermute durch Ihre Äußerungen, dass Sie eine gewisse Nähe zu RK pflegen, da er sich mit denselben Inhalten, um die auch Sie wissen, gut auskennt. Deshalb wollen Sie ihn auf ihre Seite zerren und machen andere indirekt schlecht. Ist das linke Gerechtigkeit? In meinen Augen nicht, denn das ist mehr als albern und kindisch. Ähnlich „arbeitet“ Weinsztein ja auch.

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      • 25. Juni 2011 15:25

        @goreflex, ich habe ein Geschenk für Dich, das H aus meinem BertHold für Deine Ernärung, dann hat auch wwalkie nix mehr zu meckern……..

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        • R.G. permalink
          25. Juni 2011 15:27

          Oh, danke 🙂 Hast du nicht zwei? Das andere könnte ich dann zum Holzfällen nehmen

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    • 25. Juni 2011 14:37

      @wwalkie

      Auch Sie schreiben Brechts Vornamen falsch: Richtig wäre Bertolt Brecht gewesen!!!

      Bei ihnen schmerzt das ganz besonders. Brecht stammte übrigens aus Augsburg und war also auch Bayer. Als erfahrener Linker muss ich Sie bestrafen. Nein, auf die Finger gibt’s nichts! Keine Angst! Schon weil es das Netz überfordern würde.

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      • wwalkie permalink
        25. Juni 2011 14:47

        Peinlich! Peinlich! Zur Strafe werde ich die Gesammelten Gedichte Bert Brechts lesen. Oder noch schlimmer: Ihre Beiträge.

        Trotzdem danke für die „Lektion“.

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        • 25. Juni 2011 14:59

          Und der Haifisch, ‚fletscht‘ die Zähne… *pfeifend, theoretisch radiohörend*

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        • 25. Juni 2011 15:01

          @wwalkie

          kein Problem, meinen Kommentar weiter unten, 25/06/2011 14:58, können Sie dann auch vergessen, den habe ich zu schnell abgeschickt.

          Grüße fidelche

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        • 25. Juni 2011 15:34

          @wwalkie, danke für die „Lektion“, allerdings konnte ich mein überflüssiges H aus ihrem BertHold an @goreflex als Ernärung-Ergänzung abgeben, aber was machen wir jetzt mit dem D aus Ihrem BertHold, und woher nehmen wir das fehlende T?

          Fragen über Fragen……..

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        • wwalkie permalink
          25. Juni 2011 15:50

          Und um das Ganze noch zu verkomplizieren. Bei Werner Mittenzwei, Das Leben des Bertolt Brecht, lese ich auf der Seite 9: „Der 10. Februar 1898 war in Augsburg ein milder Wintertag mit vereinzelten Schneefällen … An diesem Tag brachte die siebenundzwanzigjährige Sophie Brecht, geborene Brezing, verheiratet mit dem Kaufmann Berthold (!) Brecht, morgens halb fünf Uhr … ihr erstes Kind zur Welt. Die Eltern nannten es Eugen Berthold (!) Friedrich. So stand es auf dem Geburtsschein, den die Hebamme am darauffolgenden Tage in der Pfarrei der protestantischen Barfüßerkirche ausfüllte.“ Also hat eigentlich Forenboy Recht.

          Und wer war die Hebamme? wäre mit Bertolt Brechts Fragen eines lesenden Arbeiters zu eruieren. Die Hebamme war Anna Vogl, ohne – e. Diese Bayern!

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        • R.G. permalink
          25. Juni 2011 16:06

          Achtung, OT@wwalkie: „Schneefällen“, auch nicht schlecht vom Brecht. Irgendwie erinnert mich das gerade an „Erwartung“ von Schönberg. Falls die Hauptdarstellerin im Schneewald ein rotes Kleid trüge.

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        • 25. Juni 2011 16:06

          so kann es gehen @wwalkie, wenn man noch als Lehrer den Ober raus hängen lässt.
          Genau genommen haben also fidelche und ich Recht, nur Sie nicht……
          sowas aber auch.

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      • 25. Juni 2011 14:56

        Ich wollt’s ja nicht gesagt haben, Fidelche. Sonst heißt es dann wieder, ich sei Lehrer-Hasser und Krümelzähler, nur weil ich Ufo Theel ja auch mal ganz gerne berichtigt habe. Aber immerhin brüstet sich wwalkie nicht als Germanist und Profi, so wie Theel, sondern bezeichnet sich lediglich als „erfahrener Pädagoge“.

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    • 25. Juni 2011 14:58

      DER EINARMIGE IM GEHÖLZ

      Schweißtriefend bückt er sich

      Nach dem dürren Reisig. Die Stechmücken

      Verjagt er durch Kopfschütteln. Zwischen den Knieen

      Bündelt er mühsam das Brennholz. Ächzend

      Richtet er sich auf, streckt die Hand hoch, zu spüren

      Ob es regnet. Die Hand hoch

      Der gefürchtete S. S. Mann.

      Bertolt Brecht – Buckower Elegien – 1953

      gewidmet der „Qualitätscommunity“ incl. wwalkie und vor allem Henner Michels.

      PS: wwalkie, ich habe Bertolt Brechts „Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe“ (30 Bände) in meinem Bücherregal stehen und in jedem Band wird Bertolt mit „t“ geschrieben. Wenn Sie mal Brecht lesen würden, könnte sich das auch durchaus positiv für Sie auswirken. Vielleicht erkennen Sie sogar irgendwann einmal wie antisemitisch ihr „Freitag“ ist.

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      • 25. Juni 2011 15:09

        Der Einarmige nach dem Holzfällen. Wie die Axt im Walde. Genau SO und nicht anders geht es in der FC ab. Abha(c)ken.

        Gruß und Hack/Slash,
        goreflex

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      • 25. Juni 2011 15:45

        Also ich finde das lustig hier, zeigt es doch welche Reaktionen ein überflüssiges H in einem „Qualitätsforum“ auslösen kann, einschließlich erhellender Weiterungen.

        Ich stelle mir gerade vor, wie sich wwalkie immer noch in den Arsch beißt……doch, ganz schön lustig hier.

        Ich denke wir sind uns einig, dass Brecht ein HolDer Bert war, selbst wenn er wohl lebenslang auf die richtige Schreibweise seines Vornamens hinweisen musste.

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  12. 25. Juni 2011 13:31

    Danke für die Zusammenfassung. Anstatt froh zu sein, dass sich hier jemand die Mühe macht und zusammenfaßt mit Quellenangaben, wird in anderen Threads mal wieder mit Unterstellungen gearbeitet. Gerade Henner Michels aka Weinsztein als Wikipedia-Verlinker sollte sich doch freuen, wenn er die ganze Primärliteratur nicht extra durchackern muss. Und als Rentner hat man doch viel Zeit – anstatt hier und im Freitag nachts sinnlos zu „kommentieren“, könnte er sich ja mal ein paar Bücher bestellen. Kluge Menschen sind doch eigentlich aus intrinsischer Motivation heraus an Weiterbildung interessiert – so sagt es zumindest die Wissenschaft.

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  13. 25. Juni 2011 16:22

    intrinsisch? ehm oder identitaer? hihi. Ich mag Brechts Augsburg (und ich mag Rainer Kühn :-)). Bei BertolD hab ich auch gestudzt – weise aber hier net auf meinen Beruf hin hehe.

    Hier nochn Gedicht, auch für wwwalkie und den Henner:

    Brechts Frauen. Lehrstück

    Im Flug fast
    ein alter Lokschuppen
    Augsburg vorüber
    seit kurzem ist alles neblig
    was weiter als der

    In der Erinnerung scheint
    die Sonne
    schreibt Elisabeth Hauptmann
    Brechts Dramen
    während dieser seine anderen Geliebten
    kunstvoll equilibriert

    Auf der Tastatur des Empfindens spielt sich’s harmonisch
    gleich wie mit einer Machtmaschine

    Eine Sekunde in Richtung Zukunft
    grad jenseits der Gleisbaustelle
    stünde ein anderer Motor

    (versteckte Zeilen
    sind auch in Gedichten
    die lösende hier
    heißt Ohnmachtspumpe)

    Glotz nicht so säkular!

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    • 25. Juni 2011 16:36

      @hibouh, ist ja lieb von Dir, wenn Du mein inzwischen rehabilitiertes D so ganz klammheimlich in Deinem gestuDzt unterbringen wolltest, kannst es also wieder richtig schreiben………

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    • 25. Juni 2011 17:07

      Sehr schön Hibouh,
      wenn du Henner mal wieder trifffst richte ihm bitte Grüße von mir aus und Rainer Kühn mag ich auch.

      Grüße fidelche

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    • weinsztein permalink
      25. Juni 2011 20:11

      @hibouh

      Lieber Thomas,

      danke, dass Du das Gedicht auch für den Henner eingestellt hast.

      weinsztein

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  14. rammenigge permalink
    25. Juni 2011 16:31

    Als ehemaliger „Zeitblogger“, über Google kommend, lese ich nun seit geraumer Zeit hier mit und finde alles sehr interessant, wenngleich ich nicht mit allen Beiträgen und Kommentaren übereinstimme, so gestehe ich doch ein, hier sehr viel Neues und mir bisher Unbekanntes in Erfahrung gebracht zu haben und hoffentlich auch zukünftig zu bringen.

    Von daher gilt mein Dank allen hier Schreibenden.

    K.R.

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  15. wwalkie permalink
    25. Juni 2011 16:34

    @ Forenboy, 16h06. Ich kann damit leben.

    Geben’s zu, dass da mal ein -h- im Namen Eugen Berthold Brechts war, wussten wir drei nicht (oder hatten‘ s vergessen), und dass er tatsächlich mal mit -d endete, wusste fidelche auch nicht, ich natürlich, doch dann hat er mich verunsichert – nein, ich war bis zu Ihrem Doppelfehler, der keiner war, was wir alle aber noch nicht wussten (Sie sowieso nicht, da Sie Ihre Schreibweise für richtig hielten), und von dem ich nur einen erkannte, den zweiten eher unbewusst übernahm, in der Meinung, zwei Konsonantenfehler in einem berühmten Vornahmen, einem leichten zumal, kann es doch gar nicht geben, beim Zitieren immer von einem Bertolt mit -t ausgegangen. Immerhin hat mich dieser Lapsus (mit p? mit b?) dazu gebracht, die wirklich gut geschriebene Biographie von Mittenzwei überBertolt (mit -) Brecht noch einmal zu lesen, der eigentlich einer meiner Ober-Lehrer war (und ist?).

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    • 25. Juni 2011 17:02

      @wwalkie

      Da muss ich wieder mal widersprechen. Ich wusste natürlich schon was in Brechts Geburtsurkunde stand: „Eugen Berthold Friedrich Brecht“. Dazu muss man nicht mal Mittenzwei lesen, das findet man auch unter Wikipedia. Brecht wurde von seinen Eltern Eugen genannt, er wählte seinen Rufnamen Bertolt erst später. Ich war schon einige Male im „Brechthaus“ in Augsburg, weiß dass man Geburtsnamen ändern kann und bestehe deshalb weiterhin unmissverständlich auf die richtige Schreibweise: Bertolt Brecht!

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      • wwalkie permalink
        25. Juni 2011 19:45

        Sehen Sie, das ist der Unterschied. Ich schaue erst in meinen Büchern nach, Sie bei Wikipedia.

        Davon abgesehen: In der Namensgeschichte Bertolt(h) Brechts spiegelt sich nicht nur die deutsche Sprachgeschichte wider. Auf das „TH“ sollte 1898 nicht verzichtet werden, und als es kurze Zeit später auf den Sprachmüll geworfen werden sollte, wurde dafür gesorgt, dass es den Untertanen im THRON erhalten blieb. Und glauben Sie mir, Mittenzweis Biographie (mit h) muss man nicht lesen, sollte man aber. Die ist einfach gut.

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      • 25. Juni 2011 23:14

        @wwalkie

        Ich schrieb, “Dazu muss man nicht mal Mittenzwei lesen, das findet man auch unter Wikipedia“ Damit wollte ich zum Ausdruck bringen, dass der Geburtsname Brechts kein großes Geheimnis ist. Im Normalfall sehe ich auch in meinen Büchern nach. Die Mittenzwei Bände habe ich übrigens auch gelesen:

        „Die Spiele der Jungen in der Bleistraße unterschieden sich nicht von denen anderer Kinder. Eugen besaß wie jedes Kind Bleisoldaten. Im Sommer, vor allem aber im Herbst, wenn die Kastanienbäume ihr Laub abwarfen, war die große Zeit der Indianerspiele.“
        Werner Mittenzwei – Das Leben des Bertolt Brecht oder der Umgang mit den Welträtseln – Band 1 – Seite 25

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  16. 25. Juni 2011 16:44

    aber @wwalkie, wollten Sie mich verein Nahmen? Weil ich es (unbewusst) richtig schrieb, wusste ich….. aber das H im berühmten Namen können Sie gerne behalten.

    Schön, dass wir darüber gesprochen haben.

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    • weinsztein permalink
      26. Juni 2011 01:17

      Großartig,
      @ArschMitOhrenBoy !

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  17. 25. Juni 2011 17:35

    Zu eurer Diskussion weiter oben, Tiefscharf und Fidelche:

    Die Frage ist mE nicht, ob man die sog. »Finanzwirtschaft« kritisieren »darf«, sondern ob man überhaupt einen Unterschied machen sollte zwischen der »Finanzwirtschaft« und der meist so genannten »Realwirtschaft«.

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    • 25. Juni 2011 17:52

      @J-AP
      das ist richtig was du schreibst, J-AP. Durch die jahrzehntelangen Verflechtungen von „Finanzwirtschaft“ und „“Realwirtschaft“ ist die Frage nach den „Heuschrecken“, den Auffanggesellschaften usw. anders zu stellen. Mir ging es in dem Artikel, „Die Linkspartei, der „Freitag“ und ihr antisemitischer Antizionismus“, um den antisemitischen Gehalt der Trennung von „bösen“ Finanzkapital und „gutem“ Produktionskapital, wie diese bereits von der NSDAP unterschieden wurden. Für diese regressive Kapitalismuskritik sollten zumindest Linke nicht anfällig sein, was ich leider im „Freitag“ so nicht feststellen konnte. Siehe Blog und Kommentare von „Proudhon, Gesell, Feder, Marx und die regressive Kapitalismuskritik“

      Grüße fidelche

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      • 25. Juni 2011 18:16

        Ich pflichte Dir völlig bei, Fidelche.

        Das ist ja ein weiterer, aber sehr wesentlicher Punkt in der elend langen Liste der Mißgriffe, mit denen sich sämtliche kurrenten Kapitalismuskritiker mittlerweile zugerüstet haben: die Unterscheidung in Finanz hie und Produktion da ist mE hinfällig und war es von Anfang an, denn Marx selbst unterscheidet beispielsweise zwischen Fabrik- und Handelskapital, aber eben nicht kategorisch (so wie das Schwadroneure heute zu tun pflegen, die die Produktion hochleben lassen und die Spekulation verteufeln), sondern bezeichnet sie richtigerweise als Bewegungsform des Kapitals: keine Produktion ohne Handel und nichts davon ohne Geld. Deshalb hat der Klassiker auch das Kapital kritisiert und nicht, wie heute, es erst in tausend Unterfraktionen auseinandergelegt und damit abgespalten, um die eine gegen die andere abzuwiegen.

        Diese Unterscheidung ist es, die die Folie abgibt für das »raffende« und das »schaffende« Kapital — das zieht sich von Altvater (‚tschuldigung, Rainer!) über Wagenknecht bis hin zu Lafontaine durch und ist Partei-, Akademie- und Kongreßlinken um nichts auf der Welt auszutreiben.

        Statt den Fehler solcher theoretischen Identifizierungen aber zu bemerken, lastet man den Widerspruch, der sich ergibt, kurzerhand dem Gegenstand selber an: bei Altvater heißt das »Omas Nähmaschinenkapitalismus« — das klingt so heimelig und herzerwärmend, daß es einem gar nicht mehr in den Sinn kommen mag, daß in der Fabrik überhaupt jemals soetwas wie Ausbeutung stattgefunden haben könnte — und bei Wagenknecht eben »sinnvolle Produktion«, als hätte sich das Kapital beim Produzieren jemals an irgendetwas anderes gehalten als eben den Profit, den sie alle beim »Spekulanten« als besondere Niederträchtigkeit wähnen.

        A Kreiz is‘, sog i.

        Grüße!

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        • 25. Juni 2011 19:07

          So ist es, j-ap! Wortschöpfungen wie „Turbokapitalismus“, „Raubtierkapitalismus“ u.ä. zielen genau darauf ab, jemandem die Schuld zuweisen zu können, ohne den „sakrosankten“ Kapitalismus kritisieren zu müssen und den Eindruck zu erwecken, als gäbe es ohne diese „raffgierigen Abweichler“ einen krisenlosen Kapitalismus mit menschlichem Antlitz! Wer das glaubt, leidet an mentaler Atrophie und hat nicht verstanden, wie das Kapitalismusgefährt mit seinem Konkurrenz- und Wachstumsmotor funktioniert! Ohne Reparaturen, Unfälle und Totalschäden ginge es auch bei langsamerer Fahrt nicht.

          lg LL

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      • 25. Juni 2011 18:42

        J-AP, was wäre passiert, wenn ein Banker vor einigen Jahren keine „Lehmann Papiere“ gekauft hätte und seine Bank dadurch nur am Jahresende zehn satt zwanzig Prozent Gewinn gemacht hätte. Hätte er seinen Posten behalten, wäre seine Bank übernommen worden? Was wäre, wenn es in einer Wirtschaftszone keine Aktiengesellschaften geben würde? Was wäre, wenn eine Bank keine oder wenig Zinsen zahlen würde? Was wäre mit diversen Firmen geschehen, wenn es keine Auffanggesellschaften gegeben hätte? Was wäre wenn „Bretton Woods“ (goldhinterlegter US-Dollar) 1973 nicht aufgegeben worden wäre? Wo hätte das Kapital angesichts einer gigantischen Überproduktionskrise Mitte der Siebziger Jahre bis heute seine Renditen machen können, wenn nicht in den „Finanzmärkten“? Was wäre die Alternative gewesen, außer einem weltweiten Krieg?

        Hierbei geht es um Fragen über Gesetze und Probleme des Kapitalismus, nicht der „Finanzwirtschaft“. Ursache und Wirkung sollte nicht verwechselt werden!

        Übrigens, das gespendete Defizit wird immer größer und wird vermutlich nicht mehr zurückzuholen sein. Das führt von einer Krise in die andere und zur Vermehrung des Finanzvolumens. Gibt es eine Alternative zu Gremlizas „Reformeuro“?

        A Kreiz is’, sog I a.

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        • 25. Juni 2011 20:48

          Ich kann Dir sogar genau sagen, was mit Bankern passiert, die nicht zwanzig, sondern »nur« zehn Prozent Performance abstauben: Die fliegen hochkant raus, und zwar ohne viel Trara.

          Es ist nämlich in dieser Branche üblich, daß zum Ende eines Quartals sortiert wird: Da wird vom Backoffice eine Statistik über die Depoterträge der Prop Trader (das sind die, die mit dem Kapital der Bank handeln und nicht mit Kundengeldern; ich war mal so einer) angefertigt. Die obere Hälfte der Ränge kann bleiben, die untere Hälfte fliegt einfach raus. Das ist ein Grund für die hohe Personalfluktuation bei den Börsianern (der andere ist, daß den Streß dort selten jemand länger als ein paar Jahre aushält und dann entweder die schwarzen Essensmarken bestellt oder halt aussteigt, so wie ich).

          Irgendwann schreibe ich tatsächlich noch einmal die biographischen Notizen, die erhellen, wie es zuging, daß ich damals unter die »Spekulanten« geriet. Und ich weiß nicht, ob sich jemand, der das nicht selbst erlebt hat, vorstellen kann, was das für ein Gefühl ist, wenn man an einem Freitag die Uni mit einem lachenden (ganz passabler Abschluß) und einem weinenden Auge (Schulden bis über beide Ohren) verläßt und am Montag darauf bei einer Bank im Büro sitzt und gesagt bekommt: Da hast Du mal 100 Millionen £ in Anleihen — jetzt mach mal.

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        • sweetheart permalink
          25. Juni 2011 23:46

          Hallo, Josef!
          So ähnlich war das vielleicht („Da hast Du mal .. – jetzt mach mal.“), als das Land NRW, auf einmal vor dem Geldberg von Pensionsrückstellungen stand, die es seit einigen Jahren von Gehältern und Pensionen einbehält.

          Sie hätten’s Dir geben sollen, selbst mir wär‘ nicht die schlechteste Wahl gewesen, und selbst der Sparstrumpf wär‘ nicht schlecht gewesen.
          Wem sie’s gegeben haben, weiß ich nicht und Einzelheiten kann ich eben nicht suchen, weil alle Internet-Verbindungen 100 Jahre benötigen,
          jedenfalls ging sehr viel Geld in Richtung Griechenland – und da wird’s nun auch bleiben.

          Vielleicht war ja die ehemals so stolze West-LB „diejenige welche“ – die nun selbst „unter miliardenschwerer Beteiligung der Steuerzahler“ abgewickelt wird, wobei von 4 700 Mitarbeitern wohl nur ein paar hundert einen Job behalten werden.
          Meine örtliche kleine Sparkasse, deren Kundin ich bin, ist bei der Neuordnung mit 2,7 Millionen dabei. In den letzten Jahren hat sie die WestLB, der sie wohl keine Träne nachweint, ca. 45 Millionen gekostet.
          Zur Frage der Auswirkung auf die Sparkassenkunden sagt der Chef:
          „Die sind an keiner Stelle betroffen.“
          Vielleicht glaubt er das ja sogar!
          Ich habe den Eindruck, es war mal wieder ein teurer Tag für mich – wobei
          diese Internetverbindungen im Schneckentempo aber aktuell weit nerviger
          sind. (Und daß ich erst nach der Renovierung endeckt habe, daß ich eine weitere Tür hätte verbreitern können und sollen.)

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  18. 25. Juni 2011 19:21

    Doch auch wenn ich weiß, wie`s läuft, wie Menschen ausgebeutet werden, sich in Abhängigkeiten befinden, welcher Druck auf die schwächsten Glieder des System ausgeübt wird u.s.f, verstehe ich die Flickschusterei am kapitalistischen System bis zum Ende, an der naturgemäß der eigentliche Haupt-Nutznießer, der Kapitalist, mehr beteiligt werden sollte. Ehrlich gesagt, habe ich keine Lust zu erfahren, was los sein könnte, wenn`s zusammenbricht!

    lg LL

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    • sweetheart permalink
      25. Juni 2011 23:58

      „Ehrlich gesagt, habe ich keine Lust zu erfahren, was los sein könnte, wenn’s zusammenbricht!“

      Erfahren würd‘ ich’s vielleicht schon ganz gern, @Louis Levy – dabeisein weniger!

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  19. 26. Juni 2011 11:08

    An dieser Stelle mal wieder ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Wahrnehmung die Sicht vernebeln kann, wenn man sie nur „richtig“ interpretiert:

    Freitagsschreiberin Rahab merkt an:
    „was ich noch sagen wollte ….
    die präsenz von muslimen of all three +x sexes gestern hier
    transgenialercsd.wordpress.com/tcsd-2011/
    konnte mal wieder alle möglichen vorurteile über den haufen werfen…“

    Ich war ebenfalls auf dem TSCD und habe die kleine Gruppe gesehen, die vermutlich aus Menschen besteht, die im Iran bereits an einem Strick am Baukran hängen würde. Auf diese Art und Weise den Islamismus freisprechen zu wollen, ist wie ein Schlag ins Gesicht jener, die in den Kernländern des politischen Islam unter ihm und seinen Sittengesetzen leiden.

    Aber um die eigene krude Sicht zu untermauern, ist einigen Zeitgenossen jedes Mittel Recht. Auf die gleiche Art hätte man auch den Nationalsozialismus freisprechen können, wenn damals 20 Deutsche in New York skandiert hätten, sie würden Juden mögen. Selbst wenn, hätte das natürlich nichts am Problem geändert, es wären Einzelmeinungen gewesen und geblieben. Der Rückschluss auf den Rest jedoch wäre damals so pervers gewesen, wie er es heute noch ist.

    Aber so tickt man im Qualitätsmedium eben…

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  20. ForenBoy permalink
    26. Juni 2011 14:14

    @ fidelche, Und wieder greift DIE LINKE voll ins Klo mit einem Beitrag von Charlotte Ullmann Mitglied im Landesvorstand Die Linke-Hessen:

    „Die augenblicklichen Antisemitismus-Vorwürfe der herrschenden Medien gegen die Linke sind mehr als widerlich.

    Da wird Kritik an Israels Politik gleichgesetzt mit Antisemitismus, ein, logisch gesehen, widersinniges Verfahren.

    Denn dann müssten alle, die Kritik an Israels Politik verüben, antisemitisch sein, sogar die linken Juden selbst, Teile der israelischen Bevölkerung, auch Obama oder der Spiegel (vom 30.5.11), den man wirklich nicht mehr für links halten kann……….

    Deshalb hat Gysi anschließend auch wieder zurück gerudert und Kritik an Israel explizit als nicht antisemitisch erklärt. Das war das Mindeste. Aber eigentlich müsste die Resolution wieder zurückgenommen und eine andere verfasst werden.

    http://j.mp/lUPvUW

    Ja, das sind doch mal wieder klare Ansagen, die den Antisemitismus innerhalb der LINKEN mehr als deutlich machen, und das ist mehr als widerlich!

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    • ForenBoy permalink
      26. Juni 2011 15:20

      und noch ein vergessener Link: http://j.mp/jZaQ2X

      „Die Politik der israelischen Regierung darf, sie muss sogar offen und klar kritisiert werden – aber nicht von Antisemiten, die sich als Antirassisten kostümieren.“

      ist auch meine Meinung.

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  21. ForenBoy permalink
    26. Juni 2011 15:39

    neuestes Beispiel, das fidelches Blog bestätigt:

    http://j.mp/imEaPS

    ebertus schrieb am 26.06.2011 um 15:06
    Hallo @Alien59,

    dieses (Ver)schweigen im medialen Mainstream dieses unseres Landes war ein Anlaß für diesen Blog. Eine Art von Zensur, die schlimmstenfalls noch durch die schlußendlich erwartbare, tendenziöse Berichterstattung ergänzt werden wird. Kullernde Krokodilstränen ob der unter Umständen zu konstatierenden Opfer – die ja im Grunde selbst schuld sind – werden das bigotte Credo darstellen.

    Inhaltlich ist dabei (aus meiner Sicht) noch relativ wenig gesagt, verstecke ich mich erst einmal hinter Hannah Arendt und Moshe Zuckermann…

    Die Busenfreunde von Uwe Theel sind sich einig!

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    • ForenBoy permalink
      26. Juni 2011 16:16

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    • sweetheart permalink
      26. Juni 2011 16:35

      … und eine hier bekannte untote Userin der FC steuert u.a. diesen Link bei:
      http://www.zeit.de/2011/26/Antisemiten, wo sie auch bereits kommentiert hat und vermutlich auf rege FC-Beteiligung hofft.

      Ob Mariam Lau hier mitliest?

      In den heutigen Nachrichten wurde berichtet, daß heute die Kreisverbände der LINKEN tagen und daß das Thema „Antisemitismus“ auf der Agenda steht.
      Es ist kein mediales Nischenthema mehr – DIE LINKE muß sich stellen.

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  22. 26. Juni 2011 19:30

    Die griechische Protestbewegung sucht nach Schuldigen!

    In Konkret 7/2011 wurde der Journalist Wassilis Aswestopoulos interviewt. Auf die Frage; Wie würden Sie die Protestbewegung charakterisieren, antwortete er:“Sie selbst bezeichnen sich als unpolitisch. Man könnte sagen es handelt sich um eine Bewegung griechischer Wutbürger. In ihren Statements spielt allerdings Antisemitismus eine gewichtige Rolle. Die Menschen wenden sich explizit gegen das „Finanzjudentum“ und machen dem jüdischen Finanzkapital zugeordnete Firmen wie Goldmann Sachs für die Krise und deren Folgen verantwortlich. Diesen Antisemitismus gibt es auch auf Seiten der Linken. Dabei handelt es sich um Gruppierungen, die beispielsweise auch die Gaza-Hilfsflotte unterstützten. …“

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  23. 26. Juni 2011 20:46

    Schlimme Worte und dumme Floskeln

    Aber sein wir doch einmal ehrlich. Wir können die durchaus vorhandenen Auswüchse des Kapitalismus nicht kritisieren und die Finanzwirtschaft dabei außen vor lassen. Das funktioniert einfach nicht, denn das eine bedingt des anderen. Ein paar Beiträge weiter oben klang an, dass die Manager der Institute gar keine andere Wahl hatten, als auf den zu erwartenden Blasen mitzuschwimmen, um die gewünschten Gewinne realisieren zu können. Das ist richtig und dennoch bleibt es falsch. Man muss Goldmann-Sachs kritisieren, wie man die Deutsche Bank oder auch die Rating-Agenturen kritisieren muss. Ebenso sind Gewinne via Ticks an den Handelsplätzen und rein virtuelle Werte und Wetten zu kritisieren – und zwar unabhängig davon, ob die Wettenden nun Juden, Christen, Moslems oder Ungläugibe sind. Alles andere sind Stellvertreterdiskussionen und sie agieren mit dem jeweils politisch Unkorrekten. Die Mehrheit der Händler von Wertpapieren in beispielsweise Frankfurt sind keine Juden. Demnach ist es auch völlig idiotisch, permanent die Brücke zwischen Finanzmarkt und Antisemitismus zu bauen. Wie muss sich da ein jüdischer Bäcker vorkommen?

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    • 27. Juni 2011 09:53

      @Tierscharf,
      An meinem Kommentar vom 26/06/2011 19:30 mit den Aussagen einiger in der griechischen Protestbewegung, wird deutlich was verkürzte Kapitalismuskritik für eine Funktion hat. Sie soll ablenken von den tatsächlichen Verursachern der Krise. Das Abladen der Schuld auf einen Sündenbock soll die Grundsatzfrage verhindern: Hat sich der Kapitalismus zu Tode gesiegt? Goldmann-Sachs und die Deutsche Bank sind kleine Teile des Systems. Ausklammern muss man überhaupt nichts, wichtig ist das Ganze im Überblick zu halten. Neben den spezifischen griechischen Problemen, greifen in der Griechenlandkrise die kapitalistischen Gesetzte: durch den gemeinsamen Euro kann Griechenland seine Wirtschaft nicht vor stärkeren Wirtschaftsnationen schützen, der Starke wird immer stärker, der Schwache immer schwächer, Exportüberschuss vor allem Deutschlands, auch auf Kosten der Schulden Griechenlands, die griechischen Arbeiter und sozial Schwachen zahlen die Zeche, die Reichen leben weiter wie bisher, usw.

      Im Prinzip reicht es aus, einmal Monopoly gespielt zu haben, um die Regeln des Kapitalismus zu verstehen. Wer die Schlossalle und die meisten Immobilien hat, gewinnt.

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      • 27. Juni 2011 10:19

        D’accord. Dem möchte ich auch nicht widersprechen. Sündenbockrhetorik möchte ich auch gar nicht betreiben, nur eben vor lauter Big-Picture-Blick auch nicht die Komponenten vergessen. Ich denke, man muss möglichst vorbehaltlos Beides tun – das große Ganze, aber auch seine Teile beobachten und hinterfragen.

        Was Griechenland un den Euro betrifft, war das vorhersehbar – weil manche Dinge eben doch so kommen, wie sie müssen. In der Griechen-Rolle befinden sich auch in Deutschland immer mehr Menschen, weil eben – wie Du es richtig anführst – die Schwachen die Zeche zahlen. Fatal an dieser Entwicklung ist übrigens auch, dass immer mehr Menschen in die Position der Schwachen gedrängt werden, damit sich die Profite der Starken in aller Ruhe maximieren können. Es verhält sich immer gleich, das System. Die Frage ist aber, wie es zu ändern wäre und dann kommen wir unweigerlich eben „auch“ wieder zu den Banken und Versicherungen, natürlich auch zu deren Kunden, uns, die wir in ein System gezwungen werden – nach dem Motto: Friss oder stirb.

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      • ForenBoy permalink
        27. Juni 2011 10:58

        Dabei sollte man auch die übeln Auswüchse wie die Nazi-Vorwürfe in Richtung Deutschland nicht unterschlagen, die sogar noch von DER LINKEN in Person von Gysi und seinem präparierten Schauspielhündchen bei Maischberger mit unterlassenen Reparationszahlungen nach dem 2.Weltkrieg erklärt wurden.

        Man darf doch bei allem richtigen und falschen Umgang mit der Lösung des „Problems“ nicht aus den Augen verlieren, dass die Hauptgründe für die Zustände in Griechenland bei den Griechen selbst, und da hauptsächlich in der korrupten Administration begründet sind. (Ursache und Wirkung gilt auch dort)
        Solange sich da nichts ändert (und das ist nicht erkennbar) sind alle Maßnahmen (egal ob richtig oder falsch) wirkungslos wie ein Fass ohne Boden.

        http://j.mp/kQSJsP

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      • 27. Juni 2011 14:21

        @Tiefscharf
        Gut hier sind wir uns einig. Wie gesagt an der Griechenlandkrise sind nicht die Banken nicht schuld, die bekommen deswegen vielleicht nur weniger Gewinne. Die Hedgefonds sind auch nicht schuld an der griechischen Krise. Die Griechen brauchen günstige Kredite und einen Schuldenerlass, damit es ein paar Jahre weitergehen kann. Wer diesen Schuldenerlas bezahlt ist scheinbar noch offen. Alles ist nur ein Aufschub auf Zeit.

        Das Problem ist die Überproduktionskrise, und die Widersprüche des Kapitalismus. Demnächst wird es eine Währungsreform geben, den „Reformeuro“ oder „Nordeuro“ und den „Südeuro“, was ich in meinem Proudhon Blog mittels Gremliza bereits vor einem Jahr prognostiziert habe. „Bürger Fro“ hat das bis heute nicht kapiert.

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      • 27. Juni 2011 14:28

        @Forenboy
        Ich habe Gysi bei Anne Will gesehen, mit diesem Börsenmenschen war er nicht so schlecht. Sicher sind viele Probleme hausgemacht. Fakt ist, dass die sozial Schwachen die Zeche bezahlen werden, wie es im Kapitalismus eben exakt immer so abläuft. Gut, Reparationszahlungen hat es nun mal keine gegeben. Ich weiß nicht wie hier das Gezeter wäre, wenn es umgekehrt wäre.Deutschlands Exportüberschuss wurde auch mit den griechischen Schulden finanziert, auch das ist Fakt.

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        • 27. Juni 2011 14:52

          @fidelche, das ist doch alles weitestgehend unstrittig, trifft aber nicht den Kern, um den es mir ging: die unhaltbaren Zustände in den griechischen Behörden und die damit verbundenen Weiterungen.

          Außerdem ging es darum, den von Dir eingebrachten Antisemitismus im griechischen Widerstand um den Nazivorwurf zu ergänzen.

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        • 27. Juni 2011 15:02

          @fidelche, also, um es in einem Satz zu sagen: da wird wohl aus allen Rohren in alle Richtungen gefeuert, aber leider ohne die Einsicht, dass das Problem bei den Schützen und ihrer eigenen Administration liegt.

          Was jetzt geschieht ist hilfloses Laborieren an den Symptomen, nicht aber an den Ursachen.

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        • 27. Juni 2011 15:25

          @Forenboy,
          sicher wird nur laboriert, die Milliardenhilfen werden wenig nutzen. Die Milliardenhilfen bringen einen kurzen Aufschub. Das Schulden- Problem haben auch Portugal, Italien Spanien und einige andere Länder der EU. Auch die deutschen Schulden sind nicht von Pappe. Das kapitalistische System steht am Abgrund, es geht nicht nur um Griechenland, wo es derzeit am engsten ist. Lohndumping, Druck auf die sozial Schwachen wird in der EU seit langem praktiziert. Die Frage ist, wie lange geht das gut. Was passiert wenn Griechenland aus der EU fliegt und die Drachme wieder einführt? Glaubst du die starken Wirtschaftmächte wie Deutschland werden dann dort hin noch viel verkaufen?

          Gremliza schrieb im Januar 2009:
          „Warum haben sich die Bourgeoisien aller Länder mancher Warnung zum Trotz ein Bereicherungssystem geschaffen, dessen Bankrott viele Millionen Menschen ins Unglück stürzen würde? Sie haben es getan, weil sie es konnten. Und warum veranstalten sie den Showdown jetzt? Weil keine Gefahr besteht. Nirgends eine Kraft in Sicht, die reinen Tisch machte mit den Bedrängern und das Heer der Sklaven weckte. Mag sein, es gibt noch drei Kommunisten in Nowosibirsk, zwei in Floridsdorf und einen in Altona. Mit ihnen lässt sich fertig werden. Was also ist es, das der interessierte Zeitgenosse in diesem Winter erlebt? Da die Verhältnisse sich seit der Geburt des Kapitalismus geradezu vulgärmarxistisch verhalten, folgt einem Aufschwung, in dem der Private sich den Profit aneignet, ein Abschwung, in dem die Gesellschaft die Verluste trägt, in Geld oder Leben. Das Nähere regelt der Staat. Besonders brauchbar dazu galt früher der Krieg. Vom Patriotismus besoffene Massen machen ihre Enteignung zum Kinderspiel. Nachdem der Weltkrieg von 1914 bis 1918 Leichen aufgehäuft hatte, deren Zahl künftigen Generationen eine Wiederholung wenig attraktiv hätte erscheinen lassen, ersann der Ökonom John Maynard Keynes ein paar Jahre später einen Ersatz: Der Staat solle die Abschwünge mit gepumptem Geld bremsen und seine Kredite im Aufschwung wieder einsammeln. Eine hübsche Idee, mit nur einem Denkfehler: Die vom Wohl-wollen der herrschenden Klasse – in der Demokratie: der Bourgeoisie, in der Diktatur: der Partei – lebenden Politiker können das gespendete Defizit zu keinem Zeitpunkt zurückholen. Das führt von Abschwung zu Abschwung zu einer Vermehrung des Finanzvolumens, die jener der Karnickel gleicht.“
          Weiterlesen auf: „Proudhon, Gesell, Feder, Marx und die regressive Kapitalismuskritik“

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  24. 27. Juni 2011 16:00

    @Forenboy & Tiefscharf
    Gewinne werden privatisiert und Verluste werden sozialisiert, egal ob dies bei den Bankenverlusten war und ist oder bei den Stromerzeugern war und ist. Die Kosten für die AKW-Forschung, die AKW-Risikovorsorge und Entsorgung des Atommülls trägt der Steuerzahler. Die Gewinne von EON erhält der Aktionär, so funktioniert Kapitalismus seit es ihn gibt.

    Aber wir entfernen uns vom Thema Antisemitismus der Linkspartei und des Freitag. Wenn es meine Zeit erlaubt, werde ich demnächst hier entweder über „Gysi, Havemann und die DDR“ oder die „Grünen“ oder „die aktuelle Wirtschaftskrise“ ein Blog schreiben. Wer will kann das auch übernehmen und an die Redaktion ein entsprechendes Mail mit seinem Gastbeitrag schreiben.

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    • 27. Juni 2011 17:01

      @fidelche, ich sah das auch mit dem Entfernen vom Thema, deshalb war mein Einwurf nur dem Kontext zu Gysis Bemerkung in Sachen Nazibeschimpfung im Zusammenhang ausgebliebenen Reparationszahlungen als Fraktionsvorsitzender der LINKEN zu verstehen.
      Ich wollte nicht vom Thema abschweifen.

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  25. Richard M. permalink
    27. Juni 2011 17:22

    1968 verbreitete das „Neue Deutschland“ in dem Artikel „Verbrecherisches Vorhaben“, Israel plane die massenhafte Sterilisierung von Arabern. 1973 schrieb das „Neue Deutschland“ Israel werfe als Kugelschreiber und Spielzeug getarnte Bomben über Ägypten ab. Die „Junge Welt“ schrieb vom Organhandel der Israelis mit vorher entnommenen Organen aus palästinensischen Kindern.

    Bereits in Haft begrüßten Ulrike Meinhof und Horst Mahler den Anschlag des „Schwarzen September“ auf die israelische Olympiamannschaft als mutiges Kommando auf die zionistischen Soldaten die in München als Sportler auftraten.

    Die Lernprozesse der Linken sind augenscheinlich noch nicht abgeschlossen, wie die Ansichten in der Linkspartei und die, der mir bisher unbekannten, Wochenzeitung „derFreitag“ demonstrieren. Per Google, „antisemitischer Antizionismus“, bin ich auf diesen Blog gestoßen. Mein heutiger Besuch hier wird nicht der letzte gewesen sein.

    Chapeau!

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    • 27. Juni 2011 19:04

      Vielen Dank Richard M.!
      Das „Neue Deutschland“ ist im Vergleich zur „Jungen Welt“ und zum „Freitag“ mittlerweile eher gemäßigt bezüglich der Nahostfrage, aber natürlich immer noch auf dieser Linie schwimmend.

      Grüße fidelche

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  26. ForenBoy permalink
    27. Juni 2011 18:12

    Linke will Israel-Gegnern den Rücken stärken

    „Die linksradikale (???) Zeitung „Junge Welt“, Hausorgan der vornehmlich aus dem Westen stammenden Fundamentalisten in der Linkspartei, hat die Diskussion zur „Kampagne“ erklärt, mit der sich die Reformer an ein künftiges rot-grünes Bündnis anbiedern wollten.

    Relativierung des ersten Entwurfs

    Damit relativiert der Entwurf zum Teil einen Fraktionsbeschluss vom 6. Juni, in dem eine klare Abgrenzung vom Antisemitismus vorgenommen wurde. Er hatte den Aufruf enthalten, sich weder an Boykottaufrufen noch an der diesjährigen Gaza-Flottille zu beteiligen. Der Beschluss war einstimmig gefasst worden; allerdings hatten nach heftigen Diskussionen zuvor Abgeordnete den Raum verlassen und nicht mitgestimmt. Teilnehmern der Sitzung zufolge soll Gysi indirekt mit Rücktritt gedroht, wenn der Beschluss nicht gefasst würde.

    Die Linken-Parlamentarierin Annette Groth, die im vergangenen Jahr an der Gaza-Flottille teilgenommen hatte, nannte die Abstimmung hinterher „undemokratisch“ und „gefährlich“. Der Beschluss sei nur „durch großen psychologischem Druck“ zustande gekommen.

    Vertreter des Reformer-Flügels sehen im neuen Entwurf nun einen Kotau der Fraktionsführung vor den Israel-Gegnern in der Linken. Intern haben einige von ihnen bereits deutlich gemacht, dem neuen Papier nicht zustimmen zu wollen. Eigentlich sollte dieses am heutigen Montag dem Fraktionsvorstand vorgelegt und auf der Fraktionssitzung am Dienstag offiziell beschlossen werden.

    Doch nach Informationen von „Welt Online“ wird hinter den Kulissen heftig diskutiert, ob es überhaupt einen zweiten Beschluss geben sollte.

    „Die Stimmung in der Fraktion ist auf einem Nullpunkt angelangt“, sagt ein Abgeordneter über die Kontroverse. Von Sachthemen ist bei der Linken schon seit Wochen keine Rede mehr. Die Zerreißprobe geht weiter.“

    http://j.mp/mSWuh1

    Ob die Partei die Zerreißproben überlebt, darf immer mehr bezweifelt werden.

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    • ForenBoy permalink
      27. Juni 2011 18:33

      und als Ergänzung ganz „druckfrisch“:

      http://j.mp/k0OHto

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    • 27. Juni 2011 22:46

      @Forenboy ich wiederhole hier noch mal meine Frage an dich:

      Was soll die Linkspartei deiner Meinung tun?

      Dieser „Verein Jüdische Stimme“, Zuckermann, Avnery, die israelische Linke und die überwiegende Mehrheit des „Freitags“ kritisieren auch den Beschluss der Linkspartei (gegen antiisraelische Boykottmaßnahmen, gegen islamitische „Free-Gaza-Flotten“, gegen die „Einstaatenlösung“). Zuckermann, Avnery und die israelische Linke sind bei Boykottmaßnahmen gegen Israel dabei und fordern auch diese. Die nationalbolschewistische „Junge Welt“ ist auf derselben antisemitischen Schiene.

      Ich bin der Meinung , wer die abgewandelte Form von „Deutsche wehrt euch kauft nicht beim Juden“ unterstützt und fordert ist Antisemit, wer mit islamistischen, rechtsradikalen, Israelhassern auf „Free-Gaza-Flotten“ gegen Israel fährt ist Antisemit, wer heute die „Einstaatenlösung“ fordert ist Antisemit, egal ob er Zuckermann, Finkelstein oder Al Husseini heißt.

      Bist du auf der Seite von Zuckermann, der Jungen Welt und des Freitags oder ist der aktuelle Beschluss der Linkspartei ok?

      Du musst dich nun entscheiden, entweder du kritisierst den Antisemitismus der Linkspartei oder du kritisierst den Beschluss von Klaus Ernst (der nicht weit genug geht).
      Beides gleichzeitig geht nicht!

      Gespannt auf deine Antwort, entweder hier oder hier
      fidelche

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      • 27. Juni 2011 23:54

        @fidelche, als Berater einer Partei stehe ich nicht zur Verfügung, am allerwenigsten für die Partei DIE LINKE, die für mich ein Trojanisches Pferd ist.

        Das Thema Israel interessiert mich sehr viel weniger als Dich, wobei ich positiv anerkenne, wie viel Herzblut Du dafür verwendest.
        Deine Haltung ist mir dennoch zu sehr polarisierend, ich kann dieses entweder oder überhaupt nicht.
        Ich weiß auch viel zu wenig, um mich da fest zu legen.

        Mich berührt dann doch eher so eine Geschichte wie die eines palästinensischen Vaters, dessen kleiner Sohn von israelischen Soldaten getötet wurde, und der dann die Organe seines Sohnes zur Transplantation für israelische Empfänger frei gab.

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  27. sweetheart permalink
    28. Juni 2011 00:10

    Ich möchte, nachdem ich nun (mit kurzen Auslassungen) den ganzen Thread erneut mit Interesse gelesen haben, etwas zu einem weiteren Land der EU anmerken, das mich mindestens ebenso erschreckt wie das gähnende Geldfaß ohne Boden in Griechenland.

    Es geht um Ungarn.

    Über die italienische Regierung bin ich nun schon seit längerem entsetzt, weiter könnte ich nun Sarkozy kritisieren, das, was von Belgien übrig ist und einiges mehr an den Staatsführungen wie Staatsbürgern (da flippt @j-ap schon wieder aus!), die mit mir in dem gemeinsamen Boot Europa sitzen.
    So recht interessiert mein Unmut in Brüssel oder den Haag erstaunlicherweise niemanden – es geht alles irgendwie weiter, und nun unter ungarischem Vorsitz.
    Die massive Einschränkung der Pressefreiheit in Ungarn gleich zu Beginn (komm‘ eben nicht ins Netz um genaue Daten zu googlen) fand letztlich nur am Rande mediale Beachtung, aber wohl auch deswegen nicht, weil keine Resonanz aus der Bevölkerung kam, z.B. ausgehend von den größeren Foren, die von den TV-Themensuchern regelmäßig abgegrast werden.

    Erschüttert hat mich in dem Zusammenhang der Artikel „Zurück zu den Hunnen“ der gebürtigen Ungarin und Publizistin Krisztina Koenen in der WELT vom 11. Juni des Jahres.
    „Ungarn verabschiedet sich von der Aufklärung“ schreibt sie.
    „Das Gedankengut der Aufklärung, Rationalität, Intellektuelle und Wissenschaft haben es heute schwer in Ungarn. Boden, Blutsbande, Symbole von Stammeszugehörigkeit, empfundene mythische Wurzeln scheinen das einzig Wahre gegenüber dem wissenschaftlichen Firlefanz zu sein. Alles Irrationale, Esoterische, je dunkler umso besser, wird freudig aufgenommen, ganz so, als sei ein Volk darüber erleichtert, endlich nicht mehr rational denken zu müssen. Wenn Aufklärung die Entzauberung der Welt war, so findet in Ungarn gerade eine Rückverzauberung statt. Aber es ist ein böser Zauber, denn sowohl im Inneren als auch in der Außenwelt lauern viele Feinde, um das Verderben über das Land zu bringen. Das sollen sein: Juden und Zigeuner, Slowaken, Rumänen, die Konzerne, da Finanzkapital, der IWF und oft auch die EU, Liberale, Linke, verdorbene Intellektuelle. Das mythologisierte Ungarn ist eine belagerte Festung und so mutiert – um nur ein Beispiel zu nennen – ein Disput mit dem IWF, der immerhin zusammen mit der EU zur Rettung des Landes vor dem Bankrott 2009 zwanzig Milliarden Euro beigesteuert hat, zu einem Befreiungskampf – in der Tradition der Landesverteidigung gegen fremde Besatzer wie Türken und Österreicher.“

    Ich empfehle die Lektüre des gesamten langen Artikels – diesmal ohne link – in dem es später heißt:
    „Seit seiner Machteroberung tut Orbán mit einer Ausnahme das, was er versprochen hat. Er hat eine starke, zentralisierte, autokratische Regierung geschaffen, die fast alle Fesseln der demokratischen Institutionen losgeworden ist. Diese sind entweder entmachtet oder mit eigenen Parteigängern besetzt worden, oder beides, wie im Falle des Verfassungsgerichts. Die versprochene Volksgemeinschaft, eine ‚Gemeinschaft der Ungarn‘, entsteht aus den Gesunden und Leistungsstarken, gefördert wird vor allem die obere Mittelklasse. Die Regierung betreibt ’social engineering‘ in großem Maßstab, eine Umverteilung von Unten nach Oben, mit dem Ziel, eine neue stark national gesinnte Elite zu schaffen, die persönlich von Orbán, der Fidesz und dem von ihnen geführten Staat abhängig ist. Orbán verachtet die internationale Finanzwirtschaft, eine Ansicht, die bei den auch privat schwer verschuldeten Ungarn sehr beliebt ist.“

    Ich hab‘ mir Europa immer anders vorgestellt gehabt.

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    • sweetheart permalink
      28. Juni 2011 08:22

      Hier der link.
      http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article13424870/Zurueck-zu-den-Hunnen.html
      und gleich auch ein weiterer zu „Hungarian Voice“, einem Blog, in dem der Artikel heftig kritisiert wird und eine kontroverse Diskussion entfacht:
      http://hungarianvoice.wordpress.com/2011/06/13/krisztina-koenen-in-der-welt-zuruck-zu-den-hunnen/

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    • 28. Juni 2011 08:57

      @sweetheart

      mit Zustimmung gelesen.

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  28. 28. Juni 2011 08:27

    Nicht nur die Ungarn (die übrigens mit den Türken trotz „Erbfeindschaft“ verwandt sind) leben in Teilen mehr und mehr ihren Antisemitismus aus, auch in vielen anderen Laendern (Schweiz, Frankreich, Italien, Holland, Beligen – na klar, sweetheart -, Daenemark, vom Baltikum und dem Balkan net zu reden, grassiert die neue schamlose Judenfeindschaft. Die ehrwürdigen Richtungen „links“ und „rechts“ bieten da auch keine „Orientierung“shilfe mehr (hehe, Orient). Insgesamt scheint das Zeitalter der „Aufklaerung“ noch nicht abgeschlossen, um es einmal milde auszudrücken (selbst Aufklaerer, siehe Voltaire, sind vor Rassismus net gefeit). Der Ausdruck „irgendwie“ links ist in diesem Zusammenhang in seiner ganzen Hilflosigkeit zu sehen. Klar sollten alle „Linken“ zusammenstehen, aber wie? Selbst in kleinsten Kreisen und sehr guten Foren wie MI sind reaktionaere Dummköpfinnen und lernunfaehige Blogger vorzufinden. Die Welt, wie sagt es noch der Saenger?, „reisst von der Leine“. Was tun? Nicht aufgeben.

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  29. 28. Juni 2011 08:58

    @hibouh
    „Selbst in kleinsten Kreisen und sehr guten Foren wie MI sind reaktionaere Dummköpfinnen und lernunfaehige Blogger vorzufinden.“

    Das ist schon richtig, aber ich sehe es wie du: Was tun? Nicht aufgeben!

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  30. 28. Juni 2011 09:05

    Danke für die links, sweetheart. Habe mal Teile aus dem Welt-Artikel herauskopiert, danach nur wenige Worte ersetzt, und treffend passt es auch auf unser Land. Jaja, ich weiss, ich mit meiner Türkei. Will aber damit zeigen, wie identisch viele Entwicklungen zur Zeit verlaufen:

    „….Wie damals ist Ungarn auch heute ein Land, das in zwei Jahrhunderten zugleich lebt. Das idealisierte bäuerliche Land des schlichten und gesunden Lebens, der Hort der Volksweisheit hat noch nie existiert. Weite Teile des ungarischen Landes verharren heute noch im 19. Jahrhundert. Dort ist man oft bitterarm (vor allem in den von Sinti und Roma bewohnten Gebieten), sowohl geistig als auch körperlich immobil und wenig gebildet. Die Hauptstadt Budapest dagegen lebt im 21. Jahrhundert, mit all ihren bunten modernen Lebensweisen, den Künstlern und Fremden, dem Luxus und den Moden, und mit ihrer Toleranz für fast alle Verrücktheiten. Die meinungsprägende Schicht von Budapest ist liberal, ein bisschen links und ein wenig vom Antikapitalismus infiziert, aber immer noch westlich orientiert, den meisten der neuen Gedanken gegenüber aufgeschlossen. Zwei Welten in einem Land……

    …am Ende sprach Orbán vor und nach den letzten Wahlen von einer „Revolution in den Wahlkabinen“, die er in eine Reihe mit 1848 und 1956 stellte. Auch wenn die Fidesz-Partei nicht die Gründerin der berüchtigten Ungarischen Garde, einer marodierenden Bande von Rassisten und Gewalttätern, war, bereitete sie gedanklich und praktisch den Boden, auf dem diese entstehen konnte. Sie sah tatenlos zu, wie der Geist des Antisemitismus und des Rassenhasses gegen Sinti und Roma aus der Flasche gelassen wurde, wie beide zu unbeanstandeten Teilen der öffentlichen Rede wurden…“

    „….Wie damals ist die Türkei auch heute ein Land, das in zwei Jahrhunderten zugleich lebt. Das idealisierte bäuerliche Land des schlichten und gesunden Lebens, der Hort der Volksweisheit hat noch nie existiert. Weite Teile des türkischen Landes verharren heute noch im 19. Jahrhundert. Dort ist man oft bitterarm (vor allem in den von Sinti und Roma, Lazen, Tscherkessen, Tataren und Assyrern bewohnten Gebieten), sowohl geistig als auch körperlich immobil und wenig gebildet. Die Metropole Istanbul dagegen lebt im 21. Jahrhundert, mit all ihren bunten modernen Lebensweisen, den Künstlern und Fremden, dem Luxus und den Moden, und mit ihrer Toleranz für fast alle Verrücktheiten. Die meinungsprägende Schicht von Istanbul ist liberal, ein bisschen links und ein wenig vom Antikapitalismus infiziert, aber immer noch westlich orientiert, den meisten der neuen Gedanken gegenüber aufgeschlossen. Zwei Welten in einem Land……

    …am Ende sprach RTE vor und nach den letzten Wahlen von einer ‚Revolution in den Wahlkabinen‘, die er in eine Reihe mit 1923 und 2007 stellte. Auch wenn die AKP nicht die Gründerin der berüchtigten Grauen Wölfe, einer marodierenden Bande von Rassisten und Gewalttätern, war, bereitete sie gedanklich und praktisch den Boden, auf dem diese entstehen konnte. Sie sah tatenlos zu, wie der Geist des Antisemitismus und des Rassenhasses gegen Sinti und Roma aus der Flasche gelassen wurde, wie beide zu unbeanstandeten Teilen der öffentlichen Rede wurden…“

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  31. Richard M. permalink
    28. Juni 2011 16:27

    Ich habe einige der Artikel und Kommentare hier gelesen, alles sehr gut, recht und schön. Ihren Optimismus um die Linkspartei kann ich nicht teilen. Dieser Optimismus grenzt an Naivität. Die Linkspartei wird sich niemals in ändern, sie wird antisemitisch bleiben.

    Inge Höger, die ist nicht nur mit dubiosen Schals bekleidet, die fuhr nicht nur mit den antisemitischen Free-Gaza Schiffen. Als Vorsitzende des Herforder Kreisverbandes hat sie einen Antrag abgelehnt den Neubau einer Synagoge zu bezuschussen, als Begründung nannte sie die marode Lage des Herforder Haushaltes. Kurz zuvor hat sie die Bezuschussung eines kurdisch-jesidischen Kulturzentrums massiv gefördert und unterstützt. Höger ist nur ein Beispiel. Die Linkspartei wird sich nie ändern, alles andere ist weltfremd.

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    • 28. Juni 2011 16:59

      das sehe ich genau so @Richard……..

      „Der Antisemitismus ist unvergänglich“

      http://j.mp/jkG8ZL

      ein sehr aufschlussreiches Interview mit dem Sohn des jüdischen Schriftstellers Stephan Hermlin und LINKE-Mitglied Andrej Hermlin.

      Besonders interessant die historischen Ausführungen aber auch:

      ——————————————————————–
      Gregor Gysi hat versucht, das Thema in der Linksfraktion im Bundestag mit einem Antisemitismus-Beschluss einzufangen.
      ——————————————————————-
      Ich halte das für einen politischen Fehler. Denn man muss vor einer solchen Beschlussfassung wissen, auf wen man sich überhaupt verlassen kann, und ob sich das, was man beschließt, auch durchsetzen lässt. Nun gibt es in der Fraktion zumindest eine große Minderheit oder vielleicht sogar eine Mehrheit von radikalen Israel-Kritikern, die anderer Meinung ist.

      Wahrscheinlich gibt es dort auch einige Antisemiten. Jedenfalls hat sich auch ein nicht unerheblicher Teil der Fraktion der Abstimmung entzogen. Das war ein katastrophales Signal. Der Anstoß einer Debatte wäre sinnvoller gewesen. Wir haben in der Linken ohnehin die Tendenz, dass über die wirklich wichtigen Dinge nicht gesprochen wird, sondern Nebenkriegsschauplätze eröffnet werden. Jetzt ist auch noch Gysi, die einzig verbliebene moralische Autorität in dieser Linkspartei, beschädigt.

      ——————————————————————
      Der will jetzt noch einen Beschluss zu Israel herbeiführen.
      ——————————————————————-
      Ja. Jetzt soll es wieder in die andere Richtung gehen. Das ist nur noch absurd. Wenn ich als Orchesterchef so agieren würde, wären meine Musiker schnell auf und davon. Das Krisenmanagement der Führung ist, gelinde gesagt, nicht sehr professionell.

      ———————————————————————–
      Parteichef Ernst sagt: Wer bei den Linken antisemitische Sprüche klopft, muss mit harten Konsequenzen rechnen. Müsste man sich nicht wirklich mal von Leuten trennen?
      ———————————————————————–
      Ich bin in der Frage des Antisemitismus sicherlich ein Vertreter der harten Linie: Jemand, der das Existenzrecht Israels als läppisch bezeichnet, sollte nicht das Recht haben, bei den Linken zu sein. Aber ich bin nur einfaches Mitglied dieser Partei.

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    • 28. Juni 2011 18:38

      @ Richard M.
      Da stimme auch ich zu. Mir ist schon klar, dass sich vermutlich wenig ändern wird, innerhalb der Linkspartei. Trotzdem erachte ich den Beschluss gegen „Free-Gaza-Flottilie“, gegen die antisemitische „Einstaatenlösung“ und gegen die antisemitischen Boykottaufrufe für einen bemerkenswerten Schritt, den ich der Linkspartei vor einem Jahr noch nicht zugetraut hätte. Vor einem Jahr ist „Bak Shalom“ von der Parteispitze ausgelacht worden, als ähnliche Forderung gestellt wurden. Immerhin gibt es nun eine Diskussion, wenn sie auch noch so unbefriedigend geführt wird.

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  32. sweetheart permalink
    28. Juni 2011 19:08

    STOLPERSTEINE – Steine des Anstoßes
    http://www.stolpersteine.com/

    Vor kurzem las ich, daß der Kölner Bildhauer Günter Demnig in finanziellen Schwierigkeiten ist, bzw. in solche kommt, weil das Finanzamt die Stolpersteine, die er vor Häusern, die vormals enteigneten, vertriebenen, ermordeten Juden gehörten, mit deren eingravierten Namen zum Preis von 100 Euro verlegt (mit oder ohne Verlegung, weiß ich nicht mehr genau), nicht als Kunst betrachtet, sondern als eine schlichte Dienstleistung, die mit dem normalen, nicht dem reduzierten Mehrwertsteuersatz zu berechnen sei. Infolgedessen gibt es Nachforderungen an Demnig in erheblicher Höhe.
    Im derzeitigen Umzugschaos finde ich den Zeitungsauaschnitt vielleicht doch noch, in dem das etwas genauer benannt wurde – aufgehoben hatte ich ihn, um hier davon zu schreiben, weil ich schockiert von dieser Entscheidung war, zu der ich aber noch keinen medialen Aufschrei vernommen habe.
    Googlend hab‘ ich nix dazu gefunden, aber anderes!
    Solches, das man eigentlich ungern verlinkt – ich denke dabei auch an die Diskussion zu diesem Artikel – das man aber vielleicht doch verlinken sollte, weil man sich als Normalleser sonst doch nur schwer vorstellen kann, was da alles im Netz aufzufinden ist. Und weil solche Seiten doch noch einmal eindrucksvoll unterstreichen, daß hier nicht umsonst gegen Antisemitismus angeschrieben wird.

    Also:
    hier hat man sich der Idee von Demnig bemächtigt und seinen Titel „Stolpersteine“ pervertiert und entblödet sich nicht in der Überschrift der Platform – ausgerechnet! – Broder zu zitieren.
    „Vergangenheitsbewältigung und Kohle“
    http://www.stolpersteine.net/
    Man hat fix ausgerechnet, der „geschäftstüchtige Künstler“ stehe in Erwartung von „600 Millionen EUR“:
    „Folgt man der noch gültigen Opferzahl, ergeben sechs Millionen Steine das hübsche Sümmchenvon 600 Millionen EUR.“
    Das heißt, um diese Form des Gedenkens und den Künstler zu diskreditieren, ist man sogar kurz bereit eine Zahl von „6 Millionen“ zu denken!
    Gruselt’s Euch, gruselt’s Sie auch?

    Genauso widerlich ist das hier:
    http://de.altermedia.info/general/abt-es-jedem-menschen-recht-getan-judische-stolpersteinkritik-13-03-11_62057.html
    „Natürlich“ hat man „jüdische Kritik“ an den Stolpersteinen gefunden, die darauf zurückgeführt wird, „daß Demnig den Verdienst aus diesem inzwischen recht lukrativ gewordenen Geschäft allein einstreicht, ohne den Zentralrat oder dessen örtliche Satrapen finanziell zu beteiligen.“

    Na, geht’s noch!?

    Dann dieses vielleicht noch:
    Man entdeckt, so heißt es, n diesen „politisch überkorrekten Zeitzeugnissen eine gute Möglichkeit auf eigene Art und Weise ‚Zivilcourage‘ zu zeigen, in dem man solche Steine kurzerhand für sich selber in ‚Dieter Graumann‘- oder „Stephan -J. Kramer‘-Fußabtreter umwidmet und den besten Freund des Menschen sein Geschäft darauf verrichten läßt. Dinge die in einigen Gegenden schon zum regelrechten Volkssport geworden sein sollen.“

    Ich häng‘ mich dann jetzt erst mal über die Kloschüssel!
    —————————————————

    Zum Schluß habe ich dann doch noch einen aktuellen Artikel zum Thema gefunden:
    http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Unterstuetzer-empoert-Stolpersteine-von-Gunter-Demnig-sind-keine-Kunst-mehr-_arid,268091_regid,1_puid,1_pageid,113.html

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  33. 28. Juni 2011 20:25

    kurz zitiert:

    Die Israel-Debatte der Linkspartei offenbart den kläglichen inneren Zustand der Fraktion. Vor allem der linke Flügel hat auf Gysis Versuch, die Grenzen der Israel-Kritik zu ziehen, mit haarsträubenden Unterstellungen reagiert. Die Pragmatiker würden die Schoah benutzen, um die Linkspartei regierungstauglich zu machen und die eigenen Reihen zu disziplinieren, hieß es dort. Daran ist alles falsch – vor allem von Regierungstauglichkeit kann bei der Linkspartei im Bund derzeit keine Rede sein.

    Die Linkspartei hatte die Chance, eine Nahost-Debatte zu führen, die auch für das Publikum interessant hätte sein können. Stattdessen kreist sie um sich selbst. http://j.mp/iul3ak

    Der Parteilinke Andrej Hunko schrieb in einem Facebook-Eintrag, dass „Gysi der Arsch auf Grundeis geht, weil der rechte Flügel mit Spaltung der Partei droht.“ Die Rechten, so Hunko, würden mit dem Israel-Beschluss die Partei „auf SPD-Grüne-Linie schießen“ und 2013 eine „Regierungsbeteiligung um jeden Preis durchzusetzen.“
    Annette Groth, die letztes Jahr an der Gaza-Flottille teilgenommen hatte, urteilte dass dieser Beschluss die internationale Solidarität „in beschämender Weise aufkündigt“. Die Pragmatiker, die Gysis Initative unterstützen, kritisierten vor allem diesen Stil. Inhaltlich hatte in der Fraktionssitzung Gysi niemand vom linken Flügel widersprochen – doch danach hagelte es Unterstellungen.

    Zu der zweiten Fassung, die heute diskutiert wurde:

    Die Linkspartei werde weiterhin die Blockade des Gaza-Streifens, Verletzung der Menschenrechte und die israelische Siedlungspolitik kritisieren.

    Raju Sharma, Schatzmeister der Linkspartei und Bundestagsabgeordneter, wollte diesem Beschluss nicht zustimmen. „Dieser Text ist offenkundig eine Relativierung des ersten Beschlusses“, so Sharma zur taz. Gysis Versuch, die überbordende Israel-Kritik in der Linkspartei einzuhegen sei damit „missglückt“. Dies zeige auch Annette Groths Aufruf, an der diesjährigen Gaza-Flottille teilzunehmen. Das Verhältnis der beiden Lager war noch nie so angespannt wie derzeit. http://j.mp/l6CYKI

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    • 29. Juni 2011 11:09

      @Forenboy

      Wie bereits erwähnt, der Beschluß war nur ein erster Schritt. Welchen Gegenwind schon dieser erste Schritt auslöst ist „schön“ zu beobachten.

      Über das „unheilbar gute Gewissen“ schreibt Lizas Welt:

      „..Dabei zeigt schon die Erklärung selbst, dass diese Dichotomie falsch ist. Denn die Nichtbeteiligung an Diskussionen über eine Einstaatenlösung, an antiisraelischen Boykottaufrufen und an der Gaza-Flotte bedeutet noch lange nicht, dass man diese antisemitischen Aktivitäten auch bekämpft, sondern lediglich, dass man sich aus ihnen heraushält…“

      http://lizaswelt.net/2011/06/22/das-unheilbar-gute-gewissen/

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      • 29. Juni 2011 13:50

        lieber fidelche, ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du meine Kommentare und Links auch in Gänze zur Kenntnis nähmest:

        das was Du als „ersten Schritt“ bezeichnst, ist schon wieder aufgehoben und war, wie oben zu sehen, Schnee von gestern (abend), da es einen neuen! Beschluss gibt:

        Dem neuen Beschluss stimmten am Dienstagabend nach Angaben eines Fraktionssprechers 45 Abgeordnete zu. Es gab 6 Nein-Stimmen und 11 Enthaltungen. Laut Beschluss ist es gerechtfertigt, Israel wegen der Gaza-Blockade, der „völkerrechtswidrigen Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten“ sowie der „Weigerung der israelischen Regierung, konstruktiv an einer Zweistaatenlösung mitzuwirken“, zu kritisieren.

        „Es ist nicht hinnehmbar, wenn einer derartigen Kritik an der Politik der israelischen Regierung mit dem Vorwurf des Antisemitismus begegnet wird“, heißt es in dem Papier weiter. „Wir werden nicht zulassen, dass Mitglieder unserer Fraktion und Partei öffentlich als Antisemiten denunziert werden, wenn sie eine solche Politik der israelischen Regierung kritisieren.“

        „Wir werden als Linke weiterhin die Politik der israelischen Regierungen gegenüber den Palästinenserinnen und Palästinensern öffentlich kritisieren, wann immer dies wegen deren Völker- und Menschenrechtswidrigkeit notwendig ist“, heißt es darin unter anderem.

        http://j.mp/itqaa1

        Der Beschluss ergänzt eine vor drei Wochen verabschiedete Erklärung, die für viel Unmut in der Fraktion gesorgt hatte. Darin heißt es unter anderem: „Wir werden uns weder an Initiativen zum Nahost-Konflikt, die eine Einstaatenlösung für Palästina und Israel fordern, noch an Boykottaufrufen gegen israelische Produkte noch an der diesjährigen Fahrt einer ‚Gaza-Flottille‘ beteiligen.“

        Einige Parlamentarier fühlten sich dadurch bevormundet, 10 bis 15 von insgesamt 76 Abgeordneten boykottierten die Abstimmung. Dem neuen Beschluss stimmten am Dienstagabend nach Angaben eines Fraktionssprechers 45 Abgeordnete zu. Es gab 6 Nein-Stimmen und 11 Enthaltungen.
        http://j.mp/mm0Klc

        Das heißt doch im Klartext, dass mehr als ein Viertel der Abgeordneten auch dem aufgeweichten neuen Beschluss NICHT zugestimmt hat.!

        Man beachte auch den Trick in der verräterischen Formulierung in Sachen Ein- oder Zwei-Staatenlösung!!!!

        Im ersten Beschluss wollte man verbieten, für eine Ein!-Statenlösung zu werben, im zweiten Beschluss will man sich die Kritik an der mangelnden Mitwirkung Israels an einer Zwei!-Staatenlösung nicht verbieten lassen!

        Für mich sieht das nach Taschenspielertricks aus, denn
        darf jetzt wieder die Ein-Staatenlösung gefordert werden?
        Darf jetzt wieder boykottiert, oder dazu aufgerufen werden?
        Darf man jetzt wieder Schiffstouren „free Gaza“ buchen?

        Fragen über Fragen.

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      • 29. Juni 2011 14:25

        @Forenboy
        Du wirst doch wohl nicht behaupten wollen, dass die Diskussion in der Linkspartei über linken Antisemitismus nun beendet ist. Der ohnehin zu lasche Beschluss wird nun verwässert, das ist richtig und war vorhersehbar. Habe ich irgendwo etwas anderes behauptet?

        Ich gehe davon aus, dass die Linkspartei nun noch mehr unter Druck kommt, spätestens wenn Annette Groth beim nächsten Narrenschiff wieder mitfährt.

        Ich bin schon der Auffassung, dass doch wohl ich hier derjenige bin, der den Antisemitismus der Linkspartei und der Linken im Allgemeinen, mit vielen Argumenten belegt habe und das nicht erst seit ein paar Wochen, sondern seit Jahren. Dazu kommt, dass meine Kritik von „links“ kam und kommt, ich messe die Linke an ihren eigenen Ansprüchen, die auch ich mir zu Grunde legte und lege. Die Allianz des antisemitischen Spießer-Stammtisches mit den Barrikaden ist wider die Natur. Es gibt keinen ehrbaren Antisemitismus. Wer mit mir die Linkspartei wegen ihres Antisemitismus kritisieren will, muss meine Kritik kennen und diese zumindest im Grundsatz teilen.

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        • 29. Juni 2011 14:54

          @fidelche, wenn Du von einem „ersten Schritt“ schreibst, dann impliziert das doch Fortschritte in die kritisierte Richtung und nicht Rückschritte, wie jetzt schon wieder geschehen.

          Und wenn man Kritik in der Sache übt, dann dürften die Intentionen dafür doch keine Rolle spielen, jedenfalls sehe ich das so.

          Ich muss mich doch nicht mit anderen Kritikern und deren Beweggründe im Klaren sein, oder mich gar mit ihnen abstimmen, bevor ich selbst Kritik übe.

          Also kritisiere ich auch ohne dich weiter, nichts für ungut.

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        • 29. Juni 2011 16:15

          @Forenboy
          Ich habe ab Januar 2010 im Freitag über linken Antisemitismus einige Blogs initiiert, mit insgesamt über 1000 Kommentaren. Antisemitismus innerhalb der Linken und innerhalb der Linkspartei wurde von 99 Prozent der Kommentierenden bestritten und ich wurde aufs Übelste beschimpft. Ein Beschluss wie ihn die Linkspartei vor kurzem verkündet hat, war damals undenkbar. Von dir habe ich übrigens nicht viel über linken Antisemitismus im „Freitag“ gelesen. Berichtige mich wenn ich etwas übersehen habe. ich gebe zu mich nach meinem Rauswurf nicht mehr viel mit den „Neuen“ beschäftigt zu haben. Mich hat die Freitagsredaktion auch wegen meiner Kritik am linken Antisemitismus aus der Community geworfen, obwohl ich niemanden beleidigt habe, aber ich im Gegensatz dazu permanent, unter dem Schutz von Kosok und Co., beleidigt wurde.

          Von daher sehe ich den Beschluss als etwas Neues in der Linkspartei, wohl wissend, dass er wieder verwässert, vielleicht sogar zurückgenommen und sich letztendlich wenig ändern wird, aber immerhin. Aber immerhin!! Leute wie Uwe Theel, ein Linksparteimitglied im „Freitag“, einer meiner wortgewaltigsten Gegner in dieser Frage, wird durch diesen Beschluss der Linkspartei mit Sicherheit zum Nachdenken gekommen sein und das ist doch schon einmal etwas. In meinem Bekanntenkreis sind auch einige Linkspareimitglieder, die mir in letzter Zeit bemerkenswert viele Zugeständnisse machen. Ich gebe mich auch mit sehr kleinen Schritten zufrieden. Die Aufklärung in Europa hat auch etwas länger als nur ein Jahr gedauert.

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  34. 29. Juni 2011 17:03

    @fidelche, hier der neue Beschluss: http://j.mp/jF7YPP
    und hier ein Fernsehbericht dazu: http://j.mp/l6Mgq4

    und noch ein paar andere Stimmen: http://j.mp/mFiMFb

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  35. 29. Juni 2011 17:27

    @wenn man also genau hinsieht, ist es noch ärger als bisher gesagt:

    von den 76 Abgeordneten sind 14 erst gar nicht zur Abstimmung erschienen.
    Von den 62 erschienen haben nur 45 Abgeordnete dem Beschluss zugestimmt, also 31 Abgeordnete nicht!

    Dieses Verhältnis lässt Böses ahnen, wenn es darum geht, das Existenzrecht Israels wie geplant in das neue Grundsatzprogramm aufzunehmen, das Existenzrecht Palästinas hingegen nicht.

    Man kann also nach diesen Zahlen von zwei fast gleich großen Gruppen sprechen, und nicht von einer Minderheit, die Gysi die Gefolgschaft verweigert.

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    • 29. Juni 2011 20:23

      Ja, das sind Mehrheitsverhältnisse, wandernde. Wandernd durch aufklärerischen Austausch und wandernd auch durch Medioideolokratie und diplomatischen Druck. – Man kann sich denken, durch welches humane Mittel Grenzübertritte ohne kriegerische Absicht und unterdrückte Aggression möglich sind. Kurz: Zahlen sind nichts als Fakten, sie müssen interpretiert werden. Wir sind hier nicht beim Focus. – Für meinen Teil: Ich bin erst mal froh über eine :: diskutierte Mehrheit :: fürs Humane, Vernünftige.

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      • 29. Juni 2011 21:29

        @Rainer, dazu zwei Stimmen aus der LINKEN:

        1.“Die WählerInnen warten weiter gespannt auf den fabelhaften Plan in der Linken zur “Ein-Staaten-Lösung” (Schreibweise Groth), den Superhirn-Höger, Paech (“die deutsche Bundesmarine sollte gegen Israel’s Seeblockade eingesetzt werden”), Groth, Dierkes, Buchholz und GenossInnen dringend zur weiteren Klärung der Angelegenheit der Öffentlichkeit vorlegen sollten.
        Eine klärende Vorstellung in der Öffentlichkeit kann doch nicht so schwierig sein, weil sich diese GenossInnen seit Jahren offensichtlich mit nichts anderem beschäftigen! Hinsichtlich der Aufmerksamkeit in den Medien bzgl. der außenpolitischen Ziele der Linken kann es sicher auch keinen besseren Zeitpunkt geben.
        WählerInnen wollen wissen, welche außenpolitischen Ziele eine Partei nach Wahlen verfolgt und selber bewerten, über wieviel Restverstand Politikerinnen noch verfügen!
        Genug der Phrasendrescherei, wie sieht der Plan aus, der in der Linken diskutiert wird?!!!“

        2.“Wer glaubt mit diesem Beschluss seien die Probleme gelöst, der irrt sich gewaltig. Ich habe im Moment nur wenig Kontakt zur Fraktion, aber ich weiss dass er so nur durch immensen internen Druck zustande gekommen ist. Dies wird sich mittelfristig rächen.

        Eine inhaltliche Diskussion mit dem entsprechenden Zeitrahmen gab es für beide Beschlüsse nicht. Diesbezüglich teile ich die Kritik auch am ersten Beschluss. Der Versuch von MdB Nord mehr Zeit für eine Diskussion zu finden, wäre sinnvoll gewesen.

        Mümmel hat vollkommen recht, wenn er sagt:

        “Ich sehe aber schon kommen, dass je nach Façon nur einer der beiden Beschlüsse wie eine Monstrans vor sich hergetragen werden wird und dei Gefolgschaft der anderen Monstranz als Ketzer beschimpft.”

        Wobei ich dies eher für die Fraktion der Israelhasser, die natürlich nie welche waren, sehe.

        Die ungelösten Fragen bleiben dennoch die gleichen:

        Warum haben viele Mitglieder der Linken eine solch pathologische Fixierung auf Israel? Unterstellt man, was ich so nicht teile, dass Israel ein Unrechtsstaat wäre, dann ist dies eine Sache. Das gehört dann kritisiert. Aber erstaunlich ist doch das die Politik z.B. von Saudi-Arabien, gegen die selbst die heftigste Kritik an Israel vergleichweise lächerlich ist, mit keinem Wort erwähnt wird. Es geht bestimmten Leuten hier im Landen offensichtlich nur um die Fokusierung aus Israel. Warum nur?

        Ich finde es unerträglich, ob mit Beschluss und oder ohne, dass Saudi Arabien Frauen defakto versklavt, Steinigungen an der Tagesordnung sind, Homosexualität unter Todesstrafe steht. Das der Iran sich damit brüstet homosexuellenfrei zu sein, da man dort über 6000 (!) ermordet hat.

        Und was sagt Buchholz, Marx21 und Co dazu? KEIN EINZIGES WORT!

        Stattdessen: Israel, Israel, Israel! Hier wird nicht nur mit zwei unterschiedlichen Maßstäben gemessen – hier wird menschenverachtende Politik betrieben – und die im Namen der Linken.

        Israel hingegen achtet, mit Widersprüchen, die Rechte von Frauen und Homosexuellen. Prozesse wegen Übergriffen auf Frauen oder Homosexuellen wurden in Israel so gut wie immer entsprechend bestraft. Israel hat ein erhebliches Problem im Umgang mit den Palistinensern, man kann die Auffassung vertreten, dass Israel den Friedensprozess verzögert, die Lage der Palis ist humanitär nicht akzeptabel. Dies macht das Verhältnis zur aktuellen Politik von Israel sehr kompliziert, Abt. Licht und Schatten – aber es ist etwas GRUNDSÄTZLICH anderes als der Film der in Saudi-Arabien oder im Iran abläuft. Daher verbietet sich die besonders schlechte Behandlung und Aussonderung von Israel.

        Der Skandal um die Beschlüsse ist der, dass die grundsätzlichen Probleme nicht gelöst wurden.

        Und wenn die Fraktion beschließt:

        Die Linksfraktion halte es für „nicht hinnehmbar, wenn einer derartigen Kritik an der Politik der israelischen Regierung mit dem Vorwurf des Antisemitismus begegnet wird“, dann wird hier etwas bewusst unterschlagen:

        Es geht nicht nur um eine “derartige Kritik”, also um “Gaza-Blockade, der „völkerrechtswidrigen Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten“ sowie der „Weigerung der israelischen Regierung, konstruktiv an einer Zweistaatenlösung mitzuwirken“, sondern es geht auch um die andere Kritik die eben auch aus den Reihen der Linken kommt: uns zwar die von Buchholz, Marx21 und Co.

        Doch die zu kritisieren (und endlich aus der Fraktion+Partei zu werfen), dies traut man sich auch weiterhin nicht. Deswegen wird der Konflikt weitergehen, da eines der größten Probleme, nämlich der erfolgten Unterwanderung der Partei durch Menschen die die Logik von “der Feind meines Feindes ist mein Freund” folgen, aus Angst erneut unterlassen wurde.

        Mein Tipp: sollte es jetzt etwas ruhiger werden, so wird dies nach dem Sommer Thema. Es geht nicht anders. Die Fraktion und die Partei muss sich “der Sünden der Vergangenheit” stellen oder sie wird aufgerieben.“

        http://j.mp/kFxYm2

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  36. 29. Juni 2011 21:53

    Die Sprache wird zunehmend härter:

    Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat der Linken nach dem zweiten Fraktionsbeschluss einen peinlichen Eiertanz vorgeworfen. Dieser zweite Beschluss ändere nichts daran, dass durch die Partei ein tiefer Riss gehe. Der erste Beschluss sei “ein kleines Stück auf einem besseren Weg gewesen”, der zweite Beschluss sei ein “Rückschritt vom Fortschritt”.

    Dazu schreibt Evelyn Hecht-Galinski, die des Tochter des 1992 verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland Heinz Galinski u.a. folgendes:

    „Es ist keine böse Häme wenn man sich für die BDS Kampagne einsetzt, oder gegen die Gaza-Blockade eintritt und dafür an der Gaza-Flottille teilnimmt. Man muss auch nicht für einen israelischen Präsidenten aufstehen, der diesen Staat Israel mit seinen Menschenrechtsverletzungen vertritt und sich nicht schämt den Holocaust-Gedenktag für diese Propaganda zu missbrauchen und deutsche Juden dazu auffordert nach Israel auszuwandern.

    Ist das in Ihrem Sinn Herr Graumann? Dann sind Sie ja eigentlich überflüssig hier, oder? Anstatt sich an der Linken und anderen mutigen Israel-Kritikern abzuarbeiten, sollten Sie doch einmal das immer undemokratischere Verhalten des jüdischen Staates anprangern, dessen Sprachrohr und deutsche Vertretung Sie doch immer offenkundiger sind, oder? Wenn heute in der Zeitung zu lesen ist, dass die israelische Regierung ausländische Journalisten, die sich der Gaza-Flotte anschließen, davor warnt, dass sie damit absichtlich israelische Gesetze brechen und danach damit rechnen müssten, 10 Jahre lang nicht mehr nach Israel einreisen zu dürfen und dass ihre Ausrüstung beschlagnahmt würde.“

    http://j.mp/jlNj2k

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    • 29. Juni 2011 23:05

      @Forenboy,

      dass die Antisemitin Evelyn Hecht-Galinski Graumann kritisiert war vorhersehbar, dass sie das in der Neuen Rheinischen Zeitung macht, auch.

      „Der erste Beschluss sei “ein kleines Stück auf einem besseren Weg gewesen”, der zweite Beschluss sei ein “Rückschritt vom Fortschritt”, sagte Graumann, dem stimme ich seit langem ausdrücklich zu.

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  37. 30. Juni 2011 10:49

    und es geht weiter:

    „Linke-Chef Ernst zieht nach Eklat in der Fraktion Kritik auf sich“

    http://j.mp/l8YQNk

    Wie viel „Lebensleistung“ muss es denn sein Klaus?
    Wie viel davon kann man bei Dir erkennen?

    Fragen über Fragen.

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    • 30. Juni 2011 10:52

      Grund ist die Tatsache, dass Ernst dem Vorsitzenden der sächsischen Landesgruppe, Michael Leutert, in der Sitzung das Recht abgesprochen hatte, sich in der Antisemitismus-Debatte zu äußern, weil dazu seine Lebensleistung nicht ausreiche. Leutert sagte dazu der „Mitteldeutschen Zeitung“: „Ich bin fassungslos. Ein Vorsitzender disqualifiziert sich damit selbst.“ Es sei für ihn jedenfalls nicht akzeptabel, dass ein aus Westdeutschland kommender Parteichef ihm als Ostdeutschem die Lebensleistung abspreche.

      http://j.mp/lfEy76

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    • 30. Juni 2011 12:17

      Michael Leutert von der Linkspartei hat eine abweichende Meinung innerhalb der Linkspartei. Auf seiner Homepage schreibt er über seinen Konflikt mit Sarah Wagenknecht bezüglich des Fauxpas im Bundestag: „In dieser Woche ist Frau Wagenknecht demonstrativ sitzen geblieben, als Israels Staatspräsident den Bundestag besuchte. Das hat Abgeordnete ihrer eigenen Partei aufgebracht. „Wer am Tag der Befreiung von Auschwitz nicht willens ist, während der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag dem israelischen Staatspräsidenten und Friedensnobelpreisträger Simon Peres den nötigen Respekt zu bezeugen, der ist für mich nicht wählbar“, sagte der sächsische Bundestagsabgeordnete Michael Leutert der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Auch drei weitere Abgeordnete – Christine Buchholz, Sevim Dagdelen und Heike Hänsel – haben sich nicht für Peres erhoben – ein Zeichen, dass der Antizionismus in der Linkspartei alles andere als überwunden ist.

      http://www.michael-leutert.de/topic/61.zu-meinem-zitat-in-der-fas-am-31-01-2010.html

      Dies alles, also auch die Kontroverse Wagenknecht-Leutert, habe ich zu meiner Zeit im „Freitag“ angesprochen, was Uwe Theel, Rahab, thinktankgirl, die Redaktion und Co. jedoch nicht beeindruckte.

      Die Diskussion geht weiter….

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      • 30. Juni 2011 12:31

        @fidelche, das belegt aber, dass nicht immer der frühe Vogel den Wurm fängt, schmälert aber nicht im geringsten die Leistung des frühen Vogel, also Deine.

        Die Zeit muss eben reif sein……..

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      • 30. Juni 2011 12:59

        @Forenboy
        da stimme ich dir dankend zu und auch wenn ich mich wiederhole, diese Diskussion in der Linkspartei ist eine Genugtuung für mich, weil ich genau weiß, je länger diese Diskussion dauert, die Blogger und Redakteure Rahab, thinktankgirl, D.v.W., Columbus, Phineas Freek, Uwe Theel, Alien59, Jakob Augstein, Jan Jasper Kosok, Bürger Fro, Luggi, Goedzak, Magda, Henner Michels und wie die „Volksdeutschen“ sonst noch alle heißen, an die alten Diskussionen denken werden, dabei unruhig hin und her wetzen und der eine oder andere doch reflektieren könnte, dass mittelalterliche, antisemitische Positionen von „Freitagsavantgardisten“ vertreten, beworben und diese antisemitischen Positionen von der Redaktion geschützt wurden.

        Bei Uwe Theel bin ich mir ziemlich sicher, dass er dies erkennt, auch wenn er es niemals zugeben würde. Diese Diskussion in der Linkspartei ist eine Katastrophe für den „Freitag“ und seine Community und das freut mich ungemein.

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        • 30. Juni 2011 13:18

          @fidelche, interessant ist zu beobachten, dass es genau die von Dir Aufgezählten sind. die ihren Kritikern immer wieder eine irgendwie „braune Gesinnung“ unterstellen wollen.

          Vielleicht, um von sich abzulenken?

          oder vielleicht hiermit?:

          http://j.mp/kCqF2e

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        • 30. Juni 2011 19:17

          „Sitzengeblieben“ – für die Wagenknecht eine treffende Metapher. Gerade in der aktuellen ‚Zeugniszeit‘.

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      • weinsztein permalink
        1. Juli 2011 03:12

        „Sitzengeblieben … in der aktuellen ‚Zeugniszeit'“ finde ich großartig.
        Ihr xxxx – xxxxxx: xxx xxx xxx xxx – xxxxx von diesem beachtlichen Forum hat Ihnen gut getan. Das spürt man.
        „Die Wagenknecht“ wird jäh erblassen, sollte sie Ihren Kommentar je lesen.
        —————————————-
        „Lieber Henner Michels,
        wir bitten nun schon zum wiederholten Male darum, Unterstellungen und Beleidigungen zu unterlassen. Bitte halten auch Sie sich an unsere Netiquette! Im Zweifel lesen Sie bitte auch unsere FAQ!

        Die MI-Redaktion

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  38. sweetheart permalink
    30. Juni 2011 14:29

    Nur mal eben – ganz konkret – zwischen einigen Türen und Angeln schönen Dank für die interssanten „Sammlungen‘ und Diskussionen der letzten beiden Tage in der MI!
    Und @Forenboy: wo holst Du nur immer die interessanten Links wie z.B. auch den letzten her!?

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    • 30. Juni 2011 16:51

      einen hab ich noch………

      http://j.mp/iYR3Ni

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  39. ForenBoy permalink
    30. Juni 2011 14:59

    danke @sweetheart, schön auch Dich hier zu treffen……
    Das mit den Links ist eigentlich ganz einfach, und als Computerfachmann hängt man sowieso den ganzen Tag im Netz und lernt dann sehr bald, welche Suchbegriffe die zielführenden sind.

    Deine „Stolpersteine“ fand ich übrigens auch interessant.
    SONNIGE GRÜßE

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  40. 30. Juni 2011 22:12

    Lese tipp.
    Hier gibt es bemerkens- und lesenswerte Einsichten einer LINKEN-Politikerin, nämlich von Rosemarie Hein, Mitglied des Parteivorstandes:

    http://j.mp/mPkDFY

    Besonders interessant die geschichtliche Entwicklung im Zusammenwachsen von Menschen und Gruppen, die langsam erkennen müssen, dass sie nicht zusammen gehören, weil sie nicht zusammen passen.

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  41. 1. Juli 2011 13:37

    Ich habe nun einige Mails an die Linkspartei geschickt und als nächsten Schritt die Parteiausschlüsse von Norman Paech, Annette Groth, Inge Höger und Hermann Dierkes gefordert. Einige Antworten habe ich schon bekommen. Aus Berlin antwortete mir beispielsweise heute ein Mitarbeiter der Linkspartei so:

    „Lieber Genosse Breitenberger,
    deine Mitteilung werde ich unserer Fraktion im Bundestag weiterleiten.
    Über Parteiausschlüsse von Mitgliedern darf nur die Schiedskommission entscheiden. Daher ist für deine Forderung die zuständige Schiedskommission das richtige Adressat.“

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    • 4. Juli 2011 08:19

      gut gemacht, MB!

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    • 4. Juli 2011 11:11

      Danke hibouh,
      Gregor Gysi hat mir mittlerweile auch auf mein Mail geantwortet (das Mail war eine Zusammenfassung des Textes „Die Linkspartei, der „Freitag“ und ihr antisemitischer Antizionismus“), er schrieb mir:

      „Lieber Manfred Breitenberger,

      Ihre Nachricht vom 28. Juni habe ich gelesen.
      Ich teile Ihre Einschätzung in bestimmten Punkten nicht.
      Ich wünsche mir in unserer Partei gelegentlich auch eine größere Sensibilität. Natürlich haben viele West-Linke sich auf die Seite der Unterdrückten und nicht gleichberechtigten Palästinenserinnen und Palästinenser geschlagen, da die Regierung immer gute Beziehungen zu Israel hatte. Ich glaube, dass unser Beschluss, bestimmten Erscheinungen entgegenzutreten richtig war. Dennoch sind die von Dir genannten Personen meines Erachtens nicht antisemitisch.

      Außerdem brauchen wir diesbezüglich die Auseinandersetzung in der Partei. Ausschlüsse helfen meines Erachtens nicht weiter.

      Ich hoffe, dass Du trotzdem weiterhin unsere Partei wählst.

      Mit herzlichen Grüßen
      Gregor Gysi“

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      • ForenBoy permalink
        4. Juli 2011 12:40

        „Dennoch sind die von Dir genannten Personen meines Erachtens nicht antisemitisch“.

        BLA BLA BLA, Weitermachen……

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      • 4. Juli 2011 16:00

        Na ja, ich denke, Gysi hat schon den Knackpunkt mit „West-Linke“/alte Palästinensertuchsoli/Deutsch-israelische Freundschaft benannt. Ein gordischer Knoten, gerade für Parteivordere, die ja immer Einigkeit, Parteivolk und Programm hochhalten müssen, weil wir hier nun mal in Deutschland einig Vaterland sind. – Da die Linke als gesellschaftliche Strömung wie als Partei der Kritik eines großen und ganzen Gegensatzes verpflichtet ist (Kapital/Arbeit), ist es nicht verwunderlich, selbst innerhalb der eigenen Reihen (historisches Stichwort: gelbe Gewerkschaften) Differenzen zu benennen, auszutragen oder nicht auszuhalten wegen gegenstehender mutwilliger Uneinsichtigkeit. – Die Losung von der „endgültigen Teilung Deutschlands“ hat immer noch Bestand. Und wer dafür dieLINKE nicht wählen will, der wählt halt DIE PARTEI.

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        • 4. Juli 2011 16:24

          lieber Rainer, sei mir nicht böse, wenn ich Dich in diesem Punkt NICHT ernst nehme.

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        • 4. Juli 2011 17:07

          Ich finde es schon auffällig, dass vor allem die „Ost-Linken“ wie Stefan Liebich, Katja Kipping, Halina Wawzyniak, Dietmar Bartsch, Klaus Lederer oder Michael Leutert ein Gegengewicht zu den die Antisemiten in der Linkspartei darstellen. Vielleicht hat das mit der unterschiedlichen Sozialisation zu tun, sage ich verwundert, als einer der im CSU-regierten Bayern aufgewachsen ist.

          Bei genauem hinsehen steht die CSU vermutlich weiter links als Henner Michels, Uwe Theel, Inge Höger und Norman Paech. Alles eine Frage der Definition.

          Ich bin auf jeden Fall dafür, dass DIE PARTEI auch in den „Parteiencheck 2011“ mit aufgenommen wird.

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  42. ForenBoy permalink
    4. Juli 2011 01:05

    Die Zerschlagung der Partei DIE LINKE scheint noch schneller zu kommen, als ich es vorhersagte.
    Jetzt fordern sogar die Linken selbst die Trennung in Ost und West!

    http://j.mp/lJ2ZlN

    „Aus Sorge um den Fortbestand ihrer Partei schlägt eine Gruppe von Linksparteipolitikern nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ jetzt eine erneute Trennung in eine Ost- und eine West-Partei vor. Michael Reimann, Sohn des langjährigen KPD-Vorsitzenden Max Reimann, verschickte das sechsseitige Positionspapier an die Landesgeschäftsstellen in Ostdeutschland, an Bundestagsabgeordnete und Landespolitiker“.

    ^“Welchen Stellenwert das Papier tatsächlich hat und ob es über den Kreis der Unterzeichner hinaus überhaupt Unterstützung findet, sei einmal dahingestellt. Die Schlagzeilen, mit denen einmal mehr das Gespenst einer Spaltung der Linkspartei an die Wand gemalt ist, lassen sich allerdings auch nicht ungeschehen machen. Unterdessen hat Fraktionsvize Dietmar Bartsch die verschiedenen Flügel der Linkspartei im MDR info aufgefordert, sich zu mäßigen. Die Partei sei in einer „durchaus gefährlichen Situation“.

    http://j.mp/lmXrQ5

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    • ForenBoy permalink
      4. Juli 2011 01:12

      Interessant in diesem Zusammenhang, dass den LINKE-Aktivisten im derFreitag diese dramatische Entwicklung keine Silbe wert ist,,,,,,,

      Das lässt sich ja nicht gegen GRÜNE und SPD umformulieren, vielleicht deshalb.

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      • 4. Juli 2011 16:08

        Das Wort von der „Zerschlagung“ finde ich nun etwas unbedacht; aber die Linkspartei trägt genau den Konflikt aktuell aus, der aus der Zeit der deutschen Zerschlagungen „fortwest“ (Adorno).

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        • 4. Juli 2011 16:29

          Unbedacht war es sicher nicht von mir, schließlich gehen die Aktivitäten ja von den eigenen Leuten aus. Und wenn man die Partei „gruppieren“ will, dann zerschlägt oder spaltet man sie.
          Jede andere Vokabel verschleiert lediglich das Ergebnis, was am Ende raus kommt.

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  43. ForenBoy permalink
    4. Juli 2011 12:51

    „Wenn eine deutsche Partei 63 Jahre nach der Gründung des Staates Israel es für notwendig erachtet, das Existenzrecht des jüdischen Staates in ihrem Grundsatzprogramm zu verankern, dann hat sie offenbar ein Problem. Denn das Selbstverständliche betonen zu müssen spricht nicht dafür, dass man eine Tatsache auch als selbstverständlich ansieht. Israel existiert – so wie Italien, Luxemburg oder die Mongolei. Nur dass es niemand für notwendig halten würde, dies zu postulieren.
    …………….
    Mit Antisemitismus habe das alles nichts zu tun, beteuern die verbliebenen Protagonisten bis heute. Im Gegenteil seien sie die wahren Freunde der Juden. Nur sehen das viele Juden unglücklicherweise ganz anders. Die Linkspartei hat diese abgestandene und unangenehm riechende ideologische Soße geerbt. Die quälenden Debatten der letzten Wochen in ihren Reihen sind ein Zeichen dafür, dass der interne Konflikt noch nicht überwunden ist.

    Der Beschluss des Vorstands ist ein Versuch, weitere Debatten in diese Richtung zu beenden. Ob er fruchtet, wird die Zukunft zeigen. Wenn nicht, kann aus Lächerlichkeit schnell Politikunfähigkeit werden. Denn die prinzipielle Solidarität mit Israel ist – bei aller Kritik am Verhalten der israelischen Regierung – in Deutschland nicht ohne Grund Staatsdoktrin. Ja, das Existenzrecht Israels ist unumstritten. Ein Existenzrecht der Linkspartei gibt es dagegen nicht“.
    http://j.mp/mrm26l

    Besser kann ich das auch nicht sagen…..

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    • 5. Juli 2011 08:35

      Vielen Dank für den Link zu diesem Artikel, Andreas, bei dem ich sehr oft genickt habe, bis ich dann zum letzten Absatz kam.

      Der Reihe nach:

      »Israel existiert – so wie Italien« ist die mE nach einzige fällige Antwort auf die Frage nach dem Existenzrecht des Staates Israel. Eine andere Replik braucht es dazu nicht, weshalb man aus meinem Munde übrigens auch noch nie ein entsprechendes »Bekenntnis« vernommen hat.

      Eben weil nämlich der Staat Israel existiert, ist er nicht vom etwaigen Gewähren des Rechtes zu seiner Existenz abhängig. Was ist das auch für ein seltsam‘ Ding, dieses ostentative Gewähren eines Existenzrechts?

      Wenn ich jemandem expressis verbis ein Existenzrecht gewähre oder auf die ausdrückliche Anerkennung dieses Rechts durch mich bestehe, dann kann das doch schon logisch nur bedeuten, daß ich mich zum Obersten Richter und Garanten in dieser Sache bestellt habe, der Rechte zuerkennen, diese aber genausogut (und zwar gerade weil die Entscheidungsgewalt darüber phantastischerweise mir zukommen soll!) auch bedarfsfalls wieder aberkennen kann, wenn sich beispielsweise der Begünstigte unbotmäßig gegen seinen Garanten verhält! — So einen arbiter mundi zeige man mir mal!

      Daß aber Hillenbrandt anschließend ausgerechnet die deutsche »Staatsdoktrin« zur Grundlage dafür machen will, daß das Existenzrecht des Staates Israel gelte, ist ein Umstand, der alles, was er vorher schrieb, dementiert, denn wenn der Staat Israel seine Geltung ausgerechnet dem staatsbürgerlichen Gehorsam gegen ausgerechnet die normative deutsche Staatsgewalt verdankt, dann stimmt daran hinten und vorne nichts mehr.

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      • 5. Juli 2011 09:41

        Volle Zustimmung, lieber Josef, bis auf Deine letzte Schlussfolgerung.

        Ich hasse es übrigens auch, wenn ein anderer Mensch in einer Diskussion Recht verteilt „ich gebe Ihnen Recht“, was ich immer als Anmaßung empfinde.
        Vielleicht solltest Du den Kontext in Sachen „Staatsdoktrin“ nicht so wörtlich nehmen, wie Du es hier tust.

        Dir Richtung seiner Gedanken und der Grundgedanke sind jedenfalls in sich stimmig. Und das nehme ich davon mit.

        Deine sehr konsequente Schluss-Analyse wäre möglicherweise für Hillenbrandt relevant, und seine Entgegnung würde ich spannend finden.
        Danke dafür.

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      • 5. Juli 2011 10:17

        @J-AP
        Volle Zustimmung für deinen Kommentar. Wenn Deutsche explizit Israel das Existenzrecht gewähren müssen wird es sehr merkwürdig, weil sie dies für Jordanien oder Spanien selten oder nie getan haben. Wenn deutsche Linksparteimitglieder, deutsche Friedensbewegte oder deutsche „Freitagsavantgardisten“ Israel das Recht absprechen sich zu verteidigen und jede antisemitische Aussage und Terrortat von Hamas und Co. verharmlosen oder gar verteidigen und von Israel eine Entschuldigung für 60 Jahre angeblich begangenes Unrecht unwidersprochen und von der Freitagsredaktion geschützt verlangen dürfen, dann ist das nicht nur merkwürdig, sondern antisemitisch.

        Wolfgang Pohrt schrieb seinerzeit den deutschen „Friedensfreunden“: “Vormundschaft und Sorgerecht für das Opfer werden dem Täter zugesprochen. Mit den Verbrechen, die Deutschland an den Juden und an der Menschheit beging, hat es sich eigenem Selbstverständnis gemäß das Vorrecht, die Auszeichnung und die Ehre erworben, fortan besondere Verantwortung zu tragen. Der Massenmord an den Juden verpflichtete, so meint man, Deutschland dazu, Israel mit Lob und Tadel moralisch beizustehen, damit das Opfer nicht rückfällig werde. Zwei angezettelte Weltkriege böten, so meint man weiter, die besten Startbedingungen, wenn es um den ersten Platz unter der Weltfriedensrichtern und Weltfriedensstiftern geht, frei nach der jesuitischen Devise, das nur ein großer Sünder das Zeug zum großen Moralisten habe.“

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        • 5. Juli 2011 11:20

          Dem Zitat von Pohrt kann ich sehr viel abgewinnen, Fidelche.

          Man muß es sich nur einmal ansehen, von welcher Qualität dieses selbstgestiftete Mündelverhältnis zwischen deutschen »Israelkritikern« und dem Objekt ihrer fetischistischen Begierden ist, um zu wissen, was man davon halten soll. Wenn mich nicht alles täuscht, dann hatten Friedensreden und -appelle in Deutschland nie höhere Frequenzen als vor den beiden Weltkriegen, denn dergestalt ist die deutsche Friedenssehnsucht, daß sie sich umstandslos apostrophiert als ein für allemal vom deutschen Souverän festgeklopftes Treueverhältnis von Völkern untereinander: Harmonie durch gewaltsame Stillstellung, Versöhnung durch repressive Einebnung alles Partikularen — das ist es, was hinter dem deutschen Ruf nach Frieden steckt.

          Das kann auch nicht verwundern in einem Land, in dem seit Herder und Fichte Rechte nichts anderes bedeuten können als Volksgruppenrechte: »Gestern Dresden, heute Gaza«, und allüberall gibt es nie etwas anderes als bloß »deutsche« Opfer, wohin man auch sieht, und deshalb ist es auch gar kein Fehler und gar kein Irrtum gewesen, daß jemand wie Leni Riefenstahl im Führergewächshaus zuerst den Ariern beim Wachsen aus dem Boden zugeschaut hat und nachher, in anderen Umständen, den ranken, schlanken und flinken Nuba in Afrika.

          Und wenn man dann noch weiß, daß jemand wie Wolfgang Benz — ich spare mir jetzt weitere Ausführungen zu dieser traurigen Gestalt — in all seiner gemütlichen Antisemitismusbeforscherei immerhin fast siebenhundert Seiten Diskursschufterei per Sammelband aufbieten muß, damit am Ende herauskommt, daß die »berechtigte Israelkritik« eben doch etwas ganz anderes sei als der Antisemitismus, dann ist germanensonnenradklar, wohin die Reise geht: Nach Jerusalem. Diesmal als Befreier, der die Zärtlichkeit der Völker aus dem Käfig läßt.

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        • 5. Juli 2011 11:40

          Hallo Josef.

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        • 5. Juli 2011 12:04

          Hallo goreflex. 😉

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    • sweetheart permalink
      5. Juli 2011 11:37

      Hallo @Forenboy, lieber Andreas, ich hatte den Hinweis auf den Hillebrandt-Artikel gestern aus ganz anderer Quelle entnommen: „ausgerechnet“ der FC.
      https://thinktankboy.wordpress.com/f-rubrik-iii/#comment-9404 (4.7., 13.00)

      @Knüppel, der wohl auch einige Bauchschmerzen mit „seiner“ LINKEN hat, warf den Artikel gestern der FC „zum Fraße“ vor, ohne selbst aus erläuterten Gründen kommentieren zu wollen – aber seine Erläuterungen sind eigentlich inhaltlich eindeutig.

      Ich hab‘ den Thread nur überflogen: er endet aktuell bei @ebertus und einem Hinweis auf die „Mission“, die zunehmend weniger „impossible“ erscheint!

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      • 5. Juli 2011 11:39

        Hallo Andreas

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        • sweetheart permalink
          5. Juli 2011 11:57

          Hallo an alle, die mich kennen. 🙂

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        • 5. Juli 2011 12:04

          sonnige Grüße an alle, de im Schatten leben……. 🙂

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        • sweetheart permalink
          5. Juli 2011 12:14

          Hallo, Andreas – Grüße zurück aus dem sonnigen NW!
          Mit vereinten Kräften werden wir das schon schaffen, auch hier eine „Teeküche“ einzurichten!:)

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        • 5. Juli 2011 12:22

          danke @sweetheart, obwohl gegen eine unverhoffte Tasse Earl Gray niemand was haben wird, nicht mal j-ap………. 🙂

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        • 5. Juli 2011 12:53

          Hallo ihr Lieben,
          viele Grüße aus dem Süden

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  44. 4. Juli 2011 17:33

    Die Partei und ihr Programm (grundsätzliche Gedanken eines LINKEN, die ich für bemerkenswert halte, einfach mal unkommentiert anempfehle) http://j.mp/kYdf2J

    Mümmel Treitinger sagt:
    4. Juli 2011 um 14:01
    Ein Programm.
    Ein Programm, eine Meinung.
    Ein Programm, eine Meinung, eine Mehrheit.
    Ein Programm, eine Meinung, eine Mehrheit, ein Willen.
    Ein Programm, eine Meinung, eine Mehrheit, ein Willen, eine Einheit.

    Eine Mehrheit, eine Einheit, ein Willen, eine Meinung, ein Programm.
    Eine Mehrheit, eine Einheit, ein Willen, eine Meinung.
    EIne Mehrheit, eine Einheit, ein Willen.
    Eine Mehrheit, eine Einheit.
    Eine Mehrheit.

    Der Wille der Mehrheit zur Einheit der Meinung über das Programm.
    Die Einheit der Meinung der Mehrheit zum Willen des Programms.
    Das Programm als Wille zur Einheit der Meinung für die Mehrheit.
    Eine Meinung der Einheit zur Mehrheit des Programms als Wille.
    Die Mehrheit des Programms als Wille zur Einheit der Meinung.

    Es gab Zeiten, da ging es nicht ohne Programm. Es war die Standarte in der Feldschlacht an der man sich orientieren konnte ohne mit allen Mitstreitenden kommunzieren zu können. Heute gibt es kaum noch Standarten.
    Es gab Zeiten, da half ein Programm. Es war der Friedensvertrag aller Beteiligten, der gemeinsame Schwur, die Grundlage des Miteiananders. Schwurgemeinschaften gibt es kaum noch.
    Es gab Zeiten, da unterdrückte ein Programm. Es war das Bekenntnis der Gläubigen, das Lippenbekenntnis des Opportunismus und die heilige Schrift zur Vefolgung der Ketzer. Wer liest heute noch die Bibel?
    Es gibt Zeiten da ist ein Programm nichts. Leere Hülsen ohne Funktion, Potpurri ohne Zweck, Ritual ohne Bedeutung.

    Eine kontinuierlich wachsende Sammlung von Grundsatzbeschlüssen wäre aktueller und angebrachter, pluralistischer und doch prinzipienfester, flexibler und doch bruchsicherer, partitzipativer und doch entschlossener.

    Ich will kein Programm mehr – ich will Handlungen und Beschlüsse, die nicht mtieinander gekoppelt sind. Jede Blume einzeln ist der Betrachtung wert, des Urteils, der Diskussion. Ich will nciht mehr A und B und C sagen, wenn ich eigentlich A und B und D aber nicht C haben will.

    Programme haben ihren emanzipativen Charakter strukturell verloren und zu einem repressiven Chrakter sind sie nciht mehr in der Lage. IHre Zeit läuft ab. Machen wir es anders.

    (Und keiner mag glauben, dass irgendein Programm je vor Fehlentscheidungen geschützt hätte).

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    • 4. Juli 2011 19:13

      Es sagt alles über die Linkspartei, wenn sie explizit das Existenzrecht Israels in ihr Parteiprogramm aufnehmen muss. Warum nehmen sie nicht auch gleich das Existenzrecht von Island und Italien mit auf? Das Problem ist nicht das Grundsatzprogramm sondern ihr linker Antisemitismus, der in vielfältiger Weise zum Vorschein kommt. Die Gründe habe ich mehrfach angesprochen: sekundärer Antisemitismus wie er in allen Parteien vorkommt. Struktureller Antisemitismus wie er verstärkt in linken Parteien vorkommt was mit deren verkürzter Kapitalismuskritik zusammenhängt.

      Mich würde schon seit langem interessieren was die Linkspartei und die Jünger Jakob Augsteins zum Israelhass und zum Antisemitismus von Jürgen Möllemann und Jamal Karsli sagen. Vermutlich werde ich da aber keine Antwort mehr bekommen.

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  45. 5. Juli 2011 12:31

    aufgewärmte Suppen schmecken ja oft besser als frisch gekocht, ob das auch für aufgewärmte Blogs gilt, kann man hier leicht überprüfen:

    http://j.mp/iZyZ6w

    Definition hin oder her.

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    • 5. Juli 2011 12:37

      oder doch eine Frage der Ehre?

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    • 5. Juli 2011 13:06

      „…der Tatsache periodisch wiederkehrender Verunsicherungen und empfindlicher Störungen jüdischen Lebens in den Ländern der Diaspora“

      Kann das eine Verharmosung sein?

      „Zuallererst betrifft das z.B. die unzulässige und ahistorische Gleichsetzung von Zionismus mit Imperialismus und von Antizionismus mit Antisemitismus.“

      Eine richtige und eine falsche Aussage in diesem Satz.

      „Nur so konnte und kann es geschehen, dass Fundamental- wie jede noch so leise Kritik an der Politik Israels gegenüber der palästinensischen Bevölkerung und den arabischen Staaten rasch als antisemitisch seitens derer eingeschätzt wurde und wird, die diese Politik unterstützen.“

      Was ist nun Fundamental- oder noch so leise Kritik?

      Viele Fragen, wenig antworten, aber wie Jane richtig in der Überschrift schreibt, alles eine Frage der Definition.

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  46. ForenBoy permalink
    5. Juli 2011 15:19

    …. und die Selbstzerfleischung geht in die nächste runde:

    http://j.mp/ikjGFP

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    • ForenBoy permalink
      5. Juli 2011 15:21

      http://j.mp/kRQYV7

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  47. 6. Juli 2011 19:38

    Der Spiegel schreibt heute: „Symbol für die Brutalität des Regimes: In der Stadt Hama richtete der Vater des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad 1982 ein fürchterliches Massaker an. Jetzt stehen wieder Panzer vor den Toren – es gab bereits 22 Tote, und die Einwohner fürchten, dass noch weit mehr Opfer hinzukommen.“

    Wo bleiben eigentlich die Blogs darüber im „Freitag“? Wo sind die Tränen von „thinktankgirl“? Wo ist die Bestürzung von „Alien59“? Wo die Entrüstung von Uwe Theel? Wo jammert „Bürger Fro“ und fordert eine Entschuldigung? Wo echauffiert sich „Dame.von.Welt“? Was schreibt „Freiheitsliebender“? Wo sind die Boykottaufrufe der Linkspartei gegen Syrien?

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    • ForenBoy permalink
      6. Juli 2011 19:46

      Die Antwort heißt Bigotterie….. @fidelche, was erwartest Du?

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    • 6. Juli 2011 19:47

      Da kannst Du warten, bis Du alt und grau bist. Im Freitag ist man linientreu und für den Machterhalt der Verbündeten müssen eben Opfer gebracht werden – für die Sache.

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    • 8. Juli 2011 16:55

      Selbige Freitagisten, fidelche, haben sich meines Wissens auch zur Leo-Lieferung nach Saudi-Arabien net geaeussert? Naja, is ja auch was anderes als das arme Gaza…..(Der Hammer ist freilich, dass Ammans Einwohner vermutlich ebenfalls unter diesen Panzern leiden werden…)

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  48. 6. Juli 2011 23:34

    Die Fragen waren nicht ernst gemeint, Forenboy und über „für die Sache“ musste ich schmunzeln, Tiefscharf, dass trifft es perfekt.

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  49. 8. Juli 2011 14:02

    Gerade frisch & fromm beim »Freitag« tapeziert von Robert Zion, dem grünlibertären Nationenforstwart, der sich in seinem jüngsten Artikel Birth of a Nation – Anmerkungen zur Israel-/Palästina-Frage die Frage stellt, die sich alle echten Deutschen stellen müssen: »Auf welcher Seite stehen jetzt eigentlich die Deutschen?«

    Aus »den« Deutschen werden dann auch gleich, man hat es schon geahnt: »wir«. Und was draus folgt, istr klar:

    »Mindestens müssten wir auf der Seite der Entmythologisierung des Begriffs der Nation stehen, auf der Seite des Anti-Rassismus und des Gewaltverzichts. Ebenso bleibt die besondere Schutzverantwortung für das Jüdische Volk, eben als unsere ganz eigene und gewaltige Aufgabe einer historischen Abgleichung.«

    Jetzt hat die deutsche Nation endlich wieder eine welthistorische Ordnungsmission, die sie die letzten 60, 70 Jahre nur verdeckt betreiben konnte. Dabei geht es gar nicht um Lappalien, sondern um die höchsten und letzten Dinge:

    »Denn im Grunde geht es um eine übergeordnete und sehr grundsätzliche Frage von Gerechtigkeit. Die, ob die Geburt einer Nation auf Kosten eines ganzen Volkes überhaupt statthaft und darüber hinaus auch tragfähig ist.«

    Jawoll. Und wer wäre kapabler, darüber zu richten und zu entscheiden, als die Deutschen? …

    Meine Mittagspause ist gerade vorüber. Leider habe ich nicht genug gefressen, um soviel kotzen zu können, wie ich nach diesem Artikel gern würde.

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    • 8. Juli 2011 17:15

      Sehr supergut war ja auch die Rede von der „Landnahme“; Freitagsleser assoziieren wahrscheinlich um den Großraum Carl Schmitt (etwa: Wann das Nehmen zuende ist, bestimme ich!) herum; ich dachte bei der Lektüre an den Hausmeister, die immer schön den Kronjuristen erhellende Bühnenfigur von Matthias Beltz.

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      • 8. Juli 2011 17:54

        Das ist das nächste, ja: Wenn, dann soll bitte der Staat schon einer des eigentlichen Volkes sein! Wo kämen wir auch hin, wenn sich jeder seinen Mythos spinnt, nur um einen Staat aus der Retorte zu ziehen?

        Heißt: Die Kritik am Staat ist die, daß er sich manchmal einen Mythos zulegt, der gar nicht wahr ist! Sauerei! Deshalb muß man ihn ent-mythologisieren, damit nur mehr die Staaten übrigbleiben (»statthaft« und «tragfähig« sind), die eine so gute und wahre Nationalgeschichte vorlegen können wie der deutsche.

        … mannomann!

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        • ForenBoy permalink
          8. Juli 2011 18:05

          bereite Dir lieber mal einen Earl Gray, das dürfte Dir gut tun…….

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      • 9. Juli 2011 03:26

        aint no fun waiting round to be a millionaire

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    • 8. Juli 2011 22:40

      Die „besondere Schutzverantwortung für das Jüdische Volk“ ist für viele „Freitagsbloger“ ein besonderes Anliegen. Hatte denn „Bürger Fro“ nichts Kluges beizutragen?

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      • 8. Juli 2011 23:38

        Ist das der, der über den Wolken schwebt? Rundum gutmeinend und ganz unwissend postponal wirkend mit seinen Reden?

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      • 12. Juli 2011 16:33

        Rainer, ja genau der, Bürger Fro ein herrlicher Mensch. Was haben wir wieder gelacht…

        Übrigens, ich hätte die Prinz in der Verlängerung nach dem 0:1 eingewechselt.

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  50. 10. Juli 2011 16:50

    Warum die Linke sich gerade selbst zerlegt

    Den Streit um Antisemitismus in der Partei „Die Linke“ wertet der Journalist und Publizist Richard Herzinger in einem Beitrag für die Zeitung „Welt am Sonntag“ als ein Indiz für die unvereinbaren Gegensätze in den eigenen Reihen.

    Warum sich derzeit „Die Linke selbst zerlegt“, führt Herzinger auch darauf zurück, dass sie „bei ihrer Konstitution zur gesamtdeutschen Partei nicht wählerisch war, als es um das Einsammeln noch der letzten versprengten Reste der westdeutschen äußersten Linken ging“. Oskar Lafontaine habe die West-Radikalen, wie auch die ultra dogmatische „Kommunistische Plattform“ in der PDS, sogar ausdrücklich hofiert, um seine Hausmacht gegen die etablierte Führung der Ostpartei zu stärken. Gregor Gysi habe ihn gewähren lassen, weil er, „als Stifter einer einheitlichen linken Kraft jenseits der SPD“ in die Geschichtsbücher habe eingehen wollen. „Jetzt, da die daraus entstandene ideologische Kakofonie nicht mehr von Lafontaines Demagogie übertönt werden kann, droht Gysi sein vermeintliches Lebenswerk um die Ohren zu fliegen.“

    http://j.mp/pzz46R

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  51. sweetheart permalink
    10. Juli 2011 22:02

    Findest Du vielleicht den Artikel von Herzinger bei der WELT, Andreas?
    Würd‘ ich gern lesen.

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    • 10. Juli 2011 22:24

      @Karola, für Dich immer gerne: http://j.mp/qUObjQ

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      • sweetheart permalink
        10. Juli 2011 22:58

        Danke – und von mir noch dieses:
        http://freie.welt.de/

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  52. ForenBoy permalink
    18. Juli 2011 12:38

    Meinte Dietmar Bartsch die irgendwie Linken der Freitags-Community als er von „Ost-West-Problemen“ der Linken sprach und gesagt hatte, es gebe „einige, vor allem aus dem Westen“, die „den Platz am Rand der Gesellschaft“ bevorzugen würden, „von dem aus trefflich gemotzt werden kann“?.

    Wen er da wohl gemeint hat?

    http://j.mp/mXgbbX

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    • ForenBoy permalink
      18. Juli 2011 12:42

      Oskar LaFontaine wies das Reden über Ost-West-Unterschiede der Linken als „Märchen“ zurück: „Die Behauptung, im Osten gebe es die Regierungswilligen und im Westen die Regierungsunwilligen, ist grundfalsch.“

      Ja, was denn nun?

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      • ForenBoy permalink
        18. Juli 2011 12:45

        http://j.mp/p3HWWw

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  53. ForenBoy permalink
    19. Juli 2011 13:31

    Mangels einem Parteiencheck für DIE LINKE, an dieser Stelle:

    DIE LINKE auf dem Prüfstand

    anlässlich der Buchvorstellung http://j.mp/nMwlBe bei der Gesine Lötzsch als Herausgeberin Texte zusammengetragen und Oskar Lafontaine das Vorwort schrieb, steht neuer Streit ins Haus:
    Darin stellt er fest, dass die Linke nur einen glaubwürdigen Zukunftsentwurf vorlegen kann, „wenn sie die Geschichte und vor allem die Irrtümer des Sozialismus“ aufarbeitet. Sie müsse „immer wieder die Frage stellen, warum im Namen einer großarteigen Menschheitsidee … so viele Verbrechen begangen wurden“.

    Sogar aus den eigenen Reihen hagelt es Kritik gegen Lafontaines polemische und stark vereinfachte Sichtweise:

    http://j.mp/nn32k3

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    • 19. Juli 2011 14:17

      „Mangels einem Parteiencheck für DIE LINKE,“

      @Forenboy,
      wegen derzeitiger Überlastung der Redaktion verzögert sich der Parteiencheck ein klein wenig. Demnächst Fortsetzung des Parteienchecks, voraussichtlich in dieser Reihenfolge: SPD – Die Grünen – Die Linkspartei – PBC (Partei der bibeltreuen Christen-Parteisitz Berlin)

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      • ForenBoy permalink
        19. Juli 2011 14:34

        danke @ThinkTankBoy, wobei die Reihenfolge sicher rein zufällig ist und nicht die Bohne einer Wertung zulässt.

        Wobei mir die Bibeltreuen als Steigerungsform der LINKSpartei schon irgendwie gefiele.

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  54. 19. Juli 2011 13:59

    … „warum im Namen einer großartigen Menschheitsidee so viele Verbrechen begangen wurden“: Westfälischer Friede | Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit | Wirtschaftlichkeit | Sachzwang | (Rechts)Staat – Demokratie – Entwicklungshilfe |
    Kapital ist aber für solche Linke die Frage nach ‚Sozialismus/Kommunismus‘, natürlich im Zusammenhang mit kontextlosen Verbrechen. – „Friede den Hütten!“, murmelte Lenz, und Müdigkeit verspürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, daß er nicht auf dem Kopf gehn konnte.

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    • 19. Juli 2011 14:46

      Georg Büchner ist nicht totzukriegen und dass dieser Wirtschaftsökonom, Marx glaub ich hieß er, auch keine Ruhe geben kann, verstehe ich überhaupt nicht.

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  55. 25. Juli 2011 21:36

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  56. 25. Juli 2011 21:45

    das bestätigt doch meine in der Vergangenheit mehrfach gepostete Prognose…….

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  57. steiler permalink
    2. August 2011 07:15

    Schönen Dank, ein sehr lesenswerter Artikel!

    Linker Antisemitismus erscheint mir beinahe noch widerlicher, als rechter Antisemitismus wenn er von so genannten „Menschheitsfreunden“ abgesondert wird.

    Nicht umsonst gehören die Sympathien dieser Leute der Hamas, Hizballah, Fatah und der Islamischen Republik Iran, also gesellschaftlichen Kräften, die aus ihren antisemitischen Vernichtungsphantasien und ihrer antisemitischen Vernichtungstätigkeit noch nie einen Hehl gemacht haben.

    Das „nie wieder Auschwitz“ der Israelgegner ist geheuchelt!“ Der potentiellen Vernichtung Israels – durch einen atomar bestückten Iran und seinen terroristischen Erfüllungsgehilfen in Gaza, im Libanon und auf der West Bank wird verbal Vorschub geleistet.

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    • 2. August 2011 10:47

      @steiler
      „Nicht umsonst gehören die Sympathien dieser Leute der Hamas, Hizballah, Fatah und der Islamischen Republik Iran, also gesellschaftlichen Kräften, die aus ihren antisemitischen Vernichtungsphantasien und ihrer antisemitischen Vernichtungstätigkeit noch nie einen Hehl gemacht haben.“

      Sehr richtig, nach wie vor ist dieser Umstand für mich unfassbar, wenn ich mir die ganzen Hamasversteher des „Freitags“ ansehe, wird mir übel. Andererseits, Antisemiten mögen Antisemiten, irgendwie verständlich. Gleich und gleich gesellt sich gern.

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      • 2. August 2011 10:55

        Das eigentlich Schlimme daran ist, dass Teile der Linken und der Freitag diesen Klitterern ein Podium bieten, meist unkommentiert. Gerade in der FC ist es umso sonderbarer, da die Moderation aktiv ist, will heißen, dass sie sich aus Diskussionen auch inhaltlich nicht heraushält, es also legitim wäre, „argumentative Härten“ gerade zu rücken. Das geschieht jedoch nicht.

        Beschämend an den Kritisierten ist, dass sie den wirklich betroffenen Menschen durch ihre Rechtfertigungsparolen auch noch in den Rücken fallen – wie ich vermute, aus reiner Eitelkeit. Der Konflikt als Solcher ist dafür nur ein Vehikel, wie übrigens auch innerhalb der Feminismus-Debatte. Es geht nicht um Lösungen zum Wohl der Menschen – es geht diesen Kommentatoren um Endlösungen.

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        • 2. August 2011 11:48

          …..genau, um sehr bedrohliche Endlösungen.

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        • 2. August 2011 11:52

          Das mit dem in-den-Rückenfallen von tatsächlich betroffenen Menschen zieht sich beim Freitag ja durch alle möglichen Themengebiete. Wenn thinktankgörlie es z.B. als „Mobbing“ bezeichnet, wenn jemand besser argumentiert als sie oder sich einfach mal selbst zur Wehr setzt, da die Mods mal wieder pennen (wollen). Ich glaube auch nicht, dass das Frauchen.von.Welt irgendeine Ahnung davon hat, dass echtes Mobbing und Stalking bereits in Grundschulen stattfindet, in denen viele indoktrinierte Fundamentalisten-kinder die Lehrerin als „Sünderin“ etc.. beschimpfen. Oder dass sie sich in die lage eines Kindes hineinversetzen kann, das in der Schule etwas lernen will, anstatt ständig über die üblichen Extrawürste zu diskutieren. Soll sie mal einen Tag lang an entsprechenden Schulen die „Sozialarbeiterin“ geben. Diese Popkontext und die faire Luzie sollte mal einen Tag lang in best. Handwerksberufen arbeiten, dann wüßte sie, wovon sie da fabulieren und warum so viele Frauen eben nicht – aus guten Gründen – ins Handwerk wollen. Dann können diese beiden ach so klugen Frauchen nach einem Arbeitstag ja mal vergleichen, wer mehr beschimpft wurde, die sozialarbeitleistende Lehrerin durchdie Kinder von Fundamentalisten, oder die Mitarbeiterin auf dem Bau durch die bösen frauenfeindlichen männl. Kollegen.
          Leute wie meine zufriedene türkische Friseurmeisterin schämen sich fremd für Aussagen, wie sie ein Muhabbetboy vom Stapel läßt. Und wirklich diskriminierte Menschen gehen durch dieses Nicht-Differenzieren unter. Aber man forscht ja an der Tatsache, dass sich in Foren sehr viele „überempfindliche“, vor allem gegenüber sich selbst, Menschen abhängen, die meinen, anderen die böse Welt erklären zu müssen.

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        • 2. August 2011 11:57

          Sry, verrechnet, da erst anders geschrieben.Die sozialarbeitleistende Lehrerin und diezwei Frauen vom Bau sollten am Tagesende mal vergleichen, wer mehr beschimpft wurde.

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  58. 8. August 2011 11:52

    Antisemiten? Gibt es hier nicht!

    »Antisemitismus besteht dann, wenn Menschen aufgrund ihrer jüdischen Abstammung diskriminiert, möglicherweise verfolgt oder ähnliches werden«, meint beispielsweise Klaus Ernst, und Gregor Gysi findet: »Antisemitismus bedeutet, Juden oder Jüdinnen zu benachteiligen oder Schlimmeres zu tun, weil sie Juden oder Jüdinnen sind«. Wolfgang Gehrcke, Bundestagsabgeord­neter und Mitglied im Parteivorstand, glaubt gar, er könne schon deshalb kein Antisemit sein, weil er »viel zu viele Freunde in Israel« habe.

    Mit solchen Definitionen erteilt sich die Linkspartei selbst einen umfassenden Freispruch, getreu dem Diktum des Schriftstellers und ehemaligen PDS-Bundestagsabgeordneten Gerhard Zwerenz, der bereits 1976 in einem Beitrag für die Zeit behauptet hatte: »Ein ›linker Antisemitismus‹ ist unmöglich.« Das ist er jedoch keineswegs, und daran ändert auch das generöse Bekenntnis zum »Existenzrecht Israels« im Entwurf für das neue Parteiprogramm nichts. Denn spätestens, wenn Israel militärische Maßnahmen zur Verteidigung seiner Existenz ergreift – etwa gegen die antisemitische Terrororganisation Hamas, deren »Einbeziehung in politische Gespräche« die Linkspartei allen Ernstes fordert – , zeigt sich, dass dieses Bekenntnis nichts mehr als eine hohle Phrase ist und den Genossen die Dämonisierung und Delegitimierung Israels erheblich näher liegt, als tatsächlich gegen »jede Art von Antisemitismus« einzutreten.

    http://j.mp/pXe23f

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    • 8. August 2011 14:35

      In Erfurt wird die Linkspartei die Quadratur des Kreises versuchen und die beiden Beschlüsse in ein Programm einbinden:

      „Am 7. Juni der erste, in dem man versicherte, man werde sich »weder an Initiativen zum Nahost-Konflikt, die eine Ein-Staaten-Lösung für Palästina und Israel fordern, noch an Boykottaufrufen gegen israelische Produkte, noch an der diesjährigen Fahrt einer ›Gaza-Flottille‹ beteiligen“

      „Am 28. Juni folgte dann der zweite Beschluss, in dem die Fraktion ankündigte, »als Linke weiterhin die Politik der israelischen Regierungen gegenüber den Palästinenser­innen und Palästinensern öffentlich zu kritisieren« und es nicht zuzulassen, »dass Mitglieder unserer Fraktion und Partei öffentlich als Antisemiten denunziert werden«. Die »inflationäre Verwendung des Begriffs des Antisemitismus« nämlich, so heißt es in dem Beschluss weiter, »schadet dem Kampf gegen ihn“.

      Linke Antisemiten, egal ob im „Freitag“ oder in der Linkspartei, sind eine Schande für die Linke und ein Angriff auf die Zivilisation. Der Artikel von Alex Feuerherdt ist gut wie immer. Deshalb nochmal der Link auf Jungle World.

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  59. 12. August 2011 09:06

    Wolf Biermann über „das verkommene Pack“ : die Partei DIE LINKE:

    http://j.mp/pTI8fq

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    • sweetheart permalink
      12. August 2011 09:30

      Gerne gehört am „frühen“ Morgen, Andreas!
      Biermann war mir immer von allem irgendwie etwas „zuviel“, aber das sind ja sehr klare kluge Worte! Auch zum Mauerbau! (Nur Ausrufungszeichen!)

      Der Interviewpartner ist nur etwas merkwürdig: Fragen wie vom Blatt gelesen, wie ein Sprechautomat.

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      • sweetheart permalink
        12. August 2011 22:08

        Mir fiel heute ein und auf, warum ich „die Mauer“ kein bißchen locker sehen kann: in der 9. oder 10. Klasse meines „Staatlichen Neusprachlichen Gymnasiums für Mädchen“ beteiligte sich die ganze Klasse im Kunstunterricht an einem Landeswettbewerb, um das „Ungeheuerliche“ der deutschen Trennung mit künstlerischen Mitteln zu verdeutlichen.

        Das war ja durchaus auch „mein“ Thema, da meine Großeltern kurz vor dem Mauerbau in unseren Ort in den Westen umgezogen waren, nachdem sie sich von ihrem Haus für ein paar Ostmark getrennt hatten und mit dem Besuch weiteter Verwandter nach dem Mauerbau nicht mehr zu rechnen war.

        In schwarz-weiß und passenderweise in „Absprengtechnik“ fertigte ich ein Bild im Plakatformat, auf dem ein Ausschnitt einer aus Steinen gemauerten Mauer zu sehen war, die oben mit Stacheldrahtrollen versehen war. Darüber in natürlicher Größe zwei Hände, die meinen sehr genau „portraitiert“, die eine sich an der Mauer festhaltend, die andere mahnend nach oben gereckt.
        Sah sehr eindrucksvoll aus! Und gewann den 2. oder 3. Landespreis – aber ich sah das Bild nie wieder. Es landete in irgendeiner Ausstellung und ich hatte zumindest 2 Exemplare der Tageszeitzung, in der die prämierten Werke mit einem Bericht abgebildet waren.

        Und jetzt werden die Ossis feixen: da sieht man’s mal! Ihr wurdet genauso indoktriniert wie wir!

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        • sweetheart permalink
          13. August 2011 10:36

          Oioioioiooi! In Sachen „Mauer“ sind hier aber welche mit ’nem Betoneimerchen unterwegs – das dann zwangsläufig den Daumen nach unten zieht.

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      • 13. August 2011 11:53

        hi Karola, ich finde es beschämend, wenn nicht nur im derFreitag, sondern auch hier die Verbrechen des Unrechtssystems DDR und ihrer Schergen besonders im Kontext des Mauerbaus und dessen Folgen (auch innerhalb des sozialistischen Zwangsstaates) auf unerträgliche Weise verklärt werden.

        Damit werden nicht nur die ca. 60 Tausend Opfer verhöhnt, die entweder zu Tode kamen oder auf andere Weise unter den Folgen gescheiterter Fluchtversuche zu leiden hatten, sondern auch Geschichtsklitterung im Sinne von Gesine Lötzsch http://j.mp/oh3W9N und ihrer unsäglichen Partei begangen, die nicht imstande sind, dieses menschen verachtende Unrecht einzugestehen, und es als solches auch benennen können.

        Stattdessen laufen diese oberflächlichen gossigen Weiber mit bemalten Cellulite-Beinen und hochgerutschten Röcken respektlos durch die Stadt, während an der Bernauer Straße der Mauer-Opfer gedacht wird.

        Mir fehlt ehrlich gesagt für ein derart asoziales Verhalten jedes Verständnis.

        Wie es scheint, ist Realitätsschwund auch und besonders bei LINKEN feststellbar.

        „Nicht, was die Dinge wirklich sind, sondern was sie für uns in unserer Auffassung sind, macht uns glücklich oder unglücklich.“
        Arthur Schopenhauer

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        • sweetheart permalink
          13. August 2011 12:25

          Hi, Andreas!
          Dieses Nebeneinander kommt bei mir auch nicht besonders gut an. Ein bißchen Unbefangenheit ist ja ganz schön, aber …..
          Ich unterstelle mal vollkommene „Arglosigkeit“ bei der Planung des entmummten Schanzes.

          Gesine Lötzsch paßt für mich in jeder Hinsicht, selbst optisch und sprachlich in jedes beliebige DDR-Szenario. Die in „Verantwortung“ würde wieder den bekannten Auswanderungswunschreflex auslösen.

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        • sweetheart permalink
          13. August 2011 12:40

          Weitere Reminiszenzen: am 13. August 1961 war ich in Italien. Hatte auf dem Weg Ulm und viel Landschaft gesehen, die Alpen über den Sankt Gotthard überquert, die Marmorbrüche von Carrara, Florenz und das Palio in Siena gesehen und wohnte in einem Hotel in Marina di Massa.

          Es war der zweite Nachkriegsurlaub meiner Eltern, die schon im Vorjahr eine Art nachgeholter Hochzeitsreise nach Italien gemacht hatten, und nun den Kindern neben Strand und Sonne Land und Kultur näherbrachten.

          Ich entsinne mich, daß sie diese Nachricht sehr bewegte, aber ich habe damals nicht viel davon verstanden und Italien sowie der nette junge Kellner waren für mich zweifellos von größerem Interesse.

          In anderen Worten. am 13.August 1961 habe ich das genießen dürfen, worauf meine Ossi-Mitbürger 28 Jahre verzichten mußten: Bewegungsfreiheit!

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        • sweetheart permalink
          13. August 2011 13:26

          Das wdr5 Mittagsecho ist heute ganz „der Mauer“ gewidmet.
          Was ich an Redeausschnitten von Wowereit und Wulff gehört habe, das unterschreibe ich – und mit großem Interesse habe ich den Bericht über den heutigen Landesparteitag der LINKEn gehört: eine der Teilnehmerinnen zog es vor anläßlich des Gedenkens der Mauertoten entgegen der Bitte sitzenzubleiben und Liebknecht (?) zu gedenken.
          Hiier etwas „aus der Region“:
          http://bit.ly/nrN5q7

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        • sweetheart permalink
          13. August 2011 14:16

          Noch mehr „Familiäres“ zum13. August:

          – meine Ossi-Verwandten haben ihr Reisedefizit inzwischen mehr denn kompensiert, nicht zuletzt dank guter Renten der in DDR-Zeiten berufstätigen Frauen.

          – mein aus Thüringen gebürtiger Vater (was man glücklicherweise nur hörte, wenn er am Mittagstisch – nach dem zehnten Mal nicht mehr mit der ganz großen Begeisterung der Zuhörenden – Fabeln von Lafontaine oder französische Grammatikregeln zum Besten gab) wiederholte immer wieder gerne, daß die Sachsen „schon immer“ Kommunisten gewesen seien und daß die DDR dieser Tatsache ihre Existenz verdanke.
          Im Übrigen war er der Überzeugung, daß sich so etwas wie die Mauer, die Teilung des Landes „nur Deutsche“ gefallen ließen. „Das hätte man mit Franzosen oder Italienern nicht machen können!“

          Seine Heimat hat er, den man heute als „sportiven Outdoorman“ bezeichnen würde, wohl lebenslang ein bißchen vermißt: den Harz, den Brocken, den Kyffhäuser. In unseren Garten mußten Leberblümchen, weil’s die auch am Kyffhäuser gab, wie ich mich dann später selbst mal überzeugt habe.

          Immer wieder gerne in der Familie zitiert wurde der Satz eines Vopos, den dieser noch in Hörweite meiner Eltern sprach, als er sie auf der Rückreise von den Eltern meines Vaters vermutlich um 1960 herum anhielt:
          „Fährt doch dieses reaktionäre Schwein mit Standlicht!“

          Mehr Biografisches kommt jetzt nicht. Versprochen!

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  60. 12. August 2011 23:02

    „Die Deutschen sollten der Roten Armee noch immer, oder besser gesagt endlich, dankbar sein.“ (b2bm an j-ap, heute 22:41)

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  61. 13. August 2011 15:56

    Ein besonders unappetitliches Beispiel für ideologisch konditionierten Zynismus findet sich z.B. in der jungen welt:

    Wir sagen an dieser Stelle einfach mal: Danke für 28 Jahre Friedenssicherung in Europa

    für 28 Jahre ohne Beteiligung deutscher Soldaten an Kriegseinsätzen

    für 28 Jahre ohne Hartz IV und Erwerbslosigkeit

    für 28 Jahre ohne Obdachlosigkeit, Suppenküchen und »Tafeln«

    für 28 Jahre Versorgung mit Krippen- und Kindergartenplätzen

    für 28 Jahre ohne Neonaziplakate »GAS geben« in der deutschen Hauptstadt

    für 28 Jahre Geschichtswissenschaft statt Guidoknoppgeschichtchen

    für 28 Jahre Club Cola und FKK

    für 28 Jahre ohne Hedgefonds und Private-Equity-Heuschrecken

    für 28 Jahre ohne Praxisgebühr und Zwei-Klassen-Medizin

    für 28 Jahre Hohenschönhausen ohne Hubertus Knabe

    für 28 Jahre munteren Sex ohne »Feuchtgebiete« und Bild-Fachwissen

    für 28 Jahre Bildung für alle. http://j.mp/nL1ffc

    Diese Form des linken Umgangs mit der eigenen Bewegungsgeschichte suggeriert, dass derart drastische Einschnitte in die Bewegungsfreiheit von Menschen unter bestimmten Umständen vertretbar seien. Man lässt sich also auf eine “der Zweck heiligt die Mittel” -Argumentation ein und legitimiert somit noch nachträglich ein menschenverachtendes Regime.

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    • sweetheart permalink
      13. August 2011 20:20

      Das (junge welt) ist in der Tat zynisch: denn das heißt ja gleichzeitig, all denen, die an dem „antifaschistischen Schutzwall“ zu Tode oder zu Schanden gekommen sind, all denen, die in Sachen Bildung oder Selbstbestimmung beschnitten, die drangsaliert und weggesperrt wurden, all denen ist „Recht“ geschehen!

      Da bin ich geneigt zu antworten: Danke, für 28 Jahre ohne Euch!

      Ich bin sicher, so mancher Ossi würde dem gerne eine ironische 28-Jahre-„mit“-Antwort entgegensetzen!

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      • 13. August 2011 20:32

        ich halte der wahrlich ungelungenen liste der jw immerhin die antiposition zugute, aus einer ecke geschrieben, in die andersdenkende in der beitrittszone gedrängt sind. die herrschenden bestimmen solche positionen mit, leider; aber ist so. deshalb haftet ihnen falsches an. deshalb.

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        • 14. August 2011 10:11

          nein, @Rainer, da gibt es NICHTS zugute zu halten, absolut Nichts!

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    • 14. August 2011 10:09

      Aufgrund dieser unsäglichen Titelseite musste die Redaktion der“jw“ für alle die Kommentarzensur einführen.
      Infolgedessen müssen sich die von der jW Beehrten in der prokommunistischen Freitag-Community „bedanken“, indem sie dort kleinkariert die Emanzipierten unter den Linken bashen.

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  62. 13. August 2011 17:17

    wie widerlich abstoßend Mitglieder der LINKEN schon miteinander umgehen zeigt dieses Beispiel:

    Kowalski sagt:
    13. August 2011 um 11:35
    René Hähnlein schrieb:
    “Bei uns in Bayern musste ich mir zb von einem Bundestagskandidaten und einem Mitglied des gfLavo sagen lassen, ich sei ein”gewöhnlicher” Krimineller…”

    Kowalski:
    Nun, ich kann mir schon vorstellen um welchen gfLavo es sich dabei handelt und gehe davon aus dass dies nicht einfach so dahin gesagt wurde wenn es nicht substanziell belegt werden könnte.
    Dein erbärmlicher Versuch, Dich als politischen Gefangenen der medialen Öffentlichkeit zu präsentieren ist Gottseidank im Orkus des öffentlichen Interesses unter gegangen.

    Von Deinen, ich drücke es mal vorsichtig aus, dubiosen Machenschaften als Kreissprecher im KV Coburg und Erfüllungsgehilfe des Rainer M. Lindner will ich gar nicht erst anfangen.

    Ich hoffe sehr dass Deine Zeit in der Partei bald abgelaufen ist. Ein erstes Zeichen dazu hat die LSK ja bereits gesetzt.
    Aber vergiss beim gehen Deinen Kumpel Lindner nicht.

    Kowalski sagt:
    13. August 2011 um 11:43
    SteffenF schrieb:
    “War der Biermann nicht der Kerl der mehr Kommunismus wollte in der DDR ?”

    Kowalski:

    Was diesen untalentierten Gitarrenwürger betrifft, so ist dieser seit, ca. zwei Jahrzehnten ein antikommunistischer Trommler und “Transatlantiker”! Die Jahre zuvor verbrachte er, als Liebling der links-alternativen Szene in der alten BRD, und war sich nicht zu Schade, die “Republikflucht” eines Florian Havemann, in einem seiner, ungelenken Gesangsversuche zu Gitarrenwürgerrei, als “Flucht vor dem Kampf für den wahren Sozialismus”, zu schmähen… -Biermann ist, m.E. ein besonders schmieriger Wendehals und ein wahres Prachtexemplar für diese Spezies!
    ————————————————————————————————————-

    Warum René Hähnlein zum „gewöhnlichen Kriminellen“ gestempelt wurde? Weil es in der DDR ja keine politischen Gefangenen geben konnte, denn die DDR war ja ein sozialistischer Staat. Und da gibt es ebenso wenig politische Gefangene wie es keinen Antisemitismus bei Linken geben kann, so die Erklärung.

    Wie dumm dreist und zynisch solche Erklärungen sind, zeigt die Antwort auf die Frage von „Mümmel“ zur „Geschichte“, die René Hähnlein im Alter von 17 Jahren tatsächlich passiert ist:

    René Hähnlein sagt:
    13. August 2011 um 14:59
    @ Mümmel

    Meine Familie und ich haben im Winter 88/89 an einer friedlichen Demonstration für einen demokatischeren Sozialismus teilgenommen. Wir wurden daraufhin vom MfS verhaftet und nach 4 Monaten Untersuchungshaft wegen der “Beeinträchtigung der Arbeit staatlicher Organe”, müsste § 214 des DDR-STGB gewesen sein, zu längeren Haftstrafen verurteilt..

    Mein Vater erhielt 20 Monate und saß in der Haftanstalt Cottbus ein. Meine Mutter und meine Schwester wurden zu jeweils 15 Monaten Haft verurteilt und waren im Frauengefängniss Hohenleuben. Mein Bruder wurde ebenfalls zu 15 Monaten verurteilt und saß in der Haftanstalt Rackwitz.

    Ich, wie du selbst so schön schreibst im zarten Alter von 17, wurde “nur” zu 10 Monaten Haft verurteilt, die ich in der Jugendhaftanstalt Halle verbrachte. Die gibts übrigens heute noch . Nahtlos übernommen durch die BRD.

    Ich habe übrigens aus meiner pol. Vergangenheit nie viel Aufhebens gemacht.

    Auch in dem Wissen, dass es bei einem kleinen Teil der bayr. Linken nicht gut ankommt. Das aber einmal meine politische Haft in der DDR in der innerparteilichen Debatte benutzt wird, um mich, meine Familie und viele Genossinnen und Genossen aus Coburg zu diskreditieren und zu kriminalisieren habe ich nicht erwartet. http://j.mp/oyVsiM
    ————————————————————————————————————

    Das sollten auch die Verklärer von Mauer und DDR hier und anderswo ganz un-ideologisch zur Kenntnis nehmen.
    Interessant auch die Meinung zu Wolf Biermann, dem Abtrünnigen…….

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  63. 13. August 2011 18:38

    Schaut man sich in der Wiki mal an, mit welchen Auszeichnungen der Ausgebürgerte haufenweise bedacht wurde und von wem, dann ist er schon als ideologisches Medium erkennbar, ja als der Eingebürgerte schlechthin. Was ich noch zu Wolf Biermann zu sagen hätte, hat schon Rayk Wieland gesagt: „Seine Sprache ist die alte pseudo-polemische, pseudo-pathetische und tantenhafte Gaunerei, die alte Wortspielhölle tut sich wieder auf. Er hat viel Weltschmerz, vögelt gern und kennt tolle Reime: »Auf der Welt ist kein Bestand / wir müssen alle sterherben / – das ist uns wohl bekannt.« So geht es die Jammertonleiter hoch und runter, und die Frage kommt auf, was das Leben lebendig mache. Der Mut ist es, »allein« der Mut. Dem toten Heiner Müller wird vorgehalten, daß »er wagte nie den Bruch«, ganz im Gegensatz zu Biermann, der von sich sagen kann: »Ich misch mich ein und halt mich raus« und der »manchmal viel zu mutig, ach / und dreimal viel zu feig« war. Man glaubt’ es gern, doch will man’s wissen?“
    Weil: „Direkt und unverblümt kommt bei Biermann nichts zur Sprache, weil er nun gar nichts mehr zu sagen hat, abgesehen von regressiven Banalitäten und Selbstentblößungen, die freilich bezeugen, was seine Sache ist. »Und in den Fernsehschüsseln sammelt sich das Blut / Aus jedem frischen Blutbad dampft ein buntes Bild / Das Tier in meiner Hose ist so dumm und gut / Und unbekümmert, schau: es schämt sich nicht, es schwillt.« So sitzt er da und geilt sich auf und singt’s ins Mikrophon – und ist damit vom renitenten Hinterbänkelsänger zum »populärsten deutschen Dichter« (Berliner Zeitung) avanciert.“ Bereits Anfang der achtziger Jahre war er davon abgekommen, Kommunismusreime zu machen, und hatte sich darauf verlegt, Ronald Reagan hochzuschätzen.
    Sonst empfehle ich zu wolf b. neben der google+csu-suche noch den Artkel von Peter Hacks in der Weltbühne vom 7.12.1976, der so endet: Man soll mich nicht ungerecht schelten. Meine Gespräche mit Biermann sind, wenn es sie gab, stets unerfrischend verlaufen, ohne Verständnisinnigkeit. Ich rede leichter von als mit ihm. Aus Billigkeit will ich ihm das letzte Wort abtreten, und ich wähle unter vielen schönen sein goldenstes: »Es ist in Köln nichts passiert, was mich im Nachhinein gequält hätte.«

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    • 13. August 2011 19:17

      Ich empfehle ganz ohne Ideologie:

      S oll
      O hne
      L anges
      D enken
      A lles
      T  un




      S oll
      O hne
      L anges
      D enken
      A lles
      T  un

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      • 13. August 2011 19:53

        Ja, das ist schon eingängig; aber doch komplett idealistisch. Manche Unterdrückte warten eben doch auf andere Soldaten als die sie drangsalierenden, früher wegen mir sehr auf die der Roten Armee und der Westalliierten (in Deutschland freilich je mit der Angst des Wissens um die eigenen ’soldatischen‘ Verbrechen, die Rache befürchten ließen), heute vielleicht auf Soldaten demokratischer Staaten, die dann sofort nach dem Frieden Reisefreiheit gewähren, und zwar allen.
        Will sagen, hier kommen wir nie zusammen, und ich laß das auch jetzt liegen; wir haben uns da genügend ausgetauscht. – Ich war beim Bund, um die Waffen des Gegners kennenzulernen (nach einem Buch aus dem Weltkreisverlag: Wehrt Euch, Kameraden!), und ich habe nach Kenntnisnahme der Waffen beim Bund als bester Kompanieschütze ohne Erfolg verweigert, weil ich Gewalt aus falschen Gründen ablehne, wie der vorsitzende Fregattenkapitän meinte. Mein Cousin war übrigens zeitgleich bei der NVA, seine (und also meine) Verwandten haben die halbe Welt gesehen, und zwar vollständig, und nach 89 auch noch wesentliche Teile der Restwelt. Kommunismus ist deshalb für mich geradezu auch ein Synonym für Reisen überhaupt, für eigenes und tätiges Kennenlernen der Welt. Von meinen Ostverwandten lernen, heißt reisen lernen! (Der letzte Slogan vor Oktober 89 aus der LPG Traktor Tui)

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        • sweetheart permalink
          13. August 2011 21:14

          Rainer, das verstehe, wer will:
          „Kommunismus ist deshalb für mich geradezu ein Synonym für Reisen überhaupt, für eigenes und tätiges Kennenlernen der Welt.“
          Bis 89 „die halbe Welt“: das wär‘ Dir genug gewesen!? Denn es geht, mir zumindest, ja nicht vordergründig um’s tatsächliche Ausführen, sondern darum, die Möglichkeit zu haben.
          Und nach 89 „wesentliche Teile der Restwelt“.
          Na klar! Wenn man so lange eingegrenzt wurde, hat man das Gefühl etwas versäumt zu haben und entsprechend Nachholbedarf.
          Nicht umsonst sind die Ossis, egal ob im Osten oder im Westen, die reiselustigste Gruppe in diesem Lande – und, wie ich mal las oder hörte, die unzufriedenste und nörgeligste.
          Klingt mir alles ein wenig mehr nach ganz ordinärem Kapitalismus!

          Wir werden da wohl auch nicht zusammenkommen – zumal ich weder den Wehrdienst angetreten noch verweigert habe! 🙂

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        • 13. August 2011 21:27

          „Kommunismus ist deshalb für mich geradezu auch ein Synonym für Reisen überhaupt, für eigenes und tätiges Kennenlernen der Welt.“

          passt auch gut in die „junge welt“:

          danke für 40 Jahre (sogenannten) Kommunismus. ein Synonym für Reisen durch eigenes und tätiges Kennenlernen der Welt.

          Zyniker aller Länder vereinigt Euch!

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        • 13. August 2011 21:30

          Hallo sweetheart, das von mir für mich/uns Berichtete stimmt haargenau. Damals gab es die erste Welt („wir“) mit dämlichen Reisezielen, die nie genannte zweite Welt („sie“) mit tollen unbekannten Welten, die entdeckt werden konnten im Bereisen, und die dritte Welt („die da von uns Ausgebeuteten“), die gar keine Reiseziele hatte. Warum nur? Die hatten doch grundgesetzlich Reisefreiheit! – – – Ja, die hatten wohl ganz andere Ziele, nämlich notwendig heimatlich humane, die zuvörderst „wir“ verhindert haben, nicht aber die zweite rotarmistische Welt. So meine ich das. Und „wir“ tuns noch immer. Freiheit durch Freiheitskampf verhindern.

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        • sweetheart permalink
          13. August 2011 21:50

          Tut mir leid, Rainer, ich verstehe nicht, was Du sagst:
          – ich hatte keine „dämlichen“ Reiseziele als vermutlich in Deinem Sinne Angehörige der 1. Welt.

          – 2. Welt? Die DDR? Der Ostblock? Und wieso meinst Du, daß deren Reiseziele „tolle unbekannte Welten“ waren?
          Welten können noch so toll und unbekannt sein, wenn einer nix sieht
          und das „dämlichste“ Reiseziel bringt denjenigen weiter, der das will.

          – Und die „3. Welt“ ist also allein das Resultat der 1. Welt? Das „bißchen“ Kolonialismus, das Deutschland hatte, lag übrigens in „gesamtdeutschen“ Zeiten!

          – Und wenn die 2. und die 3. Welt allein auf diesem Planeten gewesen wären, dann wäre alles Friede, Freude, Eierkuchen gewesen?
          Im Leben nicht!

          Mir scheint, Du suchst einen Ort für eine Utopie. Ich denke, Utopien können auch wirken, ohne ungeeignete Orte in sie hineinzupressen.

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        • 13. August 2011 22:15

          So kann mans halt auch wegmachen. Verärgert & Ende, Rainer

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        • 14. August 2011 11:59

          puncto Biermann: ganz und gar einig mit Euch!

          puncto Reisen: wer von Euch war schon im Altai? aber fast jeder unlustige DDR-Bürger war da……..

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    • Louis Levy permalink
      13. August 2011 19:54

      Was soll man sagen über einen, den Frau Birthler für die Ehrenbürgerwürde Berlins vorschlägt, der „Auschwitz“ im damaligen Jugoslawien verhindert wollte und im Irak mit Bush die Feuerwehrautos mit Massenvernichtungswaffen verwechselte? Nichts, trotz alledem? Oder: Eins in die Fresse mein Herzblatt?

      lg LL

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      • 13. August 2011 20:22

        … und welcher idealisierte Jugendliche hatte die Doppel-LP nicht? Wurden die Rillen nicht noch von Böll & Solschenizin persönlich „gescratscht“ …

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    • sweetheart permalink
      14. August 2011 14:27

      Biermann.
      Am 13. November 1976 saß ich gemeinsam mit Ex-my-Ex, der von Kindheit an mehrfach in der DDR zu Besuch gewesen war, da er dort Teile seiner Verwandtschaft hatte, und der ein Absolvent der Marburger Phil-Fak im repräsentativen 60er-Jahre-Geist war, vor’m Fernseher und verfolgte Biermanns Konzert in der Kölner Sporthalle.

      Ich kann nicht sagen, daß er als Sänger und Texter – vermutlich eher Dichter – „mein’s“ war.
      „Mein’s“ waren Leute wie Dylan, Cohen, Joni Mitchell, Donovan, Van Morrison, Simon and Garfunkel, Beatles, Jackson Browne – um nur ein paar wenige willkürlich herauszugreifen – wenn es mir um die Kombination von gern gehörter Musik und Texten mit einer Aussage ging. „Nur“ für Musik gab’s dann noch eine Fülle anderer, überwiegend Soul und R&B, denen ebenso gemeinsam war, daß sie in englischer Sprache sangen, die ich liebe, seit den ersten Wörtchen, die ich in der „Sexta“ lernte.

      Den o.gen. Künstlern ist gemein, daß sie sich nicht nur, aber häufig mit allen möglivchen Aspekten „der Gesellschaft“, insbesondere den USA, kritisch auseinandersetzten, Denkanstöße setzten.
      Diese durchgehende Fähigkeit zur Selbstkritik scheint mir bei vielen Menschen mit DDR-Biografien z. B. wenig wahrgenommen zu werden, wenn sie immer wieder gegen „die Amerikaner“, „die USA“, zu Felde ziehen und dabei zu vergessen scheinen, wie wenige DDR-Bürger sich letztlich trauten, sich kritisch zum Regime im eigenen Lande zu äußern – so wie etwas Biermann.

      Im Focus meiner besonderen Aufmerksamkeit war Biermann also nicht, dennoch fand ich diesen Kölner Auftritt vor dem Hintergrund seiner Lebensumstände und der politischen Situation hochinteressant, mehr noch, als am selben Tage oder kurz danach die Nachricht von seiner Ausbürgerung erfolgte. Das bewegte viele Menschen.

      Biermanns larmoyanter Grundton, in Stimme wie in Text, zog mich nicht an, was keinesfalls als Qualitätsurteil gemeint ist. Aus diesem Grund habe ich ihn, was er machte, was mit ihm geschah, wie vieles andere immer mitverfolgt, aber nicht mit besonderem Interesse, nicht mit dem Herzen. Dafür ist er mir wohl auch zuviel Egomane.

      Ich kann einigen der oben von Dir, Rainer, wiedergegebenen Zitate durchaus etwas abgewinnen, kann mir gut vorstellen, daß jemand, der Biermann etwas intensiver betrachtet, zu solchen Einschätzungen kommt.

      Was mir aber auch auffällt, ist, was Du von „Wiki“ mitnimmst – „der Eingebürgerte schlechthin“ (wozu er ja von einer für diesen Fall nur allzu dankbaren Öffentlichkeit mehr gemacht wurde, als daß er das selbst tat, denke ich) – und was Du alles NICHT mitzunehmen scheinst. Folgende Zitate also aus Wikipedia:

      – Bis 1963 studierte er Philosophie bei Wolfgang Heise und Mathematik an der Humboldt-Universität, erhielt trotz erfolgreich verteidigter Abschlußarbeit im Fach Philosophie kein Diplom ausgehändigt. Die Urkunde erhielt er erst nachträglich am 7. November 2008. Zusammen mit der Diplomurkunde erhielt er die Ehrendoktorwürde der Humboldt-Universität.
      (Wobei mir einfällt, daß erst vor wenigen Wochen einige wenige Universitäten begonnen haben, den jüdischen Deutschen, denen während des Nazi-Regimes die ihnen zustehenden
      Hochschulabschlüsse verweigert wurden, diese endlich zuzuerkennen.)

      – Seine Inszenierung des Stückes „Berliner Brautgang“, das vom Mauerbau handelt, wurde verboten, und noch vor der Premiere 1963 musste das Theater geschlossen werden. Über Biermann wurde ein befristetes Auftrittsverbot verhängt, das ein halbes Jahr währte. Außerdem weigerte sich die SED 1963 ohne Angaben von Gründen, ihn als Mitgleid aufzunehmen.

      – … im Dezember (1965, sw) verhängte das 11. Plenum des ZK der SED ein totales Auftritts- und Publikationsverbot in der DDR gegen ihn. Das Ministerium für Staatssicherheit entwickelte daraufhin einen 20-Punkte-Plan zur „Zersetzung“ seiner Person.

      – Sein Auftritt in der Prenzlauer Nicolaikirche wurde durch ein Versehen der Staatssicherheit ermöglicht , die Biermann nach der Ankündigung seines Konzerts im Veranstaltungsplan der Kirchengemeinde mit dem dort wöchentlich auftretenden Gemeinde-Kantor gleichen Familiennamens verwechselt ( 🙂 ) und es deshalb versäumt hatte, das Konzert zu unterbinden.

      An der Stelle beende ich erst einmal meine Zitate, da ich schlichterdings Hunger habe, aber nicht ohne folgendes noch einmal deutlich zu machen:
      was einer wie Wolf Biermann, ein 75jähriger mit dieser Biografie, zum „50jährigen Jubiläum“ des Mauerbaus zu sagen hat, das ist mir erst einmal wichtig genug, um es mir anzuhören. Das hat Gewicht für mich. Und wie ich oben bereits schrieb, habe ich an seinen Worten in dem DR-Interviewe nichts auszusetzen – im Gegenteil.

      Biermanns Ausbürgerung wurde in Westdeutschland sicher einerseits von interessierter Seite ausgeschlachtet, um die DDR bloßzustellen, genauso störte seine Ausbürgerung aber auch die DDR-Glorifizierzung anderer Kreise – und das tut sie wohl noch heute!

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      • 14. August 2011 16:26

        danke @Karola, wieder einmal bestätigt sich der Spruch vom Propheten im eigenen Lande…. nur gut, dass es letztlich doch einen ernst zu nehmenden Widerstand gegen das System gab, der zeitgleich mit der Pleite der ehemaligen Besatzer ausreichte, um es zu Fall zu bringen.

        Um so befremdlicher, dass nicht nur in der „jw“ und „derFreitag“ sondern auch hier auf dem Wege der Geschichtsklitterung eine zunehmende Verklärung der Schandtaten festzustellen ist.

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        • sweetheart permalink
          14. August 2011 17:33

          Danke, @Andreas! 🙂
          Es dürfte Biermann wohl wenig fröhlich stimmen, wenn er heute liest, wie ihn viele derjenigen sehen, für deren Interessen, für deren Freiheit er sich einsetzte und dafür unter massiven Druck gesetzt wurde.

          Von daher freue ich mich durchaus für ihn, daß er auf der anderen Seite der Mauer weich gelandet ist.

          An dieser Stelle dann auch noch einmal der Link zu dem, was die o.gen. „Zersetzung“ bedeutete, der die Stasi Biermann unterziehen wollte:
          http://bit.ly/nPcsqq

          Daraus zitiert:
          Das MfS setzte die Zersetzung vor allem als psychologisches Unterdrückungs- und Verfolgungsinstrument ein. Es nutzte die an der Juristischen Hochschule der Staatssicherheit (JHS) gewonnenen Erkenntnisse der „Operativen Psychologie“ gezielt, um das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl der Opfer zu untergraben. Diese sollten verwirt oder verängstigt, permanenten Enttäuschungen ausgesetzt und durch Störungen der Beziehungen zu anderen Menschen sozial entwurzelt werden.

          Wer’s genauer wissen will, der lese unter dem Stichwort „Zersetzung“ im „Wörterbuch zur Politisch-Operativen Arbeit“ des Ministeriums für Staatssicherheit, wo das Stichwort 1981, bzw. 1985 aufgenommen wurde – vermutlich nachdem man genügend praktische Erfahrung gesammelt hatte.

          Man mag an Florian Henckell von Donnersmarck viel kritisieren, aber er hat wohl nicht ganz umsonst 4 Jahre Recherche für seinen Film „Das Leben der Anderen“ betrieben.
          Zu dem wird Biermanns Erstaunen darüber zitiert, „daß ein dermaßen realistisches Sittenbild der DDR mit einer wahrscheinlich frei erfundenen Story“ von jemandem entworfen wurde „der ohne schmerzhafte DDR-Sozialisation dennoch mitzureden und zu urteilen in der Lage ist.“
          „Er (Biermann, sw.) machte sich lustig über ‚Westmenschen‘, die sich aus Debatten über die DDR-Vergangenheit heraushalten mit der vorgeschobenen Begründung, nicht moralisch überheblich über die ‚Ostdeutschen‘ urteilen zu wollen, und damit feige in die Unmündigkeit flüchten.“
          http://bit.ly/oAEhUk

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        • sweetheart permalink
          14. August 2011 19:00

          Und noch ein bißchen „DDR in Zahlen“:
          http://bit.ly/n38pD4

          Wahrscheinlich haben all die Opfer dieses Regimes, frei nach Fülberth, ebenso wie die Mauer lediglich dazu beigetragen, einen Dritten Weltkrieg zu verhindern.
          Ich fürchte bloß, die Betroffenen wurden bei den Überlegungen dazu nicht konsultiert!

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  64. 13. August 2011 22:06

    Hat hier jemand »Unrechtsstaat« geschrieben? — Eines der Worte, die ich schon immer besonders lustig fand.

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    • sweetheart permalink
      14. August 2011 00:47

      Nööö, nicht im Moment.

      Aber schön, daß Du mal rüberschaust – über die Mauer, Josef.
      Vom Mauerbau zur Mauerschau.

      Geruhsame Nacht, wünsch‘ ich Dir und allen andern Spätlesern – trotz Vollmond!

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    • 14. August 2011 00:48

      anders bist Du ja nicht hierher zu locken……… 🙂

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    • 14. August 2011 01:25

      Ich schau hier nicht »mal eben rüber«, sondern tue dies jeden Tag. Meistens spät, zu spät oft, weswegen ich eher zu wenig als zu viel schreibe.

      Grüße an — ach, alle.

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    • derSamstag permalink
      14. August 2011 13:50

      Die DDR ein „Unrechtsstaat“?
      Was war dann die BRD ? Auch ein „Unrechtsstaat“?

      Und was war dann erst das „3. deutsche Reich“?

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      • 14. August 2011 14:17

        Wir sind alle ein Los der staatlichen Klassenlotterie!

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      • 14. August 2011 15:28

        mit der DDR ist kein Staat zu machen, bestenfalls ein System, ein Unrechtssystem, um es mal freundlich auszudrücken.

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      • 15. August 2011 19:28

        Geschätzter ForenBoy, dann ab nach Bielefeld, mein Lieber, da gibt´s an der Uni den Systemhaufen überhaupt. Andere hiesige Universitäten schwören dagegen auf Struktur, die ganz scharfen auf Strukturalismus. Sicherlich gibt es systemische Unterschiede; oder verschiedene struktuelle Ebenen. Daß überall im & für den welt- wie menschenrettenden Kapitalismus geforscht wird, steht mir jedoch außer jeder Frage, selbst der nach dem Herrn Gender. – Denn die Frage darf ja auch gar nicht gestellt bzw. mit reichen Mitteln beforscht werden.
        Ach, es ist alles ein Unrechtssystem an der Uni, jedenfalls strukturell. In Münster hat die Uni das gründungsgebende Fürstenberghaus und seine Historiker und Literaturwissenschaftler zum Beitritt ins Freiherr-vom-Stein-Areal gezwungen, während nun Wiwis und Juris die letzte Bastion eines Denkens mit der Kategorie ‚Totalität‘ geschliffen haben.
        Schön ist das nicht, aber Pinkus ist nah …

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    • 14. August 2011 17:17

      „Mit wem ein Staat zu machen ist, bestimme ich!“

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      • sweetheart permalink
        14. August 2011 17:40

        „L’état c’est moi!“
        Kannst Du ja für Dich beanspruchen, Rainer, da Ludwig XIV es ja nun doch nicht gesagt haben soll. 🙂
        Da mußt Du Dich aber zuvor mit meiner Katze einigen, die nämlich behauptet:
        „Le chat c’est moi!“
        http://bit.ly/nHYMhi

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        • 15. August 2011 19:35

          Mein Kater hat immer recht!

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  65. 14. August 2011 12:45

    Oh moon of Alabama……..

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    • 14. August 2011 14:21

      Wenn das der Brecht noch hätte erleben dürfen … 😉

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  66. sweetheart permalink
    14. August 2011 14:34

    Biermann.
    Am 13. November 1976 saß ich gemeinsam mit Ex-my-Ex, der von Kindheit an mehrfach in der DDR zu Besuch gewesen war, da er dort Teile seiner Verwandtschaft hatte, und der ein Absolvent der Marburger Phil-Fak im repräsentativen 60er-Jahre-Geist war, vor’m Fernseher und verfolgte Biermanns Konzert in der Kölner Sporthalle.

    Ich kann nicht sagen, daß er als Sänger und Texter – vermutlich eher Dichter – „mein’s“ war.
    „Mein’s“ waren Leute wie Dylan, Cohen, Joni Mitchell, Donovan, Van Morrison, Simon and Garfunkel, Beatles, Jackson Browne – um nur ein paar wenige willkürlich herauszugreifen – wenn es mir um die Kombination von gern gehörter Musik und Texten mit einer Aussage ging. „Nur“ für Musik gab’s dann noch eine Fülle anderer, überwiegend Soul und R&B, denen ebenso gemeinsam war, daß sie in englischer Sprache sangen, die ich liebe, seit den ersten Wörtchen, die ich in der „Sexta“ lernte.

    Den o.gen. Künstlern ist gemein, daß sie sich nicht nur, aber häufig mit allen möglivchen Aspekten „der Gesellschaft“, insbesondere den USA, kritisch auseinandersetzten, Denkanstöße setzten.
    Diese durchgehende Fähigkeit zur Selbstkritik scheint mir bei vielen Menschen mit DDR-Biografien z. B. wenig wahrgenommen zu werden, wenn sie immer wieder gegen „die Amerikaner“, „die USA“, zu Felde ziehen und dabei zu vergessen scheinen, wie wenige DDR-Bürger sich letztlich trauten, sich kritisch zum Regime im eigenen Lande zu äußern – so wie etwas Biermann.

    Im Focus meiner besonderen Aufmerksamkeit war Biermann also nicht, dennoch fand ich diesen Kölner Auftritt vor dem Hintergrund seiner Lebensumstände und der politischen Situation hochinteressant, mehr noch, als am selben Tage oder kurz danach die Nachricht von seiner Ausbürgerung erfolgte. Das bewegte viele Menschen.

    Biermanns larmoyanter Grundton, in Stimme wie in Text, zog mich nicht an, was keinesfalls als Qualitätsurteil gemeint ist. Aus diesem Grund habe ich ihn, was er machte, was mit ihm geschah, wie vieles andere immer mitverfolgt, aber nicht mit besonderem Interesse, nicht mit dem Herzen. Dafür ist er mir wohl auch zuviel Egomane.

    Ich kann einigen der oben von Dir, Rainer, wiedergegebenen Zitate durchaus etwas abgewinnen, kann mir gut vorstellen, daß jemand, der Biermann etwas intensiver betrachtet, zu solchen Einschätzungen kommt.

    Was mir aber auch auffällt, ist, was Du von „Wiki“ mitnimmst – „der Eingebürgerte schlechthin“ (wozu er ja von einer für diesen Fall nur allzu dankbaren Öffentlichkeit mehr gemacht wurde, als daß er das selbst tat, denke ich) – und was Du alles NICHT mitzunehmen scheinst. Folgende Zitate also aus Wikipedia:

    – Bis 1963 studierte er Philosophie bei Wolfgang Heise und Mathematik an der Humboldt-Universität, erhielt trotz erfolgreich verteidigter Abschlußarbeit im Fach Philosophie kein Diplom ausgehändigt. Die Urkunde erhielt er erst nachträglich am 7. November 2008. Zusammen mit der Diplomurkunde erhielt er die Ehrendoktorwürde der Humboldt-Universität.
    (Wobei mir einfällt, daß erst vor wenigen Wochen einige wenige Universitäten begonnen haben, den jüdischen Deutschen, denen während des Nazi-Regimes die ihnen zustehenden
    Hochschulabschlüsse verweigert wurden, diese endlich zuzuerkennen.)

    – Seine Inszenierung des Stückes „Berliner Brautgang“, das vom Mauerbau handelt, wurde verboten, und noch vor der Premiere 1963 musste das Theater geschlossen werden. Über Biermann wurde ein befristetes Auftrittsverbot verhängt, das ein halbes Jahr währte. Außerdem weigerte sich die SED 1963 ohne Angaben von Gründen, ihn als Mitgleid aufzunehmen.

    – … im Dezember (1965, sw) verhängte das 11. Plenum des ZK der SED ein totales Auftritts- und Publikationsverbot in der DDR gegen ihn. Das Ministerium für Staatssicherheit entwickelte daraufhin einen 20-Punkte-Plan zur „Zersetzung“ seiner Person.

    – Sein Auftritt in der Prenzlauer Nicolaikirche wurde durch ein Versehen der Staatssicherheit ermöglicht , die Biermann nach der Ankündigung seines Konzerts im Veranstaltungsplan der Kirchengemeinde mit dem dort wöchentlich auftretenden Gemeinde-Kantor gleichen Familiennamens verwechselt ( 🙂 ) und es deshalb versäumt hatte, das Konzert zu unterbinden.

    An der Stelle beende ich erst einmal meine Zitate, da ich schlichterdings Hunger habe, aber nicht ohne folgendes noch einmal deutlich zu machen:
    was einer wie Wolf Biermann, ein 75jähriger mit dieser Biografie, zum „50jährigen Jubiläum“ des Mauerbaus zu sagen hat, das ist mir erst einmal wichtig genug, um es mir anzuhören. Das hat Gewicht für mich. Und wie ich oben bereits schrieb, habe ich an seinen Worten in dem DR-Interviewe nichts auszusetzen – im Gegenteil.

    Biermanns Ausbürgerung wurde in Westdeutschland sicher einerseits von interessierter Seite ausgeschlachtet, um die DDR bloßzustellen, genauso störte seine Ausbürgerung aber auch die DDR-Glorifizierung anderer Kreise – und das tut sie wohl noch heute!

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      14. August 2011 14:49

      Doppelt gemauert hält besser! 🙂

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        15. August 2011 10:40

        🙂 🙂 🙂

        Da muß ich ja doch kichern!

        Andreas, am 12. August morgens um 9.06 hast Du den Link zum DR-Interview mit Biermann und dessen Zitat zu den LINKEn gesetzt – gestern um 14.15 ist das Thema auch beim FREITAG angekommen:
        http://www.freitag.de/kultur/1132-wolf-biermann-und-die-mauer-blaues-auge-statt-kopf-ab
        (Das kurze Fischchen funktioniert heute nicht.)
        Das hätte das Publikum auch schneller haben können! 🙂

        Und Axel Minge meint denn nun nach einem langen Zitat aus Biermanns Interview:
        „Bitte ausdrucken und gut aufbewahren. Dann müssen wir uns 2014, beim nächsten Jubiläum, nicht die Mühe machen, das noch mal aufzuschreiben.“

        Ich kann 7 Kommentare einsehen.
        @Matto denkt an sein „kleines Glück in der gewissen Nische“, möchte von Biermann und seiner „ordinären Sprache“ in Ruhe gelassen werden, der sich „dem westdeutschen Pack zuwenden“ soll.
        @Rapanui, von einem der schillerndsten Kommentatoren der FC „liebevoll“ „Genosse Generalsekretär“ tituliert, meldet sich ebenfalls herablassen zu Wort und fast jeder der anderen Kommentatoren erinnert sich des Spruchs, den Biermann kurz nach seiner Ausbürgerung tätigte, daß er „vom Regen in die Jauche“ gekommen sei.

        Und bei dieser willkommenen Nachricht sind dann auch die Herrschaften gedanklich stecken geblieben – im Gegensatz zu Biermann:
        „Biermann … räumt inzwischen ein, „natürlich“ sei das „vom Regen in die Jauche“ ungerecht gewesen, das weiß ich heute; trotzdem bleibt es stehen, ich bin eben kein Gerechter.“
        Im Gegensatz zu so vielen anderen (Selbst)Gerechten!
        Man muß ihnen wohl zugute halten, daß sie den Artikel im SPIEGEL 1978 vielleicht nicht lesen konnten.
        http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40942754.html

        Ist das „deutsch“? Dieses Übelwollende, Mißgünstige!?
        Biermann war ja doch ein überzeugter Sozialist, aber eben kein betonierter, keiner, der das Denken dem „Genossen Generalsekretär“ überlassen wollte.
        Gehörte Biermann zu einer DDR-„Elite“, die die Masse samt deren Veränderungsideen ablehnten?
        Wollten so viele andere nur die üblichen „deutschen Tugenden“ wie Ruhe, Ordnung, „kleines Glück“ – und kleinen Geist!?

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          15. August 2011 23:13

          Und in ebendem Thread zum Biermann-Mauer-Artikel von Minge äußert sich auch @Magda, die gelernte DDR-Bürgerin und gibt einen für mich nicht unbedeutsamen Einblick in die Verhältnisse dort und in ihrem Kopf:
          Sie steuert „ein bißchen Kolportage“ zu Biermann bei – das Gebiet auf dem sie sich am sichersten bewegt.

          „Da fällt mir die Chausseestraße ein. Da hat er (Biermann, sw.) viele Jahre gewohnt. Ich hatte einen Kollegen, der dort wohnte und mit dem ich hin und wieder ordentlich einen gezischt habe und überhaupt allerlei „betrieben“. Das war schon nach Biermanns Ausbürgerung. Gerade rüber von dieser Wohnung lag die ‚Ständige Vertretung‘ und davor standen die Sicherheitsorgane. Dieser Kollege hatte noch Platten von Biermann und stellte die – wenn wir so richtig einen sitzen hatten – dann richtig laut. ‚Spaniens Himmel“ zum Beispiel war so eine Aufnahme. Irre. Der hatte irgendwie keine Angst vor diesen Hanseln.“

          Was lerne ich? In der DDR mußten sich auch Frauen „hin und wieder“ besaufen und in diesem Zustand mit dem Kollegen vögeln, um das Leben überhaupt auszuhalten!?
          Nein, das wäre sicher völlig daneben!
          Nein, aufschlußreich für mich ist, es bestätigt zu finden, daß es tatsächlich eine mutige Tat war, die Platte eines Menschen zu spielen, den das Regime zum „Gegner“ bestellt und ausgebürgert hatte, daß das keine Zuschreibung „des Westens“ ist.
          Und es gab also den ein oder anderen, der „irgendwie keine Angst“ hatte – aber offenkundig nicht genug davon!

          Das bewegt @Magda aber nicht weiter – lieber schwadroniert sie noch ein wenig über Biermann und seine „fantastischen Frauen“, bis hin zu Margot
          Honecker.

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      • 15. August 2011 19:41

        Lesen ist ja mein Hobby, gemeinsam sowieso, also 😉 ::
        Im Deutschlandfunk klärt Wolf Biermann ein für alle mal die Sache mit der Mauer und den Äußerungen diverser Linkspartei-Politiker (dF)
        Selbstverständlich hat Biermann in gewissen Teilen Recht, aber er sollte an seinem damaligen Spruch denken, als ihn die DDR ausgebürgert hatte. Er sagte wörtlich, dass er vom Regen in die Jauche gekommen sei. Für mich sagt das eigentlich alles. Biermann hatte seinen großen Tag und nun sollte er uns mit seiner ördinären Sprache in Ruhe lassen. (Matto)
        Wenn der Quartalssänger mit seinen Abwinden die Segel seiner Luxusyacht „Margots Günstling“ bläht, dann knattern die Sittlichkeitsleinen, der Bug durchpflügt das endlose Meer der Selbstgerechtigkeit und am Heck strudeln die Kotzbrocken. (born2bmild)
        Bitte ausdrucken und gut aufbewahren. Dann müssen wir uns 2014, beim nächsten Jubiläum, nicht die Mühe machen, das noch mal aufzuschreiben. (Axel Minge)
        Döse Peund deTreitack

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        • 15. August 2011 19:47

          Und noch einmal:
          „Biermann hatte seinen großen Tag und nun sollte er uns mit seiner ördinären Sprache [die an weinsztein gemahnt] in Ruhe lassen.“
          Und wir uns alle auch.
          (Sonst setze ich hier alles rein, was ich über …mann [die dümmste Bestimmung des Grundworts] weiß.)

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        • 15. August 2011 20:21

          als Rainer, ich würde es eher als Armutszeugnis bezeichnen, wenn Du es nötig hast, ausgerechnet einen unterschichtigen Freitags-Schreiberling wie „matto“ zu zitieren, um deine (falsche) Meinung zu Wolf Biermann zu untermauern.

          ……dann aber bitte vollständig „matto“: Er (Biermann) sollte sich jetzt einmal dem westdeutschen Pack zuwenden!

          http://j.mp/oWlxGK

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        • sweetheart permalink
          15. August 2011 20:38

          Rainer, wie verstehe ich das denn jetzt bitte?
          Du hast also nun den Teil des B.-Interviews gelesen, der in dF abgedruckt ist – das gesamte Interview war ja bereits vorgestern von @Forenboy verlinkt.
          Dann zitierst Du nun Teile der Kommentare, die ich heute Morgen im Kommentar davor zitierte, etwas anders gewichtet, und wiederholst das Regen/Jauche-„Bon“mot von B., zu dem ich oben den SPIEGEL-Artikel verlinkte. Hast Du das auch gelesen, was B. später dazu sagte?

          Mich interessiert aber auch nicht in erster Linie, daß B. das gesagt hat, was gesagt wurde – weswegen es mich auch nur halb interessiert, was Du alles über B. sagen könntest – sondern mich interessiert zuvörderst die Aussage, die er da getätigt hat und die ich wie A.M. bis zum nächsten Jubiläum an die Wand hefte.

          Daß wir da auf keine gemeinsam Linie kommen, ist ja nun überdeutlich. Hilfreiche, konstruktiver für mich wäre es nun, wenn Du statt enigmatischer Verweise auf Systemtheorien, Strukturalismus und Sonstiges einmal sehr konkret (!) berichten könntest, was Dich denn zu Zeiten der DDR durch Deine Verwandten vermittelt und an deren Beispiel beeindruckt hat.
          Was war es denn, das Dich bewegte, wie Du einmal schriebst, über längere Zeit die DKP zu wählen, weil Du Verwandte in der DDR hattest/hast.

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        • 15. August 2011 20:40

          Nicht schlecht! aber er schleimt lieber am Zeh (wie C) der Herrschenden rum, seit seinem Outing als politisch Rechter. Und da hat Matto eben nicht unrecht-sstaat.

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        • 15. August 2011 20:48

          und, sweetheart, was wer partiell ein mal gesagt hat oder taktisch zurückgenommen, interessiert mich überhaupt nicht, mich interessiert in einer philosophisch-politischen diskussion die katogorie totalität. und da stelle ich biermann und weinsztein in einen sack. so.
          und sonst diskutiere ich hier auch nur noch säckeweise weiter, also wo was drin ist zum diskutieren. sonst gehe ich nämlich lieber fußball.
          abpfiff für heute.

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        • sweetheart permalink
          15. August 2011 21:05

          Dich interessiert „Totalität“ fernab überflüssiger Differenzierungen.
          So viel habe ich nun verstanden, Rainer.
          Viel Spaß beim Fußball!

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        • 15. August 2011 21:13

          Hier mein Preis für ::
          Nicht(s) lesen können!

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        • sweetheart permalink
          15. August 2011 21:27

          Wenn Dich diese Sichtweise glücklicher läßt als die Feststellung, daß Du da gerade arg gerempelt wurdest …

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        • 16. August 2011 10:36

          Lesestoff, nicht nur für Rainer, aus meiner Sicht sehr empfehlenswert!
          http://j.mp/qH5zZC

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    • 15. August 2011 12:15

      danke Karola, dann lege ich nochmal nach:
      nicht nur für die MI-Leser, die wohl Biermann „nicht verstanden“ haben, sondern auch für die verpennten Freitagianer.

      Im Nachtmagazin letzte Nacht gab es ein einstündiges Interview des 10-fachen Vaters und Liedermachers Wolf Biermann im ZDF………………

      „ich wollte schon immer nur das bisschen Wahrheit, das ich endlich begriffen hatte, so deutlich wie möglich rüber bringen…“

      Ein echt sehens-hörenswerter Tipp. Entschuldigungen in Sachen Biermann werden gerne entgegen genommen.

      http://j.mp/oWlxGK

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      • 15. August 2011 23:55

        wer sich hier an Äußerlichkeiten wie der „ordinären Sprache“ hoch zieht, die ja bekanntlich von Biermann bewusst eingesetzt wurde, dem scheinen Inhalte bestenfalls sekundäre Bedeutung zu haben.
        Eine Beobachtung, die ich mit großer Besorgnis mache, denn letztlich ist es egal, wie man etwas sagt, Hauptsache, man sagt es.

        Wer sich dann immer noch an der Form aufgeilt, hat wirklich absolut nichts verstanden.

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  67. 15. August 2011 17:58

    Zwei Karten für die Südwestkurve werden im Tippspiel der MS-Nachrichten verlost, für das Spiel SC Preußen 06 vs Babelsberg 03 morgen, Anpfiff 19 Uhr plus Einweihung der neuen Flutlichtanlage. Wählen Sie einfach das schönste Bestimmungswort zum an sich schon schönen Grundwort ‚Mann‘.
    a) Achter
    b) Bier
    c) Super
    Die Gewinnerinnen werden morgen Schlag Zwölf benachrichtigt. (Einleuchtend, daß bei diesem Spiel Grundwortbesitzer ausgeschlossen sind, oder.)

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    • 15. August 2011 21:06

      Die Karten sind vergeben:
      A) Schnolfi
      Biermann hat seine eigene Parteilinie. Immer feste druf auf den Sack, man wird schon einen Richtigen dabei treffen.
      Als er vom Regen in die Jauche kam, hat er am Tirillieren über die gegensätzlichen Brühen ganz schön verdient.
      Obgleich – manche meinen ja bis heute, er könne überhaupt nicht singen. Da ihm auch das einzige Thema schon seit längerem weggebrochen ist, sucht er immer noch im Regenbottich nach Ersatz.
      Sing‘ mal‘ wieder was, Wolf – vielleicht über Frau Lötsch?
      Ne‘, klar das Thema kauft einem niemand ab. Und was reimt sich schon auf den Namen?
      Aber wie wär’s denn ‚mal mit Songs über die Jauche?
      In Spanien, Frankreich, England gäbe es genug junge Themen, Junge – äh – Alter!

      B) Uwe Theel
      Besonders skandalös ist diese Passage aus dem DL-Interview des Dichters und Sängers, der mir bis 1976 ein Großer war:
      Biermann: Weil die Menschen immer so sind, das kennen wir doch. Man will aus irgendeinem Dreck raus und fällt in den nächsten rein. Die Menschen sind leider so, sie schaffen es nicht anders.
      Uwe gehört doch zu uns! Wahrscheinlich will er den Freitag nur unterwandern.

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  68. 15. August 2011 21:29

    In puncto Biermann, der denselben zweiten Vornamen wie Magnus Göller hat, den er aber (toll! voll Wut!!!) als einzigen trägt, schlage ich der MI-Redaktion einen außerordentlichen Beton-Wolf-Oskar vor: vielleicht ‚Mauergewinnler 2011‘. Ich rühre schon mal den Beton an. Die Auszeichnung sollte dann einem Schauzbart nachgebildet werden.

    P.S.: Ich habe hier zu Biermann zumeist ironisch zurückgepostet, wenn zwei aber weder lesen noch hören können, dann muß ich das registrieren. Der A. und die K. können sich hier weiter am Biermann berauschen. Dieses ist mein letzter Kommentar in der MI, und bleibt es, wenn es so weiter geht wie in den letzten Tagen von K. und A..

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    • 15. August 2011 23:32

      das Argument mit der „Ironie“ oder der „Satire“ wird immer dann ausgepackt, wenn die „Ernsthaftigkeit“ in den Brunnen gefallen ist, finde ich für einen, der gerne die Ideologie-keule auspackt und andere des Analphabetismus bezichtigt, und zugleich den Betonkopf Uwe Theel immer wieder hofiert, (für mich persönlich einer der widerlichsten Freitagsblogger) eine ganz schwache Leistung.

      Und dann noch mit Erpressung kommen ist aller unterstes Niveau!

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  69. sweetheart permalink
    15. August 2011 21:56

    „Berauschen“ liegt mir fern, Rainer, in jeder Hinsicht!
    Das ist jetzt wie es ist, aber vielleicht hättest Du ja mal den Elfenbeinturm der Ideologie verlassen können statt „ironisch zurückzuprosten“ und so kleinen Dummchen wie A. und K. erläutern können, inwieweit die eingezäunte DDR in Deiner Sicht ein besserer Aufenthaltsort war als die andere Seite – durch was das ganze Elend, das dieser Staat vielen seiner Bürger verursachte denn aufgewogen wurde – jenseits des „verhinderten 3. Weltkriegs“.

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    • 16. August 2011 00:28

      Guten Abend, sweetheart ma chère!

      Warum ihr drei — Du, Andreas und Rainer — auch ausgerechnet über einen Bänkelsänger zersteiten müßt, ist mir völlig schleierhaft.

      Laßt den Biermann doch einfach Biermann sein! Daß es dem in der BRD ganz gut gefällt, liegt ja wohl auf der Hand und ist auch völlig nachvollziehbar, schließlich ist der ideelle Gesamtdeutsche namens BRD es auch, der ihm Orden, Preise und eine alles in allem ansehnliche Materialunterlage für seine Lieder verschafft — und außerdem die Staatsanleihen, mit denen dieses sein Auskommen so beruhigend besichert ist, immer so beunruhigend schnell ins Rutschen kommen, wenn man nicht mithilft, die Hand zu salben, die sie garantiert, geschweige: etwas ändert.

      Wenn Wolf Biermann der Mann von Hirn und Geist ist, als der er figuriert, dann wird er selber sehr genau wissen und begriffen haben, daß die gesamtbundesdeutschen Lobhudeleien nicht ihm und seinem Intellekt gelten, sondern seiner und seiner Zeilen Nützlichkeit fürs Staatswesen und dessen Legitimation: das ist schließlich der Zweck der Veranstaltung.

      Und wenn ihr zwei, sweetheart und Andreas, nix über den Biermann kommen lassen mögt, dann wißt ihr’s eben auch nur zu genau, weil ihr schließlich zusammen mit Wolf Biermann auf die DDR zeigt (oder, genauer: ihn für euch darauf zeigen laßt) und wißt, daß die BRD das Ganzganzandere ist — eine Auskunft, die die gegenwärtige Staatsgewalt wiederum nur zu gerne hört, weswegen sie ja auch Preise und Dotationen dafür vergibt.

      Klar?
      Klar.

      Und jetzt Schwamm drüber & Gutgruß!

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      • 16. August 2011 00:59

        Josef, das ist ja süß von Dir, aber stimmt schon. Nur ist mir Biermann im Grunde egal, ich mag nur dieses diskreditierende Gelaber nicht.

        auch Dir einen lieben Gruß

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        • 16. August 2011 16:46

          ich denke mal, du meinst den hier. jedenfalls passt aus meiner Sicht alles, was Du gesagt hast:

          http://j.mp/pA68QY

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  70. sweetheart permalink
    16. August 2011 01:34

    Nee, Josef, ganz so ist es ja nun nicht: manches von dem, was Du zur „BRD-Nutzung“ von Biermann schreibst, hab‘ ich ja gestern schon gesagt, ebenso, daß es mir nicht vordergründig um ihn geht – auch wenn er ja nun in seiner DDR-Zeit in erheblichem Maße drangsaliert worden ist, wie ich ebenfalls oben schon in einigen Kommentaren schrieb.
    Als Barde ist er mir ja ziemlich wurscht.
    Es geht mir darum, WAS ER GESAGT HAT.
    Und es ist doch nicht so, als ob ich nicht wüßte, wie vieles auf der westlichen Seite zu bemängeln gewesen wäre und ist und das findet statt und hat immer stattgefunden.
    Ich fänd’s nur ganz schön, wenn Menschen mit Ostbiografien – bei Westbiografien ist es mir gänzlich unverständlich – nicht immer noch versuchten, diesen Feldversuch in Menschenmassenhaltung mit angeschlossenbem Freikörperkulturgefängnis schönzunostalgieren!

    Und ansonsten schreib ich hier wirklich nicht zu höheren Ehren von Herrn Wulff oder anderen BRD-Vertretern: Josef, ich schreib für mich! Sowas wie die DDR war, das will ich nicht!!! Ich wär‘ da auch abgehauen oder abgesoffen, selbst wenn ich eine Neigung habe, triste Orte durch Blümchen aufzuhellen.

    Aber, es ist wirklich lieb, daß Du friedensengelsgleich (oder doch Marx?) hier einschwebst:
    vielleicht singen wir morgen alle 3 was zusammen – aber nicht die Internationale!

    Geruhsamste!
    Die Englischlehrererin – immer und ewig!

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  71. 16. August 2011 12:27

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  72. 16. August 2011 12:28

    Liebt Euch, verflucht nochmal!

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    • sweetheart permalink
      16. August 2011 16:15

      Na, na, na, @Hibouh!
      Ich fürchte, fluchen widerspricht der hier geltenden Nettiquette! 🙂
      —-
      Ich würde ja den himmlischen Chor verstärken wollen, aber youtube hat wohl eben zuviel zu tun. Später.

      Dafür eine Empfehlung für einen FC-Artikel, den ich gern gelesen habe, weil der Autor einen ebenso nüchternen wie sensiblen Blick auf die Dinge wirft.
      Von solchen persönlichen Zeugnissen, Eindrücken hätte ich gerne dieser Tage mehr gelesen.
      Bei der FC gibt es 2 Kommentare zu diesem Artikel vom 12. August.

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      • 16. August 2011 16:36

        sollen wir jetzt mal raten, welchen Artikel Du da lobst, Karola, oder machst Du es uns mit einem Link einfacher?

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        • 16. August 2011 16:48

          ich denke mal, du meinst den hier. jedenfalls passt aus meiner Sicht alles, was Du gesagt hast:

          http://j.mp/pA68QY

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        • sweetheart permalink
          16. August 2011 17:08

          Andreas, was soll ich sagen – Du weißt es ja schon! 🙂
          Ja, in der Tat, den meinte ich – ich schwebte wohl noch in den „Sally Gardens“.

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  73. 16. August 2011 12:55

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  74. 16. August 2011 14:43

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    • sweetheart permalink
      16. August 2011 16:37

      Aber jetzt:
      http://bit.ly/plG7nM
      http://bit.ly/njituB
      http://bit.ly/qC0cqp

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  75. sweetheart permalink
    16. August 2011 16:51

    Und noch eins ….
    „She bid me take love easy, as the leaves grow on the tree;“

    http://bit.ly/on1DSO

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  76. Louis Levy permalink
    16. August 2011 19:05

    Ich möchte die Angelegenheit zwar nicht noch weiter am Kochen halten, möchte aber einerseits wie j-ap bemerken, dass unterschiedliche Auffassungen kein Grund sein sollten diese, obgleich unmögliche, so aber doch schöne Mission (Wir brauchen jeden Mann/Frau! Witz!) zu beenden, andererseits noch kurz kontrapunktisch für Rainer in die Bresche springen:

    Denn ich finde es doch etwas einäugig, @sweetheart und @ForenBoy, wie Ihr die DDR nun seht. Zu kritisieren gab es genügend, beiderseits der Mauer!

    Der Unterschied: Bei uns im Westen fand nie eine Aufarbeitung statt. Wäre die Aufarbeitung des Dritten Reiches nur annähernd so gründlich wie bei dem „Unrechtsstaat“ verlaufen, hätte man ggf. von Entnazifizierung sprechen können, so aber war es mehr eine Umnazifizierung, bei der die meisten Schlüsselpositionen von Altnazis wiederbesetzt wurden. Auch ein Vergleich einer nie aufgearbeiteten BRD mit einer gründlich aufgearbeiteten DDR hinkt eklatant. Wo war Deine Stimme während der 28 Jahre, @ForenBoy, der Du retrospektiv von einem „Unrechtsstaat“ sprichst? 28 Jahre lang wurde Honecker beim Besuch in der BRD von allen Seiten mit »sehr geehrter Herr Staatsratsvorsitzender« angeredet. Wurde das alles nur gespielt? War die DDR etwa gar kein Staat?

    Oder wie Gremliza nach der Wiedervereinigung ironisch treffend schrieb: „Ein Staat, der einer ist, darf Geheimdienste unterhalten und zu kriminellen Taten ermächtigen: Telefone abhören, Briefe öffnen, Wanzen anbringen, Leute erpressen, bestechen und, wie man von der CIA weiß und vom BND annehmen sollte, in besonderen Fällen auch umbringen. Der Krisenstab eines Staates (BRD 1977) darf sogar diskutieren, ob man Gefangene ermorden lässt. Ein Staat darf mit Mordwerkzeug handeln, mit U-Booten, mit Giftgas, mit Maschinenpistolen. Er darf Menschen wegen ihrer politischen Überzeugung diskriminieren und wegen ihrer Hautfarbe misshandeln. Wäre die DDR ein Staat gewesen, hätte auch Honecker das alles gedurft, und mehr noch gegen jene, die seinem Staat an die Existenz wollten. Was ein Staat dürfen kann, wenn er seinen Bestand gefährdet sieht, hätte er in den Notstandsgesetzen der BRD nachlesen und bei Manövern von Grenzschutzeinheiten betr. Besetzung von Betrieben durch Arbeiter beobachten können. Umso schlimmer für ihn, wenn er es getan hat – jetzt, da sich herausstellt, dass die DDR gar kein Staat war.“

    Rein materiell konnte (und musste wegen dieser Konkurrenzsituation) der kapitalistische Westen seinen Lohnabhängigen naturgemäß mehr bieten und insofern besser dastehen, als der Osten, weil er u.a. auch gehörig auf Kosten der ausgebeuteten Dritten Welt lebte. Den DDR-Bürgern ging es wirtschaftlich schlechter, jedoch lebte die DDR eben nicht derart von der Dritten Welt und deren Ressourcen.

    Oder ist es Dein Ernst, @sweetheart, dass für Dich die DDR ein „…Feldversuch in Menschenmassenhaltung mit angeschlossenem Freikörperkulturgefängnis…“ war? Wenn Du das tatsächlich uneingeschränkt so siehst, sind Diskussionen in diesem Punkt wohl wirklich überflüssig!

    lg LL

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    • sweetheart permalink
      17. August 2011 19:38

      Zwischen im wahrsten Sinne des Wortes Tür und Angel:
      @LL, Du schreibst „jedoch lebte die DDR eben nicht derart von der Dritten Welt und deren Ressourcen.“

      Es mag sein, daß Du recht hast, wahrscheinlich ist es sogar so, aber die Ökobilanz von den Parallelitäten von „DDR und BRD“ – um einmal beiden die Anführungsstrichelchen zu geben – sollte man dann ruhig noch einmal genauer ansehen.

      In Deinem letzten Kommentar schreibst Du:
      „Drum bringt die Laudatio auf Deutschland schnell zu Ende, ehe, nach dem Fall des real existierenden Sozialismus, der Kapitalismus gleich mit zu Ende geht.“

      Ist das Aufzeigen der unübersehbaren Mängel „des real existierenden Sozialismus“ gleichbedeutend mit einer „Laudatio auf Deutschland“, womit Du möglicherweise, vermutlich den Zustand ab 1989/90 meinst!? Ich denke nicht!
      Die BRD, mein Vater hätte gesagt „Westdeutschland“, ist von Beginn an auch von innen heraus kritisiert worden und hat sich, zumindest in Meiner Sicht, entwickelt und verändert, auch wenn sie z.B. im Umgang mit den Herausforderungen der außerparlamentarischen Opposition und in vielen anderen Dingen ebenso immer wieder versagt hat.

      Ob und wie der Kapitalismus zu Ende geht – da dürfte meine Einschätzung eher unbedeutend sein. Ich werde mich hüten, zu prognostizieren, daß ich das nicht erleben werde – das haben auch viele DDR-Bürger vom Fall der Mauer geglaubt.! 🙂

      Abschließend noch eine Ergänzung zu meinen gestrigen Worten:
      „.. mir geht es darum, ob Menschen in der Gesellschaft der DDR so leben konnten, wie ich meine, daß Menschen in meiner Nähe in dieser Zeit hätten leben können und sollen, ob ich dort hätte leben können und wollen.“

      Wenn man hier etwas länger von mir liest, wird man hoffentlich nicht auf den Gedanken kommen, daß ich von der freien Verfügbarkeit von Bananen spreche. Sicher nicht!
      Aber ich hatte eine Wahl, Louis! Um das einmal an diesem Beispiel zu zeigen: Ich konnte amerikanische Fruchtkonzerne und deren Südamerikanern aufoktroyierte Mensch, Tier und Pflanzen schädigende Produktionsweisen durch den Kauf dieser Importe unterstützen oder zumindest „in Kauf nehmen“, ich konnte den Kauf solcher Produkte unterlassen, ohne in eine Mangelsituation zu geraten, ich konnte auch zunehmend seit Anfang der 80er Jahre ökologisch produzierte und fair gehandelte Waren kaufen, was m.E. kein Privileg der „Besserverdiener“ ist.

      Aufgrund meiner Interessen und Kenntnisse bin ich ca. zu Beginn der 80er Jahre in den B.U.N.D. eingetreten, wo ich einige Zeit auch aktiv mitgearbeitet habe, und bin seitdem zahlendes Mitglied einiger anderer „Umwelt“-Organisationen. Freiwillig. Nicht, weil irgendjemand so oder so für mich entschieden hat.

      Die Bibel vieler junger Leute der 70er Jahre war „The Limits of Growth“ und u. a. mit dieser heute nicht mehr ganz so angesehenen Lektüre ausgestattet bin ich an meine Arbeit als Englischlehrerin herangegangen, in einem Bundesland, in dem die vorläufigen Richtlinien für dieses Fach überwiegend von sehr kritischen Geistern verfaßt worden waren, was sich z.B. in der „Behandlung“ (furchtbares Wort!“) der britischen Klassengesellschaft, der Folgen des Kolonialismus, der Quasi-Ausrottung der Indianer durch die Neuankömmlinge, des Vietnamkriegs, des Civil Rights Movements und vieler anderer „dem Westen“ nicht unbedingt zu höherer Ehre gereichender Themen darstellte, was in der Fülle schon fast wieder kontraproduktiv für den Unterricht war.
      Und aus dieser Erfahrung heraus möchte ich es deutlich von mir weisen, daß der Westen nicht zur Selbstkritik fähig wäre.

      So: Zeit und Kraft leiden nahe dem Nullpunkt.
      Kannst Du zu Deinem Zitat von gestern, 21.48, bitte noch einen Link einstellen?

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  77. Louis Levy permalink
    16. August 2011 19:36

    Und zur Relativierung von allem… ein wenig T. Bernhard:

    „Die Wahrheit, denke ich, kennt nur der Betroffene, will er sie mitteilen, wird er automatisch zum Lügner. Alles Mitgeteilte kann nur Fälschung und Verfälschung sein, also sind immer nur Fälschungen und Verfälschungen mitgeteilt worden. Der Wille zur Wahrheit ist, wie jeder andere, der rascheste Weg zur Fälschung und zur Verfälschung eines Sachverhalts. Und eine Zeit, eine Lebens-, eine Existenzperiode aufzuschreiben, gleich, wie weit sie zurückliegt, und gleich, wie lang oder kurz sie gewesen ist, ist eine Ansammlung von Hunderten und von Tausenden und von Millionen von Fälschungen und Verfälschungen, die dem Beschreibenden und Schreibenden alle als Wahrheiten und nichts als Wahrheiten vertraut sind. Das Gedächtnis hält sich genau an die Vorkommnisse und hält sich an die genaue Chronologie, aber was herauskommt, ist etwas ganz anderes, als es tatsächlich gewesen ist. Das Beschriebene macht etwas deutlich, das zwar dem Wahrheitswillen des Beschreibenden, aber nicht der Wahrheit entspricht, denn die Wahrheit ist überhaupt nicht mitteilbar. Wir beschreiben einen Gegenstand und glauben, wir haben ihn wahrheitsgemäß und wahrheitsgetreu beschrieben, und müssen feststellen, es ist nicht die Wahrheit. Wir machen einen Sachverhalt deutlich, und es ist nicht und niemals der Sachverhalt, den wir deutlich gemacht haben wollen, es ist immer ein anderer.

    Wir müssen sagen, wir haben nie etwas mitgeteilt, das die Wahrheit gewesen wäre, aber den Versuch, die Wahrheit mitzuteilen, haben wir lebenslänglich nicht aufgegeben. Wir wollen die Wahrheit sagen, aber wir sagen nicht die Wahrheit. Wir beschreiben etwas wahrheitsgetreu, aber das Beschriebene ist etwas anderes als die Wahrheit. Wir müssten die Existenz als den Sachverhalt, den wir beschreiben wollen, sehen, aber wir sehen, so sehr wir uns bemühen, durch das von uns Beschriebene niemals den Sachverhalt. In dieser Erkenntnis hätten wir längst aufgeben müssen. Da die Wahrheit mitzuteilen und also zu zeigen, nicht möglich ist, haben wir uns damit zufrieden gestellt, die Wahrheit zu schreiben und beschreiben zu wollen, wie die Wahrheit zu sagen, auch wenn wir wissen, daß die Wahrheit niemals gesagt werden kann. Die Wahrheit, die wir kennen, ist logisch die Lüge, die, indem wir um sie nicht herumkommen, die Wahrheit ist. Was hier beschrieben ist, ist die Wahrheit und ist doch nicht Wahrheit, weil es nicht die Wahrheit sein kann. Wir haben in unserer ganzen Leseexistenz noch niemals eine Wahrheit gelesen, auch wenn wir immer wieder Tatsachen gelesen haben. Immer wieder nichts anderes als die Lüge als Wahrheit, die Wahrheit als Lüge et cetera.

    lg LL

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  78. Louis Levy permalink
    16. August 2011 21:48

    Und weil sich politische Moral erst am Verlierer zur vollen Pissnelkenblüte entfaltet, ironisiert Hermann weiter: „Die DDR war kein Staat. Und weil die DDR kein Staat war, haben ihre Politiker und Beamten, wenn sie Gewalt angeordnet oder ausgeübt haben, nicht das von jedem Staat reklamierte Gewaltmonopol genutzt, sondern individuelle Verbrechen begangen. Im Jahr der »deutschen Revolution« wurden mehr Menschen in der BRD von Polizisten erschossen als in der DDR und an ihrer Grenze von dortigen Beamten und Soldaten. Den Schießbefehl, nämlich das Gesetz, das den Polizisten die Anwendung unmittelbaren Zwangs und also nach einem warnenden Zuruf »Halt oder ich schieße!« den Gebrauch der Waffe erlaubt, hat der Bundespräsident unterschrieben. Auf die Idee, im Falle eines der neun Todesschüsse des Jahres 1989 eine Mordanzeige gegen Weizsäcker oder einen seiner Vorgänger zu erstatten, ist keiner gekomme