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Parteiencheck (5) – Die Piraten

9. Oktober 2011

Pirat zu sein bedarf es wenig

Nach dem Overkill durch Informationsflut zur heutigen Pressekonferenz der Piratenpartei in Zeitung, Radio und Fernsehen muß ich mal dieses loswerden:

Piraten entern nach meinem Verständnis immer ein gegebenes Schiff, übernehmen das Ruder und beuten es aus wie die alten Betreiber vorher für die Ladung ausgebeutet haben, vielleicht mit anderen Schwerpunkten. Aber Raub, Selbstversorgung und gewinnreicher Handel mit den verbleibenden Raubgütern sind der verschwiegene, der leise Wind in den Segeln der abenteuerlichen jugendbewegten Namensgebung. Ausfahrt und Abenteuer: Ein sehr bürgerliches, rebellisch-heldenhaftes Weltbild der guten Räuber gegen die bösen Räuber. Motto: Gendarm sein wollte ich nie! – Soweit der Zug durch meine aktuellen Assoziationen.

Und schaue ich in das Programm der nach Internetzeit uralten Partei (5), dann kenne ich das doch? „Bürgerrechte verteidigen, Informationelle Selbstbestimmung, Umwelt, Transparenz, Patentrecht, Bildung, Teilhabe am digitalen Leben“ – Und der Bundesvorsitzende Nerz beginnt die Pressekonferenz mit der Definition, man sei eine Grundwertepartei. (piratenpartei.de)
Man hält den Jungen Wilden (eine bekannte und konstante Größe der zur Gesellschaftskonstanz notwendigen bürgerlichen Rebellion) auch noch zugute, zu notwendigen Themenfelder einer parlamentarisch agierenden Partei sich noch gar keine oder nur wenig Gedanken gemacht zu haben. Ja, so denken Wähler hierzulande! Und bedenken nicht, daß diese Ausgangslage es sehr wahrscheinlich macht, in vier Jahren von den institutionalisierten Piraten denselben Quatsch zu hören können -: der wiederum neue junge wilde Piraten auf den Plan rufen wird.

Nerz wird einmal Senator, Minister.
Sonneborn aber Kanzlerin?
Soviel zu frischen Wind!

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153 Kommentare leave one →
  1. 9. Oktober 2011 16:24

    Die Piraten sind eine bürgerliche Partei, sie werden kaum etwas bewegen, jedenfalls bedeutend weniger als die Grünen seit ihrer Gründung. Die Piraten, eine temporäre Protestpartei ohne jedes Programm ohne jedes Profil, wohl deshalb für viele Wähler in Berlin verführerisch.

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    • 9. Oktober 2011 19:54

      ‚Temporäre Partei‘: genau, sehe ich auch so. die Grünen hatten wenigstens Soziale Bewegungen als Urgrund: Frieden, Umwelt, Trikont, – weshalb sie auch in der gegebenen bürgerlichen Endgesellschaft fröhliche Urständ immer noch feiern können in den Wahlen für Demokratieverständnislose. – Aber ich lege Wert darauf, daß die Piratenpartei nicht einmal eine ‚Protestpartei‘ ist, sie ist von vornherein :: einverstanden.

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      • 11. Oktober 2011 09:34

        Grundeinverstandenheit — das sehe ich genau so, Rainer, und zitiere mich mal selber:

        Ich zB bin nicht der Ansicht, daß „das Netz“ eine Agglomeration möglicher Bürgermacht ist, die, soweit sie nur frei bleibt von polit-ökonomischer Intervention, früher oder später schon noch die gute, wahre und schöne Demokratie befördern helfen könne; …

        Ich halte diese Deus-ex-machina-Philosophie für eine Mythe, die in erster Linie von diversen post-New Economy-Unternehmern und den dazugehörigen Freelancern interessiert bewirtschaftet wird, die „das Netz“ eben nicht als ihr jeweiliges Geschäfts- und Arbeitsmittel stehen lassen können, sondern ihm auf Biegen und Brechen ein Ideologem unterziehen müssen ähnlich wie historisch die Gewerkschaften … glaubten, den Kapitalismus schon noch unter die Fuchtel zu bekommen, wenn sie nur mal den Hebel zur Kontrolle der Arbeitskraft in die Finger bekämen.

        Die Piratenpartei ist in dieser Perspektive nichts anderes als die systemkonforme Interessen- und „Ständevertretung“ des sich im Netz herumtreibenden Mittel- und Kleinbürgertums:

        „Für alle ist etwas vorgesehen, damit keiner ausweichen kann.“ (Horkheimer)

        Grüß‘!

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      • 11. Oktober 2011 12:12

        „Protestpartei“ nur aus der Sicht der meisten Wähler, natürlich.

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  2. 9. Oktober 2011 16:58

    Schon der große BB sagte das Ende der Piraten voraus – Piraten und FDP: Sinkende Schiffe ohne Inhalt. Danke Rainer, für Deine sehr zutreffende Vorhersage.

    Aber nun hier das Ende der „Ballade von den Seeräubern“:

    Doch eines Abends im Aprile
    Der keine Sterne für sie hat
    Hat sie das Meer in aller Stille
    Auf einmal plötzlich selber satt.
    Hüllt still in Rauch die Sternensicht
    Und die geliebten Winde schieben
    Die Wolken in das milde Licht.

    O Himmel, strahlender Azur! …

    Sie fühlen noch, wie voll Erbarmen
    Das Meer mit ihnen heute wacht
    Dann nimmt der Wind sie in die Arme
    Und tötet sie vor Mitternacht.
    Und ganz zuletzt in höchsten Masten
    War es, weil Sturm so gar laut schrie
    Als ob sie, die zur Hölle rasten
    Noch einmal sangen, laut wie nie:

    O Himmel, strahlender Azur!
    Enormer Wind, die Segel bläh!
    Laßt Wind und Himmel fahren! Nur
    Laßt uns um Sankt Marie die See!

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    • 9. Oktober 2011 19:59

      Ich freue mich über Deine Ballade hier, Hermanitou. – Wir lesen uns wieder im Roten Salon! Der Exilblog.

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  3. Louis Levy permalink
    9. Oktober 2011 18:29

    … und dann noch die Seeräuberjenny aus der Dreigroschenoper:

    Meine Herren, heute sehen Sie mich Gläser abwaschen
    Und ich mache das Bett für jeden.
    Und Sie geben mir einen Penny und ich bedanke mich schnell
    Und Sie sehen meine Lumpen und dies lumpige Hotel
    Und Sie wissen nicht, mit wem Sie reden.
    Und Sie wissen nicht, mit wem Sie reden.
    Aber eines Abends wird ein Geschrei sein am Hafen
    Und man fragt „Was ist das für ein Geschrei?“
    Und man wird mich lächeln sehn bei meinen Gläsern
    Und man sagt „Was lächelt die dabei?“

    Und ein Schiff mit acht Segeln
    Und mit fünfzig Kanonen
    Wird liegen am Kai.

    Man sagt „Geh, wisch deine Gläser, mein Kind“
    Und man reicht mir den Penny hin.
    Und der Penny wird genommen, und das Bett wird gemacht!
    Es wird keiner mehr drin schlafen in dieser Nacht.
    Und sie wissen immer noch nicht, wer ich bin.
    Und sie wissen immer noch nicht, wer ich bin.
    Aber eines Abends wird ein Getös sein am Hafen
    Und man frag „Was ist das für ein Getös?“
    Und man wird mich stehen sehen hinterm Fenster
    Und man fragt „Was lächelt die so bös?“

    Und das Schiff mit acht Segeln
    Und mit fünfzig Kanonen
    Wird beschiessen die Stadt.

    Meine Herren, da wird ihr Lachen aufhören
    Denn die Mauern werden fallen hin
    Und die Stadt wird gemacht dem Erdboden gleich.
    Nur ein lumpiges Hotel wird verschont von dem Streich
    Und man fragt „Wer wohnt Besonderer darin?“
    Und man fragt „Wer wohnt Besonderer darin?“
    Und in dieser Nacht wird ein Geschrei um das Hotel sein
    Und man fragt „Warum wird das Hotel verschont?“
    Und man wird mich sehen treten aus der Tür gehn Morgen
    Und man sagt „Die hat darin gewohnt?“

    Und das Schiff mit acht Segeln
    Und mit fünfzig Kanonen
    Wird beflaggen den Mast

    Und es werden kommen hundert gen Mittag an Land
    Und werden in den Schatten treten
    Und fangen einen jeglichen aus jeglicher Tür
    Und legen ihn in Ketten und bringen vor mir
    Und mich fragen „Welchen sollen wir töten?“
    Und an diesem Mittag wird es still sein am Hafen
    Wenn man fragt, wer wohl sterben muss.
    Und dann werden Sie mich sagen hören „Alle!“
    Und wenn dann der Kopf fällt, sage ich“Hoppla!“

    Und das Schiff mit acht Segeln
    Und mit fünfzig Kanonen
    Wird entschwinden mit mir.

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    • 9. Oktober 2011 20:06

      LL: Danke für wunderbare Verse, von denen ich diese nochmals zitieren will:
      Und mich fragen „Welchen sollen wir töten?“
      Und an diesem Mittag wird es still sein am Hafen
      Wenn man fragt, wer wohl sterben muss.
      Und dann werden Sie mich sagen hören „Alle!“
      That´s philosophy vrom Humanisten
      Gruß kr

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  4. 13. Oktober 2011 13:07

    “ (…) Dieser Tunnelblick schlägt sich auch im Grundsatzprogramm nieder, wie schon ein nanosekundenlanger Blick in selbiges offenbart. Als allererster Satz springt einem dort entgegen: »Im Zuge der digitalen Revolution aller Lebensbereiche sind … die Würde und die Freiheit des Menschen in bisher ungeahnter Weise gefährdet.« Was ein Geschichtsbild erahnen läßt, demgemäß der Homo sapiens direkt von der Höhle ins World Wide Web übergesiedelt ist, ohne daß unterwegs irgend etwas die Würde und Freiheit Gefährdendes vorgefallen wäre; und die schwerste Menschenrechtsverletzung, die sich etwa das iranische Regime in jüngster Zeit hat zuschulden kommen lassen, war aus dieser Sicht vermutlich das Lahmlegen des Internets.

    Man mag als mildernden Umstand gelten lassen, daß hier möglicherweise die ersten Erfolge von Turboabitur und gelungener deutscher Geschichtsaufarbeitung zu besichtigen sind. Wer allerdings ernsthaft etwas Wählbares an der Piratentruppe zu erkennen vermag, läßt sich wohl auch von manchen Sumpfblüten nicht abschrecken, die in ihrem nach allen Seiten offenen Milieu gedeihen – und damit ist nicht etwa der Fall Jörg Tauss gemeint. Der Bundestagshinterbänkler Tauss, damals noch SPD, war vor einigen Monaten erstmals einer größeren Öffentlichkeit bekanntgeworden, weil gegen ihn ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden war: Auf seinem Rechner war Kinderpornographie gefunden worden, was er allerdings mit themenspezifischen Recherchen begründete. Mittlerweile ist Tauss der prominenteste deutsche Pirat. Dagegen ist zunächst nichts zu sagen, schließlich gilt nach wie vor das Prinzip der Unschuldsvermutung – tatsächlich kann man es der Partei als Verdienst anrechnen, in diesem Zusammenhang auf diesen zunehmend in Vergessenheit geratenden Grundsatz hinzuweisen. Nicht zu widerlegen ist dagegen die Tatsache, daß sich ein langjähriger Sozialdemokrat offenbar in der Piratenpartei wohlfühlt – das sollte zu denken geben. (Dies auch als Hinweis an potentielle Wähler der Linkspartei.)

    Ein gänzlich unangenehmes Aroma verbreitet eine andere Personalie: Der Piratenaktivist Bodo Thiesen – Platz sieben auf der rheinland-pfälzischen Landesliste – war in seinen Kreisen schon länger für seine ganz besondere Auffassung von Meinungsfreiheit bekannt, etwa mit Äußerungen wie dieser: »Solange der Holocaust als gesetzlich vorgeschriebene Tatsache existiert, sehe ich keine Möglichkeit, diesen neutral zu beschreiben … Es gab auch mal andere Doktrinen, zum Beispiel die ›Tatsache‹, daß die Erde eine Scheibe sei.« (..) “ meint Svenna Triebler.

    Das Problem mit braunen Leuten hatten die Grünen kurz nach ihrer Gründung auch. Die Grünen haben sehr lange gebraucht bis sie die Springmanns und die Haußleiters „los hatten“. Diesen Geburtsfehler haben die Grünen deshalb nie richtig verwunden. Die Piraten haben einen zweiten, dritten und vierten Geburtsfehler: Sie haben kein Programm, kein Profil und keine Vision.

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    • 6. November 2011 13:56

      Na – mal wieder nicht sauber recherchiert? Tauss ist seit 2010 nicht mehr Mitglied der Piratenpartei.

      Was den Rest betrifft, handelt es sich um Aspekte, die man in jeder neu gegründeten und sich entwickelnden Partei finden kann. So gesehen müssten dieses Vorwürfe unter jeder Parteivorstellung stehen, da in jeder Partei „braune Gesellen“ in Amt und Würden waren und in jeder Partei U-Boote ihr Unwesen trieben, mit Waffen an Bord, von denen die anderen Mitglieder eine Weile keine Kenntnis hatten.

      Demzufolge löst sich die hier dargebrachte Kritik im Grunde in Luft auf, weil sie sich aufhebt. Es kommt vielmehr darauf an, wie mit Fehlentwicklungen oder mit Fragwürdigem umgegangen wird, was für Lehren man daraus zieht und welche Lösungen man gemeinschaftlich auf dieser Basis entwickelt. Und hier sehe ich in der Piratenpartei ein großes Potzenzial, weil sie eben NICHT in festgefügten Bildern denkt und somit nicht bestenfalls Symbolpolitik betreibt, die sich jeder wirklichen Entwicklung entzieht. Sie ist eben nicht für die kultur- und bildungslose Nachplapperei des „Gesunden Volksempfindens“ oder der Ansprüche der „Märkte“ zuständig, sondern bemüht sich, die Dinge neu zu durchdenken – auch dann, wenn es zuweilen chaotisch, hakelig oder auch schlichtweg blöde wirkt. Ich sehe hierin für eine Demokratie einen wirklichen Vortschritt.

      Kein Programm, kein eindeutig zuordenbares Profil oder eine plakative Vision zu besitzen, ist in diesem Fall ein Fortschritt und sicherlich kein Geburtsfehler. Anders herum wird ein Schuh daraus.

      Nur damit keine Missverständnisse aufkommen – ich gehöre dieser Partei selbst an. Das lege ich hier so dar, damit es nicht erst vermutet werden muss.

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      • 6. November 2011 18:31

        Nein.
        Für mich ist die Piratenpartei und sind Piratenwähler geschichtslos; und ein Beispiel-Fall für die HR-Sendungen Theodor W. Adornos unter dem Motto ‚Erziehung zur Mündigkeit‘.

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        • 6. November 2011 18:42

          Wenn ich mir durchlese, was im Freitag, hier und an anderer Stelle oftmals „geschichtsbewusst“ geschrieben wird, bin ich ziemlich froh, dass sie so „geschichtslos“ sind.

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        • 6. November 2011 18:53

          Tatsächlich, das kann ich unterschreiben, im Sinne von Adornos Text „Über Tradition“. Ich sag auch noch das Wort von der „Altlast Geschichte“ von Marx, vom Alp der Beladenen. – Bestimmtes Ausblenden also, will ich sagen, ist gut, aber es kömmt darauf an, was an Bestimmtem ausgeblendet wird.
          In diesem Sinne, Du weißt es ja.

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      • 6. November 2011 22:55

        Sorry Fehler von mir, ich hätte das Erscheinungsdatum von Svenna Trieblers Konkret-Artikel angeben sollen: Konkret 08/09, S. 35. Damals war Tauss das Zugpferd der Piraten. Laut Piratenwiki will Tauss aber wieder eintreten. Wie das ausgeht ist noch offen.

        Ansonsten stimme ich zu, die Grünen hatten das selbe Problem mit dubiosen Leuten in ihrer Gründungsphase. Problematischer sehe ich dagegen den Berliner Abgeordneten Gerwald Claus-Brunner, der offensichtlich nicht weiß welche Geschichte hinter dem Palästinensertuch steckt. Wie er mit dem Offenen Brief von Knobloch umgeht halte ich für peinlich.

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  5. 6. November 2011 13:07

    Der Pirat Gerwald Claus-Brunner trägt im Berliner Abgeordnetenhaus ein „Palituch“ und denkt sich nichts dabei. Nur Dummheit?

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article13696822/Knobloch-kritisiert-Kopftuch-von-Latzhosen-Pirat.html?utm_medium=twitter

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    • 7. November 2011 23:50

      Gerwald Claus-Brunner meinte nach Knoblochs Kritik: „Ich werde das Tuch erst ablegen – und dann mit sehr großer Freude – wenn beide Parteien im Nahost-Konflikt einen Kompromiss gefunden haben und Frieden herrscht.“

      Die Nazis haben ihre braunen Uniformen auch abgelegt als der Krieg vorbei war. Prima Antwort.

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      • 8. November 2011 00:42

        Sorry. Wirklich. Aber diese Art ist so billig, dass ich kotzen könnte – und sie beweist mir, dass es sich hier leider wirklich um ein ziemlich beschissenes Forum handelt. Derlei ist einfach nur noch erbärmlich und ich mag es nicht mal mehr unter dem Aspekt Satire verbuchen.

        Ihr seid genau so dämlich wie die Freitags-Community, steht dem in nichts, aber wirklich in nichts, nach.

        Und mir ist es angesichts derlei Äußerungen höchstgradig peinlich, hier jemals mitgeschrieben zu haben.

        Ihr seid absolute Vollidioten – und primitiv noch dazu. Breitenberger – zu feige, mit offenem Visier zu agieren – du gehörst dazu. Hast Du einen Namen – dann nenn ihn angesichts Deiner Angriffe oder halt den Mund. Mich kotzt derlei rattenhaftes boniertes Verhalten an.

        Himmel hilf – aber in diesem faschistischen Selbstgerechtigkeits-Ambiente hilft vermutlich nichts mehr. Ihr glaub gar nicht, wie nah ihr euren „angeblichen“ Gegnern seid. Ihr selbst seid Hitler, Goebbels und Konsorten – mental. Küsst oder fickt euch. So leid es mir tut – aber ihr seid erbärmlich. Tschüß.

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        • netzberg permalink
          8. November 2011 02:39

          In der Leerzeile bei Breitenberger steckt ein ganzes Denken.

          Zwischen Zitat und Meinung scheint nur ‚Unvermitteltes‘.
          Nicht immer hilft die Brücke, die Kategorie der Vermittlung.
          Sondern eben Kotzen & Hauen.
          Es gibt: eine Differenz.

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        • 8. November 2011 06:19

          die contenance, lan?!

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      • 8. November 2011 07:50

        Ungefähr um 1936 begann der Mufti von Jerusalem das so genannte Palästinensertuch bei der Bevölkerung durchzusetzen. Gefoltert und/oder getötet wurden diejenigen, die sich dem allgemeinen Zwang nicht beugen wollten und weiterhin europäische Hüte spazieren trugen oder einen westlichen Kleidungsstil pflegten. El-Husseini war einer der engsten Verbündeten der Muslimbruderschaft, die bis heute den ideologischen als auch den organisatorischen Kern der islamistischen Bewegung bildet, die Gruppen wie al Qaida oder eben Hamas umfasst. Ihr gemeinsames Ziel ist der Widerstand gegen die „kulturelle Moderne“. Das Tragen des Palituchs ist Ausdruck einer Abkehr vom Westen, die die Rückbesinnung auf die eigene Kultur beabsichtigt. Der „Westen“ meint in diesem Fall besonders Israel und die USA, gegen die in der gesamten muslimischen Welt in den Moscheen der Djihad ausgerufen wird. Nicht nur für Arafat, die Hamas, Hizbollah, usw. gilt einhellig: „Frieden bedeutet für uns die Zerstörung Israels.“ (Arafat 1980) Die ganze muslimische Welt soll sich solidarisieren und identifizieren. Der Kampf der Islamisten gegen die Juden und gegen Israel kann ebenfalls auf eine längere Geschichte zurückblicken. Die erste große Mobilisierungskampagne der „Muslimbrüder“ gegen Juden und Zionisten fand 1936 in Palästina statt. Mit Parolen wie „Nieder mit den Juden“ und „Juden raus aus Ägypten und Palästina“ wurde damals das bis heute nicht veränderte Ziel artikuliert und in Angriff genommen, diese Länder von jüdischen Menschen zu säubern.

        Ob Du willst oder nicht, wer dieses Tuch trägt, symbolisierst sein Einverständnis und seine Unterstützung im antisemitischen Kampf gegen Israel und gegen die Juden und die Mittel, mit welchen dieser Kampf von Islamisten geführt wird. Es ist kein Zufall, dass auch die deutsche Neonaziszene ihren Israelhass mit dem Tragen des Palästinensertuches zum Ausdruck bringt.

        Sorry, aber wenn Gerwald Claus-Brunner sagt, „Ich werde das Tuch erst ablegen – und dann mit sehr großer Freude – wenn beide Parteien im Nahost-Konflikt einen Kompromiss gefunden haben und Frieden herrscht“, dann bringt er nicht nur seine Solidarität mit El-Husseini und seiner Ideologie zum Ausdruck, er meint wohl auch, dass die Juden am Konflikt schuld sind. Ich bin in dieser Auseinandersetzung auf der Seite von Frau Knobloch und finde Gerwald Claus-Brunners Aussage genauso dämlich wie seine (vielleicht unbewusste) Solidarisierung mit islamistischen Selbstmordattentätern und deren Ideologie.

        Sorry, von einem Politiker in einem Länderparlament erwarte ich mehr Geschichtsbewusstsein.

        http://libertetoujours.atspace.com/texte/08-palituch.htm
        http://www.hagalil.com/archiv/2004/09/kafiya.htm
        http://www.copyriot.com/sinistra/reading/texte/coolekids.html

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      • derSamstag permalink
        8. November 2011 15:41

        Claus-Brunner bekommt von Alfred Lenz „Unterstützung“ auf seiner Piraten-Seite:
        http://piraten-steglitz-zehlendorf.de/archiv/2011-2/18-09-2011/claus-brunner/#comment-216

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    • 8. November 2011 10:47

      Als ich das hier gestern las mit dem „Arafattuch“ (so nannte man die bei uns in der Schule), mußte ich an eine ehemalige Kommilitonin denken, die in einer Informatikvorlesung vor mir saß, Konkret las und so ein Arafattuch trug.
      Irgendwo hatte ich hier ja mal gefragt, ob Kinder, die Ihre Mitschüler „Spasti“ nennen, wohl Nazis sind oder werden. Dieses Wort ist leider noch immer „in“.

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      • 8. November 2011 11:07

        Komillitonin. Punk.

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        • 8. November 2011 17:51

          Weißt Du, Goreflex, ich hab zu Oberstufenzeiten BW-Parka (D-Schild natürlich entfernt) und andere BW-Sachen getragen, und ich meinte das auch so: die Waffen des Gegners testen. Einer meiner Lehrer hat mit Ulrike Meinhof studiert, und ich weiß das aus seinem Gegenteil von lehrerischem Verschweigen. Der andere Lehrer pfiff bei seiner Pausenaufsicht das Horst-Wessel-Lied. Und verschwieg auch nichts. Für Schüler wie mich goldene Zeiten des Hier oder Da, wo doch auch noch gleich nebenan in der Buchhandlung Martinistraße die Guerillapapiere verschoben wurden und in der Lagerhalle die wissenschaftliche Linksrepublik fröhliche Vorträge hielt.
          Ja, Osnabrück, meine lila-weiße Brücke in die gehaßte konkurrierende Friedensstadt Münster, die mir dann doch – wegen dreifach personalisierter kritischer Theorie – eine Wahlheimat wurde.
          Persönliche Eskapaden verschweige ich hier: Aber sag´ mal Deiner Punkerin: Lesen lesen lesen – oder mal die Welt wahrnehmen! Auch: die Konkret lesen; nicht nur kaufen, wegen Symbolpolitik.
          Dann zieht die Kleidung & die Sprache nach. Falls man versteht.

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      • 8. November 2011 14:12

        Das muss man sich einmal reinziehen:
        Ein deutscher (Piraten) Politiker trägt in einem Länderparlament ein Symbol, dass gegen alle Werte von Humanismus steht, ein antijüdisches Symbol das der Nationalsozialist Al Husseini den Palästinensern unter Folter und Mord aufzwang. Darauf aufmerksam gemacht, geht der „Pirat“ nicht in sich und reflektiert, nein er setzt einen darauf und bringt ein unsägliches Statement. Wer heute höflich und mit Witz darauf aufmerksam macht, ist nach Ansicht eines weiteren „Piraten“ erbärmlich, peinlich, borniert und rattenhaft!! Ratten? War da nicht schon mal was?

        Die Bemerkungen und Zuweisungen, wie „Hitler, Goebbels und Konsorten“, „fickt euch“, „ Vollidioten“ usw. sind keine Werbung für die Piratenpartei und weit unter meinem Niveau. Mit Kritik können Piraten augenscheinlich nicht umgehen. Diskussion ist scheinbar ein Fremdwort für diese „Piraten“.
        Mir ist seit langer Zeit klar dass ich die „Piratenpartei“ nicht wählen oder unterstützen werde.

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        • 14. November 2011 17:28

          Den Niveau-Faktor schenke ich mir zuweilen, insbesondere dann, wenn es nicht mehr um Diskussion/Kritik geht, sondern um ein zynisches Niedermachen und Aburteilen. Es geht grundsätzlich nur darum, zuweisen zu können – nicht um mehr, nicht um weniger.

          Derart hat man als „guter Deutscher“ immer schon mit Andersdenkenden „aufgeräumt“. Da bleibt einem dann zuweilen eben nichts anderes übrig, als – eben auch ruppig – zu verdeutlichen, wie sich das anfühlt.

          Vielleicht wird es ja mal bemerkt, im Sinne der produktiven Selbstkritik.

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  6. 14. November 2011 16:59

    Der Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen ist mit seinen verschwörungsideologischen, antiisraelischen und antiamerikanischen Radiobeiträgen wieder auf Sendung. „Yes we Ken“, jubelte deshalb das „Piratenradio“ der Piratenpartei. Die Linkspartei bekommt Konkurrenz.

    http://reflexion.blogsport.de/2011/11/14/kenfm-weiterhin-auf-sendung/

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    • 14. November 2011 17:22

      Eine erwartungsgemäß billige Kritik, die den Namen eigentlich nicht verdient. Auch dies ist nur die Weiterführung einer Hexenjagd wohl aus einem Blutrausch heraus, die dem Stürmer zur Ehre gereicht hätte.

      Das attributisierend Niedermachende, was ich auch hier bemängelte, wird dort fortgeführt und ist, bleibt nur eins: unwürdig.

      Jemand, der kritisiert – unabhängig davon, ob man sich der Kritik anschließen möchte, ist so nur noch, natürlich im negativen Sinn, „anti“, ein Feind demnach, der kaum noch Mensch ist, den es auszurotten gilt – mit allen publizistischen Mitteln.

      So wird der Kreis rund, was?

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    • 14. November 2011 23:20

      Nicht der Ken Jebsen und seine Sendung sind also zu kritisieren sondern die Kritisierer. Die Kritisierer, in dem Fall den Broder oder zuvor mich mit dem NS und seinen Repräsentanten in Verbindung zu bringen ist auf einer Linie mit den Avantgardisten des „Freitag“. Sorry, das ist unter meinem Niveau.

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      • 14. November 2011 23:51

        Das Wort Niveau aus der Feder eines Schreibers zu lesen, der sich einer Hetzer-Rhetorik bedient, hat fast schon etwas Amüsantes.

        Das Avantgardisten-Geseiere imponiert mir im Übrigen kein Stück. You are Brothers in Arms….

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      • 15. November 2011 14:25

        Deine Befindlichkeiten bringen uns nicht weiter. Ich bin für Argumente:
        Ken Jepsen sagt, Deutschland sei ein Außenposten und ein Vasall der USA, er meint in Palästina sollten die Israelis ein Yad Vashem bauen, in dem für all die palästinensischen Opfer gedacht werden soll, die durch israelische Besatzung umgekommen sind“, ein zukünftiger israelischer Präsident“ solle dort niederknien, „wie einst Willy Brandt“ in Warschau. Außerdem macht der Ken Jepsen „den Ami“ für die „Terrorlüge“ des 11. September 2001 und vieles mehr verantwortlich.

        Ich wusste bis vor einer Woche nichts von der Existenz Ken Jepsons. Dass solche Aussagen im „Freitag“ möglich wären ist klar, aber dass derlei in öffentlich rechtlichen Medien möglich ist, konnte ich mir bis vor kurzem nicht vorstellen. Wenn sich „Piraten“ darüber freuen dass dieser Verschwörungstheoretiker wieder auf Sendung ist, sagt dies schon etwas über diese Parteimitglieder aus. Ich freue mich jedenfalls wenn Broder oder andere Ken Jepsens Irrsinn kritisieren. Wer Broder deshalb mit dem NS in Verbindung bringt, tut sich und seiner Bewegung keinen Gefallen.

        Jepsons Forderung, ein zukünftiger israelischer Präsident solle wie Willy Brandt vor einem palästinensischen Yad Vashem niederknien halte ich übrigens für antisemitisch. Ich gehe davon aus, dass du das anders siehst.

        http://reflexion.blogsport.de/2011/11/07/propaganda-a-la-kenfm-ein-nachruf/

        http://reflexion.blogsport.de/2010/12/19/propaganda-a-la-kenfm/

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        • 15. November 2011 15:35

          Selbstredend sehe ich das anders, da ich dieser kruden Logik nicht folge. Und wer hat Broder mit dem NS-Regime in Verbindung gebracht und wenn, in welcher Form?

          Ich teile natürlich nicht alle Theorien Jebsens, warum sollte ich auch. Ich teile aber auch nicht die Jagd, die eröffnet wurde. Auch (teils blödsinnige) Verschwörungstheorien muss man in einer Demokratie aushalten, wenn man sie wirklich will.

          Jede andere Variante ist indiskutabel, weil sie eine selbstzerstörerische Hetzjagd eröffnet, die darin gipfelt, dass man – um missliebige Konkurrenten zu diskreditieren, nur noch Verschwörungstheoretiker, Antisemit und so weiter unterstellen muss.

          Nein, um jemanden aus dem öffentlich-rechtlichen Sendebetrieb zu kegeln, müssen Vorwürfe schon etwas gehaltvoller sein.

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        • 15. November 2011 16:31

          „Und wer hat Broder mit dem NS-Regime in Verbindung gebracht und wenn, in welcher Form?“

          Die Form kenne ich nicht, das kannst du ja noch aufklären. Ich kann mir die Form allerdings gut vorstellen wenn ich deine Kommentare gegen mich in Erinnerung rufe („erbärmlich“, „dämlich“,“Vollidioten – und primitiv „, „derlei rattenhaftes boniertes Verhalten“, „Hitler, Goebbels und Konsorten“)

          Solltest du nicht dieser Michael Pliwischkies sein, tut es mir leid und ich entschuldige mich für meine „Broder-Verbindung-Aussage“.

          Reflexion hat offensichtlich deswegen deinen Kommentar gegen Broder nicht freigegeben:

          Michael Pliwischkies 14. November 2011 um 17:17 Uhr

          In diesem Beitrag wurde die journalistische Tätigkeit Broders mit der „unrühmliche deutschen Vergangenheit“ gleichgesetzt. Diesen revisionistischen Kommentar habe ich daher nicht freigeschaltet. Reflexion.

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        • 15. November 2011 18:09

          Was Reflexion betrifft, ist das Unsinn. Ich wies lediglich auf die Sprache und Art Broders hin. Von Gleichsetzung war in dem Kommentar nie die Rede, lediglich von einer Ähnlichkeit in der Sprache/Logik und das ist nun mal leider so – vermutlich im Eifer des Gefechts. Das wird auch dadurch nicht besser, dass Herr Broder selbstredend derlei Ziele nicht verfolgt, was ich auch nie unterstellen würde

          Die Art und Weise, wie Reflexion hier agiert, spricht übrigens für sich. Ein Beitrag wird gewertet, etwas unterstellt, ohne dass das überprüfbar ist. Zudem ist es schlichtweg gelogen, wie ich bereits ausführte. Es mag sein, das der Blogbetreiber es so sieht – das muss aber nichts heißen, es ist seine eigene Interpretation.

          Ich habe mich zum Jebsen/Broder-Eklat zudem auf meinem Blog geäußert und finde es bedauerlich, dass sich zwei Menschen derart zum Affen machen, dabei ein ernstes Thema letztlich beschädigen – jedenfalls sehe ich das so. Das gilt für beide Seiten – für den unprofessionellen Jebsen und auch für den direkt lospolternden Broder.

          An dieser Stelle möchte ich allerdings zum Ausdruck bringen, dass die Pferde hier wohl auch mit mir durchgegangen sind. Das war übertrieben und unsachlich. Meine grundsätzliche Kritik an der Art und Weise, wie hier agiert wird, bleibt davon allerdings unbetroffen.

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  7. Louis Levy permalink
    14. November 2011 18:22

    Verkürzt könnte das aus dem Breitenberger-Pliwischkies-Eklat entstandene Blog wie folgt beschrieben werden: Aufklärungsfaktor hoch – Gesinnungstäter derzeit nicht festzumachen!

    Auch ich habe schon mehrfach, wie j-ap oben, eine Differenzierung ins Aussagenlose (z.B. Columbus Nebelfahrt) kritisiert. Von so einer derartigen (Über-)Differenzierung, oder der Forderung danach, kann hier aber nicht die Rede sein.

    Auf die Brunner-Begründung zum Nichtablegen des Palituches „Ich werde das Tuch erst ablegen – und dann mit sehr großer Freude – wenn beide Parteien im Nahost-Konflikt einen Kompromiss gefunden haben und Frieden herrscht.“ schrieb Breitenberger: „Die Nazis haben ihre braunen Uniformen auch abgelegt als der Krieg vorbei war. Prima Antwort.“

    Ich finde „Brunners-Begründung“ widersprüchlich und dumm, weil Brunner zwar vorgibt, einen Kompromiss für beide Parteien zu wollen, jedoch durch sein Palituchtragen eindeutig für die Palästinenser Stellung bezieht. Außerdem finde ich Breitenbergers Antwort provozierendund verkürzt, weil sie zwar NICHT SAGT „Brunner sei Nazi“, dies aber nahelegt.

    Auf Manfred Breitenberger`s metaphorische Antwort explodierte Michael Pliwischkies entsprechend ungeordnet, worauf ich beide, Michael wie Manfred, um „Differenzierung“ im Sinne einer aus meiner Sicht angebrachten Präzisierung und Versachlichung der Debatte bat.

    Auch fidelche stellte auf`s Brunner`sche Palituchtragen und deren dumme „Begründung“ die Frage: „Belegt der „Pirat“ damit nicht eindrucksvoll welch Geistes Kind er ist?“

    Diese Frage kann aus meiner Sicht, allein vom Tragen des Tuches und Brunner`s Antwort, NICHT beantwortet werden, zumal Brunner mittlerweile zum Palästinensertuch noch einen Davidstern an einer Kette um den Halsträgt, wie Rainer schreibt, und auch die Deutung und Be-deutung des Tragens eines Palästinensertuches unvergleichbar schwieriger ist, als das Tragen eines Hakenkreuz-T-Shirts.

    Gemäß Wikipedia tragen einige die Kufiya in deutschsprachigen Ländern auch als Zeichen des Widerstands gegen Repression und als Symbol persönlicher Freiheit. Andere sehen darin ein Outfit der Radikalen, ein Vermummungsutensil mit internationalem oder staatenlosem Flair usf. Die Interpretationschwierigkeiten mehren sich, wenn das Tuch auch noch nach „Piratenart“ gebunden und mit jüdischen Accessoires dekoriert wird! Die wirkliche Gesinnung eines Menschen lässt sich daran nicht genau festmachen.

    Ob Brunner`s dumme Antwort nur eine reflexhafte Abwehr und sein Palituchtragen mehr aus seeräuberhaftem, bewusstem oder gefühltem Drang heraus realisiert wurde, bleibt vorerst sein Geheimnis. Er muss damit rechnen, künftig genauer beäugt zu werden.

    Trotzalledem die Antwort nach Brunner`s Gesinnung nicht eindeutig ausfällt, ich würde nach heutigem Wissen kein Palituch tragen.

    fidelche`s Ausführungen zur Kufiya sind durchaus aufklärerisch, informativ und aus meiner Sicht zu begrüßen, sie geben neue Denkanstöße. Die Historie des Tuches und insbesondere die heutige Nahostsituation sollte jeden Palituchträger zur Reflexion anstoßen, zur Prüfung, ob sein nonverbales Signum tatsächlich mit der beabsichtigten Wirkung kongruiert.

    lg LL

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    • 14. November 2011 19:05

      Korrekt: Claus-Brunner braucht sogar das Geheimnis seines Denkens, denn seine Reaktion auf Frau Knobloch ist schon ‚plemplem‘.
      Und Breitenbergers Kommentar verstehe ich nun auch viel besser. Dank an LL
      Persönlich: Mein Schulfreund trug wie ich gerne BW-Kleidung, er auch mit diesem Tuch. Dann ging´s aber gemeinsam die Lagerhalle (links), oder den Hyde Park (laut).

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    • 14. November 2011 19:07

      Und das lautet übersetzt in Netzbergs und Max Lindos Worten?

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    • 14. November 2011 19:10

      Und ich würde gerne wissen, was der olle Walter ter Linde dazu sagt …

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      • 14. November 2011 19:15

        Ach neee. Und Anne Klatsche. Und das Lausemädchen. Und der olle Gremliza.

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        • 14. November 2011 19:16

          Und: Amanda Donata. Gähn.

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        • 14. November 2011 19:22

          Wichtig war letztlich Hagen Schumacher. Oder?

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        • 14. November 2011 19:31

          Im Blogroll findest Du meine Die Freitagskritik. Dort habe ich all meine nach meinem Rauswurf verwendeten Usernamen öffentlich gemacht, seit zwei Jahren etwa. Wenn´s hilft.

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        • 14. November 2011 20:44

          Nö.

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        • 14. November 2011 20:47

          Wozu soll ich extra nachlesen? Bei den ganzen Profilen komme ich durcheinander.

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        • 16. November 2011 00:27

          Goreflex, R.G., reflexione galore et al.: Du hochbegabte und würfelnde Netzjägerin kommst durchananda (vgl. Titanic) bei mir? Wo ich doch nur die legendären 27 Nicks nach meiner Enthebung beim Freitag ein halbes Jahr durchgezogen habe? Und Dir schon die wesentlichen gerade nenne? Kennst Du denn nicht pflanze II, mit der ich endgültig Abschied auch von Titta nahm von einem völkischen Forum? Und ist es bei mir wichtig, ob ich rainer kühn, max lindo oder auch netzberg heiße, wo der Avatar neben allen auch gerade Dir ins Gesicht springen muß wie auch der Duktus des Schriftlichen? Kannst Du mich nicht IDENTIFIZIEREN wie alle anderen still und wegen Offensichtlichkeit auch? Was jagst Du, wo ich im anderen mich schon öffentlich mache? Wen jagst Du? – – – Dich etwa? Deine Netzmoral? – – – Mich interessiert die Sache, das Ding, der Text, – und im Kommentar der Text, der Text, der Text. Den Schreiber finde ich eh, egal, wie der sich nennt, wenn ich ihn gut finde. — Karneval bei Dir? Na denn: alaaf!

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        • 16. November 2011 13:53

          Ich habe es bereits mehrmals gesagt: Ich habe nicht die Zeit, mich zu wiederholen: Wenn a = b ist und ich das nicht weiß, muss ich u.U. für b nochmal das wiederholen, das ich bereits a schrieb. Da ich aber weder eine Freundin von Wiederholungen bin, noch Zeit und Bock habe, mich hier verwirren zu lassen, ist es ja wohl nur normal, nachzufragen, aus welcher Motivation sich Leute Mehrfachnicks anlegen.
          Und genau das ist es: Warum sollte ich mich verwirren lassen, wenn ich das nicht will? Um mich nicht verwirren zu lassen, müsste ich auf zig Seiten nachlesen [ und genau diese indirekte Veranlassung nachzulesen finde ich schon komisch] und genau dazu habe ich, wie o.a., keinen Bock und keine Zeit.

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        • 16. November 2011 15:07

          Nun sag mir aber nicht, daß Du durch den neualten User Netzberg in irgendeiner Weise verwirrt warst. Und deshalb nachfragtest. – „Lustig ist das Zigeunerleben“ sangen die Weisen, unbeleckt jeden Horizonts von Text und Melodie. Und so soll die Form den Inhalt tragen …

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    • 14. November 2011 19:24

      Da ich darauf noch nicht hinwies: Ich persönlich halte das Tragen dieser Zeichen – und zwar Palästinensertuch und Davidstern – in diesem Kontext für naiv und kindisch. Das ist aber meine persönliche Meinung und wenn jemand meint, sein Anliegen auf diese Art unterstreichen zu wollen, soll er das tun.

      Allerdings weigere ich mich, derartige Schlüsse daraus zu ziehen und entsprechende Zuschreibungen zu machen. Diese sind einfach illegitim, gerade bei Kleidungsstücken wie diesem Tuch.

      Die Ausführungen zu diesem Tuch und seiner Herkunft sind überdies ein alter Hut. Die entsprechende Dokumentation wurde mehrfach gesendet. Dennoch verändern sich Zeichen, so man das Tuch denn semiotisch verstehen möchte, mit der Zeit und in ihrem Kontext.

      Übrigens möchte ich zu bedenken geben, dass man derlei Symbole auch entreißen kann – im Sinne der „Entwaffnung“. Indem man ein Symbol entnimmt und es umdeutet – hier aus einem kriegerischen Kontext hin zu einem friedefordernden – „entwaffned“ man es. Das geht natürlich zuerst immer mit einer Provokation einher und weckt Empfindlichkeiten. Man sollte sich aber hüten, vorschnell zu werten.

      (Bevor das jetzt kommt; es gibt Symbole, mit denen das sicherlich nicht funktioniert – mit dem Hakenkreuz beispielsweise. Dieses direkte Symbol ist verbrannt und es würde keinen Sinn ergeben, es zu versuchen.)

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      • 14. November 2011 20:46

        Und gerade weil es ein alter Hut ist, frage ich mich, warum der wieder duchgekaut wird.Speckdeckel? Filz-Fedora?

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      • 15. November 2011 18:29

        Den Versuch die „Amin al-Husseini-Symbolik“ der Kufiya zu entreißen haben in den 1970er und Anfang der 1980er Jahre viele Leute gemacht. Dieser Versuch hatte einige herbe Rückschläge (1972 in München und 1976 in Entebbe) zu verzeichnen. Der Versuch ist endgültig mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem folgenden Aufkommen des Islamismus, mit Bewegungen wie der Hamas gescheitert. Absolut folgerichtig tragen seit der Zeit „geschichtsbewusste“ Neonazis bei ihren Aufmärschen die Kufiya um ihren Israelhass zu demonstrieren. Ich bin davon überzeugt, dass die Mehrheit der Israelkritiker in diesem Lande ungern die Geschichte von Amin al-Husseini und den Palästinensern hören will und sie deshalb kaum einer kennt und sie deshalb auch kein alter Hut ist.

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        • 15. November 2011 18:40

          Du willst es einfach nicht verstehen – oder? Es geht nicht darum, dass dieses Tuch ein Zeichen ist, es geht letztlich um die daraus erfolgte Zuschreibung Richtung Brunner, die leichtfertig ist und einer Logik folgt, die keineswegs zielführend ist, es sei denn, man legt es um jeden Preis darauf an, jemanden „dingfest“ zu machen – zur Not auch wider besseren Wissens.

          Ganz ehrlich: Wenn ich will, finde ich bei jedem Dritten und auch bei einigen Usern hier sicher einen Punkt, an dem ich ein Negativ antackern kann, wenn ich das nur will.

          Und wem wäre damit geholfen? Stimmt – niemandem.

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  8. 15. November 2011 20:04

    Worum geht es hier eigentlich noch? Um die geschichtliche und variierende Bedeutungsaufladung des Palästinensertuches? Und wo? Im fernen Orient oder im umgebenden Abendland? Oder gar um den konkreten Fall eines leise zurufenden Offenen Briefes an einen pampig ablehnenden Piratenpolitiker?
    Um es vorwegzunehmen: Der Beitrag Fidelches nebenan hat – wenn auch für mich in sehr kurzschlüssiger Weise und im Ziel über-identifikatorisch – aktuelle Politik mit Zeichen wieder einmal erkennbar gemacht. Weil er am Beispiel Diskussion entwickelt hat in der ewigen Frage, ob einer/man da eigentlich weiß, was er/man da tut.
    Schon beim Text zur Occupy-Bewegung ging die Diskussion darum, ob hier nicht Geschichte aufs Aktuelle heruntergebrochen wird oder – eher eine taktische, diplomatische Frage – der vereindeutigende historische Hinweis der gegenwärtigen Diskussion helfen kann.
    Wer nun die historische Aufladung heutiger Diskussionen abstreiten will in der absoluten Abwehr der Beiträge, scheidet für mich als ernstzunehmen eh schon aus. Wer aber die Eindeutigkeit kritisiert, mit der Fidelche in beiden Beiträgen Zuweisungen trifft, nämlich das bewußtlose – für Fidelche auch oft durchaus gewußte – Mitschleppen brauner Ideologie, der muß Fidelches diskutable These kritisieren. Das Allgemeine als bloß Besonderes kenntlichmachen. Als also nicht so wichtig. – Oder er kann im Besonderen, dem trotzigen Behaupten eines Tuches, ein allgemeines Desaster der Politik hier sehen. – Und auch das: Fidelche ist der einzige wesentlich, der mit beitragsverschriftlichter Meinung agiert, alle anderen harren bloß der Reaktion.
    Aufgrund der gewordenen mannigfaltigen Abspaltungen vom Ausgangsort des Dissenses ergibt sich in dieser Gesellschaft zwangsläufig, daß Gruppendynamik, das Opiat der Kollektivität, die Diskussion eher bestimmt als eine Prüfung der Sache.
    Diskursschufterei nannte das ein Blogger, der von Anfang an dabei ist, bei dieser Diskussion. Es wird von den Beobachtern und den Beobachtern der Beobachter Ausblick gehalten auf Abweichungen, Zuneigungen, auf freie Meinung, auf ein Ist-er-für-uns; um was es geht ist dabei sowieso vergessen. Die Uniform ist das Zeichen einer Diskussion, die nun auf ca. fünf Websites über- und gegeneinander stattfindet. Und wenn alle Stricke reißen, dann wird einfach das ‘man’ mit zwei N geschrieben, um ein Zeichen zu setzen, daß mit bewußter falscher Orthographie wieder ein kleines Steak für die eigene Kleinstfamilie individualbedeutsam erlegt wurde.

    „Ändern wollte ich nie“ – aber das ist ein falsch zitierter Leo Löwenthal …
    Ich habe hier die Piraten nur kritisiert im Beitrag oben – es geht aber um viel mehr als die Parteiendummheit.

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    • 16. November 2011 23:57

      Das gefällt mir.

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      • 17. November 2011 00:21

        Und viele lesen ja mit, die unsere Worte direkt (gefällt mir) in ihre eigene Kanzel bzw. Kanzlei zitieren! Ohne Verständnis freilich, aber immerhin mit Cops&Pesto! (hehe)

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  9. 18. November 2011 11:01

    „Scientologen in der Piratenpartei – Kaperversuch durch Sekte?
    Die Piraten sind über den Zulauf von Scientologen in die Partei besorgt. Auf dem Bundesparteitag in zwei Wochen soll die Sekten-Mitgliedschaft thematisiert werden …“
    http://bit.ly/vg7Nve

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    • 18. November 2011 11:28

      Es werden sicher noch andere Grüppchen versuchen, das neue Schiff zu kapern. Ich halte das persönlich für normal. Spannend wird, wie die Partei darauf reagiert. Ganz einfach wird das sicherlich nicht, möchte man sich auf demokratischem Parkett bewegen. Ein Ausschluss wegen einer Kirche… es ist zumindest schwierig, das zu argumentieren.

      Dabei wäre es interessant zu wissen, wo sich die Scientologen noch so tummeln. Gute Frage.

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      • 18. November 2011 12:58

        Michael Pliwischkies schrieb am 18/11/2011 um 11:28 Uhr u.a.
        „(…) Ein Ausschluss wegen einer Kirche… es ist zumindest schwierig, das zu argumentieren …“

        Wenn meine Informationen noch aktuell sind, genießt Scientology in Deutschland, im Gegensatz etwa zu den USA, nicht den Status einer „Kirche“ … ?

        „Kritikpunkte an Scientology“ http://bit.ly/tlzO9O

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        • 18. November 2011 13:12

          Ja sicher. Heikel ist der Umgang mit denen allerdings dennoch. Auf die Diskussionen jedenfalls bin ich gespannt.

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  10. 8. Dezember 2011 11:07

    „….Tja, Herr Jebsen, eins dürfte klar sein, diese besagte Holocaust-Äußerung in der Öffentlichkeit zu machen, war dann nicht sehr klug. Auch wenn es sich nur um einen einzigen Hörer handelte, dem Sie geantwortet hatten. Man kann ja nie wissen, wer hinter »privaten Anfragen« in Wahrheit stecken könnte. Verschwörungstheorie? Sie hatten damit einen politisch unkorrekten Grund geliefert, dass man Sie ohne Bedenken feuern konnte: Die Nazikeule. Denn die funktioniert in Deutschland immer noch wie geschmiert. Haben Sie nicht die Hetzjagd auf Thilo Sarrazin erlebt? Der Mann lebt doch, wie auch Sie, in Berlin. Oder den Fall Eva Herman? Oder kennen Sie die Geschichte des CDU-Politikers Martin Hohmann? Oder den Ausschluss des Brigadegenerals Reinhard Günzel? Oder die Causa Möllemann? Mann, Herr Jebsen, keiner von den genannten Personen ist oder war je ein Nazi. Aber alle machten den Fehler, zu glauben, auf Missstände in der Gesellschaft und deren Ursachen hinweisen zu müssen. Allen war und ist Seele und Geist schwer, beim Untergang ihres Landes, bei Lügen und politisch gesteuerten Betrügereien einfach zuschauen zu sollen. Das wird hierzulande jedoch nicht gerne gesehen, wie jede einzelne dieser Biografien zeigt. …“, schreibt Eva Hermann in ihrem offenen Brief an Jepson. Da wächst nun zusammen was zusammengehört. Eva Hermann, die Hitlers Autobahnbau und die Familienpolitik der NSDAP „super“ findet und Ken Jepson. Beide wurden abgeschoben von ihrem öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber. Henner Michels hatte mehr Glück, der ist schon Rentner und thinktankgirl ist keine „öffentlich-rechtliche Angestellte“.

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman/rbb-wirft-moderator-raus-nazivorwuerfe-oder-in-wahrheit-9-11-kritik-.html;jsessionid=E18B4A14A185A067F17D338575AD571E

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    • 8. Dezember 2011 15:32

      Es haut einen ja gar nicht mehr um; sondern klebt´s zamm: via Kopp-Verlag.

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    • derSamstag permalink
      8. Dezember 2011 16:56

      Der rechtsradikale ForenBoy schreibt am 8. Dezember 2011 um 12:54 in Sweethearts Blog zu diesem Kommentar: “Wie manipulativ der sock puppet Despot der unmöglichen Mission namens Manfred, der 75% aller Hetzkommentare in seinem Hetzblog selbst verfasst, keine Gelegenheit auslässt, seine Antisemitismus-keule zu schwingen, kann man hier nachlesen: http://j.mp/uLIXGT
      Statt den Brief Eva Herrmans in seinem richtigen Kontext und Aufbau zu zitieren, benutzt er die selbe Hetzmethode seines Lehrmeisters Broder, der genauso „arbeitet“, einfach widerlich…… http://j.mp/t0N3Mb
      Es wichst zusammen, was zusammen gehört! Ja Herr Broder, wichsen Sie weiter, solange Sie noch einen hoch bekommen…….“

      Wie es scheint fühlt sich Forenboy berufen Eva Herman und Ken Jepson zu verteidigen.

      http://sweetheart2010.wordpress.com/2011/11/11/und-noch-ein-bischen-spater/#comment-548

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    • 8. Dezember 2011 17:36

      @derSamstag
      Dass Forenboy „rechtsdrehend“ schreibt, war und ist offensichtlich. Teilweise war ich der irrigen Auffassung Forenboy könnte von seiner rechten Ideologie geheilt und resozialisiert werden. Ein fataler Irrtum, dem auch die MI-Redaktion aufsaß. „Mission Impossible“ muss sich den Vorwurf machen, dass Forenboy hier zu lange, zu frei kommentieren konnte. Die Redaktion hätte erkennen müssen, dass dieser Typ unverbesserlich ist. Jetzt solidarisiert er sich mit Eva Herman und Ken Jepson. Forenboy lobt den „richtigen Kontext und Aufbau „ des Herman- Briefes auf Kopp-Online. Eva Herman ist nach ihrem Rauswurf beim NDR nun die Nachrichtesprecherin im Kopp-Verlag, der Forenboys Interessen vollständig abdecken dürfte.

      Zum Kopp-Verlag steht unter Wikipedia:“Der Verlag bezeichnet sich selbst als Verlag und Fachbuchversand für Enthüllungsliteratur, Verschwörungen und Geheimgesellschaften. Verlegt werden unter anderem Bücher zu Themen der Prä-Astronautik, der Ufologie, des Erfundenen Mittelalters, des Kreationismus, der Astrologie, der Geomantie sowie der Germanischen Mythologie, des Islamismus, der Freiwirtschaftslehre und „Enthüllungen“ wie zu sogenannten „linken Lebenslügen“. Nach eigener Darstellung will er mit seinen Publikationen „auf unterdrückte Informationen, Entdeckungen und Erfindungen hinweisen“ sowie „die Öffentlichkeit auf […] Themen aufmerksam […] machen, die überberichtet werden“ und dadurch die „Aufmerksamkeit von wesentlich wichtigeren Berichten ablenken“. Er behauptet darüber hinaus, „Tabuthemen, Political Correctness und Zensur“ in Gesellschaft und Medien zu untersuchen.

      Zudem unterhält der Verlag mit „Kopp Online“ ein Internetportal mit dem Untertitel „Informationen, die Ihnen die Augen öffnen“. Neben Artikeln eigener Autoren werden dort auch Videos in Form einer Nachrichtensendung veröffentlicht, die inhaltlich das Themenspektrum des Verlags abdecken. Als Moderatoren wechseln sich Eva Herman und zunächst Hakim-Michael Meziani ab. Ferner wird mit Kopp exklusiv eine Zeitschrift herausgegeben, an der Autoren wie Bruno Bandulet, Jürgen Elsässer, Andreas von Rétyi, Jürgen Roth, Udo Ulfkotte oder Gerhard Wisnewski mitwirken.“

      Da wächst zusammen was zusammengehort: Forenboy, Eva Herman, Ken Jepson und der Kopp-Verlag. Wundern tut mich nur, dass „Sweetheart“ bei dieser braunen Soße mitmacht.“ Sweetheart“ habe ich völlig falsch eingeschätzt, was beweist, dass nicht einmal ich (obwohl Gott) unfehlbar bin.

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      • 9. Dezember 2011 09:30

        fidelche schrieb am 08/12/2011 17:36 Uhr u.a.
        „(…) Dass Forenboy „rechtsdrehend“ schreibt, war und ist offensichtlich …“

        Ich habe den Typen ziemlich schnell durchschaut, nachdem ich erstmals bei ZEIT-ONLINE und kurz darauf beim Freitag auf ihn aufmerksam wurde, also wundern mich seine jüngsten Ausfälle nicht, sie kommen in „meine Sammlung“ 🙂

        „(…) Wundern tut mich nur, dass „Sweetheart“ bei dieser braunen Soße mitmacht.“ Sweetheart“ habe ich völlig falsch eingeschätzt …“

        War bei mir zunächst genauso, wir unterhielten uns über harmlose Themen, wie Musik und ich hielt sie für eine etwas einsame, ältere Frau, die das Internet als neues Kommunikationsmittel für sich entdeckt hatte. Als ich dann jedoch (bei ‚ZO‘) nicht mehr nur über Musik schrieb, sondern mich regelmäßig mit offensichtlich weit rechts stehenden Bloggern anlegte (die Themen reichten von der Dämonisierung der Beschneidung von Juden über, Homophobie bis zur verfälschenden Darstellung des Widerstandes gegen ein Treffen rechtsextremer Parteien und Gruppierungen in Köln usw.) bekam ich bei der Kommunikation mit jener Dame ein untrügliches Bauchgefühl, dass mich auf Abstand gehen ließ …

        PS Zur Einschätzung jener Eva Herman, die von „unserem gemeinsamen Freund“ in Schutz genommen wird, empfehle ich immer wieder gern den damaligen Kommentar von Frau Herman über die Katastrophe bei der Duisburger ‚Love Parade‘, die wohl an Bigotterie und Perfidie kaum zu übertreffen sein dürfte …
        http://bit.ly/aqBo0T +++ http://bit.ly/tZ9nKv

        Schönes Wochenende wünscht
        selcarim

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      • 9. Dezember 2011 11:00

        @selcarim
        Wenn man Forenboy nun inhaltlich mit Eva Hermans braunem Gedankengut oder Ken Jepson Antisemitismus konfrontieren würde, dann würde er vermutlich sagen er habe nichts mit Eva Herman und Ken Jepson am Hut, er habe sie nur so zum Spaß verteidigt. Über die Taktik von rechtsradikalen Trollen hast du hier schon einiges geschrieben, was ich also hier nicht nochmal wiederholen muss.

        Bei Eva Hermans Aussagen zum Unglück bei der Love Parade wird mir genauso übel wie bei ihren Relativierungen und „Huldigungen“ des 3. Reiches. Angefangen vom Autobahnbau („Es sind auch Autobahnen gebaut worden, und wir fahren drauf“) bis zu ihren Aussagen zur Familienpolitik der NSDAP(„Was ich zum Ausdruck bringen wollte, war, dass Werte, die ja auch vor dem Dritten Reich existiert haben, wie Familie, Kinder und das Mutterdasein, die auch im Dritten Reich gefördert wurden, anschließend durch die 68er abgeschafft wurden. Vieles, was in dieser Zeit hochgehalten wurde, wurde danach abgeschafft“).

        Der NDR sprach damals von einem “Mutterkreuzzug“ Eva Hermans! Vermutlich kannte der NDR damals noch nicht die Kampagnen des „Freitag“ mit thinktankgirl an der Spitze.

        Dir ebenfalls ein schönes Wochenende
        fidelche

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      • 9. Dezember 2011 16:18

        Wenn ich diesen Thread hier insgesamt lese, dann fällt mir – wegen des reichen nochmaligen Zusammenpuzzlens nur scheinbar isolierten Rechtsdralls – ein Bild ein: Wirft man einen Stein ins Wasser, geht der tief; und verursacht rundherum auch noch Wellen.

        Und: Nochmals Danke für die Skizzierung des Kopp Verlages!

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  11. derSamstag permalink
    16. Dezember 2011 19:15

    Die Heilpraktikerin und Esoterikerin Daniela Scherler ist Fraktionsgeschäftsführerin der Berliner Piratenpartei.Sie schreibt in ihrem Buch über das Fasten, sie sei sich vorher sicher gewesen, die Zeit locker zu überleben. Es gebe aber Menschen, die in vergleichbaren Situationen sterben würden, „weil sie noch in ihrem begrenzten Ego-Denken gefangen sind“. Am Beispiel einer Flugzeugkatastrophe meint Frau Scherler: Sie habe davon gelesen, dass nach dem Unglück in den Bergen einige der Überlebenden gestorben seien, nachdem sie drei Tage nichts zu essen hatten: „Und das, weil sie sich nicht vorstellen konnten, länger ohne Essen zu überleben. Sie manifestierten so unbewusst ihr Verhungern.“ Wer verhungert ist also selbst schuld, genau wie Kranke an ihrer Krankheit selbst schuld sind.

    „Ich war davon überzeugt, dass es [das Fasten, M.S.] mir gut tun würde und ich die Zeit locker überlebe. Wie viele andere vor mir bin ich nicht verhungert, sondern habe innerlich entschlackt. Es gibt Menschen, die in ähnlichen Situationen sterben, weil sie noch in ihrem begrenzten Ego-Denken gefangen sind. So habe ich letztens von einem Flugzeugunglück in den Bergen gehört, bei dem einige der Überlebenden starben, nachdem sie drei Tage ohne Essen geblieben waren. Und das, weil sie sich nicht vorstellen konnten, länger ohne Essen zu überleben. Sie manifestierten so unbewusst ihr Verhungern.“ (S. 193)“

    http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/12/die-berliner-piraten-und-die-esoterik.php

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  12. 22. Dezember 2011 17:42


    Find ich auch.

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  13. 29. Januar 2012 13:15

    Ich vermisse hier übrigens den Aufschrei, was die antisemitische Hetze gegen Frau Weisband betrifft, die sich gerade auch aufgrund dessen zurückzieht. Oder ist dieser Aufschrei hier nicht angemessen, weil sie Mitglied in der falschen Partei ist?

    Darf ich jetzt der MI unterstellen, sie ist antisemitisch, da diese innerdeutschen Vorgänge hier verschwiegen, bzw. nicht kommentiert werden?

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    • 29. Januar 2012 14:52

      Lieber MP,
      vermutlich hast du meinen Kommentar mit dem Ebertus-Link nicht ganz verstanden. Ich schrieb am 26/01/2012 16:38: „… Übrigens, vorhin gesehen, etwas Off Topic: In Freitag 2.0 schreibt Rahabs Kumpan Ebertus: „Erinnere nur an diesen auch hier (erklärend, von mir verstanden) eingestellten Link von @MP auf eine ebenfalls rechte hate-site, deren Aufmacher zwischen einem schwanzgesteuerten Grünen-Politiker und der aktuell gerade sich zurück ziehenden osteuropäisch-jüdischen Frontfrau der Piraten oszillierte.“

      Das war zwar kein „Aufschrei“ von mir, aber immerhin. Dir bleibt es natürlich unbenommen über die Vorgänge bezüglich Frau Weisband detaillierter zu berichten. Vermutlich würde ich deinen Ansichten in dieser Causa zustimmen, unabhängig von deiner Ablehnung bezüglich meiner „proisraelischen“ Artikel.

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      • 29. Januar 2012 15:51

        Ich werde mich dazu an anderer Stelle – also bei mir – äußern. Ich habe übrigens kein Problem mit proisraelischen Artikeln, ich habe aber eins mit einer einseitigen, Bestätigung fordernden Realitäts-Darstellung und mit Dogmatismus. Und das ist auch gut so.

        Übrigens halte ich deine Artikel, auch, wenn sie vermutlich so gemeint sind, in ihrer Folge mittlerweile nicht mehr für proisraelisch. Aber auch das führte ich – soweit ich mich erinnern kann – schon einmal aus.

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      • 30. Januar 2012 13:14

        Das ist schön wenn du auf deinem Blog zu Frau Weisband inhaltlich was schreibst. Du darfst natürlich von meinen Artikeln und Ansichten halten was du willst. Ernst nehmen kann ich deine Kommentare allerdings seit einiger Zeit nicht mehr. Aber auch das führte ich – soweit ich mich erinnern kann – schon einmal aus.

        Übrigens: Auf Freitag 2.0 haben „Rahab“ und „Alien59“ den im TV der PA übertragenen Aufruf zum Judenmord geleugnet, relativiert oder gerechtfertigt. Vermutlich zählen die beiden faschistoiden Muftiversteherinnen deshalb in deinen Augen zu den besten Freunden Israels.

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        • 30. Januar 2012 13:49

          Ernst nehmen – damit ist es so eine Sache. Ich nehme dich schon ernst, aber vermutlich anders, als du es dir vorstellst.

          Deine überzogene Privat-Fehde gegen zwei Freitagianerinnen und weitere Personen führt dein Projekt hier auch weiter ad absurdum. Zudem wäre es einmal interessant, wenn du das „faschistoid“ belegen würdest.

          Dein Mangel bleibt weiterhin, dass du reflexhaft und radikal auf Trigger reagierst, nicht mehr differenzierst und versuchst, mit einer möglichst markig-radikalen Sprache zu reagieren. Und das bleibt aus meiner Sicht in Bezug auf das Thema auch weiterhin unangemessen.

          Ob du mich oder das nun ernst nimmst oder nicht, ist mir ziemlich schnuppe. Ich bejubele nun mal keine rhetorischen Totschläger – das habe ich nie und das werde ich nie. Punkt.

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        • 30. Januar 2012 14:06

          Wer einen Aufruf zum Judenmord „wichtig“ findet oder wer diesen Aufruf leugnet oder relativiert „argumentiert“ faschistoid. Was ist daran schwer zu verstehen. Ich empfehle auf den Link zu klicken um dann zu lesen.

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        • 30. Januar 2012 14:44

          Das steht dort nicht und das weißt du. Dort steht lediglich, in welchem Zusammenhang diese Aussprüche fielen.

          „Hussein hatte aus der Hadith, mündlichen Überlieferungen von Sprüchen des Propheten Mohammed, zitiert: “Die Stunde (der Auferstehung) wird nicht kommen, bis ihr die Juden bekämpft. Die Juden werden sich hinter Steinen und Bäumen verstecken. Dann werden die Steine und Bäume rufen: ‘Oh Moslem, Diener Allahs, da ist ein Jude hinter mir, komm und töte ihn’”.“

          Dieser Aufruf wurde meines Wissens nicht geleugnet und auch nicht für wichtig oder gar richtig befunden, vielmehr wurde kritisiert, dass man ihn hier für „unangemessen“ wichtig erachtet.

          Für dich ist jemand ziemlich schnell faschistoid. Die ganze Welt muss ja auf dieser Basis voll von Faschisten sein. Selbst die Wertung des Ausspruchs eines religiösen Fanatikers beweist für dich bereits faschistoides Denken, wenn es nicht eindeutig in deinem Sinne geschieht. So eine Haltung bezeichnet man übrigens gemeinhin mit „despotisch“.

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        • 30. Januar 2012 15:27

          Rahab hat auf ihrem Blog erst bezweifelt, dass es die Rede gab, bezeichnet die israelische Botschaft als „Drei-Einfältigkeit“, dann sagte sie alles sei aus dem Zusammenhang gegriffen, dann relativierte sie indem sie auf ein Bild (Gas the Arabs) verlinkte und Alien 59 meinte dieser Hadith sei wichtig weil so viele Palästinenser angeblich unschuldig im Gefängnis wären.

          Du hast hier am 25/01/2012 10:41 geschrieben:“Die Vorgänge und Aussagen sind erschreckend und absolut indiskutabel, zeigen wieder einmal auf, zu was für Propaganda-Leistungen eine radikale Ideologie-Vertretung in der Lage ist. Derlei Aufrufe sind abscheulich und fordern zu einer Neubewertung der Autonomiebehörde auf – das ist wohl unzweifelhaft. Die Frage ist natürlich, wie man dem begegnet, wie man reagiert. Ich muss zugeben, dass auch ich seitens der Bundesregierung zumindest eine deutliche Protestnote erwartet hätte – aber nicht aus einer Verpflichtung heraus, sondern weil derlei Vorgänge überall, gleich in welchem Kontext, zu ächten sind. Ich würde auch erwarten, dass die Bundesregierung die Aussagen des Muftis „nutzt“, um die Autonomie-Behörde „unter Druck“ zu setzen. Letztlich bietet diese Aussage nämlich einen guten Grund, eine Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, die Palästinenser damit zu konfrontieren, dass ihre Forderungen unter diesen Bedingungen niemals realisierbar sein werden – und das zu Recht.“

          Du solltest einfach mal mehr überlegen bevor du was schreibst.

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        • 30. Januar 2012 15:47

          Ich überlege ziemlich gut, bevor ich etwas schreibe und meinem Zitat ist auch nichts hinzuzufügen. Allerdings ziehe ich andere Schlüsse als du. Soweit ich weiß, bezog sich der Begriff „Drei-Einfaltigkeit“ auf die Trinität. Aber das ist auch sekundär.

          Grundsätzlich aber gilt:
          Quellen anzweifeln ist erst einmal legitim – das tue ich auch, erst recht, wenn es sich um Sekundärquellen handelt. Alles andere wäre grob fahrlässig. Ich google dem hier Verbreiteten auch hinterher, weil diese Plattform aufgrund ihrer Sprache und Radikalität erst einmal nicht glaubwürdig ist.

          Das die Äußerung des Mufti aus dem Zusammenhang gerissen ist, stimmt im Grunde, da es sich um ein filmisches Zitat handelt. Ob der Zusammenhang das Zitat nun untermauert oder nicht, sei erst einmal dahingestellt. Faktisch bleibt es richtig.

          Der Link auf ein Bild mit dem Schriftzug „Gas the arabs“ ist imho nicht zu beanstanden, da er Aggression im Zusammenhang Aggression auf beiden Seiten dokumentiert, wobei auch hier über den Kontext und die Authentizität diskutiert werden kann.

          Das dieser Hadith wichtig sei, weil so viele Palästinenser unschuldig im Gefängnis sitzen, halte ich für – mit Verlaub – Bullshit, weil ein Unrecht kein anderes ausgleicht – erst Recht nicht in dieser Form. Allerdings sehe ich hier eine propalästinensische Parteinahme, wie ich hier eine ebenso unreflektierte proisraelische sehe. Beides ist falsch und beschädigt letztlich Menschen mehr, als sie ihnen nutzt.

          Ich hoffe, du findest doch noch mal einen kleinen Weg aus deiner schwarz-weißen Welt, die in ihrer Mentalität schon genug Unheil angerichtet hat. Gleiches gilt für die Gegenseite.

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        • 30. Januar 2012 16:05

          Was du Bullshit nennst, bezeichne ich faschistoid. Dein Entschuldigungsgeschwafel für die Relativierungen, das Leugnen und die Rechtfertigung für den Aufruf zum Judenmord in Freitag 2.0 ist aus meiner Sicht unerträglich. Im Übrigen scheinst du nicht zu bemerken wie weit du dich dem „Deutschen Schweigen“ bereits angenähert hast.

          Ich hoffe, du findest doch noch mal einen kleinen Weg aus deiner relativierenden Haltung bezüglich Antisemitismus, die im letzten Jahrhundert schon genug Unheil angerichtet hat. Ich befürchte allerdings, dass meine Hoffnung darüber vergeblich ist. Alles Weitere wären Wiederholungen, ich kann dir nicht mehr helfen.

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        • 30. Januar 2012 17:01

          Ich gebs auf. Mit Fanatikern kann man einfach nicht diskutieren. Jetzt rechtfertige ich also schon den Judenmord im Freitag 2.0.

          Mit Verlaub – aber du hast doch nicht mehr alle Latten am Zaun.

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        • Reflexione Galore permalink
          30. Januar 2012 20:28

          „fidelche; 30/01/2012 13:14

          Übrigens: Auf Freitag 2.0 haben „Rahab“ und „Alien59″ den im TV der PA übertragenen Aufruf zum Judenmord geleugnet, relativiert oder gerechtfertigt. Vermutlich zählen die beiden faschistoiden Muftiversteherinnen deshalb in deinen Augen zu den besten Freunden Israels.“
          Ich denke mal, Aliens neuester Schwarm ib der FC, „Georg von Grote“, Journalist, Iurist und natürlichFilmkritiker, wird sie irgendwann auch über Filmmontage aufklären. (Völliger Ernst meinerseits).

          Ich, noch ernster als Ernst: Fidelche, ich sagte es bereits: Nach meinem Geschmack shießt du über’s Ziel hinaus. Die Gründe konnten wir nicht klären, deshalb bin ich mir nicht sicher, ob du es bemerkst oder darauf eingehen willst. mich kostet es Zeit, mich zu wiederholen. Guten willen und energie habe ich genug gezeigt. Wir reden aneinander vorbei. Aber damit bist du nicht alleine, denn auch besonders Alien, die radikale Gläubige, sitzt an einer ähnlichen Kanone.

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        • Reflexione Galore permalink
          30. Januar 2012 20:31

          Korrektur: Ob du’s bemerkst oder NICHT darauf eingehen magst *Ist das anstrengendhier*

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        • 30. Januar 2012 21:42

          @Reflexione Galore

          Ich glaube du bist bei dem Thema etwas überfordert. Der von der PA eingesetzte Mufti ruft im TV der PA zur Ermordung aller Juden auf und Rahab entschuldigt den angekündigten Genozid mit einem Bild mit der Aufschrift „Gas the Arabs“. Der Unterschied ist dass für ersteres die Führer der Palästinenser verantwortlich sind, bei Rahabs Bild weiß keine Sau wer das aufgesprayt hat. Außerdem schreibt Alien59 sie hält die Hadith mit dem Aufruf zum Judenmord für „wichtig“. Hitlers hat in „Mein Kampf“ die Ermordung der Juden nicht so klar ausgedrückt.

          So und nun zurück auf Los und ganz schnell wieder in den „Freitag“, da gehört ihr nämlich hin. Fidelche war mit euch viel zu freundlich. Ich muss mal ein ernstes Wort mit ihm sprechen.

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        • Der Bassist permalink
          31. Januar 2012 22:30

          Hallo MP! Alles Gute, Goreflex! (Den Gürtel bei den Worten eng schnallen!)

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  14. 31. Januar 2012 11:01

    Die Aufforderung zum Judenmord zu entschuldigen, zu relativieren oder mit einer Hadith zu untermauern, ist vollkommen unentschuldbar.

    Hab gestern ne Sendung mit Yussuf Islam gesehen. Seit seiner „Erweckung“ ist ihm die Musikalitaet wohl abhanden gekommen (Fand früher Cat Stevens ok). Dafür isser fromm….. (oder gehört er etwa, wie Hayadatullah Hübsch, auch zu den falschen Muslimen?)

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    • 31. Januar 2012 16:33

      Danke hibouh,
      ich bin hundertprozentig deiner Meinung, diese im palästinensischen Fernsehen gezeigte, vom höchsten geistlichen Führer der PA ausgesprochene Aufforderung zum Judenmord zu entschuldigen, zu relativieren oder mit einer Hadith zu untermauern, ist vollkommen unentschuldbar! Ganz abgesehen davon, dass solche Äußerungen von der Fatah oder von der Hamas an der Tagesordnung sind.

      Wer es 70 Jahre nach der Wannseekonferenz in Deutschland ablehnt bei dem arabischen Aufruf alle Juden zu ermorden eindeutig Stellung gegen diesen geplanten Genozid zu beziehen, hat das Recht verwirkt sich über Rassismus oder den Völkermord an den Armeniern aufzuregen.

      1974 schrieb Jean Améry: „Die Linke ist Wirklichkeit in ihrer Praxis, nicht in ihrer Dogmatik. Ihr letzter Referenzpunkt ist ein Humanismus, den aus verqueren theoretischen Gründen in Frage zu stellen, im günstigsten Fall Spinnerei ist, im üblen Sabotage. Denn es ist der Humanismus keine bürgerliche Mystifikation, wenn auch sein Banner von der Bourgeoisie nur allzu oft zu Mystifikationszwecken rauschend geschwenkt wurde.“

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    • Reflexione Galore permalink
      31. Januar 2012 18:51

      Achtung, Bezug zur Mikroebene auf Basis Beteiligter von Schul- und Bildungsformen, die nix mit Gymnasium at hand haben.
      @hibouh: Du schriebst an anderer Stelle hier in der MI bereits, dass Du den Eindruck hast, Deutschland/Deutsche birge/-n eine neue rechte Gefahr à la Nationalsozialism – und das über Jahre hinweg Deines Aufenthalts/Deiner Zugehörigkeit. So long, wie auch immer. ….

      Mich interessieren konkrete Eindrücke (u.a. DEINERSEITS, vielleicht habe ich sie übersehen [?]).

      Im weiteren Sinne interessiert mich daher auch Dein Eindruck über Anatolien, denn ein Bekannter aus dem Gebiet sagte mir, dass diese Bevölkerungsgruppe (oh Gott, das Wort „Volk“ steckt in dieser deutschen Bezeichnung!) richtig „schön“ rechts eingestellt ist.

      Wie sind Deine Erfahrungen als Wahlheimatländler in der Türkei mit Nationalismus und Co.? Ohne akademische oder künstlerische Metaebene? Habe ich etwas übersehen? ich bitte um Nachsicht und Links.

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      • 2. Februar 2012 07:24

        Seufz…. wie soll ich denn irgendwelchen reaktionaeren Leute, sei es in D oder Anatolien, mit Argumenten kommen, wenn das noch nicht einmal mit deutschen „Linken“ gelingt?

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    • 31. Januar 2012 22:41

      Hibouh, das Ende dieser Diskussion ist erreicht.
      Irgendwann, ab jetzt, darf jeder nachlesen; und
      nach vorne ist was Neues –
      oder
      Loch
      Sturz
      Nickbruch
      Ge-

      Denn mit dem Ausgang vom derFreitag ist es durch,
      … ich schau nun nach anderswie, anderwo,
      nach vorn …

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      • Der Bassist permalink
        1. Februar 2012 01:01

        Bei den bürgerlich-doofen Piraten hier gesagt: Meine Partei ist Die PARTEI, die mit den schicken Titelbildern auf ihrer Zeitschrift, die mit dem Parteichef im ZDF, in der Infoshow von Oliver ich Welke, mich interessiert Kapitalismuskritik am Arsch vom Bild des höchsten Bumdesamtes, vom Marx weiß keiner doch nix mehr als daß er blaue Bänder hatte, und Engels war sein Kumpan, Proletarier halt, depperte Hatz4Empfänger, wie das höhere Kabarett es zum Gelächter der Wissenden macht, der lachenden immobilienbesitzenden Sozialdemokraten, die mal aufgebrochen sind, den Privatgärtner zu enteignen, weil er die Nelken der Sozis liebte. Dieser ganzen Kacke und noch braunen Scheiße aus deutschem Wesen trotzdem sie hochgelobt aus dieser Republik belobigt weggestorben ist: weil es die Sozialdemokratie so wollte: – ach, der Nachfolgescheiße sollte nun ein Parfüm gegeben werden. Von der LINKEN etwa.
        Blogger sollten anders die ganze Scheiße kritisieren.

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  15. derSamstag permalink
    7. Februar 2012 14:15

    In ihrer Stopp-Acta-Kampagne verwenden Piratenparteien verschiedener Länder das Motiv einer Krake, die den Erdball mit ihren Tentakeln umschlingt. Die Bildkomposition ist faktisch identisch, mit einer Darstellung aus dem Jahr 1938, die in der antisemitische Wochenzeitung “der Stürmer” publiziert wurde. Die Metapher der Krake scheint seit Ende des 19. Jahrhunderts zum Standardrepertoir der Karikaturisten zu gehören. Sie dient dabei als Sinnbild für eine erdrückende, alles an sich raffende Übermacht.

    http://www.publikative.org/2010/07/22/krake-200/

    http://stopp-acta.info/

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    • 7. Februar 2012 16:39

      Das heißt nun also, dass die Krake nicht mehr verwendet werden kann, weil man dann automatisch Zeichen der NSDAP verwendet und sich als Antisemit, Rassist und Faschist outet?

      Das Faktische besteht also in der Verwendung eines Zeichens. Das finde ich sehr interessant, denn es hieße, wir müssten dann auch unsere gesamte Sprache ablegen, da sie von den Nationalsozialisten benutzt wurde.

      Warum schreiben Sie deutsch? Rechtsaußen?

      Tut mir leid – aber ich kann über diese verzweifelte, fast krankhafte, Suche nach „Beweisen“ nur noch lachen. Das ist Realsatire at its best.

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      • 7. Februar 2012 19:48

        Zeichen- und Bildsprache finde ich schon wichtig. Und sie hat eine Geschichte, ist besetzt mit Bedeutung. „Du zitierst, vielleicht unbewußt.“ Man stellt sich, vielleicht auch automatisch, in Tradition: die man etwa gar nicht meint. – Falsch ist die 1-zu-1-Setzung. Denn immer ist die AKTUELLE Bedeutung zu erfragen, und was ein Mensch verwenden kann an Sprache, Zeichen, Bild, ist nun mal begrenzt. Hat Schnittmengen. Notwendig.
        Und eindeutig ist selbst ein Zeichen, ein Bild, ein Logo, ein Wappen durch die Geschichte nicht. BEDEUTUNGSWANDEL. – Skins etwa.
        Gut ist immer, historisch zu denken.
        Und Historie schreitet voran wie zurück.
        That´s Diskussion, ohne Zu- und Festschreibung.
        Was willst Du damit sagen?
        Ich verstehe das so.
        Falsch verstanden.
        Wie denn?
        – – – Die Zeichen haben Historie,
        aber sie stehen nicht fest.
        Soziales gibt Bedeutung.
        Man muß drüber reden,
        auch ob Bedeutung oktroyiert wird.
        Und man sich gegen Zuschreibung wehrt.

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    • 7. Februar 2012 22:21

      Schaue ich mir bei stopp-acta die Krake/den Kraken und den umgebenden Text an, dann ist der Kommentar von @derSamstag für mich ein totaler Unsinn, ein hochmögendes Nichtlesen- und Nichtsehenkönnen. Auch schon: Ideologiebetrieb. –
      Dazu npd-blog.info/…/krake.JPG geguckt sagt mir, daß @derSamstag einen Redskin nicht von einem Naziskin unterscheiden könnte. –
      Und bei der schönen Seite publikative.org/2010/07/22/krake-200/ findet man einen längeren akademisch-historischen Essay, der sich die plakative und eindeutige Analogiebildung, die im Kommentar von @derSamstag vorgenommen wird, wohl verbitten würde. –
      Kurz: derSamstag bricht eine historische Bildmetapher auf Eindeutigkeit runter. Und das mit Absicht der Diskreditierung der gesamten Partei. – Da nutzt nur Aufklärung. Und nutzen rote Schnürsenkel, die in meine Bundeswehrstiefel passen, damit ich unterscheidbar bin wenigstens von Leuten, die differenzieren können.

      P.S.: Medienbekanntheit erreichte der Krake Paul, der während der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 als Orakel-Tier den Ausgang aller getippten Fußballspiele korrekt „voraussagte“. Der Krake ist hier positiv besetzt. Und „Octopussi“! – Mal drüber nachdenken.

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    • derSamstag permalink
      8. Februar 2012 07:31

      Ich halte die Krake (wie Robert Hampicke) für zumindest erklärungsbedürftig.

      Wenn die Tentakeln der (zugegeben nett aussehenden) Krake als Computerkabel dargestellt worden wären, wäre der Erklärungsbedarf geringer gewesen. Meinetwegen ist die „Piraten- Krake“ nur aus Naivität entstanden, allerdings ist die „Krake“ kein Einzelfall.

      http://npd-blog.info/2009/10/01/der-pirat-aus-dem-%E2%80%9Estortebekernetz%E2%80%9C/

      http://www.publikative.org/2011/10/14/piratenpartei-erneut-im-braunen-zwielicht/

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      • 8. Februar 2012 19:16

        Zitat:

        Michael Pliwischkies schrieb am 8. Februar 2012 um 00:42 Uhr in Rahab’s ‚Treue Liebe‘ Blog u.a. „(…) Zum Thema Krake habe ich mich eindeutig geäußert (…) siehe hier …“ http://bit.ly/yhobYd
        http://bit.ly/ztdhgY

        🙂

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        • 8. Februar 2012 23:03

          Krake sein.
          Ein Gedicht von Ernst Jandl.
          Ich lach mich weg, selcarim!

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        • 9. Februar 2012 08:48

          @rainer kühn, dann lachen wir beide 🙂 …, ich im Augenblick über das hier:

          ForenBoy schrieb am 8. Februar 2012 um 22:52 Uhr in Rahab’s ‚Treue Liebe‘ Blog u.a. „(…) Mission impossible, ein hoffnungsloser Fall, da kassiert sogar Rainer Kühn massenhaft Daumen nach unten, wenn er versucht die Notbremse zu ziehen, verkehrte Welt …“ http://bit.ly/yTJThL

          Michael Pliwischkies schrieb am 08/02/2012 um 10:53 Uhr in dieser Rubrik u.a. „(…) Jemand meinte neulich in einem Fernseh-Interview mal, das man sich gegen Lob von falscher Seite leider nicht wehren könne. Damit hatte er recht …“

          selcarim: Wer solche „Freunde“ hat, braucht keine Feinde mehr … 🙂

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        • 9. Februar 2012 11:34

          Selcarim, wie bewertest Du die Zusammen- und Entgegenstellung der Postings #comment-16148 vom derSamstag am 7.2. um 14:15 Uhr mit drei Links zu seinen „Beweisen“, wo er aber seine wirkliche Quelle mit unlauteren Mitteln „bearbeitet“, um ihr erklärendes Motiv kürzt, also bewußt fälscht, was ich ihm in meinem Posting #comment-16148 im selben Thread samt der sprudelnden Quelladresse nachgewiesen habe? Und zwar entlang Adornos Motto: „Es hilft nur emphatische Aufklärung, mit der ganzen Wahrheit, unter striktem Verzicht auf alles Reklameähnliche.“
          Du kannst eindeutig Freund-Feind entscheiden? derSamstag eindeutig auch! – Ich lach mich weg … zwei- und mehrdeutig wie eine Metapher …

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        • 9. Februar 2012 13:05

          @rainer kühn

          Lass‘ mich bitte versuchen das Thema ‚runterzufahren und Emotionen, Polemik und Ironie weitgehend wegzulassen, o.k.?

          Meine (vielleicht naive) Sicht:
          Sowohl das Hakenkreuz als auch SS-Runen und div., im antisemitischen Sinne gebrauchte, „Symbole“ lassen sich (im Land der Nazi-Nachfahren) auf lange Zeit nicht mehr „neutral“ benutzen. Einverstanden?

          Dass Kraken hochintelligente Kopffüßler sind, die erstaunliche Aufgabenstellungen bewerkstelligen, keine Frage. Zufällig bin ich da sogar etwas im Thema, weil mein Schwager einst in seiner Doktorarbeit darüber schrieb. Dass der Krake (wenn ich richtig informiert bin, ist Krake immer noch männlich, also nicht „die“ Krake :-)), als Figur/Grafik völlig unbelastet bleibt, solange er nicht in einem bestimmten Kontext erscheint, völlige Zustimmung meinerseits!

          Dass diese Harmlosigkeit jedoch sofort hinfällig ist, wenn ein Grafiker dieses Tier auf eine Erdkugel setzt und dessen Arme den Planeten umschlingen, ist FÜR MICH ebenfalls nicht zu leugnen. Diese Verbindung „Krake-Ausbeuter-Jude-Weltparasit“ ist (unterschwellig) sofort abrufbar, weil sie sich eingefressen hat ins Unterbewusstsein (siehe dazu auch den witer oben von mir verlinkten Text/Grafiken). Einverstanden?

          Dass „unglücklich“ gewählte Symbole, die Verursacher – auch bei angeblicher Unwissenheit – nicht vor Kritik und „Mißverstehen“ schützen, ist bei strafbaren Handlungen gemäß StGB aktuelle Praxis, oder? Womit ich in diesem Falle selbstverständlich noch keine Strafbarkeit unterstelle, das nur, um hier nicht von einschlägig bekannten ‚Boy‘ falsch interpretiert zu werden 🙂

          Das soll’s von meiner Seite aus zu diesem Thema gewesen sein, ganz unabhängig davon, ob Quellen „wasserdicht“ waren oder eher fragwürdig. An der Verwendung eines stark belasteten Symbols (Krake umspannt Weltkugel) ändert das m.M nach zunächst nichts. Der Verfasser des auslösenden Kommentars (@derSamstag) mag sich zu den Quellen ja vielleicht noch äußern.

          Gruß
          selcarim und …, nichts für ungut!

          PS Freund und Feind sind in der Tat nicht immer so eindeutig auseinander zu halten, weil Menschen die Fähigkeit der Täuschung und Tarnung als „Überlebensstrategie“ von der Evolution mitbekommen haben 🙂

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        • 9. Februar 2012 14:01

          Eine wortreiche Umgehungsstraße für eine minimale und genau abgegrenzte Fragestellung. – Aber mich interessiert ja gerade die Methode, nicht der austauschbare Inhalt. Und da stehst Du beim Krakethema dem derSamstag wohl in nichts nach.
          „Einverstanden?“ Enttäuscht, selcarim!

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        • 9. Februar 2012 14:46

          rainer kühn schrieb am 09/02/2012 um 14:01 Uhr u.a.
          „Einverstanden?“ Enttäuscht, selcarim!“

          Damit werde ich dann wohl leben müssen und auch können, weil die, weitgehend irreal aufgebaute CyberWorld ohnehin nur eine Ergänzung meines Lebens darstellt und ich das Geschreibsel von mir und anderen im Internet nicht überbewerte.

          Ich könnte sicher, von heute auf morgen, ohne größere Entzugserscheinungen, darauf verzichten online zu schreiben und zu lesen 🙂

          selcarim, nicht enttäuscht, bestätigt …

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      • derSamstag permalink
        9. Februar 2012 12:26

        TAZ 09.02.2012 Piraten-Entgleisung zu Acta (Daniel Schulz):

        Hitlers achtarmiger Helfer

        Sehr unkreativ: Die Piratenpartei erfand 2010 im Kampf gegen das Urheberrechtsabkommen Acta ein Logo, dass die Nazis so ähnlich schon vor 70 Jahren nutzten.
        ….
        Über 70 Jahre ist der Nazi-Krake alt, Karikaturisten benutzen die Figur spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts als Metapher für eine alles erdrückende, vielarmige, auch amorphe Macht – um es auf den Punkt zu bringen: eine Verschwörung. Damit sind die Piraten nicht allein, der Datenkrake gehört zur Folklore der Bürgerrechtsbewegung. Dass ausgerechnet dem Protest der Kreativen nichts Kreativeres einfällt, ermüdet eher, als dass es entsetzt.

        Dass Nachdenken nicht immer ein gutes Ende nimmt, beweist allerdings wiederum ein Pirat. In einem Tweet fragte Kevin Barth, inzwischen nicht mehr Kreisvorsitzender der Piraten in Heidenheim, Anfang Januar, ob er ein Antisemit sei, nur weil er „die israelische Kackpolitik und den Juden an sich unsympathisch finde, weil er einen sinnlosen Krieg führt.“
        ….

        http://www.taz.de/Piraten-Entgleisung-zu-Acta/!87351/

        Mit der Frage von Kevin ist der Krake für mich dann erledigt.

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        • 9. Februar 2012 14:18

          Wenn in solchen symbolpolitischen Fragen nun ausgerechnet die heutige taz das Maß der Dinge ist, dann google ich deren Geschichte verfänglicher Wortakrobatik lieber doch auf meiner Konkret-CD. – Es ist ein ‚Dschungel‘!

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        • 9. Februar 2012 16:56

          Die TAZ ist wahrlich kein Argument, da könnt ich ja gleich zu den Piraten gehen. Mal sehen ob in der nächsten Konkret oder Jungle World was darüber steht.

          Ich sag mal so, der ACTA-Krake zeigt sehr deutlich das platte „Schwarz-Weiß-Denken“ der Piraten.

          ACTA ist böse – die Piraten sind gut.

          Wir sind die guten 99 Prozent, da ist das 1 Prozent des Übels.

          Erkennt sich jemand wieder? Kein Problem. Ich steh ja drauf.

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        • 10. Februar 2012 00:26

          Ich möchte darum bitten, daß die Mission Impossible im Blogroll all meine Sites tilgt: Wolkmann, Lindenblatt und weitere. Danke!
          Es war schön hier, es wurde zuletzt zunehmend unlesbar scheuklappenartig und sackgassenmäßig. Und so für mich nicht mehr tolerierbar. – selcarim und derSamstag gaben den Rest; kein Thinktankboy, kein Fidelche, die gegen krudeste Propaganda eingeschritten wären. – Nein danke, so nicht & Tschüß …

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    • 8. Februar 2012 18:54

      Wie aus einer Information eine Desinformation wird!
      Ganz einfach: durch interessiertes Weglassen.

      http://www.nornirsaett.de/symbolische-probleme/
      „Für ihre Stopp-Acta-Kampagne verwenden Piratenparteien verschiedener Länder das Motiv eines Kraken, der den Erdball mit seinen Tentakeln umschlingt. Die Bildkomposition sei faktisch identisch mit einer Darstellung aus dem Jahr 1938, die in der antisemitischen Wochenzeitung ‚Der Stürmer‘ publiziert wurde.“
      Kennt man doch, die Formulierung, oder? Aber dort geht es weiter:
      „Nun ist der Datenkrake ein so geläufiger Begriff und der Krake, der die Welt aussaugt, ein schon lange vor der Nazi-Zeit geläufiges Motiv der Karikatur (Octopus in Propaganda and Political Cartoons), dass die Verbindung zwischen ‚ACTA-Kraken‘ und Antisemitismus doch sehr an den Haaren herbeigezogen wirkt. An sich ist das Kraken-Motiv nicht antisemitisch, da es als Metapher für so unterschiedliche Organisationen (von Scientology bis zu Großkonzernen), so unterschiedliche Ideologien (vom Kolonialismus bis zum Kommunismus) und so unterschiedliche Regierungen (praktisch alle) verwendet wurde, dass der Krake im Allgemeinen nicht antisemitisch konnotiert ist. (…) Es kann vom Kontext, in dem eine Karikatur steht, abhängen, ob sie antisemitisch ist oder nicht!
      Der Kontext der ‚Stopp Acta‘-Kampagne ist allerdings eindeutig nicht antisemitisch.“

      Es geht mir mit diesem abschließenden Kommentar zum derSamstag vom 7.2. 14:15 gar nicht um den oberflächlichen Inhalt, es geht mir um die Form der motivierten Setzung von Halbwahrheit durch Weglassen, um den Aufweis von blanker Propaganda.

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  16. 7. Februar 2012 18:00

    Selbstverständlich kann „man“ sich dumm stellen und Symbole und Vokabular benutzen, die/das durch den Gebrauch (Mißbrauch) des Nazi-Mordregimes über Jahrzehnte, wenn nicht gar darüber hinaus, ihre/seine „Unschuld“ verloren haben/hat …

    Nur sollte „man“ nicht von anderen erwarten, dass sie einem die Naivität abnehmen, ganz besonders dann nicht, wenn es sich bei den vorgeblich „Naiven“ um Politiker/innen handelt.

    „Woran man sie erkennt – Rechtsextreme Symbole, Codes und Erkennungszeichen“
    http://bit.ly/yW1rtd

    PS Im „besten“ Falle unterstelle ich solchen „Schwachköpfen“ Dummheit, im schlimmsten Fall Vorsatz …

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    • 7. Februar 2012 18:40

      Gut – dann sollte man sich jedoch auch umfassend selbst daran halten. Ansonsten ist man der eigenen Dummheit Schmied.

      Ich nehme hier in den Texten jedenfalls einen beängstigenden Radikalismus wahr, der mich – ich schrieb es früher schon mal – an eine unrühmliche Vergangenheit erinnert, was die Art der Argumentation betrifft.

      Hier werden Geister und Hexen gejagd, Rechte verwirkt und es wird gehetzt – anders kann man es nicht bezeichnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es aus einer angeblich positiven Motivation heraus geschieht. Die oberste Prämisse hier: Search and Destroy. Und das ist grundsätzlich verwerflich.

      Zudem ist eine derartige Argumentation auch noch realitätsfremd und dumm. Das Dritte Reich war auch eine riesige Propagandamaschine und diese hat kaum „Gleichnisse“ ausgelassen in ihrem Wahn Juden, Kommunisten, Sozialisten und Andere zu diskreditieren, um sie „vernichtbar“ zu machen. Es existiert kaum eine Kritikform, die von den Nazis nicht missbraucht worden wäre und so ist es leicht, heute jedem Kritiker eine Nähe zu unterstellen. Das Elend ist, dass ihr das auch noch tut, euch also implizit der Propaganda-Logik des Dritten Reichs bedient. Und auch das ist verwerflich.

      Und wie willig das hier geschieht, macht es geradezu ekelhaft.

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      • 7. Februar 2012 19:20

        @Michael Pliwischkies

        Wenn wir schon in eine Grundsatzdiskussion über Neo-Nazis und ihr Agieren in sozialen Netzwerken und (politischen) Internet-Portalen geraten, dann möchte ich folgendes klarstellen:

        Das Problem, das ich sehe, ist nicht „das Sichtbarmachen“ von rechtsextremer „Argumentation“ in solchen Foren, das Problem ist das Wegsehen (Wegklicken) wenn solche Propaganda auftaucht. Rechtsextremismus verschwindet nicht, wenn man ihn totschweigt und nicht beachtet, ganz im Gegenteil.

        Dass sich Neo-Nazis nicht in Portalen, wie ZEIT-ONLINE, der Freitag, Mission-Impossible, Treue Liebe, Jacob Jung etc. einführen mit der Begrüßung: „Hi, ich bin Nazi und will Euch linken ‚Schwuchteln‘ mal zeigen, was ein stolzer Deutscher ist …“ dürfte einleuchten. Sie tarnen sich, und sondern ihren braunen Ideologie-Dreck in kleinen Dosierungen ab. Außerdem reagieren sie auch meist mit gespielter Empörung, wenn man ihnen rechtsextreme Terminologie vorwirft.

        Zitate:

        „(…) Darum geht es:
        Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und andere Menschenfeindlichkeiten nicht unwidersprochen lassen

        • Das heißt: Nicht wegklicken, sondern melden (bzw. als Betreiber: löschen) – das setzt eine wichtige Grenze. Aber auch: Mit Argumenten dagegen halten. Widersprechen. Grenzen setzen. Widersprüche aufzeigen. Sagen, warum etwas rassistisch / antisemitisch / ns-verherrlichend ist. Nicht unbedingt, um den Schreiber oder die Schreiberin zu überzeugen – vielmehr, um dem Rest der (möglicherweise indifferenten) Öffentlichkeit zu signalisieren, warum diese Argumente keine echten Lösungen anbieten und nicht einmal zu einer echten Diskussion beitragen wollen, sondern gezielt verbreitet werden, um Hass zu sähen.

        Zeichen setzen, welche Werte wichtig sind

        • Es geht nicht nur gegen Nazis, sondern vor allem für Demokratie und Menschenrechte, die Achtung des Gleichheitsgrundsatzes und der Würde aller Menschen. Denn Rassismus, Antisemitismus, Vorurteile gibt es auch in der Mehrheitsgesellschaft – und sie werden nicht besser, wenn sie jemand äußert, der „das jetzt nicht so meint, aber wohl mal sagen darf…“.

        Opfer von Herabsetzungen unterstützen

        • Wenn einer einen anderen beleidigt, angreift, Unwahrheiten verbreitet, ist es für die Betroffenen extrem hilfreich, wenn sich andere Userinnen und User für die betroffene Person einsetzen, ihr argumentativ zur Seite springen und damit das Gefühl vermitteln: Du bist nicht allein.
        Informieren und aufklären – und die Ideologie der Ungleichwertigkeit bearbeiten
        .
        • Rechtsextremismus kann man nur begegnen, wenn man ihn erkennt. Deshalb sind Informationsangebote wichtig, die über Strategien und Aktivitäten der rechtsextremen Szene, rassistische Argumentationen und die Denkmuster hinter antisemitischen Verschwörungstheorien aufklären, auch über die Präsenz in sozialen Netzwerken. Das macht http://www.netz-gegen-nazis.de – aber zum Glück auch nicht allein: Eine Übersicht über gute Informationsangebote im Internet finden Sie hier. Auch Medien spielen hier eine wichtige Rolle. Was in bekannten Medien berichtet wird (auch in deren Accounts auf Sozialen Netzwerken), wird von einem größeren Teil der Öffentlichkeit wahrgenommen.

        • Rechtsextremismus ist nicht weg, wenn man ihn nicht mehr sieht. Deshalb hilft dauerhaft nur, die einzelnen Ideologie-Teile zu bearbeiten: Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Chauvinismus und ähnliches. Das tun Projekte und Initiativen offline auf verschiedenste Art und Weise (dokumentiert z.B. hier. Online heißt das: Argumentationen anbieten – die werden z.B. Rassisten nicht überzeugen. Aber vielleicht Unentschlossene oder Menschen, die sich über ein Thema noch keine Gedanken gemacht haben …“

        Quelle: http://bit.ly/j2gzSB

        Wer wegsieht, relativiert und verharmlost macht sich mitschuldig und … für „wehret den Anfängen“ ist es längst viel zu spät!

        Gruß
        selcarim

        PS Hätte man den Überlebenden und Angehörigen der KZ-Insassen damals gesagt, dass es in Deutschland im Jahre 2012 wieder eine militante (ca. 182 Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland seit 1990 http://bit.ly/kVxLzk ) Neo-Nazi-Szene geben würde – im Land, das aus erster Hand lernen konnte, wohin Faschismus führt – sie hätten es nicht für möglich gehalten. Und …, dass es diese Szene gibt, halte ich keineswegs für ein Zeichen von „Normalität“ (weil es die in anderen Ländern auch gibt), sondern für den Gipfel der Perversion.

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      • 7. Februar 2012 22:32

        selcarim, ich denke, es geht hier eher um die Form. Um das, wo zuweilen tatsächlich Ununterschiedlichkeit h e r r s c h t abgesehen von der oberflächlichen Rede. Wo Du sie, die Redenden, nicht unterscheiden kannst, jedoch eindeutig ablehnen. Beide, alle.
        Darum geht´s.

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        • 8. Februar 2012 00:17

          rainer kühn, zu den „tatsächlichen Unterschieden“ vielleicht dieses Zitat:

          „(…) So kann die traditionelle Judenfeindschaft bzw. der moderne Antisemitismus auf ein ganzes Arsenal spezifischer Bilder von Juden und Judentum zurückgreifen, die über die Jahrhunderte hinweg gleichsam kodifiziert wurden und aufgrund ihres ‚Wiedererkennungswertes‘ immer wieder – in jeweils modifizierter Form – aktualisiert werden können. Besonders in Gesellschaften mit hohem Analphabetismus (wie beispielsweise … in einigen arabischen Staaten) wird das Bild zum Hauptmedium.für den Transport antisemitischer Klieschees …“

          Quelle: http://bit.ly/w92cXB

          … und hier findet sich der weltumspannende Krake gleich in mehrfach modifizierter Form (u.a. als Affe mit Davidstern, als Bankier Rothschild, als klassicher Krake, als Vampir und als Kobra) – bitte im PDF-Text nach unten scrollen …

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        • 8. Februar 2012 00:43

          Ein Beispiel kompletten Mißverstehens. –
          Die Piratenkrake agiert in anderem Umkreis – kukukulturellen Konkonkontexten – und ist definitiv mit anderer Bedeutung zu konnotieren. – Der historische Hinweis mag helfen und Bedenken machen, das wohl, aber diese nett-niedliche Krake – – – wäre sogar meine Krake, obwohl ich der Piratenpartei speziell nichts abgewinnen kann.

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  17. 8. Februar 2012 00:34

    Mir ist das zu einfach und zu emotional. Wer nur noch Gespenster sieht, verstellt sich den Bllck. Die Gefahr bei Gespenstern ist, dass man sich zwar vor ihnen erschrickt, ihnen aber letztlich gehorcht, weil man sich ihr Spiel aufoktruieren lässt. Auf diese Art kann man gegen nichts ankämpfen oder Positives schaffen.

    Es geht auch nicht um das Erkennen von Rechten – die erkenne ich sehr wohl. Allerdings tue ich das nicht anhand von Zeichen, die auch in jeden anderen Kontext passen, weil die Aussagekraft dahinter – singulär betrachtet – gleich Null und fahrlässig ist. Es geht nicht um das Ding, es geht um die Absicht dahinter. Vor diesem Hintergrund ist es illegitim, jemandem eine Absicht zu unterstellen, weil er ein Zeichen nutzt, welches von einem anderen in zu kritisierender Weise genutzt wurde, um dann einen Rückschluss auf seine Motivation zu ziehen. Es ist illegitim, weil es sich eben der Argumentations-Strategie bedient, der sich auch schon die NSDAP bedient hat. Eine miese „Waffe“ wird in der Hand des „Gerechten“ nicht besser – sie bleibt eine „miese“ Waffe. Man begibt sich auf diese Art auf eine Ebene, auf der nichts „Gutes“ wachsen kann, macht sich gleich mit denen, die man angeblich kritisieren will. Man agiert nach dem Grundsatz „für einen Sieg ist mir jedes Mittel recht.“ Und dabei bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke, die doch selbst eingefordert wird. Das Ergebnis ist Krieg – nicht mehr, nicht weniger.

    Was Acta betrifft, müsste man erst feststellen, dass der Erschaffer des Logos den geschichtlichen Kontext des Zeichens bewusst bemüht hat, um ihn zu verurteilen. Ist dem nicht so, stellt die Krake einfach nur das dar, was sie ist. Aus werblicher Sicht ist sie eine sehr naheliegende Verbildlichung des kritisierten Zusammenhangs und sollte m.E. auch in ihm gesehen werden, solange nichts Gegenteiliges belegt ist. Hier jedoch sehe ich – wenn ich es imaginiere – einen geifernden Schreiber, der meint, etwas entdeckt zu haben und sich damit hervortuen will. Das ist billig.

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    • 8. Februar 2012 00:49

      @Michael Plivischkies

      Ich lasse Deine Erwiderung jetzt zunächst weitgehend unkommentiert, weil ich einfach zu müde bin und ins Bett gehen werde.

      Nur soviel noch: Es geht sehr wohl ums Erkennen, der häufig koordiniert einfallenden Rechtsextremen und es geht um energischen Widerspruch, wie ich bereits mit den Zitaten in meinem Kommentar selcarim schrieb am 07/02/2012 um 19:20 Uhr u.a. „@Michael Pliwischkies – Wenn wir schon in eine Grundsatzdiskussion über Neo-Nazis …“ versuchte zu erklären.

      Doch jetzt bin ich offline
      Gruß
      selcarim

      PS Es wäre „schön“ würde ich tatsächlich nur Gespenster sehen …, die Mordserie von NSU + die übrigen Todesopfer der Rechtsextremen (weiter oben habe ich die Auflistung verlinkt) sprechen leider eine andere Sprache und lassen jede „Gespensterdebatte“ zynisch erscheinen …

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      • 8. Februar 2012 00:57

        selcarim: es geht hier nicht um neonazis und nsu; – sondern um eine illu bei der piratenpartei, die dersamstag als stürmerlike hinbehauptet hat.
        differenz ist eine zier / und weiter nur mit ihr …

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      • 8. Februar 2012 01:57

        Die Auflistung der Opfer der NSU in diesem Kontext – sorry, dass ich das so sagen muss – ist nur der billige Versuch der Dämonisierung der Anti-Acta-Fraktion von deiner Seite und überdies nicht zielführend.

        Damit lasse ich es bewenden. Ich gebe hier nicht den Don Q.

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    • 8. Februar 2012 00:53

      Gerade Deinem letztem Absatz stimme ich noch einmal zu. Diese angesprochene Illustration ‚Globus-Krake‘ ist treffend oder meinetwegen bloß professionell und für einen Karikaturenstreit überhaupt nicht geeignet. Schaut man sich den Zusammenhang auf der verlinkten Seite an, so darf doch jeder eher den Karikaturisten seiner regionalen Heimatzeitung jeden zweiten Tag kritisieren. – Da aber mit Recht!

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  18. 8. Februar 2012 00:56

    rainer kühn schrieb am 08/02/2012 um 00:43 Uhr u.a.
    „Ein Beispiel kompletten Mißverstehens.(…) aber diese nett-niedliche Krake – – – wäre sogar meine Krake, obwohl ich der Piratenpartei speziell nichts abgewinnen kann“

    Nun, wenn das so ist, würde ich den Piraten zurufen:
    Thema verfehlt, Grafik mißlungen – dieser die Erde umschlingende und auspressende Krake weckt ja offensichtlich noch Sympathien, anstatt Abscheu hervorzurufen 🙂

    Gute Nacht
    selcarim
    .

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    • 8. Februar 2012 01:07

      Na, ja. Keine Antwort wäre auch eine gewesen.
      Schlaf mal über ‚Sprachwendungen mit Krake‘,
      insbesondere selbstverwandte, also: selbstverwendete.
      Es wird ein Alptraum, oder der Anfang einer Dissertation.

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    • Der Bassist permalink
      8. Februar 2012 01:43

      „diese die Erde umschlingende und auspressende Krake“ (selcarim) –
      Ich glaube, d i e eben sieht Rainer Kühn gar nicht, weil sie da auch gar nicht ist.
      Hey, guck mal diese Links vom derSamstag mit dem Krakenvergleich.
      Und dann frag ich Dich, ob Du blind bist?
      Oder ob Du Rechts und Mitte verwechselst?
      Oder gleichmachen willst?
      D.h.: keine historische Distanz sehen willst?

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  19. 8. Februar 2012 06:50

    Finde das Analysiern von Zeichen und Symbolen wichtig. Und warum allzusehr in die Piraten verliebt sein? Nicht vergessen: Nazis haben oft „gute“ Bedeutungen, Zeichen und Symbole missbraucht (Swastika, 1000-jaehr. Reich etc.), Warnungen als Bewusstmachungen sind daher angebracht. Octopussys Garden bietet aber auch mir Schutz :-))

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  20. 8. Februar 2012 10:39

    Die IG Metall und Müntefering nahmen vor einigen Jahren die alte NSDAP Metapher der Heuschrecken auf um wie die NSDAP einen Sündenbock für die Krise auszumachen. Die Verschwörungsband „Die Bandbreite„, die von Diether Dehm (Linkspartei) unterstützt wird, meint in ihren Texten: „Kapital und Zinseszins sind nicht von Gott gemacht. Und doch werden wir von den Banken und Bonzen hier damit kaputt gemacht“ oder „Doch wir sind hier, um euch aufzuwecken, die fetten Heuschrecken aufzuschrecken, um hab und Gut und unser Haus zu retten.“

    Die Stop-Acta-Seite (der Piraten?) verwendet nun ein erklärungsbedürftiges Krakenlogo mit sehr wenig Text-Information und will dabei auf was hinaus?

    Müntefering, die Piraten und Co. sind deshalb keine Nazis! Aber mit ihren Metaphern und ihren Ansichten schaffen sie Andockmöglichkeiten zu reaktionärem Gedankengut.

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    • 8. Februar 2012 10:53

      Man darf also einen Zustand nicht kritisieren, weil man Andockmöglichkeiten für die „falsche“ Seite schafft. Da bei Metaphern/Zeichen immer die „Gefahr“ besteht, dass sie schon einmal benutzt wurden, kann man sie demnach grundsätzlich nicht verwenden – das ist eine sonderbare Erkenntnis.

      Es ist eben die Krux mit dem Politmarketing – auf der einen Seite möchte man Zustimmung und benötigt dafür das Werkzeug einfacher Metaphern, auf der anderen Seite könnte man damit die falschen Zustimmer auf den Plan rufen. Und nun? Muss man nun zu jeder Metapher die Zeichengeschichte eruieren, damit einem nicht unterstellt wird, man würde diesen Zusammenschluss suchen oder gar, man wäre selbst verdächtig?

      Jemand meinte neulich in einem Fernseh-Interview mal, das man sich gegen Lob von falscher Seite leider nicht wehren könne. Damit hatte er recht.

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    • 8. Februar 2012 12:26

      Vielleicht liegt es auch daran, dass nicht nur ich, sondern auch die Piraten selbst nicht wissen was sie eigentlich wollen. Ein ehemaliger CDU Mann ist Vorsitzender, ein paar ehemalige NPD Mitglieder sind in der Partei und nun diese Stop-Acta-Kraken-Kampagne. Auch ich bin gegen Zensur im Netz, andererseits ist das Internet kein rechtsfreier Raum. Die Informationen der Piraten über Acta sind dürftig, ihre konkreten Positionen und Forderungen dazu ebenfalls. Wahrgenommen wird dieses Krakenlogo. Was sind die Positionen oder die Lösungsansätze der Piraten zum Nahostkonflikt, zu Harz4, zum Kapitalismus, zum Mindestlohn, zum Krieg in Afghanistan, zu erneuerbaren Energien, zu Gentechnik, zu Islamismus, zu Trennung von Staat und Kirche, zu den Hermes Krediten für den Iran, zu Steuergerechtigkeit, zum Bildungssystem, zu Migrationspolitik usw, und wo kann ich sie nachlesen?

      Nochmal zu den Metaphern: Natürlich hatte die Heuschreckenkampagne der IG Metall einen ganz anderen Stellenwert, weil viel eindeutiger, als diese Krake, die nur von Insidern wahrgenommen wird. Die Kollegen der Gewerkschaft haben ihren katastrophalen Fehler eingesehen und seitdem diese Nazimetapher unterlassen. Aufklärung kann also auch etwas bewirken. Vorrausetzung ist natürlich eine gewisse Bereitschaft dazu.

      siehe: Die Geister, die sie rufen v. Galow-Bergemann

      Wer es sich antun will:
      Finanzkapitalismus – Geldgier in Reinkultur (ver.di)

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  21. 11. Februar 2012 10:49

    @Rainer Kühn vom 10/02/2012 00:26
    Rainer, dein Rückzug aus MI tut mir sehr leid und ist für mich nicht ganz nachvollziehbar. Ich bin seit Wochen beruflich ziemlich eingespannt und habe deshalb die meisten Kommentare hier nur überflogen. Außerdem interessieren mich die Piratenpartei und ihre Probleme kaum. Ich habe in zwei Kommentaren zu der ACTA Kampagne meine Meinung geschrieben und ergänze diese Kommentare um einen weiteren.

    Ich stimme dir zu, der Einstieg von „derSamstag“ in das Kraken-Thema mit den drei Links war problematisch, meinetwegen hat er auch, wie du schreibst, seine Quelle mit unlauteren Mitteln bearbeitet. Selcarim hat möglicherweise in seiner Analyse bezüglich des Krakenlogos und den entsprechenden Nazivergleichen überzogen. Nicht vergessen werden sollte dabei, dass der Ausgangspunkt der Diskussion ein Tier-Mensch-Vergleich der Piratenpartei war. Ich halte es für legitim diesen Vergleich grundsätzlich (auch scharf) zu kritisieren. Dass bei solcher Kritik auch Fehler gemacht werden können ist menschlich, welcher Mensch macht keine Fehler. Die Kritik von Selcarim und derSamstag läuft für mich unter freier Meinungsäußerung, die beiden haben hier niemanden beleidigt, haben keine reaktionären Ansichten verbreitet, im Gegensatz zum hier schreibenden Piraten Michael Pliwischkies. (Für MP agierten und agieren die israelischen Regierungen von Rabin bis Netanjahu rassistisch.) Obwohl einige Kommentare des Piraten MP hier grenzwertig waren, liefen auch diese Kommentare unter freier Meinungsäußerung. Dass dieser Krakenvergleich für das Organ der Grünen, der TAZ, dem politischen Gegner der Piraten, ein gefundenes Fressen war liegt auf der Hand und auch das halte ich für legitim. Nebenbei, im Gegensatz zu den Piraten hatten die Grünen strukturell in ihrer Gründerzeit eine progressive Vision.

    Nun noch meine persönliche Meinung zu den Piraten und ihrem Krakenlogo: Mensch-Tiervergleiche halte ich für grundsätzlich sehr problematisch. Politisch meist rechtsstehende Gruppierungen versuchten und versuchen mit Tiervergleichen gegen den (politischen) Gegner zu hetzen. Die Nazis mit Ratten, Heuschrecken und Kraken gegen Juden, die Schweizer Volkspartei mit Ratten gegen die „rote Gefahr“, die NPD mit Dolen gegen Polen, Globalisierungskritiker mit Heuschrecken gegen Bankmanager, usw. Diese verwendeten Tiere wurden und werden natürlich mit negativen Eigenschaften assoziiert. Mit Kraken, Ratten oder Heuschrecken versuchen reaktionäre Gruppierungen komplexe gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge zu vereinfachen und zu personalisieren. Mit Kraken und Heuschrecken sollen bestimmte Gruppen von Menschen symbolisiert werden, die durch ihre fantasierte, geheimnisvolle, undurchsichtige Macht das brave Volk bedrohen.

    Mich interessiert weniger ob der ACTA Krake nun antisemitisch ist oder nicht, mich interessiert der Zusammenhang des Kraken in der Kampagne. Die „Piraten-Grundwertepartei“ hat kaum ein Programm, kaum eine konkrete Aussage oder Lösungsansätze zu aktuellen Problemen, sie versucht mit einem billigen Kraken-Menschenvergleich die Stammtische zu erobern und ohne das Krakenlogo der Piraten eins zu eins mit dem Krakenlogo der Nazis zu setzen, halte auch ich das für kritikwürdig.

    Wie bereits erwähnt, interessiert mich die Piratenpartei kaum, es ist aus meiner Sicht unerheblich ob diese Partei in die Parlamente kommt oder nicht. Mich interessieren, neben der „Endzeitkrise“ des Kapitalismus, aktuell viel mehr die atomare Bedrohung und die Menschenverachtung im Inneren des iranischen Terrorstaates, seiner Ableger in Syrien, die verheerende Iran-Politik der deutschen Bundesregierung und die entsprechenden proiranischen/antiisraelischen Äußerungen in den deutschen Mainstreammedien. MI steht abseits dieses 99-Prozent-Mainstreams und ich finde das ist gut so, die 99 Prozent werden es aushalten.

    Beste Grüße
    fidelche

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    • 11. Februar 2012 12:26

      Aha – die übliche Vorgehensweise. Ein Kommentar wird herausgepickt und der Schreiber als reaktionär diffamiert. Reaktionär ist also der Versuch, Vorgänge mit dem Ziel der Lösungsfindung von allen Seiten zu betrachten und Fehler auf allen Seiten zu sehen, was in derlei Konstellationen übrigens völlig normal ist. An dieser Stelle zeigt sich wieder einmal mehr die Beschränktheit dieses Meinungsmache-Forums. In Wahrheit geht es nur um einseitige Sichten, um die Hatz auf Andersdenkende mit den Mitteln eines Kataloges. Kaum eine kritische Aussage, die nicht in Antisemitismus umzudeuten wäre – und so geschieht es. Dafür – und dabei bleibe ich, obwohl ich es aus der Wut heraus zu „prollig“ einwarf – werden agitatorische Mittel bemüht, die bei mir einen Würgereiz verursachen.

      Liest man dieses Forum quer, muss man sich fragen, wo hier die Nähe zur Konkret herrühren soll. Jegliche Kritik am bestehenden neoliberalen Kapitalismus wird letztlich angefeindet, indem man rückwärtsgewandte Vergleiche zieht und den Kritikern reaktionäres Gedankengut unterstellt. Ein „Linker“ muss sich hier im Grunde angefeindeter vorkommen, als auf einer Wahlkampfparty der FDP. Das man Metaphern kritisiert, halte ich ebenfalls für legitim – dass man auf dieser Basis allerdings mental gleich in die ultrarechte Ecke abschiebt, keineswegs. An diesem Punkt wird es illegitim. Und auch hier beginnt wieder die Hetzjagd, was ich nach wie vor für verwerflich halte.

      Zudem stimmt der Vorwurf Kraken-Menschen-Vergleich einfach nicht. Die Krake symbolisiert letztlich ein System und ein Vertragswerk. Sie bezieht sich auf eine Industrie und ihr allumfassendes Vertragswerk. Grafisch halte ich das Logo übrigens für „Bullshit“. Ob man aber derartige Schlüsse ziehen muss wie es hier geschieht, bleibt fraglich.

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    • 12. Februar 2012 12:50

      @Michael Pliwischkies11/02/2012 12:26

      Dein Vorwurf des Schwarz-Weißdenkens fällt auf dich zurück. Ich habe mit keiner Zeile hier in MI sekundären Antisemitismus mit primärem Antisemitismus gleichgesetzt. Ich kann sehr wohl zwischen rechtem und linkem Antisemitismus unterscheiden. Siehe alle meine Artikel.

      1. Deinen Kommentar vom 08/11/2011 00:42 nennst du nur „Prollvorwurf“: Du unterschlägst deine Bemerkungen vom „beschissenen Forum“, „erbärmlich und dämlich“, „Vollidioten und primitiv“, „halt den Mund“, „faschistischen Selbstgerechtigkeits-Ambiente“ ,„Ihr selbst seid Hitler, Goebbels und Konsorten“, „Küsst oder fickt euch“ UND „rattenhaftes boniertes Verhalten“. Mit deinem Tier-Vergleich, einer Ratte und M. Breitenberger, bist du nicht so weit von der „ACTA-Krake“ entfernt. Deshalb bist du für mich kein Nazi, aber du belegst mit diesen Ausfällen, dass dir die Argumente ausgingen. Beleidigungen dieser Art waren kein Einzelfall. Ich fand es gut, dass dies von MI nicht zensiert wurde, denn der Leser kann sich so sein eigenes Bild machen.

      2. Ich empfinde es als beispielsweise reaktionär zu behaupten die Regierung Rabin agierte rassistisch, weil sie, um die israelische Bevölkerung vor den Terrorangriffen der Islamfaschisten zu schützen, einen Sperrzaum um den Gazastreifen baute, wie ich es als reaktionär empfinde als Deutscher im „Auschwitz-Blog“ auf die „Gnade der späten Geburt“ zu verweisen.

      3. Ich habe die „ACTA-Krake“ als erklärungsbedürftig bezeichnet, aber die Piraten mit ihrer „ACTA-Krake“ mit keinem Kommentar in die ultrarechte Ecke abgedrängt. Ich habe die Piraten mit keinem Kommentar als Nazipartei bezeichnet. Es gibt in der Partei rechtskonservative Kräfte und Ansichten die Andockmöglichkeiten für rechte Ansichten bieten, mehr behaupte ich nicht.

      4. Zum neoliberalen Kapitalismus: Wer in diesem Forum schreibt sollte sich die FAQ, Netiquette, und den Prolog ansehen um die ursprüngliche Intention von MI zu verstehen. Wer dies nicht macht ist selbst schuld!

      Die Konkretautoren und Kapitalismuskritiker Robert Kurz, Elmar Altvater, Georg Fülberth, Stefan Frank, Thomas Ebermann, Lothar Galow-Bergemann, Gaston Kirsche befassen sich in ihren Texten wie der Konkretherausgeber Gremliza auch intensiv mit verkürzter Kapitalismuskritik. Alle genannten Autoren beziehen sich auf Marx, der sich übrigens im 3. Band des Kapitals ebenfalls mit verkürzter Kapitalismuskritik (Proudhon) beschäftigt. Diese Autoren haben alle einen anderen Zugang zu Kapitalismuskritik. Die Wertkritiker Kurz und Galow-Bergemann haben einen anderen Zugang als Fülberth und Altvater. Das macht die Angelegenheit auch so spannend. Hier bei MI sind unter der Rubrik Kapitalismuskritik einige dieser Ansätze nachzulesen. Ich will dir und den Kritikern von MI nicht zu nahe treten, aber ich bin davon überzeugt, im Gegensatz zu mir habt ihr niemals alle diesbezüglichen Artikel der letzten 30 Jahre in Konkret gelesen, vermutlich keines (geschweige denn alle) der Bücher dieser Autoren in der Hand gehabt. Vor allem vermute ich, dass niemand der Gegner von MI die drei Bände „Das Kapital“ von Marx gelesen, geschweige denn verstanden haben. Das nächste Blog hier wird sich übrigens in den nächsten Wochen mit der Kritik des Kapitalismus beschäftigen.

      5. Bis zu deinem „Piratenouting“ habe ich mich sehr gut mit dir unterhalten können, zumindest sehe ich das so. Ich möchte klarstellen ich halte dich keineswegs für reaktionär. Leider hast du (meiner Meinung) in letzter Zeit einige sehr grenzwertige Kommentare in diese Richtung geschrieben. Mit deiner, meiner Ansicht, einseitigen Verteidigung der Piraten oder deiner relativierenden Haltung bezüglich der Freitagsantisemiten hast du dich in eine Ecke drängen lassen in die du vermutlich nicht hinein wolltest. Daran bin ich nicht schuldlos, denn ich habe dir in den Kommentaren keine Brücke gebaut um aus dieser Ecke herauszukommen. An der so entstandenen Eskalation in unseren Diskussionen sind wir wohl beide schuld, wobei ich feststelle, dass weder M. Breitenberger noch ich dich jemals in irgendeiner Form beleidigt haben, im krassen Gegensatz zu dir.

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  22. 12. Februar 2012 14:06

    “Homo sum, humani nihil a me alienum puto” – oder: kann man eine „andere“ Meinung äußern, ohne persönlich in Gänze verurteilt zu werden?

    So wie ich die MI sehe, wer immer da genau dahintersteckt, er korrigiere mich, wurden hier meist Themen zur Diskussion gebracht, bei denen der Autor glaubt, dass er, obgleich eine Minderheitenmeinung vertretend, doch Recht haben könnte. Meinungen, in denen nur eine Kongruenz mit dem Mainstream festgestellt wird, interessieren die MI nur peripher. Diese Vorgehensweise, die eben weniger den „Bundeswolf aus dem Schoss Bellwau“ oder die „Simplifizierung des Flensburger Punktesystems“ ventiliert, finde ich grundsätzlich legitim und nicht uninteressant, zeitweise spannend. Es ist kein Widerspruch, dass etwas wahr ist, was von allen für falsch gehalten wird.

    Einerseits gebe jedem Recht, der die scheints endlose Perpetuierung bestimmter, einst gefallener Aussagen moniert, andererseits habe ich annähernd keinen erlebt, der seine möglicherweise unbelegten und unhaltbaren ihm bis zum Ausfransen um die Ohren geschlagenen Aussagen revidiert oder gesagt hätte: O.k., „Was heute reaktionär erscheint, war ggf. damals auch nicht emanzipatorisch…“ Es könnte was dran sein, an deiner Kritik.

    Mich haben diese Repetitionen schon genauso genervt, wie sie mir das Lachtränenwasser in die Augen trieben. Den jetzigen Bruch, wegen dieses Krakenlogos, verstehe ich nicht. Auch wenn ich der Kritik am Urheberrechtsabkommen Acta folgen kann, ist es mir möglich die Ähnlichkeiten des heutigen Logos mit dem 70-Jahre-alten zu erkennen. Ob man „Gefahren“ oder „Andockmöglichkeiten von rechts“ sieht oder nicht, ist kein Grund für einen Bruch, ich hätte mir trotz anderer Konnotation des heutigen Logos was anderes als die Nazis einfallen lassen.

    Manchmal ist das Holzschnittartige das Problem, das die Wirklichkeit zu ungenau wiedergibt, manchmal die Überdifferenziertheit, die letztlich eine Entscheidung verhindert. Wir alle haben mit beiden Problemen zu kämpfen und werfen unseren Meinungskontrahenden das Gegenteilige von dem vor, was wir gerade bedienen.

    Michael, du gibst im letzten Kommentar vor, gerne “Fehler auf allen Seiten zu sehen”, kritisierst “einseitige Sichten” und klagst fidelche selbst sehr einseitig an. Ich gebe Dir Recht, dass eine Betrachtung von allen Seiten (Dialektik) das Ziel sein sollte. Ich finde es aber zulässig, einen als problematisch erachteten Kommentar herauszupicken und zu diskutieren. Ob dabei ein Schreiber als reaktionär diffamiert wird, hängt nicht zuletzt von der Häufigkeit ab, wie oft er sich des selben ggf. als problematisch aufgezeigten Musters bedient. Eine „Hatz auf Andersdenkende“ kann vermutlich auf jeder Seite gleichermaßen reklamiert werden. „Den Andersdenkenden“ sieht jeder nur in sich selbst. Unhaltbar sind immer absolute Aussagen wie “JEGLICHE Kritik am bestehenden neoliberalen Kapitalismus wird letztlich angefeindet, indem man rückwärtsgewandte Vergleiche zieht und den Kritikern reaktionäres Gedankengut unterstellt.”. Kritik am neoliberalen Kapitalismus wurden hier nie angefeindet soweit es sich um richtige, nicht um personalisierte und verkürzte Kritik handelte. Ein „Linker“ sollte sich des Unterschieds schon bewusst sein. Ich sehe auch keine Belege, dass jemand in die „ultrarechte Ecke“ abgeschoben wurde, meist war hier von „sekundärem Antisemitismus“ die Rede. Dass primärer A. von anderer Qualität ist und hier leicht Konsens erzielt werden könnte, sollte jedem „Linken“ bewusst sein.

    Ein „Piratenouting“ sollte ebenso wenig eine festgefasste Meinung von einem Menschen bewirken, weil der Mensch nichts anderes als sein Entwurf ist; er existiert nur in dem Maße, als er sich entfaltet (Sartre). Erst wenn er tot ist kann gesagt werden: Das war er.

    Wo liegt also der Streitpunkt genau? Die Welt ist kompliziert. Sie ist nicht nur in Redskins und Whiteskins geteilt. Manchmal haben diese die Schuhe verwechselt und man erkennt sie nur bei genauer inhaltlicher Betrachtung. Wer alle erreichen will, muss auf den Sinn verzichten!

    lg LL

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    • 12. Februar 2012 16:20

      Der Streitpunkt liegt im Übereifer, persönlichen Empfindlichkeiten und Vorurteilen – wie immer und wie bei jedem. Erschreckend finde ich eigentlich nur, dass es scheinbar niemand hier trotz ausreichender Bildung und Interesse schafft, dem zu entgehen.

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    • 12. Februar 2012 22:24

      Zum Gruße, Louis Levy und Michael Pliwischkies! LL, Du schreibst: „Auch wenn ich der Kritik am Urheberrechtsabkommen Acta folgen kann, ist es mir möglich die Ähnlichkeiten des heutigen Logos mit dem 70-Jahre-alten zu erkennen.“
      Deine Vorlage, ich schieße nun ein Tor:
      Natürlich ist die Kritik der internationalen Piratenparteien an ACTA voll berechtigt. Das ist der Kontext der inhaltlichen Dimension hier. Das wird medialisiert transportiert mit einer Krake bei den Piraten, welche in einer Illu die Welt der Informationsfreiheit ohne kapitale Kosten erdrücken will, in der Bildmetapher. Der Krake sieht übrigens so aus, wie er seit neoliberalen Zeiten (Reagan, Thatcher, Schröder) vornehmlich aussieht: als Krake für ein Motiv für in der Dritten Welt gefertigten Kinderkleidung. Jaja, dazu ist der Krake geworden, in seiner überwiegenden Bedeutung im Bedeutungswandel. Ein Tier fürs Kinderherz.
      Auch ich weiß natürlich um die politische Krakenillu, aber das ist doch hier, und gar in diesem freiheitspolitischen Kontext um ACTA, im besten Falle randständig. Die wichtige Kritik der Piraten findet woanders statt. Wenn ein derSamstag das in die MI reinholt als antisemitischen Akzent der Piraten, letztlich als Denunziation der selbst mir nicht geheuren Partei, dann hat er entweder den Schuß nicht gehört oder ist resistent gegen jeden Handel und Wandel (hihi) und wird zuletzt noch die ganze Welt auf den Urknall zurückführen (ok, das geht zuweit).
      Die Welt und sogar der Mensch verändert sich, gewollt oder gemußt.
      Auf der politischen Linken sieht man das oft zuletzt. Was irritiert. Ist aber meine Erfahrung. Kritisches Verhalten ohne Reklame ohne Nachhilfe – also ohne Übereifer, wie MP sagt -, auch in der eigenen Fraktion, das wäre angemessen, immer und einzig.

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      • 13. Februar 2012 12:56

        Gut auf den Punkt bebracht und hier ist auch meine Hauptkritik verortet. Hier wird auf einem Niveau kritisiert und verurteilt, dass in den 60ern oder 70ern des vergangenen Jahrtaustends noch angemessen gewesen wäre. Nicht erkannt und auch nicht zugestanden wird die Entwicklung und wenn, wird sie nur mit den Mitteln eines Nachkriegsdenkens begriffen. So ist aber keine positive Entwicklung möglich und die „Mahner“ werden zu „Tätern“, wobei ich wiederholen möchte, dass ich die Absicht nicht unterstelle. Das ändert aber nichts daran, dass es so geschieht.

        Meiner Meinung nach muss man die Dinge im Hier und Jetzt diskutieren. Das heißt, man muss althergebrachte Rhetorik unterlassen, um nicht selbst Mittel zu nutzen, die unangemessen sind. Das funktioniert auch. Man muss Vorgänge im nahen Osten und auch hier nicht auf der Basis des Dritten Reiches bewerten. Das Aufrufe zum Mord an Juden oder Amerikanern oder die Verhinderung der „Judaisierung“ antisemitisch und rassistisch sind, darüber müssen wir uns nicht streiten, denn das ist augenfällig. Es bringt aber keinen Menschen weiter, implizit oder auch explizit Bevölkerungsgruppen oder weiter gedacht Einzelpersonen einen „Gendefekt“ und Verantwortung bis ins Jahr 3000 zu unterstellen, verbunden mit einer Erbschuld. Einzig die Ächtung menschenverachtenden Verhaltens auf allen Seiten und die Aufklärung darüber, kann letztlich Ziel sein. Es ist darauf zu achten, dass man die Basis der Verbrechen des letzten Jahrtausends nicht in gutem Willen selbst über die Zeit rettet.

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  23. 12. Februar 2012 16:17

    Zuerst auf Deine Punkte, Fidelche

    Zu 1.: Mein Kommentar war unangemessen, was ich auch nicht bestreite und ich unterschlage auch nichts – man kann es ja nachlesen. Allerdings – und ich muss mich leider schon wieder wiederholen, nehme ich hier ein – ich will es mal „henkerhaftes“ – Verhalten nennen, wahr, welches ich für schädlich ansehe. Diese Hatz auf Menschen und das Festnageln auf unbedachten Einzeläußerungen, die dann auch noch aus dem Zusammenhang geklaubt werden, nahm irgendwann Überhand und gleicht nun einmal sehr der Kommunikationsstrategie auch der radikal Rechten. Kritik üben ist eine Sache, einen „Vernichtungswillen“ zeigen, eine andere. Derlei erzürnt mich, da so schon zuviel Schaden entstanden ist und eine an sich positive Motivation kann auch nicht zur Rechtfertigung dafür herhalten.

    Zu 2.: Das ist genau dein Problem – und auch meins. So, wie ich mich beleidigt gefühlt habe, schoss ich zurück, weil meine Empfindungen betroffen waren. Die sind aber kein guter Ratgeber in einer derartigen Diskussion. Sie ist ohnehin schwierig genug. Was du als reaktionär empfindest, empfinde ich als neutrale Betrachtung. Was die israelische Administration betrifft, ist der konservative HIntergrund Netanjahus bekannt. Das ist auch legitim – genauso legitim ist aber die Kritik an besagtem Sperrzaun – und zwar unabhängig davon, ob er notwendig wurde oder einen positiven Effekt für eine Gruppe hat. Was die „Gnade der späten Geburt“ betrifft, bewegst du dich auch hier auf gefährlichem Terrain. Unterstellst du nämlich einem Menschen meiner oder späterer Generation eine Mitverantwortung, bestätigst du implizit eine „genetische Prägung“. Wenn du das tust, bestätigst du damit die Logik all jener, die auch Israelis oder anderen Völkern/Ethnien eine „genetische Prägung“ unterstellen wollen und damit bist du nicht mehr weit von Sarrazin und Gesell entfernt. Ich werde derlei Zuschreibungen auch weiterhin kategorisch ablehnen und zwar zum Schutz aller vor derartigem Denken, welches ich als „reaktionär“ bezeichnen würde. Ich möchte dir durchaus positive Absichten unterstellen – allerdings glaube ich nicht, dass du ihnen so gerecht werden wirst.

    Zu 3.: Das sind Ausflüchte. Mit der Darlegung deiner „Beweise“ tust du das. Übrigens wie immer nach dem Muster: „Wer…. muss ja… weil…“. Rechtskonservative Kräfte existieren übrigens in jeder Partei, abgesehen von den linkskonservativen Kräften, die regelmäßig vergleichbare Ziele verfolgen. Ich halte dich für klug genug, zu wissen, welche Schlüsse Leser aus deinen Artikeln und Kommentaren ziehen werden – denn genauso sind sie verfasst. Sie interpretieren zielorientiert und geben Interpretation vor, haben einen großen propagandistischen Anteil. Andockmöglichkeiten für rechte Ansichten existieren ebenfalls in jeder Partei – weltweit. Nur du gehst einen Schritt weiter – für dich ist es schon eine Andockmöglichkeit, wenn jemand etwas fordert, was auch ein Rechter fordern könnte und zwar nicht, weil der Inhalt der Forderung „rechts“ wäre, sondern, weil Rechte es bejahen könnten. Auch hier schießt du über das Ziel hinaus – meiner Auffassung nach.

    Zu Marx
    Marx war ein Kind seiner Zeit und schrieb seine Werke unter den Eindrücken vornehmlich in Großbritannien. Ich will dir nicht zu nahe treten, aber diese Zeiten und Zusammenhänge sind längst Geschichte. Die Erkenntnisse sind also nur bedingt übertragbar. Ich nehme hier lediglich wahr, dass du jegliche Kritik am Neoliberalismus und seinen Erscheinungsformen scharf als verkürzt kritisierst, es sei denn, die Kritik kommt von dir. Dabei fällst gerade du in anderem Zusammenhang durch so manch verkürzte Kritik und auch durch Voreingenommenheit auf. Auf die Artikel über die Kritik des Kapitalismus bin ich gespannt. Ich hoffe, sie sind auch schlüssig, ohne, dass man gezwungen ist, eine Bibliothek durchzuarbeiten.

    Zu 5.: Mich zu dem „Piratenouting“ zu äußern, ist mir zu albern – sorry. Zum Thema „reaktionär“ – übrigens auch so ein „K(r)ampfbegriff, habe ich mich weiter oben schon geäußert. Ich verteidige die Piraten auch nicht einseitig, ich ging nur auf die hier angesprochenen Punkte und vor allem die Vorverurteilung ein.

    Generell
    Wir – und damit meine ich uns alle – genießen den nicht zu unterschätzenden Luxus, uns hier frei und öffentlich über Sachverhalte auszutauschen, die uns selbst – was Konsequenzen betrifft – nur bedingt betreffen. Und dennoch schaffen wir es, mit möglichst harten Bandagen diesen Vorteil ins Gegenteil zu verkehren. Von dieser Kritik nehme ich mich selbst auch nicht aus. Ich stehe auch nicht in einer Ecke, sonder lese Meinungen von Menschen, die ich persönlich nicht kenne und wäge sie gegeneinander ab. Der Hintergrund ist, dass ich mich weder für die eine, noch für die andere Seite radikalisieren lassen möchte, da das den Blick aufs Wesentliche versperrt. Derzeit sehe ich es allerdings so, dass die von dir kritisierte Rahab eine offenere Diskussionskultur ermöglicht. Darum aber genau geht es – um ein Ausloten von Haltungen/Meinungen. Wir hier könnten jede diskutieren und das sollte man auch tun. Hier allerdings fällt nur eines auf – ein überbordender Jagdeifer. Schade eigentlich.

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    • 13. Februar 2012 14:58

      Die „konservative“ Innenpolitik Netanjahus mit seinen sozialen Verwerfungen im Resultat kritisiere auch ich, wie ich auch die „konservative“ Politik von Helmut Kohl kritisiert habe. Die Politik von Kohl war aus meiner Sicht konservativer als die von Netanjahu. Ich verwehre mich gegen die Behauptung die israelischen Regierung „agierte rassistisch“, weil sie nicht stimmt und den Vernichtungswillen der Palästinenser ignoriert. Wenn jährlich 4000 Raketen auf deutsche Kindergärten abgeschossen worden wären und wöchentlich Selbstmordattentäter deutsche Schulbusse in die Luft gesprengt hätten, dann hätte Helmut Kohl vermutlich stärker reagiert als nur die Grenzen undurchlässiger zu machen.

      Auch Helmut Kohl hat auf seine „Gnade der späten Geburt“ verwiesen. Meine Kritik an dieser Haltung hat nichts mit Genetik, sondern mit Verdrängung und Geschichtsvergessenheit zu tun. Die Reparationszahlungen und Wiedergutmachungszahlungen der Bundesrepublik für die Verbrechen Nazideutschlands hast auch du mit deinen Steuern mitfinanziert. Warum wohl? Desweiteren hast auch du vom Marshall-Plan und von der Gnade der Alliierten profitiert. Du bist also, wie ich, der auch nach 1960 geboren ist, involviert, ob du willst oder nicht. Ich habe dies alles im Auschwitzblog begründet und dir in keiner Weise die Schuld für die Verbrechen der Nazis gegeben.

      Richtig, Andockmöglichkeiten für rechte Ideologie gibt es in so gut wie allen Parteien, die ich auch in anderen Blogs (Silvio Gesell, Rudolf Steiner, Heuschreckendebatte, usw.) angesprochen habe.

      Ich stimme dir zu, wir haben den Luxus uns frei unterhalten zu können. Malaysia liefert einen Mohammed-Zweifler an Saudi-Arabien aus, dem dort deswegen die Todesstrafe droht. Ich kritisiere nicht nur deswegen die Religion und in diesem Fall den fundamentalistischen Islam. Eine offene Diskussionskultur zum Ausloten von Haltungen/Meinungen halte ich auch für wichtig. Ich habe festgestellt, dass dies mit gewissen Leuten nicht möglich ist.

      Eine scheinbar offenere Diskussionskultur in einem Blog von Antisemiten und „Israelkritikern“, die einen Aufruf zum Judenmord entweder als „wichtig“ bezeichnen oder ihn relativieren ist meiner Ansicht wertlos. Wenn sich ausschließlich „Israelkritiker“ über Israel oder über die „Simplifizierung des Flensburger Punktesystems“ (Louis Levy) unterhalten, kann es logischerweise kaum eine kontroverse, erkenntnisreiche Diskussion geben.

      Wer mit den AnhängerInnen des Muftis von Jerusalem, von Felicia Langer, von Evelyn Hecht-Galinski, Eva Herman oder Norman Paech diskutieren will soll es tun. Ich lese solange MI oder die Artikel aus dem Blogroll von MI.

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  24. Der Bassist permalink
    22. März 2012 17:36

    Fertigmachen zum weitermachen
    „Occupy“ will das zurückhaben, was Globalisierung und Kapitalismus längst unmöglich gemacht haben. In Spanien ist es ähnlich, Millionen junge Arbeitslose sind keineswegs gegen den Kapitalismus, im Gegenteil: Sie wollen vom Kapitalismus das, was ihre Eltern noch hatten, was für sie selbst aber nicht mehr zu erreichen ist. Und auch in den Camps zeigt sich, dass es sich mitnichten um eine irgendwie sozialistische Bewegung handelt. Vielmehr sind es die Leute, die im Kapitalismus gerade zu den Verlierern gehören; die verschuldeten Kinder der Mittelschicht teilen ihre Lager mit Obdachlosen und können politisch nicht viel mehr äußern, als dass sie mit ihrer Situation unzufrieden sind. Insofern sind weder ihre Motivation, noch ihre Organisationsform, noch ihre Inhalte neu.
    An der Spitze des Fortschritts stehen die Piraten aus der gleichnamigen Partei, die inzwischen nicht nur im Berliner Abgeordnetenhaus sitzen, sondern sich mit Umfragewerten um die neun Prozent auch berechtigte Hoffnungen auf einen Einzug in den Bundestag machen dürfen. Marxistische Theorie ist auch an dieser Bewegung spurlos vorbei gegangen; die Piraten sehen ihre Freiheit nicht durch 40 Stunden Lohnarbeit in der Woche bedroht, sondern durch bestimmte Vorstellungen von Urheberrecht und den ausufernden Überwachungsstaat. Als originäre Nerd-Partei sind die Piraten ein vom Aufkommen des Internets und der sozialen Medien nicht zu trennendes Phänomen.

    Dieses und viel mehr zu ’neuer“ internetgestützter Politik bei verbrochenes.net: http://www.verbrochenes.net/2012/03/09/morgen-wird-wie-heute-sein/

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  25. Der Bassist permalink
    23. März 2012 19:54

    Weil sich Sven Regner (Element of Crime, Herr Lehmann, Neue Vahr Süd) gerade so schön in Rage geredet hat, bekommt auch die Piratenpartei gleich einen Hieb ab. „Der örtliche Chef hier von der Piratenpartei, der hat eine Firma, die machen Apps fürs iPhone – das ist ein geschlossenes System, das ist hundert Prozent Copyright, mit Anwälten, mit allem Drum und Dran.“ Und solche Typen sprächen dann von Freiheit im Internet, echauffiert sich Regener. Die „ganze Verlogenheit“ sei ihm „höchstgradig unangenehm“.
    Im Internet verbreitet sich Regeners Rede gerade wie ein Lauffeuer. Sein „Instant-Pamphlet“ (Bayerischer Rundfunk) hat sogar das Zeug, eine grundsätzliche Debatte über das Thema Urheberrecht anzustoßen. (Handelsblatt)

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  26. 1. April 2012 00:28

    Gauckler im Nirgendwo der auch hier bekannte ‚Bürger‘ Fro: „Man sollte den Piraten eine Chance und als um Demokratie besorgter Bürger ein paar nützliche Tipps geben, und dann schauen wir mal. Wenn sie es nicht bringen, werden sie nicht mehr gewählt – und es wird sich eine Partei mit dem Namen „die echten Piraten“ gründen.;-) Man sollte die, die heute Piraten sind, und die, die sie wählen, doch nicht für dumm halten… und die kritischen Beobachter auch nicht.“ (31.03.2012 um 23:32)
    Wenn ihr mich fragt: windelweicher Beton!

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  27. 1. April 2012 00:36

    Und der Verleger? Der große Denker für Dtl.? Der sagt zum Thema:
    „Dass die Piraten hier derart kritisch betrachtet werden, finde ich erstaunlich. Alle ‚Vorwuerfe‘, die man dieser Partei machen kann – v. a unklares Programm und mangelnde Verantwortungsbereitschaft – hat man den Gruenen und den Linken auch gemacht. Das ist die Kritik der Etablierten gegen den Newcomer. Es ist die Kritik des Alters an der Jugend.
    Mehr Mut, Leute! Freuen wir uns, dass die Demokratie, die Partizipation belebt werden. Und freuen wir uns, dass die neue politische Kraft in Dtl keine rechtspopulistische ist, wie bei den Nachbarn, sondern eine basisdemokratische.“
    Nun, so einen schwachen Sinn bzw. Unsinn kann man auf einem Samstag abend, am 31.03.2012 um 19:27, schon mal seiner Community zum Fraße vorwerfen. Man hat ja nichts andres … vice versa.

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    • 1. April 2012 11:55

      Tja nun. Er hat es vielleicht etwas salopp formuliert, aber im Grunde hat er damit vollkommen recht. Die Kritik erinnert oft an die Situation, in der sich ein frisch eingestellter Mensch in einem Unternehmen mit bereits fest gefügten sozialen und fachlichen Netzen befindet. Besitzstandswahrer, Zauderer und Karrieristen bemäkeln jede seiner Ideen – aber sicher nicht zugunsten einer Entwicklung und schon garnicht seiner. Und ja – es ist ein durchaus positives Zeichen, dass sich auch heute noch eine Partei gründen und relativ erfolgreich starten kann. Das zeugt nämlich wirklich von einer lebendigen Demokratie. Aber natürlich ist es viel einfacher, jede Partei scheiße zu finden und sich mit Gremliza im Stirnlappen auf die Festung der allumfänglichen Kritik zurück zu ziehen – da kann man sich tätlich einreden, recht zu haben und ganz besonders edel zu sein. Das stimmt aber nicht. Man spielt lediglich keine Rolle mehr.

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      • 1. April 2012 18:48

        Nun ja, „lebendige Demokratie“ ist für mich ein Ideologiekondensat bürgerlicher Herrschaft innen wie außen, Parteien können wegen der widersprüchlichen Zersplitterung der herrschenden Welt bis ins hundertste gegründetet werden, etwa noch eine Partei der radikalen Veganer, aber die Kritik, also DIE Kritik, hat ihre Partei schon gegründet, weshalb ein in Konkret niedergeschriebenes Denken wie das von Gremliza eben bei der Kritik natürlich bleibt, und weshalb eine Neue Frankfurter Schule nur DIE PARTEI gründen kann, als das Lachen über „lebendige Demokratie“.

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      • 1. April 2012 20:04

        Die Frage ist für mich, was will eine Partei und was kann sie bewegen.
        Erfolgreich (an Prozenten) waren vor den Piraten auch schon ganz andere Parteien, das sagt noch nicht viel. Entscheidend ist, was drin ist und was rauskommt.

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      • 1. April 2012 22:31

        Jungs – mal so unter uns

        Sagt, schreibt mir, was ihr eigentlich wollt – nicht, was ihr nicht wolllt, denn es langweilt mich. Ihr kommt mir vor, wie die ewig nörgelnden Eltern, die mir und anderen beständig auf den Sack gingen. Was ist Euer Besser, was ist Eure Perspektive? Nur nörgeln und Fehler suchen ist irgendwann öde und bringt niemanden weiter, ist völlig nutzlos. Wollt Ihr das sein?

        So einfach scheißegal?

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      • 1. April 2012 22:52

        Wenn Kritik trifft, ist sie schon mal mehr als das Kritisierte. Deshalb darf man richtiger Kritik aber nicht Positives abzwingen, also wie es besser ginge sagen zu sollen. Nicht umsonst nannte Adorno sein Buch Negative Dialektik und und nannte das Wortkonstrukt Positive Kritik ein Paradoxon.

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      • 1. April 2012 22:59

        Oder literarisch-philosophisch: Kritik will vernichten, was vor ihr keinen Bestand hat. Das zu entwerfende humane Gebilde ist ein Entwurf der Utopie, der bei Marx etwa heißt, jeder nach seinen Bedürfnissen etc.
        Zu Zeiten, als noch etwas möglich war; aber dann kam ja die Sozialdemokratie …

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      • 1. April 2012 23:05

        „Sagt, schreibt mir, was ihr eigentlich wollt – nicht, was ihr nicht wolllt, denn es langweilt mich.“

        Ich möchte eine sozialere, gerechtere, humanere Gesellschaft, mit weniger Antisemitismus und weniger Nationalismus und dass aus den Fehlern und Verbrechen der Vergangenheit endlich die Lehre gezogen wird.

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  28. 10. April 2012 10:56

    DIe Piraten kämpfen gegen das Tanzverbot am Karfreitag. »Viele Menschen würden sicher gerne auch an Karfreitag bei Tanzveranstaltungen, Konzerten oder im Theater vom Alltagsstress entspannen. Die Durchsetzung religiöser Vorschriften durch Polizei und Ordnungsämter zu forcieren, wird unserer Gesellschaft und einem weltanschaulich neutralen Staat nicht gerecht.«

    Ich glaub als genialer Tänzer werde ich doch noch ein Pirat.

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    • mentalpunker permalink
      10. April 2012 15:17

      Ein Tanzverbot, ein Tanzverbot
      da kommen Tänzer doch in Not
      Doch da – Piraten und ein Boot
      Kapelle marsch & tanzt das Boot!
      Tanzt bis in das Ska-gerak (hihi)
      – – – eh Euer Ge-Schmack.

      (vor der Bombardierung Lübecks
      aus Günter G.s Schublade piratisiert)

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  29. 27. April 2012 14:10

    In der aktuellen Konkret wurde ich auf ein Phänomen aufmerksam gemacht an dass ich noch gar nicht dachte. In der Kolumne „Anders dumm“ geht es um die Piraten. Was an der Partei missfällt und was gefällt. Gremliza schreibt: „Dass Sigmar Steinmeier nicht zum besseren Merkel aufstiegen wird, besorgen hoffentlich die Piraten. Ihr Einzug in den Bundestag nähme sowohl Schwarzgelb wie Rotgrün die Mehrheitschance, und weil anders nicht geht, bevor die Linkspartei endlich die deutschen Exportmärkte mit der Waffe in der Hand abzusichern bereit ist, gilt bereits heute Angela Merkel als zur nächsten Kanzlerin einer Großen Koalition gewählt.“

    Wenn die Piraten tatsächlich verhindern könnten, dass Apartheid-Siggi der nächste Kanzler werden würde, dann gefiele mir das doch sehr. Wenn sich dann ihr Waffen-SS-„Dichter“ umsonst abgemüht hätte, wäre das doppelt prima.

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    • 9. Mai 2012 14:00

      Wer die Kolumne ganz hören will, aber nicht weiß, wie man die Konkret kauft, kann sie sich von Gremliza vorlesen lassen (10 Minuten Zeit mitbringen): http://www.freie-radios.net/48073

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  30. mentalpunker permalink
    16. Oktober 2012 18:53

    Neues aus den Untiefen der Piraten-Gewässer:
    Augstein&Blome http://www.youtube.com/watch?v=5B0vXHjaX6Y
    Im Sinn: den Titanic-Newsticker!

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    • Der Bassist permalink
      16. Oktober 2012 23:04

      Ist dies der Illustrator 2?
      http://rainerkuehn.twoday.net/stories/172008484/

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    • 18. Oktober 2012 11:43

      Ich hab mir die beiden Komiker angetan. Unfassbar.

      Die Grünen haben die TAZ, die SPD die SZ, die CDU die FAZ, die Linkspartei das ND. Und die Piraten? Ich vermute Augstein will die Marktlücke füllen und sein Blatt piratentauglich machen.

      Aber wahrscheinlich wollen die Piraten mit dem „antisemitischen Drecksblatt“ wenig zu tun haben.

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      • 18. Oktober 2012 22:13

        Demnächst heißt es noch:
        Wer hat uns mit Unsinn verraten?
        Die Piratdemokraten!

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  31. 21. November 2012 00:21

    Piraten – in jeder Hinsicht eine Fraglichkeit mehr

    Der Streit bei den Piraten könnte zu einem Novum in Münsters Nachkriegsgeschichte führen: Zum ersten Mal droht ein Platz im Rat unbesetzt zu bleiben, wenn Pascal Powroznik wie angekündigt Mitte Dezember sein Mandat niederlegt.
    Der Grund für die Misere der Piraten: Ihnen gehen die Nachrücker aus.
    Der erste auf der Liste, Marco Langenfeld, trat das Ratsmandat nach der Wahl an. Als er im Herbst 2010 für eine Stelle in Gelsenkirchen (!) Münster und damit auch die Lokalpolitik verließ, griff Platz zwei auf der Liste: Pascal Powroznik wurde sein Nachfolger.
    Nun – im Herbst 2012 – gibt es nach dem Zerwürfnis (Vorwurf gefälschter Partei-Vorstandsprotokolle) zwischen Powroznik und seiner Partei (dem Kreisvorsitzenden) zwar immer noch drei Kandidaten. Doch zwei von ihnen gaben prompt ihre Absage für das Amt bekannt.
    Für den prominentesten unter ihnen, Markus Barenhoff (Platz 3), ist der Arbeitsaufwand als stellvertretender Bundesvorsitzender der Piraten jetzt schon groß genug und werde „mit der Bundestagswahl im kommenden Jahr sicher nicht weniger“, schreibt er auf der Piraten-Diskussionsliste im Internet. Der ehemalige münstersche Pressepirat Till Achinger (Platz 4) lebt seit drei Monaten in Berlin und sagte auf MZ-Anfrage: „Ich bin raus! Es wäre unglaubwürdig, wenn ich nur zu Ratssitzungen nach Münster einfliegen würde.“ Bleibt noch Daniel Ebbert. Der 21-Jährige studiert mittlerweile im niederländischen Deventer – 125 Autokilometer von Münster entfernt. Und: Geht er in den Rat? „Das kann ich noch nicht absehen“, schrieb er am Dienstag unserer Redaktion per Twitter.
    „Ich muss mich noch mit anderen Piraten beraten.“ Seine Entscheidung will er erst nach dem Bundesparteitag am Wochenende in Bochum treffen (wo der Piraten-Landtagsabgeordneter Dietmar Schulz vielleicht einmal deutlich sich für seine antisemitische Entgleisung entschuldigt). – Vorfreude auf Ratsarbeit im schönen Münster hört sich anders an. Meint die Münstersche Zeitung.

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    • MEMO permalink
      21. November 2012 12:09

      Na, da wird doch ein tolles Problem offensichtlich. Amt vs. Privatleben/Karriere/Finanzierung. So sehr man auch mit dem Kopf darüber schütteln möchte, wäre vielleicht auch hier der Grund dafür zu finden, warum der Bundestag so zusammengesetzt ist, wie er es ist. Soll und kann ein 21jähriger einen Studienplatz „knicken“, um im „schönen Münster“ im Rat zu arbeiten? Und Achinger – hat doch letztlich Recht. Er ist nun mal raus. Ich finde die Gründe allesamt nachvollziehbar.

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