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Parteiencheck (7) – Die Linke

29. November 2011

Im Jahre 2007 haben sich die WASG und die PDS zusammengeschlossen und die Partei „Die Linke“ gegründet. Erst jetzt, im Herbst 2011 hat sich die Partei ein Programm gegeben, das allerdings noch von seinen Mitgliedern bestätigt werden muss. Ihn ihrem Programm fordert die Linkspartei unter anderem:  Hartz IV muss weg  – Rückholung der Bundeswehr aus allen Auslandseinsätzen  – Straffreiheit bei po­litischen Streiks und Generalstreik  – Verkürzung der Erwerbsarbeit, sprich 30 Stundenwoche  – Solidarische Bürgerversicherung  – schärfere Progressivbesteuerung – Umverteilung von oben nach unten  – Die Versorgung mit Energie, Wasser, Kommunikation soll dem Profit­streben entzogen werden  – Verstaatlichung von strukturbestimmenden Unternehmen – Verstaatlichung von Großbanken – Die Linkspartei verpflichte sich, für das „Existenzrecht Israels“ einzutreten.

Wörtlich steht im 58-seitigen Programmentwurf der Linkspartei auf Seite 8:

„Deutschland hat wegen der beispiellosen Verbrechen der Deutschen an den Jüdinnen und Juden während des deutschen Faschismus eine besondere Verantwortung und muss jeder Art von Antisemitismus, Rassismus, Unterdrückung und Krieg entgegentreten. Insbesondere diese Verantwortung verpflichtet auch uns, für das Existenzrecht Israels einzutreten. Zugleich stehen wir für eine friedliche Beilegung des Nahostkonfliktes im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung und damit die völkerrechtliche Anerkennung eines eigenständigen und lebensfähigen palästinensischen Staates auf der Basis der Resolutionen der Vereinten Nationen. „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“ – der Schwur von Buchenwald hatte in den 50er Jahren nicht nur in Ostdeutschland, sondern auch in Westdeutschland eine große Ausstrahlung: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“ Diesem Ziel fühlen wir uns verpflichtet. Die Erfahrungen der vom deutschen Faschismus Verfolgten prägten das ursprüngliche Asylrecht im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, das heute bis zur Unkenntlichkeit durchlöchert ist und das die LINKE wiederherstellen will.“

Inwieweit die diversen Boykottinitiativen der Linkspartei gegen Israel, die antisemitische Hetze von Linksparteimitgliedern gegen den Staat Israel, die Kumpanei mit rechtsradikalen Islamfaschisten auf der „Mavi Marmara“ gegen die Verpflichtung für das „Existenzrecht Israels“ einzutreten verstoßen haben liegt auf der Hand. Linksparteimitglied Hermann Dierkes spricht vom „läppischen Existenzrecht Israels“ und vom größten „Freiluftgefängnis in Gaza“. Inge Höger trägt Palästina-Schals ohne Israel und meint Israel gefährde den Weltfrieden.

Linkparteimitglied Norman Paech sprach in den 1990er Jahren davon, dass er endlich „von der Aura der Kollektivschuld“ erlöst wurde, als er Mitte der 1960er Jahre nach Israel fuhr und dort das Leid der Palästinenser sah. Denn nun konnte er aus dem „Schatten Hitlers“ heraustreten. Von den eigenen Schuldgefühlen wurde Paech befreit, weil er erkannt zu haben glaubte, dass die Israelis genauso schlimm seien wie die Deutschen. Wie Norman Paech „denken“ viele in der Linkspartei, das neue Parteiprogramm wird ihr antizionistisches „denken“, ihren sekundären Antisemitismus nicht verhindern. Von einem Parteiausschlussverfahren gegen Paech, Höger oder Dierkes ist bisher nichts zu vernehmen.

Der wirkliche „Schwur von Buchenwald“ wur­de, 19. April 1945 bei einer Trauerfeier der etwa 21.000 Überlebenden des befreiten KZs gelei­stet. In ihrer Trauerfeier gedachten die Überle­benden zunächst der 51.000 gemordeten Ge­fangenen sowie insbesondere des am 12. April 1945 gestorbenen großen Freundes der Antifa­schisten aller Länder  und Organisatoren und Initiatoren des Kampfes um eine neue demokra­tische, friedliche Welt, Franklin D. Roosevelt, und dankten den verbündeten Armeen der Amerikaner, Engländer, Sowjets und allen Frei­heitsarmeen, die uns und der gesamten Welt Frieden und das Leben erkämpfen.

Der Antrag des Landesrats der Linken Schleswig-Holstein den „Schwur von Buchenwalt“ richtig zu zitieren und gegen die kol­portierte »Nie-wieder«-Formel auszutauschen wurde nicht einmal behandelt. Geschichtsbewusstsein ist nicht die Stärke der Deutschen, offenbar auch nicht innerhalb der „Linken“. Ausnahmen bestätigen diese Regel. Mehr zum „Schwur von Buchenwald“ in der aktuellen Konkret 12/2011 von Daniel Dockerill auf Seite 23.

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33 Kommentare leave one →
  1. 29. November 2011 16:26

    Das Parteiprogramm der Linken enthält durchaus einige vernünftige, fortschrittliche Punkte, wenn da nicht immer dieser Antiamerikanismus, dieser strukturelle und dieser sekundäre Antisemitismus wäre, der aus einer fortschrittlichen Partei ein zumindest teilweise reaktionäre Partei macht.

    Der „Schwur von Buchenwald“ wurde von der DDR-Führung und später von der Linkspartei verfälscht. Die Überlebenden von Buchenwald dankten nicht nur der Sowjetunion sondern auch den USA, den Engländern und allen Befreiungsarmeen für ihre Freiheit. Ausdrücklich wurde des Todes von F.D. Roosevelt gedacht. All dies wird im Programm der Linkspartei, der überholten Ideologie geschuldet, unterschlagen.

    Die Symbolik dieses Vorganges ist bezeichnend für die Linkspartei und viele ihrer Mitglieder. Die Leistungen nichtkommunistischer Widerstandskämpfer und das Schicksal der jüdischen Opfer werden noch heute innerhalb der Linken verdrängt. Für die KPD war Faschismus und Krieg der „Versuch des deutschen Monopolkapitals“, „die Wirtschaftskrise mit Mitteln einer brutalen faschistischen Diktatur und eines imperialistischen Krieges zu überwinden“. Die Linkspartei unterschlägt die amerikanischen Befreier unter F.D. Roosevelt. Die gefallenen amerikanischen Soldaten mit den entsprechenden trauernden amerikanischen Eltern, Ehefrauen, Freundinnen und Kindern können wegen der antiimperialistischen, antiamerikanischen Ideologie innerhalb der Linkspartei offensichtlich nicht angesprochen werden. Somit schließt sich der Kreis vom Antiamerikanismus bis zum Hass auf Israel. Eine kleine Minderheit in der Linkspartei kämpft dagegen an, wie Don Quijote gegen die Windmühlen.

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    • 29. November 2011 19:29

      So sehr die Partei DIE LINKE. auch die meisten Punkte einer 150jährigen, einer 10.000jährigen Protestgeschichte sammelt, und damit „sympathisch rüberkommt“ (und das ist ja auch gut so), so sehr weiß auch sie nicht mehr, woher sie kommt, was eigentlich gewesen ist und wohin sie will.
      „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“ Das z.B. ist Ideologiesprech schlimmster Geistlosigkeit, wissenslos und nicht human formuliert. – – – Vernichtung, Nazismus, Wurzeln, Losung, Aufbau, neue Welt, Frieden, Freiheit, Ziel. – – – Vor die Wand gelaufen? Oder nur vor die Grundschultafel?
      Keine historische Differenzierung, das Wort Vernichtung bekommt einen positiven Akzent, Wurzeln werden hier doppelt und dreifach kenntnislos gewurzelt, und Losung! Genau, wie in der Kirche! Losung Losung Losung. Und dann Aufbau, natürlich, immer Aufbau, Hochbau, Tiefbau, Einbau Küche. Prima! Eine neue Welt!!!
      Dann Frieden, Freude und als Nachtisch der Utopie Eierkuchen.

      Diese Deppen wähle ich nie mehr!

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      • 30. November 2011 09:09

        Das Vokabular.

        Gut gesehen, Rainer. Dieses in seiner Markigkeit unerschütterliche Gebrüll bereitet auch mir Schwierigkeiten und zeugt von einer linken Spießigkeit, in der ich trotz allem auch heute genau die Haltungen entdecke, die ich auch bei anderen Parteien ablehne.

        Das Wort Vernichtung bekommt keinen positiven Aspekt und Wurzeln erinnern mich auch irgendwie an Blut und Ehre, was ihre kommunikative Funktion betrifft.

        Allzeit bereit, so taumeln wir in Peinlichkeit.

        „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

        Das ist nichts weiter als barrikadenhaftes dummes Getöse. Da stimme ich zu. Was aber viel schlimmer ist: Derlei Parolen appellieren auch nur an niedere Instinkte, zeigen aber keine wirkliche Möglichkeit der Entwicklung auf.

        Ich jedenfalls habe eine andere Auffassung von „Links sein“.

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      • 30. November 2011 12:38

        Mir geht es ähnlich, viele gute Ansatzpunkte in der Linkspartei, die leider alle unglaubwürdig werden durch überholte und teilweise reaktionäre Ideologie. So ist die Linke keinesfalls wählbar. Schade drum, denn nötig wäre sie schon, eine emanzipatorische Kraft in diesem Lande.

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      • 30. November 2011 17:38

        Die Linkspartei ist mehr eine Rechtspartei. Im Programm kommt dat Wort „Finanzmärkte“ viel zu oft vor und gegen Fremdarbeita und Juden sind sie auch noch. Für mich sind dat allet beknackte Schwachstromelektriker. Wat macht eigentlich dat Panzamädel den liebn Tach?

        Machet gut!
        Eua Erwin aus Wanne.

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  2. 29. November 2011 23:43

    Der Präsident des Zentralrats der Juden Dieter Graumann sagte über die Linkspartei: „Der alte antizionistische Geist der DDR spukt noch in der Partei“. Laut Graumann sind es vor allem die Vertreter aus dem Westen die mit ihrem „geradezu pathologischen, blindwütigen Israel-Hass obsessiv einseitig gegen Israel agieren.“ Wenn es um die Steinigung von Frauen, die Ermordung von Homosexuellen und die Folterung von Andersdenkenden geht, dann schweigen die Friedensaktivisten der Linkspartei“, so der Präsident des Zentralrats.

    Ich habe Gregor Gysi auf den Antisemitismus in seiner Partei angesprochen und die Ausschlüsse von Paech, Dierkes und Höger gefordert. Der Gregor antwortete mir:

    …Ich wünsche mir in unserer Partei gelegentlich auch eine größere Sensibilität. Natürlich haben viele West-Linke sich auf die Seite der Unterdrückten und nicht gleichberechtigten Palästinenserinnen und Palästinenser geschlagen, da die Regierung immer gute Beziehungen zu Israel hatte. Ich glaube, dass unser Beschluss, bestimmten Erscheinungen entgegenzutreten richtig war. Dennoch sind die von Dir genannten Personen meines Erachtens nicht antisemitisch. Außerdem brauchen wir diesbezüglich die Auseinandersetzung in der Partei. Ausschlüsse helfen meines Erachtens nicht weiter. ….“

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    • 30. November 2011 12:25

      Für die „Freitags-Avantgardisten“ von Luggi, Ebertus bis Magda dürfte der Präsident des Zentralrats der Juden Dieter Graumann wegen seiner Aussagen vom „geradezu pathologischen, blindwütigen Israel-Hass“ in der Linkspartei als „Antideutscher“ gelten. Oder gar als „Vaterlandsloser Geselle“?

      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,769296,00.html

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    • 30. November 2011 23:32

      Ergänzung, der Wahrheit halber: Vorher teilte mir Gregor mit, dass er nicht mit mir übereinstimmt und am Ende bat er mich seine Partei beim nächsten Mal wieder zu wählen. Seinem Wunsch werde ich voraussichtlich nicht nachkommen können.

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      • 1. Dezember 2011 00:13

        Breitenberger: Zwischen Linker und Originaler Partei schlugen die drei dialektischen Herzen in meiner Brust. Auch ich habe mich ent_schie_den: Die nur erscheinliche triste Partei in den grauen Anzügen mit dieser leisen roten Krawatte und diesem überaus lauten medienzugewandten Vorsitzenden: die werde ich bis in die rote Zukunft wählen. Danke, Danke, Pommes Schranke.

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  3. 30. November 2011 14:12

    Seit die beiden Politikwissenschaftler Samuel Salzborn und Sebastian Voigt kürzlich ihren Aufsatz zum Antisemitismus in der Linkspartei vorgelegt haben, hat sich der öffentliche Druck auf eben diese Vereinigung deutlich erhöht – so sehr, dass der Vorsitzende ihrer Bundestagsfraktion, Gregor Gysi, Anfang Juni eine Erklärung mit dem Titel „Entschieden gegen Antisemitismus“ initiierte, die wohl so etwas wie ein Befreiungsschlag sein sollte. „Rechtsextremismus und Antisemitismus haben in unserer Partei heute und niemals einen Platz“, heißt es darin unter Umgehung allerlei semantischer Grundregeln, und: „Wir werden uns weder an Initiativen zum Nahost-Konflikt, die eine Ein-Staaten-Lösung für Palästina und Israel fordern, noch an Boykottaufrufen gegen israelische Produkte noch an der diesjährigen Fahrt einer ‚Gaza-Flottille’ beteiligen.“ Dieser Beschluss sei einstimmig gefasst worden, ließ die Linksfraktion verlautbaren – doch rasch stellte sich heraus, dass dieses Ergebnis nur zustande gekommen war, weil zehn Abgeordnete vor dem Votum die Sitzung verlassen hatten und weitere fünf gar nicht erst erschienen waren.

    Warum wohl der Beschluß sich weder an Initiativen zum Nahost-Konflikt, die eine Ein-Staaten-Lösung für Palästina und Israel fordern, noch an Boykottaufrufen gegen israelische Produkte noch an der diesjährigen Fahrt einer ‚Gaza-Flottille’ zu beteiligen?

    http://www.dig-muenchen.de/aktuelles/das-unheilbar-gute-gewissen

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    • 30. November 2011 23:38

      Stimmt, wenn der Vorstand der Linken keinen Antisemitismus innerhalb der Partei gesehen hat, warum gab es dann den Beschluss gegen die Einstaatenlösung, gegen die Boykottaufrufe gegen Israel und gegen die zukünftigen Gaza Hilfsflotten? Übrigens hat der Bartsch beim nächsten Mal seine Kandidatur angekündigt, habe ich heute gelesen.

      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,800871,00.html

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  4. 1. Dezember 2011 10:20

    Bei den „Ruhrbaronen“ gibt es einige gute Artikel zu dem Thema:

    http://www.ruhrbarone.de/die-linke-duisburg-antisemitische-hetze-zum-download/

    http://www.ruhrbarone.de/antisemitismus-studie-linkspartei-verpasst-chance/

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    • 1. Dezember 2011 10:22

      Bei Broder natürlich auch:
      „Kein zeitgenössischer Antisemit wird so blöd sein, sich als Antisemit zu outen. Damit würde er den Killer-Antisemitismus der Nazis nachträglich zu seinem eigenen machen. Nach Auschwitz ein Antisemit zu sein, ist sozial so unakzeptabel, wie die Freigabe der Pädophilie zu fordern. Was natürlich nicht bedeutet, dass es keine Antisemiten mehr gibt. Es ist nur eine Frage der Etikettierung. Die Antisemiten haben das Problem gelöst, indem sie dem Antizionismus das Wort reden. Das klingt wie “Antiimperialismus” und “Antikapitalismus” und gehört mit diesen beiden zum Repertoire des gebührenfreien Zeitgeistes. Insofern hat die Linke Recht, wenn sie den Vorwurf des Antisemitismus empört von sich weist. Sie ist ja gegen Auschwitz, gegen die Nürnberger Gesetze und überhaupt gegen jede Form der “gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit”, also auch den Antisemitismus.“

      http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/antisemiten_ohne_manieren/

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      • 1. Dezember 2011 10:41

        Sorry – unabhängig, was die Linke ist, ist die Begründung übelste Demagogie.

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      • 1. Dezember 2011 11:42

        Ich würde es nicht haargenau so formulieren wie Broder es tut, aber im Grundsatz hat er doch Recht. Welcher aktuelle Antisemit sagt schon über sich selbst dass er Antisemit ist? Rahab ist da eine Ausnahme, aber sonst? Die Antisemiten die Broder und mich interessieren, gehen auf Gedenkveranstaltungen wegen der „Reichspogromnacht“ und einen Tag später unterstützen sie Boykottaufrufe gegen die Juden in Israel und spenden Geld für die islamistische, antisemitische Gaza-Hilfsflotte und/oder schreiben antizionistische Blogs und Kommentare im „Freitag“. Für diese Antisemiten sind die toten Juden die „guten“ Juden und die meisten lebenden Juden die „bösen“ Juden. So analysiert das Broder und auch da gebe ich ihm Recht. Weshalb ist also Broder in der Frage des linken Antisemitismus deiner Ansicht ein Demagoge? Das verstehe ich nicht.

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        • 1. Dezember 2011 13:44

          Du kritisierst verkürzte Kapitalismuskritik – Broder und Du – ihr betreibt verkürzte Antisemitismuskritik in der Selbstwahrnehmung eines Scharfrichters.

          Broder argumentiert so, dass er quasi jeden als Antisemiten bezeichnen kann, der auch nur einen Hauch an Kritik gegenüber Israel anbringt und das ist in höchstem Maße illegitim.

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        • 1. Dezember 2011 16:43

          Die Frage ist was ist ein „Hauch an Israelkritik“? Für mich ist sind Boykottaufrufe gegen Israel kein „Hauch“ an Israelkritik, für mich waren die Boykottaufrufe „Deutsche! Wehrt euch! Kauft nicht bei(m) Juden!“, auch kein „Hauch an Judenkritik“. Viele Deutsche, die bei den Boykottaufrufen 1933 mitmachen wollten vermutlich nicht die Vergasung der europäischen Juden und viele Deutsche die Boykottaufrufe gegen die Juden in Israel unterstützen wollen vermutlich auch kein zweites Auschwitz. Trotzdem war und ist für mich beides Antisemitismus. Die Fahrt der Linksparteimitglieder auf der „Mavi Marmara“ gegen Israel, mit Tod den Juden-Gesängen, mit rechtsradikalen, islamistischen Antisemiten ist für mich auch kein „Hauch an Israelkritik“. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen, das Hakenkreuz mit dem Davidstern auf der Homepage der Linkspartei Duisburg usw., usw. Dieter Graumann vom Zentralrat der Juden sieht das ähnlich und der ist meiner Meinung auch kein Scharfrichter.

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      • rainer kühn permalink
        1. Dezember 2011 15:48

        Broder seziert hier wie Karl Kraus die Sprache als Sozialfunktion zur Kenntlichkeit: „Nach Auschwitz ein Antisemit zu sein, ist sozial so unakzeptabel, wie die Freigabe der Pädophilie zu fordern.“
        Und Antizionismus klingt wie Antikapitalismus, ja, genau. Mit allen Folgen. Es weiß eh kaum einer, worüber geredet wird.
        Man weiß nur, daß 12 Zylinder mehr als 8 sind, also automatisch besser. Es ist das „Repertoire des gebührenfreien Zeitgeistes“ (Broder), die Flatrate dahin, daß exkommunizierte Katholiken nicht mal mehr wissen, was sie von tätigen Protestanten unterscheidet.
        Es gibt junge erwachsene Menschen (weiß ich seit heute), die haben von der Occupy-Bewegung noch nichts gehört. Wie machen die Medien das bloß?!

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  5. 24. Februar 2012 13:06

    Die Linkspartei will einen eigenen Kandidaten zur Präsidentenwahl aufstellen. Zwischen Beate Klarsfeld, Luc Jochimsen und Christoph Butterwegge soll nun entschieden werden.
    Spannend wäre die Nazijägerin Beate Klarsfeld, denn wegen ihrer Israel Solidarität dürften die Antizionisten der Linkspartei mit Klarsfeld kaum einverstanden sein.

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-02/interview-beate-klarsfeld

    http://tapferimnirgendwo.wordpress.com/2012/02/24/beate-klarsfeld/

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  6. mentalpunker permalink
    7. März 2012 22:28

    Wer hat die Krimiverfilmung eigentlich gesehen, im ZDF, kürzlich: Die Braut im Schnee? Ich fand: Buch gut, Film vielleicht ohne Buchlesen sehbar. –
    Aber, deswegen guckte ich in Jan Seghers Bolg – und fand folgenden Eintrag: „Als die Partei Die Linke bekannt gab, dass sie als Gegenkandidatin Beate Klarsfeld ins Rennen schicken wolle, dachte man: ‚Oha, das ist ein Coup!‘ Nur einen Tag später hieß es dann aber, es gebe innerparteiliche Vorbehalte gegen eine solche Kandidatin, viele Mitglieder hielten Frau Klarsfeld für … Na, für was wohl? Zu israelfreundlich.
    Mit Antifaschismus schmückt man sich gerne in dieser Partei. Am liebsten hätte man ihn wohl ‚judenfrei‘.“

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  7. Der Bassist permalink
    29. Juli 2012 21:56

    Katja Kipping hat dem Thomas Walde in einem orangen Kostüm ein Sommerinterview gewährt. Wenn ZDF-Journalisten so sehr ihren Antikommunismus und ihren Antiintellektualismus, ihr Nichtwissen und ihre Unhöflichkeit gegenüber seiner schönen jungen Frau rauslassen, dann: dann möchte ich die anderen Mainzelmännchen auch nicht mehr sehen. (ZDF Mediathek Sommerinterview Berlin Direkt)

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  8. 21. August 2012 18:00

    Der fahrige Anti-Imperialist stößt in seiner Partei nur vereinzelt auf Gegenliebe. Dennoch zählt Chris Sedlmair zu den prominenteren Köpfen der Linkspartei. In zahlreichen Videobotschaften kommentiert er das Weltgeschehen – so auch den Fall „Pussy Riot“.

    http://schlamassel.blogsport.de/2012/08/16/es-roehrt-der-hirsch-ins-sommerloch/

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    • Der Bassist permalink
      21. August 2012 20:47

      Katja Kipping war am Sonntag bei Günther Jauch im Berliner Gasometer. Mit den notorischen Mittelständlern und dem Kubicki, der sein Geld in Lichtenstein wachsen läßt und hiesige Sparkassen scheiße findet (Selbstaussage), und mit SPD-Genossen, die Steuern illegal kaufen. – Was hätte gesagt werden müssen, wurde nicht gesagt. Die Kipping von der LINKEN gab aber immer die Richtung an, von Humanität und ganz normaler Vernunft. Freilich wird das von der dort sitzenden Mehrheit sofort abgewürgt. – Eine (mediale) Alibistimme gegen die Männermacht.

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    • MEMO permalink
      24. August 2012 17:04

      Der Stuss ist ja unerträglich. Das es dieser Mensch überhaupt schafft, den Startknopf seiner Kamera zu bedienen, grenzt fast schon an ein Wunder. Mir persönlich wäre es lieber, er hätte es nicht getan.

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  9. 24. August 2012 13:49

    Kürzlich habe ich eine gute Analyse zur Linkspartei gelesen. Felix Bartels schreibt in „Ein Schritt nach hinten, zwei Schritte zurück“ :

    „(…) Doch auch diese Differenz holt ihren Saft aus Wurzeln, die tiefer liegen. Der Unterschied in den außenpolitischen Positionen ist, es läßt sich nicht leugnen, politischer Natur, aber er folgt nicht aus politischen Überlegungen, sondern ist Resultat der erwähnten soziologischen und damit psychologischen Eigenheiten beider Strömungen: In der SL sind die Anteile der Altlinken und damit die der zu Volkstum und Volkstümlichkeit neigenden Populisten deutlich höher, und das ist bereits das ganze Geheimnis. Während nämlich nicht nur gilt, daß der Antizionismus der sowjetischen Welthälfte deutlich routinierter und eben vor allem Resultat pragmatischer Außenpolitik war, wohingegen der Antizionismus des Westens Resultat eines hochschwierigen psychologischen Komplexes ist, der sehr wenig mit Urteilen zur Weltlage und sehr viel mit den deutschen und volkstümlichen Befindlichkeiten zu tun hat, haben zudem 17 Jahre PDS besorgt, daß mit den Altmitgliedern der SED viele der antizionistischen und antiamerikanischen Elemente aus der Partei verschwunden sind. Die SL hingegen sammelt in ihren Reihen all jene Elemente, die als Formen der westlinken Graswurzelbewegung bereits das letzte Jahrhundert unsicher gemacht haben: die Rentner von der Neuen Linken, Umweltfreunde, Friedensbewegte, Gewerkschaftler, Bürgerrechtler, Sozialarbeiter, Attacler und Okkupisten. Und für alle Graswurzelbewegungen gilt, daß es schwer ist festzustellen, ob sie nun eigentlich links- oder rechtspopulistisch sind. Das Volkstümliche ist jener unklare Ort, an dem das Völkische mit dem Emanzipatorischen verwechselt werden kann. So trifft man denn auch die bekannten Kennzeichen der völkisch-volkstümlichen Ideologie in den Westverbänden wieder: Kritik des Finanzsystem anstelle fundamentaler Kapitalkritik, Querfrontmentalität (bestehend in der Bereitschaft, sich mit Islamisten zu solidarisieren), Hetze gegen Fremdarbeiter und natürlich, wie könnte er fehlen, der ewige Antizionismus. Dieser Fisch stinkt nicht vom Kopf her. Wer auf der Komunalebene oder unter seinen Domestiken einen Anhang wie Arn Strohmeyer, Hermann Dierkes, Stefan Ziefle & Chris Sedlmair duldet, der wird mit Repräsentanten wie Inge Höger, Annette Groth, Andrej Hunko & Christine Buchholz auf der Bundesebene bestraft. Es gab eine Zeit in der PDS, da blickte man mit Mißtrauen auf eine Christine Ostrowski, deren merkwürdiger Zusammenfall von Links- und Rechtspopulismus damals innerhalb der Partei noch auffiel wie ein sozialer Gedanke in der SPD. Heute sind es nicht eine Handvoll Gestalten, es ist ein gesamter und zahlenstarker Flügel, der den Irrsinn zum Herzstück seines Parteiverständnisses gemacht hat. (…)“

    Am besten den ganzen Artikel lesen und zwar hier.

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    • mentalpunker permalink
      24. August 2012 14:55

      Sehr plausibel, alles. Ich hebe mal hervor: „Und für alle Graswurzelbewegungen gilt, daß es schwer ist festzustellen, ob sie nun eigentlich links- oder rechtspopulistisch sind. Das Volkstümliche ist jener unklare Ort, an dem das Völkische mit dem Emanzipatorischen verwechselt werden kann.“ –

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      • Der Bassist permalink
        24. August 2012 23:07

        „Kritik des Finanzsystem anstelle fundamentaler Kapitalkritik“ ist aber auch volltreffend!

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    • 24. August 2012 17:45

      Die Titelgebung von Bartels ist großartig!

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    • 25. August 2012 16:02

      Sehr schön auch bei Felix Bartels:Der ehrbare Opportunismus

      „Womit wir wieder bei den Genossen der PDL wären. Antisemitismus ist kein Problem der LINKEN, sondern ein Problem der Linken. Nicht aller Linken und nicht der Linken ausschließlich, aber der Linken doch insoweit, als man längst nicht mehr von vermehrten Ausnahmen sprechen kann, sondern ein Strukturproblem annehmen muß. Bekannt ist das schon länger, doch wen nicht schon Jean Amérys Kritik des »ehrbaren Antisemitismus« wenigstens zum Nachdenken gebracht hat, den wird wohl auch kaum schwereres Geschütz, das seit Améry ja oft aufgefahren wurde, nachdenklich machen. Am Ende schreibt man für die sehr geringe Menge von Menschen, die sich tatsächlich von Argumenten beeinflussen läßt.“

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  10. Der Bassist permalink
    3. September 2012 22:22

    Mit welcher Strategie geht die LINKE ins Wahljahr 2013? Diese Frage steht ganz oben auf der Tagesordnung einer dreitägigen Klausur der Bundestagsfraktion der Partei, die am Montagnachmittag (heute) mit einer Runde des Fraktionsvorstandes begonnen hat. –
    Wir werden hinhören.

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  11. 22. Oktober 2012 10:48

    Der Bundestagskandidat Chris Sedlmair verlässt die Linkspartei. Eine Lücke die sich kaum schließen lassen wird. In seiner Abschiedserklärung schreibt Sedlmair:

    „DIE LINKE stand in allen globalen Konfliktlinien der letzten Jahre auf der falschen Seite. Prominente Vertreter der Partei unterstützten und unterstützen die Opposition gegen das System der Großen sozialistischen libysch-arabischen Jamahiriya und die Arabische Republik Syrien. „Opposition“ die seit Jahrzehnten im Sold westlicher Geheimdienste und reaktionärer arabischer Golfmonarchien steht. Alle relevanten linken Kräfte des Trikonts hingegen unterstützten Muhamar al Gaddafi und unterstützen den syrischen Präsidenten Bashar al Assad gegen die fremdgesteuerten konterrevolutionären Terroristen. Nur der russische Schutz Syriens hat bisher einen offenen Krieg gegen das letzte arabische republikanische sozialistische Regime verhindert. In dieser Situation geraten die Veto-Mächte Rußland und China selbst ins Fadenkreuz westlich imperialistischer Medienkampagnen und Umsturzversuche. Eine dieser Kampagnen war die Skandalisierung des Verfahrens gegen die Gang „Pussy Riot“, die eine Kirche gestürmt und damit die freie Religionsausübung in Rußland angegriffen und in Frage gestellt haben. Die Vorsitzende der LINKEN, Katja Kipping hatte in dieser Situation nichts Bescheuerteres zu tun, als diesen Hooligans Solidarität im Namen der Partei zukommen zu lassen. Der MdB Stefan Liebich hetzt unverhohlen als Abgeordneter gegen Syrien, Rußland, Weißrußland und andere Regime, die sich im Widerstand gegen die angestrebte globale NATO-Diktatur. Dies sind nur wenige Beispiele dafür, wie DIE LINKE mit ihrer Politik den Genossinnen und Genossen im Trikont in den Rücken fällt. Ein weiter Grund, der meine Mitarbeit unmöglich macht ist das agieren der Partei im Internet. Der zionistisch-imperialistische Agent Mark Seibert kann, protegiert von etlichen Parteigrößen die Projekte der Partei im Internet nach eigenem Gutdünken zensieren, Parteimitglieder komplett ausschließen und geht gegen Mißliebige Personen, die seine Praktiken öffentlich machen juristisch vor. Darunter auch arme Leute, die unter Berufsverbot zu leiden haben für ihr jahrzehntelanges linkes Engagement.“

    „Der zionistisch-imperialistische Agent ….“
    Stark!

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