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Aufruf zum Judenmord und deutsches Schweigen

25. Januar 2012

Der Mufti der Palästinensischen Autonomiebehörde, Muhammad Hussein, hat eine Rede gehalten, in der er zur Ermordung aller Juden aufrief. Muhammad Hussein ist der ranghöchste geistliche Führer der PA und wurde von Palästinenserpräsident und Fatah-Vorsitzenden Mahmud Abbas ernannt. Hussein hatte die Ermordung aller Juden zur Vorbedingung für die Stunde der Auferstehung der Toten erklärt: „Der jüngste Tag wird nicht kommen, bis die Muslime gegen die Juden kämpfen und sie töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken. Und jeder Baum und Stein wird sagen: ,Oh Muslim, oh Diener Gottes, da ist ein Jude hinter mir. Komm und töte ihn.’“ Die Rede des Muftis wurde über den offiziellen Fernsehsender und die offizielle Webseite der Palästinensischen Autonomiebehörde ausgestrahlt und alle anwesenden palästinensischen Vertreter unterstützen diese Rede. Der Moderator, der den Mufti vorstellte, erklärte vor laufenden Kameras: „Der Krieg gegen die Juden sei ein „heiliger Krieg gegen die Nachfahren von Affen und Schweinen.“


Antisemitismus und Aufrufe zum Judenmord sind  im arabischen Raum nichts Ungewöhnliches, fast täglich sind vergleichbare Reden in den Nachbarländern Israels zu hören. Beispielsweise in der „Charta der Hamas“ werden die Vernichtung der Juden und die Zerstörung Israels gefordert. Im Gazastreifen wie auch in der Westbank ist es das Ziel der palästinensischen Führer die Juden zu vernichten.

Bemerkenswerter als der eigentliche Vorgang ist, dass siebzig Jahre nach der Wannseekonferenz in Deutschland kaum darüber berichtet wird und die Schar der angeblich friedliebenden „Israelkritiker“ über solcherart  Aufrufe zum Judenmord schweigen. Für die deutschen „Freunde des Friedens“ sind der aktuelle und die vielen vorangegangenen Aufrufe zum Judenmord offenbar nicht der Rede wert. Woran mag es liegen, dass es keine Proteststürme, Unterschriftenaktionen, Großdemonstrationen, Aufrufe zu Boykottmaßnahmen gegen die Palästinenser in Deutschland gegeben hat?

Eine Antwort dafür liefert möglicherweise die Studie eines unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, die von der Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde. Laut dieser Studie meinten 2007 47,9% und 2008 40,5% der Deutschen: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“ „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“, meinten im Jahre 2010 57,3% der Deutschen. „Ich ärgere mich darüber, dass den Deutschen auch heute noch die Verbrechen an den Juden vorgehalten werden“, „dachten“ im Jahre 2008 67,5 % der Deutschen!!

Das Mitglied des Expertenrates, der Soziologe Werner Bergmann antwortete in einem Interview auf die Frage, “Aber woher kommt es, dass immer wieder die Juden als Sündenböcke herhalten müssen?“: Ich denke, gerade in Deutschland fühlt man sich durch das Dritte Reich und den Holocaust mit Schuld belastet, die man dadurch abzuwehren versucht, dass man den Juden selber bestimmte „Schandtaten“ oder negative Eigenschaften zuschreibt. In Bezug auf Israel ist deutlich, dass dort sehr häufig mit Begriffen operiert wird wie „Apartheids-Staat“ oder „Rassengesetze“. Man vergleicht den Gaza-Streifen mit dem Warschauer Ghetto, oft ist die Rede von einem Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser oder von Genozid – das sind deutliche Zeichen dafür, dass man sagen möchte: „Die Juden sind eigentlich auch nicht besser als wir, also dürfen sie uns nicht immer unsere Verbrechen während des Holocausts vorhalten.“ Wenn man sich die Umfrageergebnisse anschaut, gibt es einen sehr hohen Anteil an Befragten, die sagen, sie ärgern sich, den Holocaust immer noch vorgehalten zu bekommen. Dann wird gefragt, wer ein Interesse daran habe und geschlussfolgert, dass die Juden dies aus wenig moralischen Interessen heraus täten. Der Nahost-Konflikt ist also ein Mittel, so eine Täter-/Opfer-Umkehr oder eine Aufrechnung zu formulieren.“

Siebzig Jahre nach der Wannseekonferenz sollten Deutsche eigentlich wissen, dass Aufrufe zum Judenmord, die mit tausendfachem Raketenbeschuss, faschistoidem Terrorismus und Selbstmordattentaten beinahe täglich untermauert werden, ernst zunehmen sind. Wer angeblich Frieden mit Israel anstrebt, aber tausendfach die eigene Bevölkerung zum Judenmord aufhetzt, lügt und verdient es nicht unterstützt zu werden.  Ist es vermeintlich „ehrbarer Antisemitismus“ der das antijüdische Schweigen der Deutschen erklärlich macht?

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73 Kommentare leave one →
  1. 25. Januar 2012 10:41

    Also Fidelche,
    das hast du dir ja mal wieder schön „beweisführend“ zusammengebaut und das antijüdische Schweigen der Deutschen „bewiesen“ – so weit, so plakativ, so vordergründig. Du meinst also, es gäbe eine Pflicht, direkt und hart auf derlei Statements zu reagieren, weil „die Deutschen“ das „den Juden“ schuldig seien. Im Umkehrschluss heißt das natürlich, dass, wird dies unterlassen, es nur ein Indiz für „deutsche Judenfeindlichkeit“ sein kann. Das kein vernunftbegabter moderner Mensch dieser „Logik“ folgen kann, muss ich wohl nicht noch einmal betonen.

    Aber zur Sache
    Die aus der Studie zitierten Aussagen:

    „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“

    Hier zeigt sich – und da wirst du mir Recht geben – ein unglaublich löchriges Geschichtsbewusstsein, das nach einer Erklärung schreit und nach weiterer Aufklärung. Grundsätzlich stellt sich aber die Frage, wie diese geschehen soll – vorhaltend oder – was ich für besser halte – kooperativ. Handelt es sich hier einfach nur um Unwissen oder ist es wirklich ein selbstschützendes Relativieren – und wenn es das ist, aus welchem Grund? Der Grund hierfür ist mir wichtig, weil die Kenntnis darüber Möglichkeiten eröffnet, dem zu begegnen.

    „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“

    Ein Vernichtungskrieg sieht wahrlich anders aus. Aussagen wie diese erscheinen mir ideologisch geprägt, auf einem sonderbar gearteten Engagement für die vermeintlich Unterlegenen basierend – das versuchte ich ja schon einmal zu erklären. Die Aussage selbst ist natürlich töricht, man muss aber – um sie werten zu können – den intellektuellen und sozialen Hintergrund der Aussagetreffenden kennen. Das zu wissen, wäre interessant.

    „Ich ärgere mich darüber, dass den Deutschen auch heute noch die Verbrechen an den Juden vorgehalten werden“

    Findet diese Vorhaltung in der Form statt, dass die Verbrechen den „heutigen Deutschen“ vorgehalten werden, halte ich den Ärger darüber für legitim, denn es gibt hierfür keine Rechtfertigung – es sei denn, man ist selbst rassistisch geprägt. Auf einer anderen Basis kann eine derartige Verurteilung nämlich nicht geschehen.

    Zur palästinensischen Autonomiebehörde
    Die Vorgänge und Aussagen sind erschreckend und absolut indiskutabel, zeigen wieder einmal auf, zu was für Propaganda-Leistungen eine radikale Ideologie-Vertretung in der Lage ist. Derlei Aufrufe sind abscheulich und fordern zu einer Neubewertung der Autonomiebehörde auf – das ist wohl unzweifelhaft. Die Frage ist natürlich, wie man dem begegnet, wie man reagiert. Ich muss zugeben, dass auch ich seitens der Bundesregierung zumindest eine deutliche Protestnote erwartet hätte – aber nicht aus einer Verpflichtung heraus, sondern weil derlei Vorgänge überall, gleich in welchem Kontext, zu ächten sind. Ich würde auch erwarten, dass die Bundesregierung die Aussagen des Muftis „nutzt“, um die Autonomie-Behörde „unter Druck“ zu setzen. Letztlich bietet diese Aussage nämlich einen guten Grund, eine Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, die Palästinenser damit zu konfrontieren, dass ihre Forderungen unter diesen Bedingungen niemals realisierbar sein werden – und das zu Recht. Ich fürchte aber, dass man in Berlin dafür wieder einmal zu diplomatisch ist, weil man nicht erkennt, wann man reagieren MUSS.

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    • 25. Januar 2012 14:13

      @metropolenmond
      Während meiner Zeit als Blogger im „Freitag“ habe ich festgestellt, dass sich ausnahmslos alle „Kritiker“ Israels weigerten sich über Fragen bezüglich „derlei Statements“ (Aufrufe zum Judenmord) zu äußern, was natürlich ihre „Argumentationskette“ gegen Israel ad absurdum geführt hätte. Aufrufe zum Judenmord sind nicht neu, sie sind täglich in den arabischen Medien zu „bewundern“. Den Mittelteil deines Kommentars überspringe ich, da wir diese bereits mehrfach abgehandelt haben.

      Es freut mich, dass du die Aussagen der Verantwortlichen der PA indiskutabel empfindest. Ich empfinde diese Aussagen als antisemitisch, was denn sonst? Was die Bundesregierung macht ist die eine Sache, aber interessant ist doch wie die deutsche Medienlandschaft reagiert, nämlich wie immer, sie ignoriert der Aufruf zum Judenmord. Hier bei MI lesen viele Freitagsblogger mit, von Columbus bis Uwe Theel. Sie wissen also über den Mordaufruf des Mufti. Warum gibt es keinen Blog im „Freitag“ über den Aufruf zum Judenmord? Warum schreibt niemand auf Freitag 2.0 ausführlich darüber? Die Palästinenser von der Hamas bis zur Fatah wollen die Juden vernichten, Israel auslöschen.

      Der Aufruf es Mufti, die Aussagen und Taten der Verantwortlichen von PA und Hamas belegen den eliminatorischen Antisemitismus der Palästinenser. Von staatlicher israelischer Seite wirst du nichts Vergleichbares vorbringen können, weshalb es geboten ist sich auf der Seite Israel zu positionieren. Wer trotz alledem vom „Apartheidstaat Israel“ spricht, Boykottaufrufe gegen Israel initiiert, dabei die Aufrufe zum Judenmord ignoriert, darüber schweigt, agiert in meinen Augen antisemitisch.

      Ich behaupte nicht dass alle „Israelkritiker“ vom „Freitag“ bis zur „TAZ“, von der ARD bis zum ZDF Nazis wären, ich habe auch nichts gegen berechtigte Kritik am Staat Israel, wer aber den antisemitischen Vernichtungswillen der Palästinenser ignoriert und Israel überzogen mit Nazivergleichen verurteilt muss mit meiner Gegenwehr rechnen, auch wenn sie dem ein oder anderen wehtut. „Es ist unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen.“

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    • 26. Januar 2012 09:54

      Ich hab mal in Freitag 2.0 nach dem deutschen Schweigen zu den aktuellen Aufrufen zum Judenmord nachgesehen. Die deutsche Antisemiten „Rahab“, eine Anwältin aus Berlin, „schweigt“ hier und hier und ihr deutschnationaler „OhrenOy“ hier und hier.

      Den erkenntnisresistenten deutschen Judenhassern sei gesagt: Muhammad Hussein hat zur Ermordung aller Juden aufgerufen. Muhammad Hussein wurde von Mahmud Abbas, dem Präsidenten der PA, zum ranghöchsten geistlichen Führer der PA ernannt. Der Moderator der den Mufti ankündigte sagte im Kreise vieler palästinensischen Politiker vor laufenden Kameras: „Der Krieg gegen die Juden sei ein „heiliger Krieg gegen die Nachfahren von Affen und Schweinen.“ Die Rede wurde im offiziellen Fernsehsender der PA ausgestrahlt. Die Rede wurde von keinem palästinensischen Verantwortlichen bisher verurteilt, im Gegenteil sie wurde begrüßt.

      Wenn irgendjemand anonym Blödsinn auf eine Wand sprüht, ist das mit obigem Vorgang nicht zu vergleichen. Das müsste eigentlich auch der dümmste Antisemit verstehen.

      Das Schweigen auf Freitag 2.0 ist ein weiteres Indiz für die Richtigkeit meines Artikels.

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      • 26. Januar 2012 12:20

        Das Schweigen innerhalb des Freitag ist erst einmal nur ein Indiz dafür, dass das Thema bei den Schreibern dort nicht im Mittelpunkt des Interesses steht und das ist legitim. Es besteht keine Zwangsverpflichtung oder eine moralische, auf jedes Israel/Palästinenser-Thema reflexhaft zu reagieren, um zu beweisen, dass man kein „Antisemit“ in deinem Sinne ist. Wenn eine Magda ihrer Ostalgie fröhnt oder ein merdeister seinen Privatkrieg gegen die Homöopathie führt, muss das einen Leser nicht interessieren – es ist aber völlig in Ordnung. Jeder Mensch hat sein Thema und niemand ist verpflichtet, auch das Thema anderer zu bearbeiten – erst recht nicht in seiner Freizeit. Mir ist diese Beobachtung zu eindimensional. Das auch, weil ein Muhabetcci dort hart kritisiert wurde. Man kann also mitnichten feststellen, dass man dort nur Verständnis für eine Seite der Medaille hätte. Das im Freitag auch „Irre“ schreiben, liegt in der Natur eines offenen Portals, daraus aber in Kombination mit Nichtbeachtung eines Themas diesen Schluss zu ziehen, halte ich nach wie vor für falsch und überdies für ungerecht.

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      • 26. Januar 2012 12:39

        @Michael Pliwischkies

        Ich habe von Freitag 2.0 gesprochen!

        Wenn Rahab zum Judenmordaufruf die Israelische Botschaft als „Drei-Einfältigkeit“ bezeichnet, weil diese auf den Judenhass des Muftis aufmerksam macht, zeigt das eindrucksvoll ihre Menschenverachtung!

        Wenn Rahab und Forenboy in ihrem Blog (Freitag 2.0) dem Judenmordaufruf einem anonymen gesprayten Schriftzug entgegensetzen, dann unterstreichen sie das Schweigen von dem ich Rede.

        Nimm diesen Wahnsinn der Beiden endlich zur Kenntnis! Du machst dich sonst lächerlich!

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      • 26. Januar 2012 13:09

        Ich hatte das 2.0 überlesen. Ob das Aufmerksammachen auf die Mufits iSv. Plattform bieten klugt ist, darüber lässt sich streiten. Irritiert hatte mich, dass Abbas derzeit davon spricht, Frieden zu wollen und das er für die Sicherheit Israels garantieren wolle. Man sollte das näher diskutieren, auch die Rolle und den wirklichen Einfluss der Muftis – respektive, wer wirklich welche Funktion und Macht besitzt. Der Vergleich zwischen einem gesprayten Schriftzug und dem Aufruf hinkt natürlich – da gebe ich dir Recht. Dennoch würde ich das Geschwätz des Muftis auch nicht überbewerten – er bedient vordergründige Befindlichkeiten und in der arabisch-islamischen Mentalitätswelt muss das nicht zwingend Konsequenz bedeuten. Kleine Frage am Rande: Warst du schon einmal „wirklich“ im Kontakt mit derlei Rednern oder in islamischen Gesellschaften unterwegs? Ich frage das, weil dieses „Getöse“ oftmals zu Ernst genommen wird und aus diesem Ernstnehmen heraus genau falsch reagiert wird – aus der europäischen Mentalität heraus.

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      • 26. Januar 2012 13:59

        @Michael Pliwischkies
        Es fällt schwer dich ernst zu nehmen!

        Am 25/01/2012 10:41 schreibst du: “Die Vorgänge und Aussagen sind erschreckend und absolut indiskutabel, zeigen wieder einmal auf, zu was für Propaganda-Leistungen eine radikale Ideologie-Vertretung in der Lage ist. Derlei Aufrufe sind abscheulich und fordern zu einer Neubewertung der Autonomiebehörde auf – das ist wohl unzweifelhaft.“

        Einen Tag später schreibst du: „Dennoch würde ich das Geschwätz des Muftis auch nicht überbewerten – er bedient vordergründige Befindlichkeiten und in der arabisch-islamischen Mentalitätswelt muss das nicht zwingend Konsequenz bedeuten.“

        Bei Rahabs Wahnsinn relativierst du und sprichst von „ keinem klugen Aufmerksammachen auf die Mufits iSv. Plattform“! Hast du ihr Schweigen überlesen? Bist du tatsächlich nicht in der Lage zu begreifen was Rahab und Forenboy in den vier Links von sich geben? Darüber lässt sich unter Humanisten nicht streiten!

        Der Aufruf zum Judenmord, den du nun als Geschwätz verharmlost, wurde im Fernsehen der PA übertragen und auf der HP der PA verbreitet und Abbas hat den Mufti ernannt und keiner der palästinensischen Führer hat sich distanziert.

        Die Wannseekonferenz lief im Geheimen, aber in Hitlers „Mein Kampf“ wurde die Judenvernichtung angekündigt. Die deutsche Mentalität hat mit Schweigen und Zustimmung darauf reagiert. Denk mal darüber nach und lies dir vor allem die menschenverachtenden Kommentare von Forenboy und Rahab nochmal durch! In direktem Kontakt war ich mit Muftis noch nie, aber mit ihren antisemitischen Adepten.

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        • 26. Januar 2012 14:45

          Ich habe nicht gefragt, ob du in Kontakt mit den Muftis warst, sondern danach, ob du mit dem Kulturkreis überhaupt einmal Kontakte hattest. Zudem relativiere ich nicht – ich versuche lediglich, alle Sichten zu untersuchen. Dabei kann sowohl das eine wie auch das andere bedenkenswert sein. Ich verharmlose auch nicht, wenn ich von Geschwätz schreibe. Das eine bezieht sich auf meine inhaltliche Wertung des Mufti-Geschwätzes, das andere auf seine Funktion. Das diese Betrachtung in dein Schwarz-Weiß-Denken nicht passt, ist mir sehr wohl klar. Ich wüsste aber nicht, warum ich dieser – sorry – eingengten Weltsicht folgen sollte. Was ist eigentlich so unverständlich daran, dass ich die Rede des Muftis natürlich ablehne und als erbärmlich und gefährlich betrachte, dennoch im Gesamtkontext der Meinung bin, dass man sie nicht überbewerten solle.

          Du reagierst übrigens selbst urdeutsch – mit dem Holzhammer, ideologisiert und nur eine Sicht zulassend – Deine.

          Denk mal drüber nach, bevor du weiter „eugenisch“ argumentierst. Lerne endlich mal – die Medien führen es dir ja vor Augen – dass JEDE Ethnie mit Schweigen oder Zustimmung auf derlei reagierte und leider noch reagiert – bis auf wenige Ausnahmen, da der Mensch dazu neigt, sich „Autoritäten“ zu beugen – aus Gründen des Selbstschutzes, der Zugehörigkeit und der Vorteilsnahme. Das Problem ist der Mensch, nicht seine Abstammung. Daher ist es müßig, immer wieder die gleichen rassisch argumentierten Schuldzuweisungen zu lesen oder sie das tausendste Mal zu diskutieren. Das ähnelt in gewisser Weise dem endlosen Aufsagen von Ostfriesenwitzen. Die funktionieren nämlich exakt so.

          Zum Thema Wannseekonferenz
          Das ist wie lange her? Unter welchen historischen und gesellschaftlichen Bedingungen fand sie statt? Beantworte dir die Fragen, beziehe das gesellschaftlche Gesamtbild Europas zu dieser Zeit mit ein und vergleiche dann mit dem Hier und Heute. Du wirst begreifen müssen, dass deine Vergleiche höchst illegitim sind. Weiter noch kommt es fast einer Verharmlosung dieser Zeit gleich, wenn du immer und immer wieder mit den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen vergleichst. Das ist das eigentlich Peinliche daran – deine Form der Relativierung.

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        • 26. Januar 2012 15:20

          @Michael Pliwischkies

          Du hast die Rede nicht nur abgelehnt sondern auch von einer Aufforderung zu einer Neubewertung der PA gesprochen. Was denn nun: Nicht überbewerten oder eine Neubewertung?

          Wenn du es „eugenisch argumentieren“ nennst, wenn ich 70 Jahre nach der Wannseekonferenz den Aufruf zur Ermordung aller Juden energisch ablehne, dann erübrigt sich jede Diskussion zwischen uns. Es ist egal wie lange die Wannseekonferenz her ist, entscheidend sind die Aussagen die da und dort getätigt wurden und die sind vergleichbar.

          Tut mir leid, aber in deinen letzen Kommentaren widersprichst du dir selbst so sehr, dass es mir schwer fällt dich ernst zu nehmen. Das Problem ist der Antisemitismus der Menschen. Daher ist es müßig, immer auf deine Verteidigung von Antisemitismus einzugehen oder sie dir tausendste Mal zu erklären wenn du die Zusammenhänge nicht verstehen willst. Ich empfehle dir noch einmal auf Freitag 2.0 die Kommentare von Forenboy und Rahab, die ich verlinkt habe anzusehen. Dem „Schweigen“ von Rahab und Forenboy näherst du dich im Sauseschritt.

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        • 26. Januar 2012 16:04

          Ja sicher habe ich von einer Neubewertung gesprochen. Das bleibt auch so, daran ändert der Begriff „Geschwätz“ auch nichts. Nicht überbewerten – im Gesamtkontext – und Neubewertung schließen sich nirgendwo aus. Was ist daran unverständlich? Man sollte/muss das Geschwätz des Muftis zur Kenntnis nehmen, bewerten, aber eben auch nicht überbewerten, sondern eruieren, inwieweit und in welcher Form man darauf reagieren muss – im Hinblick auf eine mögliche Gesamtentwicklung.

          „Wenn du es „eugenisch argumentieren“ nennst, wenn ich 70 Jahre nach der Wannseekonferenz den Aufruf zur Ermordung aller Juden energisch ablehne, dann erübrigt sich jede Diskussion zwischen uns. Es ist egal wie lange die Wannseekonferenz her ist, entscheidend sind die Aussagen die da und dort getätigt wurden und die sind vergleichbar.“

          Herrschaftszeiten – das habe ich nicht eugenisch genannt. Eugenisch ist deine Permanent-Agitation, die „den Deutschen“ ein „Nazi-Gen“ unterstellt. Und es ist historisch eben nicht belanglos, wie lange die Wannseekonferenz her ist, wie es übrigens soziologisch und geografisch ebenfalls nicht egal ist.

          Zudem….
          Mein lieber Freund. Das ich den Antisemitismus verteidige, ist eine böswillige Unterstellung – und scheinbar dein üblicher Reflex, wenn jemand nicht deiner Meinung ist. Ich verteidige Antisemitismus an keiner Stelle – nirgendwo. Ich weigere mich allerdings, auf der Basis der Interpretation eines mir persönlich unbekannten Fidelche jeglichen geäußerten Antisemitismus-Verdacht zu bejahen.

          Und noch einmal – da es ja so schwer zu begreifen scheint….
          Antisemitismus ist nicht einfach da. Er entspringt keinem Gen, das Menschen in sich tragen. Er besitzt Ursprünge vielfältiger Art, gegen die man angehen MUSS. Aber wenn man dies tut – hier öffentlich – trägt man auch die Verantwortung dafür, dass man dies auf eine durch Menschen annehmbare Art und Weise realisiert und deine Scharfrichter-Attitüde, die nur das Aburteilen sucht, gehört eben NICHT dazu, verhält sich geradezu kontraproduktiv. Und vor diesem Hintergrund machst du dich zwar vordergründig für die Menschen jüdischen Glaubens stark, befütterst aber indirekt weiter das Feindbild derer, denen man ihren „argumentativen“ Boden entziehen müsste. Und so kommen deine Texte hier bei mir allzu oft nur auf eine Weise an: eitel und nicht annehmbar.

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        • 26. Januar 2012 16:38

          @Michael Pliwischkies
          Wo ich „den Deutschen“ ein „Nazi-Gen“ unterstellt hätte bleibt dein Geheimnis. Es geht hier nicht um den Ursprung von Antisemitismus, sondern um eine antisemitische Äußerung, konkret um den Aufruf alle Juden zu ermorden. Vermutlich ist für dich der Aufruf des Muftis zum Judenmord auch nicht antisemitisch, sondern nun nur irgendwie falsch.

          Du solltest einmal nachlesen inwieweit du hier auf diesen Seiten beispielsweise die Antisemitin Rahab und ihren Judenhass verteidigt hast. Ich habe dir ein konkretes Beispiel für das deutsche Schweigen zum Judenmordaufruf geliefert, nämlich die vier Links auf Freitag 2.0.

          Man muss sich das mal reinziehen: Ich muss hier allen Ernstes erklären, dass der Aufruf alle Juden dieser Welt zu ermorden antisemitisch ist. Irre! Wenn es nicht so traurig wäre würde ich am Boden liegen vor Lachen.

          Übrigens, vorhin gesehen, etwas Off Topic: In Freitag 2.0 schreibt Rahabs Kumpan Ebertus: „Erinnere nur an diesen auch hier (erklärend, von mir verstanden) eingestellten Link von @MP auf eine ebenfalls rechte hate-site, deren Aufmacher zwischen einem schwanzgesteuerten Grünen-Politiker und der aktuell gerade sich zurück ziehenden osteuropäisch-jüdischen Frontfrau der Piraten oszillierte.“

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        • 26. Januar 2012 17:45

          Deine Vermutung ist pure Idiotie – sorry – und auch wieder einmal unterstellend – nach dem Motto; irgendwas wird schon hängen bleiben. Selbstvertändlich ist der Aufruf des Muftis (auch) antisemitisch. Er ist überdies menschenverachtend, rassistisch und auch höchstgradig kriminell.

          „Ich habe dir ein konkretes Beispiel für das deutsche Schweigen zum Judenmordaufruf geliefert, nämlich die vier Links auf Freitag 2.0.“

          Falsch – das ist – wenn überhaupt, denn ich bewerte das inhaltlich nicht – ein Beispiel dafür, dass eine handvoll Menschen sich innerhalb eines privaten Blogs nicht dazu äußern. Und das ist kein Beleg für irgendwas – es ist schlicht und ergreifend:

          BELANGLOS

          Was hat Ebertus Text damit zu tun? Ich verlinkte aus Beleggründen auf eine radikal antisemitische Website eines „Finanzberaters“. Das diente Dokumentationszwecken, um zu belegen, dass ein derart hetzerisches und imho strafwürdiges Verhalten in Deutschland möglich ist. Das projeziere ich aber – im Gegensatz zu dir oftmals – nicht auf „die Deutschen“.

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        • 26. Januar 2012 18:01

          Also, ich weiß, daß Michael Pliwischkies nie hier in der MI und auch anderswo, wo ich ihn lese, irgendetwas Inhumanes der gegebenen Welt „verteidigt“ hat, schon gar nicht antisemisches Denken und gar Verhalten. MPs Beiträge zeigten sich vielmehr immer offen für die Welt, diskutieren frei, aber sie weigern sich zurecht, Zuweisungen dort anzunehmen, wozu sie sich nicht äußern oder äußern wollen. Anders: Jeder Mensch hat das Recht zu schweigen. Ohne daß ein Urteil darüber spekuliert wird. Denn anderes wäre es nie: Spekulation – oder Zwang/Bekenntnisablage. – – –
          Und ob hier gekürte ‚Avantgardisten‘ und ‚unterschätzte Publizisten‘ heute irgendwo anders Bemerkenwertes schreiben in alter Weise, ist für die thematisierte(n) Sache(n) unerheblich. Auch die Wiederholung von Benennungen (‚Du bist ein/e‘), die vor zwei Jahren, als man noch gemeinsam auf einem Portal und dann eng auf Abspaltungsblogs sich auseinandersetzte und unsäglich bis heute unaufgeräumt beleidigte, ist unproduktiv, ja kontraproduktiv. — Diskussionen finden eigentlich ohne Personen statt, es diskutieren Texte. Aber schön schon, wenn sie Personen des alltäglichen Lebens zuzuordnen sind. Mit manchen Textproduzenten habe ich sogar schon telefoniert.
          Literaturtip: Krieg und Frieden (ein Klassiker, neu übersetzt als ‚Verbrechen und Strafe‘).

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        • 26. Januar 2012 18:20

          NATÜRLICH äußern sich Rahab und Forenboy zum Aufruf des Judenmordes! Und wie machen sie das?

          1. In dem sie die Israelische Botschaft als eine „drei-einfältigkeit“ bezeichnen weil diese den Aufruf des Muftis zum Judenmord publik gemacht hat.

          2. Indem sie auf ein Bild verlinken auf dem irgendwer, irgendwo mit einer Spraydose „Gas the Arabs“ gesprüht hat.

          Ich halte es nicht nur für „pure Idiotie“ dieses deutsche „Schweigen“ von Rahab und Forenboy zu ignorieren. Mir würden jetzt einige andere Vergleiche einfallen, aber das lasse ich lieber.

          Der Link auf den Wahn von Ebertus war Off Topic, was ich auch schrieb!

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        • 26. Januar 2012 18:22

          Fidelche, es geht auch um Relationen: Du hast hier und selbst früher in der Freitagscommunity die Möglichkeit, mit Menschen diskutieren, die sich über das Normalmaß hinaus für die ganze Welt interessieren, und die zu ihren speziellen Themen etwas sagen wollen. Die Netzwelt ist reich an Wissen und auch an Beton, wir haben hier eine kleine Insel eines sinnvollen Austausches, auch gegeneinander. Ein Vorbild sozusagen (Ernst Bloch).
          Solidarisch gegrüßt
          vom Multivitaminnick Rainer K. 🙂
          der selbst Andersdenkende mit einem klaren Punch überzeugen möchte …
          Reflexion hat ein beteiligter User im Namen: ja:: Reflexion statt irgendwas anderes

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        • 26. Januar 2012 18:34

          Fidelche, den Punkt 1 bei Dir, ich denke, da liest Du die Rahab einfach falsch, sie meint nicht die israelische Botschaft … — Und anders zeigt sich dort ff., daß sehr viel um den Mufti in die Tasten geworfen wird.
          Mich interessiert das nicht, ich lese es nur, aus Interesse.

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        • 26. Januar 2012 18:57

          Tut mir leid Rainer,
          aber wenn ich hier ernsthaft belegen muss, dass ein Aufruf zur Ermordung aller Juden dieser Welt Antisemitismus pur ist, wenn mir deswegen hier „eugenische Argumentation“ unterstellt wird, wenn der Mordaufruf des Mufti mit dem „Kulturkreis des Mufti“ relativiert wird und wenn M.P. meint über die Aussagen bezüglich des Aufrufes zum Judenmord von Rahab und Forenboy auf Freitag 2.0 könne man streiten, dann fehlt mir dafür jedes Verständnis.

          Da ruft der Mufti von Jerusalem zur Ermordung aller Juden auf und Rahab schreibt dazu:“ ach du liebe güte! die drei-einfältigkeit verbreitet sich… http://www.botschaftisrael.de/2012/01/19/ranghochster-fatah-geistlicher-ruft-zum-judenmord-auf/“

          Gleich darauf verlinkt sie auf ein Bild „Gas the Arabs“. Forenboy macht es ihr kurz darauf nach und verlinkt auf dasselbe Bild. Zum Mordaufruf des Mufti schreiben die beiden nichts, da schweigen sie, da ignorieren sie, denn vermeintlich haben sie mit dem Bild „Gas the Arabs“ die Verhältnisse wieder gerade gerückt. Das alles in einem Blog in dem ununterbrochen gegen Israel gehetzt wird.

          Für mich sind da Grenzen überschritten, die ich nicht mittrage und gegen die ich protestiere.

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        • 26. Januar 2012 19:48

          Ja, Fidelche, da sage ich mal: Das eine, das andere.
          MP weist zurecht Deine Argumentation zurück, wo Du zu jedem Thema eine Aussage erzwingen willst (in Deinem Sinne); und wenn geschwiegen wird, drängst Du ein bisserl. Mit Absicht und Richtung. — Da kann ich MPs Einwände – wie heißt das jetzt: vollumfänglich – verstehen.
          Daß im bekannten Anderort wie Du beschreibst die Katastrophe fortgeführt wird: all meine Zustimmung. Und da ist doch hier – MI – alles seit langem belegt und beschrieben: ohne Fehl, vielleicht ein bißchen Tadel.
          Mal weg von unserer solidarischen Sache: Ich glaube, ob Deiner Beschäftigung mit dem Komplex Antisemitismus überspringst Du manchmal Deine verdichteten Einsichten in der Diskussion mit anderen, und die Zuschreibungen, die Definitionen, sollten besser noch mal hergeführt werden. – Wie bei Lexikonartikeln, wo die spezialisierten Autoren gezwungen werden, auf zwanzig bis siebzig Zeilen ihr Fachgebiet allgemeinverständlich zusammenzufassen.
          Ich denke auch, es geht um den Ton und den Respekt, auch gegen – hallo! – den Feind. Wie für mich beim Fußball: SCP-VfL, Todfeinde, und persönlich habe ich Freunde in beiden Supporterfraktionen.
          Nochmal: Der Rassismus – der Rassist.
          Ersteres unmenschlich – zweites ein Mensch.

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      • 26. Januar 2012 14:09

        Wie man die Rede des Muftis wertet, ist tatsächlich eine schwierige Frage, daß sie wahrgenommen wird, gerade von den entscheidenden Gruppen, steht wohl außer Frage.
        Überbewerten – unterschätzen, Wirkung prognostizieren usw. – Ich denke, selbst wenn einem solche Rede nicht in die Normalität paßt, abstrus erscheint, daß an Extremen eben sehr gut die ganz normale Wirklichkeit ablesbar ist. Und: Gesellschaftliche Kontexte sind wichtig. Mäzene, Sponsoren. Und wie die ihr Geld machen zu welchem weiteren Zweck. Ob kleine Gefreite groß gemacht werden. Von wem. Und die Selbstüberschätzung von Schachspieler beim In-Schach-Halten.

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  2. Joerg permalink
    25. Januar 2012 11:02

    Das Schweigen der Deutschen ist ohrenbetäubend. Sehr guter Beitrag, danke.

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    • 25. Januar 2012 18:02

      Roman Herzog: Es muß ein Ruck durchs Rückwärtsland gehen! Der Rest sei Schweigen.

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  3. 25. Januar 2012 11:03

    Als in Nazideutschland die „Nürnberger Gesetze“ beschlossen wurden haben die Deutschen geschwiegen, als die Juden aus ihren Häusern abgeholt wurden haben die Deutschen geschwiegen. Seit Jahrzehnten wird im Nahen Osten zum Judenmord aufgerufen, zuletzt vor wenigen Tagen dieser Fatah-Mufti. Keine Überraschung, dass in Deutschland wieder geschwiegen wird.

    Die Deutschen ergreifen blind Partei für die Gegner Israels.

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    • 25. Januar 2012 11:30

      Blödsinn. Sorry – aber mehr fällt mir zu derart stumpfem Parolendreschen nicht ein.

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    • 25. Januar 2012 19:39

      Die Richtung nehme ich, – aber doch mit offenen Augen.
      Insofern ist die Kritik von metropolenmond eine ernstzunehmende.
      1:7 habe ich übrigens auch schon verloren, D- oder C-Jugend.

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    • 25. Januar 2012 22:13

      So stumpf finde ich den Vergleich vom Agnostiker nicht, eher nachdenkenswert.

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      • Reflexione Galore permalink
        26. Januar 2012 00:18

        Würde ich bei Selbstbegattung auch irgendwann denken. Igendwann erst, versteht sich. LOL!

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      • 26. Januar 2012 12:11

        Es bleibt Phrasendrescherei – über „die Deutschen“. Platt, beifallheischend, bigott niederknieend. Ich mag so etwas nicht und über „die Deutschen“ zu schreiben ist genau so falsch, wie über „die Israelis“ oder „die Araber“ oder „die Amerikaner“ zu lamentieren. Dieses Gerede schreibt immer „Rasseneigenschaften“ zu und ist somit auch genau das, was mich daran stört. Das Denken dahinter entspricht im Grunde dem Sarrazins und seiner Eugenik-Argumentationen. Wo er über das „Juden-Gen“ schwadroniert, versucht ihr, eine Art „Nazi-Gen“ zu belegen – mal offen, mal implizit. Damit bewegt ihr euch argumentativ auf der gleichen Ebene und verhaltet euch ähnlich rückwärtsgewandt destruktiv.

        Denkt mal drüber nach.

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      • 26. Januar 2012 13:53

        Nachgedacht:
        Diese Verallgemeinerungen – sind Vereinnahmungen, klar. Die Bundeskanzlerin redet von ‚Wir Deutsche‘, oder ‚Deutschland soll‘; die BILD feiert ‚unsere deutschen Olympiasieger‘ usw. Die vereinzelten und ein wenig unterschiedlichen Menschen sollen so wie seit je zu einer Nation zusammengeschweißt werden, sowohl beim Gürtel-enger-Schnallen als auch beim ausschweifenden Hobby-Patriotismus des Public-Viewing etwa. Es geht nicht um rassistisches Denken, sondern um nationales. Und Nation muß immer wieder zeitgemäß von oben hergestellt werden, nämlich durch den Staat und seine gesellschaftlich relevanten Gruppen, wie das so verschleiernd heißt. Der einzelne kommt in diesem Denken gar nicht vor, höchstens als Ideologie des ganzen Nationalen. – Wer das aber sagt, wird ausgeschlossen, aus der Nation; der immer noch sehr deutschen. Gerade seitdem ‚die Aufklärung‘ ihre Dialektik gezeigt hat, ist der Widerspruch ja sehr deutlich.

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        • 26. Januar 2012 15:48

          Wer nun annimmt, diese Neu- oder Immer-wieder-Herstellung von Nation habe rein gar nichts mit rassistischem Denken und Handeln zu tun, gerade in Deutschland, oder solcher Zusammenhang müsse gebetsmühlenhaft immer wieder betont werden, dem ist auch von mir nicht zu helfen.

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  4. 25. Januar 2012 11:44

    Ich habe mal recherchiert und festgestellt: Wer im „Freitag“, im „Neuen Deutschland“, in der „Jungen Welt“ in der „TAZ“, in der „Zeit“, und so weiter oder auf ARD und ZDF nach Muhammad Husseins Aufruf zum Judenmord sucht, sucht vergeblich.

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    • 25. Januar 2012 19:43

      Eben das ist bedenklich, das Schweigen im lesbaren Blätterwald.
      Da redet kein Narr, es ist (noch) nicht Karneval, die Rede ist gehalten!

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  5. 25. Januar 2012 11:50

    Feigheit!

    Angenommen „die“ Deutschen (Regierung und Bevölkerung) würden die kriminell-judenfeindliche Rede des Muftis der Palästinensischen Autonomiebehörde überhaupt zur Kenntnis nehmen – also vorausgesetzt die ewige Ignoranz würde einmal durchbrochen – dann wäre eine scharfe (diplomatische und mediale) Rüge die einzig akzeptable Reaktion.

    Ich kann mir gut vorstellen, was auf diese Forderung geantwortet wird (weil die Antworten stereotyp seit Jahrzehnten ähnlich ausfallen):

    1.) „Wenn man solche ‚Spinner‘ gar nicht (in den Medien und der offiziellen Politik) beachtet, dann schwindet ihr Einfluss“

    selcarim: Falsch! Setzen! Sie fühlen sich ermutigt, weil ihre Hetze hingenommen wird.

    2.) „Was geht es uns Deutsche an, wenn irgend so ein religiöser Fanatiker dummes Zeug redet, wir haben unsere eigenen Probleme z.B. Euro-Krise …“

    selcarim: Schwachsinn! Es wird uns doch immer vorgebetet, dass wir in einer globalisierten Welt leben, dass alles mit allem zusammenhängt. Also geht es uns etwas an, wenn zu Hass und Gewalt gegen ein mit uns eng verbündetes Land und seine Bewohner aufgerufen wird!

    3.) „Wenn wir ‚die‘ Palästinenser verärgern, dann hat das Auswirkungen auf unsere Geschäftsinteressen in der gesamten arabischen Welt …“

    selcarim: Und dies ist vermutlich tatsächlich ein Hauptgrund für die Nicht-Reaktion von Merkel, Westerwelle und den, viel zu eng mit Regierungsstellen verbandelten, „Leitmedien“. Denn auch deutsche Regierungsproteste bei staatlichem Mordterror gegen homosexuelle Männer in diversen islamisch ausgerichteten arabischen und afrikanischen Staaten werden gern mit dem Hinweis auf „die guten Handelsbeziehungen, die nicht gefährdet werden dürfen“, unterlassen.

    4.) Dass es auch anders geht, zeigt die jüngste Reaktion der EU auf die faschistische Medien- und sonstige Gesetzgebung durch Ungarns Premier Victor Orbán, der bei seinem jüngsten Besuch in Brüssel scharf auf Konsequenzen hingewiesen wurde und daraufhin „den Schwanz“ einkniff

    Nein, stolz darauf in Deutschland zu leben, sind wir in solchen Momenten, wie jetzt, nicht!

    selcarim & barshai

    PS Jährlich fließen Milliarden Euro Steuergelder aus der Europäischen Union in die Palästinensergebiete (ein Großteil davon versickert – so die Vermutung – in dunklen Kanälen, da die Korruption dort zu den Hauptproblemen gehört). Es wäre in unser beider Sinn, die Einstellung dieser Zahlungen anzudrohen, solange man sich nicht ausdrücklich von der Rede des Muftis distanziert …

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    • 25. Januar 2012 19:59

      für selcarim & barshai, insb. für 1) und 3)
      … Das Schweigen im Walde …

      Empört Euch
      der Wald schweigt
      in blau

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  6. derSamstag permalink
    25. Januar 2012 12:12

    Die Botschaft des Staates Israel von Berlin hat auf ihrem offiziellen Blog die Rede des Muftis eingestellt um damit die Deutschen über diese Vorgänge zu informieren. Ruprecht Polenz von der CDU meinte deswegen: „Ich werde die Vertretung der Palästinenser in Berlin um Stellungnahme bitten. Außerdem werde ich mich bei der israelischen Botschaft danach erkundigen, wie “offiziell” der Blog ist.“

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ruprecht_recherchiert_wir_druecken_die_daumen/

    Der Chef der „Südisraelischen Islamischen Bewegung“ erklärte, dass er diese Rede nicht verurteilen könne. Muhammad Hussein sei doch nur für den Frieden. Ebenso sagte er, dass ähnliche Sprüche auch in den Heiligen Schriften der Juden und der Christen stünden. Es sei doch wohl erlaubt, aus den Heiligen Schriften zu zitieren, in diesem Fall aus der Hadith, der heiligen Tradition des Islam. Deshalb verstehe er die ganze Aufregung nicht.

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ulrich_sahm_sagen_sie_mal_herr_polenz/

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  7. 26. Januar 2012 20:11

    „Die Deutschen“ wollen wir nicht sagen: gut: sagen wir „Rahab“, „Ohrenboy“, „EtcIndividuum“. Dann is es aber auch wieder net recht. Hackt doch net auf denen rum! wird dann gefordert…..
    Aber es steht nicht „die Palaestinenser“. Es steht bei fidelche: Mahmud Abbas, Muhammad Hussein, offizielles Fernsehprogramm, etc. Das sind zuzuordnende Leute.
    Aber es ist wie ge(ra)habt: auf klare Fakten wird mit „meine Güte“, „Göttin!“ und anderen ablenkenden Plattitüden geantwortet.

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    • 26. Januar 2012 20:29

      Na ja, Hibouh, ich selbst hätte keine Skrupel, Rahab und Alien59 Faschisten zu nennen, die jeden außerhalb ihres Protegebereichs über die Klinge springen ließen, kalt aus ihrer Mördergrube; aber ich tu´s nicht, ich gebe den Faschisten eine menschliche Chance, indem ich sie nicht als solche benenne.

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    • 27. Januar 2012 10:41

      Sicher sind Rahab und Alien59 Menschen. Es sind Menschen die gegen Israel hetzen und nun den aktuellen, am 9. Januar in Ramallah ausgesprochenen, im TV der PA übertragenen Aufruf zum Judenmord leugnen, relativeren oder ihn rechtfertigen. Ich habe diesen Menschen lange Zeit eine menschliche Chance gegeben. Diese Chancen wurden leider hundertfach vergeben.

      Wenn ein Mensch dazu aufruft alle Juden dieser Welt zu ermorden, dann bin ich 70 Jahre nach der Wannseekonferenz nicht bereit dies zu akzeptieren oder darüber hinwegzusehen. Mir ist es egal ob dieser Mensch ein Araber, ein Deutscher, ein Chinese, ein Afrikaner oder ein Japaner ist. Sein Kulturkreis entschuldigt seine Rede keineswegs. Da dieser Mensch von Abbas ernannt wurde, trägt dieser eine Mitverantwortung. Diese Rede wurde im Fernsehen der PA übertragen. Da keiner der palästinensischen Führer sich von dieser Rede distanziert hat, tragen auch diese Menschen dafür eine Mitverantwortung. Festzuhalten bleibt, es ist nicht nur die islamfaschistische Hamas die in hundertfacher schriftlicher und in tausendfacher mündlicher Form dazu aufruft alle Juden zu töten, auch die Fatah verfolgt diese Ziele. Dass die deutschen Israelkritiker diesen Mordaufruf, sowie alle anderen arabischen Mordaufrufe gegen Juden und den Antisemitismus im arabischen TV nicht zur Kenntnis nehmen wollen, ihn abstreiten, ihn relativieren oder gar rechtfertigen zeigt ihren reaktionären Charakter. Im Übrigen ermittelt Israels Generalstaatsanwalt Jehuda Weinstein gegen das geistliche Oberhaupt der Palästinenser.

      Aus gegebenem Anlass erkläre ich hiermit, dies ist meine persönliche Meinung, dies sind meine Lehren die ich aus der deutschen Geschichte gezogen habe. Ich zwinge niemanden diese meine Meinung zu übernehmen, denn wir leben in einem freien Land und jede(r) soll nach ihrer/seiner Façon selig werden.

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    • 27. Januar 2012 12:49

      Heute vor 67 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Vielen jungen Deutschen sagt der Name Auschwitz jedoch nichts mehr, kein Wunder, ist ja auch schon so lange her: Laut einer Umfrage des Stern wissen 21 Prozent der unter 30-Jährigen nicht, dass der Name für ein Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten steht.

      Wer nicht auf Freitag 2.0 nachsehen will, die Freitagsbloggerin „alien59“ schreibt am 26. Januar 2012 um 18:46 zum Judenmordaufruf des PA-Muftis: „.. Wie sich aus dem NYT-Artikel ergibt, streitet der Mufti ja nicht ab, dass er diesen hadith zitiert hat. Aber eben im Zusammenhang mit weiteren Verhaftungen gewählter Abegeordneter, noch dazu im Hauptquartier des Roten Kreuzes – über die sich sonst wohl niemand aufregt. Ich weiß auf Anhieb nicht mal, wie viele Abgeordnete seit Monaten und Jahren mit und ohne Gerichtsverfahren in israelischen Gefängnissen sitzen. Aber dass der Mufti einen hadith zitiert, dass ist wichtig. …

      Für jeden ist halt was anderes wichtig. Der eine mag gerne Marschmusik und für den anderen ist die Bratwurst wichtig. Ich hoffe ich habe jetzt nicht die Gefühle von irgendwem verletzt.

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      • 27. Januar 2012 13:58

        Natürlich, allein die Aussage von Alien59 ist grausam, entschuldigend, menschenfeindlich. Ich habe das gestern neu entsetzt gelesen und deshalb hier so unter Hibouh geschrieben.
        Die Verhärtung in der langen Auseinandersetzung mit den üblichen Betonbloggern wird sich auch höchstens noch festigen. – Vielleicht gibt es aber auch Verirrte, die noch dem Argument und/oder ihrer eigenen Erfahrung zugänglich sind. Bewegung, sagt die Linke, Ordnung macht der Staat & sein Schutz.

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        • 28. Januar 2012 07:05

          Es ist und bleibt mir ein Raetsel, wie Leute so denken und fühlen können (vor allem,wenn sie früher mal anders gedacht haben. Haben sie aber ja vielleicht gar net. Das virtuelle Kopftuch sozusagen). Sogar das türkische Staatsfernsehen TRT hat (als erster Sender eines islamischen Landes) vor zwei Tagen den „Holocaust“-Film gezeigt…….

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    • 27. Januar 2012 20:42

      Off Tonic: Rahab (16:41auf ihrem Blog reagierend auf mich), sende mir mal an die schon Gorefluxx bekannt gemachte und überhaupt im Netzl brillierende Adresse, oder besser, mach Deinen Blog im ‚About‘ PN-fähig und damit einigermaßen juristisch tragbar durch einen männlichen xxx-Emil, der Notschaften hin und her bringen kann. Und passend: Sweetheart, ich würde Dir das auch vorschlagen, auch wenn ich lese, daß Du bloß Tratsch-und-Klatsch-versessen bist. Selbst Wolkmann hat das knallhart kapiert, mit langer Leine, aber Ende mit Bumm.
      Fidelche: Harte Tatsachen müssen heute sanft beschrieben werden. Die erste Welt verträgt nicht, mit ihrer Geschichte und gerade der deutschen sowie der aktuellen Dritten Welt konfrontiert zu werden. Also: Flüstern bricht ganz ganz leise und weich das Steinchen. – Oder war das jetzt Sozialdemokratie …
      Off Tonic, hatte ich gesagt, ja. – Nebenbei, Foren ohne Boys: Wäre das nicht jeden Spieltag zwei Punkte für die Wärtermannschaft.

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      • 28. Januar 2012 00:07

        Rainer Kühn: Mir wäre schon klar gewesen, dass harte Tatsachen heute sanft beschrieben werden müssten, jedoch sogar auch ich bin nicht ohne Tadel, so dass mir dies nicht immer gelingen mochte, besser zuletzt zumeist nicht gelang. Andererseits: Der frühere Spruch keine „Handbreit den Faschisten“ obgleich auch irgendwie Wahrheit in sich trug, wenngleich dies die Sozialdemokratie auch anno dazumal nicht gerne hörte. Und: Foren ohne Boy, das wäre wie der Führer ohne Nation oder wie 1860 ohne Emil Ketterer.

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      • rahab permalink
        28. Januar 2012 09:11

        du darfst mich gern unter batRahab@googlemail.com anschreiben

        PN-fähigkeit im blog: nein
        und das nicht nur, weil ich nicht die trulla sondern nur die gerade mal trulla-dienste versehende bin
        sondern weil ich finde, dass was gesagt werden kann, offen gesagt werden kann
        so gesehen: du bis herzlich eingeladen, das deinige bei treueliebe für alle mitlesbar zu sagen.

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      • 28. Januar 2012 16:51

        Fidelche, ich habe heut in MS Hammer Straße radelnd den Kleber photographiert: „Patriotismus. Nationalismus. Faschismus. – Die Grenzen sind hauchdünn …“ Neu. Neben Klebern des SCP, der sich auch für groß hält nach dem Trainerwechsel. Insofern ist auch Dein Hinweis auf „1860“ treffend bei mir angekommen.
        Rahab, danke Dir für den Kontakt. Ich denke und möchte ja Dir eins schreiben; daß ich aber als Diskutant auf TreueLiebe auftauche, ist nicht wahrscheinlich. Ich lese, und ich kann differenzieren. Eigentlich lese ich eh nur Deins. Das andere ist mir unerheblich.

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  8. Malka permalink
    28. Januar 2012 10:12

    Der einzige Unterschied zwischen Antisemitismus und Antizionismus ist, dass der Antizionist den jüdischen Staat als Feindbild hat, der Antisemit aber die gesamte jüdische Gemeinschaft. Nahezu jeder Antisemit ist gleichzeitig Antizionist, und viele Antizionisten werden mit der Zeit auch zu „gewöhnlichen“ Antisemiten. Sollte Israel eines furchtbaren Tages tatsächlich verschwinden, werden sich die meisten Antizionisten ganz schnell wieder zu traditionellen Antisemiten zurückverwandeln.

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    • 28. Januar 2012 17:00

      Abgesehen davon, daß ich zustimme:
      In alter Sprachwelt bin ich für: Gleichheit.
      Und in ‚utopischer‘ kennte ein Mensch alle Unterschiede unter den Menschen nicht mehr.
      Nicht mehr, weil er sich zur einer einzigen Gesellschaft gemacht hätte.
      Weltweit. Worldwide. WWW.

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  9. 28. Januar 2012 18:27

    Mich bewegt in dieser ganzen Diskussion immer, warum gerade viele deutsche Menschen antisemitisch /antizionistisch eingestellt sind.

    Ich könnte es mir einfach machen und sagen, daß da halt uralte rassistische Vorurteile von Generation zu Generation weitergegeben werden, aber das ist dann doch ein wenig dünn als Erklärung. Was mir allerdings seit vielen Jahren auffällt, auch in diesen smarten Knopp-Geschichts-TV-Sendungen, ist, daß die jeweiligen deutschen Zeitzeugen nie von sich selbst reden, sondern immer in der Form: „Man konnte, man durfte, man wusste, man musste ja…“

    Dies ist seltsam und stösst mich ab, weil dabei deutlich wird, daß die Damen und Herren, die da berichten, für nichts wirklich eine Verantwortung übernehmen, sondern immer in der dritten Person Geschichten erzählen. Das machen die, egal ob sie über das braune Deutschland oder über den angeblichen Unrechtsstaat DDR erzählen. Sie kommen schlicht und einfach nicht wirklich in diesen Geschichten vor, sie haben alles nur gehört oder erlitten.

    Ausschließlich die Passiv-Form ist in dieser Art deutscher Geschichtstradition salonfähig.

    Damit wird auch klar, daß das offizielle Deutschland, also das Wulff-und Merkel-Deutschland, sich nicht wirklich zu seiner Verantwortung bekennt und aktiv gegen Antisemitismus wirkt: Sie lassen die Greuel vergangener Zeit als abgeschlossene Ära einiger schrecklicher Dämonen erscheinen, die aus einem Gulli gekrochen sind und wieder darin verschwanden.

    Wie also soll da auch ein Bewußtsein entstehen, dass den oben genannten Traditionen kein Schuldgefühl, aber die Übernahme von Verantwortung für unsere Geschichte vermittelt?

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    • The Violet White Football Sofa permalink
      28. Januar 2012 18:34

      „Knopp-Geschichts-TV-Sendungen“.
      Gucke ich immer: In die Fresse! Allen!!!
      Vor allem der Universitätswelt, die einem
      Knopf der Ideologie den Titel hinwirft.
      Käsekuchen Doitsche Universität.
      Schimmelig im Gebühren-TV ankommend.
      Auf den Tisch! Der alten Nazis.
      Vorm Bildschirm ihres Niederhochgangs.

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    • 29. Januar 2012 15:02

      Hermanitou,
      die Frage nach dem „Warum“ ist eine spannende und die Antworten sind vielschichtig. Schuldabwehr, fehlende Verantwortung, deutsche Geschichtstradition, Nationalismus, nationale Identitätssuche wären einige Erklärungsversuche.

      Gremliza schreibt in der aktuellen Konkret:“Die tollste Zumutung der Medien und ihrer Politiker an den Intellekt aber war die von Schirrmachers »FAZ« bis zur Zeitung der DKP erhobene Klage, Wulff habe »die Würde des Amtes beschädigt«, die dem Amt, solange der biologische Vorrat reichte, Nazis, SA-Männer und deren Mitläufer aller Grade verliehen hatten, und später Typen wie der Roman Herzog, von dem die »Nazional-Zeitung« des Gerhard Frey zu Recht schreiben konnte, sie könne sich »an der Spitze des höchsten deutschen Gerichts keinen geeigneteren Fachmann als Prof. Herzog« vorstellen. Soviel zum symbolischen Kapital der Nation.“

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      • 30. Januar 2012 07:55

        Hach ja. Also relativieren wir die Gegenwart weiterhin mithilfe der Vergangenheit, um sie in einem besseren Licht erscheinen zu lassen? Die Verfehlungen der Vergangenheit als Freibrief für Wulff und Folgende? So könnte man es lesen und darin liegt der große Fehler Gremlizas und all seiner Adepten. Ok, das war jetzt ein klein wenig sarkastisch. Es ist eben noch früh.

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        • 30. Januar 2012 20:42

          Ich habe die neue „Konkret“ mit wirklich viel Spass gelesen und vor allem auch die sehr guten Analysen zum Thema „Wulff“, das ja eigentlich ein Thema „Salonfähig-machen- der -Springer-Presse“ ist und eine Neid-Debatte, wer die besten Rabatte und niedrigst verzinsten Darlehen organisieren kann. Mit Recht verweist „konkret“ darauf, daß die entsprechend moralisch-ach-so-empörten Schreiberlinge ohne Ende sich umsonst bei den Reichen höchste Rabatte organisieren und sich an den Tischen der Parteien und der Wirtschaft den Bauch vollschlagen.

          Im Übrigen kann man ein „Amt“ nicht beschädigen. Aber auf dessen unwürdige Besetzung früherer Jahre hinweisen, zu denen der jetzige Amtsinhaber nahtlos passt.

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  10. 30. Januar 2012 07:20

    „It is haram (unlawful) to say that stones and trees will point to every Jew and you will kill Jews altogether, whether a girl, woman or a child. This is unbecoming for a Muslim to utter; it is an encouragement to massacre, to a genocide. It is persecution and it is wholly in contradiction with the Qur’an… You can go nowhere by bloodshed. Allah will inflict affliction upon you if you shed blood; you will simply be on a downward spiral of troubles. Pull yourselves together. I address to all those who are pro-murder“, refutes the Turkish Muslim Scholar Adnan Oktar the statement of Mufti Muhammed Hussein.

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    • 30. Januar 2012 07:30

      Bemerkenswert. Danke für das Zitat.

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  11. Amon permalink
    30. Januar 2012 10:08

    Im März 2011 ermordeten arabische Terroristen die Familie Fogel in der kleinen israelischen Ortschaft Itamar. Die Eltern Ruth und Ehud Fogel, sowie ihre drei Kinder Yoav (11), Elad (4) und Hadas (drei Monate) wurden bestialisch getötet. Dem Baby wurde mehrfach in den Kopf gestochen. Die beiden Täter wurden gefasst und zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

    Nachdem der Fernsehsender der PA bereits letzte Woche eine Rede des geistigen Führers der PA-Araber, Mufti Hussein, ausgestrahlt hatte, in der er zum Massenmord an Juden aufgerufen hatte, wurde nun ein Interview mit der Mutter von einem der Mörder im PA-Fernsehen ausgestrahlt.

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    • 30. Januar 2012 13:29

      Für die deutschen Friedenskämpfer zerstört sich immer mehr der Traum von der guten Fatah. Danke für den Hinweis auf die menschenverachtenden Sendungen im TV der PA. Aber vielleicht hat die Moderatorin das alles nicht so gemeint und es liegt einfach nur an dem anderen Kulturkreis den wir nur nicht verstehen.

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    • Jackson permalink
      30. Januar 2012 17:59

      In dem Interview sendete Hakims Mutter die besten Grüße an ihren Sohn und beschrieb ihn stolz als den Drahtzieher hinter dem brutalen Angriff. Seine Tante nannte ihn einen „Helden“ und eine „Legende“. Und auch der Moderator der Sendung wandte sich abschließend an die verurteilten Mörder: „Wir möchten ebenfalls unsere Grüße an sie senden“

      http://www.botschaftisrael.de/2012/01/30/pa-fernsehsendung-glorifiziert-morder-von-itamar/

      http://heplev.wordpress.com/2011/03/12/funffach-mord-in-itamar-und-unsere-medien/

      http://www.israelnetz.com/themen/arabische-welt/artikel-arabische-welt/datum/2012/01/30/palaestinensisches-fernsehen-glorifiziert-itamar-attentaeter/

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  12. derSamstag permalink
    2. Februar 2012 07:28

    Antisemiten und edle Antisemiten von Böss in Berlin

    Am 27. Januar wurde im Bundestag an die Befreiung von Auschwitz erinnert und Reich-Ranicki berichtete über seine Zeit im Warschauer Getto. Alle waren betroffen und bereit, die Ewiggestrigen zu bekämpfen…Und fast zeitgleich wird mit allen Ehren ein promovierter Holocaustleugner vom Bundespräsidenten empfangen. Es handelt sich dabei um Mahmud Abbas, der seit Jahren als Gesprächs- und Verhandlungspartner geschätzt wird und den noch keiner der deutschen „nie wieder“-Politiker auf sein krankes Weltbild hingewiesen hat.

    Es erstaunt, dass zwar deutsche Hinterwälder-Antisemiten aus der sächsischen Schweiz ausgegrenzt werden, aber arabischen Judenhassern der rote Teppich ausgerollt wird. Dabei würde Abbas im Gefängnis sitzen, wäre er Deutscher und hätte in seiner Doktorarbeit die Meinung vertreten, dass wohl deutlich weniger als 6 Millionen Juden während des Holocaust umgebracht wurden. Horst Mahler macht sich solche Gedanken auch, aber er wird nicht von Bundespräsidenten Wulff eingeladen. Schade eigentlich, dabei könnten der palästinensische und der deutsche Judenexperte zu dieser Gelegenheit einmal ihre Forschungsergebnisse austauschen.

    Überhaupt wird der palästinensische Antisemitismus souverän ignoriert. Religiöse Führer rufen ständig zum Mord an den Juden auf, die Hamas hat sich die Endlösung der Judenfrage auf die Fahnen geschrieben und selbst die „moderaten“ palästinensischen Politiker bringen es nicht über sich, Israel als „jüdischen Staat“ zu bezeichnen. Im Kinder-TV wird den Kleinen beigebracht, dass die Juden von Affen und Schweinen abstammen und für die palästinensische Seite ist völlig klar, dass der eigene Staat ein judenreiner sein wird (so wie es Gaza heute schon ist).

    Da erinnert der Mufti von Jerusalem an die Pflicht, alle Juden zu töten und die palästinensische Gesellschaft nimmt es offensichtlich zustimmend zu Kenntnis. Jedenfalls gab es keine Proteste und keine Demonstrationen gegen diesen Aufruf zum Völkermord. Stattdessen werden im Fernsehen die Mörder der Familie Fogel, die einem Säugling die Kehle durchschnitten, als Helden gefeiert.

    Anscheinend hat sich das antifaschistische Deutschland aber entschlossen, nur zu verhindern, dass sich die Geschichte im eigenen Land wiederholt. Wenn anderswo jemand davon träumt, die Juden zu vernichten, ist das eine andere Sache und noch lange kein Grund, die Entwicklungshilfe oder sonstige Kooperationen einzustellen.

    Offenbar gibt es für deutsche Politiker einen Antisemitismus mit edlen Motiven, den sie vom gewöhnlichen Antisemitismus unterscheiden. Vielleicht ist es die Faszination für diese edlen Antisemiten, der sogar Bundestags-Hinterbänkler dazu treibt, unbedingt Gespräche mit Hamas-Vertretern führen zu wollen. Im Grunde könnten sie sich auch mit Holger Apfel treffen, aber das kommt ihnen nicht in die antifaschistische Tüte. Für deutsche Politiker sind manche Antisemiten eben gleicher als andere.

    http://boess.welt.de/2012/02/01/antisemiten-und-edle-antisemiten/

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  13. 11. März 2012 16:38

    Im Nachwort (Nachspiel) seines neuen Buches „Vergesst Auschwitz“ schreibt Henryk M. Broder sehr richtig:

    Zum 70. Jahrestag der Wannseekonferenz in Berlin, bei der am 20. Januar 1942 die »Endlösung der Judenfrage« beschlossen wurde, hielt Bundespräsident Christian Wulff eine Rede, in der er die dauerhafte Erinnerung an die nationalsozialistischen Gräueltaten eine »nationale Aufgabe« nannte. Die »nachfolgenden Generationen« sollten sich an »das Entsetzliche« erinnern, das von Deutschland ausgegangen sei. Darüber hinaus sicherte der Präsident den Juden in aller Welt bei Gefahr und Verfolgung die »Verbundenheit« Deutschlands zu.

    Natürlich stellte keiner der Anwesenden die Frage, wie eine solche »Verbundenheit« im konkreten Fall aussehen sollte. Würde die Bundesrepublik eine bedrohte jüdische Gemeinde, vielleicht die von Venezuela, aufnehmen? Ein Bataillon der Bundeswehr zu ihrem Schutz entsenden? Oder meinte der Bundespräsident es eher »symbolisch«, wie Willy Brandt, als er 1973 feststellte, eine »Neutralität der Herzen« könnte es nicht geben und er gleichzeitig die Verschiffung militärischen Nachschubs für Israel über deutsche Häfen verbot?

    Nur zwei Tage, bevor er die Rede zum Jahrestag der Wannseekonferenz hielt, empfing Präsident Wulff den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, mit allen protokollarischen Ehren, die einem richtigen »Präsidenten« zustehen. Bei dieser Gelegenheit versicherte Wulff seinem Gast, Deutschland werde sich auch weiterhin für den Aufbau eines palästinensischen Staates »substantiell engagieren«.
    Leider hat Wulff es unterlassen, Mahmud Abbas nach einer Rede zu fragen, die der Mufti der Palästinensischen Autonomiebehörde, Muhammad Hussein, bei den Feierlichkeiten zum Jahrestag — nein, nicht der Wannseekonferenz, sondern der Gründung der Fatah kurz zuvor gehalten hatte.

    Darin zitierte der von Abbas ernannte Mufti zwei Hadithen, Sprüche des Propheten, in denen vom Jüngsten Tag die Rede ist, da »die Muslime gegen die Juden kämpfen und sie töten«. Wobei er keinen Zweifel daran ließ, dass es sich nicht nur um historische Zitate handelt, sondern dass es eine Pflicht für die Moslems von heute ist, einen »heiligen Krieg« gegen die »Nachfahren von Affen und Schweinen« zu führen. Mag sein, dass Wulffs Berater die gute Atmosphäre des »Staatsbesuchs« nicht stören wollten, mag sein, dass Wulff mit den Vorbereitungen für seine Wannsee-Rede bereits dermaßen beschäftigt war, dass er sich nicht noch mehr Geschichte aufhalsen wollte, jedenfalls hat er Abbas auf den »heiligen Krieg«, den sein Mufti führen möchte, nicht angesprochen.

    Und zum 75. Jahrestag der Wannseekonferenz wird der nächste Bundespräsident wieder eine Rede halten, in der er die dauerhafte Erinnerung an die Gräueltaten der Nazis zur »nationalen Aufgabe« erheben wird.

    The Wahn goes on.

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  14. 2. April 2012 15:53

    Imam von Nazareth wegen Terror-Hetze verurteilt

    Der Imam von Nazareth, Abu Salim Scapa (47), wurde verurteilt, weil er in Moscheen in Nazareth und Jerusalem zum globalen Heiligen Krieg und zum tödlichen Terror gegen Juden, Christen und auch gegen abtrünnige Moslems aufgerufen hat. Mindestens zwei Gruppierungen sollen direkt von den Predigten des Imams zu Gewalt gegen Christen und Juden inspiriert worden sein. Eine davon wird verdächtigt, einen israelischen Taxifahrer ermordet zu haben. Weiterhin verteilte Abu Salim Poster, Bücher und Manifeste über den internationalen Dschihad (Heiliger Krieg) in seiner Moschee und präsentierte sie auch auf seiner Website. Der Imam, der dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe stehen soll, wurde im Oktober 2010 festgenommen und steht seither unter Hausarrest. Das Strafmaß wurde noch nicht bekannt gegeben.

    Die israelische Richterin Lily Yung-Gefer beschrieb Abu Salims Predigten als „klare Aufforderung zum Mord auf höchstem und gefährlichstem Niveau.“ Staatsanwalt Yael Kochavi kommentierte das Urteil mit folgenden Worten: „Das Gericht hat deutlich gemacht, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung seine Grenzen hat, indem es einen Imam verurteilt hat, der dieses Recht mit seiner frechen Hetze mit Füßen getreten hat.“

    http://www.israelheute.com/Nachrichten/tabid/179/nid/24328/Default.aspx

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  15. 14. Juni 2012 10:25

    Paul Mentz: Zur Kritik des Antisemitismus: Eine Einführung

    Eine Einführung in die Kritik des Antisemitismus steht, um es mit den Worten des Polnischen Philosophen Leszek Kołakowski auszudrücken, vor dem Problem, dass es sich beim Antisemitismus um keine Doktrin handelt, „die man kritisieren kann, sondern [um] eine Haltung, deren soziale Wurzeln so geartet sind, daß sie nach keiner Begründung suchen muß.“ Die Vorstellung, man könnte einen Antisemiten mittels immanenter Kritik zur Vernunft bringen und ihn von der Irrationalität seines Anliegens überzeugen, ist naiv, insofern die Denkart des Antisemitismus auf einem Reflex beruht, der im unversöhnlichen Gegensatz zu Theorie und Wissenschaft steht. „Davon hat sich jeder überzeugt, der Gelegenheit hatte, mit einem Antisemiten eine jener hoffnungslosen Diskussionen zu führen, die immer dem Versuch ähneln, einem Tier das Sprechen beizubringen.“ Im Gegensatz zu Ideologien, die mittels immanenter Kritik aufzubrechen sind, handelt es sich Detlev Claussen zufolge bei dem Antisemitismus um „eine gewalttätige Praxis und eine Rechtfertigung der Gewalt zugleich“. Insofern der Antisemitismus auf einem „Reiz konformistischer Rebellion“ fundiert, ist es aussichtslos, der antisemitischen Logik die eigenen immanenten Widersprüche aufzuzeigen, zugleich gilt es aber festzuhalten, dass der Antisemitismus gesellschaftliche Ursachen hat. Um die Wirkungsmächtigkeit des Antisemitismus als Resultat einer gescheiterten Aufklärung in seiner Totalität näher zu bestimmen, sollen sowohl die historische Genese des Antisemitismus, wie auch dessen Grundlagen in der politischen Ökonomie, und der Psyche der Subjekte untersucht werden.


    „Zur Kritik des Antisemitismus“ – Mitschnitt vom 10.04.2012

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    • 14. Juni 2012 13:55

      ‚Praxis und Rechtfertigung zugleich‘, ‚Resultat einer gescheiterten Aufklärung‘: Detlev Claussen.

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    • 14. Juni 2012 18:52

      Detlev Claussen in „Vom Judenhass zum Antisemitismus“:

      Die Unterscheidung zwischen Judenhaß und Antisemitismus eröffnet aber dem Erkennenden die Möglichkeit, sich vom naturwüchsigen Antisemitismus zu befreien. Die stete Wiederkehr des Antisemitismus erzeugt den Schein des „ewigen“ Antisemitismus – aber dies ist ein falscher Schein. Spätestens nach Auschwitz, hat man gemeint, sei es unmöglich, noch Antisemit zu sein. Adorno und Horkheimer haben dies prägnant in ihrem Schluesselwerk „Dialektik der Aufklaerung“ ausgedrückt: „Aber es gibt keine Antisemiten mehr.“(*) A la lettre genommen, können wir über diese Formulierung aus dem Jahre 1947 vierzig Jahre später nur milde laecheln; aber es wird ein richtiger Gedanke angezeigt: Der Antisemitismus, der zu Auschwitz führte, und der Antisemitismus nach Auschwitz sind nicht identisch. Dieser Gedanke führt über das eng abgesteckte Feld der Antisemitismusforschung hinaus: Antisemitismus ist ein Moment im gesellschaftlichen Prozess, das nur künstlich zu isolieren ist. Auf den gesellschaftlichen Zusammenhang kommt es an, in dem der Antisemitismus erscheint. Dieser gesellschaftliche Zusammenhang läßt sich nur erkennen, wenn man die geschichtlichen Unterschiede herausarbeitet.

      *) Max Horkheimer, Theodor W Adorno, Dialektik der Aufklärung, Amsterdam 1947, S. 235. Mit diesem Satz beginnt die Nachschrift von 1947 zu den 1944 geschriebenen „Elementen des Antisemitismus“.

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      • 14. Juni 2012 20:46

        Sammlung Luchterhand 677. Ich hab´ die 2. Aufl. im Oktober 88 gelesen; weiß die Titelseite im Regal meines Vertrauens. „Antisemitismus und Gesellschaft“, „Grenzen der Aufklärung“ und „Was heißt Rassismus?“ dann späterhin. – – – Auf die Frage, wie die andauernde Beschäftigung mit diesen Fragen und dieser Geschichte auszuhalten ist, hat Walter H. Pehle (Lektor von Fischers Schwarzer Reihe) mal gesagt: ‚Mit Tränen nach innen und professioneller Distanz‘. –

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  16. 12. November 2012 17:02

    Die Vernichtungsrede des Großmuftis war nichts überraschendes. Mahmud Abbas sagte etwa, die Gaskammern wurden nie genutzt um Juden zu ermorden. Holocaustleugner Abbas hat damit geprahlt er habe „Kämpfer“ losgeschickt, um während der Intifada israelische Zivilisten zu ermorden.

    In Artikel 19 und 22 der PLO steht: »Die Teilung Palästinas im Jahr 1947 und die Gründung eines Staates Israel sind grundsätzlich null und nichtig … Die Befreiung Palästinas wird den Zionismus und den Imperialismus zerstören.«

    Von PLO-Führer Yasir Arafat stammt: »Friede heißt für uns Zerstörung Israels. Wir stellen uns auf einen totalen Krieg ein, einen Krieg, der Generationen hindurch dauern wird. Seit im Januar 1965 die Al-Fatah geboren wurde, sind wir der gefährlichste Feind Israels geworden … Wir werden nicht ruhen bis zu dem Tag, an dem wir in unsere Heimat zurückkehren und an dem Israel vernichtet ist … «

    Farouk Kaddoumi, Führer der politischen Abteilung der PLO, Interview im Stern, Bundesrepublik Deutschland am 30. Juli 1981: »Ich möchte es eindeutig klarstellen: Wir werden Israel niemals anerkennen, niemals den unrechtmäßigen Besitzer, den Kolonialisten, den Imperialisten akzeptieren … Wir werden Israel niemals erlauben, in Frieden zu leben. Wir werden es niemals sicher sein lassen. Jeder Israeli wird fühlen, daß hinter jeder Mauer ein Guerilla stehen könnte, der auf ihn zielt …«

    Hani al-Hassan, politischer Berater Yasir Arafats, Rede an der Amerikanischen Universität Beirut, An-Nahar, Beirut, 9. Januar 1982: »Die Liquidierung Israels ist eines der Mittel, das wir benutzen, um in der arabischen Welt Einigkeit und Freiheit zu bewirken. Wir wissen, daß die Befreiung ein langfristiges Ziel ist, aber ich bin dabei, es durchzusetzen, daß bis zum Ende dieses Jahres ein demokratischer Palästinenserstaat gegründet wird.«

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    • 12. November 2012 21:59

      Martin Niewendick schreibt bei den Ruhrbaronen zur fortgesetzten Zusammenarbeit von SPD und Fatah:

      „Kritiker führen an, dass es sich bei der Fatah immer noch um eine antizionistische Terrororganisation handele, die die Auslöschung des Staates Israel anstrebe. In ihrer Verfassung von 1964 gibt die Fatah als Ziele die „komplette Befreiung Palästinas“ an, die „Gründung eines unabhängigen demokratischen Staates mit vollständiger Souveränität über die palästinensischen Gebiete und Jerusalem als Hauptstadt“ sowie die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“.

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