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Mohammed Merah und die antizionistische Ideologie

26. März 2012

“Wenn ein Terrorist eine Bombe auf einen israelischen Bus schmeißt, wird er keine Unschuldigen treffen” – Fritz Teich in Jakob Augsteins „Freitagscommunity“

„Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.“ – Sigmar Gabriel, SPD-Vorsitzender

„Ich wollte Rache nehmen für die palästinensischen Kinder“ – Mohammed Merah, Islamist in Toulouse

„Ich erkenne bisher trotz der Brutalität der Tat keine neue Dimension eines Antisemitismus in Europa“ – Wolfgang Benz im „Hamburger Abendblatt“

Treitschke, Achmadienjad und die AntizionistenIm französischen Toulouse hat vor einer Woche der islamistische Terrorist Mohammed Merah in einer jüdischen Schule drei jüdische Kinder und einen jüdischen Lehrer jeweils mit einem aufgesetzten Kopfschuss ermordet. Einem angeschossenen jüdischen Mädchen lief er hinterher, packte es an den Haaren um es mit angelegter Pistole hinzurichten. Zuvor hat der Gotteskrieger muslimische Angehörige der französischen Armee, zwei Fallschirmspringer in Montauban und einen Soldaten in zivil in Toulouse ermordet. Mohammed Merah sagte der französischen Polizei, er wollte Rache für die palästinensischen Kinder und er wollte auch Rache nehmen an der französischen Armee, wegen ihrer Interventionen im Ausland“. Ideologisch hat sich Merah offensichtlich an den islamistischen antizionistischen Terroristen des Nahen Ostens orientiert. In deren Einbildung sind Juden Freiwild, das es abzuschießen gilt und integrierte Muslime, die in westlichen Armeen dienen, gelten ihnen als Verräter. Seine bestialischen Taten, die er nach eigenen Angaben für Allah beging, hat der Antizionist mit einer Kamera gefilmt um sie später der Öffentlichkeit zu präsentieren. Der Mörder von Toulouse hat sich selbst zudem als Al-Qaida-Mitglied bezeichnet. Inwieweit Merah von seinem Umfeld, beispielsweise von seinem Bruder unterstützt wurde, muss die französische Polizei noch ermitteln.

Der eliminatorische Antisemitismus ist seit Jahrzehnten auch in Europa auf dem Vormarsch. In Frankreich wurden Juden ermordet, weil sie Juden waren. Die Abstände der antisemitischen Morde werden immer kürzer. Im Jahr 2006 wurde Ilan Hamili aus Paris von einer Gruppe muslimischer Einwanderer über einen Zeitraum von drei Wochen zu Tode gefoltert. In Dänemark wurden vor einigen Jahren zwei Israelis angeschossen weil sie aus Israel kamen. Wegen Sicherheitsbedenken weigerte sich in Dänemark eine Schule jüdische Kinder anzunehmen. In vielen Ländern Europas werden Synagogen und jüdische Einrichtungen geschändet. Rechtsradikale Antisemiten planten einen Bombenanschlag auf das jüdische Münchner Kulturzentrum. Die Entmenschlichung von Juden, die Verteufelung des Staates Israel wird nicht nur in den islamistischen und dschihadistischen Milieus betrieben, Antisemitismus ist längst in der Mitte der europäischen Gesellschaften angekommen. Die Hemmschwelle gegen den Staat Israel zu hetzen, Juden zu dämonisieren und  Juden zu töten wird kontinuierlich herabsetzt. Mohammed Merah verfügte über eine Ideologie, die ihm eine Richtung gab, die Grundpfeiler seiner Ideologie waren Islamismus und Antizionismus.

Im Jahre 2003 hielten 59 Prozent der Europäer und 65 Prozent der Deutschen laut einer Umfrage der EU Israel für »die größte Gefahr für den Weltfrieden«.  Laut einer Umfrage der BBC aus dem Jahre 2007 positionierten sich 77 Prozent der Deutschen eindeutig negativ gegenüber Israel, das jeden Deutschen und Österreicher allein durch seine Existenz an Auschwitz und Majdanek, Treblinka und Sobibor erinnert. Israel führe einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“, meinten im Jahre 2010 57,3% der Deutschen. So verwundert es nicht, das in Deutschland eine Frau Strafe zahlen muss weil sie öffentlich eine Israelfahne gezeigt hat, dass  in Duisburg unter massiver Polizeigewalt eine Israelfahne aus einer privaten Wohnung entfernt wurde, dass in Hamburg der Film von Claude Lanzmann „Warum Israel“ von „linken“ Antizionisten verhindert wurde, dass in diversen Internetforen täglich gegen den Staat Israel gehetzt wird, dass in Deutschland Boykottaufrufe gegen israelische Waren initiiert werden und der Bau der iranischen Atombombe von deutschen Firmen unterstützt und internationale Maßnahmen dagegen von deutschen Regierungen unterlaufen werden.

Sigmar Gabriels antisemitischer Apartheidvergleich sollte Israel als rassistisches und unmoralisches Regime delegitimieren. Mit seinem Apartheidvergleich ignoriert Gabriel die Sicherheitsabwägungen der israelischen Regierung und den hundertjährigen Terrorismus gegen Juden in Palästina. In Hebron leben 500 Juden und 200.000 arabische Palästinenser, ohne Polizeischutz würden diese 500 Juden keine Woche überleben, was der SPD-Vorsitzende genau wissen dürfte. Sigmar Gabriel sollte sich die Frage stellen warum Palästinenser in Ost-Jerusalem leben dürfen, aber Juden nicht in Hebron. Sigmar Gabriel ist Politprofi genug, hat genügend Berater, er kennt mit Sicherheit die Antisemitismusstudie der Bundesregierung, um kalkulieren zu können was ihm und seiner SPD sein Apartheidvergleich an Wählerstimmen bringen wird.

Die in Israel lebenden Araber sind privilegiert im Gegensatz zu den Arabern in den angrenzenden Nachbarländern. Sie besitzen demokratische Rechte, staatlichen Schutz für körperliche Unversehrtheit, eine Gesundheitsversorgung auf höchstem Niveau, Schulbildung und vieles mehr in der einzigen Demokratie des Nahen Ostens. Homosexuelle, unverheiratete Liebespaare, Araber die den Ausgleich mit den Israelis suchen, die in Frieden mit Israel leben wollen, müssen außerhalb Israels damit rechnen von Hamas, Sittenwächtern und ähnlichen Djihad-Organisationen vom Leben in den Tod befördert zu werden. Dies alles übersehen wohlweislich die fanatischen europäischen Antizionisten, von daher ist ihre Parteinahme für die Palästinenser vermutlich nur eine vorgeschobene „Argumentation“. Mit ihrem Antizionismus  versuchen sie vergeblich ihren Antisemitismus zu verschleiern, die Lebensumstände der Palästinenser dürften sie mehr oder weniger nicht tangieren.

Der islamistische Mörder der jüdischen Kinder in Frankreich, der iranische Präsident, der während er sein Atomprogramm forciert, den jüdischen Staat mit einem Krebsgeschwür vergleicht und der fordert dieses Krebsgeschwür zu entfernen, die zahllosen antizionistischen Deutschen in den Onlineforen des Internets und in den Leserbriefen von der „SZ“ bis zur „Jungen Freiheit“,  die islamistischen Terrororganisationen von der Hamas bis zur Hisbollah und die deutschen Politiker von Hermann Dierkes, Jürgen Möllemann, Norbert Blüm bis Sigmar Gabriel mit ihren antisemitischen Aussagen und Boykottaufrufen gegen den jüdischen Zwergstaat haben in ihrer antizionistischen Ideologie eine menschenverachtende Gemeinsamkeit. Im 19. Jahrhundert entfachte Heinrich von Treitschke den „Berliner Antisemitismusstreit“. Treitschkes Ausspruch „Die Juden sind unser Unglück“ wurde zum geflügelten Wort, das einige Jahrzehnte später im nationalsozialistischen „Stürmer“ wöchentlich abgedruckt wurde. Antizionisten und Antisemiten sind verantwortlich nicht nur für ihre Taten, sondern auch für ihre Worte.  Wie sagte Sartre vor Jahr und Tag in seinen “Überlegungen zur Judenfrage”: “Was der Antisemit wünscht und vorbereitet, ist der Tod des Juden” Den geistigen „Brüdern und Schwestern“ von Mohammed Merah sei also gesagt: Es gibt keinen ehrbaren Antisemitismus.

 

Update 12.11.2012: SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles befürwortet  bei einem Kooperationstreffen mit einem Vertreter der palästinensischen Fatah-Partei eine strategische Zusammenarbeit mit der Fatah, die SPD habe „gemeinsame Werte und Ziele“. In ihrer Verfassung von 1964 gibt die Fatah als Ziele die „komplette Befreiung Palästinas“ an, die „Gründung eines unabhängigen demokratischen Staates mit vollständiger Souveränität über die palästinensischen Gebiete und Jerusalem als Hauptstadt“ sowie die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“.

 

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49 Kommentare leave one →
  1. 26. März 2012 21:32

    Während der Belagerung seiner Wohnung soll Mohamed Merah den Polizisten gesagt haben, er bedaure nicht mehr Kinder getötet zu haben.

    Das Motiv für die Morde in der jüdischen Schule war einzig und allein, dass die Opfer Juden waren. Die Reaktion der EU-„Außenministerin“ Catherine Ashton auf diese Morde war beschämend. Sie verwies darauf, dass auch in Gaza Kinder getötet werden.

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  2. 26. März 2012 22:54

    In der ARD soeben gesehen: Propaganda, Hass, Mord -Die Geschichte des rechten Terrors:

    Elf Morde der Zwickauer Neonazi-Zelle – der Aufschrei ist schnell verklungen, die Gesellschaft längst wieder im Alltag angekommen. Doch wie konnte es so weit kommen?
    Die Dokumentation rekonstruiert, wie die Blutspur des neonazistischen Terrors vor mehr als 30 Jahren gelegt wurde. September 1980: Auf dem Oktoberfest explodiert eine Bombe. Die Bilanz: 13 Tote, 200 Schwerverletzte. Der Täter stammt aus der „Wehrsportgruppe Hoffmann“, einer Schmiede von Rechtsterroristen. Ein Einzeltäter? Bis heute gibt es Zweifel. Dezember 1980: Das jüdische Verlegerpaar Lewi wird kaltblütig erschossen, der erste antisemitische Mord seit Kriegsende. Wenige Tage zuvor sind in Hamburg zwei Vietnamesen bei einem Brandanschlag umgekommen. Spuren – keine Beweise – führen zu Manfred Roeder, einem Terroristen und Ausschwitzleugner. Das Jahr 1980 ist ein Dammbruch – es gibt weitere rechtsextremistisch motivierte Morde, z.T. aus dem Untergrund. Terror von rechts!

    Ich sehe große parallelen zwischen den rechtsradikalen Terror und dem islamitischen, antizionistischen Terror. Nach den Morden von Mölln und Solingen sagte der damalige Bundespräsident auf der zentralen Trauerfeier am 3. Juni 1993: „Die Morde von Mölln und Solingen sind nicht unzusammenhängende, vereinzelte Untaten. Sondern sie entstammen einem rechtsextremistisch erzeugten Klima. Auch Einzeltäter kommen hier nicht aus dem Nichts. Rechtsextreme Gewalt, so gedankenarm sie auch wirkt, ist doch politisch motiviert. Sie hat zugenommen“

    Die Morde von Toulouse sind nicht unzusammenhängende, vereinzelte Untaten. Sondern sie entstammen einem antizionistisch erzeugten Klima.

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    • 27. März 2012 08:47

      So ist es wohl. Derartige Morde entstammen immer einem „Schuld“-Klima, da Menschen Schuldige brauchen, die sie verurteilen können. Zur Not wird in der Not eine Schuld konstruiert, so abwegig sie auch sei, denn Schuld verbindet und macht stark. Was nun die Attentäter betrifft, existiert ein Rechtssystem, welches verhindert, dass in Sippenhaft genommen werden kann – ein hoher Wert eines Rechtssystems, aber leider auch ein gewisser Schutz für die geistigen Brandstifter. Denen ihren Einfluss zu nehmen, ist Aufgabe jedes Einzelnen durch Aufdeckung und Gegenargumentation.

      Im Allgemeinen entstammen derartige Täter übrigens einem Klima aus Neid und Angst. Das macht es so irrational. Gerade ein „typischer Rechter“ wendet sich nicht ausschließlich gegen Juden – er wendet sich gegen alle, die „nicht von seiner Art“ sind, weil er sich bedroht fühlt, sie nicht versteht, er nur in seinem kleinen Weltausschnitt überlebensfähig ist. Das macht diese Menschen, die sich instrumentalisieren oder sich lassen so gefährlich – für jeden.

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    • 27. März 2012 23:11

      Die Sendung „Propaganda, Hass, Mord“ wird in EinsExtra am 29.03.2012 um 20:15 Uhr, am 08.04.2012 um 04:05 Uhr und am 25.04.2012 um 21:00 Uhr in PHOENIX wiederholt

      Sehr empfehlenswert. Ich habe einige Dinge aus diesen 30 Jahren fast vergessen, auch das dumme Gesicht von Gerold Tandler. Rechtsradikaler Terror und antizionistischer Terror, rechtsradikale Ideologie und antizionistische Ideologie ist kompatibel, bzw. austauschbar. New York, Madrid, London, Toulouse, Entebbe, München, Solingen, Mölln, Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, Paris …..

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  3. 27. März 2012 02:16

    Ich war den heutigen/gestrigen Montag in Burgsteinfurt. Sonniges Vorostern. Ich habe dort fast neun Jahre gelebt und in der wunderbaren Stadtbibliothek wohl alle Geschichtsbücher dieses „Gedichts im westfälischen Tieflandbusen“ gelesen (so der erste antisemitische Tourismusbuchschreiber 1903, der Gymnasialprofessor und Stadtarchivar Karl Döhmann). Über Steinfurt hatte ich mal eine Seite im Netz, steinfurt-in-bild-und-text.de, fünf Jahre lang, mit tausenden Bildern dieser schönen Stadt, und bösen Texten, die die Filialen der MZ und der WN nicht interessierten.
    Heute habe ich wieder den alten Jüdischen Friedhof an der Großen Allee in den Bagno hinein fotographiert, der Neue Jüdische Friedhof liegt in der Stadt abgeschlossen gegenüber dem evangelischen, wo übrigens die Familie der Tabakdynastie liegt, die Rothmans den Namen gegeben hat. Der neue Jüdische Friedhof sieht aus wie ein jüdischer Friedhof, aber es gibt keine Juden mehr in Burgsteinfurt.
    Ich fotographierte auch das Mahnmal für die alte Synagoge, im Rücken der Hohen Schule gelegen, der ersten Universität Westfalens, heute VHS, durch Graf Arnold gegründet, der dem Arnoldinum seinen Namen gab, auf dem mein Sohn heute was lernen soll. Die Synagoge wurde planmäßig im November 38 zerstört, allerdings erst am 11. November, weil die braunen Genossen hier etwas langsam drauf waren, dafür dann aber sehr brutal. – Man lebte dann weiter, und man kannte die Täter bis an ihr Lebensende, aber sie lebten so dahin in ihrer westfälisch-deutschen wunderschönen Umgegend. Jeder kann das lesen, in der höchsteigenen Bibliothek, und jeder, der nur aufmerksam wenige Zeit am Orte gelebt hat, weiß das. Alles. –
    So war das, kann einer sagen; so ist das noch, kann wissen, wer oben nachliest. Und in wirklichen Geschichtsbüchern und Archivalien. Es ist heute. Es ist noch Steinzeit.

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  4. 27. März 2012 09:00

    “Ich erkenne bisher trotz der Brutalität der Tat keine neue Dimension eines Antisemitismus in Europa“ – Wolfgang Benz im “Hamburger Abendblatt”

    Diesem Zitat kann man sich übrigens anschließen und exakt das ist eben auch die Problematik, denn die Übergriffe jeglicher Art zeigen eine europäische Kontinuität. Das ist auch in einigen Kommentaren hier eigentlich belegt. Es existiert über viele Jahre ein scheinbar nicht auszutrocknender brauner Sumpf, eine Ideologie, die immer wieder Eskalation schafft, entweder gegen Juden, gegen Migranten und alle, die nicht so sind wie sie. Ich denke, Benz hat Recht. Würde man den Europäischen Antisemitismus physikalisch-mathematisch begreifen, ihn in einer Art „Gewicht“ unabhängig vom Einsatz desselben definieren, wäre das entstehende Gesamtgewicht vermutlich über den gesamten Zeitraum gleich und das kann man nicht positiv sehen. Somit hat diese Aussage auch keinesfalls etwas Beruhigendes.

    Ich möchte übrigens davor warnen, sich in Bezug auf den braunen Terror nur auf potentielle Opfer jüdischen Glaubens zu fokussieren, bzw. auf diese Gegnerschaft. Ich halte es für zwingend erforderlich, immer wieder zu betonen, dass diese Menschen unser aller Gegner sind und zwar uneingeschränkt. Die Isolation der Gegnerschaft auf „Rechte vs. Juden“ verschafft kruden Gedanken wie „Aber gegen die Anderen haben sie ja nichts…“ im schlimmsten und einer „Egalstimmung im Sinne von – geht mich nichts an“ im „harmlosesten“ Fall. Extrem Rechte sind generell Gegner dessen, was wir als Zivilisation begreifen und ein Angriff dieser Menschen gegen wen auch immer, ist stets ein Angriff gegen die gesamte Zivilgesellschaft.

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    • 27. März 2012 10:38

      „Ich möchte übrigens davor warnen, sich in Bezug auf den braunen Terror nur auf potentielle Opfer jüdischen Glaubens zu fokussieren, bzw. auf diese Gegnerschaft.“

      Da stimme ich dir ausdrücklich zu. Ich sehe große Parallelen im rechtsradikalen Terror, von der Wehrsportgruppe Hoffmann bis zur NSU, sowie den islamistischen Anschlägen der letzten Zeit. Am 19. Dezember 1980 hat ein Mitglied der Wehrsportgruppe Hoffmann den jüdischen Verleger Shlomo Levin und seine Lebensgefährtin erschossen. Der Bombenanschlag auf das Münchner Oktoberfest, ebenfalls von einem Mitglied der WSG Hoffmann verübt ist strukturell vergleichbar mit den islamistischen Anschlägen unserer Zeit. Gerold Tandler der damalige bayerische Innenminister weigerte sich strikt die WSG Hoffmann zu verbieten. Wie damals und heute rechtsextremer Terror von staatlichen Stellen verharmlost wird und vermutlich sogar gedeckt wurde, so verharmlosen heute europäische Antizionisten den islamistischen Terror.

      Wenn man sich die tägliche Hetze gegen Juden und den Staat Israel in den letzten zwanzig Jahren in Deutschlands Medien ansieht, wenn man sich die Reden von Jürgen Möllemann bis nun Sigmar Gabriel anhört, wenn man sich die entsprechenden Umfragen zu Gemüte führt, dann würde ich schon von einer neuen Dimension des Antisemitismus reden.

      Für Wolfgang Benz war der Mord an den jüdischen Kindern in Frankreich nicht unbedingt antisemitisch motiviert, „es könnte auch Zufall gewesen sein“, so Benz. Der Antisemitismusforscher ignoriert offenbar Merahs Ausage, dass er die palästinensischen Kinder rächen wollte. Für Benz war übrigens auch Heinrich von Treitschke (Die Juden sind unser Unglück) kein Antisemit.

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  5. 27. März 2012 10:46

    Vor zehn Jahren, am 11. September 2001, änderte sich in New York und Washington D.C. durch ein ungeheuerliches Ereignis die Geschichte des Westens, des Islam und des internationalen Terrorismus. Es war auch ein Wendepunkt in der Eskalation des gegenwärtigen Antisemitismus – insbesondere in seiner jihadistischen Variante. Für die Täter war es ein gewaltiger Durchbruch in ihrem selbsterklärten „Krieg der Zivilisationen“, mit dem sie die (eingebildete) Verschwörung der „Kreuzfahrer und Zionisten“ gegen den Islam überwinden und komplett besiegen wollen. Sie zeigten auf die mörderischste Art und Weise, dass sie Willens sind, sich selbst zu töten, wenn sie damit den symbolischen Zentren der amerikanischen finanziellen und militärischen Macht, dem World Trade Center und dem Pentagon, einen gewaltigen Schlag versetzen können.

    Sie bekannten sich öffentlich dazu, ihre blutige Tat im Namen Allahs, seines Propheten und des heiligen Koran verübt zu haben. Viele in der islamischen Welt, nicht zuletzt in den Gebieten der Palästinensischen Autonomiebehörde, waren begeistert. Die Wochenzeitung der Hamas AI-Risala aus Gaza schrieb am 13. September 2001 schamlos: „Allah hat unsere Gebete erhört“. Die treibenden Kräfte für das Verbrechen von 9/11 waren in Teilen Antisemitismus wie auch Antiamerikanismus und antiwestliche Ideologie. Nach dem führenden ägyptischen Kopf der Anschläge, Mohammed Atta (der in Hamburg ausgebildet wurde), war der Angriff nicht nur gegen den „ungläubigen“ Westen, vielmehr gegen „die Juden“ gerichtet, die dieser Vorstellungswelt zufolge weiterhin die Wall Street, das internationale Finanzwesen, die weltweiten Medien, das Weiße Haus und die amerikanische Politik kontrollierten. Atta glaubte (im Einklang mit vielen anderen Jihadisten), die Juden wären die wahre Quelle allen Übels. Sie seien verantwortlich für den ersten von Amerika gegen Saddam Hussein geführten Golfkrieg von 1990/91, für die Balkankriege, für den Angriff Russlands auf die Muslime in Tschetschenien und die angebliche weltweite Kampagne zur Unterwerfung des Islam. Nicht nur das, Mohammed Atta, der asketische junge Architekturstudent, der damals in Hamburg lebte, glaubte inbrünstig daran, dass die Juden versucht hätten die ursprüngliche Architektur, das historische Erbe und den islamischen Glauben seines Heimatlandes Ägypten auszulöschen. Nach verlässlichen Zeugenaussagen war es das Ziel von Atta, einen theokratischen muslimischen Staat vom Nil bis zum Euphrat zu gründen, der von jeder „jüdischen“ Präsenz „befreit“ wäre. Gemeinsam mit seinen jihadistischen Kollaborateuren in Deutschland (fast all waren Saudis) war er davon überzeugt, der neue Jihad müsse in New York als dem „Zentrum des Weltjudentums“ und dem Herzen des von „Juden kontrollierten“ internationalen Finanzsystems zuschlagen – eines Systems, das zehn Jahre später (freilich aus ganz anderen Gründen) eine große ökonomische Krise erlebt. [..]

    Aus dem Nachwort des Buches „Muslimischer Antisemitismus“ – Eine aktuelle Gefahr von Robert S. Wistrich (Dez. 2011)

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  6. 27. März 2012 16:38

    Antisemitismus – eine weltweite Herausforderung
    von meinem Facebookfreund Martin Kloke, übrigens Konkretautor (Auszug)

    […] Gewiss hat es in den Folgejahren immer wieder gutgemeinte Versuche gegeben, den antizionistisch-antisemitischen Furor einzudämmen und im deutsch-jüdischen Verhältnis ein neues Kapitel aufzuschlagen. Die deutsch-israelischen Beziehungen haben sich über die Jahre glänzend entwickelt. Diese Erfolge dürfen nicht heruntergeredet werden – und brauchen den europäischen Vergleich nicht zu scheuen. Dennoch zirkulieren bis heute unter Angehörigen aller sozialen und kulturellen Milieus antisemitische Ressentiments; sie richten sich vor allem gegen die Existenz Israels – oftmals nur notdürftig camoufliert mit „israelkritischen“ Argumentationsfiguren zur Siedlungs- und Besatzungspolitik. Wer sich auf der Facebook-Seite des CDU-Politikers Ruprecht Polenz umsieht, dem Vorsitzenden des außenpolitischen Bundestagsausschusses, bekommt dort zahlreiche Anschauungsbeispiele. Inzwischen will auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel nicht länger schweigen: Auf seiner Facebook-Seite bezeichnete er die israelische Besatzungspolitik in Hebron als ein „Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt“ – und löste im Internet einen gewaltigen Shitstorm aus. Noch extremer und weiter verbreitet sind derartige Ressentiments innerhalb der Linkspartei und ihren Vorfeldorganisationen. Erinnert sei an die kruden Boykottaufrufe des Bremer Friedensforums, aber auch an die antisemitisch grundierten Aktivitäten der Duisburger Linkspartei. Unter ihrem Vorsitzenden Hermann Dierkes schürt die Duisburger Linke immer wieder Hassparolen, die eine frappierende Nähe zu rechtsextremen und islamistischen Formen der Judenfeindschaft aufweisen – so letztes Jahr, als auf der Homepage der Duisburger Linkspartei der Davidstern mit dem Hakenkreuz gleichgesetzt, der Staat Israel als Hort zionistischer Weltverschwörung gegeißelt und schließlich auch der Holocaust geleugnet wurde.

    Haben wir uns in Deutschland und Europa daran gewöhnt, dass Antisemitismus wieder zur Alltagskultur gehört? Ist es „normal“, wenn sich der französische Botschafter in London am Rande einer Party über „that shitty little country Israel“ mokiert? Ist es belanglos, wenn der ehemalige Bürgermeister von London, Ken Livingstone, einen investigativen jüdischen Journalisten als „KZ-Aufseher“ beschimpft. Ist es mehr zum Lachen oder zum Weinen, wenn eine britische Labour-Abgeordnete (Clare Short) behauptet, Israel untergrabe mit seiner Politik die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft gegen die globale Erwärmung, da der ungelöste Nahostkonflikt die Welt von den wahren Problemen ablenke? Was bedeutet es, wenn die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton die bei dem Anschlag auf eine jüdische Schule in Toulouse ermordeten Kinder reflexartig in einen Zusammenhang bringt mit Kindern, die im Gazastreifen ums Leben kommen?

    In der schwedischen Tageszeitung Aftonbladet wurden Gerüchte wiedergegeben, die wie eine Fortsetzung jahrhundertealter antijüdischer Hetze klingen: Israelische Soldaten würden Jagd auf Palästinenser machen, um ihnen anschließend Organe zu entnehmen – die Zeitung berichtete darüber, als ob es sich um Fakten handelte. Obwohl es für diese Vorwürfe keine Beweise gibt, weigert sich die schwedische Regierung, ihr Bedauern für diese Art von Berichterstattung auszudrücken. Ihr Schweigen begründen die Schweden mit den hehren Prinzipien der Meinungs- und Pressefreiheit. D. h., im Falle Israels wird die Unschuldsvermutung außer Kraft gesetzt. 2006 war das im Falle der umstrittenen Mohammed-Karikaturen noch anders gewesen – damals hatte das schwedische Außenministerium deren Veröffentlichung verurteilt.

    Einmal mehr scheint sich zu bestätigen, was der Sozialphilosoph Theodor W. Adorno vor gut 60 Jahren bilanzieren sollte: „Antisemitismus ist das Gerücht über die Juden.” In unserem Jahrhundert erleben wir eine explosive Zunahme von Verschwörungstheorien. Vor allem im Internet kursieren massenhaft Gerüchte über jüdische Drahtzieher einer gigantischen Menschheitsverschwörung. Für jedes Übel auf dieser Welt gibt es einen Sündenbock – der jahrtausende alte Mechanismus funktioniert noch immer, mit einer Art „Angstlust“ im Gefolge.

    Seit dem 11. September 2001 verspürt auch die Antiglobalisierungsbewegung Auftrieb: Attac hat die antiimperialistischen Argumentationsmuster der europäischen Linken „modernisiert“ und popularisiert. Innerhalb und außerhalb von Attac und der Occupy-Bewegung nehmen einige Aktivisten Israel bzw. „die Juden“ als die Verkörperung abstrakter (umhervagabundierender) Kapitalflüsse wahr – und machen sie für zunehmende soziale Verwerfungen verantwortlich, die der Globalisierung der Weltwirtschaft angelastet werden. Auch die „Heuschrecken“-Metapher ist in diesem Zusammenhang populär – sie knüpft an tradierte antisemitische Denk- und Gefühlsmuster an und suggeriert, man könne zwischen dem guten „schaffenden“ und dem bösen „raffenden“ Kapital unterscheiden. So ist es nicht verwunderlich, dass einige Globalisierungskritiker der Versuchung erliegen, komplexe weltwirtschaftliche Zusammenhänge auf ein verschwörerisches Komplott dunkler Mächte zurückzuführen. Der personalisierende Schritt zum antijüdischen Ressentiment ist von hieraus nicht weit. Rechtsextremisten und Islamisten nehmen Signale dieser Art mit Genugtuung auf. Immerhin tobt in den Anti-Globalisierungsinitiativen ein heftiger Konflikt um die Schnittmengen von Israelkritik und Antisemitismus; die Auseinandersetzung wird vor allem in Internet-Foren ausgetragen. Es wird sich in Zeiten der globalen Finanzkrise noch zeigen, ob unsere postsäkularen Gesellschaften aus den quälenden Selbstverständigungsdebatten der Vergangenheit etwas anderes gelernt haben als sich in altneuen Sündenböck-Vorstellungen zu verlieren.

    „Die Juden sind unser Unglück!” Das war die Überzeugung des nationalliberalen Historikers Heinrich von Treitschke im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. „Der Staat Israel ist das Problem!” Das hören und lesen wir heute – von jenen Erben Treitschkes, die ihr Heil im politischen Antizionismus suchen. Seit einigen Jahren rufen akademische Einrichtungen und Einzelgewerkschaften zum Israel-Boykott auf – insbesondere in England und in Skandinavien. In Deutschland sind es kleine globalisierungskritische und kirchliche Initiativen, die den Boykott Israels herbeisehnen. Woher rührt das Faszinosum eines Boykotts gegen die Wirtschaft des jüdischen Staates – bei Menschen, die die Nazi-Parole „Deutsche wehrt Euch, kauft nicht bei Juden“ mindestens aus dem Geschichtsunterricht kennen müssten? […]

    http://www.hagalil.com/archiv/2012/03/26/antisemitismus-13/#more-25457

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  7. 27. März 2012 18:26

    Der Antisemit trägt eine barbarisch-gefärbte Brille, er misst Israels Taten und Worte mit kleinerem Zollstock, um das Gemessene riesenhafter wirken zu lassen, die Messlatte legt er für Juden unüberspringbar höher und arbeitet, bewusst oder unbewusst, am Tod der Juden, sei`s durch zynische Berichterstattung mit der er seinen antisemistischen Denkungsdreck zu verbreiten sucht, sei`s durch eine Beteiligung an „Gaza-Hilfsflotten“ oder Qassam-Beschuss. Die Variationen zur Auslebung von Antisemitismus sind mannigfaltig!

    lg LL

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    • 28. März 2012 11:41

      Ein gutes Beispiel (unter tausenden) wie die Mainstream-Medien bei der Israelberichterstattung funktionieren.

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  8. Carmen permalink
    28. März 2012 12:55

    Wie so viele Menschen, die über die Domplatte vor dem Kölner Dom gegangen sind, ob Kölner, Durchreisende oder Touristen, kenne ich natürlich seit Jahren die „Klagemauer“ des Walter Josef Hermann. An Latten angebrachte Schnüre, auf denen Pappkartons durchweg mit anti-israelischen Aussagen hängen…

    Dagegen habe ich, wie andere auch, mich des bürgerlichen Mittels eines Appells an die politisch Verantwortlichen bedient. Ich schrieb an den Justizminister im Lande Nordrhein Westfalen, Minister Thomas Kutschaty. Es erschien mir nicht nachvollziehbar, dass die Staatsanwaltschaft Köln eine vorherige Anzeige wegen Verdachts der Volksverhetzung abgewiesen hat. Auch die Generalstaatsanwältin in Köln, Frau Stammer, hatte eine Beschwerde in dieser Angelegenheit zurückgewiesen. Da ich beides, gelinde gesagt, fragwürdig fand, habe ich eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei Justizminister Kutschaty eingereicht.

    Was folgte, war ein trauriges Beispiel für die Dickfelligkeit der deutschen Exekutive. Die politische Führung die sie beaufsichtigen soll, deckt sie letztlich nur. Sie ist auch ein Beispiel dafür das hier ein Bäumchen – wechsel – Dich Spiel betrieben wird, zur Vermeidung von Eigenverantwortung. Der Minister lässt den befangenen Oberstaatsanwalt in einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen denselben selbst entscheiden und lässt dann dessen Worte durch wiederum anderen Beamte wiederholen. Da bekommt der Begriff Selbstjustiz eine ganz neue Bedeutung.

    Weshalb ich jetzt auf diese Korrespondenz zurückkomme?

    Weil Mohammed Merah, der Mörder von Toulouse, als Erklärung für seine Tat angab, er habe Rache für die Verbrechen an den Kindern von Gaza nehmen wollen.

    Wie lange wird es dauern, bis irgendjemand sich durch die Karikatur eines Kindes angeregt, wie Mohammed Merah auf den Weg machen wird? Das Kind wird ausdrücklich mit dem Wort Gaza assoziiert und von einem Juden mit Messer und Gabel geschlachtet. Ich fürchte, nicht lange. Wie unsicher man in diesem Land sein muss, zeigen nicht nur die Morde der NSU. Das zeigen auch die über 180 Opfer rassistischer Morde der letzten zwei Jahrzehnte.

    Verantwortlich dafür sind die Politiker. Und wenn jemand Mohammed Merah nacheifern wird, werden die Staatsanwälte bei der Kölner Staatsanwaltschaft, Generalstaatsanwaltschaft und der Justizminister ihren Teil der Verantwortung zu tragen haben.

    Von Peter Finkelgruen

    http://www.hagalil.com/archiv/2012/03/28/koeln-5/

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  9. Ignaz W. permalink
    31. März 2012 09:30

    Martina Meister bringt es im „Freitag“ fertig über das Attentat von Mohammed Merah zu schreiben ohne das Wort Antisemitismus zu gebrauchen. Sie schreibt: „Mit dem Attentat von Toulouse hat niemand gerechnet. Die französische Politik allerdings ist seit Langem islamfeindlich.“

    WIe wäre es den moslemischen Antisemitismus in Europa/Frankreich zu thematisieren, Frau Meister?

    http://www.freitag.de/politik/1213-ziemlich-beste-feinde

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    • amico permalink
      31. März 2012 10:06

      Und warum sind Islamophobie und Antisemitismus nun keine Zwillinge? Deswegen: Wenn in Frankreich ein Moslem jüdische Kinder tötet, wird der Islam von europäischen Politikern in Schutz genommen und die EU-„Außenministerin“ erinnert an die Verbrechen der Juden in Palästina.

      http://boess.welt.de/2012/03/24/islamophober-anschlag-in-toulouse/

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    • 31. März 2012 11:35

      @Ignaz W.

      Nach langer Zeit habe ich mal wieder einen Artikel des „Freitags“ gelesen. An meinem Urteil an Jakob Augstein und seiner Postille hat sich nach diesem dummen Pamphlet nichts geändert. Muslimischer Antisemitismus wird in diesen Kreisen tabuisiert, man ängstigt sich vor diesem Thema und ignoriert den offenkundigen Antisemitismus von Mohammed Merah, vermutlich aus dem einfachen Grund weil ihr eigener Antizionismus ein verbindendes Element darstellt. Für mich ist sekundär ob nun Mohammend Merah Moslem, Christ oder Buddhist gewesen ist, entscheidend für den Mord an den jüdischen Kindern war sein Antisemitismus und sein Antizionismus, was im Grunde das selbe ist.

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  10. Amon permalink
    4. April 2012 09:56

    Juden fliehen nach Israel

    100 000 französische Juden leben in Israel, ihre Zahl wächst ständig. Jedes Jahr wandern 2500 Juden aus Frankreich ein – ein Motiv ist der zunehmende Antisemitismus in ihrer Heimat. Der Terrorangriff in Toulouse droht eine neue Einwanderungswelle auszulösen.

    Schon jetzt komme es jedes Jahr zu „Hunderten antisemitischen Zwischenfällen“, hauptsächlich vonseiten arabischer Einwanderer, sagt Avi Zana, Direktor von „Ami“, einer Hilfsorganisation für frankophone Neuankömmlinge: „Das löst großen Druck aus.“ Der Tel Aviver Immobilienmakler Jitzchak Touitou bestätigt diesen Trend: „Rund ein Drittel meiner Kunden sind Juden aus Frankreich.“ Ben Simon schätzt, dass „fast jeder zweite französische Jude einen Wohnsitz in Israel unterhält. Es ist eine Art Versicherungspolice, falls die Lage in Frankreich noch schlimmer wird.“

    http://nachrichten.rp-online.de/politik/juden-fliehen-nach-israel-1.2760986

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    • 4. April 2012 12:36

      Israel ist der Staat in dem die verfolgten Juden dieser Welt ihre Zuflucht finden können. Deshalb versuchen die Antisemiten dieser Welt den Staat Israel zu delegitimieren und letztendlich zu vernichten. Der Antisemit, sagt Sartre, will den Tod des Juden. Der arabische Antisemit will ihn hier und jetzt. Die Liquidierung Israels stand auf dem Programm der PLO, sie steht auf dem Programm des Irans, der Hamas, des Dschihad und der Hisbollah.

      „So schwer es dem Freund des Friedens fallen mag, das zu begreifen: Israel führt nicht Krieg, wie die Deutschen ihre Kriege geführt haben und führen, nicht um Raum für ihr Volk ohne Raum, um den Zugriff auf Rohstoffe oder um weltpolitische Bedeutung. Israel führt Krieg, um den Juden, die der Hass der Völker nach Palästina getrieben hat, endlich ein Leben in Sicherheit zu bieten. Die Juden versuchen nicht, andere unter ihre Herrschaft zu zwingen oder zu ihrem Gott zu bekehren. Sie versuchen, sich zu retten. Ob ihre Regierung das immer auf die vernünftigste Weise tut, mag bezweifelt werden. Welche Regierung täte das?“ (Gremliza -Konkret 08/06)

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  11. 4. April 2012 12:11

    “Wenn ein Terrorist eine Bombe auf einen israelischen Bus schmeißt, wird er keine Unschuldigen treffen”

    Das ist Volksverhetzung!

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    • 4. April 2012 16:14

      @Heinrich

      Solcherlei Äußerungen waren keine Ausnahme in dieser „ehrenwerten“ Community. Sie haben natürlich Recht, § 130 StGB hätte bei vielen dieser antisemitischen Äußerungen zur Anwendung gebracht werden können. Für kurze Zeit habe ich mir überlegt in dieser Richtung tätig zu werden, dann aber wieder wegen der letztendlichen Sinnlosigkeit davon Abstand genommen. Mit Paragraphen kann man den Judenhass dieser Leute nicht abmildern. Es sind außerdem viel zu viele und der „Freitag“ ist natürlich nicht die einzige Zeitung mit antizionistischen Ansichten, siehe die Publikationen von der „Jungen Welt“ bis zur „Jungen Freiheit“.

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  12. 5. April 2012 12:34

    Floris Biskamp in „Nichts als Beileid“:

    „Die Abwehrmechanismen nichtmuslimischer und muslimischer Konservativer in Deutschland gleichen sich in erstaunlichem Maße. Wenn Neonazis morden, zeigen sich konservative Parteien betroffen, eine Verbindung der Taten mit alltäglichem Rassismus, deutschem Nationalismus und den eigenen politischen Kampagnen, die diese Ideologien bestätigen, möchte man aber nicht erkennen. Wenn islamistische Terroristen morden, reagieren die konservativen islamischen Dachverbände ganz ähnlich: Man zeigt sich entsetzt über die Taten, verurteilt die Täter und kondoliert den Opfern, aber nur um im nächsten Atemzug zu betonen, das Morden habe mit dem Islam rein gar nichts zu tun.“
    ….

    Am Ende des Artikels verweist der Autor positiv auf den bereits hier besprochenen Muhammad Sameer Murtaza

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    • 5. April 2012 14:16

      Äpfel mit Birnen vergleichen – da haben wir es wieder. Natürlich ist diese Wertung naheliegend, richtiger wird sie dadurch nicht. Während deutsche Konservative eine Politik vertreten, die Vorurteile befeuert, um sich „rechtschaffene“ Wählerstimmen zu verschaffen, tun dies auf der anderen Seite islamistische Fundamentalisten, aber eben nicht der Islam als Religion. So fair sollte man sein, dass anzuerkennen, will man nicht – und da schließt sich der Kreis – einer konservativ geprägten Islam- oder Fremden-Angst das Wort reden. Gerade du – Fidelche – als „Struktur-Forscher“ solltest das erkennen. Im Übrigen haben sich der Dachverband und der Zentralrat gegenseitig kondoliert. Auch diese Information gehört dazu. Wichtig wäre, festzustellen – von allen Seiten – dass es trotz aller unterschiedlicher Weltanschauungen keine Rechtfertigung dafür gibt, zu morden oder auf eine andere Art gewalttätig zu agieren. Der Islam hat direkt, wie auch das Christentum oder der jüdische Glaube nichts mit Morden zu tun – es sind stets die, die Religionen oder Weltanschauungen für ihre Zwecke instrumentalisieren. Dies auszuklammern, hilft niemandem weiter. Aber das erwähnte ich, glaube ich, bereits.

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    • 5. April 2012 14:53

      Ich bin mir jetzt nicht sicher ob du den ganzen Artikel gelesen hast. Als noch nicht klar war dass es sich um eine islamistische, antisemitische Tat handelte, kritisieren einige Dachverbände Rassismus sowie Islamfeindlichkeit.

      „Der ZMD brachte es sogar fertig, eine Kehrtwendung zu vollziehen und innerhalb weniger Stunden von der routinierten Verurteilung von Rassismus und Islamfeindlichkeit zur ebenso routinierten Verleugnung jeglicher Zusammenhänge von Tat, Ideologie und Kontext überzugehen.“

      „Murtaza thematisiert genau das, was die Verbände sonst lieber verschweigen: Dass islamistische Attentäter nicht einfach voluntaristisch »im Namen des Islam« morden und die Religion für ihre politischen Zwecke »missbrauchen«, sondern an bedeutende islamische Strömungen anknüpfen; dass ihre Ideologien und Feindbilder sich nicht in völliger Isolation vom muslimischen Mainstream entwickeln, sondern eine extreme Form von unter Muslimen verbreiteten und in Moscheegemeinden teils geförderten Haltungen sind; und dass der Islam keine reflexartigen Abwehrerklärungen, sondern Selbstreflexion, innere Debatte und Reformen braucht.“

      Rechtsradikalismus hat der fremdenfeindlichen Politik von konservativen Parteien zu tun und Islamismus hat etwas mit dem Islam zu tun, das liegt für mich auf der Hand. Der von dir verlinkte Muhammad Sameer Murtaza hat die Probleme erkannt und schreibt dagegen an, was ich gut finde.

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      • 5. April 2012 15:04

        Ich meinte nicht Rechtsradikalismus, sondern rechtsradikaler Terror, also Mölln, Hoyerswerda usw.

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        • KarinL. permalink
          5. April 2012 23:40

          Die Deutschen sowie die Menschen jüdischen Glaubens und alle anderen, die Krieg erlebt haben, leiden immer noch nach Generationen unter einem gewaltigen Trauma. Einer wahren Massenpsychose. Davor haben schon immer Psychologen gewarnt. Und auch, dass dieses für Herrschaft und Macht, Unterdrückung (Schuldgefühle) mißbraucht wird. Deswegen wird es endlich Zeit mit Kriegen und Hetze egal gegen wen aufzuhören!!

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      • 5. April 2012 16:28

        Ich habe den Artikel gelesen, halte ihn aber für eine „Meinung“. Auch ist in ihm eine Menge Interpretation enthalten. Was den Aufsatz beim ZMD betrifft, widerspricht er sich sogar, denn würden die Verbände es gern verschweigen, hätten sie diesen Aufsatz nicht publiziert – schließlich ist er genau auf islam.de zu lesen. Die Meinungsäußerung folgt eher dem Ziel, möglichst Haare in der Suppe zu finden, um Vorurteile aufrecht erhalten zu können. Das tut er zwar nicht auf aggressive Art, aber auffällig ist es schon. Zudem – was Kehrtwenden aufgrund aktueller Ereignisse betrifft – ist der ZMD nun wirklich kein Einzelfall, denn es handelt sich um ein ganz normales Vorgehen. Ändert sich eine Sachlage, muss und darf man sie auch neu bewerten. Islamismus hat erst einmal was mit Machtpolitik zu tun und mit sonst nüscht. Ich will hier keine Verteidigungsreden für den Islam halten – das liegt mir fern. Nur ist mir diese Sicht eben auch ein Stück zu einfach gestrickt.

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  13. 31. August 2012 11:30

    Mitten in Berlin wird ein Rabbiner von Jugendlichen verprügelt und beleidigt. Der kleinen Tochter des Mannes drohen die vermutlich arabischstämmigen Täter mit dem Tod. Der Angriff schockiert die Öffentlichkeit – jetzt wird nach Gründen für die antisemitische Attacke gesucht, meldet NTV.

    Die Attacke löst Besorgnis aus, sorgt sich N-TV.

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  14. 12. November 2012 14:13

    Nach dem Apartheidvergleich Sigmar Gabriels macht nun seine Generalsekretärin von sich reden. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles befürwortet eine strategische Zusammenarbeit mit der Fatah bei einem Kooperationstreffen mit einem Vertreter der palästinensischen Fatah-Partei. Die SPD habe „gemeinsame Werte und Ziele“. In ihrer Verfassung von 1964 gibt die Fatah als Ziele die „komplette Befreiung Palästinas“ an, die „Gründung eines unabhängigen demokratischen Staates mit vollständiger Souveränität über die palästinensischen Gebiete und Jerusalem als Hauptstadt“ sowie die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“.

    Nicht nur der ZdJ-Vorsitzende Dieter Graumann ist entsetzt über diese Zusammenarbeit.

    http://www.ruhrbarone.de/kritik-an-spd-nach-fatah-treffen/

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    • 12. November 2012 21:44

      Martin Niewendick stellt richtig fest: „…Wenn sich in der Linkspartei auch nur der allerletzte Hinterbänkler antisemitisch äußert, wird auch sofort – unwidersprochen – die gesamte Partei an den Pranger gestellt. Da regt sich niemand auf.“

      Ich finde da ist was dran, obwohl sich dort nicht nur Hinterbänkler antisemitisch äußern. Die unwählbare SPD noch unwählbarer geworden. Darum wählt den Breitenberger.

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      • mentalpunker permalink
        12. November 2012 22:44

        Die guten Ruhrbarone machen jetzt auch Zeitung. Ich bin gespannt, warum gebloggt gedruckt werden soll …

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      • MEMO permalink
        13. November 2012 09:51

        Es ist gut, wenn gebloggt gedruckt wird – gerade im Blätterwalt der Medienkonzerne. Der dünnt sonst immer weiter aus, auch, weil immer mehr finanz-optimiert wird, werden muss. So wird wohl das Hauptstadtbüro des Bonner Generalanzeigers 2013 schließen, das Stadtmagazin Prinz steht auf der Abschussliste, und so weiter. Wenn sich das Ruhrbaron-Produkt etabliert ist das gut, schon allein, weil wir an Nachrichten irgendwann nur noch mit Anzeigen gespickte und einig aufgemachte Tickermeldungen erhalten oder eben deren Interpretation aus einigen wenigen Verlagen.

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      • MEMO permalink
        13. November 2012 10:01

        Und nein. Breitenberger hat sich auf Basis seines populistischen Kommentars dort einmal mehr unwählbar gemacht. Es gibt dort weitaus klügere Wortmeldungen.

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      • 13. November 2012 11:06

        Bei den Ruhrbaronen habe ich am 12. November 2012 um 15:50 geschrieben:

        „Erst Sigmar Gabriels Apartheidvergleich, nun die strategische Zusammenarbeit der SPD mit der Fatah. Da werden Erinnerungen wach:
        Als Israel während des Jom-Kippur-Krieges 1973 einer arabischen Endlösung der Judenfrage so nah war wie nie zuvor, sperrte die deutsche (SPD-geführte) Bundesregierung deutsche Häfen für amerikanische Nachschublieferungen, die in Israel dringend gebraucht wurden. “Die Neutralität und Ausgewogenheit der Bonner Nahost-Politik gebiete dies“, beschönigte damals Staatssekretär Paul Frank.

        Sicherlich gibt es Unterschiede zwischen Hamas und Fatah. Die Vernichtung Israels ist allerdings das Ziel beider Organisationen. Der Aufruf des Großmuftis von Jerusalem (Muhammad Hussein) im Januar dieses Jahres, alle Juden zur ermorden scheint vergessen zu sein, vermutlich weil Vernichtungsdrohungen gegen Israel beinahe täglich zu hören sind. Bekanntlich hat Palästinenserpräsident und Fatah-Vorsitzender Mahmud Abbas Muhammad Hussein zum ranghöchsten geistlichen Führer der PA ernannt. Aber was schert das schon die Frau Nahles.“

        Ich weiß nicht was daran populistisch sein soll. Soll ich die diversen weiteren Vernichtungsdrohungen von Abbas und der Fatah hier im Detail ausführen, die „Befreiungs-Artikel“ der PLO zitieren? Ich habe den Artikel des Autors Martin Niewendick mit meinem Kommentar gegen diverse Dummheiten in den Kommentaren unterstützt. Ist etwa auch der Artikel von Niewendick populistisch? Wer natürlich bei sich und dem Holocaustleugner Abbas „gemeinsame Werte“ reklamiert, dürfte mit meinem Kommentar nicht einverstanden sein, was ihm oder ihr unbenommen sein soll.

        Zur Info: Fatah-Chef Abbas schrieb in seiner Doktorarbeit, dass die Gaskammern nie genutzt wurden um Juden zu ermorden, er bestreitet die Zahl sechs Millionen ermordeter Juden, er schreibt in seiner Arbeit von ein paar hunderttausend ermordeter Juden während des zweiten Weltkrieges. Außerdem behauptet Abbas, dass die getöteten Juden die Opfer eines zionistischen Komplotts mit den Nazis waren.

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        • MEMO permalink
          13. November 2012 13:56

          Es ist ja immer ein wenig mühsam – aber o.k.: Auch mir kommt im ersten Reflex die Galle hoch, wenn ich von derlei „Kumpaneien“ lese. Und ja – es ist auch ein Ungerechtigkeitsgefühl, welches mich dabei beschleicht. Und dennoch ist es nun einmal so, dass man – und das steht auch in einem der Kommentare – nur „mit dem Feind Frieden schließen kann“. Das ist nun einmal richtig und wenn man sich diesem Fakt nicht stellt, nicht stellen will, verhindert man letztlich aus eine im Grunde positiven Motivation heraus genau das, worum es gehen sollte. Das, was es an der Fatah und anderen Organisationen zu kritisieren gibt, ist kein Geheimnis und ein ewiges Herunterbeten macht es auch nicht offensichtlicher. Es bringt auch nichts. Will man etwas erreichen, muss man auch den „Feind“ einfangen, integrieren, Anknüpfungspunkte schaffen, mit der man letztlich die Spirale der Gewalt durchbrechen kann – mit etwas Glück. Ich denke, wir können davon ausgehen, dass die Fatah-Problematik auch den Sozialdemokraten vollumfänglich bewusst ist. Dennoch tun sie im Prinzip das im Moment einzig Richtige, indem sie versuchen, die Organisation einzubinden, auch, wenn sie dabei vermutlich selbst über x Schatten springen müssen. Das ist allemal klüger als das ewige Getöse darüber, was A, B und C gesagt haben. Ja, Breitenberger, das haben sie und sie werden diese Scheiße vermutlich auch noch x mal von sich geben, um sich in ihrem Land selbst zu positionieren. Damit muss man leben – auch wenns ekelhaft ist. Zeitgleich muss man aber positive Ziele formulieren und diese Organisationen zum Anschluss daran bewegen – und zwar so lange, bis ihr Getöse keinen Sinn mehr ergibt, sie darauf verzichten können, ohne sich selbst in ihrem Bestand zu gefährden, weil andere Lösungen attraktiver werden. Letztlich wird es im Nahen Osten ohne die Integration aller Beteiligten keine friedliche Lösung geben.

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        • 13. November 2012 14:17

          Offensichtlich hast du den Artikel von Martin Niewendick nicht gelesen. Es geht mir nicht darum dass sich SPD und Fatah trafen. Es geht um Aussagen wie „strategischen Partnerschaft“ und „gemeinsamen Werte“ und es geht um die Ignoranz der SPD bezüglich des eliminatorischen Antisemitismus der Palästinenser, es geht um die einseitige Parteinahme der SPD von Grass bis Gabriel im Nahostkonflikt!

          Wenn die SPD die Fatah dazu überreden würde, nicht mehr ihre eigene Bevölkerung zu unterdrücken, Israels Existenzrecht anzuerkennen, ihren Mufti abzusetzen der im Januar dazu aufrief alle Juden zu ermorden, dann wäre es ein Schritt in die richtige Richtung.

          Leider hab ich davon nichts gelesen. Warum wohl? Strategische Gründe? Bekanntlich meinen zwei Drittel der Deutschen Israel ist die größte Gefahr für den Weltfrieden. Populismus?

          Welche „gemeinsamen Werte“ gibt es mit Holocaustleugnern und Leuten die in diesem Jahr dazu aufgerufen haben alle Juden dieser Welt zu ermorden?
          Dankbar für eine Antwort.

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        • MEMO permalink
          13. November 2012 15:33

          Klar habe ich den Artikel gelesen. Und klar wirst Du zum jetzigen Zeitpunkt sicher nichts darüber lesen, die SPD hätte die Fatah überredet… das wäre zum jetzigen Zeitpunkt ja auch absurd und Du selbst weist auf die zeitliche Nähe zum letzten Aussetzer der Fatah ja auch hin. Wenn Du die strategischen Gründe abfragst, musst Du die Frage der SPD stellen, bzw. direkt frau Nahles. Gemeinsame Werte kann man übrigens an vielen Ecken und Enden festmachen. Vielleicht ist es auch gut und man muss der SPD letztlich danken, dass sie diese „Drecksarbeit“ macht. Gemeinsame Werte können z.B. in Fragen wie sozialer Gerechtigkeit liegen, ohne das jetzt näher ausformulieren zu wollen. Das muss auch dem – ich wiederhole mich – „Getöse“ nicht widersprechen. Und im Gegensatz zu Dir halte ich es nun einmal für geschickter, die Fatah auf derartige Werte festzunageln, also Schritt für Schritt Verbindlichkeiten zu schaffen, als ihnen immer wieder das (zu Recht) vorzuhalten, was ohnehin jeder weiß. Damit ist man dann zwar auf der Seite der Gerechten, ändert aber nichts. Das ist der Punkt. (Ich bin übrigens – nur der Vollständigkeit halber – kein SPD-Mitglied. Auf meinem Parteiausweis steht, dass ich berechtigt bin, „mich meines Verstandes zu bedienen“. Das schließt eine Mitgliedschaft in der SPD aus.)

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        • 13. November 2012 18:03

          Immerhin ist es für den SPD-Politiker und Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe „absolut nicht nachvollziehbar, wie die SPD mit so einer Gruppierung gemeinsame Werte haben soll“. Ich bin gespannt wann die SPD ihre „gemeinsamen Werte“ mit Ahmadinejad oder Haniyya öffentlich bekundet.

          Nochmal, ich habe nichts gegen Gespräche zwischen SPD und Fatah, aber gemeinsame Erklärungen mit Terrororganisationen sind aus meiner Sicht inakzeptabel, zeigen aber eindrucksvoll, dass nicht nur die Linkspartei ein Antisemitismusproblem hat. Die Chefin der Linkspartei Katja Kipping ist jedenfalls bedeutend weiter als die Generalsekretärin der SPD.

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        • MEMO permalink
          14. November 2012 11:06

          Ja, sie dürfen ja Deiner Meinung nach auch inakzeptabel sein. Allerdings enden derlei Treffen im Grunde immer mit einer gemeinsamen Erklärung. Was den Populismus betrifft: „Ich bin gespannt wann die SPD ihre „gemeinsamen Werte“ mit Ahmadinejad oder Haniyya öffentlich bekundet.“ <- Diesen Deinen meine ich. Er ist typisch und führt zu nichts. Die gesamte Problematik besteht im Grunde nur aus derlei Getöse. Ich finde, es wäre gut, wenn man es unterließe, unnötig hochzukochen, sondern die Vorgänge analytisch betrachtet. Kristallkugeln sind da fehl am Platze. Die gemeinsame Erklärung belegt auch kein Antisemitismusproblem. Das ist wieder nur Deine Interpretation nach der alten Art "wenn, dann muss ja". Oder anders herum: Wäre eine gemeinsame Erklärung zwischen Israel und der Fatah für den Gewaltverzicht für dich auch inakzeptabel? Ja, eben – genau.

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        • 14. November 2012 11:27

          Die Holocaustleugnung von Abbas, den Aufruf alle Juden zu ermorden waren real und nicht in einer Kristallkugel zu suchen. Was sagst du zu der Holocaustleugnung von Abbas?

          „Wäre eine gemeinsame Erklärung zwischen Israel und der Fatah für den Gewaltverzicht für dich auch inakzeptabel?“
          Ja, was wäre wenn? Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Die Fatah will sich nicht ohne Vorbedingung mit Israel an einen Tisch setzen.

          Ich weiß nicht wie oft ich es noch schreiben soll? Es geht nicht um das Treffen. Es geht um die Aussagen: „Gemeinsame Werte“, „Strategische Zusammenarbeit“, „Israel ist ein Apartheidstaat“ (Gabriel). Ich sage kaum anderes als der SPD Mann Reinhold Robbe.

          Warum hat sich denn die SPD nicht damals mit der RAF getroffen? Hätte sie sich getroffen, hätte sie dann auch von „gemeinsamen Werten“ gesprochen? Aber ich weiß schon, „hätte und wenn“ – dass darfst nur du fragen, nicht ich.

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        • MEMO permalink
          14. November 2012 14:58

          Lass doch bitte Suggestivfragen wie „Was sagst du zu der Holocaustleugnung von Abbas?“ Auf derlei Kindergarten antworte ich nicht und darum geht es auch nicht. Vielleicht soltest Du Dich einmal mit Diplomatie beschäftigen, dann würde Dir Einiges klarer. Noch einmal – so „ätzend“, wie es zuweilen sein mag, ist sie der einzige Weg, zu einem positiven Ergebnis zu gelangen. Und es ist nun einmal auch so, dass man dann mit Menschen kooperieren muss, deren Haltung oder politischen Aussagen in weiten Teilen ablehnt. Um den Vorgang bewerten zu können, müsste ich genau wissen, welches die „strategischen Ziele“ sind, um die es geht – aber nicht die, die hier „zwangsläufig erkannt“, sondern die, die von den Gesprächspartnern formuliert wurden. Gleiches gilt für die „Werte“. Alles andere ist „freies interpretieren“ – ist auch schön, bringt aber nix.

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        • 14. November 2012 17:09

          Ich gebe zu, der Vergleich mit der RAF war unangebracht. Als Baader, Meinhof und Ensslin in den 1970er Jahren in den Ausbildungslagern der Fatah in Jordanien die vielen Hitlerbilder in den Unterkünften und Seminarräumen sahen, mussten die RAF-Leute, die sich bekanntlich gegen die NS-Verdrängung ihrer Zeit wandten, schon schlucken und schüttelten auch entrüstet die Köpfe. Von daher darf man die RAF nicht mit den antizionistischen Terroristen der Fatah in einen Topf werfen.

          Die al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden haben sich im Übrigen in Jassir-Arafat-Märtyrer-Brigaden umbenannt. Der bewaffnete Zweig der Fatah sprang Mahmud Ahmadinedschad 2005 zur Seite. In einer Erklärung der Tanzim-Kämpfer steht, dass sie sich „mit den Positionen und Erklärungen des iranischen Präsidenten, der in ehrvoller Weise dazu aufrief, Israel von der Landkarte zu streichen, identifizieren und sie vollkommen unterstützen“.

          Am 9. November verkündete die SPD ihre „strategische Zusammenarbeit“ und die „gemeinsamen Werte“ mit den antizionistischen Kämpfern, den Ahmadinedschad-Fans und Holocaustleugnern der Fatah. Der 9. November hat bekanntlich Tradition in Deutschland. Um es diplomatisch mit den Worten von Zentralrats-Präsident Graumann auszudrücken: “Das ist ein Skandal“.

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        • MEMO permalink
          14. November 2012 21:03

          Breitenberger – das Zeitpunkt und Wortwahl ziemlich dämlich sind, darüber müssen wir uns nicht streiten. Dem will ich garnicht widersprechen. Ich halte es aber dennoch im Grundsatz für gut, zumindest zu verschuchen, die Fatah auf irgendeine Weise zu Verbindlichkeiten/Zugeständnissen zu bewegen. Israel dürfte das – was verständlich ist – derzeit deutlich schwerer fallen und darum ist es eben an „uns“, diesen Job zu übernehmen, da er nun einmal notwenig ist – langfristig gesehen. Das „der hat gesagt“ bringt nichts. Innerhalb des Konfliktes haben viele schon Mist erklärt und viele werden es noch tun.

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        • 14. November 2012 23:18

          Zustimmung Memo – Die Fatah auf irgendeine Weise zu Verbindlichkeiten/Zugeständnissen zu bewegen fände ich auch gut.

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  15. 27. März 2013 11:16

    Französische Sicherheitsbehörden haben zwei mutmaßliche Komplizen des islamistischen Attentäters von Toulouse festgenommen. An dem Einsatz in der südfranzösischen Stadt sei unter anderem eine Antiterroreinheit beteiligt gewesen, hieß es aus Polizeikreisen. Weitere Angaben zu den beiden Festgenommenen wurden nicht gemacht.

    http://www.n-tv.de/politik/Polizei-nimmt-Komplizen-fest-article10370166.html

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