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Die Brezen der Bäckerei Hilger

12. September 2012

Kurz vor dem Taubenmarkt, am Ende der Schaumburger Straße befand sich die Bäckerei Hilger, die für ihre Brezen weit und breit berühmt war. Diese Brezen waren nicht knusprig, sondern eher weich und sie sahen nicht sonderlich appetitlich aus, aber der Geschmack war einzigartig. Mitte der 1970er Jahre war ich ein Dauerkunde dieser Bäckerei. Nach der Schule holte ich mir bei den alten Hilgerschwerstern zwei oder drei Brezen und oft erzählten mir die beiden Geschichten aus Thomas Bernhards Kindheit. Gleich gegenüber der Bäckerei Hilger befindet sich das Poschingerhaus in dem der Schriftsteller von 1937 bis 1946 seine Kindheit verbracht hatte. Wenige Meter vom Poschingerhaus ist die Traunsteiner Stadtkirche entfernt, die Thomas Bernhard in seiner Autobiographie „Ein Kind“ mit verewigt hat. Die Hilgerschwestern erzählten mir von Johannes Freumbichler, dem Großvater Thomas Bernhards, den der junge Thomas täglich am Rande der Stadt in Ettendorf besuchte. Von Ettendorf aus hatte man einen weiten Blick auf die bayerischen Voralpenberge, auf den Hochfelln, auf den Hochgern und auf die Kampenwand und unterhalb der Berge liegt der Chiemsee. Traun­stein liegt auf einem Moränenhügel, aber Ettendorf liegt noch viel höher, sozusagen vom Berg der Weisheit blickt man auf die Niederungen des Kleinbürgertums hinunter, in welchem, wie der Großvater von Thomas Bernhard zu sagen nicht müde wurde, der Katholizis­mus sein stumpfsinniges Zepter schwang.  Was unterhalb Etten­dorf lag war laut  Johannes Freumbichler nur die Verachtung wert. Der kleine Geschäfts­geist, der Kleingeist überhaupt, die Gemeinheit und die Dumm­heit. Blöd wie die Schafe scharen sich die Kleinkrämer um die Kirche und blöken sich tagaus, tagein zu Tode. Nichts sei ekeler­regender als die Kleinstadt, und genau die Sorte wie Traunstein sei die abscheulichste. Ein paar Schritte in diese Stadt hinein, und man sei schon beschmutzt, ein paar Worte mit einem ihrer Einwohner gesprochen, und man müsse erbrechen. Scheinbar versöhnlich haben die Traunsteiner nach ihrem „ungeliebten Sohn der Stadt“ einen Weg benannt, die „Thomas Bernhard Stiege“.

Eines Tages kam der achtjährige Thomas auf die Idee seine Tante Fanny im dreißig Kilometer entfernten Salzburg mit dem Steyr-Waffenrad seines Vormundes zu besuchen. Obwohl er noch zu klein war auf dem Sattel zu sitzen wagte er das Unternehmen. Über Surberg, Straß, Teisendorf und Freilassing wollte er nach Salzburg. Nach Teisendorf, das für seine Brauerei berühmt ist, genauer gesagt auf der Höhe von Straß riss die Kette des Steyr-Waffenrades und Thomas Bernhard wurde in eine Wiese katapultiert, konnte aber unverletzt, nun aber zu Fuß und mit Angst vor den mütterlichen Schlägen den Heimweg antreten, erst jetzt kam ihm der Gedanke, dass er von Tante Fanny weder Adresse noch Nachnamen kannte und sie deshalb auch niemals in Salzburg finden konnte.

Mit dem reparierten  Steyr-Waffenrad lieferte Thomas Bernhard später für die Bäckerei Hilger die Brezen meist noch vor der Schule in der ganzen Stadt aus, um sich sein Taschengeld aufzubessern. An einem Nachmittag, so die Hilgerschwestern, bekam er den Auftrag den Ratzingers in Ettendorf zehn Brezen und fünf „Linzer Schnitten“ zu liefern. Ein paar Meter vom Anwesen Johannes Freumbichlers entfernt, lebte seit 1937 die Familie Ratzinger mit ihrem Sohn Josef, der heute besser unter dem Namen Papst Benedikt bekannt ist. Über die Hallerstiege, die sogenannte Schnitzelbaumerstiege,  die Gasstraße und Wernleiten war Thomas Bernhard kurz vor seinem präpäpstlichen Ziel, da fielen ihm drei Brezen aus dem Brotbeutel mitten in eine Drecklache, in der zudem sieben Frösche badeten. Thomas Bernhard überlegte kurz, rieb die Brezen ab und dachte sich bei den Ratzingers macht das nichts und lieferte die beschädigten, beziehungsweise durchtränkten Brezen vorschriftsmäßig aus, wie mir die Hilgerschwestern berichteten.

Josef Ratzinger, der spätere Papst Benedikt besuchte zu der Zeit in Traunstein das Gymnasium, der Einser-Schüler überragte vor allem im Fach Latein alle seine Mitschüler. Nach seinem Theologiestudium feierte Joseph Ratzinger 1951 seine Primiz in der Traunsteiner Stadtpfarrkirche, die er und der spätere radikale Kirchenkritiker Thomas Bernhard 1937 erstmals gemeinsam betraten. Dasselbe Gymnasium besuchte gut zwanzig Jahre später Paul Breitner, der weitschichtig mit Papst Benedikt verwandt ist,  aus dem dreißig Kilometer entfernten Freilassing. Der spätere Spieler des FC Bayern München war ein Fußballrebell und Querdenker, der sich mit der kommunistischen „Peking-Rundschau“ vor einem Mao-Poster ablichten ließ und es als seinen größten Wunsch bezeichnete, dass die Amerikaner den Krieg in Vietnam verlieren. Breitner kreierte die neue Position des Offensiv-Verteidigers. Mit seinen Vorstößen  von der Verteidigerposition in Richtung gegnerisches Tor machte der konditionsstarke Freilassinger viele Tore.  Die Grundlagen für seine ausgezeichnete physische Verfassung legte sich der Gymnasiast in dem er (trotz Bahnticket) die dreißig Kilometer oft von Freilassing über Teisendorf, Straß und Surberg vorbei an der liegengebliebenen Fahrradkette des Seyr-Waffenrades von Thomas Bernhard nach Traunstein in die Schule lief. Damals spielte Paul noch in der Jugendmannschaft des ESV Freilassing,  der berühmten „Breitner-Jugend“, die Breitners Vater trainierte, in die später auch Bernd Dürnberger vom Nachbarverein Kirchanschöring  stieß.

Mit Paul Breitner und dem jetzigen Papst Benedikt drückte ich, wenn auch zeitversetzt, dieselbe Schulbank. Nicht nur Paul Breitner und Papst Benedikt gingen in dieselbe Oberschule, auch Andreas Baader besuchte dieses Traunsteiner Gymnasium, wenn auch nur sehr kurz. Anneliese Baader, von ihren Freunden Nina genannt, lebte wenige Kilometer von Traunstein entfernt in der kleinen Marktgemeinde Grassau, sie versuchte vergeblich ihren rebellischen Sohn zum Abitur zu drängen. Er flog meist wegen ungebührlichem Verhalten aus allen möglichen Schulen. Im Sommer 1975, die Bayern hatten gerade mit Bernd (Wipf) Dürnberger zum zweiten Male den Europacup der Landesmeister im Endspiel  in Paris gegen Leeds United  mit 2:0 gewonnen, war wieder einmal Klaus Croissant zu Besuch in Grassau. Mit Anneliese Baader sollte der Verlauf des Prozesses gegen ihren Sohn besprochen werden. Mit dabei hatte er Suse, die Tochter von Andreas Baader. Wenn Klaus Croissant mit seinem großen schwarzen Citroen DS  in dem kleinen oberbayerischen Dorf auftauchte sorgte er stets für großes Aufsehen. Andreas Baader saß zu der Zeit in Stammheim im Hochsicherheitstrakt und hatte oftmals Sonderwünsche, die er durch seinen Anwalt übermitteln ließ. Anneliese Baader, Klaus Croissant und Tochter Suse sollten in Traunstein für Baader ein bestimmtes Transistorradio besorgen. Unten in der Au, schräg gegenüber dem ehemaligen Wohnhaus von Ludwig Thoma, im Elektronikfachgeschäft Wandler wurde das seltene, begehrte Modell gefunden. Bevor sie sich wieder in das Einfamilienhaus von Baaders Mutter nach Grassau begaben, besuchte das Trio noch die Bäckerei Hilger um sich für das Abendessen mit Brotwaren einzudecken.

Es war ungefähr vierzehn Uhr und es herrschte eine Bullenhitze, als ich im Hilgerladen stand, mir meine obligatorischen zwei Brezen kaufte und gerade gehen wollte, da fuhr Klaus Croissant mit Baaders Mutter und Tochter Suse in seinem schwarzen Schlitten durch die Schaumburger Straße und blieb zwischen der Bäckerei Hilger und dem Poschinger-Haus stehen. Die Schaumburger Straße ist so eng, dass kaum ein Fußgänger  an dem Wagen vorbeigehen konnte. Mit offenem Mund dachte ich: „Oha, das ist doch Baaders Anwalt, der Klaus Croissant. Kauft der sich jetzt hier vielleicht ein paar knusprige Croissant?“ Doch es kam anders: Klaus Croissant betrat den Laden, während Anneliese Baader mit ihrer Enkeltochter im Citroen blieb. Freundlich wurde Baaders Anwalt von einer der Hilgerschwestern gefragt: „Was darf es denn sein? Die frischen Brezen kommen jeden Moment herein“.

Darauf kam es zu einer  bizarren Begebenheit die mich erstarren lies, mit der, soweit ich mich erinnern kann,  sinngemäßen Antwort des Anwaltes:  „Es fehlt jede rationale und nachvollziehbare Darlegung, wodurch sich diese von sachlich falschen, aber vom Grundrecht der Meinungsfreiheit noch gedeckten Behauptungen und Meinungen unterscheiden sollen, diese Brezen seien frisch. Ausschlaggebend für die Zurückweisung ist jedoch die darin zum Ausdruck kommende Instrumentalisierung von Dichotomien als Mittel der Konfliktförderung zu eigenen Zwecken: Unter Umgehung der Notwendigkeit, frische Brezen definieren zu müssen, um dann die zitierten Äußerungen einer Überprüfung zu entziehen, sie sofort den als politischen Gegner Identifizierten mit dem Epitheton der Unmenschlichkeit bezeichnen zu können.“

Nachdem mich kopfschüttelnd, daneben hilfesuchend die alte Frau Hilger ansah und mich fragte was der „Kaschperl“ denn von ihr eigentlich wolle, sagte ich: „Die visionären Herren dieser Art blendet oft zu vieles Licht, sie sehn den Wald vor lauter Bäumen nicht. Vermutlich will dieser Herr nur zehn Brezen haben und es fällt ihm schwer sich mitzuteilen.“

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28 Kommentare leave one →
  1. 12. September 2012 13:52

    Ich bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher ob diese grotesken Sätze am Ende des Artikels nicht von einem anderen Anwalt stammen und ich sie versehentlich Klaus Croissant in den Mund legte.

    Denn eigentlich war Klaus Croissant kein kleinbürgerlicher, sich bourgeois gebender Kleingeist, der es Nötig hatte, mit solch einer Sprache seine Gekränktheit zu verschleiern.

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  2. 12. September 2012 21:22

    Meine Bewunderung für diesen Text habe ich auf Facebook geäußert. – Ich sag´s noch mal in kürzester Form hier: Klasse!

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    • 12. September 2012 22:51

      Auch sehr schön ist die Illustration!

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    • mentalpunker permalink
      14. September 2012 23:06

      Ich hab das Steyr-Waffenrad mal nachgeforscht. Die Firmenwechsel, den Namensbestand. Schwarz die Bedingung, und bis heute einfaches rundlaufendes Ding.

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  3. mentalpunker permalink
    12. September 2012 21:59

    „… sozusagen vom Berg der Weisheit blickt man auf die Niederungen des Kleinbürgertums hinunter, in welchem, wie der Großvater von Thomas Bernhard zu sagen nicht müde wurde, der Katholizis­mus sein stumpfsinniges Zepter schwang …“ – Stumpfsinniges Zepter: merke ich mir.

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  4. Der Bassist permalink
    12. September 2012 22:28

    Da fällt mir ein: „Das Unwahrscheinliche ist die Tatsache: Wolfsegg ist während der Naziherrschaft eine Hochburg des Nationalsozialismus, gleichzeitig eine Hochburg des Katholizismus gewesen.“ 196 des Untertitels ‚Ein Zerfall‘.

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    • 13. September 2012 13:33

      Murau / Gambetti – Erinnern an Geschehenes und Gesagtes – Die Auslöschung des Beschriebenen mag nicht gelingen, trotz aller Versuche.

      Deutsche Richter, Anwälte, Lehrer, Mütter, Regierungen, die verschandelten Städte, die Abgestumpftheit der Jäger im krassen Gegensatz zu …. Mission Impossible.

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  5. 13. September 2012 12:07

    „Ein paar Schritte in diese Stadt hinein, und man sei schon beschmutzt, ein paar Worte mit einem ihrer Einwohner gesprochen, und man müsse erbrechen.“

    Dat kenn ich. Mir geht es bei bestimmten Leuten auch so. Aba zu dem Anwalt. Also ich muss euch sagen es sind nicht alle Anwälte so. Bei uns in Wanne gibt es viele gute. Bei uns reden die in der Sprache der Fischweiba, wie der Brecht den Gallilei mal sagen ließ. Die Teisendorfa Brauerei macht doch dat Wieninger Bier? Dat Wasser muss ich mal probieren.

    Tschüssikowski
    Eua Erwin

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  6. 13. September 2012 15:12

    Das rechts oben in der Illustration zu sehende, selbst fotografierte Steyr-Waffenrad ist das Original Rad, mit dem Thomas Bernhard von Traunstein nach Salzburg fahren wollte.

    Und als kleines Schmankerl gibt es nun die Lesung mit Gert Voss und Peter Simonischek (Burgtheater Wien) mit einer Auswahl aus den etwa 500 Briefen zwischen Thomas Bernhard und seinem Verleger Siegfried Unseld. Hier in meinem Ohrensessel sitzend, vor dem Bildschirm schauend habe ich tatsächlich mehrmals laut gelacht, fast so laut wie damals vor zwei Jahren als ich die Gesellschaft der Augensteiner beobachtete und mit ansah als der Germanistikprofessor die Kartoffelsuppe mit der größten Geschwindigkeit, also wie ausgehungert zu sich genommen hat.

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    • 14. September 2012 14:44

      Fabelhafte nicht alltägliche Unterhaltung, wie die informative Geschichte von Ratzinger, Bernhard, Breitner und Baader vereint in einer oberbayerischen Kleinstadt.

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      • 14. September 2012 15:24

        Ja, das ist schon alles sehr stark; auch dieses um Minute 8 herum: „Ich bin ein Opfer meiner Vernunft. Es nützt Ihnen wenig, wenn ich Ihnen sage, daß ich Ihnen die Hand drücken will.“ – Und dann Unselds Anliegen, den autorgewählten käuferabschreckenden Titel durch gute Ausstattung mildern zu wollen. Klasse!

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    • Der Bassist permalink
      14. September 2012 21:39

      „Ihr Besuch hier war erfrischend, ihre komplette Inkonsequenz aber erstaunlich“, läßt Bernhard dem Unseld mal mitteilen. Klasse, ein Gespräch folgt, worauf Unseld den fantastischen Satz niederschreibt: „Er anerkennt, daß es neben ihm noch weitere Autoren gibt.“ – – – Ab Minute 45 über den uns allen bekannten Auersberger. Holzfällen!

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    • 15. September 2012 11:29

      Alles wunderbar! Ja, auch und für MI-Leser sicherlich ab der Minute 45:

      12.9.84 – Die Beschlagnahme meines Holzfällen durch den österreichischen Staatsapparat kann ich nur als Ungeheuerlichkeit bezeichnen, die tatsächlich in der Nachkriegsgeschichte dieses Landes beispiellos ist und mir größten Schaden zufügt. Bis heute habe ich über alle mit dieser Beschlagnahme in Zusammenhang stehenden gerichtlichen Vorgänge und Verfügungen lediglich aus der Zeitung und dem Rundfunk erfahren. Nicht ein einziges Wort von Seiten eines österreichischen Gerichtes. In einem Wiener Journal musste ich gestern lesen, dass von Herrn Lampersberg gegen mich Anklage erhoben und eine erste Hauptverhandlung gegen mich für den 23. Oktober anberaumt worden sei. Zu einer möglich Klage des Herr Lampersberg muss ich in aller Deutlichkeit und mit Entschiedenheit sagen, dass das Ehepaar Augensteiner in meinem Holzfällen mit dem Ehepaar Lampersberg, ich hab das Ehepaar Lampersberg immer nur als Ehepaar Lampersberger gekannt, überhaupt und also in gar keinem Fall identisch ist.

      Mein Buch ist ein Kunstwerk, wenn sie wollen ein sogenanntes Sittenbild und ich habe darin nicht über die Eheleute Lampersberger sondern über die Eheleute Augensteiner geschrieben. Ein Buch über die Eheleute Lampersberger wäre ein vollkommen anderes und ich hatte und ich habe nicht die geringste Absicht ein solches Buch zu schreiben. Wie ich selbst mich in Büchern von Dostojewski und Tolstoi erkenne, mögen sich andere in meinen Büchern erkennen. Aber das ist und kann nicht Gegenstand einer gerichtlichen Klage sein.

      Ich bin in meinem Leben nicht oft auf eine furchtbare Weise so deprimiert gewesen wie in dem Augenblick in welchem ich mit eigenen Augen habe mit anschauen müssen wie meine Holzfällenbücher aus den Auslagen der Wiener Buchhandlungen entfernt wurden, mit Polizeigewalt entfernt zu werden ist tatsächlich eine Fürchterlichkeit. Wenn die Polizei Bücher aus den Auslagen räumt und Buchhändler und Leser mit ihrem rücksichtslosen Auftreten einschüchtert, lässt das nichts Gutes ahnen. In diesen Staat kann ich naturgemäß kein Vertrauen mehr setzen.

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  7. 17. September 2012 09:53

    „Es fehlt jede rationale und nachvollziehbare Darlegung, wodurch sich diese von sachlich falschen, aber vom Grundrecht der Meinungsfreiheit noch gedeckten Behauptungen und Meinungen unterscheiden sollen, diese Brezen seien frisch. Ausschlaggebend für die Zurückweisung ist jedoch die darin zum Ausdruck kommende Instrumentalisierung von Dichotomien als Mittel der Konfliktförderung zu eigenen Zwecken: Unter Umgehung der Notwendigkeit, frische Brezen definieren zu müssen, um dann die zitierten Äußerungen einer Überprüfung zu entziehen, sie sofort den als politischen Gegner Identifizierten mit dem Epitheton der Unmenschlichkeit bezeichnen zu können.“

    Ich habe nun die Geschichte von den Brezen der Bäckerei Hilger nachrecherchiert. Alles stimmt, nur diesen Satz in der Bäckerei kann Klaus Croissant nicht gesagt haben, so dämlich war der nämlich nicht, da hat offensichtlich der Autor seine künstlerischen Freiheiten bis auf das Letzte ausgereizt.

    Freilich kenne ich solche Leute, die viel plappern und nichts aussagen. Die keinerlei Argument, in diesem Fall gegen frische Brezen, vorzubringen in der Lage sind, und meinen mit ein paar kompliziert erscheinenden Sätzen, die zwar ohne Substanz, dafür gespickt mit ein paar Fremdwörtern die Vorwürfe oder die Argumente zerschlagen zu können.

    Ich kenne da einen, der spielt immer den großen Moralapostel, kritisiert die italienische Regierung wegen ihrer Flüchtlingspolitik, was völlig unglaubwürdig ist, weil dieser kleinbürgerliche Schwätzer vergisst vor der eigenen Haustüre zu kehren.

    Für diesen Anwalt, der übrigens die Stadt Traunstein kennt, sind Boykottaufrufe gegen Juden, ist die Forderung nach der Auflösung des Staates Israels, ist Antizionismus eine prima Sache. Kein Wunder der Typ nennt den antizionistischen „Freitag“ sein „Projekt“!

    Menschenskind, wenn Thomas Bernhard halt noch leben würde ….

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  8. 20. September 2012 12:39

    Fabelhaft. Eine schöne Geschichte, spannend und humorvoll erzählt.

    Breitner spielte zweimal bei den Bayern. Von 1978 bis 1983 war der Kämpfer der absolute Leithammel und Spielmacher. Er erlaubte es sich auch vor dem Spiel einen über den Durst zu trinken und trotzdem lief er wie ein Uhrwerk. Nach dem Rücktritt von Berti Vogts war Breitner war sogar für 17 Stunden Bundestrainer.

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  9. 11. Februar 2013 19:08

    Sensation in Rom — Nach über 700 Jahren tritt wieder ein Papst zurück —- Papst Benedikt macht den Weg frei für einen neuen Vertreter Gottes —

    Was werden die Gläubigen dazu sagen?

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    • 11. Februar 2013 23:31

      Ein Vertreter Gottes aus Münster – Pater Leppich – führte vor wenigen Jahrzehnten den Brauch ein, daß eine jede Hotelschublade eine Bibel innehabe. Er liegt wenige hundert Meter von meiner leblichen Bleibe entfernt im Sentmaringer Park. Bald werde ich eine Text-Bild-Kalamität über diesen Landschaftsgarten und seine befohlenen Insassen (Jesuiten) publizieren.

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    • 12. Februar 2013 09:48

      Wenn der Stellvertreter zurück-tritt…

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    • 12. Februar 2013 10:46

      Wahnsinn, der Stellvertreter Gottes tritt zurück.
      Was wäre wenn nun auch noch Gott hinschmeißen würde?

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    • MEMO permalink
      12. Februar 2013 10:59

      Eigentlich gehört diese Meldung in die Kategorie Fußball. Versagen die Spieler, muss der Trainer seinen Hut nehmen. So ist das nun mal.

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    • 13. Februar 2013 15:51

      Der Papst geht ins Kloster:

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  10. 5. April 2016 11:37

    375 Mal trug Dürnberger das Trikot des FC Bayern, „aber das Spiel gegen Benfica“, sagt der heute 62-Jährige, „das war schon ein absolutes Highlight. Ein phänomenaler Abend. So etwas vergisst du nie“.

    Fünf Minuten nach der Halbzeitpause schoss Dürnberger das 1:0, und als er sechs Minuten später noch das zweite Tor drauflegte, hatte Franz Josef Strauß seinen ersten Kasten Bier verloren – und Benfica Lissabon die Hoffnung auf den dritten Landesmeisterpokal nach 1961 und 1962. Die Bayern überrollten die Portugiesen, mit weiteren Treffern von Rummenigge und zweimal Müller, natürlich Müller. Für Benfica traf nur noch Nené.

    Im Halbfinale kamen die Münchner dann gegen Real Madrid weiter (1:1 und 2:0), im Endspiel reichte das Tor von Franz „Bulle“ Roth zum Sieg gegen AS St. Etienne. Das Finale reichte spielerisch zwar in keiner Phase an das Rückspiel gegen Benfica heran, das störte aber niemanden – die Bayern hatten die wichtigste Trophäe des europäischen Vereinsfußballs zum dritten Mal gewonnen.

    http://www.spiegel.de/sport/fussball/fc-bayern-muenchen-bernd-duernberger-und-benfica-lissabon-a-1085459.html

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  11. Paul Melchior permalink
    21. Februar 2017 18:43

    Boah!! Wer hätte das gedacht. Wenn auch nur die Hälfte stimmt …

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    • 22. Februar 2017 10:39

      Bis auf die letzte Szene mit dem Anwalt und den Unfall, also den Brotbeutel mitten in eine Drecklache, stimmt so gut wie alles.

      Vieles davon ist nachzulesen Bernhards autobiographischer Schrift Ein Kind:

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