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Wie soll ein Mensch das ertragen

22. November 2012

Leserbrief aus konkret 12/2012

Auf Rainer Tramperts Konkret-Artikel „Freitags Gebete“ habe ich mit einem kurzen Leserbrief in der aktuellen Konkret (12/2012 Seite 7) auf den Antizionismus und das entsprechende System des „Freitags“ hingewiesen:

„Trampert schreibt zwar treffend über Augsteins verschwörungstheoretische Haltung gegen Israel, macht sich jedoch leider nicht die Arbeit, Augsteins »Projekt«, den »Freitag«, noch genauer unter die Lupe zu nehmen. Im antizionistischen »Freitag«, den Augstein 2008 übernommen hat, kommen ausschließlich Israel-Gegner vom Schlage Norman Paech, Mohssen Massarrat bis Felicia Langer zu Wort. Der »Ressortleiter Politik« des »Freitag«, Lutz Herden, bezeichnet Israel unter anderem in seinen Artikeln als »Paria-Staat«, vergleicht Israel mit dem »Apartheidstaat Südafrika« und behauptet, daß die israelische Armee den »isolierten und systematisch ausgehungerten Gaza-Streifen eingeäschert« habe.

Andererseits verharmlost ein Freitag-Autor, Matteo Fagotto, den mörderischen Terror der Hisbollah als Kunst: »Die Hisbollah feiert in einem Freiluftmuseum ihren Kampf gegen Israel in ästhetisierter Form. Auch sonst will die Organisation ihre politischen Ideen in Kultur verwandeln.«

In vielen Hunderten Artikeln (Online und Print) sowie Kommentaren in Augsteins »Online-Projekt« können aggressive Antizionisten ihre kruden Ansichten verbreiten, beispielhaft für diese Tendenz zwei »Freitags Gebete«:

»… Jeder weiß es: Israel hat den Palästinensern ihr Land genommen. Sie sollten sich dafür, nach 6o Jahren Unrecht, bei den Palästinensern entschuldigen und es als natürlich anerkennen, daß so etwas zu einer aggressiven Gegenwehr führt – gerade sie müssten es eigentlich verstehen. Es gibt keinen Grund, weniger von Israel zu verlangen….«

»Israel ist ein Staat, der systematisch Tausende von Menschen umbringt, obdachlos macht, Familien auseinanderreißt und bei Menschen, die nicht sterben, Traumata herbeiführt.«

Seit vielen Jahren wird unter der Verantwortung von Jakob Augstein im »Freitag« unermüdlich mit einer kaum glaublichen Einseitigkeit gegen Israel agitiert, der Judenstaat delegitimiert, gleichzeitig die Verbrechen und die Ideologie von Hamas, Hisbollah und Ahmadinedschad verharmlost oder gar gerechtfertigt. Eindeutiger Widerspruch gegen diese Ideologie wird von Augsteins Moderation weitgehend verhindert. Der antisemitische Antizionismus im »Freitag« hat nichts mit legitimer Kritik an Israel zu tun.“

Jakob Augstein lehnt sich in seinem Kampf gegen Israel nicht zurück. In seiner letzten Spiegel Online Kolumne „Gesetz der Rache“ bedient er jedes antisemitische Ressentiment.  Für Augstein ist „Gaza ein Gefängnis. Ein Lager“. Augstein meint „Israel brütet sich dort seine eigenen Gegner aus.“ Die islamistischen Mörder der Hamas, die ihre eigene Bevölkerung terrorisiert, die den Tod aller Juden fordert, die täglich alles versucht dies in die Tat umzusetzen stellt Augstein auf eine Stufe mit orthodoxen Juden in Israel. Augstein stellt in alter Tradition die Juden als rachsüchtiges Volk dar. Den Vergleich “Tel Aviv ist Berlin” lässt Augstein nicht zu, denn laut Augstein gibt es in „Israel Gegenden, da wird eine Frau als Hure beschimpft, wenn sie im Bus vorn bei den Männern sitzt.“ Dass in Berlin Juden verprügelt werden wenn sie eine Kippa tragen, dass es in Deutschland No-Go-Areas für Ausländer gibt, verdrängt Augstein. Antisemitismus ist das Gerücht über die Juden. Das Gerücht die Juden handelten Auge um Auge, Zahn um Zahn verdankt sich der antijüdischen Bibelübersetzung durch Martin Luther. Der Hang geschwätzig Dinge zu verbreiten, die aus der Gerüchteküche aufgeschnappt wurden kennzeichnen auch den linken Antisemiten. Mit seinen antiisraelischen Spiegel-Kolumnen steht Augstein Seite an Seite mit der „Spiegel-Nahostexpertin“ Ulrike Putz im meinungsführenden Deutschlandmagazin.

Seit langer Zeit können in Augsteins „Freitag“ die aggressivsten Antizionisten mit eigenen vielfach kommentierten Anti-Israel-Blogs ihre Hetze gegen Juden, neben den Artikeln der hauseigenen Redakteure betreiben. Von den „zionistischen Schlächtern“, von der „viehischen Gewalttätigkeit“ der Israelis, vom „zionistischen Apartheidstaat“, vom „KZ Gaza“ wird im moderierten „Freitag“ untereinander sich begeisternd zustimmend halluziniert.

Die Union der deutschen Antisemiten bekennt sich, vermeintlich mit ehrbaren Absichten, zum ewigen Djihad gegen die Juden. Ist es der Lohn des Märtyrers, sind es die 72 Jungfrauen, ist es die Absicht der Hamas alle Juden zu vernichten, ist es der Tugendterror gegen die Palästinenser, ist es die reaktionäre Ideologie der Hamas welche die deutschen „Friedensfreunde“ so anzieht oder ist es ihr latenter Antisemitismus?

Der Antisemitismus auch wenn er sich Antizionismus nennt ist nicht ehrbar.

Die Grenzen der Aufklärung werden in diesen Tagen wieder deutlich.

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Weiterführende Artikel:

Offener Brief an die israelische Botschaft

Die Linkspartei – “derFreitag” und ihr antisemitischer Antizionismus

Freitags Gebete

Simon-Wiesenthal-Center: Platz 9 für Jakob Augstein im Antisemitismus-Award 2012

»Augstein hat eine Grenze überschritten«

Was heute reaktionar erscheint war damals emanzipatorisch

‘Unterschätzte Publizisten’

„Freitags Avantgarde“

„Freitags-Argumentationen“

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  1. 22. November 2012 18:14

    Mittels Klick auf die ‚Illu‘ kann man sie wirklich lesen; und nochmals vergrößern. Das finde ich sehr gut.

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    • 22. November 2012 23:18

      Und sehr gut finde ich auch, daß Breitenbergers Duktus des Leserbriefs printgerecht ist, genaue Kritik ohne jeden Überschuß, welcher Online-Seiten so schlecht lesbar macht. Kurz: Beste Form für den zu transportierenden Inhalt.

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  2. 22. November 2012 18:42

    Ob dieser Horst Kosel aus Gronau mit Bürger Fro verwandt ist?

    Ich finde es jedenfalls prima, dass dem Breitenberger sein Leserbrief in der aktuellen Konkret zu finden ist. Ich frage mich was sich Uwe Theel so bei den aktuellen Anti-Israel-Blogs im „Freitag“ denkt. Vielleicht schnallt der Uwe nun doch langsam was linker Antisemitismus ist. Irgendwie ist der untergetaucht, oder?

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    • Der Bassist permalink
      22. November 2012 20:41

      Bürger Fro – schade, daß ich diesen LuftBaron nicht im Freitag im Ring kennengelernt habe. Egal, Avantgarde 8 macht genügend lachen!

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    • 22. November 2012 22:07

      Mannomann so berühmt wie der Bürger Fro möchte ich auch gerne sein. OK vielleicht nicht in dem Zusammenhang.

      Da würde mir meine Erna rausschmeissen, wenn ich so n Komiker wäre.

      Grüße an Mission Impossible und Konkret. Ich drink ein Schnäpsken auf euch alle.

      Euer Erwin

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    • 23. November 2012 10:52

      Im Mai 1990 traf sich die außerparlamentarische Linke scheinbar geeint in Frankfurt um gegen die Wiedervereinigung zu demonstrieren. Als wenig später der Zweite Golfkrieg begann, war diese ungewohnte Harmonie beendet. Eine Minderheit solidarisierte sich unter Verweis auf die Bedrohung Israels durch irakische Scud-Raketen mit den alliierten Truppen am Golf und die die Mehrheit versuchte die Gewissheiten, die sie durch den Untergang des Ostblocks verloren hatte, durch die Parteinahme für das Baath-Regime zu retten. Zu der Zeit wurden die Grundlagen für die aktuellen unversöhnlichen Auseinandersetzungen innerhalb der Linken gelegt. Während die einen auf Plakaten wie „Kein Blut für Öl“ und „Heute Bagdad, gestern Dresden“ zu ihren nationalen Wurzeln zurückkehrten erkannten die anderen die Dimension des linken Antisemitismus.

      Deutschland hatte den Irak durch massive technologische Unterstützung geholfen die Reichweite seiner Scud-Raketen zu erhöhen. Deutsche Firmen verhalfen mit Duldung der Bundesregierungen über Jahre dem Irak zu einer eigenen Giftgasproduktion. Dieses Giftgas setzte Hussein bereits drei Jahre zuvor gegen aufständische Kurden im Norden Iraks ein. Obwohl Israel nicht an diesem Krieg beteiligt war feuerte Hussein Scud-Raketen auf Israel ab, viele Raketen schlugen in israelischen Städten ein, wodurch israelische Zivilisten verletzt und getötet wurden. Hussein drohte Israel mit (deutschem) Giftgas auslöschen zu wollen. Israelis lebten ausgestattet mit Gasmasken sechs Wochen in Angst und Panik vor deutschem Giftgas. Die linken Antisemiten von Ströbele bis zur „Jungen Welt“ meinten damals: „Israel ist selbst schuld, dass Hussein Israel bombardiert“

      Weil Konkret spätestens seit 1990 klare Kante gegen linken Antisemitismus bewies, verlor Konkret von 1990 bis 1995 über 35 Prozent seiner Abonnenten. Seit über 20 Jahren sind die Artikel in Konkret israelsolidarisch, seit über zwanzig Jahren werden in Konkret die Verbrechen und die Ideologie von Hamas, Hisbollah, vom iranischen Regime und anderen Islamisten aus linker Perspektive angeprangert und durch Aufklärung bekämpft.

      Vermutlich war dieser Horst Kosel, bevor er nach Gronau kam, zwanzig Jahre auf einer einsamen Insel und ist erst seit kurzem Konkret-Leser. Er sollte und er wird vermutlich zu Augsteins „Freitag“ wechseln, da ist er auch besser aufgehoben, denn dort kann er mit den anderen „Kein Blut für Öl“, „Heute Bagdad, gestern Dresden“ und vom „Apartheidstaat Israel“ lesen.

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  3. 22. November 2012 19:30

    Die MI macht doch „einiges“ möglich! Erst auf „AchGut“, jetzt in „Konkret“, erst nur net-mäßig, jetzt sogar in Papierform. Endlich werden diese Vorkommnisse publik und ein DerFreitag-Antisemit kann sein Mundwerk möglicherweise doch nicht mehr ganz so frei spazierengehen lassen, weil`s nun langsam geschäftsschädigend wird. Frankfurter Rundschau…Financial Times Deutschland…DerFreitag?

    Ach gut, dass es Konkret gibt!

    lg LL

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  4. 22. November 2012 22:04

    Die neue Facebookseite „Mission Impossible“ find ich suppa. Jetz muß ich mich mit meiner Erna doch noch bei facebook anmelden um zu liken, dann auch gleich die Konkretseite.

    https://www.facebook.com/OperationThunderbolt

    Euer Erwin aus Wanne

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  5. 23. November 2012 11:13

    Schöner Leserbrief. Gut, daß Breitenberger das sp klar auf den Punkt brachte.

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  6. 23. November 2012 15:53

    Meine Gratulation! Dieser Leserbrief in Konkret könnte Jakob Augstein und einige aus dem Dunstkreis des „Freitags“ durchaus schmerzen. 43.000 Leser von Konkret erhielten heute eine gewichtige Information über den „Freitag“.

    Schade, dass kein Link hierher beigefügt wurde, aber wozu gibt es Tante Google.

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  7. 23. November 2012 17:35

    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

    Irgendwie habe ich den Eindruck, dass gewisse Antisemiten und gewisse Projektleiter des“ Freitags“ derzeit sich in der Defensive befinden. Sind sie auf Weltreise oder schämen sie sich in Grund und Boden. Letzteres wäre schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

    Ich muss jetzt aber aufhören, die Sekretärinnen in der MI-Redaktion tanzen schon wieder auf den Tischen. So geht das schon den ganzen Tag.

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  8. 26. November 2012 11:19

    In Facebook wurde kürzlich über eine antiisraelische Mitkämpferin aus Jakob Augsteins „Freitag“ gesprochen, die sich in der feministischen Esoterikszene der Matriarchatsforscherinnen bewegt. Bekanntlich glauben speziell diese Matriarchatsforscherinnen an die „Große Göttin“. In dieser Esoterikszene ist man der Ansicht, dass diese „Göttin“ von den Juden vor 6000 Jahren ermordet wurde.

    Neben den vielen anderen „Eigenheiten“ (Scharia, Burka, Boykottaufrufe gegen Juden, Einstaatenlösung, „KZ Gaza“, Aufruf zum Judenmord, usw.) wurde sie auch mit ihren legendären Worten bezüglich der Steinigungen im Iran, „schließlich ist das hiesige gerede vom ‘fremd-gehen’ auch nicht sehr viel besser sondern nur anders tödlich“ zitiert.

    Von den vielen Kommentaren darüber ragt meiner Meinung einer heraus:
    Albrecht K. schrieb: „Kann man die Frau für Partys mieten?“

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    • 27. November 2012 16:36

      Eine interessante, aber auch schelmische Frage von Albrecht K.!

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  9. 26. November 2012 16:31

    Jakob Augstein ist angeschlagen. Auf Facebook nannte ihn jemand eine „antisemitische Dreckschleuder“.

    Augstein schreibt in SPON: „Und bei dem Publizisten Henryk M. Broder sind ohnehin schon seit langem alle Bremsen defekt, sonst würde er nicht im tagespolitischen Streit darüber fabulieren, wer wohl seinerzeit auch „an der Rampe“ seinen Dienst versehen hätte oder wer sich nun gerade freut, „wenn’s Judenblut wieder vom Messer spritzt“.

    Antisemitismus scheint für Augstein nur gegeben zu sein, wenn jemand einen Juden in eine Gaskammer schiebt, alles andere ist legitime Judenkritik.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kritik-an-israel-inflationaerer-gebrauch-des-antisemitismus-vorwurfs-a-869280.html

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    • 26. November 2012 17:49

      „Jeder Kritiker Israels muss damit rechnen, als Antisemit beschimpft zu werden. Das ist ein gefährlicher Missbrauch des Begriffs. Im Schatten solch falscher Debatten blüht der echte Antisemitismus“, schreibt Jakob Augstein. Na Jakob was ist denn dann echter Antisemitismus?

      Sekundärer, antizionistischer, islamistischer, struktureller Antisemitismus? Nie was gehört davon Augstein? Google defekt? Wenn der Herausgeber des „Freitags“ schon keinen Schimmer hat was Antisemitismus ist, wie kann man dann von seinen antisemitischen Schäfchen erwarten sie hätten Ahnung. Hahaha!

      Mein Tipp einfach mal bei der Bundeszentrale für politische Bildung nachfragen, da gibt es Bücher zum Thema umsonst oder ganz billig, das müssten sich sogar Gärtner aus Berlin leisten können.

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    • MEMO permalink
      26. November 2012 19:02

      Bei aller berechtigten Kritik am Freitag muss man allerdings feststellen, dass eine Hexenjagd strukturell vom Antisemitismus nicht allzuweit entfernt ist. Die Kritik am allzu leichtfertigen Gebrauch des Antisemitismusvorwurfes und auch die an Broders gewohnt markigen Worten sind erst einmal gerechtfertigt, denn eine Diskussion auf diesem Niveau bringt niemanden weiter. Broders Hinweise und Analysen sind oftmals (wenn auch auf eine spießig-wertkonservative und reaktionäre Weise) hilfreich, nur hat er das Problem, dass er mit dem Arsch das einreißt, was er mit den Händen aufbaut. Wie soll eine zivilisierte Diskussion derlei Gepöbel ertragen? Es ist einfach zu undifferenziert und oftmals unterstellend. Geht man ehrlich mit den Ereignissen/Wertungen um, dass der Rückschluss auf die Rampe und das Messer illegitim ist. Natürlich ist Antisemitismus zu kritisieren und zu demaskieren, nur ist nicht jeder, der derartige Tendenzen zeigt, darauf erpicht, Gaskammern zu errichten oder das Messer zu zücken, wäre vermutlich nicht einmal erfreut darüber. Ich persönlich mag auch so manche Gruppen nicht, würde sie allerdings kaum ins Jenseits bevördern wollen, zumal meine Abneigung oftmals auf – das ist wohl leider menschlich – Vorurteilen beruht. Diese sollte man auflösen, nur funktioniert das eben kaum, wenn es mit dem publizistischen Baseball-Schläger in der Hand geschieht.

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    • 26. November 2012 19:29

      Augstein hätte jederzeit die Möglichkeit mit Broder „in die Werkstatt“ zu fahren, wenn „an den Bremsen“ tatsächlich etwas kaputt wäre, aber das unterlässt er wohlweislich, weil sonst, wenn in der Werkstatt alles ausgebreitet würde, aufkäme, dass die „kaputten Bremsen“ gelogen sind und eher er einen „Blechschaden“ hat!

      Der Autor der Zeilen „Gaza ist ein Ort aus der Endzeit des Menschlichen…[]…Gaza ist ein Gefängnis. Ein Lager. Israel brütet sich dort seine eigenen Gegner aus.“ kann sich nie wieder über einen unberechtigten Antisemitismusvorwurf beschweren ohne als „Heuchlermime“ erkannt zu werden.

      lg LL

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      • MEMO permalink
        26. November 2012 20:22

        Also mal ehrlich – die Möglichkeit existiert nicht. Es gibt keinen Grund, warum man sich mit einem in die Werkstatt begeben sollte, der sein Urteil immer wieder aufs Neue aufs kompromissloseste fällt. Also was soll sowas? Jemand, der sich derart brachial äußert, hat sich als Gesprächspartner disqualifziert – übrigens unabhängig vom Thema. Das wäre bei einem Disput über die Karnickelzucht nicht anders. Ein wenig Verhältnismäßigkeit wäre schon von Vorteil, – aber o.k. – das ist nicht gerade Broders Verkaufsargument.

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      • 26. November 2012 23:26

        Volle Zustimmung Louis,
        wer Israel für die Nichtweiterbeschäftigung der Schleckerfrauen verantwortlich macht, wer in Israel die größte Gefahr für den Weltfrieden sieht, wer eine antisemitische Zeitung wie den“Freitag“ betreibt, wer von “Gaza ist ein Ort aus der Endzeit des Menschlichen…[]…Gaza ist ein Gefängnis. Ein Lager. Israel brütet sich dort seine eigenen Gegner aus” halluziniert, kann sich nicht weinerlich über einen „unberechtigten Antisemitismusvorwurf“ beschweren.

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      • 27. November 2012 17:55

        Warum sollte die Möglichkeit nicht existieren? Wenn sich Augstein illegitim als antisemitische Dreckschleuder tituliert sehen würde, er also in der Öffentlichkeit schwer und unberechtigt beleidigt worden wäre mit der Folge eines geschäftsschädigenden Ansehensverlustes, dann hätte er doch die Möglichkeit vor den Kadi zu ziehen und seine Reputation in der Öffentlichkeit wieder herzustellen, wäre es tatsächlich Unrecht. Dies unterlässt er jedoch notgedrungen, nimmt den geschäftsschädigenden Ansehensverlust zähneknirschend hin, um Schlimmeres zu vermeiden, um nicht noch mehr Staub aufzuwirbeln. Die „antisemitische Dreckschleuder“ könnte Broder vermutlich argumentativ belegen, er also nicht entkräften, deshalb unterlässt er es und lamentiert über inflationären Gebrauch von Antisemitismusvorwürfen. Natürlich ist das Taktik, denn wäre der Begriff inflationär gebraucht, würde er sich dort gerne einreihen, wo der Begriff „im Übermaß“ gebraucht würde. Die Erkennung des inflationären Gebrauchs von Antisemitismusvorwürfen ist sicher nicht 100%ig trennscharf und daher streitbar, bei Augstein ist jedoch eine antisemitische Federführung unbestritten vielfach zu belegen. Im Windschatten des Streitbaren fährt der Klagesänger Trittbrett!

        lg LL

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    • 27. November 2012 11:26

      Der Bernd Zeller bringt es auf den Punkt: Was „Augstein“ betreibt, ist aber mehr, er setzt sich an die Spitze oder, in der Terminologie des demokratischen Zentralismus, an die Schaltstelle dieses Milieus. Er tut dasselbe wie Jörg Haider, als er den alten Nazis Anstand bescheinigte, nicht weil er sie achtete, sondern weil er sie brauchte. „Augstein“ braucht dieses Untervolk, damit es ihm seine Zeitung abkauft. Er wirtschaftet.

      Wenn ein Nazi die Hand zum Hitlagruß erhebt, dann darf er sich nicht beschweren Nazi genannt zu werden. Meine Erna sieht dat genauso.

      Euer Erwin aus Wanne

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      • MEMO permalink
        27. November 2012 12:08

        Da wird er sich aber freuen, dass er in Wanne schon zum Nazi aufgestiegen ist. Darf ich fragen, wann mit der Inhaftierung zu rechnen ist. Das Standgericht fand ja hier schon statt.

        Sorry, aber das ist nicht einmal mehr zum Lachen. Diese Form der Diffamierungskampagne eines Menschen ist unterirdisch und imho auch strafrechtlich relevant. Menschlich betrachtet… es passt einfach nicht zusammen, permanent mit dem moralischen Zeigefinger durch das Netz zu marodieren, jedoch fernab jeglichen Anstands gegen eine Person zu agitieren und eine Beschädigung nicht nur bewusst in Kauf zu nehmen sondern sie auch noch zu provozieren.

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      • 27. November 2012 12:26

        Uiuiui. Da bin ich glatt missverstanden worden. Der Augstein ist doch kein Nazi. Er schreibt antisemitische Artikel und ist Herausgeber einer antisemitischen Zeitung.

        Ich kann auch ein anderes Beispiel nehmen. Wenn man sagt die Schalker sind ein dreckigea Scheißverein, eine Gefahr für die Bundesliga, dann darf man sich auch nicht wundern wenn man Schalkehasser genannt wird.
        Dat tut mir jetzt leid wenn ich mich schlecht ausgedrückt habe. Ich hoff es ist jetzt klar.

        Grüße aus Wanne, auch von der Erna
        Ich muss jetzt aba wieder malochen

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    • 27. November 2012 16:27

      Was ich bei Felix Bartels über Grass lese gilt in großen Teilen auch für Jakob Augstein:

      Es verhält sich damit wie mit anderen modernen Mythen, etwa dem von der Apartheid in Israel. Das Verdikt erhält seine Wirklichkeit dadurch, daß es zur festen Formel wird. Der Umstand, daß es wenig bis gar nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat, wird auf die Art kompensiert. Kritik z.B. an Israels militärischen Vergeltungsaktionen, seiner Siedlungspolitik oder der Besatzung überhaupt findet hierzulande, ausgenommen die Erzeugnisse des Springer-Verlags, in jeder großen Zeitung statt. Regelmäßig, ausgiebig und ohne Rücksicht. Um das wahrzunehmen, muß man nichts weiter tun als es – nunja: wahrnehmen. Die Irren des Web 2.0 aber ficht das nicht an; sie beten weiter ihre Überzeugung herunter, daß Kritik an Israel nicht möglich sei, ganz so, als sei ihr eigenes Treiben nicht selbst die leibhaftige Widerlegung ihrer These. Bei diesem Grad an Unbewußtheit wundert es denn auch nicht, daß kaum einer der Verteidiger des Günter Grass zur Kenntnis nahm, daß Grass nicht für seine politische Stoßrichtung – die Warnung vor einem Bombenangriff gegen den Iran – kritisiert wurde, sondern weil seine Aussagen an den wirklichen Verhältnissen vollends vorbeigegangen, frappant einseitig und mit Ressentiments beladen sind. Wenn Grass sich nun als Opfer einer Art Inquisition sieht, verlangt er im Grunde einen Gesellschaftszustand, in dem das Sagen der Unwahrheit unwidersprochen bleiben muß (zumindest, soweit es Günter Grass ist, der die Unwahrheit ausspricht). Wenn ich heute die Behauptung aufstellte, daß die Erde eine Scheibe sei, und daraus die Forderung ableitete, daß die Schiffahrt über den Pazifik eingestellt werden müsse, wäre mir nicht nur die Feindschaft des Schiffereiwesens sicher, sondern auch der Spott der Astronomen, und ich könnte mich nicht, nur weil die Physiker über mich lachen, als Verfolgten der Schiffahrt-Lobby hinstellen, ohne noch mehr Gelächter zu ernten. Wenn Grass will, daß man ihn nicht angreift, sollte er aufhören, solchen Unsinn zu schreiben. Aber ich fürchte, 60 Jahre Antikommunismus, Judenknacks und literarische Schaumschlägerei haben im Seelenhaushalt ihre Spuren hinterlassen.

      Der Gedanke: Kritik an Israel ist in Deutschland nicht möglich, hat einen siamesischen Zwilling: Kritik an Israel ist nicht antisemitisch. In welchem Kopf immer der eine der beiden wohnt, dort findet sich auch der andere, weswegen man letzteren in den Diskussionen des Web 2.0 etwa genauso häufig antrifft wie ersteren.

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  10. 27. November 2012 22:17

    „Ein Antisemit ist jemand, der die Juden noch weniger leiden kann, als es an sich natürlich ist“: Diese Definition soll eigentlich ironisch sein. Aber genau so denkt es in Jakob Augstein. (..)

    Was ist der Antisemitismus, was macht einen Antisemiten aus? Wissenschaftler, die dem Jahrhunderte alten Rätsel mit empirischen Mitteln auf die Spur zu kommen versuchen, sprechen inzwischen von einem latenten und einem manifesten Antisemitismus, von einem eliminatorischen und einem Schuldabwehr-Antisemitismus, der aus den Ruinen von Auschwitz zu neuem Leben erwacht ist. (..)

    Augstein möchte nicht nur aus dem Schatten der Worte Angela Merkels geholt, er möchte auch von der Last der deutschen Geschichte erlöst werden. Augstein will nicht mehr daran erinnert werden, wie es dazu kommen konnte, dass Israels Sicherheit Teil der deutschen Staatsräson wurde. Das ist genau die Art von Antisemitismus, wie er in den gebildeten Ständen gepflegt wird, die es satt haben, immer wieder mit der „Auschwitzkeule“ gehauen zu werden. (…)

    Augstein möchte nicht nur aus dem Schatten der Worte Angela Merkels geholt, er möchte auch von der Last der deutschen Geschichte erlöst werden. Augstein will nicht mehr daran erinnert werden, wie es dazu kommen konnte, dass Israels Sicherheit Teil der deutschen Staatsräson wurde. Das ist genau die Art von Antisemitismus, wie er in den gebildeten Ständen gepflegt wird, die es satt haben, immer wieder mit der „Auschwitzkeule“ gehauen zu werden.

    Diesen Antisemitismus hat Rainer Werner Fassbinder auf den Punkt gebracht, als er in seinem Stück „Die Stadt, der Müll und der Tod“ den Antisemiten Hans von Glück sagen lässt: „Und Schuld hat der Jud, weil er uns schuldig macht, denn er ist da. Wär er geblieben, wo er herkam, oder hätten sie ihn vergast, ich könnte heute besser schlafen. Sie haben vergessen, ihn zu vergasen. Das ist kein Witz, so denkt es in mir.“

    Und so denkt es auch in Günter Grass und in Jakob Augstein, der in seiner letzten „Spiegel Online“-Kolumne („Überall Antisemiten“) den „inflationären“ Gebrauch des Antisemitismus-Vorwurfs beklagt, wodurch „der Begriff seine Bedeutung und das Thema seine Würde“ verliere. So etwas nutze nur „den wirklichen Judenfeinden“. So haben Antisemitismus und Körpergeruch etwas gemeinsam: Stinken tun immer die anderen.

    http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article111546855/Was-Antisemitismus-und-Koerpergeruch-verbindet.html

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      28. November 2012 00:46

      Mit Verlaub – ich maße mich nicht an, das Denken von JA beurteilen zu können, ohne mit ihm darüber gesprochen zu haben und ich halte es auch für vermessen, derlei zu artikulieren. Was ich konstatieren kann, ist, dass Aussage A falsch ist, wenn sie getroffen wurde – anhand von Fakten. Was ich nicht kann, ist, in den Kopf eines Menschen zu sehen, seine Beweggründe anhand des Handelns Dritter zu analysieren. Derartiges zu versuchen, ist immer – ohne Ausnahme – illegitim. Ich erkenne an dieser Hexenjagd nur eins wieder: Was der Mensch beweisen will, beweist er. Und eben darum wird es nicht richtiger. Im Zweifel für den Angeklagten – das hat schon seinen guten Grund.

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    • 28. November 2012 08:46

      Ich muss nicht mit Jakob Augstein sprechen um zu wissen was er aussagen will. Mit Julius Streicher musste man auch nicht sprechen um ihn beurteilen zu können, seine Artikel und sein Blatt waren eindeutig. Freilich hat sich der Antisemitismus nach 1945 geändert, wie er sich im Laufe der Jahrhunderte immer angepasst hat. Nach 1945 versteckt sich Antisemitismus oft im Gewand des Antizionismus. Die Gründe für Antisemitismus nach 1945 sind vielfältig, von der Schuldabwehr, der Erinnerungsabwehr bis zu alten religiösen Vorurteilen sind die Gründe zu suchen.

      Jakob Augsteins Artikel in SPON sprechen eine eindeutige Sprache. Augstein ist Herausgeber des antizionistischen Freitag. Er ist nicht nur verantwortlich für die Artikel von Herden, Langer und Co. sondern auch für die Artikel und Kommentare von TomGard, Fritz Teich, Zelotti , Rahab, Fro usw. Im „Freitag“ können antisemitische Blogger mittels eigener Artikel ihre Ansichten verbreiten, im Unterschied zur TAZ oder zur SZ, wo die „Friedensfreunde“ nur Kommentare abgeben können. Die Moderation des Freitags unterstützt und schützt die kruden Ansichten ihrer „Israelgegner“.

      Zugegeben, Augsteins Beweggründe für seine Israelgegnerschaft kenne ich nicht. Darüber könnte man nur spekulieren. Jedenfalls hat sich die Arbeit von Mission Impossible gelohnt, weit mehr Menschen wissen heute über den Antizionismus von Augstein und seinem „Freitag“ Bescheid und das ist meiner Meinung schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

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        28. November 2012 10:02

        Ein Herausgeber ist also verantwortlich für die Kommentare von Bloggern. Dieser „bestechenden Logik“ folgend sind die Herausgeber der Zeit, der Welt und weiterer Medien also allesamt Nazis, Hetzer, Rassisten, Antisemiten? Die Freitags-Redaktion lässt (meiner persönlichen Meinung nach zu wenig korrigierend, aber das ist eine andere und nicht leichte Frage) Artikel von Bloggern weitgehend zu, die sich damit der Diskussion stellen. Das ist erst einmal modern und auch mutig, denn dieses Handeln nimmt die Forderung nach freier Meinungsäußerung und medialer Teilhabe ernst. Hierbei handelt es sich um ein Aleinstellungsmerkmal des Freitag und zwar eines der positiven Sorte. Grenzen werden dort offenbar gezogen, wenn die Situation zu eskalieren droht – und das nicht immer auf die geschickteste Art und Weise. Hieraus lässt sich erst einmal nur der Vorwurf diverser Fehlentscheidungen ableiten – Menschen machen eben Fehler. Ich, Du und sogar Euer Götze Broder ist davor nicht gefeit. Was die „Arbeit“ von Mission Impossible betrifft, hat sie nach wie vor ein G’Schmäckle, denn – und da gebe ich Augstein im Grundsatz Recht – dient der inflationäre Gebrauch des Antisemitismus nicht unbedingt der Ernsthaftigkeit des Themas. Im übertragenen Sinn wird hier jemand als brutaler pädophiler Vergewaltiger verurteilt, der im Grunde nur einen Blick auf eine Hülle in einem Sexshop geworfen und den Klappentext gelesen hat.

        Was MI betrifft, reduziert sich das Ganze aus meiner Sicht, abgesehen von ein paar wirklich interessanten Hinweisen und Links, auf einen mit aller Vehemenz entfachten Shitstorm, wie man ihn auch aus anderen Bereichen kennt – vorschnell, massiv verurteilend, diskursunfähig. Ich sehe den „Gewinn“ eher darin, dass einige Blogger – wohl auch auf Betreiben des Herausgebers – keine Stimme mehr im Freitag haben, bzw. sich erst einmal äußern können (wie es übrigens in einer Demokratie nach meinem Verständnis üblich sein sollte), es damit dann aber auch gut sein soll. Hier wurden einige Glanzlichter thematisiert, was gut ist/war. In der weiteren Ver- und Beurteilung schießt MI aber nach wie vor weit über das Ziel hinaus, was letztlich keine positiven Folgen hat/haben kann.

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      • 28. November 2012 10:59

        Die Artikel der in der Zeit und in der Welt sind nicht vergleichbar mit den antisemitischen Freitagsartikeln von Fritz Teich, Rahab oder TomGard (nur ein kleiner Auszug, diese Liste wäre hundertfach erweiterbar). Wer dies ernsthaft bestreitet macht sich lächerlich. Soll ich hier einmal Aussagen aus „Fritz-Teich-Artikeln“ zitieren? Damit will ich nicht die inhumanen Artikel und Kommentare der Zeit oder der Welt verharmlosen. Der Freitag lässt eben keine ernsthaft Diskussion bei seinen antisemitischen Artikeln zu. Die Moderation steht auf der Seite der Antisemiten, was ich schon hundertfach belegt habe. Wäre es so wie du es beschreibst wäre es mutig, die Realität ist eine andere.

        Wenn zugegeben Henryk Broder das ein oder andere Mal überzieht und oft durch harte Wortwahl glänzt, im Grundsatz liegt er mit seinen Analysen über Augstein, den „Freitag“ und anderen antisemitischen Antizionisten richtig. Die antijüdischen Ressentiments lassen sich nicht wegdiskutieren. Seine Argumente sind nicht zu widerlegen. Der „Antisemitsmuskeulenvorwurf“ oder „du Antideutscher!“ oder „gib deinen deutschen Pass ab“ sind keine Argumente. Augstein macht dort weiter wo sein Vater Martin Walser, der Erfinder des „Auschwitzkeulenvorwurfes“ begonnen hat. Dieselben Diskussionen gab es bereits in den 1980er Jahren. Dazugelernt haben die damaligen „Friedenskämpfer“ jedenfalls nichts.

        PS: Alleine die seit knapp zwei Jahren währende Tatsache, dass es für die Blogger des „Freitags“ verboten ist auf Mission Impossible zu verlinken oder Texte von hier zu zitieren ist ein Beleg für den großartigen Erfolg von MI. Natürlich sehen das diverse Leute anders, was in der Natur der Sache liegt.

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      • MEMO permalink
        28. November 2012 12:54

        Ich habe auf die Kommentatoren in ZEIT und WELT verwiesen, Leserbeiträge sind in der ZEIT ohnehin nur noch bedingt, in der WELT garnicht möglich. Die Wortwahl Broders sehe ich übrigens nicht als glänzend an, sie ist primitiv und wohl seiner publizistischen Vita, respektive seines USP geschuldet.

        Was den vermeintlichen Erfolg betrifft, sehe ich das anders und kann die Entscheidung des Freitag nachvollziehen. Will heißen: Ich würde in jedem Fall exakt genauso entscheiden, weil ich kein Interesse daran hätte, einen Disput mit ein paar Privatpersonen in das eigene Medium zu ziehen – und zwar völlig unabhängig vom Thema. Belegt hast du, dass die Moderation mit Eskalation überfordert war und den leichteren Weg wählte – sonst nichts. Das kann man ihr natürlich vorwerfen, eignet sich aber meiner Meinung nach immer noch nicht dazu, die Menschen als kleine Streicher von nebenan zu diffamieren. Berechtigte und sachliche Kritik am Freitag kann ich durchaus nachvollziehen und sie ist auch wichtig. Wenn diese Kritik aber ins negative Superlativ abdriftet und nur noch darauf ausgelegt ist, „dingfest“ zu machen, folge ich dem nicht mehr. Das Thema hatten wir aber schon einige Male.

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      • 28. November 2012 14:53

        Das ist der große Unterschied: In der Zeit, Welt, SZ und TAZ haben die „TomGards“ dieser Welt nicht die Möglichkeit ihre Ansichten in Artikeln zu verbreiten. Wenn eine Zeitung die Möglichkeit bietet Blogs zu schreiben, dann braucht sie eine gute Moderation, ansonsten sollte sie es bleiben lassen.

        Abgesehen davon: In der Zeit oder in der Welt würden die Kommentare von TomGard nicht erscheinen. Oder glaubst du folgendes könntest du in einer diesen Zeitungen lesen:…für den Zionismus und die viehische Gewalttätigkeit seiner realen Vertreter… zum zionistischen Apartheidsstaat und den Greueln, den er an der palästinensischen Bevölkerung begeht. spielt die erhebliche ökonomische und politische Macht, welche der sich jüdisch definierende Teil der herrschenden Klasse in den USA und ihm nahestehende Kreise auf sich versammeln…. dem zionistischen Terrorismus und Staatsgründungswillen fiel den Amerikanern nach dem WKII ein nahezu perfektes Instrument in die Hand… die Lage wurde von zionistischen Schlächtern absichtsvoll und systematisch herbei geführt, viele von ihnen haben sich dazu bekannt. Die Errichtung des KZ Gaza zementierte diese Lage noch einmal… Die Gaza-Aktivisten wurden sowohl mutwillig wie gezielt hingerichtet….

        Wohlgemerkt: TomGard war ein angesehener Blogger im „Freitag“, seine Kommentare und Blogs wurden von Rahab und Co bejubelt.

        Ich habe belegt, dass die Moderation die Antisemiten schützte, wenn du das nicht zur Kenntnis nehmen willst kann ich es nicht ändern. Trotzdem ein Beispiel dazu:

        In meinem ersten Blog im „Freitag“ gab es über 400 Kommentare, so gut wie alle in folgender Art:

        BOT am 14.02.2010 um 14:19,“Israel ist ein Staat, der systematisch Tausende von Menschen umbringt, obdachlos macht, Familien auseinanderreisst und bei Menschen, die nicht streben Traumata herbeiführt. Nennen Sie es wie sie wollen. Ich nenne das GROSSE SCHEISSE und hab was dagegen.“

        Fritz Teich am 15.02.2010 um 12:01:“Spielt Hamas in der gleichen Liga? Popelige Raketchen auf ein Dorf in der Wueste. Wer immer die abgeschossen hat. Was wird Hamas denn vorgeworfen? Dass sie die Raketchen nicht verhindert haben? Nicht ganz leicht, in Gaza Polizeiaufgaben zu erledigen, wenn ein Polizeichef nach dem anderen “herausgenommen” wird. Und was ist die Folge der Raketen: Kinder werden traumatisiert. Wie schrecklich. Woanders werden Kinder abgeschossen. Das nenn ich mit Iran “grosse Arroganz”.“

        thinktankgirl am 12.02.2010 um 01:22:”…Frage: Sind Sie so ein bezahlter Propaganda-Schreiberling? Um nur ein interessierter Mensch zu sein, sind Sie viel zu gut vorbereitet. Aber leider tun Sie mit dieser Art von Werbung der israelischen Sache keinen guten Dienst.”

        zelotti am 12.02.2010 um 18:12,“Der Zionismus ist rein ideologisch der Zwillingsbruder des nationaldeutschen Imperialismusm, und genauso wie der fühlt er sich immer zu kurz gekommen.“

        thinktankgirl schrieb am 11.02.2010 um 17:45:“ @fidelche Nein, das meinen Sie jetzt hoffentlich nicht ernst? Oder glauben gar, daß es wahr ist? Ich könnte Ihnen jetzt Opferzahlen aufführen und noch so Zeugs, aber ich will es wirklich nicht mehr. 1,5 Millionen (oder waren es mehr – weniger?) im Gaza-Streifen eingeschlossene Menschen, die KEINERLEI Fluchtmöglichkeit hatten, zusammenzuschiessen,das war wirklich ne tolle Leistung. Sind eigentlich inzwischen alle dort verhungert? Man hört ja nichts mehr?

        Von der Freitag-Redaktion wurden diese und viele weitere ähnliche Kommentare nicht zensiert, zensiert wurde mein Satz im 452. Kommentar an Uwe Theel: “Wenn du alle Kommentare aufmerksam lesen würdest, könntest Du in diesem Forum feststellen, dass es linken Antizionismus/Antisemitismus gibt.“! Nach diesem Satz von mir wurde sofort der Blog für weitere Kommentare gesperrt.

        Damals dachte ich noch Augstein wäre nicht so primitiv und antisemitisch wie seine Blogger, wobei es mich schon damals irritierte dass Lutz Herden und Felicia Langer ihre „Israelkritik“ im Freitag veröffentlichen dürfen. Seit einem Jahr zeigt Jakob Augstein in seinen SPON Artikeln sein wahres Gesicht. Er steht seiner Freitags-Avantgarde in nichts nach.

        Du kannst mich bezüglich des Antisemitismus nach 1945 in Deutschland nicht überzeugen, dafür habe ich mich zu viel mit dem Thema beschäftigt und zuviel darüber gelesen von Poliakov, Adorno, Scheit, Geisel, Lozowick, Pohrt, Küntzel, über Haury bis Améry. Ich kann dich andererseits auch nicht überzeugen. Ich schlage vor, wir belassen es dabei.

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        • MEMO permalink
          28. November 2012 15:49

          Ich habe auch nicht vor, Dich von irgendwas zu überzeugen. Ok.

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        • 28. November 2012 19:20

          Ok, alles klaro.

          Übrigens habe ich 30 der 470 Freitags-Kommentare aus dem damaligen Améry-Blog veröffentlicht, damit meine Sicht verdeutlicht wird (ganz unten in blauer Schrift).

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  11. 29. November 2012 15:48

    Präzise auf den Punkt. Ein guter Leserbrief in Konkret. Gratulation!

    Apropos: Heute wird die UNO den Palästinensern den Status eines Beobachterstaats geben. Was bringt das, frage ich mich? Ich frage mich ob Abbas überhaupt einen eigenständigen Staat haben will. Die Hamas würde ihn sofort wegputschen.

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    • 29. November 2012 17:41

      Danke für die Blumen.

      Zu Apropos: Für einen zweiten Staat der Palästinenser müssten erst einmal die Grenzen festgelegt werden. Dazu müssten sich die Parteien an einem gemeinsamen Tisch setzen und die Palästinenser das Existenzrecht Israels anerkennen. Ich verstehe nicht wieso sich in der Zwischenzeit nicht der Gazastreifen mit Ägypten vereinigt und die Westbank mit Jordanien.

      Das jordanische Staatsgebiet ist mehr als viermal so groß wie dasjenige Israels, und seine Bevölkerungsdichte beträgt nur ein Sechstel derjenigen Israels. Die meisten palästinensischen Flüchtlinge der Kriege von 1948 und 1967 leben in Jordanien, etwa 60 Prozent aller Jordanier nennen sich »Palästinenser«, und auch der Rest unterscheidet sich von diesen, soweit es sich um Araber handelt, weder in Sprache, Religion noch Kultur. Bis 1967 war das Westjordanland jordanisch besetzt und auch förmlich annektiert, die dort lebenden palästinensischen Araber galten als Jordanier (und sind auch heute häufig im Besitz eines jordanischen Passes). Aber bezeichnenderweise hat in jener Zeit keiner von ihnen eine Intifada gegen Jordanien ausgerufen, um im Westjordanland einen palästinensischen Staat zu schaffen, und kein palästinensischer Araber kämpfte je in Gaza gegen die Ägypter, die den Gazastreifen seit 1948 besetzt hatten: Der Kampf richtete sich immer nur gegen die Existenz Israels.

      Nicht nur Tilman Tarach meint:
      „Wie die »Jerusalem Post« berichtet, bezeichnete König Abdullah schon eine bloße Konföderation zwischen Jordanien und dem Westjordanland als eine »Verschwörung gegen das Königreich und gegen die Palästinenser«. Auch alle bekannteren palästinensischen Gruppen verteufeln einen solchen Plan: Die Schaffung eines zweiten palästinensischen Staates neben Jordanien war für sie stets nur ein Vorwand, der ihre antiisraelische Politik kaschieren sollte, und die Anerkennung des um die Westbank vergrößerten Jordanien als Staat der Palästinenser würde ihnen diesen Vorwand nehmen.
      Ihr eigentliches Ziel war stets die Zerstörung Israels, und dieses Ziel würden sie in ihrem unheiligen Zorn über die »zionistische Anmaßung« auch dann noch verfolgen, wenn sich die Juden Israels mit ihrem Staat auf die Festung Masada im Judäischen Gebirge oder auf die Strandpromenade von Tel Aviv zurückziehen würden.“

      Aber wenn es den Palästinensern gut gehen würde, dann hätten die deutschen Antisemiten einen Grund weniger um ihren Judenhass artikulieren zu können und wer will das schon.

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  12. 29. November 2012 21:34

    In den Kommentaren zu diesem Text, der eben ein lässiges Zurücklehnen normalerweise zur Folge hätte, kommen Anfeindungen, die jeder Feind gerne schriftlich und mit Absenderadresse hätte. Egal worum es geht. Egal.
    Auf ein Nichts kann auch ein Mediendynast nicht antworten. –
    Und aber keine Absenderadresse ist da. Warum auch immer. Der Absender war immerhin schon mal Gratis-Gast beim Adressaten. Ich stelle das nur fest; mit Neuhaus, dem Bassisten und dem mentalpunker im nebenstehenden Blog. Free Gaza.
    „Ob dieser Horst Kosel aus Gronau mit Bürger Fro verwandt ist?“
    „Ich frage mich was sich Uwe Theel so bei den aktuellen Anti-Israel-Blogs im „Freitag“ denkt.“
    „Dieser Leserbrief in Konkret könnte Jakob Augstein und einige aus dem Dunstkreis des „Freitags“ durchaus schmerzen.“
    „Irgendwie habe ich den Eindruck, dass gewisse Antisemiten und gewisse Projektleiter des “Freitags derzeit sich in der Defensive befinden.“
    – – – In der Defensive gegen ein Nichts, einen Anonymus.
    Bald wird sich das umkehren. Weil die Konterrevolution einen Namen hat. Die Aufklärung keinen. Schade, aber ich kenne wenigstens Namen von Aufklärern.

    „Jakob Augstein ist angeschlagen. Auf Facebook nannte ihn jemand eine ‚antisemitische Dreckschleuder‘.“
    ICH erfreue mich nicht daran, und würde die fürchterliche Benennung gerne mit soviel Freiheit bestücken, daß sich der Benannte selbst aus der Verstrickung befreien könnte.
    Bis solches Denken hier wieder eingeführt ist . . . Bis dann, mein Gruß!

    PS: Im ersten und zweiten Kommentar hoffte ich, die Sprache im Print würde sich fortsetzen im Netz, aber im Gegenteil: Pustekuchen wurde Sturmteilchen.

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  13. H. Herforder permalink
    29. November 2012 22:07

    Schöner Beitragstitel:
    „Wie soll ein Mensch das ertragen“
    Ohne jedes Fragezeichen, ohne jeden Namen.
    Als Gejagter, in der anonymen Enge?
    Diskussion ist bürgerlich, Gleiche zu Gleichen,
    Name zu Name. Person zu Person.
    Wer das nicht will, soll es es lassen.
    Die Zeit der Nicks ist vorbei! Alles weitere so wäre konterrevolutionär.
    Mein Name ist Herrliches Herforder.
    Wer´s glaubt, wird seelig!
    Wer mich nicht identifizieren kann, ist – im Kontext – doof.

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  14. MEMO permalink
    29. November 2012 22:35

    Meine Haltung dazu

    Ich habe es – auch, wenn es arrogant klingen mag – nicht nötig, mich zu verstecken. Mein Gesicht ist hier zu sehen, der Link hinter dem Profil verweist eindeutig auf mein Portal und mich als Betreiber. Es mag sein, dass es Menschen gibt, die mich aufgrund meiner Haltung, meiner Kritik, missachten oder auf dieser Basis den Kontakt meiden. Es mag sein, dass mir dadurch auch Nachteile erwachsen, was ich als deren Schwäche ansehe. Hierbei geht es auch um etwas wirklich „Emanzipatorisches“. Ich sehe nicht ein, mir den Mund verbieten zu lassen und will ihn auch anderen nicht verbieten. Ich will aber auch, dass diese Anderen wissen, von wem das Gesagte/Geschriebene kommt, damit sie die Möglichkeit besitzen, mir direkt zu antworten – was für mich, und sei es noch so „retro“ klingen – ein Gebot der Fairness ist. Und in diesem Zusammenhang muss ich mich auch dem Umstand stellen, dass ich nicht anklagen und urteilen kann, wenn ich selbst dem NICHT gerecht werde, was ich fordere.

    Mir wurde hier einmal vorgeworfen, ich würde das „Outen“ fordern, damit die hier handelnden Personen „irgendwie verfolgt“ werden können. Das ist unrichtig. Vielmehr ist die Benennung von Personen, das offene Visier, auch ein Korrektiv, welches wichtig ist, damit man im eigenen Kampfgeschrei nicht ins Aus rennt. Es zwingt dazu, die eigene Sicht zu überprüfen, verantwortungsvoller mit ihr umzugehen – und ja, auch, den Menschen als Gegenüber angemessen zu behandeln, ihn nicht im Reflex der Erregung zu misshandeln. Wir leben hier zum Glück in keinem der Länder, die oftmals thematisiert werden. Kein Baukran-Galgen steht herum und die Gefahr, eingegraben und gesteinigt zu werden, ist verhältnismäßig gering. Gründe, warum man sein wirkliches Gesicht nicht zeigen sollte, sind also nicht vorhanden, denn letztlich zeigt sich die kritisierte Seite auch. Ich komme demnach nicht darum herum, ihnen ein Mehr an Mut zu bescheinigen. Auch andere Kritiker zeigen ihr Gesicht, benennen ihren Namen – darunter auch Gerd Buurmann, dessen Texte ich sehr schätze, auch, weil er sich als Person der Diskussion stellt.

    Was Pseudonyme diverser Schriftsteller betrifft, besitzen diese zumeist einen ganz anderen HIntergrund, der hier keinen Zusammenhang bestitzt.

    Abschließend möchte ich bemerken, dass ich hier niemanden zwingen oder überreden möchte. Gut wäre es allerdings, sich darüber einmal ernsthaft Gedanken zu machen – auch im ganz eigenen Sinn.

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    • 29. November 2012 23:24

      Subscribe: by mine Lindenblatt!

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    • 29. November 2012 23:35

      Wiederholen vom geschätzen MEMO möchte ich allerdings: „Abschließend möchte ich bemerken, dass ich hier niemanden zwingen oder überreden möchte. Gut wäre es allerdings, sich darüber einmal ernsthaft Gedanken zu machen“. Ach gut: MS – B.

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      • MEMO permalink
        30. November 2012 00:15

        Yes. 🙂

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    • 30. November 2012 11:13

      Nachdenken finde ich prima. Antisemiten wurden schon des Öfteren zu Mördern, wie die letzten hundert Jahre bewiesen haben. Frei nach Sartre: Was der Antisemit wünscht und vorbereitet, ist der Tod des Juden sowie des Judenfreundes. So arrogant es klingen mag ich denke schon, dass ich etwas mehr gegen Antisemiten angeschrieben habe als MEMO und Co. oder wo kann ich etwas Vergleichbares wie die Zitate-Sammlung „TomGards“ oder die „Reservisten des Freitags“ nachlesen? Ich gehöre zweifellos zu den vordersten Hassobjekten für die Leute aus dem „Freitag“ und seinen Ablegern.

      In Europa gibt es erfreulicherweise keine „schariakonformen“ Baukran-Galgen, in der Mitte Europas wurde allerdings vor wenigen Jahren ein gewisser Theo van Gogh von einem „Hamasversteher“ ermordet, weil er nicht die Meinung der Gotteskrieger teilte. In der Mitte Europas entkam Kurt Westergaard gerade noch seinen Häschern, weil er sich nicht mit dem Dschihad solidarisierte. Gerd Buurmann, den ich sehr schätze hat sich entschieden mit seinem Klarnamen für Israel zu bloggen. Der Antizionist Erhard Arendt freut sich darüber, wie hier nachzulesen ist.

      Jeder sollte selbst entscheiden wie er es mit seiner Anonymität im Internet hält. Ich habe keine Lust mich mit den „Arendts“ des Netzes auseinanderzusetzen. Ich traue den „TomGards“ und ganz konkret TomGard nach der Lektüre seiner Elaborate einen Mord zu und da ich Familie habe werde ich sie dieser Gefahr nicht aussetzen. Ich gehe davon aus, dass sich MEMO im Falle meines unnatürlichen Ablebens nicht finanziell um meine Familie kümmern würde. Verschwurbelt formulierte Morddrohungen bekam ich bereits von Rahab. Juristische Schritte wollten viele „thinktankgirls“ des „Freitags“ gegen mich einleiten, wobei diese juristischen Schritte noch am wenigsten zu scheuen wären, weil alles hier Geschriebene belegbar ist.

      Ich frage mich ernsthaft weshalb sich kein hiesiger Kritiker bei TomGard (und bei vielen Bloggern des Freitags) meldet und ihn dazu auffordert die Anonymität aufzugeben.

      Die meisten Israelfreundlichen Blogs werden anonym betrieben. Warum wohl? Warum wohl ausgerechnet in Deutschland? In einem Land in dem zwei Drittel der Bevölkerung Israel als die größte Gefahr für den Weltfrieden sieht.

      Augstein mit seiner Medienmacht markiert die Zeitenwende, wie einst der Historikerstreit um Hillgruber und Nolte. Ich gehöre zu denjenigen die das erkannt haben. Ich wusste dies bereits vor mehr als zwei Jahren. Vielleicht braucht der ein oder andere nur etwas länger für diese Erkenntnis. Vielleicht ist es dann zu spät. Mission Impossible schafft eine kleine Gegenöffentlichkeit, die ich trotz aller Fehler für wichtig erachte. Es bleibt ein „Schreibkampf“ David gegen Goliath. Sogar dieses kleine Gegengewicht ist anscheinend einigen zu viel.

      Abschließend sei zugegeben, die Freude über die vielen prominenten Mitstreiter der letzten Zeit haben mich vielleicht das ein oder andere Mal über das Ziel hinausschießen lassen, dafür entschuldige ich mich gerne. Trotz alledem weiß ich nicht erst heute auf welcher Seite der Barrikade ich zu stehen habe, gerade nach den jüngsten Ereignissen im Nahen Osten und der gleichzeitigen deutschen antiisraelischen Hysterie.

      Während ich weiter nachdenke, sollten auch meine Kritiker einmal nachdenken und ich finde die Redaktion der MI sollte über die Kommentarfunktion nachdenken, denn die letzten 50 Postings haben wenig mit den jeweiligen Artikeln zu tun. Diese sich wiederholende Diskussion hätte woanders hin gehört.

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  15. 30. November 2012 12:11

    Die Kritik ist angekommen. Die Art und Weise der Übermittlung war aus unserer Sicht nicht ganz nachvollziehbar. Niemand ist gezwungen hier zu schreiben. Das Motto von Mission Impossible war von Anfang an im Prolog, in der Netiquette und in der FAQ nachzulesen.

    In den letzten drei Jahren des Bestehens der MI wurde einiges erreicht. Augstein und der „Freitag“ mit seinen antizionistischen Bloggern wurden demaskiert. Es ist nun die Zeit sich zurückzulehnen.

    Es ging wohlgemerkt nicht immer um den „Freitag“ wie die Blogbeiträge und die MI-Rubriken zeigen. Die Aufklärungsarbeit der MI bezog sich auf unterschiedliche Themenfelder.

    Einigkeit besteht hier darüber (incl. Sekretärinnen), dass sich hier niemand outen wird, weil kein noch so klein erscheinendes Restrisiko eingegangen werden kann. Das menschliche Leben, das eben Antisemiten weniger wertschätzten, ist zu wertvoll.

    Die Redaktion ist am überlegen es Lizas Welt oder Schlamassel.muc, die sich beide aus vernünftigen Gründen ebenfalls nicht outen, gleichzutun und die Kommentarfunktion abzuschalten und sie auf die MI-Facebookseite zu verlegen. Die Moderation in israelfreundlichen Blogs ist nicht gerade leicht und deshalb ist bei vielen israelfreundlichen Seiten die Kommentarfunktion deaktiviert. Die Zukunft wird zeigen wie sich die Dinge entwickeln und welche Entscheidungen zu fällen sind.

    Mit solidarischen Grüßen
    Die MI-Redaktion

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    • MEMO permalink
      30. November 2012 13:45

      Das könnt Ihr ja halten, wie Ihr wollt. Wie ich bereits schrieb, schlug ich vor, forderte aber nicht und nehme Eure Entscheidung as is zur Kenntnis. Außerhalb dieses Biotops mit überschaubarer Reichweite werde ich jedoch sicherlich nicht kommentieren – erst recht nicht auf Facebook. Ich kann mich dort nämlich nicht hinter einem Pseudonym verschanzen und wäre ja dumm, wenn ich dort letztlich Euren Stress auf mich zöge. Das Ungleichgewicht dürfte auch Euch einleuchten. Fair allerdngs wäre es, so Ihr denn so entscheidet, die Kommentarstränge zu löschen, sobald keine Reaktion mehr darauf möglich ist und Euch wie A aus K auf Eigentexte beschränkt.

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      • 30. November 2012 20:42

        Ich würde es mit Thinktankboy halten: „In den letzten drei Jahren des Bestehens der MI wurde einiges erreicht.“ Da stimme ich zu. Und: „Die Kritik ist angekommen.“ – Wichtig ist mir die selbstkritische Besinnung (Weihnachtszeit!) und ein besonnenes Weitermachen (Silvester ff.)!

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    • 30. November 2012 17:02

      Also: So wie Momo, meine auch ich, dass es besser wäre hier weiter (ohne Zwang zum Klarnamen) zu schreiben und zu kommentieren. (Auch wenn ich die Sekretärinnen der Redaktion (wie viele sinds denn?) gerne kennenlernen würde!) Wenn sich Neuhaus, Herforder, mentalpunker und last but not least auch noch Rainer dieser Meinung anschließen könnten, dann wäre das heutige second-life-Fest geerdet. Das virtuelle Bier stünde schon kalt…

      lg LL

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      • 30. November 2012 17:04

        Erratum: Entschuldige den Momo, Memo!

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      • 30. November 2012 20:17

        LL: Ich würde nur hier weiterschreiben wollen; weil die MI für etwas steht, da wo ich weiterhin mitstehen wollerte. Denn hier ist wirklich etwas entstanden, und es kann, Karl Kraus mal entgegenzitierend, ‚ausgebaut und vertieft werden‘.
        Es geht ja nicht um den blanken Namen eines Bloggers, es geht um die Person der Schreibenden. Und damit um Respekt, gegenseitigen, wie MEMO anderswo hier gerade gesagt hat. Und so antideutsch ich meistens auch denke, die Freiheit der Meinung und ohne Gefahr sie äußern zu können ist hier, in der dummen Bundesrepublik, doch sehr groß, weil die Meinungsmächte so monopolisiert mächtig sind und etwa meine Ansichten ein Schiß in den Meinungswind. – Spielerische Nicks lese ich übrigens selten im Netz, aber sie haben die Leichtigkeit eines Theaterautoren, der viele Sowohl-als-auch-Stimmen kennt, antimonoton; und dagegen ein einziges Pseudonym, mit dem stur eine Meinung gegeigt wird, die man sich unter seinem bürgerlichen Namen nicht traut, ist nur der Ersatz des Eigenamens, den man geflissentlich verschweigt, weil man weiß, daß man selbst sich nicht trauen kann. – N.b.: Selbst Theodor W. Adorno hatte ein rezensierendes Pseudonym: Hektor Rottweiler. Zum Glück ist er aber als Adorno in die kritische Geistesgeschichte eingegangen …
        Kurz: Hier ist die Mission Impossible, sie kann nicht woanders …!

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  16. 15. Dezember 2012 15:10

    Kaum zu glauben, aber in der Taz erschien heute ein wunderbarer Leitfaden mit zehn Tipps für einen israelkritischen Text. Der ewige Israeli:

    „Haben Sie vom Nahostkonflikt keine Ahnung, aber eine Meinung zu bieten? Wollten Sie schon immer mal für mutig gehalten werden, weil Sie etwas aussprechen, was sowieso alle denken? Dann schreiben Sie doch einfach einen israelkritischen Text! Im Folgenden präsentiert Ihnen die Wahrheit eine kleine Handreichung, wie solch ein Text aussehen könnte, sowie ein paar – nennen wir sie: Stolpersteine, die Sie unbedingt beachten sollten, damit Ihre Publikation auch tatsächlich als israelkritisch wahrgenommen wird und nicht etwa als … na, Sie wissen schon.

    1. Der Kronzeuge
    Zitieren Sie einen israelkritischen Juden, denn wer einen Juden zitiert – das liegt in der Natur der Sache –, der kann die Juden nicht hassen. Bedienen Sie sich dabei der Einfachheit halber aus dem übersichtlichen Pool „kritischer Juden“, die auch von anderen israelkritischen Texten immer wieder gern zitiert werden.

    2. Konzentration
    Erwähnen Sie in Ihrem Artikel nicht die Hamas – oder wenn, dann nur nebenbei, alles andere würde nur ablenken von Ihrem Thema: Schließlich geht es Ihnen in Ihrem Text um Israel!

    3. Anschaulichkeit
    Wählen Sie anschauliche Vergleiche, damit diejenigen, die noch weniger Ahnung haben als Sie, sich gleich ein Bild machen können. Vergleichen Sie den Gazastreifen mit dem Warschauer Ghetto und den israelischen Staat mit dem Apartheidregime. Wenn Sie literarischen Ehrgeiz besitzen, können Sie es auch mit Umschreibungen probieren: Bezeichnen Sie Gaza als „ein Gefängnis, ein Lager“, in dem die Menschen zusammengepfercht sind. Hoffen Sie auf einen „Nelson Mandela“ für Israel. Große Prosa entsteht, wenn der Leser die Leerstellen füllt.

    4. Im Zweifel links
    Lassen Sie durchblicken, dass Sie Linker sind oder zumindest über eine linke Vergangenheit verfügen. Denn wer links ist, ist bekanntlich gegen Nazis und kann also überhaupt gar nicht gegen Juden sein. Es sei denn (und Achtung!, jetzt wird es etwas kompliziert!): Die Juden verhalten sich selber wie Nazis. In diesem Fall können Sie zeigen, wie schlimm Sie den Holocaust finden, indem Sie ihn mit den Verbrechen Israels auf eine Stufe stellen.

    5. Moralisches Erbe
    Betonen Sie unbedingt und gebetsmühlenartig, dass gerade Sie als Deutscher und Linker die Pflicht haben, israelkritisch zu sein, da Sie zu neuem Unrecht nicht schweigen dürften.

    6. Grundsätzlichkeit
    Bleiben Sie in Ihren Vorwürfen gegen Israel möglichst pauschal, da zu viele Fakten den Leser verwirren. Gerade bei so einer hochkomplexen Materie darf man sich nicht in den Details verlieren. Nehmen Sie außerdem Abstand von konkreten Quellen – Sie sind hier schließlich der Nahostexperte! Sie sind die Quelle!

    7. Kritische Verbundenheit
    Schreiben Sie auf jeden Fall, dass Sie nur das Beste für Israel wollen: dass Sie im Gegensatz zu den „vorgeblichen Freunden Israels“ (Jakob Augstein) sein wahrer Freund sind oder dass Sie, wie Harald Martenstein es im Tagesspiegel formuliert hat, sogar für Israel „beten“ würden.

    8. Ahnungsvolles Andeuten
    Wenn Sie etwas schreiben wollen, für das Sie keine Belege haben, von dem Sie aber trotzdem glauben, dass es stimmt (die wahren Interessen Israels, der jüdische Griff nach der Weltherrschaft, die jüdische Kontrolle von Medien und Politik): Formulieren Sie es als Frage oder Andeutung! Fragen Sie zum Beispiel mit Jakob Augstein: „Wem nützt die Gewalt?“ Und antworten Sie sich selbst: „Und dieses Mal auch – wie nebenbei – den US-Republikanern und der israelischen Regierung.“ In diesem, wie nebenbei gesetzten, „wie nebenbei“ kann der Leser alles lesen, was Sie meinen (siehe auch Punkt 3: „Leerstellen lassen“).

    Die beiden letzten Gebote sind in der TAZ bei Philip Meinhold nachzulesen. Ich vermute mal Philip Meinhold hat wenig Chancen einmal einen Artikel im „Freitag“ platzieren zu können. Jedenfalls spricht es für die TAZ diese „Richtschnur“ abgedruckt zu haben.

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    • 15. Dezember 2012 17:55

      „Große Prosa entsteht, wenn der Leser die Leerstellen füllt.“ – DAS ist die verkäufliche Wahrheit!

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  17. 16. Februar 2013 11:09

    Eine iranische Zeitung lobt den „Freitag“
    von Wahied Wahdat-Hagh in der Jungle World

    In der Ausgabe der Zeitung Kayhan vom 14. Februar wird über einen Artikel der deutschen Wochenzeitung Freitag berichtet – triumphierend, denn man stellt Einigkeit fest: „Eine deutsche Zeitschrift schrieb in einem Bericht, dass die Iraner recht haben, dem lügnerischen Vorschlag Amerikas für einen Dialog nicht zu glauben.“

    Das erfreut die iranischen Machthaber, zumal in Emran Feroz’ Artikel „Verlogenes Angebot“ bereits im Vorspann behauptet wird, „dass die Wortlaute iranischer Führer gerne aus dem Kontext gerissen werden“. Kayhan, eines der wichtigsten Propagandaorgane des Regimes, beklagt ebenfalls, dass westliche Medien die Worte des „Revolutionsführers (Rahbare Enqelab) des Iran, Ali Khamenei“ verdrehen. Ein wenig fehlt es dem Freitag, nach Eigenangabe ein „Meinungsmedium“, noch an Rechtgläubigkeit, denn: Es kann nur einen Führer geben, nämlich den Revolutionsführer Khamenei.

    Interessant ist, dass Kayhan, das Meinungsmedium Khameneis, den iranischen Lesern vorenthält, dass der Freitag-Autor einen persischen Namen hat. Aber es ist kein Wunder, dass Kayhan die publizistische Unterstützung zu schätzen weiß. „Als Beobachter sollte man sich demnach die Frage stellen, wie ernst die Verhandlungsangebote der Amerikaner überhaupt waren“, schreibt Feroz, der Khamenei attestiert, er lehne „keineswegs grundsätzliche Verhandlungen mit den USA ab (…). Es wird gerne der Eindruck erweckt, dass Khameneis Reden voll mit irgendwelchen ideologischen Hasstiraden seien. Jene, die Persisch verstehen oder neutrale Übersetzungen gelesen haben, wissen, dass dem nicht so ist.“

    Die „neutrale Übersetzung“, die an dieser Stelle verlinkt ist, findet sich auf der offiziellen Homepage von Ali Khamenei. Der „Führer“ macht sich die Mühe, seine Ansichten auch einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. In einem anderen Beitrag steht:

    „Ayatollah Chamenei bezeichnete den illegalen zionistischen Staat Israel als ein gefährliches Krebsgeschwulst und fuhr fort: ‚Der einzige Weg, sich gegenüber diesem tödlichen Krebs und seinen Förderern zu verteidigen, besteht darin, zum Islam zurückzukehren und den Halt in den Lehren des geehrten Propheten des Islams zu suchen.’“

    Handelt es sich hier aus der Sicht des Freitag und Jakob Augsteins nicht um eine Hasstirade? Ein Übersetzungsfehler ist es jedenfalls nicht, zu anderen Anlässen bediente sich Khamenei der gleichen Ausdrucksweise:

    „Das Revolutionsoberhaupt sagte mit Hinweis auf die zahlreichen gemeinsamen Grundsätze der Islamischen Völker: ‚Es liegen auch Unterschiede zwischen den muslimischen Völkern vor und angesichts der geografischen, geschichtlichen und sozialen Verschiedenheiten gibt es kein gemeinsames Modell für alle islamischen Länder, aber wichtig ist, dass alle gegen die diabolische Vorherrschaft der Zionisten und Amerikaner sind und das israelische Krebsgeschwulst nicht dulden.’“

    Noch deutlicher wurde er anlässlich des 21. Todestages seines Vorgängers Khomeini, hier schlicht als „der Imam“ bezeichnet:
    „Ajatollah Khamenei sagte mit Hinweis auf den Mut des Imams, die Islamische Bewegung und Revolution als universal vorzustellen, dass dieser Schritt des Imams von einer Einmischung in die internen Angelegenheiten anderer Länder und dem Export der Revolution in Form eines Imperialismus absolut verschieden sei und der Imam damit meinte und erreichen wollte, dass die Völker auf der Welt die schöne Atmosphäre, welche diese historische Bewegung verströmt, nutzen und bewusst ihren Pflichten nachgehen. Er weiter: ‚Die logische und selbstlose Unterstützung des palästinensischen Volkes seitens des Imams stellt ein Beispiel für seinen universalen Blick auf die Islamische Revolution dar. Der Imam hat offen Israel als Krebsgeschwür bezeichnet und es versteht sich von selber, dass die Behandlung eines Krebsgeschwürs in seiner Entfernung besteht.’“

    „Kein klar denkender Mensch würde in einem solchen Fall einen vermeintlichen Verhandlungspartner Vertrauen schenken“, schreibt Feroz. Aber damit meint er natürlich die Amerikaner. Wer etwas über das iranische Regime erfahren will, wird bei Khameneis „neutralen Übersetzungen“ eher fündig als im Freitag. Umso erstaunlicher ist die Dreistigkeit, mit der behauptet wird, dass der iranische Revolutionsführer nur den Frieden will, während die Amerikaner „in den vergangenen Jahren kein Interesse an ernsthaften Friedensgesprächen zeigten“. Diese politische Haltung ist nicht nur makaber, sondern eine Verhöhnung der Menschlichkeit und eine Verteidigung der islamistischen Diktatur.

    Wahied Wahdat-Hagh
    , Fellow bei der European Foundation for Democracy.

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    • Bernauer permalink
      16. Februar 2013 14:49

      Achmadinejad hat allen Grund sich über den „Freitag“ zu freuen. Die Artikel von Emran Feroz liegen wie Augsteins „Meinungsmagazin“ auf einer Line mit der iranischen Administration. [Die Kommentare haben es auch in sich]

      http://www.freitag.de/autoren/emran-feroz/rassismus-in-israel

      http://www.freitag.de/autoren/emran-feroz/virtuelle-zielscheibe#1361032537394718

      http://www.freitag.de/autoren/emran-feroz/polit-elite-und-kriegstreiber-in-muenchen

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      • 16. Februar 2013 22:58

        Kommentator Bernauer: Du setzt Achmadinejad mit der Zeitung Kayhan gleich. Bitte erläutere diese Kalamität, für mich, bitte. Und im Hinblick auf Feroz-Freitag.

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      • Bernauer permalink
        17. Februar 2013 09:40

        Zitat Wahied Wahdat-Hagh:

        Kayhan, eines der wichtigsten Propagandaorgane des Regimes, …

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    • 16. Februar 2013 20:42

      Emran Feroz – ein Blogger mit journalistischer Ambition, Mitglied in der Community der Augsteinzeitung erst seit dem 24.09.2012, kein Angestellter des Freitag. Freilich, er darf dort, – schlimm genug.
      Aber eigentlch ist der Freitag n ic h t m e h r k r i t i s i e r b a r in der mission impossibe, seitdem er hier auf immer und ewig und auch nur wegen eines falschen Gedankenstrichs als permanent „d e r antisemitische Freitag“ gebranntmarkt wird; so wie in j e d e r Wiederholungspropaganda üblich, jenseits jeder ideologischen Differenz, ob nun Nordkorea oder Südsizilien. Da ist n i c h t s mehr, was man sagen kann/darf.
      Und was soll ich mit meinen lieben Autoren Georg Seeßlen, Martin Krauß, Magnus Klaue, Peter Nowak, Matthias Dell und einigen anderen tun, die in diesem Freitag kenntnisreich schreiben, und sogar auch gleichzeitig in der Konkret. – Ja, warum tun die das? Neben diesem Emran Feroz, den die Jungle World – wo Georg Seeßlen, Martin Krauß, Magnus Klaue und Peter Nowak a u c h schreiben – mit der Zeitung vom Augstein fälschlich g l e i c h s e t z t.
      Nein, da war ja selbst der scharfe Polemiker Broder analytisch genauer; der wußte, daß etwa Grote nur ein Blogger am Hegelplatz ist …

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      • 16. Februar 2013 20:49

        Kurz: Die Übernahme aus der JW in die MI ist völlig unkritisch, es ist nur ein nicht mehr überlegter, ein unreflektierter Jubel. – Über was nur?

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    • 16. Februar 2013 21:38

      Ich finde es ist bemerkenswert wenn „Kayhan“, das islamistische Meinungsmedium, das Propagandarohr Khameneis den „Freitag“ für seine Artikel lobt. Mich wundert das nicht, denn was Augstein, Herden, TomGard, Emran Feroz, Iranopoly, Freiheitsliebender, Ludwig Watzal usw. usw. über Iran und Israel im „Freitag“ schreiben, ist kompatibel mit den Propagandaartikeln von Achmadienjad oder Khamenei. Ich finde es wichtig und begrüßenswert wenn Wahied Wahdat-Hagh in der Jungle World auf diesen braunen Irrsinn aufmerksam macht. Wo ist der Unterschied in den Aussagen zum Iran, zu Israel von Emran Feroz und Jakob Augstein und den anderen Schreibern im „Freitag“? Gibt es einen irankritischen Artikel im „Freitag“? Gibt es einen kritischen Artikel im „Freitag“ über die Hisbollah? Wie viele antisemitische Hetzartikel gibt es im „Freitag“ gegen Israel?

      Georg Seeßlen, Martin Krauß, Magnus Klaue, Georg Fülberth usw. schreiben im „Freitag“ nicht über Israel oder den Iran oder die Hisbollah, sie schreiben über Kapitalismus, Kultur, die DDR usw. Diese Autoren sollten sich mittlerweile fragen ob sie sich mit ihren Artikeln nicht mitschuldig machen. Sie werten mit ihren Artikeln eine antizionistische Zeitung auf. Diese Autoren verdienen ihr Brot mit ihren Artikeln, sie brauchen eine Zeitung die ihnen die Artikel abkauft. Die Frage ist nur zu welchem Preis. Dem ein oder anderen dieser Autoren werde ich einmal per Mail die Frage stellen ob sie sich in dieser Richtung schon mal Gedanken gemacht haben.

      Der Iran foltert (e) und ermordet (e) tausende Kommunisten, folterte und ermordete jüngst tausende Andersdenkende. Hundertausende Kinder wurden von der iranischen Administration in Minenfelder geschickt. Ein Plastikschlüssel aus Taiwan wurde ihnen für die Pfote zum Paradies umgehängt. Der Iran verurteilt Frauen wegen außerehelichem Geschlechtsverkehr zur Steinigung, verurteilt Homosexuelle zu Tod durch den Stang am Baukran, verurteilt iranische Frauen wegen Vergehen gegen die Kleiderordnung zu 90 Peitschenhieben. Vermeintlichen Dieben werden nach Scharia-Urteilen die Hände abgehackt. Der Iran kündigt hundertfach die Endlösung gegen die Juden in Israel an. Der Iran steuert und unterstützt die Faschisten der Hisbollah. Kürzlich ermordete die Hisbollah Juden in Bulgarien in einem feigen Anschlag gegen jüdische Touristen. Kritik an dieser Ideologie, an diesen Taten wird man im „Freitag“ nicht finden, im Gegenteil Augsteins Blatt verharmlost, relativiert oder unterstützt die iranische Politik, der „Freitag“ delegitimiert den einzigen demokratischen Staat in der Region, der von diesen Gotteskriegern seit der Gründung Israels bedroht wird. Die Frauenverachtung im Iran ist kein Thema für die Redakteure und Schreiber des „Freitags“, bei Brüderles Anmache in der Hotelbar sehen Augstein und seine Schreiber dagegen rot. Augsteins „Freitag“ unterstützt die Politik des Irans mit seinen Artikeln (Blogger und Redakteure). Augsteins „Freitag“ bekämpft den Staat Israel mit seinen Artikeln (Blogger und Redakteure). Emran Feroz ist kein Angestellter des „Freitag“, aber er ist grandioses Indiz für die von Augstein geforderte Verschmelzung von Print und Onlinezeitung.

      Mich wundert jedenfalls Ahmadinejads Glückwunschtelegramm an Augstein nicht. Das Lob ist konsequent. Es wurde vielmehr höchste Zeit, dass sich der Islamfaschist bei Augstein für seine Mitarbeit bedankt.

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      • 16. Februar 2013 22:38

        „… den ‚Freitag‘ für seine Artikel lobt … ob sie sich mit ihren Artikeln nicht mitschuldig machen … Augsteins ‚Freitag‘ bekämpft den Staat Israel mit seinen Artikeln (Blogger und Redakteure) … “
        Wenn die Sicht sooo klar ist, und die Schuld (der Gastautoren) auch vorab sooo vergeben werden kann, dann gibt es dafür soooviel Zustimmungspunkte wie etwa für luggi, den streng-kommunistischen KampagnenMaulwurf in der Freitagscommunity. Nein, zu Feroz habe ich ja gesagt: schlimm genug.
        Wichtiger ist, daß die MI sich eine differenzierte Medienkritik überhaupt selbst verbaut hat. Es ist seit langem einfach ein nicht mehr reflektiertes immergültiges Pauschalurteil.
        Tendierend ins repetierend Monologische und gar Monotheistische. Polemik -:) aber mit viel Wahrheit im Anhang. 😉

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      • 16. Februar 2013 22:51

        Und es stimmt, was MEMO oft moniert hat: Du antwortest auch hier nie exakt und konkret, sondern immer mit viel Beiwerk – das freilich stimmt – aber von Deiner NICHTANTWORT aufs Gesagte ablenkt.
        Das kenne ich sonst nur von den großen Politikern …

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    • 17. Februar 2013 13:13

      Da ich kaum iranische Zeitungen lese empfand ich den Text von Wahied Wahdat-Hagh sehr informativ, nachdem ich nun weiß wie riesig sich das iranische Regime über den „Freitag“ und seine Agitation freut.

      Seeßlen, Klaue und Co. wären zu fragen weshalb sie in einer Zeitung schreiben, die sich zwar selbst irgendwie links verortet, die jedoch in tausenden Artikeln, Blogs und Kommentaren den demokratischen Staat Israel gnadenlos delegitimiert und dämonisiert, die gleichzeitig islamistische Bewegungen und Regimes beinahe glorifiziert , Regimes und Bewegungen die jedes marxistische Denken mit gnadenloser Unterdrückung, Folter und Mord verfolgen, die Homosexualität unter Todesstrafe stellen und die Frauen als Menschen zweiter Klasse behandeln, deren Herausgeber wegen seiner antisemitischen Aussagen vom Simon-Wiesenthal-Center auf Platz 9 einer Liste mit Ahmadinejad (Platz 2) gesetzt wurde. Die Beweggründe der genannten Autoren könnten durchaus ehrenwert und nachvollziehbar sein. Möglicherweise benötigt einer der Schreiber das Geld für seine kranke Mutter. Deshalb wäre eine Nachfrage so wichtig.

      Die Antworten auf meine Fragen stehen leider noch immer aus. Ich frage unverzagt, höflich und in aller Bescheidenheit, was könnten denn die Gründe für das Nichtanprangern des unübersehbaren primitiven Antisemitismus in seiner elementaren Form sein, wenn es nicht ein heimliches Einverständnis ist? Wirtschaftliche Interessen dürften es bei den deutschen und europäischen Regierungen sein. Aber bei Augstein und Co?

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      • 17. Februar 2013 13:39

        An dem alten „qui tacet, consentire videtur“ ist schon was dran, zumindest wenn an bestimmter Stelle geschwiegen wird!

        lg LL

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      • 18. Februar 2013 16:03

        Es wächst zusammen was zusammengehört (Ali Khamenei)

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    • Bernauer permalink
      12. April 2013 17:29

      Jan Jasper Kosok 11.04.2013 | 14:27
      Wir haben tatsächlich ein paar Texte von Emran Feroz bebildert und in die Empfehlungen gestellt – allerdings keinen publiziert, soweit ich mich erinnere. Es besteht (nicht zuletzt auch rechtlich) zwischen Blogbeitrag (empfohlen/nicht empfohlen) und publiziertem Text (online oder im Blatt) ein nicht unerheblicher Unterschied.

      So oder so: Ich würde mich als Autor fühlen, wenn ein Medium mich explizit darum bittet, zu einem bestimmten Thema einen journalistischen Text anzufertigen. Mal als Ansatz.

      Beste Grüße
      JJK

      —————————

      Emran Feroz 11.04.2013 | 21:06
      @Jan Jasper Kosok

      https://www.freitag.de/autoren/emran-feroz/ausweis-bitte

      https://www.freitag.de/autoren/emran-feroz/jedes-land-hat-seine-juden

      Status: Publiziert

      —————————-

      Jan Jasper Kosok 12.04.2013 | 08:00
      @Emran Feroz

      Ok, das hatte ich nicht auf dem Schirm. Es ändert allerdings nichts an der Definition, die ich für den Status Autor anlegen würde.

      Besten Gruß

      JJK

      —————————–
      Emran Feroz 12.04.2013 | 10:50
      @Jan Jasper Kosok
      Ich fühle mich gar nicht als Freitag-Autor, das wurde auch nirgends behauptet. Die Islamische Zeitung hat folgendes über mich geschrieben:

      Er veröffentlichte unter anderem in renommierten Medien wie „zenith-online“, „Freitag“, der „jungen Welt“ ….

      Zwei Artikel wurden publiziert (=veröffentlicht).

      Das war’s von meiner Seite.

      Schönen Tag noch
      ——————————-

      http://www.freitag.de/autoren/emran-feroz/femen-und-die-muslima#1365683228353470
      http://www.freitag.de/autoren/emran-feroz/femen-und-die-muslima#1365707167301925
      http://www.freitag.de/autoren/emran-feroz/femen-und-die-muslima#1365746420641538
      http://www.freitag.de/autoren/emran-feroz/femen-und-die-muslima#1365756652533818

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  18. 16. Februar 2013 13:47

    Matthias Küntzel beschäftigt sich derweil mit dem Buch „The Sons of Pigs and Apes. Muslim Antisemitism and the Conspiracy of Silence“ von Neil J. Kressel. Auch wenn es laut MK nicht der große Wurf sein soll, so wird wenigstens einmal die Frage „Warum wird über den islamischen Antisemitismus geschwiegen?“ thematisiert.

    lg LL

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    • 16. Februar 2013 22:13

      “Wer den Antisemitismus in seiner primitiven und elementaren Form nicht anprangert, und zwar gerade deshalb nicht, weil er primitiv und elementar ist, der muss sich die Frage gefallen lassen, ob er nicht dadurch den Antisemiten in aller Welt ein Zeichen heimlichen Einverständnisses gibt.” (Léon Poliakov)

      Das Schweigen hat vermutlich viel mit Einverständnis zu tun wie meine Erfahrungen der letzen Jahre belegen.

      Beste Grüße lieber Louis

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      • 16. Februar 2013 22:44

        „Das Schweigen hat vermutlich viel mit Einverständnis zu tun“ – das ist einfach ein kontextloser Quatschsatz zur Selbstfeier. – Einfach mal – gerade jetzt, wo so viel gewonnen wurde durch die Arbeit der MI – wieder nachdenken und konkret statt ewig argumentieren.

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  19. 18. Februar 2013 21:15

    Ich sehe viele blutrote Lampen, die nicht rot sind, angehen. Signale. Antisemitismus darf nicht so benannt werden. Über Islamisten ist zu schweigen. Conspiracy of Silence. Cartoons zelebrieren Israels Vernichtung. Die Jury des World Press Photo Award 2013 weist gezielt Schuld zu. Fragen nach Ursache und Folge? Fehlanzeige. Die Zweistaatenlösung liegt im Sterben. Wo wird das neue Yad Vashem errichtet werden, nachdem das alte verstrahlte? In unseren Herzen? Auch in den Herzen derer, die vorher das Schweigen forderten, die nur das Opfer als Schuldigen kannten, die „kritisch“ waren? Der Tod ist ein Meister aus Deutschland, sein Konfrater, spricht er arabisch? War nicht alles, alles vorherzusehen, angesagt?

    LL

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    • MEMO permalink
      19. Februar 2013 11:47

      Nun ja. Die Jury des World Press Photo Award hat erst einmal ein Bild als Bild honoriert. Ich persönlich empfinde es ebenfalls als unangemessen. Diese Empfindung würde sich aber nicht ändern, wären dort israelische, tunesische oder andere Opfer zu sehen. Aus fotografischer Sicht ist und bleibt es aber erst einmal ein Bild.

      Was ich viel schlimmer finde, ist, dass der Holocaust bis heute medial industrialisiert wird – in Form einer Betroffenheitsschlacht, die Ursache aber auf der Strecke und damit bis heute aktiv bleibt. „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ ist mir auch wieder zu markig und simpel. So einfach ist es nicht und es ist heute auch falsch. Der Tod ist einfach kein Nationalist. Letztlich greift das alles zu kurz. Man kann – so man will – aus jeder Ethnie oder sonstigen Gemeinschaft eine Mordbande machen, wenn man die „richtigen“ Reflexe bemüht. Das ist leider – ich schrieb es schonmal – menschlich und hier denke ich, ist der richtige Ansatz. Derlei zu vermeiden ist eine zivilisatorische humanistische Aufgabe, die sich nicht an Nationalitäten oder Religionen festmachen lässt. Es ist immer noch – so traurig es ist – dieser alte Reflex, der Menschen dann Hoffnung auf eine „bessere Zukunft“ gibt, wenn sie ihren „Feind“ erst einmal entdeckt und eliminiert haben. Es ist immer noch Steinzeit.

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      • 19. Februar 2013 19:22

        Erstens: Ein Bild wirkt auf unterschiedlichen Ebenen. Nicht nur inhaltlich und formal kann ein Bild betrachtet werden, sondern z.B. auch in affektiver Hinsicht. Was war die Intention des Fotografen bzw. der auswählenden Jury. Hier unterstelle ich mehr, als Du zu sehen bereit bist.

        Zweitens: „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ spiegelt die subjektive Sicht von Celan , der seine damaligen „deutschen Erfahrungen“ so ausdrückt. Ich habe sie fragmentarisch eingebaut, um seine Erfahrung als Warnung für Kommendes und Bevorstehendes zu konservieren.

        lg LL

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      • 20. Februar 2013 10:59

        Ja, Du unterstellst. Das ist richtig. Ich unterstelle aus meiner fotografischen Sicht auch eine Fokussierung auf die Realisierung möglichst eindrucksvoller Bilder. Als Fotografierender ist man immer auch ein klein wenig widerlich, indem man derlei Situationen auch noch „pusht“. Leicht zu erkennen ist dies am Bild selbst, welches via Bildoptimierung erst zu diesem Bild gemacht wurde. Es gelangt ja so nicht aus der Kamera. Ob die Jury sich mit der Wahl für ein perfekt inszeniertes Drama-Bild – was es ist – entschieden hat oder eine politische Aussage treffen wollte, kann ich nicht beurteilen. Das Du das so kannst, spricht für deine hellseherischen Fähigkeiten oder für eine gewisse Empfindlichkeit.

        Was die Fragmente betrifft – ja, so ist das mit ihnen. Nichts gegen Celan, nur empfinde ich es als zumindest fahrlässig, wenn man immer wieder Bezüge zu subjektiven Sichten der Vergangenheit herstellt. Man kann diese Erfahrung nicht in dieser Form konservieren, schon allein, weil ein Zitat keine Erfahrung manifestieren kann, erst recht nicht, wenn es längst zur Parole mutiert ist. Man kann allenfalls mit einer geschehenen Vergangenheit zuschreiben, also Geister über die Zeit retten. Mir persönlich ist das zu vergangenheitsfokussiert, als ob es die folgenden Jahrzehnte nicht gegeben hätte und ich glaube eben nicht, dass das „breitenwirksam“ funktioniert. Das auch, weil es beliebig ist. Gestern kam ein Bericht über Kaffee-Bauern und wie sie sich mit Pestiziden aus Deutschland vergiften, damit der Kaffee hier möglichst billig angeboten werden kann. Auch dort könnte man mit „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ ein Stück Geschichte einfließen lassen, wie eben in vielen anderen Fällen auch. In Bezug auf die Gegenwart könnte man auch globalisieren – „Der Tod ist ein Meister aus Amerika“ oder „Der Tod ist ein Meister aus .. ein Anlass findet sich immer.

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      • 20. Februar 2013 19:08

        Erstens: Das Bild ist derart perfekt inszeniert, dass es surreal wirkt. Real ist das Bild von israelischen Kindermördern, das den Betrachtern im Gedächtnis bleibt, da die beiden Kinder lt. Begleittext bei einem israelischen Luftangriff ums Leben gekommen sind. Der freie und uneingeschränkte Informationsaustausch, für den die Organisation eintritt, findet in diesem Jahr qua Auswahl eben zufällig mal speziell in diese eine Richtung statt. Die Frage bleibt: Weil es das Foto des Jahres war oder seiner Aussage wegen?

        Zweitens: Was sollte „fahrlässig“ daran sein, wenn man immer wieder Bezüge zu subjektiven Sichten der Vergangenheit herstellt? Da wir damals nicht lebten, sind wir auf subjektive Überlieferungen aus der Vergangenheit angewiesen. Wenn Dir das zu vergangenheitsfokussiert ist, dann stell Dir mal die Fragen: Woraus sollen denn fortschrittliche Erkenntnisse resultieren? Woraus soll die Menschheit lernen? Doch nur aus den Erfahrungen der Vergangenheit, oder?

        lg LL

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      • 20. Februar 2013 19:32

        Ich habe mich zu dem scheiß Bild (sorry) schon auf FB geäußert, weil es da auch von Freundschaft Deutschland-Israel gepostet wurde. Schlimm finde ich an dem Bild übrigens insbesondere, das es keinen dokumentarischen Charakter mehr aufweißt, also GRUNDSÄTZLICH manipulativ ist – absichtlich. So kommt KEIN Bild der Welt aus der Kamera und auch mit einer einfachen Bearbeitung (technisch qualitativ) wäre das so nicht realisierbar. Es wurde also massiv in das Motiv eingegriffen und somit ist es ohnehin mehr als fragwürdig. Das sehe ich vor meinem fotografischen Hintergrund so. Mir ist dieses Bild peinlich – und das wäre nicht anders, wenn es in Guatemala oder sonstwo entstanden wäre.

        Fahrlässig finde ich es, weil man keinen direkten Bezug mehr herstellen kann – dafür hat sich zuviel an Rahmenbedingungen geändert. Das ist übrigens das, worauf ich immer hinaus will – ich benötige diesen Bezug garnicht, da ich mir die Falschheit verschiedenster Sichtweisen auch ohne die Vergangenheit herleiten kann – strukturell, würde Fidelche vielleicht sagen. Ich benötige kein einziges Holocaust-Opfer, um für mich zu wissen, dass ein entsprechendes Handeln mit Menschen falsch und verwerflich ist. Ich finde das produktiver, aber ich gestehe dir deine Sicht natürlich zu. Vermutlich führt sie zum exakt gleichen Ergebnis und letztlich ist nur das wichtig.

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      • 21. Februar 2013 00:06

        Ich finde beide Statements von heute von LL und MEMO plausibel. – Ich finde das Fotos auch surreal, es kommt wirklich nicht aus einer Kamera, sondern ist bearbeitet; und mich hat auch das Motiv, das tote palestinensische Kinder zeigt, politisch geärgert, als die ganze Bildstrecke der Spartenauszeichnungen durchgegangen war. – Kurz: Für mich ein überflüssiger Award.

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      • 21. Februar 2013 00:43

        Wenn ich mich – als „Medienschaffender“ und Fotograf mit etwas auskenne, dann mit Fotografie und Manipulation und dieses Bild ist eine Lüge. Das ist einfach ein Fakt! Das ändert nichts an meinem ausdrücklichen Mitleid für die Opfer der Konflikte auf israelischer UND palästinensischer Seite. Nur ist ein derartiges durch einen Preis (der sich hiermit für mich entwertet hat) gepushtes Bild einfach nur ätzend. Das widerspricht auch meiner Ethik, was Bildwerke betrifft, zutiefst. Das ist kontraproduktiv, verstörend und widerwärtig.

        Ich habe ohnehin ein Problem mit derlei „Authentizität“ und bin hin und hergerissen zwischen dem berechtigten Anspruch auf Information und dem „Ausnutzen“ des Leides von Menschen. Wenn aber derart in die Trickkiste gegriffen wird, verursacht das bei mir zumindest einen intensiven Brechreiz – und zwar in vielerlei Hinsicht – als Fotograf, als Schreiber, als Gestalter und vor allem auch als Mensch.

        Wichtig ist aber – und darauf bezog ich mich ja bereits – klar zu machen, dass dieses Bild lediglich ein Bild ist, in KEINEM FALL aber ein Zeugnis!

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      • 21. Februar 2013 21:48

        Paul Hansens Siegerbild aus dem Jahre 2011 zeigt ein Mädchen, das nach dem Erdbeben in Haiti Bilder gestohlen hatte und von Polizisten erschossen wurde. Das Gesicht wurde umgedreht damit die Meute von Photographen das Mädchen abknipsen konnte.

        http://jennymaria.com/?p=1645

        Bei dem aktuellen Siegerfoto sind angeblich die Gesichter retuschiert worden, die grünen Hamasdecken die auf palästinensischen Fotos zu sehen sind wurden weggelassen worden, usw, usw. Dieser Hansen scheint kaum Skrupel zu haben.

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      • 21. Februar 2013 22:11

        Die Jüdische Allgemeine schreibt heute eine moderate Betrachtung zu diesem Bild. http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/15246

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      • 25. Februar 2013 10:39

        In „Pallywood und Photoshop“ wird das World Press Photo bei Lizas Welt nochmal gewürdiogt. Retusche mit Photoshop, westliche Fotografen an der Sicherheitsmauer,die Manipulationen in Haiti und die in Hamas-Fahnen eingewickelten Kinderleichen.

        http://lizaswelt.net/2013/02/23/pallywood-und-photoshop/

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        • 26. Februar 2013 00:02

          Alles richtig. Interessant aber ist nicht die Frage, ob die Story erfunden oder das Bild getuned ist. Jeder, der die Berichterstattung über Nahost regelmäßig verfolgt, weiß, daß solche Fälschungen unentwegt passiert (und solange passieren werden, als eine europäische Öffentlichkeit existiert, die bereit ist, jedes Gerücht, jedes Video, jedes Photo aus dem Gaza unhinterfragt zu verbreiten). Interessant ist vielmehr die Frage, warum ein Photo unter Hunderttausenden einen internationalen Preis gewinnt, auf dem zwei tote arabische Kinder zu sehen sind. Den Zusammenhang eines Krieges, bei dem Israel auf monatelangen Raketenbeschuß aus Gaza reagiert und bei mehreren hundert Luftangriffen nicht mehr als (je nach Angabe) 50 oder 80 Menschen getötet hat, wogegen fast die gesamte militärische Schlagkraft des Gegners vernichtete wurde, in ein Photo zu zwingen, auf dem plakativ zum Ausdruck kommt, daß Israel Kinder tötet, ist Simplifikation von einem Ausmaß, daß man kaum noch von Populismus sprechen kann und eigentlich einen eigenen Begriff hierfür prägen müßte. Natürlich ist der Tod von Kindern traurig. Aber Kinder sterben in jedem Krieg. Die Botschaft des Bildes, die Wut, die es hervorruft, läßt differenzierteren Überlegungen keinen Platz. Und das ist, was beabsichtigt ist. Aber wenn schon Wut, warum dann nicht gegen die Hamas, die ganz Gaza zur Opfermasse degradiert, indem sie einen kontinuierlichen Raketenkrieg führt, um, auf militärische Reaktionen aus Israel hoffend, Märtyrer zu produzieren, und hat sie ihr Ziel erreicht, für die Verbreitung genau solcher Bilder sorgt? Oder warum nicht gegen europäische Photographen und Journalisten, die durch solche Bilder und entsprechende Berichterstattung dazu beitragen, daß die Strategie der Hamas aufgeht, über den palästinensischen Opfermythos einen weltweiten Konsens gegen Israel zu erzeugen, der den Endsieg gegen die Juden vorbereiten soll?

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        • 26. Februar 2013 11:39

          Warum keine Wut auf die Hamas, die ganz Gaza zur Opfermasse degradiert? Warum nicht gegen europäische Photographen und Journalisten? Das bleibt aus meiner Sicht nur eine Antwort. Fängt mit „A“ an und hört mit „ntisemitismus“ auf.

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        • 26. Februar 2013 12:52

          Die Frage ist doch – auch, wenn es zynisch klingen mag – nicht so schwierig zu beantworten und die Antwort steckt auch schon in den Fragen. Das Siegerbild besitzt einfach eine höhere Marktfähigkeit, bietet einen hohen „emotionalen Nutzen“. Es erlaubt Menschen, „mit ergriffen“ zu sein. Das würden Bilder von Raketenbastlern nie erreichen. Diese Bilder wären niemals so „stark“ in ihrer Aussage – völlig unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt, der ohnehin so eine Sache für sich ist. Der Konflikt im Nahen Osten (nicht nur Israel/Palästina) ist präsent, man wählt aus diesem Bereich das eindrucksvollste Bild – so einfach ist das im Grunde. Es ist alles nachvollziehbar – womit ich nicht zum Ausdruck bringen möchte, dass ich das für gut halte. Mit Antisemitismus hat das erst einmal garnichts zu tun – eher mit Fahrlässigkeit und Blindheit gegenüber dem, was derlei gedankenlos produzierte Bilder verursachen können. Antisemitisch motiviert kann man ein derartiges Bild nutzen, man kann es aber auch in den exakt gegenteiligen Kontext setzen. Das gilt übrigens für jedes Bild. Es ist ja ein Bild und nicht die Wirklichkeit.

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        • 26. Februar 2013 13:51

          Die beiden Fragen, die ich gestellt habe, waren natürlich rhetorischer Natur. Es ging mir nur darum, die Differenz zwischen Bildern und den politischen Prozessen zu zeigen, in denen sie entstanden sind.

          Zu dem Gesagten: Die Antwort ist, wie ich meine, zusammengesetzt. Natürlich greifen mediale Mechanismen in dieser Sache, aber natürlich stoßen diese Mechanismen zugleich auf vorhandene Ressentiments, die aber, um die Verwicklung erst recht vollständig zu machen, zum Teil wiederum von den Mechanismen der Medien erzeugt werden. Das ganze hat keinen richtigen Anfang, jedenfalls keinen, der in unserer Zeit liegt. Und deswegen hat es auch vorerst kein Ende.

          Zwei Anmerkungen noch:

          Memo, bei Ihnen fehlt zumindest die Erklärung, warum der Marktwert arabischer Opfer so ungleich höher ist als der jüdischer. Die gibt es ja auch, wenngleich in geringerer Zahl. Die Asymmetrie besteht nicht zwischen Täter und Opfer, sondern zwischen Opfer und Opfer. Wo ist denn Ikonographie von Hadas Fogel? Die Bilder von Mohammed Al Dura (bzw. seines Doppelgängers) gingen um die Welt und taten gewaltige Wirkung. Stimmen Sie mir zu, daß z.B. ein Bild, das die Beerdigung eines von arabischen Terroristen ermordeten jüdischen Kindes zeigt, nie einen solchen Preis gewinnen könnte? (Ihren Ausführungen stimme ich in sonstiger Hinsicht zu; mit dem kleinen Einwand, daß es natürlich nicht bloß um die Produktion solcher Bilder geht, sondern darum, daß ein solches Bilder höchste Auszeichnung erfährt).

          Fidelche, die Frage mit dem Antisemitismus beantworten bedeutet, eine Frage mit einer Frage beantworten. Der A. ist vielgestaltig und hat, konkret gefaßt, häufig sehr verschiedene Wurzeln. Die allgemeine Wurzel des A. habe ich in meinem letzten Text zum Thema (dem hier: http://www.felix-bartels.de/2012/11/29/nahost-nahost-oder-zur-romantik-des-weltfriedens/) zu beantworten versucht: A. ist die Umleitung eines allgemeinen Unmuts über vorhandene gesellschaftliche Übel auf eine Gruppe, die als Stellvertreter für das Gesamtübel konsensfähig ist. Für diese Rolle war die eine Minderheit, die es in der Geschichte Europas geschafft hatte, mit der Unterdrückung umzugehen und effektive Gegenstrategien zu entwickeln, geradezu geschaffen. Das ist die Wurzel, die, wie ich meine, jeder Form von Antisemitismus zugrunde liegt. Aber das ist ein ganz dürftiges Grundverhältnis, das nicht sehr weit führt, wenn man beginnt, konkrete Fragen zu stellen. In diesem Fall hier muß man mehr Gründe hinzuziehen. Zum Bsp. die gängige Vorstellung, daß der Unterlegene in einem Konflikt auch gleich der mit dem größeren moralischen Recht ist. Oder, was Memo angedeutet hat, die Funktionsweise von Bildern im Medienbetrieb. Oder die Macht der Gewohnheit (ich kenne Leute, die heute noch reden, als seien die Zeiten der Ersten Intifada: Steine gegen Maschinpistolen etc.) Oder, was m.E. viel zu selten berücksichtigt wird, die psychologische Reaktion auf die Kompliziertheit des Konfliktes (einseitige Parteinahme als agrressive Form der Resignation vor einem Konflikt, der sich dem rationalen Verständnis entzieht und der nicht einfach auf den Begriff zu bringen ist). Alles das, und vieles mehr, muß in die Betrachtung der Motivlage aufgenommen werden, wenn man das Warum verstehen will.

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        • 26. Februar 2013 15:45

          Es stimmt Felix, die Fragen habe ich sehr oberflächlich mit einer Frage beantwortet. Antisemitismus hat verschiedene Wurzeln und Psychologie spielt beim Thema Antisemitismus eine Hauptrolle. Der deutsche Antisemitismus nach 1945 hat natürlich einen anderen Hintergrund als beispielsweise der amerikanische Antisemitismus. Keine Frage, die Funktion des Sündenbocks nahmen gestern und nehmen heute die Juden und Israel ein. Wer wäre auch sonst Schuld an den Kriegen, an den Naturkatastrophen und an den Wirtschaftskrisen dieser Welt? Fotographen und Journalisten wissen das und sie wissen was sich verkauft, sie sind Teil des Systems und als willige Handlanger verdienen sie ihr Brot. Hätte Hansen die Kinder mit den Hamasfahnen fotografiert, hätte er keinen Preis. Soweit sind wir noch nicht.

          Dazu kommt meines Erachtens, dass es tatsächliche auch „Linke“ und „Friedensfreunde“ gibt, die nach dem Untergang der Sowjetunion den Iran mit seiner islamistischen Ideologie und seinen Terrorgruppen als legitimen Nachfolger des real existierenden Sozialismus sehen. Für Chávez und seine Gleichgesinnten hierzulande mit ihrem überholten antiimperialistischen Weltbild haben die Dschihadisten des Nahen Ostens den Platz der Sowjetunion eingenommen. Dies angesichts der Ideologie des iranischen Regimes rational zu erklären ist freilich sehr schwierig.

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        • 26. Februar 2013 17:57

          Hm, Felix Bartels – ich weiß jetzt garnicht, ob ich die Frage nach dem Warum beantworten soll, bzw., ich weiß nicht, wie ich es angemessen – also nicht „menschenverachtend“ hinbekommen soll – denn daran liegt mir nichts. Ich versuche es dennoch. Ohne Trauer irgendwie werten zu wollen, ziehe ich mich aus diesem Grund für die Antwort vollständig auf meine Fotografenposition zurück und gebe eine – wenn auch ruppige – denkbar einfache Antwort: Die Palästinenser klagen einfach souveräner, offenkundiger und offensiver. Man erhält emotionalere und eindrucksvollere Bilder, die mehr Rührung produzieren, als die israelsiche oder auch westliche Variante. Stille Trauer macht sich nämlich nicht so gut im Wettbewerb um Anerkennung. Und aus diesem Grund gibt es auch mehr Bilder von trauernden Palästinensern. Sie geben einfach das „bessere Bild“ ab. So einfach ist das.

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        • 26. Februar 2013 19:58

          Kleiner Einwurf: Die ‚Marktfähigkeit‘ (MEMO) des trotzdem Warum nur? a u s g e z e i c h n e t e n Fotos scheint mir sehr wichtig zu sein, auch als begreifender gesellschaftskritischer Begriff. – Das Foto gilt eben als aus einer Masse heraus r a g e n d preisungswürdig. Bestimmt auch mit dem A.-Unterton gewählt, welche Opfer sich ‚besser darstellen‘ können; bitte hier den gesellschaftsgemachten Zynismus der gegebenen Gesellschaften mitlesen.

          Das andere bleibt die „Simplifikation“ (Bartels) und zwar so, „daß man kaum noch von Populismus sprechen kann und eigentlich einen eigenen Begriff hierfür prägen müßte.“ Darin versteckt ist eine kleine Freisprechung des ‚Populus‘ vom Populismus, den ich unbedingt unterstreichen möchte; – aus Kenntnis einiger Ideologietheorie. Anders: Nicht alles läßt sich ‚das Volk‘ um den Bart schmieren, vieles aber schon. Meistens vermittelt durch Medien, also gewaltige Kitschproduzenten zumeist, in m a r k t ä h i g e r Masse.
          (Oben weiter lesen im Hamsterrad …)

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  20. 18. Februar 2013 21:30

    Wichtige Themen heute sind „Rücktritte“, von Schavan und vom Papst, auch das „Brüderle“, die Frage, ob eine Apfel im Birnenkorb gefunden wurde, Heino darf nicht vergessen werden usf.

    Aber jetzt wird gaanz streng durchgegriffen, mit besonders nazzzionalem Aktionsplan!

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  21. 19. Februar 2013 01:35

    @RK & Fidelche: Ich mag die Geste des Mittlers nicht, das wirkt jovial und ist oft nur aus theoretischer Unentschlossenheit. Aber in diesem Fall hier ist es tatsächlich mal so, daß, was ihr beide sagt, jeweils was für sich hat. Rainer hat recht, wenn er sich an der Einseitigkeit und Formelhaftigkeit der MI stößt. Aber Fidelche muß man darin zustimmen, daß die erwähnten Autoren (Seeßlen, Klaue etc.) im Freitag über andere Themen schreiben und gerade keine Gelegenheit bekommen, in diesem Reizthema ihre Gegenpositionen darzustellen. Das geht nicht gegen die Autoren (Klaus Bittermann schreibt bis heute für die junge Welt z.B., was toleriert wird, solange er nicht über Israel schreibt), aber es ist bezeichnend für die Blattlinie. Ich finde den Unterschied zwischen „Zeitung, die antisemitischen Irrsinn verbreitet, fördert und zuläßt, ohne Gegenpositionen zu Wort kommen zu lassen“ und „antisemitische Zeitung“ jetzt nicht so gigantisch. Aber, um nochmal auf den Ausgangspunkt von Rainer zurückzukommen. Die Einseitigkeit der MI, die in bestimmter Hinsicht erfrischend ist und natürlich die richtigen Gegner trifft, ist auch in der Themenwahl zu sehen. Und da muß irgendwann die Frage auftauchen, ob man stehen bleibt oder weitergeht. Ich war nach dieser Ankündigung: https://thinktankboy.wordpress.com/2012/12/01/zeit-sich-zuruckzulehnen/ gespannt, was folgen würde, aber bislang folgte nichts. Es ist doch offenkundig, daß Fidelche ein Weltbild hat. Die Frage ist, ob er es uns irgendwann mitteilen wird (was nur geht, wenn er seine Ansichten ins Positive kehrt.)

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    • 19. Februar 2013 10:56

      Erst mal bedanke ich mich für den Vermittlungsversuch, dem ich inhaltlich gerne zustimme. Mir geht es tatsächlich weniger um die Autoren als um die Linie des Blattes. Zugegeben sei, dass ich den „Freitag“ vor 2010, bzw. vor 2008 kaum kenne. Martin Kraus hat im Lindenblatt berechtigt darauf aufmerksam gemacht, dass er 2006 einen Artikel über Israel schrieb. Das ist lange her und soweit ich weiß bestimmte damals Ludwig Watzal die Israel-Debatte im „Freitag“, das heißt auch damals war der „Freitag“ antizionistisch ausgelegt, freilich ohne Community und ohne Augstein.

      Die Themenwahl sollte erweitert werden, dass sehe ich auch so. Neben Israel, Antisemitismus und Fußball könnte das Spektrum der Themen erweitert werden. Der 9. Platz für Augstein war zu verlockend, nach den Erfahrungen mit ihm und seinem „Freitag“, die Angelegenheit zu ignorieren. Wobei aktuell mit Rudolf Steiner und früher mit Occupy, Leopold Trepper, Heinar Kipphardt, „Deutschland, einig Vaterland“, dem Parteiencheck usw. auch immer wieder andere Themen angeschnitten wurden.

      Ansätze meines Weltbildes habe ich in einigen Blog-Artikeln und Kommentaren preisgegeben, sei es in der Einschätzung was für mich links ist oder was ich unter nicht regressiver Kapitalismuskritik verstehe. Negation ist bekanntlich einfacher als beispielsweise Lösungen für die Überwindung des Kapitalismus anzubieten, aber ich gelobe, zumindest den Versuch zu unternehmen meine Ansichten mehr ins Positive kehren.

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    • MEMO permalink
      19. Februar 2013 11:32

      Ja, zwischenzeitlich hatte ich mich auch gewundert, dass es im Grunde hier so weiterging wie zuvor. Andererseits kann ich es auch verstehen. Das ich Rainer in seiner Einschätzung zustimme, dürfte ja kein Geheimnis sein und dass ich Fidelche oftmals kritisiere, auch. Dabei kommt es auf allen Seiten schon mal zu „komischen“ Argumentationen, was mich aber nicht weiter stört. Man stelle sich vor, alle Kommentatoren hier würden sich – sinnbildlich – hinter Fidelche stellen und immer nur „Hurra, Jawoll“ skandieren. Das wäre wahrlich kontraproduktiv.

      Nein, hier finden sich kluge Ansätze, Nachdenkenswertes, aber eben auch Stuss, wie der Hinweis kurz drüber von Louis auf die Themen (Brüderle etc.). Natürlich sind auch diese Themen relevant, da eine Gesellschaft sich nicht nur und ausschließlich mit der Vergangenheit befassen sollte und darf. Der Nationalsozialismus, die Ideologie, der Antisemitismus im Hier und Heute sind ein Teil, aber eben nicht Alles. Ebenso unsinnig ist – Rainer erwähnte es – der Hinweis auf das Schweigen. Erst einmal hat das nichts zu bedeuten und ein Rückschluss auf Zustimmung ist bestenfalls illegitim. Allerdings kann ich – da ich mich selbst gern echauffiere – verstehen, dass es ab und an zu derlei Entgleisungen kommen kann.

      Übrigens hat Schweigen oftmals auch etwas mit Ablenkung oder Unkenntnis zu tun. Im Fall der Vorgänge um die NSU, die lange in den Medien waren und sind (Prozessbeginn) ist es so, dass selbst in der türkischen Community die Zusammenhänge oftmals nicht bekannt sind. Und hierbei handelt es sich um ein aktuelles Thema. Ihr könnt das gerne ausprobieren und Fragen stellen – außerhalb der engagierten oder direkt betroffenen Kreise. Die Kenntnis darüber ist außerordentlich gering. Man glaubt, dass man doch direkt Antworten u/o Meinungen dazu bekommen sollte. Dem ist aber nicht so, weil eben selbst derlei Vorgänge, von denen man selbst betroffen ist, nicht immer automatisch im Mittelpunkt des Interesses liegen.

      Gespannt bin ich allerdings auf das „Lösungsorientierte“. Das wäre wirklich einmal etwas Neues.

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      • 19. Februar 2013 19:08

        Zum Schweigen wurde meine Antwort etwas länger, deshalb ein neuer Eintrag.

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      • 19. Februar 2013 19:24

        Ich dachte, die Ironie sei auch ohne Anführungszeichen bei den Worten „Wichtige Themen“ zu lesen. Das unbestimmte Pronomen „eine“ war ein unabsichtlicher Fehler, es müsste korrekt „ein“, bzw. „ein Apfel“ heißen.

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        • 19. Februar 2013 19:28

          Korrektur der Korrektur: Es muss „Wörtern“ statt „Worten“ heißen!

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    • 19. Februar 2013 17:46

      Ich stimme nach oben hin allen zu: Gegen Einseitigkeit/Entschiedenheit habe ich auch wenig, wenn sie sachhaltig ist, und wenn sie weiß, daß selbst darin noch Widersprüchlichkeit ist. Und sei die so ‚gigantisch‘ wie der hier in Rede stehende Unterschied der verschiedenen Benennungen/Beschreibungen einer Zeitung. Es geht ja um Fragen des ‚Mitmachens‘, wo sind etwa Grenzen. Der von Felix angesprochene geschätzte Klaus Bittermann als Autor bei der ehemals geschätzten jungen welt ist so ein Beispiel – ein Prüfstein für linke Moral -, ich möchte für diese Zeitung auch Michael Rudolf nennen, den wunderbaren Verleger des Weißen Stein und Titanic-Autoren, der seiner Traditionszeitung immer die Autorentreue bewahrt hat. –
      Daß ein zentrales Thema (und viele andere darum gruppiert) einseitig und trotzdem erfrischend diskutiert werden kann, ist seit drei Jahren hier nachlesbar. Der Beginn (und wahrlich Ausgangspunkt aus dem Freitag/der Community), war übrigens Fidelches schöner Text zur Frage ‚Was ist (heute noch) links?‘.
      Die Frage nach dem Bild einer schon möglichen Welt, jetzt, durch kleine verbessernde Politik, und überhaupt die Frage nach linken Positionen könnte bei dem Text anknüpfen, gerade jetzt, wo Wolfgang Pohrt, ein Instanz kluger Kritik seit über 30 Jahren, wieder ein frisches und einseitig-anderes Buch vorgelegt hat: im Verlag von Klaus Bittermann!

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  22. Tom Schiller permalink
    16. August 2013 09:22

    Schon mal in den ideologischen Zwillingsbruder, die „Junge Welt“ geblickt: Linker Antisemitismus „en masse“! Beispiel Werner Pirker heute:

    „Auf Druck der prozionistischen Lobby: Kein Raum in Berlin für Diskussion über eine gerechte Lösung des Nahostproblems“

    http://www.jungewelt.de/2013/08-16/012.php

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