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Ali Dashti und die 23 Jahre des Propheten

27. März 2017

„Wenn wir die Geschichte des Islam objektiv betrachten, dann stellen wir fest, dass sie nichts außer einer Aufeinanderfolge von Machtkämpfen ist, von permanenten Bemühungen der Machthungrigen um Herrschaft und Führung. Die Religion Islam wird nur als Mittel behandelt, und nicht als Zweck.“ Ali Dashti

Am 22. März 2017 fuhr der Islamist Khalid Masood in London absichtlich mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge, tötete dabei drei und verletzte 37  Menschen teilweise schwer, anschließend ermordete er mit einem Messer einen Polizisten vor dem britischen Parlament. Am 19. Dezember 2016 erschoss der tunesische Islamist Anis Amri den Fahrer eines Sattelzuges, raubte den LKW und raste damit absichtlich in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt des Berliner Breitscheidplatzes und ermordete dadurch elf Besucher und verletzte 55 weitere teilweise lebensgefährlich. Bei dem islamistischen Anschlag am 14. Juli 2016 mit einem LKW in Nizza ermordete der Gotteskrieger Mohamed Lahouaiej Bouhlel 86 Passanten und mehr als 400 wurden zum Teil schwer verletzt. Glauben diese  Selbstmordattentäter tatsächlich wegen ihrer Mordtaten ihrem Gott zu dienen und an eine Belohnung im Paradies?  Warum haben viele Muslime Probleme mit der Integration in die westlichen Gesellschaften? Warum begehen beispielsweise Jesiden weder in der ersten noch in der dritten Generation vergleichbare Attentate? Warum hörte man kaum etwas von den Integrationsproblemen der Vietnamesen?

In den Ländern der islamischen Welt ist die Frau unzweifelhaft ein Mensch zweiter Klasse. Beispielsweise müssen sich Frauen in vielen islamischen Ländern verschleiern. Zuwiderhandlung gegen diese Kleiderordnung wird oftmals mit Gefängnis oder mit Peitschenhieben bestraft. Allein in der Hauptstadt Teheran werden dafür bis zu 7.000 Geheimagenten eingesetzt. Im Jahr 2015 konfiszierte die iranische Verkehrspolizei mehr als 40.000 Fahrzeuge von Frauen, die im Auto ihr Haar nicht unter einem Kopftuch verborgen hatten. Die Autos wurden beschlagnahmt und die Fälle an die Justiz übergeben. Die iranische Frauenrechtlerin Nasrin Sotoudeh wurde von einem Teheraner Revolutionsgericht zu einer elfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, davon fünf Jahre, weil sie in einer im Iran nie gezeigten Videobotschaft kein Kopftuch getragen hatte.  Im Iran werden Frauen wegen außerehelichem Geschlechtsverkehr nach der Scharia zur Steinigung verurteilt und hingerichtet, dabei wird vom Gesetzgeber penibel die Größe der Steine und die Reihenfolge der Werfer festlegt. Die Frauen werden bis zur Brust im Boden eingegraben und dann von einer Menschenmenge mit Steinen beworfen, bis der qualvolle Tod eintritt. In Saudi Arabien ist es Frauen überhaupt verboten Auto zu fahren. Homosexuelle werden in den islamischen Ländern mit dem Tod bedroht, wie im Iran an Baukränen erhängt oder wie vom Islamischen Staat von hohen Häusern gestürzt. Freie Meinungsäußerung, Pluralität, Gewaltenteilung, Demokratie, Organisationsfreiheit und eine freie Presse sind in der islamischen Welt nicht anzutreffen. Der eliminatorische Antisemitismus wie die Ablehnung der westlichen Lebensart gehören dagegen in den meisten islamischen Ländern zur Staatsräson. Worin liegen die Ursachen für diese Phänomene?

Kritik am Islam ist erfahrungsgemäß lebensgefährlich. Tausende muslimische Islamkritiker von Algerien über den Iran bis hin zu Indonesien wurden bereits ermordet oder sind von der Ermordung bedroht. Dem renommierten algerischen Soziologen Mahfoud Boukhobza wurde vor den Augen seiner Familie von Islamisten die Kehle durchgeschnitten. Islamkritiker leben auch in Europa sehr gefährlich. Am 2. November 2004 wurde der niederländische Islamkritiker und Filmemacher Theo van Gogh von einem in den Niederlanden geborenen Islamisten grausam ermordet. Erst wurde er angeschossen und dann schnitt ihm der Gotteskrieger die Kehle durch und heftete ihm mit fünf Messerstichen ein Bekennerschreiben, mit einer Morddrohung gegen Ayaan Hirsi Ali  auf die Brust. Theo van Gogh drehte mit Ayaan Hirsi Ali  den Film Submission, der über die Unterdrückung der Frau im Islam handelt. Am 7. Januar 2015 drangen zwei islamische Gotteskrieger in Paris in die Redaktionsräume der islamkritischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo ein und ermordeten elf Redakteure, Zeichner und Besucher. Gleichzeitig erschoss in Paris ein weiterer Islamist in einem koscheren Supermarkt vier Juden weil sie Juden waren. Der deutsche Islamkritiker Hamed Abdel-Samad steht unter ständigem Polizeischutz, wie bei Salman Rushdie hängt eine Fatwa über ihm, die zu seiner Ermordung aufruft. Warum kann man gefahrlos den Papst oder das Christentum kritisieren, aber nicht den Islam?

Die Antworten auf diese Fragen gab bereits im letzten Jahrhundert der iranische Journalist und Politiker Ali Dashti. Ali Dashti wurde 1894 in Kerbela in eine schiitisch-religiöse Familie geboren. Nach dem Putsch im Februar 1921 durch Reza Khan bewegte sich der Iran zaghaft in Richtung westlicher Moderne. Ali Dashti war zunächst gegen Reza Schah und veröffentlichte seine Meinung in verschiedenen Zeitschriften. Wegen seiner kritischen Artikel wurde Dashti mehrmals in seinem Leben verhaftet. Reza Schah leitete verschiedene Reformen ein und gründete nach westlichem Vorbild verschiedene Ministerien. Frauen bekamen Zutritt zu den Universitäten und die Pflicht zur Verschleierung wurde abgeschaft. Die Menschen sollten sich nach europäischem Vorbild kleiden. Ali Dashti und andere fortschrittliche Iraner waren begeistert über die Reformen. 1927 wurde Dashti zum zehnten Jahrestag der russischen Revolution eingeladen. Er verlängerte die Reise und besuchte verschiedene westeuropäische Länder und sammelte Eindrücke. 1928 wurde er als Abgeordneter für die Edalat-Partei (Gerechtigkeits-Partei) in das iranische Parlament gewählt. Unter Mohammad Mossadegh wurde Ali Dashti zum Senator ernannt. Nachdem die Regierung Mosaddeg durch einen von amerikanischer und britischer Seite, sowie dem iranischen Klerus unterstützten Militärputsch gestürzt wurde, kam  Reza Schah wieder an die Macht und schlug die kommunistischen und nationalistischen Parteien blutig nieder, sein Geheimdienst SAVAK war gefürchtet. Unter dem Schah kam es jedoch auch zur sogenannten „Weißen Revolution“ mit einer Landreform, dem Frauenwahlrecht, der Abschaffung der Leibeigenschaft, der Beteiligung der Arbeiter am Gewinn der Fabriken und einer allgemeinen Schulpflicht. Das Mindestalter für eine Heirat wurde heraufgesetzt. Für Frauen wurde es erleichtert, eine Scheidung einzureichen. Verpflichtende Unterhaltsleistungen für Frau und Kind bei Scheidung wurden eingeführt. Beim Tod des Ehegatten wurde die Sorgerechtszuweisung  für gemeinsame Kinder an die Witwe verfügt. Die Abtreibung wurde legalisiert und für eine Mehr-Ehe brauchte der Mann die Zustimmung seiner Ehefrau, was die faktische Abschaffung der Mehr-Ehe bedeutete. Diese Reformen der „Weißen Revolution“ im Iran der 1960er Jahre stießen wiederum auf erheblichen Widerstand des schiitischen Klerus. Nach der islamischen Revolution von 1979 wurden, bis auf das Wahlrecht für Frauen, alle Reformen rückgängig gemacht. Zur Integrationsfigur der religiösen Reformgegner entwickelte sich bereits damals Ruhollah Khommeini vom schiitischen Wallfahrtszentrum Qom. In den 70er Jahren war Ali Dashti einer der intellektuellen Gegenspieler des Ayatollah Khomeini. Ali Dashti verfolgte mit großer Besorgnis die extremistische politische Entwicklung im Iran. Viele Jahre schrieb er in Abhandlungen und Büchern gegen die fanatischen Ziele des Fundamentalismus. Bereits 1937 verfasste Ali Dashti das Buch „23 Jahre“, gab das Manuskript aber erst 1972 seinem Freund, dem  Sozialwissenschaftler Bahram Choubine in München, der das Manuskript unter Pseudonym in Fortsetzungen in der Zeitschrift Kaweh ab 1973 veröffentlichte. Ali Dashti damals zu Choubine: „Ich bin in Karbala, der Hochburg der schiitischen Schulen und Gesellschaft groß geworden, und meine Familie war geprägt von Vorurteilen, Aberglauben und dogmatischer Frömmigkeit. Die von Vorurteilen besessenen Fanatiker und deren Weltanschauung habe ich an Leib und Seele erfahren. Deshalb weiß ich, was für ein Unheil der Fanatismus anrichtet, und es ist meine Pflicht zu tun, was in meiner Macht steht, gegen dieses schmerzhafte Phänomen zu kämpfen.“

Nach dem Sieg der islamischen Revolution im Iran 1979 wurde Ali Dashti sofort verhaftet und trotz seines hohen Alters von 85 Jahren misshandelt und gefoltert.  Dabei erlitt er so starke Verletzungen, dass er unter der Aufsicht von Revolutionsgardisten in das Jam-Krankenhaus eingeliefert wurde wo er kurz darauf am 22. Dezember 1981 verstarb.

Das Buch „23 Jahre – die Karriere des Propheten“ von Ali Dashti wurde nach der Revolution im Untergrund verteilt und gehört bis heute zu den beliebtesten Lektüren im Iran. Ali Dashti entlarvt die Widersprüchlichkeiten und Ungereimtheiten der muslimischen „Offenbarung“ und zeigt zugleich schonungslos das extremistische Potential des Islam auf und er beschreibt kritisch die dreiundzwanzig Jahre des „Wirkens“ von Mohamed. Ali Dashti bestritt, dass der Koran von Gott selbst komme und er beschreibt das Leben von Mohamed in Mekka, wo er über Glauben und Mitgefühl gepredigt hat und seinen Sinneswandel in Medina.

In Mekka wurde Mohameds Sekte verfolgt und verachtet. In dieser Zeit forderte Mohamed Toleranz und sorgte sich um Waisen und bekämpfte die Kindstötung von Mädchen, wie sie bei den Beduinen der Brauch war. Die wenigen Christen und die vielen Juden umwarb er friedlich, sich doch seinem Glauben anzuschließen. Der Frühislam in Mekka setze sich für die Minderprivilegierten ein, welche unter der Gewalt der mekkanischen Oberschicht zu leiden hatte. In den ersten dreizehn Jahren des Islam konnten, trotz des bescheidenen Lebensstils Mohameds, seiner Beredsamkeit, seiner Warnungen über die zu erwartenden Strafen im Jenseits nur wenige Menschen gewonnen werden zum Islam überzutreten. In Mekka predigte Mohamed den Frieden weil der Frieden ihm genutzt hat. Mohamed war Pragmatiker. Nach der Prophetenbiographie wanderte Mohamed im Jahr 622 mit seinen Anhängern nach Yathrib aus. In  Yathrib (Medina)  lebten  zwei  befehdete  arabische  Stämme, die  Aus  und  die  Khasraj,  von denen jeder freundschaftliche Verbindungen zu einem oder zwei der jüdischen Stämme pflegte. In Yathrib nutzte ihm die Friedfertigkeit nicht mehr, denn Mohamed erkannte wie man den Islam weiterverbreiten konnte, mit Gewalt und mit dem Schwert! Mord und Gewalt wurden nun schonungslos als Mittel zur Machterweiterung eingesetzt und die entsprechenden Suren dazu „überliefert.“ Gewalt war freilich lange vor Mohamed ein weit verbreitetes Mittel der Araber. Nur in vier Monaten des Jahres, den Haram-Monaten ruhten die Waffen in der Region und als ungeschriebenes Gesetz galt der Verzicht des Überfalles auf Karawanen, denn von den Karawanen lebten die Stämme in der Region. Mohamed hielt sich nicht daran und er befahl den Überfall auf die Karawanen. Auf dem Weg von Syrien nach Mekka wurde auf einem Rastplatz in Nahkle die Karawane mit einer großen Anzahl von Gütern überfallen und der Karawanenführer ermordet. Der Überfall verursachte großen Aufruhr, weil er zudem am ersten Tag des Monats Rajab stattgefunden hat und in eben diesem Monat waren Kämpfe nach altem arabischem Brauch verboten. Mohamed brach nicht nur diesen Kodex. Ebenfalls war es zu der Zeit tabu Kriegsgefangene zu enthaupten, was Mohamed nicht davon abhielt unzählige Kriegsgefangene zu enthaupten. Die ersten Hauptangriffsziele waren die jüdischen Stämme und die benachbarten Gebiete.

In Yatrib lebten zu der Zeit drei jüdische Stämme, die Qanoqa, die Nadir und die Qorayza. Sie waren in der Landwirtschaft, im Handel und im Handwerk sehr erfolgreich. Die Juden hatten dank ihres religiösen Unterrichtes gute Schreibkenntnisse und ein höheres kulturelles Niveau als die übrigen Stämme. Solange die Muslime schwach waren gab es keine Zwischenfälle. Nachdem ein Muslim einen jüdischen Goldschmied ermordete und dieser dann von Juden ermordet wurde kam es zum Aufruhr, worauf die Wohnviertel der Qaynoqu fünfzehn Tage lang belagert wurden und keine Lebensmittellieferungen passieren konnten, gaben die Qaynoqu auf. Sie nahmen das Angebot an, dass ihr Leben verschont würde wenn sie die Stadt verlassen und ihren Besitz, mit Ausnahme was sie auf ihre Esel verladen konnten, an die bedürftigen Muslime übergeben. Mit dem jüdischen Stamm der Nadir wurde kurz darauf ähnlich verfahren. Später wurde der letzte bedeutende jüdische Stamm, die Banu Qorayza belagert, allerdings erwarte sie ein anderes Schicksal. Die Männer wurden enthauptet und die Frauen und Kinder wurden versklavt. Auf diese Art und Weise wurden die finanziellen Mittel für die Gründung eines islamischen Staates geschaffen und der Expansion des Islams stand nichts mehr im Wege. Innerhalb von hundert Jahren reichte die kriegerische islamische Expansion von Spanien über Ägypten, Arabien, Persien bis an die Grenzen Indiens und Chinas. Erst nach knapp 500 Jahren islamischen Imperialismus, inklusive islamischen Sklavenhandels begannen die christlichen Kreuzzüge.

In Medina wurde das Weintrinken und das Glücksspiel verboten, die Armensteuer verpflichtend eingeführt und das Gesetz zum Heiligen Krieg zur absoluten Pflicht gemacht. Ali Dashti schreibt in seinem Buch: „Ist der Gebrauch des Schwertes, um Menschen zum Bekenntnis zu einer Lehre oder einer Religion zu nötigen ehrenwert? Lässt sich das mit den Idealen der Gerechtigkeit und Menschlichkeit vereinbaren?“ Mohamed, der in Mekka über Glauben und Mitgefühl gepredigt hat, änderte in Medina seinen Kurs und empfängt beispielsweise folgende „Offenbarungen“: „Der Krieg ist euch vorgeschrieben“ Sure 2 Vers 212 oder „Tötet diejenigen.., welche nicht glauben!“ Sure 9 Vers 29 oder “ Und wenn ihr die Ungläubige trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habet. Die übrigen legt in Ketten (dass sie nicht fliehen können)“ Sure 47 Vers 4. Zahlreiche weitere, ebenso harte Koranverse wurden in Medina offenbart.

In sechs Kapiteln klärt Ali Dashti über die 23 Jahre der „Offenbarungszeit“ Mohameds auf. Den Frauen im Islam und Mohameds Problemen mit den Frauen widmet Ali Dashti eigene Kapitel. In der islamischen Rechtsordnung werden die Frauen als schwache Geschöpfe angesehen. Männer dürfen bis zu vier Frauen heiraten, aber umgekehrt Frauen nicht mehrere Männer. Laut Koran stehen die Männer über den Frauen. Wenn die Frau ihrem Mann nicht gehorcht, darf er sie laut Koran schlagen. Beispielsweise ist der Anteil des männlichen Erben doppelt so hoch wie der einer Frau. Das männliche Zeugnis vor Gericht zählt doppelt so viel wie das einer Frau. Eine gute Frau ist die Frau die ihrem Mann gehorcht. In der Sure 4 werden die Rechte und die Pflichten für Männer und Frauen vorgeschrieben. Laut dem Propheten sind Frauen für Männer eine ständige Versuchung und deshalb müssen sie sich auch verhüllen. Dashti schreibt ebenso über die Kindheit, wie über die Berufung Mohameds, er schreibt über die politischen Morde Mohameds und räumt mit dem Wunderglauben im Koran auf. Mohamed war ein widersprüchlicher Mensch der süchtig nach Macht und Anerkennung war. Alles was er je gesagt oder getan hat wurde von der muslimischen Geistlichkeit zum Muster der Vollkommenheit und der Verkündigung von Gottes Willen erhoben. Ali Dashti forderte die Muslime dazu auf, die Überhöhung von Koran und Mohamed in Frage zu stellen. In den letzten acht Jahren seines Lebens führte der Prophet über achtzig Kriege. Die letzten Suren des Korans legten mit ihrer Kriegsverherrlichung und der Verdammung der Ungläubigen die Saat für den islamistischen Terror unserer Zeit.

Heutige Islamkritiker wie Hamed Abdel-Samad weisen, wie bereits Ali Dashti zu seinen Lebzeiten, auf Gewalt, religiöse Intoleranz gegenüber Juden, Christen, Frauen und Homosexuellen im Islam hin. Der Koran unterteilt gnadenlos in Gläubige und in Ungläubige und er weist an wie mit diesen umzugehen ist. Der Hauptunterschied des Korans zu den Schriften anderer Religionen liegt in der verpflichtenden Treue zum Text. Für gläubige Muslime ist der Koran eine Handlungsanweisung, sind die Hadidthen wie der Koran Gottes letzte Botschaft, die für alle Zeiten Gültigkeit haben, mit dem Auftrag die islamische Lehre in der Welt durchzusetzen. Ein Interpretationsspielraum ist bei den angeblichen Worten „Gottes“ nicht möglich. Gottes Wort ist für Gläubige nicht reformierbar! Sehr wohl aber ist das Denken der Muslime reformierbar. Dazu kommt das Prinzip der „Abrogation.“ Im Zweifelsfall gilt in der islamischen Rechtswissenschaft die Aussage der chronologisch nachfolgenden Sure und am Ende des Korans stehen bekanntlich die dschihadistischen Gebote.

Die Mischung aus Minderwertigkeitskomplex und Allmachtsvision macht den Dschihad aus. Ohne die islamische Ideologie könnten islamistische Terroristen nicht ihren mörderischen Dschihad führen. Der islamische Terror gegen „Ungläubige“, die Unterdrückung der Muslime in der islamischen Welt hat ein Vorbild, den Propheten mit seinen Worten und mit seinen Taten. Die Mörder von Charlie Hebdo und Theo van Gogh handelten wie die Gefährten Mohameds,  die ihre Liebe zum Propheten unter Beweis indem sie Menschen ermordeten, die sich abfällig über ihn äußerten. Die Enthauptungen „Ungläubiger“ des Islamischen Staates vor laufender Kamera haben Mohamed zum Vorbild.

Islamische Terroristen legitimieren mit dem Koran ihren Dschihadismus und friedliebende Muslime leiten mit den wenigen Friedenspassagen aus dem Koran die Friedfertigkeit des Islams her. Beides ist in einer aufgeklärten Welt einerseits lächerlich und andererseits furchteinflößend. Das westliche Appeasement an den Islam und der dadurch vollzogene Verrat an der Aufklärung ist dabei nicht viel weniger beängstigend als der politische Islam mit seinem menschenverachtenden Terror.

Der Niedergang der islamischen Welt, seine inneren und externen Konflikte und Kriege, der Zusammenbruch vieler islamischen Länder, ihre wirtschaftlichen Probleme, die wissenschaftliche Erfolglosigkeit der islamischen Welt, der weltweite islamische Terror können nur zurückgedrängt und vielleicht irgendwann besiegt werden, wenn endlich offen die Widersprüche dieser Religion diskutiert und wenn endlich die säkularen muslimischen Oppositionellen in ihrer Aufklärungsarbeit von westlicher Seite massiv unterstützt und geschützt werden. Ohne die Aufklärung stünde das christliche Europa noch im Mittelalter, ohne Aufklärung wird die islamische Welt weiter im Mittelalter verharren und viele Menschen weiterhin sehr unglücklich machen.

Quellen: Ali Dashti, 23 Jahre – Die Karriere des Propheten Muhammad | Hamed Abdel-Samad, Mohamed – Eine Abrechnung

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch + Fleisch

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10 Kommentare leave one →
  1. 27. März 2017 17:06

    Schöner Beitrag. Wie immer, muss man dazu sagen. Den Begriff „Weiße Revolution“ kannte ich gar nicht. Dass der Schah ein übler Folterdiktator gewesen ist muss man heute eh nicht mehr dazu sagen, aber es ist immer wieder erstaunlich, dass dieselben Leute, die den iranischen Mullahs nahe stehen, dem Assad ähnliche Reformen wohlwollend zugestehen, während sie den Schah als „amerikanische Marionette“ denunzieren.

    In der Jungle World konnte übrigens gerade das erscheinen:

    http://jungle-world.com/artikel/2017/12/55963.html

    Als ich das letzte Mal in einem linken Kontext auf das Buch von Tidiane N’Diaye verwies, war ich noch ein islamophober Rassist.

    Nach dem Terroranschlag in London hat sich die Spreu vom Weizen getrennt. Die Fraktion der Islamversteher regt sich vor allem darüber auf, dass das Foto einer an einem Terroropfer vorbei gehenden Frau mit Kopftuch, die gerade telefoniert mit einigen ausländerfeindlichen Sprüchen bedacht wurde. Die Kritik an dieser Gleichgültigkeit wird jedenfalls mehrheitlich geteilt und sie wird auch nicht mehr so leicht abgetan. Auch kleine Fortschritte sind welche.

    Grüße an die Familie!

    Gefällt 2 Personen

    • 27. März 2017 22:34

      Danke Jurek.

      Den Artikel der Jungle World über den Sklavenhandel habe ich verlinkt und das Bild der gleichgültigen Frau mit dem Kopftuch und den entsprechenden Reaktionen habe ich auch gesehen. Es geht mir wie dir, auch ich freue mich über die kleinen Fortschritte.

      Je mehr über Tidiane N’Diaye und „sein“ Thema geschrieben wird umso besser. Gerade in den finsteren Zeiten der fortschreitenden Magisierung der Welt ist jedes kleine Stückchen Aufklärung ein Schritt in die richtige Richtung.

      Wenn man wegen der notwendigen Aufklärung von menschenfeindlichen Islamistenvestehern als ein „islamophober Rassist“ bezeichnet wird, dann ist das gut und nicht schlecht, denn dann hat man den nötigen Trennungsstich gezogen. 😉

      Beste Grüße

      Gefällt 1 Person

  2. Lisa Gess permalink
    27. März 2017 20:51

    „Islamische Terroristen legitimieren mit dem Koran ihren Dschihadismus und friedliebende Muslime leiten mit den wenigen Friedenspassagen aus dem Koran die Friedfertigkeit des Islams her. Beides ist in einer aufgeklärten Welt einerseits lächerlich und andererseits furchteinflößend“

    Volltreffer! Danke.

    Gefällt 2 Personen

  3. steinbaer permalink
    28. März 2017 15:00

    Heute schreibt der Standard über das Appeasement Österreichs mit den iranischen Mördern:

    Am 13. Juli 1989 trafen sich der Vorsitzende der „Demokratischen Partei der Kurden Irans“, Abdul Rahman Ghassemlou, sein Stellvertreter sowie der österreichische Kurde Fadel Rasoul in einer Wohnung im 3. Wiener Gemeindebezirk Emissäre des Teheraner Regimes. Die Islamische Republik, seit ihrer Gründung 1979 mit den nach Autonomie ringenden Kurden auf Kriegsfuß, hatte zu geheimen Verhandlungen geladen. Die „Friedensgespräche“ entpuppten sich jedoch als Kriegslist. Ein Mordkommando stürmte die Wohnung und tötete die drei Kurden. Dann das Unvorstellbare: Die dringend Tatverdächtigen begeben sich in die iranische Botschaft, die Regierung in Teheran interveniert – und die mutmaßlichen Mörder dürfen Österreich unbehelligt verlassen. Einer von ihnen wird gar in Polizeibegleitung zum Flughafen Schwechat gefahren, um nach Teheran zu fliegen.

    Der österreichische Staat als Komplize von islamistischen Mördern!

    http://derstandard.at/2000054844948/Oesterreich-1989-Der-Staat-als-Komplize-von-Moerdern

    Gefällt 2 Personen

  4. 29. März 2017 16:52

    Iran: Todesstrafe wegen „Prophetenbeleidigung“

    „Irans oberstes Gericht hat die gegen Sina Dehghan wegen ‚Beleidigung des islamischen Propheten Mohammad‘ verhängte Todesstrafe bestätigt. Damit wurde das bereits im Februar ausgesprochene Urteil gegen den 21-Jährigen von einer zweiten Instanz bekräftigt. (…) Dehghan wurde vor zwei Jahren in der iranischen Stadt Arak unter dem Vorwurf verhaftet, auf einer Webseite auf dem Nachrichtendienst Line ‚Beleidigungen gegen den Islam und den Koran‘ veröffentlicht zu haben. Mohammad Nouri und Sahar Eliassi wurden damals als Dehghans Komplizen verhaftet. Gegen Nouri wurde ebenfalls die Todesstrafe verhängt, die Entscheidung des obersten Gerichts darüber steht noch aus. Eliassi wurde wegen ‚Beleidigung des religiösen Führers‘ zu vier Jahren und vier Monaten Haft verurteilt.

    Laut Paragraf 262 des iranischen Strafgesetzbuchs steht auf Beleidigung des Islam, des Propheten Mohammad und der zwölf Imame, die die Schiiten als dessen Nachfolger betrachten, die Todesstrafe.“

    http://www.mena-watch.com/iran-todesstrafe-wegen-prophetenbeleidigung/

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  5. steinbaer permalink
    30. März 2017 10:18

    Acht Monate lang hat der Journalist Constantin Schreiber Freitagspredigten in deutschen Moscheen besucht. Was dort gepredigt wird, ist offenbar oft antidemokratisch und auch sonst problematisch. Schreibers Fazit ist ernüchternd.

    Was wird aktuell an deutschen Moscheen gepredigt? Der Journalist Constantin Schreiber hat sich ein Bild gemacht – acht Monate lang hat er sich die Freitagspredigten in unterschiedlichen islamischen Gemeinden angehört. Sein Fazit ist ernüchternd:

    „Der rote Faden war schon die Warnung vor dem Leben draußen in Deutschland. Es ging immer darum zu sagen: Wir, die Muslime, und die anderen, die Christen, die Ungläubigen (…). Das gab es in verschiedenen Schattierungen, das gab es auch mal subtiler, mal war es sehr ausdrücklich, da war die Rede davon, Deutschland will dich auslöschen, wie können wir hier standhaft bleiben, und dann gab es auch ganz konkret Hetze, wo gegen Juden und Jesiden gehetzt wurde, wo gesagt wurde, man kann nicht Muslim und auch Demokrat sein.“

    http://www.deutschlandradiokultur.de/predigten-in-deutschen-moscheen-immer-entlang-der-roten.1008.de.html?dram:article_id=382306

    Gefällt 2 Personen

  6. Herbert Eck permalink
    5. April 2017 09:40

    Der islamistische Terroranschlag in St. Petersburg, der vierzehn Menschenleben kostete, findet in unseren Medien kaum Beachtung. Das Brandenburger Tor erleuchtet nicht in den Farben Russlands!

    Entweder gibt es zweierlei Opfer oder wir haben uns schon an den islamistischen Terror gewöhnt.

    Gefällt 1 Person

    • 5. April 2017 23:14

      Weder noch. Es liegt auch daran, dass Russland selbst nicht all zuviel Interesse hat, aus dem Anschlag mediales Interesse zu generieren.
      Putins Politik war es Russland vor Terror zu beschützen, indem er ihn nach Syrien exportiert hat. Das Versprechen an die Russen war, dass die russische Politik keine Terroranschläge mehr zulässt. Außerdem war während des Anschlags Putin in der Stadt, weil er sich mit Weißrusslands Lukaschenko getroffen hat.
      Die Tatsache, dass die Sicherheitskräfte und Geheimdienste den Anschlag nicht verhindern konnten, weil sie offenbar nicht mit Terroristen aus Zentralasien rechneten, wirft kein gutes Licht auf die Effektivität ihrer Frühwarnsysteme.
      Putin hat keine Interesse daran, das allzu sichtbar zu machen. Die von ihm bezahlten Trolle haben sich daher mehrheitlich darauf verlegt zu kritisieren, dass die Farben Russland nicht am Brandenburger Tor leuchten würde, so als ob es den Russen nicht komplett scheiß egal wäre. Denn das ist es.

      Gefällt 1 Person

  7. Gaby Bauer permalink
    25. September 2017 10:09

    Danke für den informativen Artikel.
    Grüße aus Hessen

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