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Die Pest

24. März 2020

In der Stadt Oran kündigen tausende tote Ratten den Ausbruch einer Seuche an. Der Arzt Dr. Bernard Rieux erkennt sofort die Gefahr und setzt gegen anfänglichen Widerstand Quarantänemaßnahmen durch. In einem Disput mit der Verwaltung beharrt der Atheist Rieux: „Die Frage ist nicht, ob die vom Gesetz vorgesehenen Maßnahmen schwerwiegend sind, sondern ob sie nötig sind, um zu verhindern, dass die halbe Stadt getötet wird. Der Rest ist Sache der Verwaltung, und unsere Verfassung sieht einen Präfekten vor, der gerade solche Fragen zu regeln hat.“Zweifellos“, sagte der Präfekt, „aber es ist nötig, dass Sie offiziell besttätigen, dass es sich um eine Pestepidemie handelt.“Auch wenn wir das nicht bestätigen, laufen wir Gefahr, dass sie die halbe Stadt tötet“, erwiderte Rieux.

Rieux ist der tragische Held, der alles versucht die Seuche einzudämmen, wie sein Freund Tarrou, der eine Schutzgruppe gründet. Ihr großer Gegenspieler ist Paneloux, ein Jesuitenpater mit einem religiös eindimensionalen Weltbild. In seinen Predigten beschwört Paneloux seine Schafe zum Gehorsam gegenüber Gott: „Des Wartens auf euer Kommen müde, hat Gott deshalb die Geißel euch heimsuchen lassen, wie sie alle Städte der Sünde heimgesucht hat, seit die Menschen eine Geschichte haben.“ Oran ist in einem Ausnahmezustand, es wird nach Schuldigen gefahndet wo keine sind und Verschwörungstheorien machen die Runde. Am Ende wird der Feind besiegt und die überlebenden Bewohner können in die Normalität zurückkehren, für wie lange bleibt offen.

Wenige Jahre nach seinem Roman „Die Pest“ bekam 1957 Albert Camus (1913-1960), Vertreter des französischen atheistischen Existenzialismus den Literaturnobelpreis und rund sechzig Jahre später trat ein Corona-Virus vermutlich vom Tier auf den Menschen über. Covid-19 verbreitet sich hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion, bei rund 80 Prozent verläuft die Krankheit nur mit Fieber, bei etwa 14 % der Fälle verläuft sie schwerer, und in etwa 5 % so schwer, dass eine intensivstationäre Betreuung notwendig und der Zustand lebensbedrohlich ist. Nach anfänglichen Vertuschungsversuchen kam es in China zu strengen Restriktionen für die Eindämmung des Corona-Virus. Wuhan wurde abgesperrt, Geldscheine und Straßen desinfiziert, Geschäfte geschlossen, Ausgangssperren verhängt, Kontakte verboten und die ohnehin extreme Überwachung der Bevölkerung noch einmal verschärft. Längst hatte sich der Corona-Virus zur Pandemie entwickelt. Keine der bisherigen Pandemien verbreitete sich so schnell um den Globus wie Covid-19. Bei der Spanischen Grippe von 1918/19 infizierten sich zwei von drei Menschen mit dem Virus. In den industrialisierten Ländern lag die Sterblichkeit bei zirka fünf Promille und in ärmeren Ländern bei bis zu zehn Promille. Rund zwei Prozent der damaligen Weltbevölkerung von 1,8 Milliarden Menschen starb an ihr.

Nach wochenlanger Verspätung führten auch die meisten europäischen Länder strikte Ausgangsbeschränkungen wegen Covid-19 ein, mit dem Ziel die Ausbreitungskurve so flach zu halten, dass die Kapazitäten der Intensivstationen nicht umgehend erschöpft werden. Wenige Länder wie die Niederlande oder Großbritannien setzten anfangs noch auf die Herdenimmunität. Durch einen hohen Durchseuchungsgrad in der Bevölkerung soll ein Großteil immun werden. Nach einem Bericht des Imperial College London käme es dabei in Großbritannien auf rund  250,000 Todesopfer, weshalb diese Länder schnell von ihrem Vorhaben abrückten.

Italien ist aktuell das am schlimmsten betroffene Land in Europa. Wegen der völligen Überlastung der dortigen Krankenhäuser behandeln Ärzte nur noch Patienten die eine bessere Überlebenschance haben. Militärfahrzeuge schaffen die Toten in die Krematorien. Weil Beatmungsgeräte und Intensivbetten fehlen, werden die schwereren Fälle zum Sterben in einen anderen Raum gebracht. Man gibt den Sterbenden ihr Handy damit sie sich von den Angehörigen verabschieden können. Ohne entsprechende Maßnahmen der Regierung und von jedem einzelnen wären innerhalb weniger Monate Millionen in Deutschland infiziert und das Krankenhaussystem würde in wenigen Wochen zusammenbrechen. So bleibt zu hoffen dass die aktuelle Ausgangsbeschränkung positive Auswirkungen haben, möglichst bald ein Wirkstoff und ein Impfstoff gefunden und es wieder aufwärts gehen wird.

Neoliberale Sozialdarwinisten, antisemitische Verschwörungstheoretiker und sonstige esoterische Verharmloser sorgen sich um die Wirtschaft und die Freiheit und haben in den Zeiten von Covid-19 wieder einmal Hochkonjunktur:

Der Talkshow-Moderator, Klimaaktivist und Sozialdarwinist Richard David Precht wirft den Leuten vor, „mehr Angst um ihr Leben zu haben als um das Überleben der Menschheit“: „Jetzt kommt etwas vergleichsweise harmloses, etwas was so gefährlich ist wie ’ne Grippe, mit ’ner Mortalitätsrate von 0,3% der Betroffenen und auf einmal ist alles anders. […] Plötzlich ist alles möglich, obwohl es sich um eine sehr kleine Bedrohung handelt. Aber angesichts der ganz großen Menschheits-Bedrohung scheint das alles nicht möglich zu sein. Das weckt den Sinn für das Nachdenken.“ Er selbst trete dem Corona-Virus „völlig unbefangen“ entgegen. „Alles, was ich bis jetzt von dem Virus verstanden habe, ist, dass es gefährlich ist für Leute mit schwachem Immunsystem und für sehr alte Menschen. Und da ich zu beiden nicht dazuzähle, fühle ich mich nicht besonders bedroht…“

Der „Israelkritiker“ und Sozialdarwinist Jakob Augstein twitterte: „Ist angesichts einer Sterblichkeit von zZt vielleicht 4%, die Panik in Sachen #Corona gerechtfertigt? Das ist weniger als bei echter Grippe. Da wäre ich mal für Hinweise auf Quellen dankbar, die das erläutern…“

Bei einem Konzert am 8. März 2020 zum Weltfrauentag begeisterten die linken Rapper von K.I.Z. ihr Publikum mit dem Satz: „Die Wahrheit ist: Davon sterben nur alte, weiße Männer!“

Der prominente iranische Kleriker Alireza Panahian forderte die Iraner auf, das Corona-Virus zu verbreiten, um das Erscheinen des Mahdi, der messianischen Figur im schiitischen Islam, zu beschleunigen. Laut Verfassung des iranischen Gottesstaates gilt, bis zur Wiederkehr des verborgenen Imans, die „Herrschaft des Rechtsgelehrten.“ Der 12. Imam, der Mahdi ist nach der Lehre der Zwölfer-Schia der letzte unmittelbare Nachkomme Mohammeds der im Jahr 874 als kleiner Junge spurlos verschwand. In der iranischen Verfassung ist festgelegt, wenn dieser „Imam“ irgendwann aus seiner Verborgenheit hervortritt wird ihm die Macht ihm Iran unverzüglich übertragen, da er die Welt von allen Übeln, also den Juden befreien wird. Der Kleriker fügte hinzu, dass die Welt vor dem Erscheinen des Mahdi an großen Ängsten, wirtschaftlichen Krisen und vielen Todesfällen leiden werde, sodass die Menschen eine religiöse Regierung unter der Führung des Imam Mahdi benötigen.

Der sunnitische IS forderte dagegen seine Kämpfer auf, Länder zu meiden, die vom Corona-Virus betroffen sind. Der Islamische Staat hat eine Reisewarnung an seine Kämpfer herausgegeben, vom Corona-Virus befallene Länder zu meiden, wie ein Analyst des syrischen Bürgerkriegs ausführte. „Gesunde Menschen sollten davon absehen, in vom Virus befallene Staaten einzureisen, und Infizierte sollten diese Staaten nicht verlassen“, so eine Erklärung, die laut Aymenn Jawad Al-Tamimi von der als IS-Sprachrohr fungierenden Zeitung al-Naba veröffentlicht wurde.

Der Imam der Quba-Moschee in Medina glaubt, dass der aktuelle globale Corona-Virus-Ausbruch die Welt dem Ende der Zeit näher bringt. Scheich Saleh Al-Maghamsi bezog sich in einem Fernsehinterview über die Pandemie auf einen Hadith, eine Erzählung, die dem Propheten Mohammed zugeschrieben wird, und in der er von einem „kalten Wind aus dem Jemen spricht, der die Seele der Gläubigen einfängt“. „Früher fragten wir immer, wie der Wind die Seele der Gläubigen einfangen kann, aber jetzt sehen wir, wie sich das Virus ungehindert über die Welt verbreitet hat, um der Menschheit ihre Ohnmacht und Schwäche zu zeigen“, fuhr al-Maghamsi fort.

Ein irakischer Analyst behauptete, hinter dem angeblichen Komplott stecke die jüdische Familie Rothschild mit ihrer „zionistischen Lobby“ und der iranische Fernsehsender Press TV  halluzinierte dass „zionistische Elemente einen tödlicheren Stamm des Corona-Virus gegen den Iran entwickelt haben“

Bahgat Saber, ein in New York ansässiger Aktivist der ägyptischen Muslimbruderschaft, sagte in einem Video, dass jeder Ägypter, der grippeähnliche Symptome oder das Corona-Virus hat, absichtlich zu ägyptischen Polizeistationen, Staatsanwaltschaften, Gerichtsgebäuden, Botschaften und Konsulaten gehen und Regierungsbeamten die Hand schütteln sollte. So solle Rache an der Regierung von Präsident Abdel Fattah Al-Sisi, die seiner Meinung nach zutiefst korrupt ist, genommen und das Volk gerächt werden, das von Sisi unterdrückt werde.

Für die russisch-orthodoxe Kirche in Deutschland ist der Corona-Virus die „gerechte Strafe Gottes für Sterbehilfe, Transsexualität, Abtreibungen und Leihmutterschaft“.

In Russland und dem Iran beispielsweise wurden wiederum Gerüchte verbreitet, bei der Epidemie handele es sich um einen US-Angriff mit biologischen Waffen. In den USA hingegen behaupten Verschwörungstheoretiker und esoterische Impfgegner Bill Gates und die Demokraten hätten mit dem Ausbruch zu tun.

Hunderttausende Alte, Schwache und Kranke für den weiteren wirtschaftlichen Erfolg zu opfern nennt man Sozialdarwinismus und wenn die Krankenhäuser, die Intensivstationen überlastet sind und kollabieren dann sterben auch jüngere Menschen an ihren diversen anderen Krankheiten. Es ist bezeichnend aber keineswegs überraschend, dass ausgerechnet viele sich als irgendwie links gebende Journalisten und Politiker ihren neoliberalen Sozialdarwinismus so offen zur Schau stellen.

Für Albert Camus waren Solidarität, Freundschaft und Liebe die Eckpfeiler des menschlichen Zusammenlebens und so legte er seinem Rieux in den Mund: „Was man in Plagen lernt, nämlich dass es an den Menschen mehr zu bewundern als zu verachten gibt“. Für Camus stand die Pest im damaligen historischen Kontext stellvertretend für die nationalsozialistische Besatzung Frankreichs, im Allgemeinen für den Totalitarismus, sein Buch ist ein Plädoyer für die Solidarität der Menschen im Kampf gegen Tod und Tyrannei. Für Camus wie für Sartre kann der Mensch vor allem in Extremsituationen seinen Humanismus beweisen. In der Extremsituation einer Seuche wird auf der anderen Seite die jahrelang geheuchelte Menschlichkeit bei bestimmten Leuten zur Maske die nun endlich fallen gelassen wird. Rieux, der unermüdlich Kämpfer im Roman, der gegen die Niederträchtigkeit und Grausamkeit der Pest rebelliert, zerstört mit seinem Engagement die Hoffnung auf Rettung durch einen barmherzigen Gott als eine Illusion. Vernünftige Maßnahmen des Staates, von Ausgangsbeschränkungen mit dem Ziel der Minimierung von sozialen Kontakten bis hin zu Kurzarbeitergeld und Milliardenschweren Hilfen für Selbstständige und Unternehmen um die Konjunkturkatastrophe abzumildern, sowie massive Investitionen in Forschung und Wissenschaft sind das Gebot der Stunde. Nach der Krise sollte allerdings nochmal über bestimmte Auswüchse der Globalisierung, sowie über das neuerliche Versagen der EU nachgedacht werden.

Oder frei nach Jean Améry: Wird man mich zwingen, Markus Söder hochleben zu lassen? Ich bin bereit dazu.

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch & Fleisch

18 Kommentare leave one →
  1. chaikagrossmann permalink
    24. März 2020 13:38

    Lieber Manfred,
    ich denke, der Beifall kommt ganz erheblich zu früh. Die Sperrung von Sportanlagen wird erheblich mehr Tote unter chronisch kranken Menschen fordern, darunter auch mich. Ich brauche meinen Sport, um fit zu bleiben, jetzt muss ich mit Versteifung der Brust- und Rippenmuskulatur rechnen. Das ist so ähnlich wie ein Herzinfarkt aber nicht behandelbar.
    Ursache ist nicht ein neuer Virus sondern das marode Gesundheitssystem, dass nur für Besser Verdienende, also Privatpatienten gut ist aber leider nicht für die Herde. An Grippe sterben jährlich Hunderttausende und das liegt einfach an einer alternden Gesellschaft mit einem schlechten weil privatisierten und ökonomisierten Gesundheitssystem. Das Massensterben wie bei der großen Pest kommt trotzdem, die geburtenstarken Jahrgänge allein in Deutschland altern und sterben. Das ließe sich mit einem ordentlichen Gesundheitssystem lösen- Notkrankenhäuser, die schnell hochgefahren werden können, die trainiert werden, Aufhebung der Fallpauschale, Krankenhäuser mit Außenstellen, die rasch hochgefahren und ausgeweitet werden, Einrichtung von allen Stationen, Wiedereinführung der Physiologie in der ärztlichen Ausbildung, Praxiszeiten im Studium, ein öffentliches Gesundheitsamt mit Sozialarbeitern, Ärzten, Pflegepersonal, wobei die Ärzte ebenfalls eine Pflegeausbildung haben, etc…Zusätzlich brauchen wir Einwanderung, die aber gut geplant sein muss- ich möchte natürlich nicht noch mehr Antisemiten im Land haben, als ich sie jetzt schon ertragen muss. Also müssen wir uns offensiv mit Antisemitismus in allen Farben und Formen auseinandersetzen, denn Assad als Beispiel hat ebenso wie die DDR, Antizionismus und Antisemistismus als Identät verbreitet.

    Darüber hinaus gehöre ich natürlich zum „Mitte-Links“ Lager, sollte es Gott geben, dann hat er uns Intelligenz gegeben, damit wir praktische Lösungen finden. So wie Hiob in der Thora und in den Erzählungen Adabs eben NICHT betet sondern nachdem er seine Toten begraben hat, das nächste mal anders baut und vorher mögliche Gefahren von Erdbeben und Naturkatastrophen prüft. Damit erfindet er das „kalte Schweißen“, das erdbebensichere Bauen. Und als er stolz auf das neue Heim, das alle Erdstöße aushält, blickt, zusammen mit seiner Frau, die die Statik mit Hilfe eines neuen Geräts, des ersten Analog- Rechners, dem Mechanismus von Antikhera, berechnet hat, danken sie dem Schöpfer, das er ihnen beiden so einen messerscharfen Verstand gegeben hat und den Willen, niemals aufzugeben.
    Und als alles fertig war und alles neuen Katastrophen locker getrotzt hatte, da war die Zeit für ein Dankgebet da. Mit Musik und Wein.

    Also Einsperren ist Unfug- Markus Söder zeigt ebenso wie Herr Spahn nur einen Aktionismus, der nichts mit Problemlösungen zu tun hat. Und mehr Krankenhäuser, ÄrztInnen oder Personal gibt es auch nicht, die Pharmaindustrie streicht horrende Profite ein und die Reha- und Fitnesszentren sind zu. Schöner Mist. Nein, da gehe ich lieber protestieren! Irgendwie sportlich betätigen bevor ich sterbe, ist angenehmer. Aber glaube ja nicht, dass ich dir ein Ersatzteil spende. Vergiss es! Und den Wein trinke ich auch ohne dich!!!!! Meine Leber gehört mir.

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    • 24. März 2020 14:34

      Liebe Chaika,

      Im Gegensatz zu Italien, Frankreich, China, Spanien gibt es in Deutschland noch keine Ausgangssperre, wir haben Ausgangsbeschränkungen. Bayern hat die schärfsten Beschränkungen. Wir dürfen aber ins Freie und wir können auch Sport machen z. B. Joggen, Mountainbiken. Kannst du deinen Sport nicht alleine oder zu zweit machen?

      Das es an unserem Gesundheitssystem hapert ist natürlich richtig, hat aber nur sekundär mit der aktuellen Virus-Krise zu tun. Auch wenn wir dreimal so viele Beatmungsgeräte hätten würde das keinen Ansturm ohne Maßnahmen verkraften. Die fehlende Schutzkleidung, fehlende Atemmasken, Desinfektionsmittel sind ein anderes Thema, das ich aber im letzten Abschnitt, Stichwort Globalisierung angesprochen habe.

      Es gibt aktuell keine Alternative zur sozialen Distanz. Man muss Zeit gewinnen um die Krankenhäuser vorzubereiten um die Kurve etwas abzumildern. Zeit um einen Wirkstoff zu testen, einen Impfstoff zu testen. Jedes vernünftige Land dieser Erde geht in diese Richtung, weil es keine andere Möglichkeit gibt. Oder glaubst du China hätte aus Jux und Tollerei drei Monate das gemacht was sie gemacht haben? Die asiatischen Länder haben die Erfahrung bezüglich Seuchen, wir sollten von ihnen lernen.

      Dein Wein und auch ansonsten alles was du willst sei dir gegönnt.

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    • nussknacker56 permalink
      24. März 2020 19:10

      Hallo Chaika Grossmann,

      der erzwungene Verzicht auf das Training im Fitnesscenter ist sicher eine blöde Sache. Dennoch gibt es Möglichkeiten, dieses auszugleichen. Ich nutze zum Beispiel: Mark Lauren – Fit ohne Geräte. Diese Trainingseinheiten können auch gut zuhause praktiziert werden. Das Hauptproblem dabei dürfte sein, alleine gegen den inneren Schweinehund antreten zu müssen. 😉

      Viel Erfolg dabei.

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  2. 24. März 2020 17:22

    Nun zieht auch Großbritannien zieht mit einer Kontaktsperre nach. Kritiker befürchten jedoch, dass die Beschränkungen zu spät kommen. Derweil bringt das Coronavirus Europas Kliniken an den Rand ihrer Kapazitäten. Nach Italien kommt nun Spanien an seine Grenzen. Corona-Patienten müssen auf Klinikboden liegen.

    https://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Corona-Patienten-muessen-auf-Klinikboden-liegen-article21663910.html

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  3. 25. März 2020 19:44

    Ein großartiger Beitrag, Manfred.

    Eine gute Gelegenheit „Die Pest“ wieder zu lesen. Es sei hier noch darauf verwiesen, dass es keine „neoliberalen Sozialdarwinismus“ gibt. Klassische Liberale im ökonomischen Sinn waren Leute, die jede sozialstaatliche Maßnahme für Teufelswerk halten und auch sozialdarwinistische Positionen vertraten. Neoliberale wie Mises und Hajek waren jedoch keineswegs gegen den Sozialstaat oder die Krankenkassen und sie sind auch keine Sozialdarwinisten. Das Neo in Neoliberal bezieht sich darauf, dass Neoliberale Zentralbanken ablehnen und der Meinung sind, dass auch Geld in einem Markt als Ware gehandelt werden muss. Neoliberal sind Leute, die nicht den Sozialstaat abschaffen wollen, sondern glauben, dass die Maßnahmen, die er setzt nicht das Ergebnis bringen, das man von ihnen erwartet.

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    • 26. März 2020 16:40

      Danke Jurek, ich bin auf deine Kritik eingegangen und habe bei Fisch &Fleisch den Beitrag abgeändert und statt neoliberal wirtschaftsliberal geschrieben.

      Ich bin froh in diesen Zeiten nichts entscheiden zu müssen. Im nach hinein war es ein Fehler, den Fasching, Feste, Konzerte nicht abgesagt, Zuschauer ins Stadion gelassen, die Schulen nicht geschlossen zu haben. Aber insgesamt scheinen mir Kurz, Söder, oder Spahn ein ganz gutes Krisenmanagement zu machen.

      Wir stehen im Konflikt Wirtschaft/Konjunktur gegen Menschenleben. Vermeintliche Wirtschaftsgläubige wie Kurz, Söder, oder Spahn haben sich für die Menschenleben entschieden und vermeintliche Linke wie Augstein, die Berliner Gesundheitsministerin oder K.I.Z. dagegen.

      Bemerkenswert verkehrte Welt: Kurz vor den Kontaktsperren twitterte die SPD Vorsitzende Saskia Esken am 20. März: „Als freiheitliche Gesellschaft brauchen wir keine #Ausgangssperre.“ Die meisten Menschen seien „vernünftig, verantwortungsvoll und solidarisch“.

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  4. 29. März 2020 13:32

    In der Taz vom 11. März drückt Fatma Aydemir ganz unverhohlen ihre Freude über das Coronavirus aus, in erster Linie aus antirassistischen Gründen: »Vielleicht ist diese Krise das Beste, was Europa passieren konnte«, denn das Virus treffe im Gegensatz zu Rassismus nicht nur marginalisierte Gruppen. Quarantäne und Isolation erachtet Aydemir als ausgezeichnete Gelegenheit für die Europäer, ihre Privilegien zu reflektieren. Für diejenigen, die nun ohne Einkommen aus ihrem eh schon prekären Jobs vor existentiellen Geldproblemen stehen, stellt sich freilich die Frage, welche Privilegien das sein sollen.

    Sie meine das nicht zynisch, schreibt Aydemir über ihre zynischen Ausführungen. Für manche Antirassisten stellen offenbar selbst Krankheit und Tod noch »Chancen« dar, um angebliche Privilegien zu »checken«. Identitätspolitik, die Gesellschaft als von Privilegien strukturiert versteht, muss selbstverständlich ökonomische Verhältnisse außer Acht lassen. Das Virus ist jedoch nicht so egalitär, wie Aydemir es gerne hätte, weil arme oder wohnungslose Menschen einer viel größeren Gefahr ausgesetzt sind, sich zu infizieren. Die Ursache dafür liegt jedoch nicht in deren Mangel an Privilegien, sondern in der Not der kapitalistischen Ordnung.

    https://jungle.world/artikel/2020/13/quarantaene-als-konzentrationslager?

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    • 30. März 2020 16:45

      Maria Wöhr kann man nur zustimmen. Unabhängig davon ist es schon bemerkenswert wie in diesen Zeiten die Masken bei bestimmten Leuten fallen, speziell die Masken von sogenannen „Gutmenschen“. Mir gefällt das Wort auch nicht, aber mir fällt kein besseres ein.

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  5. 29. März 2020 13:33

    oder

    In einer am 11. März gesendeten Episode des öffentlich-rechtlich finanzierten Online-Satireformats »Bohemian Browser Ballet« stellt die lebensbedrohliche Lage älterer Menschen für den Satiriker Schlecky Silberstein gar einen Grund zur Genugtuung dar, denn »das ist nur gerecht, hat doch die Generation 65 plus diesen Planeten in den letzten 50 Jahren voll gegen die Wand gefahren«. Auch ein antiamerikanischer Seitenhieb darf nicht fehlen, denn US-Bürger seien »ein bisschen fetter« und damit einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt – zu Recht, findet der Satiriker, schließlich seien sie ja hauptverantwortlich für die ökologische Krise. Wenn es der Umwelt nützt, darf demnach gerne der Tod von Menschen in Kauf genommen werden: »Eine bessere Nachricht gibt es doch gar nicht für diesen Planeten«, so Silberstein, und zahlreiche Facebook-Kommentatoren bedanken sich, dass die Satire die Wahrheit ausspreche.

    https://jungle.world/artikel/2020/13/quarantaene-als-konzentrationslager?

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    • 30. März 2020 16:47

      In Facebook las ich gestern einen Kommentar von NetLuke. Man kann über die exakte Wortwahl streiten, aber da ist schon was dran:

      „Also, wenn sich fünfzig Leute in ein Schlauchboot ohne Wasser und Lebensmittel quetschen, weil sie glauben, es könne ja nicht so schwer sein, damit die 1000 km entfernte italienische Küste zu erreichen und – logische Folge – sie ertrinken dabei, dann ist das ein Holocaust und er muß unbedingt verhindert werden. Wenn hingegen in Italien Alte und Kranke am Corona-Virus sterben, dann ist das nur gerecht, denn es war der alte weiße Mann, der diesen Planeten zugrunde gerichtet hat. Was für eine unglaubliche Hybris, was für eine selbstermächtigende Arroganz, sich berufen zu fühlen, darüber entscheiden zu dürfen, wer leben darf und wer sterben muß. Kommt das noch jemandem bekannt vor?
      Wenn diese Krise etwas Gutes hat, dann, daß bei vielen Leuten die zivilisatorische Tünche abplatzt und die häßliche Fratze des Faschismus offenbart wird.“

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      • 31. März 2020 12:47

        Es verwundert mich insofern nicht, als meine eigenen Erfahrungen diese Entwicklungen durchaus prognostiziert hat, weil ich selbst durch meine eigene Aktivität diesen Zustand mit ermöglicht habe.

        Das Traurige an all dem ist, dass niemand von uns deswegen der AfD um den Hals fallen will, aber mir persönlich die Alternativen fehlen. Es gibt eine linke kulturelle Hegemonie in Europa (und den USA), die als Hegemonie dieselbe Menschenverachtung, dieselbe Intoleranz, dieselbe Unfähigkeit zur Selbstreflexion an Tag legt, wie jene rechte Hegemonie in den 90ern, die ich in den Antifa Kreisen und kommunistischen Plattformen bekämpft habe.

        Die Beschäftigung mit dem Stalinismus und die Auseinandersetzung mit Political Correctness haben mich wieder einmal – wie schon die letzten 30 Jahre zuvor – zu einem Außenseiter gemacht. Nicht dass ich diese Rolle unangenehm finde, aber es wäre schön gewesen diesmal nicht draußen vor der Tür zu stehen. Ich kann mich imemrhin mit Nietzsche trösten:

        „Es fehlt unter den Europäern von heute nicht an solchen, die ein Recht haben, sich in einem abhebenden und ehrenden Sinne Heimatlose zu nennen – ihnen gerade sei meine geheime Weisheit und gaya scienza ausdrücklich ans Herz gelegt! Denn ihr Los ist hart, ihre Hoffnung ungewiß, es ist ein Kunststück, ihnen einen Trost zu erfinden – aber was hilft es! Wir Kinder der Zukunft, wie vermöchten wir in diesem Heute zu Hause zu sein! Wir sind allen Idealen abgünstig, auf welche hin einer sich sogar in dieser zerbrechlichen, zerbrochenen Übergangszeit noch heimisch fühlen könnte; was aber deren »Realitäten« betrifft, so glauben wir nicht daran, daß sie Dauer haben. Das Eis, das heute noch trägt, ist schon sehr dünn geworden: der Tauwind weht, wir selbst, wir Heimatlosen.“

        Ich würde es heute anders ausdrücken: Ich bin weder links, noch rechts. Ich bin Amerikaner.

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  6. 1. April 2020 09:03

    Die Niederlage der Denker
    Alain Finkielkraut widerlegt Agamben und Sloterdijk

    Auch Alain Finkielkraut hat im Ausnahmezustand in Paris „Die Pest“ wiedergelesen: „Camus beschreibt den Krieg als Epidemie. Heute bekämpft Macron das Coronavirus mit den Idiomen der Kriegsrhetorik.“ Für Finkielkraut handelt es sich um ein Ereignis, „wie wir es bisher nicht kannten und das unvorhersehbar war“. Deshalb seien „voreilige Schlussfolgerungen“ unmöglich. Er lobt die Staatschefs, die den „Primat der Politik“ von der Wirtschaft zurückerobert haben.

    Keinerlei Verständnis hat Finkielkraut für die „hasserfüllte“ Kritik der Intellektuellen an den Regierungen, „denen sie vorwerfen, entweder zu spät gehandelt zu haben oder mit übertriebenen Maßnahmen zu reagieren“. Der französische Philosoph Robert-Walter Redeker macht Macron für Tote verantwortlich, die sich am 15. März in den Wahllokalen angesteckt hätten. Giorgio Agamben und Peter Sloterdijk unterstellen ihm, eine banale Grippe zur Epidemie hochzuspielen und die totale Überwachung durch den Staat durchsetzen zu wollen.

    Mit Entsetzen las Finkielkraut ein Interview, das Sloterdijk dem Nachrichtenmagazin „Le Point“ gewährte. Der deutsche Philosoph empfiehlt darin, „Die Pest“ zu vergessen und besser Boccaccios „Decamerone“ zu lesen. Macron rät er zu einer „pazifistischen Rhetorik“: „Manchmal führt man den falschen Krieg. Der Kampf gegen ein Virus hat nichts mit einer militärischen Mobilmachung zu tun.“ Sloterdijk weiter: „Die Pest hat den Aufstieg Europas nicht verhindert, und das tausendmal harmlosere Coronavirus wird jenen Chinas nicht stoppen.“

    Unter Bezug auf Boccaccio skizziert Sloterdijk im besten Jargon der Postmoderne eine neue Wissenschaft, die „Labyrinthologie“. Die Medizin macht er zum Komplizen einer totalitären Politik, die gerade den totalen modernen Sicherheitsstaat begründet: „Die Gespenster der wiedergefundenen Ordnung kehren zurück“ – das können im französischen Kontext nur Vichy und Pétains Faschismus sein. Finkielkraut bringt Sloterdijks Wahngebilde als „Foucaults Diktatur der Biopolitik“ auf den Punkt. „Zynisch“ nennt er dessen Kritik an der Schließung der Schulen, die der autokratische „Souverän“ im Sinne seines Gesellschaftsprojekts durchgesetzt habe: „Kinder mögen ungefährdet sein, aber sie übertragen die Krankheit“, hält Finkielkraut dagegen.

    Mit Peter Sloterdijk hat er vor Jahren einen Gesprächsband veröffentlicht, „Les battements du monde“. „Er war ein anregender Partner, leider ist das Buch nur in Frankreich erschienen, weil Sloterdijk nie die Geduld hatte, seinen eigenen Text ins Deutsche zu übertragen“, sagt Finkielkraut. Das Interview seines früheren Gesprächspartners stimme ihn „traurig“: „Sein Ton und sein Inhalt sind widerlich – Sloterdijks Arroganz ist unerträglich.“

    Mit dem „selbsternannten Hannah-Arendt-Schüler“ Giorgio Agamben geht Finkielkraut ebenso heftig ins Gericht. Der Terrorismus war für Agamben ein Vorwand zur Einführung des Ausnahmezustands, der jetzt zum Dauerzustand werde. Er schrieb das in einer italienischen Zeitung und wurde danach von „Le Monde“ interviewt. Agamben, fasst Finkielkraut zusammen, „hält die Epidemie für eine Erfindung und kritisiert, dass die beiden herrschenden Ideologien zum Virus schweigen würden. Er meint damit die christliche Kirche und den Kapitalismus mit seinem Glauben an das Geld. Der Gesellschaft wirft er vor, ihre politischen und ethischen Werte aufzugeben. Er schreibt das in einer Zeit, in der die italienischen Zeitungen täglich zehn bis zwölf Seiten Todesanzeigen publizieren.“

    Auch Finkielkraut beruft sich auf Hannah Arendt. „Die Barbarei der modernen Welt“ ist ein Leitmotiv seiner kulturkritischen Philosophie. In einem epochalen Essay analysierte er vor dreißig Jahren „Die Niederlage des Denkens“. Mit Sloterdijk und Agamben habe es aufs Neue kapituliert: „Heute ist man versucht, für alles eine Erklärung zu haben. Und wenn man sie nicht zur Hand hat, braucht man eben einen Feind. Am besten einen Verräter.“

    Wie Sloterdijk hat Finkielkraut das zwanzigste Jahrhundert im Visier: „Es hat uns gelehrt, dass die Dummheit nicht das Gegenteil der Intelligenz ist. Es gibt eine Dummheit der Intelligenz und die Dummheit der Intellektuellen, die in Systemen denken. Bei allem, was dem Menschen geschieht, hat der Mensch stets seine Hand im Spiel. Wir sind nicht nur ein Spielball und ein Produkt der Strukturen. Nichts kann sich der Geschichte entziehen, die ihr Urteil fällen wird.“

    Selbstverständlich, fügt Finkielkraut hinzu, werde man die Defizite, die mangelnde Vorbereitung, das Zögern oder auch die Überreaktionen hinterfragen müssen: „Aber man darf nie vergessen, dass die Ungewissheit Teil der menschlichen Existenz und das Leben tragisch ist. Genau dieses Vergessen manifestiert sich in den ungerechten Attacken. Man stelle sich eine Schrecksekunde lang vor, die allwissenden Intellektuellen würden an die Stelle der Regierenden treten: Dann hätten wir zusätzlich zum Albtraum der Epidemie das Grauen schlechthin.“

    Man sollte vielmehr, fordert der Philosoph, den Politikern dankbar sein, dass sie die Gesundheit aller wichtiger nehmen als das Geld: „Sie haben die Prioritäten richtig gesetzt. Sie wollen die Schwächsten und die Verwundbarsten retten.“ Alain Finkielkraut erwähnt die „unnützen Mäuler“ und denkt zweifellos an das „unwerte Leben“: „Das Leben eines Greises ist so viel wert wie jenes eines Menschen im Vollbesitz seiner Kräfte. Solange wir dieses Prinzip hochhalten, hat der zeitgenössische Nihilismus nicht endgültig triumphiert, und wir bleiben eine Zivilisation.“

    https://zeitung.faz.net/faz/feuilleton/2020-04-01/9e48a3df719c94d13677b614f554255b/?GEPC=s2&fbclid=IwAR1GsLp9imPBHUppRn9anibdL2TC3fxLWeA1W_gsu1UqHvefHrWO5bzPz18

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    • 1. April 2020 10:22

      1. „Er lobt die Staatschefs, die den „Primat der Politik“ von der Wirtschaft zurückerobert haben.“

      2. „Das Leben eines Greises ist so viel wert wie jenes eines Menschen im Vollbesitz seiner Kräfte. Solange wir dieses Prinzip hochhalten, hat der zeitgenössische Nihilismus nicht endgültig triumphiert, und wir bleiben eine Zivilisation.“

      Zwei mal Corona auf den Punk gebracht.

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  7. Lotterman permalink
    4. April 2020 09:08

    Die Grünen stürzen in der Corona-Pandemie in Umfragen ab und die Union steigt in ungeahnte Höhen. Habeck: Wir müssen die Zeit nutzen, um eine alternative, zielgenauere Strategie zur Bekämpfung des Virus zu entwickeln“
    Was haben wir ein Glück nicht von diesen Leuten regiert zu werden.

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    • 4. April 2020 12:12

      Wo andere Politiker „nur“ handeln, nutzten bestimmte Grüne die Zeit, um über die Entwicklung alternativer Handlungsstrategien nachzdenken. Aber dieselben Leute schimpfen auf Trump.

      Liken

  8. 8. April 2020 09:57

    FUNDSTÜCK von Henryk M. Broder:

    Der dumme Jakob

    Dummheit ist keine Frage der Bildung oder Intelligenz. Dummheit ist etwas Genuines. Man kann Dummheit auch nicht lernen. Sie ist angeboren. Hat einer Glück gehabt und kam mit einem silbernen Löffel im Mund zur Welt, muss genuine Dummheit keine Behinderung im Leben sein. Im Gegenteil, sie verleiht ihrem Träger eine Bedürftigkeit, die ihn immunisiert und die Menschen anrührt.

    Einer der dümmsten Menschen dieser mit Dummbatzen überversorgten Republik ist der Hamburger Kleingärtner und Großbürger JA. Eine Weile konnte er seine Dummheit hinter einer Fassade aus Antisemitismus und „Israelkritik“ verstecken, nun aber dringt sie mit Macht zum Durchbruch.

    Während Corona den Kontinent lahmlegt und tausende von Opfern fordert, stellt unser Löffellutscher eine Frage, die so dumm ist, dass es für eine Einweisung in das Dschungelcamp reichen würde: „Demokratie braucht Austausch, Kontakt, Leben. Die eingesperrte Gesellschaft ist keine offene Gesellschaft. Lässt sich der Schutz der Wenigen wirklich nicht ohne Einsperren der Vielen gewährleisten?“ (Hier)

    Worauf die hochbegabte Luisa Neubauer, das deutsche „Gesicht“ der FfF-Bewegung, ihn belehrte, was jetzt getan werden muss: „Was unsere Demokratie jetzt braucht: Solidarität, Verantwortungsbewusstsein, Weitsicht & Umsicht. Daher verlegen wir unseren Austausch, Kontakt, Leben ins digitale und häusliche. Im Gegensatz zu einer verlässlichen Genesung von Menschen in Risikogruppen ist das nämlich möglich.“ Ja, lasst uns unser Leben ins Digitale verlegen, in das Neuland der Triebe, wo schon Sascha Lobo, Richard David Precht, Eckhart von Hirschhausen, Max Moor und Luisa Neubauer hausen.

    Ein paar Tage zuvor hatte JA eine andere Frage in den Raum gestellt: „Ist angesichts einer Sterblichkeit von zZt vielleicht 4%, die Panik in Sachen #Corona gerechtfertigt? Das ist weniger als bei echter Grippe. Da wäre ich mal für Hinweise auf Quellen dankbar, die das erläutern.“ (Hier). Und legte gleich nach: „Das war kein Kommentar, sondern eine offene Frage ins Netz hinein. Ich finde, wenn ich recherchiere, keine klare Antwort auf die Frage, wie gefährlich dieses Virus ist, nur die Aussage, dass es sehr gefährlich sei.“

    https://www.achgut.com/artikel/der_dumme_jakob

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