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Die Party- und Eventszene im Wandel der Zeit

27. Juni 2020

Rund fünfhundert überwiegend mit Sturmhauben ausgerüstete junge Männer der Stuttgarter Party- und Eventszene demolierten und plünderten in der Nacht zum 21. Juni 2020 die Stuttgarter Innenstadt, verletzten dabei neunzehn Polizisten, beschädigten zwölf Streifenwagen und traten unter anderem einem am Boden liegenden Studenten gezielt gegen den Kopf. In den USA verwüsteten Anhänger von „Black Lives Matter“ amerikanische Städte und machten Israel für den Tod der Afroamerikaners George Floyd verantwortlich. In Los Angeles zerstörte und plünderte die Szene Synagogen und jüdische Geschäfte.  In US-Städten wurden die Statuen vermeintlicher Rassisten, wie zum Beispiel Churchill, Lincoln oder Kolumbus zerstört oder beschädigt. In San Francisco wurde die Büste von  Miguel de Cervantes verunstaltet, vermutlich weil dieser in seinem Ritterroman „Don Quijote“ zu islamkritisch seine Sklavenzeit aufarbeitete.

Miguel de Cervantes war im September 1575 auf der Heimreise als sein Schiff  kurz vor der katalanischen Küste von islamischen algerischen Korsaren angegriffen wurde. Die überlebenden Passagiere, darunter  der spanische Nationaldichter, wurden gefangengenommen und als weiße Sklaven in Algier verkauft. Nach fünf Jahren und vier erfolglosen Fluchtversuchen wurde  Cervantes 1580 durch den Trinitarier-Orden freigekauft. Die islamischen Barbaresken-Korsaren überfielen vom 16. Jahrhundert bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts Schiffe und Küstenstädte von Italien bis hin nach Island. Zwischen 1530 und 1780 wurden über eine Million weiße christliche Gefangene als Sklaven nach Nordafrika verschleppt und rund zwei Millionen bei den Angriffen  ermordet. Die europäischen und die amerikanischen Regierenden bezahlten Schutzgelder an die Barbareskenstaaten Algier, Tunis und Tripolis um von den Überfällen möglichst verschont zu bleiben.  Der katholische Mönchsorden der Trinitarier sammelte Geld von den Gläubigen für den Freikauf von christlichen Sklaven aus den Händen der Barbaresken. Als Thomas Jefferson 1801 seine Präsidentschaft in den USA antrat, war er sich mit dem Kongress einig, diese unwürdigen Zahlungen umgehend einzustellen. 1801 forderte der Pascha von Tripolis 225.000 Dollar Tributzahlungen von Thomas Jefferson und der amerikanischen Regierung. In einem Briefwechsel stellte Jefferson die Frage mit welchem Recht die Korsaren Schiffe überfallen und die Überlebenden später als Sklaven verkaufen. Darauf antwortete der Partyszenen-Pascha sinngemäß, im Koran stehe dies exakt so formuliert, Ungläubige dürfen überfallen, ermordet oder versklavt werden. Um die Party der Korsaren Nordafrikas zu stoppen, zogen die jungen USA 1801 in den Amerikanisch-Tripolitanischen Krieg für einen kurzzeitigen Frieden und die Freilassung von 300 amerikanischen Sklaven.  Erst im Zweiten Barbareskenkrieg von 1807-1813 wurde das Problem der islamischen Piraterie im Mittelmeer zumindest vorläufig bereinigt.

Nachdem die Party- und Eventszene unter der Führung von „Suleiman dem Prächtigen“ bereits 1529 vergeblich versuchte Wien zu erobern, startete sie ab Juli 1683 einen erneuten Versuch. Auf dem Vormarsch wurde die Bevölkerung Niederösterreichs wieder einmal geplündert, ermordet und die Häuser, Gehöfte und Kirchen wurden niedergebrannt und Tausende als Sklaven ins Osmanische Reich verschleppt. Alle Orte rund um Wien wie Hainburg, Schwechat oder Pellendorf wurden dem Erdboden gleichgemacht. Am 14. Juli 1683 standen Kara Mustafas (140.000 Mann starke) Truppen vor Wien und am nächsten Tag begann die Beschießung. Bereits im September wütete unter den Verteidigern Wiens eine Ruhrepidemie, Munition und Lebensmittel gingen zu Ende und viele Bastionen lagen in Trümmern. Deshalb machten im September 1683 aus der Ferne herbeigeilte 75.000 Soldaten unter dem polnischen  Partyschreck Jan Sobieski und vor allem 10.000 Partygegnern aus Bayern dem Treiben der Eventszene ein Ende. Nach der Flucht der Türken wurde Kara Mustafa kurz darauf auf Befehl des Sultans mit einer Seidenschnur hingerichtet, offenbar weil die Party nicht nach den Wünschen des Sultans ausgerichtet wurde.

Im August 2014 überfiel die Terrormiliz Islamischer Staat das Gebiet der Jesiden um einen Völkermord an der Bevölkerung zu verüben. Rund 400.000 Jesiden wurden vertrieben, 5.000 Jesiden wurden ermordet und 7.000 Frauen und Kinder entführt und größtenteils als Sexsklavinnnen verschleppt. Die Beschreibung und die Erwähnung der weiteren islamischen Party- und Eventszene, alleine im Nahen Osten, würde an dieser Stelle jeden Rahmen sprengen.

Im Gegensatz zu Deutschland diskutiert man in Frankreich seit längerem die dortige Party- und Eventszene. Tagelang ist es beispielsweise in einem Vorort der Stadt Dijon im Juni 2020 zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Probleme der Banlieue, der Vorstädte mit einem großen Einwanderanteil, sind nach wie vor ungelöst. Vermummt und mit Baseballschlägern bewaffnet zog die Party- und Eventszene durch Dijon, weil zuvor ein 16-jähriger Tschetschene von maghrebinischen Banden angegriffen wurde. In dem bürgerkriegsähnlichen Konflikt wird die französische Polizei nicht mehr mit der Kriminalität in den Vorstädten fertig und so bilden sich nun tschetschenische Bürgerwehren die gegen nordafrikanische Kriminelle vorgehen.

Die Rassentrennung in den USA bis weit in die 1960er Jahre hat zweifellos Spuren und Wunden hinterlassen. Es gibt ein Rassismus-Problem in den USA und nicht nur dort. Schwarze machen im Durchschnitt ungefähr 40 Prozent der Insassen in Gefängnissen aus, sie stellen aber nur 15 Prozent der Bevölkerung. Die Zahl der Weißen, die in den USA von Polizisten erschossen werden, ist freilich doppelt so hoch wie die der Schwarzen. Das Problem der Polizeigewalt in den USA betrifft alle ethnischen Gruppen, sagt der schwarze Ökonom Glenn Loury.  Bereits Malcolm X wollte den Juden die Verantwortung für Kolonialismus und den transatlantischen Sklavenhandel in die Schuhe schieben. Louis Farrakhan, der Führer der afroamerikanischen  Bewegung Nation of Islam gibt die Schuld an der jahrhundertelangen Unterdrückung der angeblich „überlegenen schwarzen Minderheit“ den „jüdischen Blutsaugern“. Die „Black Lives Matter“-Apologeten  haben es geschafft dass Hollywood Stars wie Chelsea Handler in den USA seine antisemitischen Reden verbreiten.

Um Rassismus, Ungerechtigkeit und Diskriminierung zu verurteilen sollte man sich nicht mit antisemitischen Bewegungen solidarisieren. Mit Hysterie und mit Appeasement, mit der Verharmlosung der Gewalt, werden keine Probleme gelöst wie die Geschichte gezeigt hat. Alle Menschenleben zählen, auch das Leben von Polizisten! Die zielgerichtete Dämonisierung der „Whiteness“ ist eine Rebellion vermeintlicher Eliten gegen die westliche Zivilisation. Im Namen des Anti-Rassismus leugnen diese „Eliten“ die Verdienste der westlichen Zivilisation zur Abschaffung der Sklaverei und verharmlosen gleichzeitig die blinde Gewalt ihrer Klientel. Die identitätspolitischen Reden der postkolonialen Linken von den alten weißen Männern werden schon beim Blick auf schwarze Männer und weiße Frauen grotesk und sie transportieren was sie sind, reaktionär und in den meisten Fällen antisemitisch.

 

Ebenfalls veröffentlicht bei Fisch & Fleisch

12 Kommentare leave one →
  1. 27. Juni 2020 19:50

    BLM entstand 2013 als Twitter-Hashtag (#BlackLivesMatter), als Reaktion auf den Freispruch des Nachbarschaftswächters George Zimmerman, der 2012 den schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin erschossen hatte und Notwehr geltend machte. Obwohl Zimmerman nach der in den Medien üblichen „Rassen“-Definition ein „Hispanic“ ist und seine aus Peru stammende Mutter aussagte, die Familie sei „stolz auf ihr afro-peruanisches Erbe“, machten Journalisten aus Zimmerman einen „Weissen“ bzw. „weissen Hispanic“. Rasch wurde „Black lives matter“ zu einem Schlachtruf von Radikalen und Strassenterroristen, die sich auf die Phrase beriefen, um Molotowcocktails zu werfen, Autos anzuzünden und Geschäfte zu plündern.

    https://www.audiatur-online.ch/2016/07/21/blacklivesmatter-und-das-neue-geruecht-ueber-die-weltverschwoerung-der-juden/

    Gefällt 4 Personen

  2. 28. Juni 2020 09:52

    „Deshalb machten im September 1683 aus der Ferne herbeigeilte 75.000 Soldaten unter dem polnischen Partyschreck Jan Sobieski und vor allem 10.000 Partygegnern aus Bayern dem Treiben der Eventszene ein Ende. “

    Von den 10.000 Partygegnern aus Bayern kamen viele aus Augsburg.

    Gefällt 1 Person

  3. chaikagrossmann permalink
    28. Juni 2020 19:13

    Lieber Manfred,
    diesmal geht etwas durcheinander.
    Selbstverständlich ist die Presse in Deutschland immer etwas einseitig und berichtet nur unvollständig. Doch habe ich nichts gehört, was die unzufriedenen Menschen in Stuttgart mit den antisemitischen Krawallen und Ausschreitungen von „Black Live matters“ in Zusammenhang bringen könnte. Stuttgart und das Ländle sind Spießerhochburgen, bewacht von pietiestischen Menschen, gegen die Evangelikale wie freundliche und tolerante Menschen wirken. Da alle Lebensfreude in der aktuellen Pandemie untersagt wurde, verstehe ich sehr wohl die Unzufriedenheit. Die Party- und Eventszene zu zerstören, ist ein schöner Nebeneffekt für rechtskonservative Hüter von Moral und Ordnung aus Bayern und dem „Ländle“, meine Sympathien sind voll bei den Randalierern zumal niemand ernsthaft verletzt wurde.
    Was den schrecklichen Tod des Mr. Floyd angeht, so denke ich, wird er skrupellos instrumentalisiert. Es ist Wahlkampf und Ms. Ilhan Omar aus Minnesota sitzt für die Demokraten oder eigentlich BDS im Abgeordnetenhaus. Ich denke, die Dame hat Erfahrung in der Organisation und der Mobilisierung von Massen und ich denke, der Wahlkampf in den USA ist härter als in Europa. Da bekannt ist, das eine Tochter Trumps konvertiert ist, ist mit den antisemitischen Bildern, das „jüdische Kapitalisten auf dem Rücken von schwarzen Christen und Muslimen die Welt regieren“, sicher auch Trump gemeint. Für alle Konflikte und Unsicherheiten werden seit 2000 Jahren Menschen jüdischen Glaubens verantwortlich gemacht und so auch diesmal. Die Abgeordnete steht kurz vor dem Ausschluß, doch es gibt noch andere Senatoren und Abgeordnete, die ebenfalls mit Antisemiten verbündet sind. Entsprechend gibt es massive antisemitische Ausschreitungen in den USA (und Brittanien/ Frankreich…)und meine Sympathien sind ausnahmsweise!!!!! bei Trump, wenn der notfalls mit der Armee Leute vor dem Mob schützen will. Deswegen ist Trump trotzdem ein reaktionärer Mensch, der das globale Armutsproblem einfach ignoriert. (Covid scheint mir wie HIV eine klassische Armutskrankheit zu sein).

    Dass das in Deutschland nicht thematisiert wird sondern schon wieder gehetzt wird, unter anderem gegen Israel, das einfach den Trump Plan umsetzen will, ist nicht neu, wenn auch abstoßend. In Berlin und Europa laufen genug antisemitische miliante Menschen aus allen denkbaren Richtungen herum, die zu gern Scheiterhaufen entzünden und jemand darauf festbinden würden. Dass viele einstmals emanzpatorische Bewegungen wie die antirassitischen längst von rechtsradikalen und völkischen Gruppen „gekapert“ wurden, ist hinlänglich bekannt.

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    • 29. Juni 2020 11:10

      Liebe Chaika, wie politisch oder auch nicht die Ausschreitungen von Stuttgart waren weiß ich auch nicht. Ob nun die aktuellen Ausschreitungen von Stuttgart oder von Dijon oder früher von Rostock-Lichtenhagen oder dem G20 Gipfel in Hamburg, meine Sympathien haben und hatten die jeweiligen Demonstrierenden noch nie. Was die jeweilige blinde Gewalt bringen sollte war und ist mir rätselhaft. In Stuttgart wurde ein Student niedergeschlagen und brutal auf seinen Kopf eingetreten. Der Student hatte Glück die Tat der Partyszene zu überleben.

      Wenn der Staat nicht mehr in der Lage ist die Bewohner bestimmter Straßen vor dem Mob zu schützen, dann bilden sich Bürgerwehren, wie zum Beispiel in Dijon. Ich weiß nicht was daran gut sein soll.

      Der Wahlkampf in den USA und die entsprechende Berichterstattung hier in Deutschland darüber, könnten einen fassungslos machen. Das wäre ein Thema für sich und die diversen Aussagen der sogenannten antirassistischen Bewegung in den USA und hierzulande belegen den Irrsinn unserer Zeit.

      Gefällt 1 Person

    • 29. Juni 2020 11:43

      #blacklivesmatter, das sollte man nicht vergessen, ist eine Rebellion von oben und nicht von unten. Ein Teil des Establishments, die Tech-Corps, die Mainstreammedien und die Generation Woke, die an den Elitebildungseinrichtungen radikalisiert wurde rebelliert in einer „autoimmunologischen“ Reaktion gegen die westliche Zivilisation und versucht ausgerechnet im Namen des Anti-Rassismus die Verdienste und Leistungen, die westliche Zivilisation zur Abschaffung der Sklaverei und die Ächtung des Rassismus geleistet hat, auszuradieren.

      Die zielgerichtete Dämoniserung der „Whiteness“ ist eine gesellschafttspolitische Fehlleistung, die vor allem ignoriert, dass Sklaverei in allen Epochen und Gesellschaften die Regel gewesen ist, aber die christlichen Europäer (und hier vor allen anderen die Briten) als singuläre Ausnahme die dauerhafte Abschaffung der Sklaverei und die Kritik am Rassismus selbst überhaupt erst möglich gemacht haben.

      Es gibt keine Religion und Kultur außerhalb des Christentums, die eine Ablehnung der Sklaverei formuliert hätte.

      https://quillette.com/2020/06/22/the-father-of-capitalism-and-the-abolition-of-slavery/

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      • 30. Juni 2020 12:45

        Deinen wichtigen Gedanken habe ich nun etwas abgewandelt im Beitrag eingefügt.

        Die zielgerichtete Dämonisierung der „Whiteness“ ist eine Rebellion vermeintlicher Eliten gegen die westliche Zivilisation. Im Namen des Anti-Rassismus leugnen diese „Eliten“ die Verdienste der westlichen Zivilisation zur Abschaffung der Sklaverei.

        Gefällt 2 Personen

  4. 29. Juni 2020 11:27

    Sehr unterhaltsam! Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

    Gefällt 2 Personen

  5. Paul Sopiel permalink
    1. Juli 2020 10:16

    Ein aus Libyen geflohener 25-Jähriger erstach vor gut einer Woche im südenglischen Reading drei friedlich in einem Park sitzende schwule weiße Männer, den Wissenschaftler David Wallis, den Geschichtslehrer James Furlong und Joe Ritchie-Bennett, der für ein Pharmaunternehmen arbeitete. Von Solidaritätskundgebungen war in diesem Fall so gut wie nichts zu hören. Falscher Täter – falsches Opfer. Kein Bericht darüber in den Mainstreammedien.

    https://www.queer.de/detail.php?article_id=36408

    Gefällt 3 Personen

  6. 9. August 2020 10:53

    Nur mal nebenbei, und quasi im Vorbeigehen angemerkt.
    Das ist ein brillianter Artikel der Kausalitäten aufdeckt, wie sie aufgedeckt sein sollen.
    Schlicht nüchterne Geschichte, und doch soviel mehr. Wie es eben auch folgende Formulierung andeutet: „Wer aus der Geschichte nicht lernt, der ist verdammt sie zu wiederholen.“
    Verständlicher für die Lebenspraxis vielleicht so formuliert: „Menschen machen Fehler, und lernen den Fehler zukünftig zu vermeiden. Und wachsen.“
    Leider, Mensch ist nicht Mensch, sozusagen, und manche lieben ihre Fehler, bezeichnen sie nicht als solche (und gar als Tugend oder ähnliches) und wiederholen sie immer und immer wieder. Teils mit sadistischer Lust, je nachdem. Ohne Rücksicht auf andere, oder „die Anderen“.
    So wäre ich nicht sonderlich überrascht, wenn manche Deine „Geschichtsstunde“, lieber Manfred, ebenso als „Rücksichtslosigkeit gegen Andere“ i n t e r p r e t i e r e n. Rücksichtslos.
    Sai gesunt.

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