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Frau Reker und der Muezzin

13. Oktober 2021

Der deutsche Dramatiker, Lyriker und Erzähler Peter Hacks dichtete einst „Die Glocke stört, es stört der Muezzin. Man bringe sie zum Schweigen, die wie ihn.“ Peter Hacks übersiedelte 1955 von München in die DDR, zu einer Zeit als in den Ostblockstaaten eine antisemitische Kampagne die andere jagte. Rudolf Slánský wurde beispielsweise im Dezember 1952 zusammen mit zehn weiteren fast ausschließlich jüdischen Mitangeklagten zum Tod verurteilt und durch Erhängen in der CSSR hingerichtet.  1952 befahl die Sowjetunion der DDR alle Juden zu registrieren und Paul Merker, wurde als Zionist aus seinen Ämtern entlassen, er sollte der „deutsche Slánský“ werden. Seinen Hass auf Israel dokumentierte Peter Hacks in einem, von antiisraelischen Ressentiments triefenden, Briefwechsel mit André Thiele. Weil die erste Veröffentlichung über Saul Ascher in Israel stattfand schreibt Hacks: „Diese Jahrbücher erscheinen nicht in der DDR. Sie erscheinen in Tel Aviv im Staate Israel, von allen Staaten ausgerechnet in dem. Ich kann gar nicht sagen, wie mich das ärgert.“ Auf André Thieles: „Wenn in naher Bälde wir die Atombomben abschaffen, erinnern Sie mich dann bitte daran, eine aufzusparen und auf Jerusalem zu schmeißen, dass da kein Stein mehr erhalten bleibt? Das wäre freundlich“, schreibt Hacks im Herbst 2000, zu Beginn der Zweiten Intifada: „Warum wollen Sie Jerusalem sprengen? Gut, wenn Juden-, Christen- und Allahtum damit definitiv verpulvert wären, würde ich es einsehen. Aber es ist doch ein netter und berühmter Ort mit ein paar hübschen Ruinen, und eine Lösung, wie in Palästina zu leben, lässt sich mit sehr viel Geld und etwas Diktatur des Proletariats immer noch relativ leicht finden.“ Noch Jahre nach dem Untergang der DDR dichtete der Stalin-Fan in „Venus und Stalin“: „Die Liebe und die Sowjetmacht – Sind nur mitsammen darstellbar.“ In einem Interview mit der nationalbolschewistischen Jungen Welt erklärte Hacks: „Jeder, außer der jungen Welt, weiß, dass der Niedergang der kommunistischen Weltbewegung mit Stalins Tod begann„, denn für Hacks war klar: „Stalin aufgeben ist Marx aufgeben.“

Jahrzehnte nach dem Untergang der Sowjetunion, nachdem Diversität, „Antirassismus“ und postkoloniale Studien ihrem Endsieg entgegenfiebern, nachdem sich die islamischen Verbände in Deutschland von Ditib über Milli Görüs und die durch den Zentralrat der Muslime vertretenen Muslimbrüder seit langem gewünscht haben, dass nun auch in Köln per Lautsprecher zum Gebet gerufen werden darf, gab in diesen Tagen die amtierende Oberbürgermeisterin Henriette Reker bekannt, dass der Muezzin nun per Lautsprecher: „Allahu Akbar / Allah ist groß! Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt. Ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Allahs ist. Auf zum Gebet! Auf zum Heil! Allahu Akbar, Allahu Akbar“ mehrmals rufen darf. „Wenn wir in unserer Stadt neben dem Kirchengeläut auch den Ruf des Muezzins hören, zeigt das, dass in Köln Vielfalt geschätzt und gelebt wird“, begründete Frau Reker naturgemäß die Entscheidung. Naturgemäß, weil nach den tausendfachen sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht 2015/16 am Kölner Hauptbahnhof Frau Reker, trotz besseres Wissens am 5. Januar 2016 erklärte, es gäbe keinerlei Hinweise, dass es sich bei den an den Übergriffen Beteiligten um Personen aus der „Flüchtlingsgruppe“ handele. Als die Falschaussage widerlegt wurde empfahl Frau Reker betroffenen Frauen und Mädchen zukünftig mindestens „eine Armlänge“ Distanz zu Fremden zuhalten, innerhalb ihrer Gruppe bleiben und im Notfall einfach Umstehende um Hilfe zu bitten.

Wo ist nun die große Gemeinsamkeit des „israelkritischen“ und „antirassistischen“ Stalin-Apologeten und der auf Diversität achtenden Oberbürgermeisterin aus Köln? Beide stellen, trotz ihres unterschiedlichen Weltbildes, wie so viele andere „antirassistischen“ Religionsexperten, fahrlässig den Islam und das Christentum auf eine Stufe.

Während die Kirchenglocken nur ein Klangsignal, kaum eine theologische Botschaft in sich bergen und auch dem weltlichen Zweck der Zeitangabe dienen, hat der Muezzin-Ruf mit seinem tyrannischen Gesang eine tiefe theologische Bedeutung. Öffentlichkeitswirksam trennt der Muezzin mit dem islamischen Glaubensbekenntnis in Gläubige und Ungläubige, Männer werden gerufen und Frauen sollen zu Hause bleiben, der Muezzin-Ruf ist eine islamische Machtdemonstration und die Anhänger Erdogans in Köln werden jeden Ruf als Sieg des Islam über die Moderne interpretieren. Dazu Hamed Abdel-Samad: “Der Gebetsruf beginnt mit „Allahu Akbar“, welcher auch der Schlachtruf der Muslime ist. Er bedeutet Allah ist größer. Größer als die Feinde, größer als die Menschen, größer als das Leben, größer als Deutschland, größer als alles. Da er größer ist als Demokratie und Vielfalt, gilt am Ende nur sein Gesetz, die Scharia. Und selbst wenn die säkulare demokratische Gesellschaft den Gebetsruf genehmigt, wird sie von vielen Muslimen, die auf den Gebetsruf beharren, nicht anerkannt, denn Allah ist größer als sie und am Ende gilt nur seine Ordnung, und der Gebetsruf ist ein erster Schritt, um diese Ordnung herzustellen.“

Die DTIB-Zentralmoschee in Köln untersteht dem türkischen Islamisten Erdogan und zahlreiche ihrer Imame stehen unter Islamismus-Verdacht. DITIB betreibt viele Hundert Moscheen in Deutschland verbreitet dort naturgemäß ihren Antisemitismus, bekämpft die Homosexuellen, verherrlicht den Märtyrer-Tod und Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist für DITIB ein Fremdwort. Milli Görüs ist eine antisemitische islamistische Bewegung, deren Ziel es ist säkulare Gesellschafen zu islamisieren. Obwohl die von Hasan al-Banna gegründete islamistische Muslimbruderschaft wegen ihres Terrors 2013 in Ägypten verboten wurde, ziehen die antisemitischen Kämpfer gegen die Moderne in Europa nach wie vor ungehindert ihre Kreise.

Die Kriminalgeschichte und die Blutspur des Christentums ist sehr lange, vom christlichen Antijudaismus über die Hexenverbrennungen bis hin zu den Missbrauchsskandalen der heutigen Zeit. Jedes Stückchen Emanzipation der Menschheit ist nicht mit, sondern gegen Religion und Kirche erkämpft worden.  Im Gegensatz zum Islam hat das Christentum jedoch die Aufklärung durchlaufen und wurde durch diese weitgehend domestiziert. Die fundamentalen Unterschiede zwischen Islam und Christentum sind schon bei der Betrachtung beider Religions-Erzählungen offensichtlich. Während der eine Religionsgründer, Jesus ein friedlicher Wanderprediger war, der sich für Gottes Sohn hielt, den Armen und Entrechteten zur Seite sprang, mit der Obrigkeit in einen Konflikt geriet und deshalb gekreuzigt wurde ohne je einer Fliege etwas zuleide getan zu haben, war der Gründervater des Islam, Mohammed, ein brutaler Kriegsherr, mit pädophilen Neigungen, der tausendfach Juden und andere Ungläubige ermorden oder enthaupten ließ und die gefangenen Frauen und Mädchen seiner Gegner versklavte, kurz seine Ideologie gnadenlos und barbarisch mit dem Schwert verbreitete.

Die zehn Gebote des Christentums stehen konträr zur Scharia, etwas Vergleichbares wie die Bergpredigt gibt es im Islam nicht. Die Trennung von Staat und Kirche ist im Islam im Gegensatz zum Christentum nicht vorgesehen. „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist“ ist ein Jesus zugeschriebener Ausspruch (Matthäus 22,21). Die Bibel mit ihren vielen Einzelgeschichten und Autoren ist interpretierbar und wurde von den diversen Kirchenreformern interpretiert und der jeweiligen Zeit angepasst, der Koran ist laut Überlieferung Wort für Wort das Wort Allahs und von daher kaum interpretierbar, was die vielen Imame und islamischen Geistlichen Tag für Tag bis in unsere Zeit belegen. Wenn ein Muslim seiner Religion den Rücken kehrt, ist der Abtrünnige auf Grundlage von Hadithen mit dem Tod zu bestrafen. Bei prominenten Apostaten rufen für gewöhnlich islamische Geistliche öffentlich zur Ermordung auf. Der damalige iranische Staatschef Ayatollah Khomeini rief beispielshalber am 14. Februar 1989 mittels einer Fatwa alle Muslime dazu auf Schriftsteller Salman Rushdie zu ermorden.

Im oberbayerischen Prien am Chiemsee hat im April 2017 ein Asylbewerber aus Afghanistan eine zum Christentum konvertierte Afghanin in aller Öffentlichkeit vor den Augen ihrer beiden fünf und elf Jahre alten Söhne am Eingang eines Supermarktes bestialisch ermordet. Die 38 Jahre alte Mutter wurde von hinten angriffen, der Täter versuchte ihr den Kopf abzuschneiden und stach mindestens 16 Mal auf sie ein. Einschreitende mutige Passanten konnten den fanatisierten Dschihadisten erst zu spät überwältigen. Wenn ein Christ seiner Kirche den Rücken kehrt, kräht kein Hahn danach, geschweige denn muss der ehemalige Christ deshalb um sein Leben fürchten.

Im Namen des Islam wurden in den letzten 20 Jahren alleine in Europa und in den USA tausende „Ungläubige“ von Islamisten ermordet, ganz zu schweigen von den Taten der Islamisten in Afrika oder im Nahen Osten oder in Asien. In den entsprechenden Bekennervideos oder Bekennerschreiben wird der religiöse Hintergrund der Taten eindeutig transportiert, falls die „Allahu Akbar“-Rufe während den Taten nicht Beweis genug sein sollten. Frau Reker und die Wesensverwandten von Peter Hacks, bürgerliche, grün-alternative und pseudolinke Islam-Apologeten und Islam-Verharmloser reden darüber nicht gerne. Christen entführten jedenfalls keine Flugzeuge im Namen ihrer Religion und flogen damit in Hochhäuser um tausende „Ungläubige“ zu ermorden und es waren keine Christen, die im Namen ihrer Religion in Pariser Lokalen, Zeitungsredaktionen und Supermärkten Juden, Redakteuere, Zeichner und feiernde Menschen oder in Nizza 86 Menschen auf der Strandpromenade oder auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wahllos Menschen ermordeten.

Frau Reker lobt sich und die Stadt Köln für ihre Toleranz gegenüber den Intoleranten und wirft den Kritikern der islamischen Zumutungen vor „unser friedliches Zusammenleben infrage“ zu stellen. Die Intoleranten, die Frauenrechte ablehnen, Juden, Homosexuelle und andere Minderheiten ächten, verfolgen oder ermorden werden die Toleranz von Köln als Schwäche belächeln. Die Gleichsetzung von Islam und Christentum zeugt im besten Fall von Ahnungslosigkeit und ist in jedem Fall ein Verrat an der Aufklärung und an der Zivilisation. Atheisten-Vereine, Kommunisten, Nationalisten, Sekten aller Art sollten es den Muezzins gleichtun und ihre Kernbotschaft mindestens einmal pro Woche per Lautsprecher verkünden und alle Anwohner solange nerven bis die Politik zur Einsicht kommt und den bedrohlichen Irrsinn stoppt.

Der französische Essayist Pascal Bruckner wendet sich seit Jahren gegen einen Multikulturalismus, der den westlichen Liberalismus schwächt. Für Bruckner ist der Multikulturalismus ein Rassismus des Antirassismus, denn dieser kettet die Menschen an ihre Wurzeln. Pascal Bruckner fordert seit Jahren eine Solidaritätsbewegung zugunsten aller säkularen oder atheistischen Rebellen in der islamischen Welt. Statt sich den Islamverbänden zu unterwerfen, sollten deutsche Politiker dazu beitragen, die säkularen Kräfte in der islamischen Gemeinschaft zu stärken, sagt auch die Soziologin und Islamexpertin Necla Kelek. „Die Bilder zeigen eigentlich alles: Wenn Allahu Akbar gerufen wird, kommen Männer zusammen. Die Männer, die ihre Frauen zu Hause haben.“ Diese Frauen dürften laut ihren Männern keinen Platz in der Öffentlichkeit haben – „daher auch das Kopftuch, falls sie sich in der Öffentlichkeit bewegen sollten“ und Necla Kelek weiter: „Ausgerechnet eine Frau als Oberbürgermeisterin bestätigt diesen Männern, dass dieses Gesellschaftsbild in Ordnung ist – mitten unter uns.“

 

Gleichzeitig veröffentlicht bei Fisch&Fleisch

12 Kommentare leave one →
  1. Alec Strong permalink
    13. Oktober 2021 18:06

    Von Peter Hacks weiß ich nur dass er die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermanns im November 1976 lobte. So gut wie alle Schriftsteller der DDR protestierten dagegen er nicht, im Gegenteil.

    In einem Essay in der „Weltbühne“ machte Hacks Biermann nieder: „Die Reime waren schon damals schlecht, die Verse holprig, die Gedanken kraus; die Worte waren schon damals nicht wichtig genug, um nicht des Beistands der Musik zu bedürfen, und die Melodien nicht stark genug, um ohne Worte standzuhalten, aber Biermanns Lieder waren bildhaft und wunderlich wie die, welche die Schäfer auf der Heide und die die Dienstmädchen in den großen Städten singen.“

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    • 14. Oktober 2021 09:11

      Hacks war der Lieblingsdichter von Hermann Gremliza. Man verstand sich in wesentlichen Fragen, auch wenn Gremliza niemals solche Invektiven gegen Israel von sich gegeben hätte.

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  2. 13. Oktober 2021 18:20

    Ein weiteres Türchen für ein Trojanisches Pferd wurde in Köln aufgemacht. Die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber.

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  3. Stephan Gärtner permalink
    13. Oktober 2021 18:25

    Immer mehr muslimische Gemeinden in Deutschland möchten mit Lautsprechern zum Gebet rufen. Für die Anwohner unerträglich. Im nordrhein-westfälischen Oer-Erkenschwick ist der Muezzin-Ruf nun wieder erlaubt. Dort darf die Türkisch Islamische Gemeinde (Ditib) wieder über einen Lautsprecher zum Gebet rufen. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) für das Land wies nach einem jahrelangen Streit eine Beschwerde gegen den von der Stadt im nördlichen Ruhrgebiet genehmigten Muezzin-Ruf ab.

    Anwohner hatten 2015 gegen die Ausnahmegenehmigung geklagt. Diese erlaubte der Gemeinde, immer freitags zwischen 12 und 14 Uhr für höchstens 15 Minuten per Lautsprecher die Gläubigen zum Gebet zu rufen.

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/oer-erkenschwick-gericht-erlaubt-muezzin-ruf-per-lautsprecher-a-92ffb606-664b-4c69-9f17-404f25970989

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  4. PauLinio permalink
    14. Oktober 2021 07:54

    Wenn ich Anwohner mit eigenem Haus dort wäre wäre ein Verkauf eine überdenkenswerte Option. Der Peisverfall ist vorprogrammiert.

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  5. 14. Oktober 2021 08:56

    Man tut den moderaten Muslimen keinen Gefallen und Islamisten werden gestärkt.

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    • 14. Oktober 2021 09:00

      Die Schweizer sind da viel weitsichtiger. Sie haben 2009 demokratisch über ein Minarettverbot abgestimmt und sich damit viel Ärger erspart. So eine Abstimmung wäre auch bei uns sehr aufschlussreich.

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  6. 14. Oktober 2021 09:22

    „Jedes Stückchen Emanzipation der Menschheit ist nicht mit, sondern gegen Religion und Kirche erkämpft worden. “

    Es ist mittlerweile bekannt, dass ich diesen Satz für falsch halte. Die Emanzipation ist wegen Religion und Kirche erkämpft worden. Weil die christliche Religion und ihre Theologie die Möglichkeit von Emanzipation und Freiheit in ihren Grundzügen denken konnte, war es möglich diese praktisch einzufordern. Die Kirche wehrte sich manchmal gegen etwas, das sie selbst erschaffen und entwickelt hatte.
    Der Mythos, dass die Katholische Kirche Hexenverfolgungen gut hieß, ist eine hartnäckige Lüge, die verbergen soll, dass Hexenverbrennungen eine Erscheinung der aufgeklärten Neuzeit gewesen sind, nicht des Mittelalters.

    Die „Aufklärung“ trug dazu nichts bei Emanzipation als solche zu etablieren, sie instrumentalisierte bloß was schon vorhanden war und propagierte die Herrschaft der Experten und Intellektuellen als Gegenmodell zur Macht der Kirche.
    Die Würde des Menschen ist eine christliche Idee. Die Abschaffung der Sklaverei ist eine christliche Idee. Zu beidem haben antiklerikale Aufklärer nichts Wesentliches bei getragen.

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    • 14. Oktober 2021 10:01

      „Weil die christliche Religion und ihre Theologie die Möglichkeit von Emanzipation und Freiheit in ihren Grundzügen denken konnte, war es möglich diese praktisch einzufordern.“

      Das sehe ich auch so und zumindest habe ich versucht dies im Text deutlich zu machen.

      Bei den Hexenverbrennungen gab es sicher in der Katholischen Kirche Kräfte die dem entgegensteuerten und Hexenverbrennungen sind auch nicht die Erfindung der Kirche, die meisten Hexen wurden von weltlichen Gerichten verurteilt, es gab aber doch viele unrühmliche „Verstrickungen“ (Heinrich Kramer-Hexenhammer usw.).

      „Die Würde des Menschen ist eine christliche Idee“, dagegen ist auch nichts einzuwenden. Beim Thema „Aufklärung und Emanzipation“ versus Kirche haben wir allerdings einen Dissens.

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    • 14. Oktober 2021 10:44

      Noch zu den Hexenverfolgungen: Die Grundlage der frühen Hexenjäger war der Erlass von Papst Innozenz VIII. aus dem Jahr 1484, die sogenannte „Hexenbulle“. Im „Hexenhammer“ („Malleus maleficarum“) berief sich der Dominikaner und Inquisitor Heinrich Kramer darauf. Die Kirche hat in jedem Fall die theologische Grundlage für die Hexenverfolgungen geliefert.

      Und der Gründer der evangelischen Kirche war kaum besser. Am 6. Mai 1526 predigte Luther in Wittenberg: „Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden, denn sie richten viel Schaden an, was bisweilen ignoriert wird, sie können nämlich Milch, Butter und alles aus einem Haus stehlen… Sie können ein Kind verzaubern… Auch können sie geheimnisvolle Krankheiten im menschlichen Knie erzeugen, dass der Körper verzehrt wird… Schaden fügen sie nämlich an Körpern und Seelen zu, sie verabreichen Tränke und Beschwörungen, um Hass hervorzurufen, Liebe, Unwetter, alle Verwüstungen im Haus, auf dem Acker, über eine Entfernung von einer Meile und mehr machen sie mit ihren Zauberpfeilen Hinkende, dass niemand heilen kann … Die Zauberinnen sollen getötet werden, weil sie Diebe sind, Ehebrecher, Räuber, Mörder … Sie schaden mannigfaltig. Also sollen sie getötet werden, nicht allein weil sie schaden, sondern auch, weil sie Umgang mit dem Satan haben.“

      Von den Verbrechen der Spanische Inquisition wäre dann auch noch zu reden. Von der Judenverfolgung bis zur Verfolgung von anderen „Ketzern“ …

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  7. 14. Oktober 2021 09:45

    Eine Ergänzung zum Text, zur Frage der Domestizierung des Christentums. Im Jahr 2016 reisten die beiden „Stellvertreter Gottes“, Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm nach Jerusalem um Scheich Omar Awadallah Kiswani zu besuchen. Die muslimischen Autoritäten hatten die christlichen Führer gebeten, ihre Kreuze abzulegen, wenn sie die heilige Stätte betreten. Dieser Aufforderung kamen die beiden „toleranten Helden“ unverzüglich nach wie das Bild zeigt.

    Dazu schreibt Hamed Abdel-Samad:
    „Toleranz ist wenn christliche Würdenträger in Jerusalem ihre Kreuze ablegen, um die Gefühle von Muslimen nicht zu verletzen, und Vielfalt ist wenn 35 Moscheen in Köln durch die Lautsprecher die einfältige Botschaft rufen: Es gibt keinen Gott außer Allah, und dabei die Gefühle vieler verletzen!

    Seit wann heißt Toleranz Selbstaufgabe, und seit wann heißt Vielfalt religiöse Botschaften durch Lautsprecher zu senden, während Kritik an die Religion von den Medien und der Politik und den Universitäten verschwindet!

    Vielfalt heißt nicht nur mehrere Hautfarben und mehrere Religionen nebeneinander stehen zu lassen, sondern wenn unterschiedliche Meinungen gegen einander antreten und fair streiten, und möge der bessere und der überzeugende gewinnen. Sonst ist alles nur Folklore, wo Legenden zelebriert und die Vernunft mit Füßen getreten wird!“

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  8. 14. Oktober 2021 11:32

    Ein zum Islam übergetretener Däne hat gestern mit einem Pfeil und Bogen in der norwegischen Kleinstadt Kongsberg fünf Menschen, vier Frauen und einen Mann ermordet. Der Islamist lebt in Kongsberg und war bereits wegen islamischer Radikalisierung im Fokus der Polizei.

    Ich bin gespannt wann die ersten Islam-Apologeten schärfere Waffengesetze fordern.

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