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Die Beschneidungsdebatte

Eigentlich wollten wir der verrückten Beschneidungsdebatte keine Rubrik gönnen. Nachdem der Bundestag auf diese Wahnsinnsidee kam ein Beschneidungsgesetz zu erlassen ändern wir hiermit unsere Meinung. Wir sind mit Thomas von der Osten-Sacken einer Meinung, wenn er in FB sagt: „Die Legislative sollte sich mit dem Thema überhaupt nicht befassen. Ich werde mich auch gegen ein Gesetz mit Händen und Füßen wehren und plädiere, wie man Text entnehmen kann, deshalb für so etwas wie eine administrative Straffreistellung. Damit bleibt Beschneidung die Körperverletzung, die sie einfach ist, wird aber nicht strafverfolgt und kann im Falle der Brit Mila weiter praktiziert werden.“ Die Beschneidungspraxis bei Muslimen wäre noch gesondert zu diskutieren.

Wenn es darum geht, gegen religiöse Gebote als Quelle von Gesetzen auf die Barrikaden zu gehen, ist  „Mission Impossible“ selbstverständlich dabei. Wenn es darum geht, eine gütliche Regelung für ein paar hundert betroffene Kinder und Eltern pro Jahr zu finden, dann gerne in der Tradition von Moses Mendelssohn, wobei wir unsere Sympathie nicht gegenüber  jenen mutigen jüdischen Gruppen  verschweigen, die sich gegen die Brit Mila engagieren.Detlev Claussen hat in seinem Buch „Grenzen der Aufklärung“ vor Jahren geschrieben: „Dann sei hier gegen jene, die nun vor „Aufklärungsfundamentalismus“ warnen, noch kurz angeführt, dass es vor allem Aufklärer wie Dohm waren, die erst die rechtliche Gleichstellung der Juden in Europa erkämpften“

Die Verstümmelung der weiblichen Genitalien erfüllt in Deutschland den Straftatbestand der Körperverletzung. 12 Jahre nach dem Verbot der Ohrfeige will der Bundestag ein Gesetz beschließen, dass die Zirkumzision, wenn eine solche nach dem religiösen Selbstverständnis der Sorgeberechtigten zwingend geboten ist, erlaubt. Dies träfe nach schafi’itischer Auffassung genau auf den von ihnen vorgeschriebenen Eingriff bei Mädchen zu. „Sobald also ein solches Gesetz in Kraft treten würde, hätte man kaum mehr eine Handhabe, Genitalverstümmelung von Mädchen noch effektiv zu ahnden“, schreibt Thomas von der Osten-Sacken in der Jungle World.

Felix Riedel schreibt in „nichtidentisches:“ „Im Endeffekt wurde, teilweise nach jahrzehntelangen Kämpfen, das Recht des Kindes erweitert und religiöse Instanzen sowie rachsüchtige Eltern und Lehrer in Schranken verwiesen. Es bleibt zu hoffen, dass sich das im Falle der Beschneidung rascher und zumindest ähnlich effektiv ereignet.“

Weiterführende Informationen, mit Empfehlung von „Mission Impossible“:

Jungle World: »Beschneidung obligatorisch für Frauen und Männer«
Jungle World: Mit Bahners, Schmitt und Heidegger für mehr religiöse Toleranz
Nichtidentisches:  Das Recht des Kindes

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49 Kommentare leave one →
  1. 30. Juli 2012 15:15

    In den Positionen von Felix Riedel und Thomas von der Osten-Sacken finde ich mich wieder. Die entsprechenden Verlinkungen im Blogroll von „Mission Impossible“ haben „Hand und Fuß“

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  2. MEMO permalink
    30. Juli 2012 16:15

    Dem kann sogar ich mich vollumfänglich anschließen. So ganz ohne wenn und aber.

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  3. Berni permalink
    30. Juli 2012 17:57

    12 Jahre nach dem Verbot der Ohrfeige…
    …. schließe mich auch an.

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  4. Der Bassist permalink
    30. Juli 2012 18:36

    Gute Literaturliste. Ich nenne sie ein Antidot gegen das Feinziselieren des offensichtlich Plausiblen und Humanen.

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  5. 31. Juli 2012 18:11

    ed2murrow schreibt am 31. Juli 2012 um 15:37 in Freitag 2.0:

    … Um es zynisch auszudrücken: In einem Deutschland, wo ungewollte Schwangerschaft als Schadensposition angenommen ist, wie wollte man da künftigen Eltern ernstlich das „Wahlrecht“ vorenthalten, sich der „Zumutungen“ eines nicht so fähigen Kindes in utero zu „entledigen“? Oder, maiore ad minus: Wollte man von lebensfeindlicher Haltung ernstlich mehr als nur Feindlichkeit gegenüber Lebensart erwarten? Insoweit finde ich den Blogtitel immer angebrachter, vor allem da ich rahabs Definition von Antisemitismus kenne und teile.

    Jetzt mal unabhängig vom Thema Schwangerschaftsabbruch und unabhängig von der religiösen Haltung ed2murrow’s in der Beschneidungsdebatte, muss ich mir den letzten Satz ein paar Mal durchlesen: „…..vor allem da ich rahabs Definition von Antisemitismus kenne und teile.“

    Das schreibt der gute Ed über eine der extremsten Antisemitinnen des „Freitags“!! Ed2murrow geht für mich ab sofort durch als Alternativbezeichnung für Troll. Wer mag, kann hier unterschreiben.
    ——————–
    Weitere Infos unter: Die „Große Göttin“ und der feministische AntisemitismusUnterschätzte Publizisten – Rahab (12)“Freitags Avantgarde” (Vol.1)Rahab muss begnadigt werden

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    • 1. August 2012 09:55

      Als zweifacher Vater würde ich es mir nicht anmaßen Paare/Frauen zu verurteilen, wenn sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden haben. Die mittelalterlichen Kreuzritter die sich stets so vehement für das ungeborene Leben einsetzten und einsetzen, vergessen meistens ihrer Fürsorge beim geborenen Leben.

      Die „Antisemitismus-Definition“ einer offenkundigen Antisemitin zu teilen, die beinahe täglich gegen Israel im „Freitag“ hetzte, die Boykottaufrufe gegen Juden im „Freitag“ initiierte, die vielfach vom Apartheidstaat Israel sprach und spricht, die im „Freitag“ meinte der Holocaust war kein Völkermord, weil es kein jüdisches Volk gäbe, die es in ihrem eigenen Blog den Aufruf alle Juden zu ermorden verharmlost und nicht widerspricht wenn eine „Mitstreiterin“ in ihrem Blog den Aufruf alle Juden zu ermorden „wichtig“ nennt, die in ihrem Blog die Steinigungen im Iran mit dem ‚hiesigen Gerede‘ vom ‘fremd-gehen’ gleichsetzt, usw., ist ein bemerkenswerter Vorgang.

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    • 1. August 2012 10:02

      In der Jungle World habe ich nach dem Artikel von Thomas von der Osten-Sacken wie folgt kommentiert:

      „Ich hatte vor knapp zwei Jahren mit vielen deutsche AntisemitInnen einer Berliner Community zu tun, die heute wie gestern Boykottaufrufe gegen Israel initiieren, Israel dämonisieren wo es nur geht, die von der Vergasung der Palästinenser in Gaza phantasieren, die Aufrufe zum Judenmord als „wichtig“ empfinden, die Hamas und Hisbollah mit der Heilsarmee gleichsetzen, den Iran als Friedensmacht darstellen, während des Karikaturenstreits fassungslos beteten und nun gegen das Kölner Urteil agitieren, dass man meine könnte die Welt trete deshalb aus den Fugen.

      Der Vorschlag einer dritten Kammer mit den Vertretern aller Religionen ist daher, um den sozialen Frieden nicht allzu arg zu gefährden, sehr zu begrüßen. Die Magisierung der Welt macht große Fortschritte. Ich stehe staunend daneben.“
      ———
      Ergänzen möchte ich: Der Vorschlag einer dritten Kammer mit den Vertretern aller Religionen, (inklusive der beiden Juristen Rahab und ed2murrow) ist daher, um den sozialen Frieden nicht allzu arg zu gefährden, sehr zu begrüßen.

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    • 1. August 2012 15:43

      Im Juli 2010 stellte ich einen Text – „Muttertag und Mutterkreuz“ – im „Freitag“ ein.

      ed2murrow schrieb am 27.07.2010 um 18:07 Ach, was soll die Kacke … das ist doch gerade so, als wollte man Cook-Reisen mit Kraft durch Freude vergleichen.
      TTB, halten Sie einfach den Rand, Sie sind dem hier nicht gewachsen! Historische Vergleiche zieht man jetzt, nicht in Ihren Reminiszenzen oder dem, was Ihnen als Alibi dient.

      Nachdem ich nicht verstand was er wollte setzte er einen drauf:

      ed2murrow schrieb am 27.07.2010 um 19:25 Oh Himmel, ist das bestürzend. KdF: Kein Plan? Cook und TUI: Keine Ahnung? Damit haben Sie als “boy” soviel Ahnung von Mutterschaft wie ein Kumpel von Seemannsknoten. Aus. Ende. Da kann man vor Verzweiflung nur noch den Kopf in die Hände legen. TTB geht für mich ab sofort durch als Alternativbezeichnung für Troll. Wer mag, kann hier unterschreiben.

      Damals habe ich nicht verstanden was der Typ überhaupt wollte. Nun wird mir einiges klarer: Der Weg vom Muttertag – Mutterkreuz – Schwangerschaftsabbruch – religös motivierten Beschneidungsdebatte zur Antisemitismusdefinition ist ein sehr kurzer.

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  6. MEMO permalink
    1. August 2012 13:26

    Stellungnahme zum Thema hier:
    http://www.metropolenmond.de/beschneidungsdiskussion

    Der Aspekt der Tradition kam mir bislang zu kurz, nämlich, inwiefern man bei religiösen Beschneidungen überhaupt davon sprechen kann und darf, dass sie religiös sind. Das sind sie im Grunde nämlich nicht – sie sind Marketing.

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    • 1. August 2012 16:15

      Klar haben Religionen mit Tradition zu tun. So gut wie alle Wunder oder Gebote wurden von früheren Kulturen oder Sagen oder Märchen übernommen. Der Spaß hört in dieser Debatte an dem Punkt auf, wenn der Bundestag ein Beschneidungsgesetz erlässt. Wenn tausend Jahre alte religiöse Gebote zu Quellen von Gesetzen unserer Zeit werden empfinde ich das als einen fundamentalen Angriff gegen die Aufklärung. Ein Gesetz, dass eine Körperverletzung mit einer religiösen Rechtfertigung erlaubt, wäre ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des Bundestages.

      Nach einem solchen Gesetz können die Schafi’iten mit Hinweis auf das Gleichheitsgebot in unseren Breiten die Beschneidung der weiblichen Vorhaut durchführen. Irgendwann wird dann von durch geknallten Hindus die Forderung erhoben, dass Witwenverbrennung in Europa gesetzlich geregelt gehört.

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      • MEMO permalink
        2. August 2012 07:46

        Dem pflichte ich bei. Darauf bezieht sich ja auch mein Text. Ich gehe aber eben noch ein Stück weiter und bezeichne diese „Regeln“ als Aneignungen der Religionen von früheren bereits bestehenden Religionen aus Gründen des Marketings. Es sind ja nicht einmal die „eigenen“ Religionsbestandteile. Und aus diesem Grund, der mit dem Gottglauben (den ja meinetwegen jeder haben kann) nichts zu tun hat, soll im Hier und Heute der Gesetzgeber Beschneidungen erlauben? Absurd.

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      • 2. August 2012 15:48

        Meinetwegen kann jede ( r ) glauben was sie oder er will, mich tangieren auch die paar jüdischen oder muslimischen Vorhäute nicht, die jährlich hierzulande abgeschnitten werden. Wenn aber religiöser Aberglaube zur Grundlage deutscher Gesetzgebung wird, dann rege ich mich darüber auf. Wenn dieses Gesetz durch geht, werden die Obskuranten Oberwasser bekommen und vermutlich den Paragraphen 218 wieder auf die Tagesordnung setzen, wie ich zwischen den Zeilen bei einigen reaktionären Anti-Vorhaut-Kämpfern bereits lesen konnte. Im „Tagesspiegel“ schreibt der Reaktionär Malte Lehming von der „Diktatur des Rationalismus“, er fordert „Kollektive Vielfalt statt rationalistische Einfalt“. Wie irre ist das denn.

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        • MEMO permalink
          2. August 2012 16:13

          Irre ist es in jedem Fall – argumentativ. Würde eine traditionelle Steinigung oder die Blutrache eigentlich auch zu einer „kollektiven Vielfalt“ gehören? Auf dieser Basis lässt sich das einfach nicht diskutieren – wäre das ein Argument, könnten wir die Diskussion um Menschenrechte direkt weglassen.

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        • 2. August 2012 19:13

          „…mich tangieren auch die paar jüdischen oder muslimischen Vorhäute nicht, die jährlich hierzulande abgeschnitten werden. Wenn aber religiöser Aberglaube zur Grundlage deutscher Gesetzgebung wird, dann rege ich mich darüber auf…“

          Mich interessiert Menschlichkeit und deshalb auch die menschliche Unversehrtheit mehr als ein Gesetz. Das Gesetz würde ich zuweilen auch brechen, wär`s aus Vernunftgründen erforderlich. Mir ist es zwar klar, dass niemanden die Vorhäute selbst interessieren, aber die Wehrlosen (Säuglinge und Kleinkinder), denen sie abgeschnitten werden, die sollten uns schon interessieren.

          lg LL

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        • mentalpunker permalink
          2. August 2012 21:12

          LL: „Das Gesetz würde ich zuweilen auch brechen, wär`s aus Vernunftgründen erforderlich. Mir ist es zwar klar, dass niemanden die Vorhäute selbst interessieren, aber die Wehrlosen (Säuglinge und Kleinkinder), denen sie abgeschnitten werden, die sollten uns schon interessieren.“ Ich lese darin Widerstandsrecht/pflicht und Humanität.

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        • Der Bassist permalink
          2. August 2012 21:37

          Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht. – Bisher nur eine Redensart in Doitschland.

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        • 3. August 2012 14:21

          Religiöse Beschneidungen sind zweifellos eine Körperverletzung. Auf die Unterschiede der jüdischen und der muslimischen Beschneidung wurde in den Diskussionen zu Recht hingewiesen. Bei den Muslimen ist für die Beschneidung kein Alter vorgeschrieben! Die wenigen Juden die in Deutschland beschnitten werden, sind im Säuglingsalter. Bis zum Kölner Urteil wurde die Praxis der Beschneidung in Deutschland mehrheitlich stillschweigend hingenommen. Die Beschneidungen wurden geduldet aber nicht per Gesetz legalisiert.

          Das neue voraussichtliche Gesetz wird die religiöse Beschneidung legalisieren und daraus ergibt sich eine völlig neue Situation. Beschneidungen von Mädchen können wegen dem Gleichheitsgebot nicht von der Regelung ausgenommen werden. Mit einem religiösen Beschneidungsgesetz wird die Büchse der Pandora für allen möglichen religiösen Wahnsinn geöffnet, das ist der qualitative Unterschied.

          Natürlich bin auch ich gegen religiöse Beschneidung, sie ist und bleibt Körperverletzung, egal ob sie im Säuglingsalter oder im Alter von acht Jahren vollzogen wird. Ich war der Hoffnung, dass es in den entsprechenden Communitys Kräfte geben könnte , die zukünftig ihre Kinder nicht mehr aus religiösen Gründen beschneiden werden. Ein Beschneidungsgesetz fällt diesen Leuten in den Rücken.

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  7. 3. August 2012 17:00

    „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig“ [BGB §1631].

    Hier ein Lehrvideo aus den USA: http://video.google.de/videoplay?docid=-6584757516627632617

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    • 7. August 2012 12:50

      Den Lehrfilm hab ich mir schon vor ein paar Tagen angesehen. Die Rede von einem „Stückchen Haut“ scheint mir schon eine Untertreibung zu sein.

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  8. H. Herforder permalink
    3. August 2012 23:33

    Unter dem Titel Das Schnittmuster hat die Augustausgabe der TITANIC die „Beschneidung leichtgemacht“: Messer, Gabel, Schere und göttliches Licht, fertig ist die Ununversehrheit. Eine Methode für Muslime, die andere für Juden. – Nur bei Satire wird an alle gedacht …

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  9. 6. August 2012 15:29

    OT – Soeben in Facebook gelesen:

    Ein Rabbi, ein Imam und ein Priester sterben am selben Tag. Sie werden mit einem Fahrstuhl von einem Fahrstuhlführer abgeholt und erwarten in den Himmel gebracht zu werden. Aber der Fahrstuhl fährt nach UNTEN! Er hält, ein See aus Lava liegt vor ihnen, Menschen ertrinken darin und rufen um Hilfe. Der Priester muss aussteigen. Sie fahren weiter, die nächste Station sieht noch furchtbarer aus, der Imam steigt aus. Es geht noch tiefer, der Rabbi ist verzweifelt. Der Fahrstuhl stoppt. Die Tür geht auf. Ein kühles Lüftchen umweht sie, Bäche plätschern, strahlende Menschen überall. „Das soll die tiefste Hölle sein?“ fragt der Rabbi. Der Fahrstuhlführer antwortet. „Ja, das war sie mal. Bis vor zwei Jahren. Die Zionisten haben wieder mal ganze Arbeit geleistet.“

    Bevor die „Israelfreunde“ wieder toben, Felix Riedel hat bereits darauf hingewiesen, dass man in Lava nicht schwimmen kann…

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    • MEMO permalink
      6. August 2012 18:23

      Der Witz ist irgendwie überhaupt nicht witzig. Witze müssen so gehen, damit wahre Freude entsteht:

      Was machen zwei Schwule mit einer Frau im Wald?
      Einer hält sie fest, der andere schneidet ihr die Haare.

      Genau – politisch unkorrekt, sozial diffamierend und primitiv müssen sie sein. Mit derlei moralisierten Lantexten wie dem auf FB kannst Du nichts reißen.

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    • 7. August 2012 09:58

      Ich hab auch einen: Wilhelm Marr, Alfred Rosenberg, „Rahab“, „Zelotti“, „Bürger Fro“, „Alienb59“, „thinktankgirl“, „TomGard“, „Fritz Teich“, „Freiheitsliebender“, „D.v.W“., „Emma in Uniform“ haben sich nie antisemitisch geäußert und Jakob Augstein hält mit Ahmadinejad den Iran für die größte Gefahr für den Weltfrieden, währenddessen sich Grote immer schuldiger fühlt.

      Jakob Augstein ist der Sohn von Rudolf Augstein und Martin Walser

      Hahaha

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      • MEMO permalink
        7. August 2012 12:28

        Der ist nicht witzig. Das liegt Dir irgendwie nicht. Wobei der Hinweis auf die „Väter“ schon extrem geschmacklos ist.

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      • 7. August 2012 12:38

        Den Hinweis auf die Väter finde ich auch geschmacklos und den Witz auch nicht besonders witzig. Hat irgendwie was mit dem Hinweis von Evelyn Hecht-Galinski auf ihren Vater. Der Unterschied bei den Augsteins ist halt die politische Gleichförmigkeit, die bei Hecht-Galinski wahrlich nicht gegeben ist.

        Interessant finde ich in dem Artikel in Lizas Welt „Augstein um Augstein“ am Ende den Verweis auf Rolf Behrens – „Raketen gegen Steinewerfer“ – Das Bild Israels im „Spiegel“ aus dem Jahr 2003: Die Analyse von mehr als 300 Spiegel-Artikeln führt in diesem Buch die populäre Klage, Kritik an Israel sei in Deutschland tabu, ad absurdum. Behrens schreibt: Das Magazin stellt Israel stereotyp als brutalen, expansiven und gar rassistischen Staat voller Missstände dar, dessen Gesellschaft innerlich zerrissen ist und sich im Niedergang befindet.

        Ich finde Jakob Augstein steht mit seinem „Freitags-Projekt“ seinem Vater in nichts nach und den Spiegel führt er auch im Sinne des Vaters fort.

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      • 7. August 2012 21:04

        ‚Väter und Söhne‘ heißt ein Roman, in dem es aber noch Konflikte zwischen den Generationen gab, also so etwas wie eine Schwundstufe von Lebendigkeit …

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  10. 15. August 2012 23:22

    Fundstücke 1) Forum Offene Religionspolitik:

    „Wie weit geht die Toleranz der Offenen Religionspolitik? Der Vorsitzende des Forums Offene Religionspolitik Sven Speer erläutert seine persönliche Haltung und seine politische Position in der Frage der Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen.

    In der Regel fällt es mir leicht, auf Grundlage der Offenen Religionspolitik Lösungen für Konflikte zu entwickeln. Bei der Frage der Beschneidungen von Jungen hingegen bin ich tief gespalten. Mein erster Reflex war, Juden und Muslimen die Beschneidung zuzugestehen. Je stärker ich mich mit der Thematik beschäftigt habe, desto größer wurden jedoch die Zweifel an dieser Position.

    Zweifel gesät haben bei mir anfangs nicht einmal die Gegner der Beschneidung, sondern deren Befürworter. Jedes Argument, das berechtigterweise gegen die Beschneidung ins Feld geführt wurde, wurde ohne jede Reflexion vom Tisch gefegt. „Wir lassen uns von Nicht-Juden nicht bevormunden.“ „Wir sitzen auf gepackten Koffern.“ Ein offener Diskurs sieht anders aus.“

    http://offene-religionspolitik.de/beschneidung-zeigt-wie-schmerzhaft-toleranz-ist/

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    • mentalpunker permalink
      15. August 2012 23:29

      Sehr schönes Fundstück. Vom Reflex zur Reflexion!

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      • 16. August 2012 18:52

        Dito!

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  11. 28. August 2012 15:34

    Fundstücke 2) Facebook:
    Nachdem einige Beschneidungsbefürworter eh schon alle theoretischen Überlegungen zum Antisemitismus über Bord geworfen haben, soll nun am 9. September in Berlin eine Pro-Beschneidungsdemo stattfinden, auf welcher auch HAMAS (in Gestalt des „Islamischen Kultur- und Erziehungszentrum Berlin e.V.“) und MILLI GÖRÜS (in Gestalt des „Rates muslimischer Studierender und Akademiker“, RAMSA) mitmarschieren wird. Dies zeigt, daß einige angesichts der Beschneidungsfrage den Verstand verloren haben …

    schreibt Tilman Tarach in Facebook. Ich habe „Gefällt mir“ angeklickt.

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    • mentalpunker permalink
      28. August 2012 16:39

      Nachdem das wesentliche gesagt worden ist, habe ich die Beschneidungsdebatte nur noch kursorisch verfolgt. Das wichtigste war mir, daß festgestellt worden ist, wie fragwürdige und gewaltsame Traditionen, gerade religiöse, durch eine in ihrer Tradition selbst aufklärerische Justiz am Leben erhalten werden. – – – Daß jetzt solche wie von Tarach beschriebene Konstellationen dabei rauskommen, wundert doch nur bzw. nicht mal die halbaufgeklärte ‚westliche‘ Justiz. Die Antiaufklärer mit religiösem Hintergrund sowieso nicht. – Vielleicht lese ich morgen mal wieder Adornos ‚Theorie der Halbbildung‘. Frisch wie beim Supermarkt meines Vertrauens.

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    • 30. August 2012 09:28

      Die Koalitionen in dieser Beschneidungsdebatte sind tatsächlich bemerkenswert. Die extremsten Antisemiten, die Boykottaufrufe gegen Israel initiieren, die vom „Paria-Staat Israel“ reden, die dem Judenstaat das Existenzrecht absprechen setzen sich wie die Hamas, die täglich die Vernichtung des Judenstaats agitiert für die Beschneidung ein.
      Auf der anderen Seite gibt es freilich auch genügend Beschneidungsgegner die die Gunst der Stunde nutzen um ihren Antisemitismus ausleben zu können.

      Die religiöse Beschneidung bietet offenbarPlatz für viele abstruse Positionen und belegt wieder einmal „es gibt kein richtiges Leben im falschen“.

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      • 30. August 2012 16:53

        Sehe ich auch so: bemerkenswerte Koalitionen – und ‚Argumentationen‘. Wenn man nicht weiß, von welchem Fundament aus man je partikular Meinungen formuliert, dann muß das wohl so sein.
        Und läuft blank immer in Richtung Zwang und Petrifizierung von Herrschaft.

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  12. MEMO permalink
    29. August 2012 10:36

    Zum Thema gewalttätiger Traditionen hätte ich noch etwas beizutragen, was sich auf unsere heilige christliche Institution Kirche bezieht. Mit der Bitte um Kenntnisnahme und Weiterverbreitung.

    http://www.metropolenmond.de/kindesmissbrauch-bistum-trier

    Wer die Opfer unterstützen möchte, kann das hier tun. Es geht in erster Linie darum, die Staatsanwaltschaft zu „motivieren“, ihren Aufgaben nachzukommen:

    http://missbrauch-im-bistum-trier.blogspot.de/2012/08/missbit-bittet-um-unterstutzung.html

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  13. 29. August 2012 15:11

    Liebe Leute ich hab mich ja für meine Erna kürzlich beschneiden lassen. Ich hab es euch eh schon mitgeteilt. Zwei Wochen ging natürlich gar nix. Mannomann tat dat weh. Aber dann. In Verbindung mit de Lehre von den tibetanischen Gelbmützen, also dat Ding mit de „Sperma-Vaginalsekret-Menstruationsblut-durch- den-Penis-wieder zurückziehen“ is diese Beschneidungsache einfach super. Diese Religiösen die denken sich schon was dabei bei ihren Riiten.

    Viele Grüße, auch von Erna
    Eua Erwin

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    • MEMO permalink
      29. August 2012 15:29

      Mensch Erwin,

      wenn Du schon so modern bist und dich beschnippeln lässt, hättest du Dir bei der Gelegenheit auch gleich ein Prinz-Albert stechen lassen können. Erna hätte es sicher ganz geil gefunden.

      Schnäpsken dabei und ab durch den Hahn

      http://de.wikipedia.org/wiki/Prinz-Albert-Piercing

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      • mentalpunker permalink
        29. August 2012 18:01

        Dieses Piercing ist ein Piercing, weil es ein Piercing ist!
        Schnäpsken drauf, nicht nur eins!

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      • H. Herforder permalink
        30. August 2012 03:23

        Ich denke, Erwin sollte mal wieder zum Fußball. Melches-Stadion. Da kühlen sowieso fragliche Emotionen sofort ab. Und Erna kann dann auch ruhig schlafen.

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      • 31. August 2012 12:18

        Nä, da is für mich die Religionsfreiheit überschritten. Mit dieser Venenverweilkanüle befürchte ich dat dat „Sperma-Vaginalsekret-Menstruationsblut-durch- den-Penis-wieder zurückziehen“ evt. nicht mehr funktionieren könnte. Da geh ich echt lieber ins Melches-Stadion.

        Tschüssikowski
        Euer Erwin

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      • MEMO permalink
        27. September 2012 14:36

        Diese Sekret-Sache bringt mich irgendwie immer zum brechen. Ich geh dann aber lieber hier ins Stadion; am 5.10., um genau zu sein. Hertha gegen die Sechz’ger – Ostkurve. Das wird ne Gaudi. Wir nehmen auch einen echten Hertha-Fan mit, um jemand angemessen verspotten zu können. Prösterchen.

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        • mentalpunker permalink
          27. September 2012 18:50

          5.10.: Finde ich gut!

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  14. 26. September 2012 20:17

    Ich bitte um Mitzeichnung der Petition 26078!

    siehe hier!

    lg LL

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    • MEMO permalink
      27. September 2012 14:48

      Danke. Werde ich unterzeichnen.

      Bei dieser Gelegenheit möchte ich anmerken, dass es auch noch andere Zusammenhänge mit Religionsvertretern gibt. Ich war gestern in Bonn am Aloisiuskolleg und danach vor dem Kölner Verwaltungsgericht wegen eines Prozesses und einer Aktion des Berliner Dokumentartheaters. Hintergrund ist der über Jahrzehnte fortgesetzte Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Angehörige der von Jesuiten geführten Privatschule. Es ist unfassbar, wie mit Opfern in unserer Gesellschaft umgegangen wird und wie Täter und deren Institutionen geschützt werden, bereits durch die Verjährungs- und Zuständigkeitsregeln, die bestehen. Über Beschneidung reden wir ausführlich – diese Übergriffigkeiten durch Vertreter der Religion schweigt man am liebsten aber tot. Und auch hier besteht ein strukturelles Problem auf Basis des Machterwerbs und der daraus resultierenden menschenverachtenden Einflussnahme auf das Leben Schutzbefohlener.

      Bei Interesse: Der WDR berichtete bereits. Kommenden Dienstag sendet Frontal 21 im ZDF einen Bericht dazu.

      Ein Artikel von meiner Seite dazu folgt in Kürze an gewohnter Stelle.

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    • Der Bassist permalink
      28. September 2012 22:53

      Die Petition ist ok. Nur Irrationale können sich da verschließen.

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  15. 27. September 2012 20:40

    Demnaechst wird der oberste türkische Mufti im Bundestag sprechen. Warum eigentlich? Beschneidung Meschneidung, aber Religion hat doch im Parlament nix zu tun? Ah, der Papst war ja auch schon da. Und der Dalai Lama sicher auch.

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    • Der Bassist permalink
      28. September 2012 23:00

      Ach, hibouh, demnächst wird bestimmt auch noch der Fußball im Parlament verhandelt; weil: Religion für die Supporter. – Mittelstürmer Kant, linker Läufer Marx und Tormann Horkheimer rotieren unter dem grünen beheizten Arenarasen … Aber das ist für die Parlamentarier im Reichstag bloß schönste Nebensache der Welt.

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  16. 14. November 2012 17:17

    Mohamed Kandeel ist Mitglied der Genfer Stiftung für Medizinische Ausbildung und Forschung (gfmer) , die eng mit der WHO zusammenarbeitet. Mit der weiblichen Beschneidung hat der Professor für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universität in Menofiya, Ägypten, aber kein Problem. Im Gegenteil: In einem auf der Medizin- und Biologie-Plattform F1000 veröffentlichten Artikel stellt Kandeel die Schädlichkeit der Beschneidung infrage und fordert die weltweite Legalisierung der Praxis.

    Sofern die Beschneidungen durch erfahrenes Personal und unter Betäubung vorgenommen würden, seien Nachteile nicht erwiesen, so Kandeel. Eine weibliche Beschneidung des Types I sei gleichwertig wie die Beschneidung, die bei Jungen vorgenommen wird. Beim Typ I wird teilweise oder vollständig der äußerlich sichtbare Teil der Klitoris und/oder der Klitorisvorhaut entfernt.

    Im Islam sei eine weibliche Beschneidung des Types I vorgesehen. Da die muslimische Bevölkerung die zweitgrößte der Welt sei, „scheint es logisch, eine juristische Haltung gegenüber weiblicher Beschneidung erneut zu bedenken“, so Kandeel.

    Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes e.V. Deutschland reagierte umgehend auf die Forderung Kandeels. „Wir protestieren gegen jeglichen Versuch, den Schutz der körperlichen Unversehrtheit von Kindern zu schwächen“, sagte die Vorstandsvorsitzende Irmingard Schewe-Gerigk.

    Die Organisation warnte bereits vor Wochen in einer Stellungnahme zum Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur männlichen Beschneidung: Die Legalisierung männlicher Beschneidung könne zu Forderungen nach einer Legalisierung weiblicher Genitalverstümmelung auf Grundlage des Gleichheitsgrundsatzes führen.

    „Die Reaktion des ägyptischen Arztes zeigt, dass der Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Beschneidung bei Jungen die Befürworter der weiblichen Genitalverstümmelung ermutigt, eine Legalisierung weiblicher Beschneidung zu fordern, mit dem Argument, dass die Jungenbeschneidung straffrei bleibt“, sagte Franziska Gruber von Terre des Femmes der „Welt“.

    http://www.welt.de/politik/ausland/article111030661/Mediziner-will-Vaginal-Beschneidung-legalisieren.html

    Jetzt habn wir den Salat.Die Geister die sie riefen.

    Euer Erwin

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    • MEMO permalink
      14. November 2012 21:10

      Was ja zu erwarten war. Aber hier ergeht man sich lieber in inellektuellen Spirenzchen und schwafelt vom Recht der Eltern an ihrem Kind. Das Mittelalter lässt grüßen.

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