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Die schlechten Karten der Antizionisten

Diese  vier Karten werden oft von Antizionisten zum vermeintlichen Beweis des israelischen Landraubs in Umlauf gebracht. Der Historiker Yaacov Lozowick hat die vier Karten kürzlich analysiert und die Ergebnisse dürften den vielen Antizionisten nicht gefallen. Schon der Beginn der Karten-Serie stimmt nachdenklich, denn Palästina war bedeutend größer. Das heutige Jordanien, rund 80 Prozent des ursprünglichen Palästinas wurde 1922 von den Briten abgetrennt. In Transjordanien duften nur Araber leben. Jordanien ist bis heute judenfrei, was so in der jordanischen Verfassung festgelegt ist. Die Umrisse der Karte von 1946 zeigen also das von den Briten kontrollierte Restpalästina.

Ein Teil des Landes gehörte Juden, ein anderer jenen Arabern, ein weiterer arabischen Grundbesitzern, die nicht auf ihrem Land lebten, wieder ein anderer europäischen Kirchen. Der bei weitem größte Teil des Landes aber gehörte keinem der Genannten und somit der Regierung, also den Briten. Eine politische Karte müsste also nur mit einer Farbe gefüllt sein, schließlich wurde das gesamte Land von den Briten beherrscht, die weißen Teile genauso wie die grünen. Wollte man den privaten Landbesitz darstellen, müssten sehr viele Farben verwendet werden. Der jüdische Grundbesitz wurde in der ersten Karte vielfach unterschlagen. Siehe Jerusalem, Gusch Etzion, Neve Yaacov, für Siedlungen am Toten Meer Hebron usw. Das Hauptproblem der ersten Karte ist nicht, dass sie über jüdisches Eigentum an Grund und Boden hinweggeht, sondern die Behauptung, dass alles Land, welches nicht Juden gehörte, »Palästina« war. Und das stimmt nicht. Wenn hier Landbesitz dargestellt werden soll, dann müsste der größte Teil des Territoriums als der britischen Regierung gehörend abgebildet werden. Geht es um politische Souveränität, dann war das gesamte Gebiet der ersten Karte britisch.

Die Karte von 1947 wurde nie Wirklichkeit weil die Araber den Teilungsplan ablehnten. In ihr wird außerdem unterschlagen, dass die Gegend um Jerusalem und Bethlehem keiner Seite zugeordnet wurde.

Die dritte Karte zeigt Israel in weiß und zwei andere Gebiete in einheitlichem Grün – dem gleichen Grün, das in den ersten beiden Karten palästinensisches Territorium markieren sollte. Sie unterschlägt, dass der Gazastreifen von Ägypten und die Westbank von Jordanien annektiert wurden. Der Gazastreifen wurde von Ägypten kontrolliert, nicht von den Palästinensern, und sollte deshalb von Rechts wegen als ägyptisch besetzt bezeichnet werden. Das größere grüne Gebiet wurde von Jordanien kontrolliert und annektiert; die Bewohner bekamen die jordanische Staatsbürgerschaft.

Bei der vierten Karte gibt es zum ersten Mal in dieser Serie so etwas wie eine palästinensische Herrschaft – im gesamten Gazastreifen und im Westjordanland. Kaum erklärlich ist dabei die Entscheidung des Kartenzeichners, so zu tun, als ob die palästinensische Befehlsgewalt nur für die A-Zone gilt, und die größeren B-Zonen zu unterschlagen. Die Karte zeigt außerdem keinen palästinensischen Rumpfstaat, sondern im Gegenteil zum ersten Mal überhaupt das Entstehen einer neuen Entität, von und für Palästinenser. Kein verschwindendes Palästina also, sondern ein entstehendes!

Der ganze Artikel zu dem Thema ist unter Lizas Welt – Schlechte Karten sind Trumpf – abrufbar.

15 Kommentare leave one →
  1. 2. August 2012 15:20

    Diese vier Karten werden gerne von Antizionisten als vermeintlicher Beweis angeführt. Yaacov Lozowick hat diesen Beweis sehr schön zerpflückt.

    Von Yaacov Lozowick empfehle ich „Israels Existenzkampf: Eine moralische Verteidigung seiner Kriege“ (Konkret-Literaturverlag)! Yaacov Lozowick widerlegt entlang der historischen Entwicklungen jene arabische und westliche Propaganda, die Israel als imperialistischen Kolonialstaat bezeichnet und ihm die alleinige Verantwortung für den Konflikt zuweist. Daneben räumt er mit dem Mythos von der „Gewaltspirale“ auf, der die Vorstellung erzeugen will, beide Seiten seien gleichermaßen schuld an diesem Konflikt.

    Ein Buch, dass Antizionisten nie lesen werden, weil ihr Weltbild daran zerbrechen würde.

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  2. 2. August 2012 18:59

    Die erste Karte ist mit Abstand am unverfrorensten. Yaacov Lozowick zerlegt die Agitation der dieser Bilder vorbildhaft. Fabelhaft!

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  3. 3. August 2012 14:52

    DIe „Reservisten des Freitags“ haben diese „israelkritische Kartenabfolge“ gerne geopostet. Bürger Fro zum Beispiel.

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  4. Hannes Weiß permalink
    4. August 2012 15:43

    Die Farbgebung würden einen völlig anderen Eindruck vermitteln, wenn die Karten korrekterweise in diese Grafik übertragen worden wäre:

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    • 5. August 2012 17:48

      Meine Rede!
      Diese Grafik sehen die deutschen Israelhasser gar nicht gerne.

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  5. 7. August 2012 23:12


    Evelyn Hecht-Galinski bei der Arbeit! Weitere Infos hier.

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  6. 8. August 2012 09:52

    Am 18. August 2012 wollen Islamist_innen in Berlin zum so genannten Al Quds-Tag als Kampftag des politischen Islam auf die Straße gehen. Seit dem Aufruf des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Chomeini vom 8. August 1979 demonstrieren Islamist_innen jedes Jahr zu diesem Anlass für eine Welt ohne Israel und die Eroberung Jerusalems. In dieser Tradition verbreitet das iranische Mullah-Regime seit Jahren offen antisemitische Propaganda, leugnet den Holocaust und schürt Hass gegen den „dekadenten Westen“. Gleichzeitig unterstützt das Mullahregime durch Geld- und Waffenlieferungen den Kampf islamistischer Terrororganisationen und arbeitet an seiner atomaren Bewaffnung, die angesichts der regelmäßig ausgesprochenen Vernichtungsdrohungen eine existenzielle Bedrohung für Israel darstellt.

    Die Kundgebung findet statt am Samstag, dem 18. August 2012. Joachimstaler Str. / Ecke Kurfürstendamm („Joachimstaler Platz“), Beginn: 14:30 Uhr.

    Bereits um 13:00 Uhr beginnt am Adenauerplatz · Berlin, wo die „Quds-Demonstration“ auch starten wird, Antifaschistische Kundgebung unter dem Motto „Kein Al Quds-Tag 2012 in Berlin! Gemeinsam gegen Antisemitismus“. Im Anschluß können die Teilnehmer gemeinsam zur Kundgebung am Joachimstaler Platz gehen.

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    • 8. August 2012 14:29

      Ich kann leider nicht kommen. Die Anreise ist leider viel zu weit. Viele der Berliner mit denen ich zu tun hatte (Hamasversteher aus Augsteins Freitagscommunity), kann ich leider auch nicht mobilisieren, da diese mit hoher Wahrscheinlichkeit an ihrem antisemitischen Kampftag bei der Al-Quds Demonstration mit marschieren werden.
      Weitere Informationen zu diesen „Berlinern“ unter:
      Beton-Oscar 2010
      Offener Brief an die israelische Botschaft
      Die Reservisten des Freitag
      Dieter Kunzelmann und der Judenknacks

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    • 8. August 2012 17:08

      Am Al-Quds-Tag 2009 nahmen in Berlin rund 600 Demonstranten teil, die vom Verfassungsschutz größtenteils dem schiitisch-extremistischen Spektrum zugeordnet wurden und antisemitische Parolen skandierten. Der Tagesspiegel meldete, dass auch Rechtsextremisten teilgenommen haben. Unterstützung erfuhr die Veranstaltung durch den ehemaligen linken Journalisten Jürgen Elsässer.

      Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Quds-Tag

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    • MEMO permalink
      9. August 2012 09:51

      Danke für den Veranstaltungstipp. Das werde ich mir natürlich nicht entgehen lassen, zumal der Demonstrationsort fast fußläufig erreichbar ist. Dort werde ich dann ein paar schöne Bilder machen. Vielleicht erwische ich ja auch den einen oder anderen mental bekopftuchten Nachwuchsjournalisten. Ja, es kann auch von Vorteil sein, Dauertourist in Berlin zu sein, der Stadt, die für 600 Millionen Euro ein pseudopreussisches Stadtsschloss rekonstruieren möchte, vermutlich, weil man sich nach Balkonen sehnt, von denen aus man zum Krieg antreiben kann.

      Kleine Anekdote übrigens zur Absurdität des Denkens der Islamisten:
      Vor einigen Jahren saß ich mit einer Bekannten bei einem Spanier in Charlottenburg. Am Nebentisch saßen zwei junge, modern gekleidete Männer mit Migrationshintergrund. Einer redete auf den anderen ein – zeterte über die dekadente Gesellschaft hier, die Fokussierung auf Geld, dass wir immer nur Frauen und Spaß wollen, es nicht verstehen würden, nur Allah wichtig sei und wir die Strafe verdient hätten. Nach einer Weile zahlten sie ihr Essen beim nicht ganz billigen Spanier, standen auf, trugen ihre Boss-Klamotten zum Mercedes, mit dem sie dann davon fuhren. Noch Fragen?

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      • 9. August 2012 11:49

        Schöne Bilder hätte ich da auch gerne gemacht. Dann hätte ich endlich mal ein paar Bilder von den oder einer „Dame(n)

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  7. Johann Bux permalink
    21. November 2012 11:19

    http://derstandard.at/plink/1353206682048?sap=2&_pid=29015663#pid29015663

    Über den Link von Hossam Hassan bin ich auf eure Seite gestoßen. Danke sehr für die vielen Fakten. Die kann ich gut gebrauchen in den Diskussionen. Der Antisemitismus ist auch in Österreich weit verbreitet. Liebe Grüße

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    • 21. November 2012 15:56

      Gerne und vielen Dank für die Rückmeldung.
      Stimmt, beim Thema Antisemitismus können sich Deutschland und Österreich die Hand geben.

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      • MEMO permalink
        21. November 2012 17:01

        Auf die „Ostmark“ ist eben Verlass, Herr Geheimrat.

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  8. 28. November 2012 20:37

    sehr wahr, sehr wahr. Gut dass sich mehrere Menschen trauen, die Wahrheit über den Nahostkonflikt zu sagen.
    Ich darf auf mein bescheidenes Weblog hinweise, welches sich u.a. auch mit dem Nahostkonflikt und anderen historischen Irrtümern beschäftigt:
    http://truehistoryblog.wordpress.com

    —————
    Lieber omniscientus,
    wegen ihrer Ansichten ihn ihrem Blog beispielsweise über „Kommunismus und Revolution“ zögerten wir ihren Beitrag zu veröffentlichen. Die Redaktion distanziert sich vor solcherlei Gedankengut und empfiehlt unter anderem folgenden MI-Artikel: Che Guevara und die „Nürnberger Prozesse“

    Übrigens, ohne den Österreicher Jean Améry würde es Mission Impossible vermutlich nicht geben.

    Mit freundlichem Gruß
    Die MI Redaktion

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