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Kapitalismuskritik

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Es ist kein Zufall ist, dass dem Verbalradikalismus die Luft ausgeht, sobald er Alternativen formuliert: „Wir wollen eine Marktwirtschaft“ lautet etwa Zieglers originelles Rezept. Und auch Marx, der gute Hirte, spricht uns von dieser Erlösung: “Die soziale Marktwirtschaft ist ein Zivilisationsprodukt. Das haben viele vergessen.“ Ressentiment und Glaube an das Funktionieren eines „guten“ Kapitalismus vertragen sich eben blendend. „Spiegel online“ macht ebenso wie die „taz“ kluge Rechnungen auf, was man mit 700 Milliarden Dollar so anstellen könnte: „Arbeit für 22 Millionen Menschen bezahlen“, „den deutschen Haushalt eineinhalb Jahre bezahlen“ oder „die Erde statt die Banken retten“ -, und bestätigt damit das gesunde Volksempfinden. Das ist nämlich davon überzeugt, die Unsummen der Bankenrettungspakete tatsächlich als reales Geld existieren, das auch anderweitig ausgegeben werden könnte und sein linker Flügel fragt sich unwillkürlich, in welchen Tresoren die Bourgeoisie denn das Geld bunkert, das sie den Massen so schnöde vorenthält.

Doch über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren hat sich dieses luftige Kapital, in dem nicht mehr steckt als der Glaube an irgendwann in der Zukunft einmal zu realisierende Profite, in bis dato unbekanntem Umfang aufgebläht. Hintergrund war das Auslaufen des fordistischen Nachkriegsbooms: Massen von Arbeitskräften waren bis in die siebziger Jahre hinein notwendig, um Massen von Waren herzustellen, die sie mit ihren Löhnen auch kaufen konnten. Mit dem Rationalisierungsschub der aufkommenden Mikroelektronik war es jedoch mit diesem selbsttragenden realwirtschaftlichen Aufschwung vorbei: Die Menge der Waren explodierte, die der benötigten Arbeit implodierte. Schon damals erwies sich die vermeintlich feste Burg, auf die die Möchtegernzivilisierer des Kapitalismus auch heute wieder schwören, als windschiefe Bretterbude. Denn bald zeigte sich, daß der realökonomische Widerspruch durch Konjunkturprogramme, Staatsinterventionen und keynesianische Regulation nicht aus der Welt geschafft werden konnte.

Erst die zunehmende Liberalisierung der Finanzmärkte und die monetaristische Politik der Neoliberalen boten einen Ausweg. Das Kapital, das in der Realwirtschaft keine rentable Anlagemöglichkeit mehr fand, konnte in die Sphäre des fiktiven Kapitals ausweichen. Die Krise wurde aufgeschoben, und der Neoliberalismus wurde zum weltweit hegemonialen Programm. Die Implosion des sogenannten Realsozialismus bescherte ihm einen zusätzlichen Legitimierungsschub und beflügelte die Akteure des Sozialabbaus. Doch der Übergang zum »Shareholderkapitalismus« der neunziger Jahre war nur die Eskalationsstufe eines Prozesses, der bereits in den Siebzigern begonnen hatte: Das fiktive Kapital wurde zur »Basisindustrie« des Verwertungsprozesses. Und im Platzen der Finanzblase wird nichts anderes sichtbar als das verdrängte und kumulierte Krisenpotential von drei Jahrzehnten.

Zwar werden die Regierungen jetzt den Lohnabhängigen und Steuerzahlern ordentlich in die Tasche greifen, aber die Billionen für die Rettungspakete können daraus nicht annähernd geschöpft werden. In erster Linie werden sie mit exorbitant wachsender Staatsverschuldung erkauft, die zusätzlich noch durch die diversen Konjunkturprogramme, die jetzt angesagt beziehungsweise gefordert werden, weiter zunehmen wird. Und so offenbaren sich die scheinradikalen Forderungen einer marktwirtschaftsgläubigen Linken als der letzte Strohhalm, an den sich auch Bush, Merkel, Brown und Sarkozy längst schon klammern. Nichts zeigt deutlicher, wie überflüssig Parteien und Bewegungen sind, deren »gesellschaftskritischer« Impuls sich in der Forderung nach »Regulierung der Finanzmärkte« erschöpft.

Das Ergebnis all dieser »Verstaatlichungen« und Investitionsprogramme steht bereits fest: noch stärkeres Wachstum des fiktiven Kapitals, extreme Staatsverschuldung und Stagflation. Bestenfalls – wenn es denn überhaupt noch einmal »funktioniert« – wird die nächste Finanzblase aufgepumpt, deren Platzen dann noch katastrophalere Folgen haben wird. Was die Sachwalter des Systems jetzt versuchen, ist ein globaler Salto rückwärts, der leicht zum Salto mortale werden könnte. Denn mit den hektischen Forderungen an den reparierenden Staat beziehen sie eine Linie, hinter die es kein Zurück mehr gibt. »Die aktuelle Bankenkrise kann der Staat noch den Bankern in die Schuhe schieben. Für die nächste muß er selbst geradestehen«, schreibt die »Zeit«. Wenn er dann noch kann, wäre hinzuzufügen. Denn die innere Logik des Systems folgt der Maxime »Schafft zwei, drei viele Islands«. »Die Industriestaaten« gehen »aufs Ganze«, meint die »Zeit«, »die größte Wette der Wirtschaftsgeschichte bleibt es gleichwohl.«

Rosige Aussichten. Unser Schicksal hängt am globalen Lotteriespiel eines Systems, das ohne fiktives Kapital keinen Tag länger die Realproduktion gewährleisten könnte. Nicht die Gier einzelner Menschen ist die Ursache kapitalistischen Gewinnstrebens, sondern das systemimmanente und -notwendige kapitalistische Gewinnstreben fördert Gier und bestraft Solidarität. Dem Herrn Erzbischof wird das vermutlich nicht einleuchten. Ein Mensch gleichen Namens wußte aber schon vor geraumer Zeit: »Der Pfaff verwechselt Ursache und Wirkung« (MEW 25, 256).

(Aus „Das Gute und die Gier“ von  Lothar Galow-Bergemann Konkret 12/2008)

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55 Kommentare leave one →
  1. 16. Oktober 2011 09:54

    Der langjährige Konkret Autor Robert Kurz schrieb am 02/09, S. 21 in Konkret:

    Krise, Chaos oder was? Das Ende einer endlosen Geschichte

    „Wir haben in den Abgrund geblickt.« Täglich, stündlich repetiert es ein Banker, ein Unternehmer, ein Politiker oder einer ihrer journalistischen Handlanger: Fürchtet euch!
    Keiner sagt: wovor? Wenn nicht heute noch geschieht, was die Deutsche Bank verlangt oder der Daimler, sei morgen schon alles zu spät. Keiner sagt: wofür? Was wäre, wenn ein paar Banken oder Konzerne pleite gingen? Führe der Bus nicht mehr? Gäb’s bei Lidl keine Jogginganzüge aus Ballonseide mehr? Fiele die Heizung aus? Müßten Millionen obdachloser Proleten in Armenküchen ernährt werden? Erlebte man die Anwälte und Zahnärzte beim Abweiden ihrer Golfplätze? Oder ist Weltuntergang und keiner geht hin?
    KONKRET fragte einige Autorinnen und Autoren, ob sie auf diese Fragen, die Hermann Gremliza im letzten Heft gestellt hat, andere, bessere Antworten hätten als er. Sie hatten:

    Der Kapitalismus hat bekanntlich seine großen Krisen. Aber muß es ausgerechnet jetzt sein? So ganz unvorbereitet kann man nur hoffen, daß weiterhin die nächste Straßenbahn kommt, das Gas aus Rußland, das Wasser aus der Leitung und am Samstag die Sportschau im Ersten. Sicher ist allerdings gar nichts mehr. Denn in dieser Welt darf es nur Dinge geben, die finanzierbar sind; egal ob Fußpflege oder Schweinebraten, Reihenhaus oder Blinddarmoperation, Hundefutter oder Soap Opera. Und finanzierbar ist nur, was der Kapitalverwertung dient oder daraus abgezweigt wird. Wenn das nicht mehr geht, steht alles still, obwohl alles da ist. Daß Siemens oder die Commerzbank dichtmachen, kann sich sogar der letzte Kommunist im Wedding noch vorstellen. Was aber, wenn die ganze Produktionsweise pleite geht, weil sie die Produktiv- und Destruktivkräfte über das Fassungsvermögen ihrer »verrückten Form« hinaus entwickelt hat? Das darf doch nicht wahr sein.

    Wie es scheint, hat die radikale Linke Probleme mit ihrem Kapitalismus. Er verhält sich nicht so vulgärmarxistisch, wie er sollte. Weder die Multitude hat diese Krise inszeniert noch irgendeine Bourgeoisie. Und der Staat samt seinen politischen Gesangsvereinen sieht auch nicht besonders souverän aus. Was da hereingeschneit kommt, hat kein strammes Subjekt, schon gar kein politisches. Das ist der Skandal. Offenbar haben die Kapitalisten selber Probleme mit ihrem Kapitalismus. Wie peinlich, wenn das »automatische Subjekt« nicht mehr so kann, wie die Herrschenden wollen. Muß jetzt Monsieur oder Madame Kapital verhaftet werden? So paradox wollen wir nicht denken. Der Bourgeoisie wird schon was einfallen. Krieg zum Beispiel, wie der letzte Kommunist im Wedding auswendig weiß. Leider ist der Krieg inzwischen entweder eine Nummer zu klein oder eine Nummer zu groß, um die Akkumulation anschieben zu können. Außerdem hatten wir die Defizitkonjunktur ja schon. Dann eben Kriegswirtschaft ohne Krieg, also Hyperinflation.
    Man kann es auch Entwertung des Werts nennen, nämlich Entwertung von Arbeitskraft, Produktionsmitteln, Waren und Geld; alles auf einmal. Dazu fällt dem letzten Kommunisten im Wedding nichts mehr ein. Er kennt allein die Bourgeoisie und das Proletariat, die in einer schier endlosen Geschichte des Zyklus von Prosperität und Krise den Wert und seine Verwertung immer nur verschieden interpretiert haben. Trotzdem, da war doch mal was. In der traumtänzerischen Frühphase ihrer Revolution hatten die Bolschewiki bewußt eine Inflation herbeigeführt, um das Geld zu diskreditieren. Weil die verarmten Massen bloß Arbeit und Geld wollten, also nicht die Emanzipation vom Kapitalfetisch, ging das schnell nach hinten los. Gutgemeint ist leider das Gegenteil von Kunst. Jetzt allerdings macht das »automatische Subjekt« die Entwertung selbst; automatisch eben, auch wenn die schon wieder verarmten Massen immer noch nichts anderes als Arbeit und Geld ersehnen. Das Ende der endlosen Geschichte ist absehbar. Und alle werden dabeisein, obwohl keiner hingehen will. Simbabwe ist das Land der Zukunft.

    Robert Kurz war in den siebziger Jahren Mitglied im Kommunistischen Arbeiterbund Deutschlands (KABD), nach seinem Austritt bis April 2004 Mitherausgeber der Zeitschrift »Krisis« und Mitglied der gleichnamigen Gruppe. Sein bekanntestes Werk ist das Schwarzbuch Kapitalismus.

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  2. 18. Januar 2012 18:00

    Kapitalismus: Der eine hat viel – die andere hat wenig.
    So kann man dieses Gesellschaftssystem zusammenfassen.
    Da kann ruhig der eine oder die andere drei x-es vormachen.
    Was zählt, ist die Zahl!
    Eine bahnfahrende NRW-Bloggerin bringt es auf zwei Nickelnicks: ausgeschieden.
    True Love to Nicknames is 66: heißt 132 plus ein Pseudonym. Vorbildlich!
    Auf die Schliche gekommen ist dieser kapitalen Strategie des ‚Viel‘ eine nicht
    genannt werden wollende Begabung aus einer kleinen Domstadt.
    Diese selbst erprobt derzeit vierzig Nicks. Gleichzeitig! – Viel Erfolg.
    Zum wirklichen Glück im Namensshop des Kapitalismus verhilft aber in Wahrheit nur
    a) eine Trinität
    b) die 27.
    Beide zahlakute Vorgehensweisen gelten inzwischen als weise (siehe Wikinickia).
    Drei, die Drei steht für eine dreifache Opposition.
    Die vierte Seite bleibt frei, für Zustimmung und kapitalistische Vergnügen. (Winterurlaub mit Skihaserln. Toll!) Tribut an die gegebene Ordnung.
    Wer siebenundzwanzigfach sich durch die Welt webt, fängt damit den Roggen vor der Spreu vom Weizen. – Freilich, ein altes Sprichwort, aber deshalb schon ein Schimmel im Pferdestall? Die 27 steht seit Menschengedenken für die 27, was Menschen, die nur von ihrer Geburt bis zu ihrem Tod leben, nicht wissen können. Doch die Skribenten des Menschheitswissens haben es für uns und die kommenden Generationen aufgeschrieben, auf dem ollen Papier, welches frühere Generationen für den Druck von Frau im Spiegel und für die Bunte genutzt haben (siehe NRW-Bloggerin).
    Kapitalismus (also Viel statt Wenig) ist schon e-norm. Oder a-norm.
    OrenOy, ein flinkes Bärtchen im Kapitalen Netz, kann sich darin z.B. totquatschen.
    Ohne Rücksicht auf seine selbstvernichtende Vollvernutzung (siehe Voice of Orenoymany).
    Gut verpackt in blauen Bänden (Print) gibt es das kapitalistische
    Gesellschaftssystem auch bei Karl Marx und Friedrich Engels: als Buch,
    als Gesamtausgabe (siehe Weihnacht 2012).
    Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Farbe zu Ihrer Wohnungseinrichtung paßt!

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    • 18. Januar 2012 18:17

      Was soll ich sagen? Einfach genial! „Die 27 steht seit Menschengedenken für die 27, was Menschen, die nur von ihrer Geburt bis zu ihrem Tod leben, nicht wissen können.“

      Im Namen der Drei (Trintät, steht für eine dreifache Opposition)

      PS: Vielfach gelesen und immer wieder was entdeckt.

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  3. 18. Januar 2012 20:16

    Zahlenmystik im Kapitalismus, Banken, Krisen und Ackermanns Gelächter
    gewidmet den virtuellen Inkarnationen von RGgörflexReflexKanoneZwergbatz…

    Barb272 Gibt es eine Bedeutung der Zahl 27?
    Die Zahl 27 kommt in meinem Leben immer wieder vor. Finde das sehr spannend. Weiß jemand ob die Zahl irgendeine Bedeutung hat … wo auch immer??
    PANTANI: Ja,die Zahl liegt exakt zwischen 26 und 28.
    erhardgr: Sie ist 3 x 3 x 3, also die zweite Potenz der heiligen Zahl drei.
    Alex: 3 hoch 3 könnte man auf die Dreieinigkeit beziehen.
    Des Weiteren ist 27 die Wurzel aus 729, dem Krönungsjahr des heiligen Königs Ceowulf von Northumbria. Man kann mit etwas Mathematik viel aus einer Zahl machen^^
    3wk_underground: – das neue testament hat 27 bücher
    – viele berühmte musiker sind nicht älter als 27 geworden
    – das hebräische alphabet hat 27 buchstaben
    Red: 27 – die Quersumme (2+7) ergibt 9 und wenn man die umdreht hat man eine 6 und die 3mal hintereinander geschrieben ist die Zahl des Teufels 😀
    Guru Kalinka-Kefir: Die 27 ist eine Zahl die für die Anzahl der Exterranischen Planeten nahe des Orion stehen, du findest ihre Zeichen überall auf der Sternenkarte.
    In der Kabbalanumerologie: Feste Überzeugungen, Mut
    Für HOCHBEGABTE: 27 – Die kleinste natürliche Zahl, die auf zwei verschiedene Arten als Summe von drei Quadratzahlen geschrieben werden kann, nämlich als 32 + 32 + 32 = 52 + 12 + 12.
    _______________
    24.04.2009, 09:27
    stella77
    Gast
    Was bedeutet für mich die Zahl 27?
    Hallo,
    Ich habe die wichtigste Person kennen gelernt, wenn ich 27 Jahre alt war. Die Männer, mit denen ich das erste Mal Kontakt habe, sind fast immer 27 Jahre alt. Jetzt bin ich in dem Forum, wo der Forum Eigner 27 Jahre alt ist. Ich lebe in der Wohnung: die Nummer 9.
    Warum alles das? Wegen meinen Geburtstag am 27-sten?
    Stella
    http://www.esoterikforum.at/forum/showthread.php?t=108482

    ______________
    Die Zahl 18: Der erste Buchstabe im Alphabet ist das „A“, der achte das „H“. Wer ein solches T-Shirt trägt, könnte auf diese Weise ausdrücken, dass er mit Adolf Hitler sympathisiert.
    http://www.helles-koepfchen.de/sind_anti-nazi-symbole_strafbar.html (!!!)
    ______________
    JAA, die HELLEN KÖPFCHEN,
    DIE liebe ich alle … Hahaha …

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    • 24. Januar 2012 22:42

      I break together!

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  4. 24. Januar 2012 17:03

    Widersprüche im Kapitalismus (1)

    Bis in die frühen 1970er Jahre boomte die Weltwirtschaft. Infolge der Ölkrise und des Zusammenbruchs des Weltwährungssystems von Bretton-Woods endete dieses „Goldene Zeitalter“ ziemlich abrupt. Das weltweite Wirtschaftswachstum verlangsamte sich für zwei Jahrzehnte rapide.

    Hingegen gab es in diesem Zeitraum einen kaum vorstellbaren Produktivitätsschub durch Mikroelektronik, Rationalisierung und Automation, mit einem entsprechenden Anstieg der Arbeitslosenquote. Henry Ford brauchte für sein Modell T 800 Stunden menschlicher Arbeit. Heute kommt ein hochmodernes, hochtechnisiertes Auto nach 18 Stunden menschlicher Arbeit vom Fließband. Wofür Menschen vor nicht allzu langer Zeit hunderte von Stunden im Schweiße ihres Angesichts hart arbeiten mussten reicht heute oft schon ein Mausklick. Immer weniger Menschen können also in immer kürzerer Zeit immer größeren stofflichen Reichtum produzieren. Immer weniger Menschen können sich die Autos leisten die immer weniger Menschen produzieren. Das macht viele Menschen überflüssig und deshalb arbeitslos.

    Wie kann es sein, dass sich die Wochenarbeitszeit und die Lebensarbeitszeit deshalb nicht verkürzt sondern im Gegenteil verlängert? Ein heute Dreißigjähriger muss damit rechnen erst mit siebzig Jahren in Rente gehen zu können bei einer immer höheren (realen) Arbeitslosenquote. Könnte es sein, dass dieses Paradoxon systemimmanent ist?

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    • 24. Januar 2012 19:26

      Es ist die Lüge über die Sehnsucht:
      Kapitalismus frißt die eigene Erfindung der ‚Vorsorge‘!
      Und zwar mit: Vergnügen. Häßlichem.
      Fidelche! Yes.

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    • 25. Januar 2012 08:25

      Das ist doch ganz einfach: Damit die Rendite stimmt, die Investorenerwartung erfüllt werden kann. Das ist in einem auf Wachstum ausgerichteten Wirtschafts- UND Fiskalsystem zwangsläufig so. Es ist das Wachstums- und Wertschöpfungsparadigma zu hinterfragen, respektive wird uns die Entwicklung irgendwann zwingen, den Bedarfsbegriff neu zu definieren.

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    • 25. Januar 2012 14:21

      Die Frage war, könnte es sein, dass dieses Paradoxon systemimmanent ist. Ich sage, ja. Von der Gewerkschaft bis zu den Arbeitgeberverbänden setzen alle auf Wachstum, weil sie wissen nur so funktioniert der Kapitalismus. Ohne Wachstum ohne höchstmöglichen Profit wird das entsprechende Unternehmen in der Konkurrenz des Marktes verschwinden, also Konkurs anmelden und die Arbeitnehmer freistellen. Richtig, in dieser Frage wäre ein Ansatzpunkt für eine nicht regressive Kapitalismuskritik. Die nächste Frage wäre, was passiert bei einer Arbeitszeitverkürzung von sagen wir auf 35 Stunden die Woche?

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    • 25. Januar 2012 17:17

      Genau, Wachstum und Bedarf. –
      Wachstum als fataler menschenfeindlicher Zwangscharakter einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist seit Marx von vielen weiteren durchkritisiert. Daß der Zwang zum sinnlosen Wachstum noch besteht, ist eine Frage der Macht bzw. der Niederlagen der Revolutionen. Zuletzt 89/90.
      Über den Bedarf sollte unbedingt utopisch diskutiert werden, mit Marx nach Bedürfnissen, nach Neigungen, nach praktikabler Freiheit gefragt werden. Jeder – jeden; die Thesen. Marx wollte das ‚Reich der Freiheit‘ skizzieren, er hat seine Ausgestaltung nicht verordnet, sondern die gegenstehenden Bedingungen kritisiert. Marx hatte eine Utopie von solidarischer Menschheit, – die westliche bürgerlich-kapitalistische Welt (1789ff.) hat bisher nur eine falsche Freiheit verteidigt, in Vietnam etwa für Westberlin, mit Waffen und durch Korruption. Auf allen okkupierten Kontinenten.
      Bei Bloch war sein Begriff Tagtraum konstituiert durch konkrete Kritik, entlang der Philosophie als kritische Theorie. Für soziale Praxis aller mit allen.

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  5. 25. Januar 2012 06:07

    Das mit der Verlaengerung der Arbeitszeit will mir auch net in den Kopf

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    • 25. Januar 2012 17:27

      Utopie wäre eine Gesellschaft, in der jeder bis zuletzt tätig sein möchte, – weil die Teilung eines Lebens in Kindheit Erwerb Rente nicht mehr übersetzt hieße Einübung in die Klassengesellschaft, Erhalt der Klassengesellschaft, Gnadenbrot der Klassengesellschaft. Weil die systematische Vernutzung für den Erhalt der Gängelung aufgehoben wäre. (N.b.: Nur Sozialdemokraten propagieren das Später/Zu spät durch fechtende Enkel!)

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  6. 25. Januar 2012 21:44

    „Griechenland zeigt exemplarisch, dass die Menschen auf Jahre hinaus aufhören müssten zu leben, um weiterhin kapitalistischen Kriterien zu genügen“, schreibt Robert Kurz in der aktuellen Konkret 2/2012 (noch nicht am Kiosk erhältlich)

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  7. 27. Januar 2012 13:28

    Die Griechenlandkrise

    Mit falschen und gefährlichen Krisenerklärungen wurde und wird die Bevölkerung für dumm verkauft. Während der letztjährigen Berichterstattung wurde in Deutschland verbreitet, dass die Griechen faul wären, obwohl die durchschnittliche Arbeitszeit in Griechenland nach Zahlen vor der Krise bei 44,3 Wochenstunden und in Deutschland bei 41 Stunden lag. Die Griechen machen ständig Urlaub, obwohl sie nur 23 Tage Urlaub im Jahr hatten. Die Griechen hätten Luxusrenten obwohl die Renten der Griechen nur bei 55 % im EU-Durchschnitt lagen. Die Griechen hätten sich ein fettes Leben gemacht, obwohl das Lohnniveau nur bei 73 % des EU-Durchschnittes lag. Deutschland sei angeblich der Zahlmeister Europas obwohl das Geld für Griechenland nicht aus dem deutschen Staatshaushalt kommt, sondern die deutsche Regierung zu günstigen Zinsen Geld am Kapitalmarkt aufnimmt und es den Griechen zu hohen Zinsen leiht. Deutschland verdient also an der Griechenlandkrise, natürlich nur unter der Voraussetzung das Griechenland nicht Bankrott anmeldet.

    (frei aus dem Vortrag von Lothar Galow-Bergemann in München am 19. Januar 2012)

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    • 10. Februar 2012 10:28

      Schlimm, diese verkürzte Kapitalismuskritik.

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  8. 7. Februar 2012 16:09

    Angela Merkel trat bei ihrer Chinareise als kleine Bittstellerin auf als sie die „Kommunisten“ aus China bat ob sie nicht beim europäischen Schutzschirm EFSF mitmachen könnten um damit die Hebelfunktion und damit die Schutzwirkung zu erhöhen. Eine wirtschaftlich starke EU muss auch im Interesse Chinas liegen, meinte unsere Angie. Wenn mir das einer vor 10 Jahren gesagt hätte, dann hätte ich ihn ausgelacht. Die kapitalistische Welt muss bei den chinesischen „Kommunisten“ betteln gehen.

    Wir stehen am Abgrund?! Bringt uns eine Mythologisierung der Finanzkrise weiter? Oder ist die Wirtschaftskrise gar systemisch? Kann eine Kritik der politischen Ökonomie Licht ins Dunkel bringen, oder hat der Teufel seine Hand im Spiel?

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    • 9. Februar 2012 17:05

      Ob eventuell ein christliches Wirtschaftsethos die Krisen verhindert hätte? Wer an den Osterhasen glaubt, könnte das meinen. Wie es zusammengeht, wenn auf der einen Seite Biosprit aus Raps oder Mais verbrannt wird und gleichzeitig hunderttausendende Menschen verhungern ist möglicherweise bei Max Weber nachzulesen.

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    • 10. Februar 2012 04:07

      schönes Lied

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  9. 16. März 2012 14:16

    Gestern war Weltverbrauchertag. Kein Scherz.
    Die Verbraucherverbände schützen die Verbraucher,
    und Warentester sagen, welche Scheiße Gold ist.
    So steht also doch der Kapitalismus
    in dauernder Kritik.
    Und heute ist Weltkritiktag! Oder?

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  10. Der Bassist permalink
    25. April 2012 22:55

    Man lebt am Ort und weiß doch wenig,
    so auch dieses nicht:
    WDR-TV Lokalzeit heute:
    Interview mit Martin Dannecker, Mitmacher der (Achtung!) überhaupt
    ersten deutschen Schwulendemo im April 1972 in Münster,
    mit etwa 100 Demonstranten in der schwarz-katholischen Stadt.
    Slogan: „Brüder, Schwestern,
    warm oder nicht,
    Kapitalismus bekämpfen
    jetzt – oder nicht?“
    Der damalige Münsteraner Bischof nannte
    Homosexualität noch eine Anomalie.
    Völlig unbeachtet damals, keine der münsterschen Zeitungen berichtete,
    auch der WDR nicht, der Bericht heute kommt aus
    privaten Archiven zustande.
    1971 gab es die erste Schwulengruppe
    an der Uni Münster, von da
    die Initiative.

    Toll!

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  11. 26. Mai 2012 01:46

    Konkret 7/2012

    »Brand eins«, ein »Wirtschaftsmagazin«, schreibt in seiner Titelgeschichte »Schwerpunkt Kapitalismus – Wenn schon, denn schon« unter der Kapitelüberschrift »Antikapitalismus«:

    So wenig, wie es einen Kapitalismus gibt, gibt es einen Antikapitalismus. Am besten läßt man darüber wieder einen ausgewiesenen Systemgegner reden, den Hamburger Publizisten und KONKRET-Verleger Hermann Ludwig Gremliza, der weiß, daß »Antikapitalismus pur« zu den »seltsamsten Ausformungen führen« kann, nämlich »auf der nationalen Seite zu völkischem Antikapitalismus, Nationalbolschewismus und Ähnlichem, auf der Linken zu Proletkult«.

    Wie kommt Kuhscheiße aufs Dach, wie Gremliza in den News-to-go-Shop des hippen Betriebswirts? Der Journalist hat, wie man das so macht, bei Wikipedia die Seite »Antikapitalismus« aufgerufen, auf die das Zitat, der Wirtschaftsweise mag wissen wie, geraten ist. Daß der Journalist selber in den Texte-Band zum KONKRET-Kongreß »Was tun?« (1993) geguckt hat, aus dem es stammt, ist auszuschließen. Erstens ist der seit langem vergriffen, und zweitens hätte er dort besseres Material zum Thema gefunden.
    _________

    Im Hochglanz geht das Denken zugrunde …
    Und aber: die Konkret hat eine neue, nicht nur neugestaltete Website. Gemäß der alten Pokalendspiel-Begegnung von Form und Inhalt …

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    • 26. Mai 2012 17:57

      Und hier der Link zur neuen Konkret-Seite.

      Nationalbolschewisten sollten draußen bleiben.

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      • Der Bassist permalink
        26. Mai 2012 18:11

        Jetzt können wir über Pfingsten wenigstens lesen, was überviele sowieso nicht zu lesen und zu wissen aushalten wollenkönnen.

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  12. 20. Juli 2012 13:13

    Vorgestern am 18. Juli 2012 ist Robert Kurz gestorben. Er ist an den Folgen eines Operationsfehlers erlegen. Der Gründer die theoriekritische Projektgruppe „Exit“ und Autor des „Schwarzbuch Kapitalismus“ hinterlässt eine große Lücke innerhalb der Linken.

    „Die kritische Theorie verliert ihn ihm einen streitbaren Denker und radikalen Kritiker in einer Zeit, die mehr denn je danach verlang, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.„ Dafür hat Bobby gelebt und gestritten.“, schreibt die Redaktion von EXIT.

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    • 20. Juli 2012 22:09

      ja, ein lebowski, sehr lesenswerter communityuser aus münster, mir unbekannt, hat es mir zuerst gesagt. – ein freund hat mich gleichzeitig auf ein fast kürzliches interview aufmerksam gemacht, eins mit eric hobsbawm, den robert kurz wohl geschätzt hat und der ihn um eine generation schon überlebt hat. – Ein Interview im Sinne des Schwarzbuch Kapitalismus: http://www.stern.de/wirtschaft/news/maerkte/eric-hobsbawm-es-wird-blut-fliessen-viel-blut-700669.html

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      • 20. Juli 2012 22:57

        Arno Luik vom Stern fragt: Vielleicht ist es einfach so: Der Mensch ist habgierig – fertig, aus, Nikolaus. Eric Hobsbawm antwortet:

        Nein. Nein. Auch Karl Marx hat ja nie gegen gierige Kapitalisten argumentiert, er war gegen ein System, das notwendigerweise Habgier schafft. Der Mensch, mein fester Glaube, kann anders sein. Aber im Kapitalismus sucht jeder seinen Vorteil, jeder ist dazu verdammt, sonst geht er unter.

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  13. 21. Juli 2012 19:26

    Robert, der Kampf geht weiter. So titelt der „Freitag“ seinen Nachruf auf Robert Kurz. Fassungslos stimmen die Kommentare, vor allem von thinktankgirl, einer Gesellianerin die Silvios Gesells Menschenzucht emanzipatorisch empfindet und Bernd Ebert, ein fanatischer Antizionist, der sich mit übelsten Hassparolen gegen Autoren von „Mission Impossible“ hervortut.
    Für die Knallköpfe des „Freitags“ nachfolgend ein paar textauszuge von Robert Kurz aus dem Schwarzbuch Kapitalismus:

    Menschenzucht und Fortpflanzungshygiene
    Wenn aber die sozialen und gesellschaftlichen Widersprüche des Kapitalismus letztlich ein biologisch-genetisches Problem waren, dann mußten sie auch einer steuernden biologischen Sozialtechnologie zugänglich sein. Daher erschien es als denkbar, der Natur auf die Sprünge zu helfen und die gesellschaftlich-soziale »Zuchtwahl« bewußt zu beschleunigen und gewissermaßen zu vollstrecken. Vor dem Hintergrund des Imperialismus steigerte sich so die bald einsetzende Flut sozialdarwinistischer Ideen und Organisationen zur Utopie der »Menschenzüchtung« für den kapitalistischen »Kampf ums Dasein« und zwecks Überlebensfähigkeit der eigenen Nation. Diese Utopie nahm verschiedene Formen an und entwickelte eine Fülle von neuen Begriffen und Verfahren. Unter dem Namen »Eugenik« etablierten sich menschenzüchterische Bewegungen für »nationale Erbgesundheit« vor allem in den angelsächsischen Ländern und in Deutschland, die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Bestand hatten und anwuchsen. Ihr Anspruch war es, das gesellschaftliche »Survival of the fittest« auf unmittelbar biologischer Ebene voranzutreiben und zu organisieren. In den USA gab es dazu in der Zwischenkriegszeit unter dem Titel »Fitter Families«sogar Wettbewerbe.
    (..)
    Die antisemitische Sprache von Chamberlain, Treitschke und der »Gartenlaube« war also auch längst schon die Sprache der wichtigsten frühsozialistischen Ideologen. Der Haß ausschließlich gegen die sogenannte »Zinsknechtschaft« von einem sozial heterogenen Standpunkt, der ein protestantisches Ethos der »ehrlichen Arbeit« vertritt, wie es bis heute unter verspießbürgerten Lohnarbeitern, Teilen des industriellen Managements, verschuldeten Häuslebauern, kleinen Warenproduzenten und Klitschen-Kapitalisten grassiert, besetzte mit seinen dumpfen Ausbrüchen gegen Bankenmacht, Wuchergeld und »die Spekulanten« ein übergreifendes ideologisches Feld nationalistischer Couleur in allen sozialen Gruppen, Parteien und Strömungen, die ansprechbar waren für die Ausgeburten des »gesunden Volksempfindens«, der »bodenständigen Arbeit« und eines »völkischen « Kapitalismus (oder eines »Volkskapitalismus« mit staatssozialistischen Attributen). Die damit untrennbar verbundene antisemitische Hetze diffundierte zwischen Liberalismus, Nationalismus und Sozialismus, also eben auch bis tief in die Arbeiterbewegung hinein; und über diverse rassistische Gesellschaften okkulter Provenienz wie die sogenannten Theosophen und Anthroposophen mit ihrem Guru Rudolph Steiner (1861-1925) oder die Geldreform-Sekte des deutsch-argentinischen Kaufmanns Silvio Gesell (1862-1930) bildete sich um die gemeinsame antisemitisch- zinskritische Schnittmenge zwischen den ideologischen Blöcken ein weitverzweigtes Geflecht unterirdischer Bezüge, aus dem schließlich der Nationalsozialismus aufschießen sollte.
    (…)
    Fourier eiferte deshalb sogar gegen Bürgerrechte für Juden und blieb zeitlebens offener Antisemit, wenn er auch kurz vor seinem Tod 1835 den quasi vor- oder früh-»zionistischen« Vorschlag gemacht hat, die Juden sollten in Palästina einen eigenen Staat gründen -finanziert von »Rothschild«! Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, daß sogar die Nazis anfangs mit dem Gedanken spielten, die Juden womöglich nach Madagaskar oder sonstwohin auszusiedeln. Nicht besser als mit Fourier steht es mit Pierre-Joseph Proudhon (1809-1865), einem der Begründer des Anarchismus. Proudhon reduzierte den Begriff des Kapitalismus auf das zinstragende Kapital der reinen Geldverleiher, dessen »Bedingung der Möglichkeit« er im Charakter des Geldes als einer privilegierten Ware angelegt sah, die demzufolge »deprivilegiert« werden müsse; Proudhon wollte deshalb ein sogenanntes »Arbeitsgeld« einführen, das auf der direkten Verrechnung von Arbeitsquanten beruhen und den »arbeitslosen« Zinsgewinn von Geldkapitalisten unmöglich machen sollte. Diese Theorie wähnt den Kapitalismus nur in der Zirkulation angesiedelt und übersieht völlig den kybernetischen Charakter der kapitalistischen Produktionsweise, die gerade dadurch gekennzeichnet ist, daß sie das Geld »produktiv« auf sich selbst rückkoppelt. So konnte Proudhon (wie die gesamte Arbeiterbewegung) die »abstrakte Arbeit« des warenproduzierenden Systems nicht als Kern des Kapitals selber erkennen, sondern wollte dessen logischen Selbstwiderspruch auf paradoxe Weise durch eine vermeintlich direkte Gleichsetzung der Geldform mit der »Arbeit« loswerden, ohne den notwendigen und in sich gegensätzlichen Formwandel von »Arbeit« und Geld im Prozeß der Kapitalverwertung zu durchschauen. Auch Proudhons Theorie kritisiert den Kapitalismus nur so weit, wie es die antisemitische Umdeutung der inneren Widersprüche dieser Gesellschaftsform erlaubt; und prompt verfiel auch er immer wieder grundsätzlich in die hetzerische Sprache des Wahns vom eingeborenen jüdischen Geldmenschen und Weltverschwörer, so in seiner Schrift »Césarisme et christianisme«(…)

    ——-

    Ich habe versucht den Knallern des „Freitags“ diese Dinge näherzubringen. Das Ergebnis waren Beleidigungen und der Rauswurf von Kosok und Co. Nachzulesen sind die Kommentare vom sozialdarwinistischen thinktankgirl und ihren antisemitischen Freunden hier: Proudhon, Gesell, Feder, Marx und die regressive Kapitalismuskritik

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      21. Juli 2012 20:52

      „Bernd Ebert, ein fanatischer Antizionist…“ Und Du wunderst Dich ernsthaft über Deinen Rauswurf aus der FC? Jedes Portal, welches auch nur einige Latten am Zaun hat, würde Dich rauswerfen.

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      • 21. Juli 2012 21:39

        Auch dieses Statment „vermischt“; nämlich Ursachen und Folgen, Schauplätze, gegenseitige Bezugnahmen, eine längere Geschichte wechselseitiger Abneigung, um es mal leise auszudrücken. –
        In dem Statement werden: keine Grenzen gezogen; obwohl sie bekannt sind. Es wird alles bloß durcheinandergerührt. Die Abwehr von Fidelche unten ist mir deshalb sehr plausibel.

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    • 21. Juli 2012 21:19

      Ich habe während meiner Zeit als Blogger im „Freitag“ niemanden beleidigt. Mit keinem Wort! Hast du einen Beleg der das Gegenteil beweisen könnte? Nein? Dann empfehle ich dir, wenn du dich nicht noch lächerlicher machen willst, den Mund zu halten.

      Im Gegensatz dazu wurde ich hundertfach von den Antisemiten des „Freitags“ beleidigt. Die Antizionisten wurden dabei von der Freitagsmoderation gedeckt.

      Mit Bernd Ebert hatte ich im „Freitag“ nichts zu tun. Das Urteil „fanatischer Antizionist“ erlaube ich mir nach dem ich Eberts hundertfache Hasstiraden in der „Treuen Liebe“ gegen Israel und gegen mich gelesen habe. Die hast du sicher überlesen! Das wundert mich natürlich nicht.

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        22. Juli 2012 12:44

        Was eine Beleidigung ist oder wann sich jemand beleidigt fühlt, sind bekanntlich unterschiedliche Dinge. Fidelche – du argumentierst ziemlich hart und das hat durchaus ein Beleidigtsein zur Folge. Zudem hast du einfach eine „Scharfrichter-Attitüde“, die sich insbesondere in deinen Fragekatalogen, die oftmals suggestiv sind, manifestiert. Und folgt man Dir nicht vollumfänglich, steht man ganz schnell ebenfalls als Antisemit oder Rechter da – das muss dann ja so sein – und diesen Sch(l)uss kenne ich nun ja auch aus eigener Erfahrung hier. Auch, wenn ich dir in manchen Punkten schlicht und ergreifend Recht gebe, lehne ich andere Schlüsse ab, weil sie mir einfach zu „einfach“ sind und zugegeben erzeugt Deine Art zu agieren nicht selten einen Abwehrreflex. Ich halte nun einmal nichts von dieser, Deiner, Art „Gnadenlosigkeit“, weil genau diese es ist, die einfach keine guten Folgen haben will – egal, wie gut man es meinen mag. Und genau diese Art ist es auch, die einen Verbleib von Menschen wie Dir in einem öffentlichen Forum unmöglich macht. Dumm für Dich ist nur, dass Du Dir so selbst die Möglichkeit nimmst, eingreifen zu können und nun in diesem Blog schreiben musst. Fällt Dir eigentlich nicht auf, dass Du überall Gegenwind bekommst oder resultiert dieser nur daraus, dass Dich Neofaschisten und Antisemiten umzingelt haben – ist das Dein logischer Schluss daraus?

        Was Ebert betrifft, dem ich oft auch nicht folgen mag, glaube ich eher, dass es die „Hasstiraden“ gegen Dich als Person sind, die Dich zu diesem Urteil kommen lassen. Das ist rein menschlich zwar nachvollziehbar, machts aber nicht richtiger. Du liest Aussagen oder fortlaufende Diskussionen und bildest Dir daraus ein Urteil – was auch o.k. ist, für Dich. Ungut wird es aber, wenn Du aus diesem „virtuellen“ Eindruck ein Urteil fällst, das harscher und unerbitticher kaum ausfallen kann und dieses auch noch publizierst. Da helfen dann auch keine Erklärungen mehr über den Kontext – Fidelche hat sein Urteil gefällt und das steht dann, man darf ja nicht zurückweichen. Also was erwartest Du von einem Portalbetreiber? Dass er Dir dafür eine Plattform gibt? Das wäre wohl mehr als dumm. Insofern kann ich den Freitag voll und ganz verstehen, dass er Dich rausgeworfen hat.

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      • 22. Juli 2012 13:33

        Ich habe es schon des Öfteren geschrieben. Ich habe damals verschiedene Autoren über die Vorgänge im „Freitag“ informiert: Stefan Frank, der unter anderem für die Jüdische Allgemeine und Konkret schreibt hat mir einst folgendermaßen geantwortet: “Was Sie schreiben, ist alles sehr richtig, und Ihr Kampf gegen den Antisemitismus sehr wichtig, insbesondere, weil sie die Gefechte ins Hinterland des Feindes tragen. Nun wundere ich mich allerdings, dass Sie sich darüber zu wundern scheinen, dass der Feind sich das nicht länger bieten lassen will. […] Das ist ja so, als würde man erwarten, in einem Blog der katholischen Kirche den Papst kritisieren zu dürfen, finden Sie nicht?

        Den kurzen Satz von Stefan Frank dazwischen durfte ich nicht veröffentlichen. Ich kann nur so viel sagen. Es war ein sehr guter Satz.

        Wenn sich jemand bei Argumenten beleidigt fühlt ist das sein Problem. Wenn jemand Probleme bei Fragen hat, dann sollte er nicht diskutieren. Es ist kein Grund mich zu beleidigen. Wer keine Argumente gegen meine Argumente hat, sollte ganz einfach einmal sein Weltbild überprüfen.So läuft Diskussion und nicht anders. Fakt bleibt: Die Antisemiten des „Freitags“ durften mich, gedeckt von der Redaktion, gegen die eigenen AGB beleidigen.

        Mir ist natürlich auch klar, dass eine antizionistische Zeitung wie es der „Freitag“ ist, Ruhe für seine Antisemiten haben will, denn nur so kann ungestört gegen Juden gehetzt werden.

        Über Ebert ein Wort zu verlieren lohnt eigentlich nicht. Ich kenne kaum jemanden der so viel schreibt, dabei so wenig sagt und was er dann sagt antisemitisch oder reaktionär ist. Ein Nachwuchs-Kunzelmann quasi.

        Dass du den „Freitag“ zwecks seiner „Deaktivierungspraxis“ verstehen kannst, kann ich sehr gut verstehen.

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      • MEMO permalink
        22. Juli 2012 14:17

        Deinen letzten Kommentar hättest Du Dir auch verkneifen können. Ich verstehe die Praxis aus den Notwendigkeiten eines Portalbetriebs heraus, wie vermutlich jeder, der davon ein wenig mehr versteht. Das Du hier wieder versuchst, zu suggerieren, unterstreicht meine Kritik an Dir weiter oben. Aber für Kritik bist Du ja ohnehin nicht empfänglich. Lediglich das Austeilen ist Dir sehr ans Herz gewachsen.

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      • 22. Juli 2012 15:47

        Ich gebe dir ja Recht, der „Freitag“ hätte „nicht alle Latten am Zaun“ wenn er seine besten Pferde wie TomGard, Fritz Teich, BürgerFro, thinktankgirl, Zelotti, Iranopoly und Alien59 aus dem Forum werfen würde und sich dafür um die Sympathisanten von Jean Améry bemühen würde. Dann wäre das „Hinterland des Feindes“ nicht mehr das „Hinterland des Feindes“ und die Welt wäre auf den Kopf gestellt.

        Übrigens, ich habe auch Konkret-Herausgeber Hermann L. Gremliza geschrieben, der antwortete mir, nachdem er die Nachricht von Stefan Frank gelesen hat, wie folgt:“Lieber fidelche, zurück von einer fernen Insel schnell einen Gruß, mit dem ich mich Stefan Franks Antwort anschließe. Wer mit Paech oder Watzal diskutieren will, soll es tun. Ich geh solange Sarah Silverman gucken.Ihr Gremliza“

        Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

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          22. Juli 2012 16:18

          Das Name-Dropping beeindruckt mich immer noch nicht, Fidelche, so, wie es mich nie beeindruckt. Begriffe wie „Hinterland des Feindes“ halte ich allerdings weiterhin für idiotisch – oder sagen wir überengagiert naiv. Ebenso ist die Reduzierung des Freitag auf ein paar bedauernswerte Querdenker illegitim. Aber ich denke, hier wiederhole ich mich bereits zum 1000. Mal und was in einen Kopf nicht will, das will eben nicht hinein. Vermutlich ist zuviel Beton im Spiel.

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        • 22. Juli 2012 17:44

          Die Bezeichnung Hinterland des Feindes stammt von Stefan Frank. Sein Vergleich, „das ist ja so, als würde man erwarten, in einem Blog der katholischen Kirche den Papst kritisieren zu dürfen“, trifft den Vorgang vorzüglich.

          Im „Freitag“ habe ich übrigens auch die Antisemiten und Antizionisten nicht als Antisemiten und Antizionisten bezeichnet. Ich habe auf keine Beleidigung mit gleicher Münze zurückbezahlt. Ich wusste bei der kleinsten Kleinigkeit würde ich rausgeworfen. Hier in „Mission Impossible“ haben Kosok und Augstein nichts zu sagen, weshalb ich hier meine Zurückhaltung abgelegt habe.

          Zum 1000. Mal: Antizionistisch oder antisemitisch sind nicht ein „paar Querdenker“. Neben den faschistoiden Antisemiten TomGard, Fritz Teich, usw. neben radikal-antizionistischen Bloggern wie Alien59, Muhabbetci, Emma in Uniform, Rahab, Grote, D.v.W, Zelotti, Phineas Freak, Uwe Theel, thinktankgirl, Freiheitsliebender, Iranopoly, Ebertus, goezdak, Luggi, Schlesinger, Columbus, usw., schreibt auch die „Crème de la Crème“ der Israelgegner im „Freitag“, wie beispielsweise Ludwig Watzal, Norman Paech, Mohssen Massarrat, Uri Avnery, Felicia Langer, Avraham Burg, Moshe Zuckerman, Susann Witt-Stahl und der Ressortleiter Politik des „Freitags“ ist Lutz Herden. Das ist die Linie des Freitags!!

          Die Linke ist seit 20 Jahren tief gespalten. Beispielhaft abzulesen an den Zeitschriften Konkret und Jungle World auf der einen und dem antizionistischen „Freitag“ wie der nationalbolschewistischen „Jungen Welt“ auf der anderen Seite. Ich stehe nicht auf der Seite des „Freitags“, weil ich Antisemitismus bekämpfe.

          Ich denke, das ist nun ausdiskutiert. Ich lasse dir gerne deine Ansichten, ich bleibe aber auch bei meiner, denn mit Antisemiten mache ich keine Kompromisse.

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        • 22. Juli 2012 19:43

          Ich hätte noch eine Bitte: Kann jemand auf einen einzigen pro-israelischen Artikel im „Freitag“ verweisen? Auf einen einzigen Artikel, neben den hunderten antizionistischen Artikeln? Ich meine nicht die Freitagscommunity, ich meine einen Artikel aus der Redaktion.

          Kann jemand auf einen Artikel der Freitagsredaktion verweisen in dem die „Charta der Hamas“ oder die Taten der Hamas thematisiert und als antisemitisch gebrandmarkt werden?

          Kann jemand auf einen Artikel der Freitagsredaktion verweisen in dem die Attentate von 9/11 thematisiert und als faschistisch gebrandmarkt werden?

          Kann jemand auf einen Artikel der Freitagsredaktion verweisen in dem das islamistische iranische Regime thematisiert und als antisemitisch und faschistisch gebrandmarkt wird?

          Ich würde vorschlagen wer auf einen solchen Artikel verweisen kann, der sollte von der MI Redaktion einen Preis bekommen. Ach ja, in Konkret und in der Jungle World gibt es diese Artikel.

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        • MEMO permalink
          23. Juli 2012 09:10

          Ist Euch eigentlich schon mal die Idee gekommen, dass ein „Linker“ nahezu zwanghaft gegen eine konservative Administration anschreiben muss? Und da man der derzeitigen israelischen Regierung wohl kaum eine linke Ausrichtung nachsagen kann, liegt da dieser Verdacht nicht einfach nahe?

          Natürlich behält das Israel-Bashing sein G’schmäckle. Dennoch sollte man diese Idee nicht ganz außer acht lassen. Dabei stelle ich mir die Frage, ob die Empfindlichkeit genau so groß wäre, wäre es nicht Israel sondern Polen oder Portugal. Wäre die Erregung genau so groß, würde es sich bei Israel um einen eher christlichen Staat handeln, der dort ebenso in Bedrängnis wäre? Ist dieses Engagement nur durch eine eskalierende Schuldaufarbeitung begründet?

          Damit nicht wieder die üblichen Unterstellungen kommen: Für mich stellt sich die Frage nicht, ob Israel gegen die bekannten Aggressoren verteidigt werden muss. Die Antwort ist ja – und zwar völlig unabhängig von den Fehlern der jeweils aktuellen Administration. Fehlentwicklungen und Ungerechtigkeiten existieren in allen Ländern, auch in unserem. Diese sind zu kritisieren, dürfen aber nie als Grund dafür herhalten, einem Land und insbesondere seiner Bevölkerung insgesamt die Solidarität zu verweigern. Das der radikale Islam inklusive seiner Finanzierer (Saudi Arabien, Iran, etc.) der Kriegstreiber ist, möchte ich nicht weiter diskutieren. Das liegt auf der Hand. Die einzige wichtige Frage ist die nach einer deeskalierenden Strategie und die nach einer „weichen Entmachtung“ im Sinne einer Reformation (Jaja, Luther – ich weiß, aber um seinen Antisemitismus geht es nicht, lediglich um den Effekt in Bezug auf die bis dahin agierende katholische Kirche).

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        • 23. Juli 2012 11:01

          Wem die Suche nach der nichtexistierenden Nadel im Heuhaufen gelingt und unter den hunderten antizionistischen Artikeln der Freitagsredaktion einen pro-israelischen Artikel findet oder wer einen Artikel der Freitagsredaktion nachweisen kann, in dem die faschistische Politik des islamischen Gottesstaates Iran entsprechend kritisiert wird, erhält von der MI-Redaktion eine Villa im Tessin.

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        • MEMO permalink
          23. Juli 2012 11:16

          Gefährlich, was Du da machst. Stell Dir vor, Lutz Herden schreibt jetzt einen solchen Artikel, weil er die Nase von Berlin voll hat. Du solltest Mitarbeiter des Freitag und deren Angehörige, Freunde und Bekannte, von diesesem Angebot ausschließen – ansonsten kann das total in die Hose gehen.

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    • 21. Juli 2012 22:14

      Kurz‘ sympathisch und doch wohl beispielhaft kommentiert beim geschätzten Michael Jäger im Freitag ein SEIFERT: „Ich habe einiges von Robert Kurz gelesen, aber leider vieles nicht so recht verstanden.“ Und ZAMUREI: „Er hat vollbracht, was DDR Staatsbürgerkundelehrer jahrelang vergebens versuchten, mir nämlich die Theorien eines Karl Marx nahe zu bringen.“ TIEFENDENKER: „Ich meine auch, er war ein absoluter Ausnahmedenker in der Größe eines Karl Marx, der sich die Freiheit genommen hat, sich nicht gedanklich einengen oder für blöd verkaufen zu lassen.“
      Es ist nicht alles schlecht im Freitag … wie das Volksempfinden so formuliert …

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    • 22. Juli 2012 10:58

      Den Vogel schießt die Freitagsgesellianerin „Angie Thinktankgirl“ am 20.07.2012 23:22 ab! Sie tut so als habe sie je etwas von Robert Kurz gelesen und dankt deshalb für den Nachruf. Ich will nicht mehr Breitenberger heißen wenn thinktankgirl das „Schwarzbuch Kapitalismus“ von Kurz jemals in der Hand gehabt hat. Die Kapitel über Menschenzucht, Proudhons antisemitischer Zinskritik und Silvio Gesells Wahnsinn sind zu lange um sie zu überlesen. Der fanatische Antizionist und Null-Peiler-Plapperer Ebertus steht ihr kaum nach.

      Bei mir verursacht die unfassbare Dummheit dieser Leute physischen Schmerz. Wenn die mal angezeigt werden, dann sind die Schmerzensgeldforderungen unbezahlbar, auch wenn Augstein einspringen würde.

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  14. Der Bassist permalink
    24. Juli 2012 21:59

    Der Titanic-Newsticker weiß etwas:
    Bricht der Euro jetzt zusammen?
    Solange die Griechen noch genügend deutsche Panzer importieren, ist der Euro nicht gefährdet. Kritisch wird es erst bei globalem Frieden und einer Orientierung des Wirtschaftssystems an den Bedürfnissen der Menschheit – aber so weit wird es Gott sei Dank nicht kommen!

    Die Göttlichen, sie haben es alles inne schuld! Seit ewig!!!

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  15. Der Bassist permalink
    11. August 2012 18:09

    Zwischenstand:
    Medaillenkapitalist No.1 USA – 95
    Medaillenkapitalist No. 2 China – 82
    Medaillenkapitalist No.3 GB – 58
    Medaillenkapitalist No.4 Russland – 65 (zu wenig Gold)
    Medaillenkapitalist No.5 Südkorea – 26
    Medaillenkapitalist No.6 Schland – 43 (zu wenig Gold)

    ____
    1988 waren die letzen Olympischen Spiele,
    wo das gute alte Systemdoping noch Lust
    aufs Schauen machte. Jetzt sind Profidoper
    __ unter sich __ .

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  16. Der Bassist permalink
    27. August 2012 20:27

    Die Rubrik ‚Kapitalismuskritik‘ führt ja so ein Mauerblümchendasein hier.
    Mich wundert das nicht, denn ich denke, hier ist große Einigkeit, die man sich nicht noch gegenseitig erzählen will.
    Trotzdem ist der aktuelle Kapitalismus ja das Fundament alles Gegebenen. Früher sagte man ohne Ironie ‚der Hauptwiderspruch‘. – Da ‚wir alle hier‘ das wissen, will ich aber doch noch mal daran erinnern, von wo dem Baum die Krone wächst.

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    • 28. August 2012 13:45

      In der aktuellen Krise treten die Widersprüche und Verrücktheiten des Kapitalismus schärfer denn je hervor. Griechenland ist ein akutes Beispiel dafür. Die Verwertungsbedingungen waren bei Einführung des Euro in Griechenland andere als in Deutschland. Um zu begreifen wohin so etwas führen muss, braucht man nur ein oder zweimal Monopoly spielen.

      Die Herrschenden wollen davon jedoch nichts wissen. Es wird von vermeidbaren „Fehlentwicklungen“ geredet. Über Alternativen zum System wird nicht gesprochen, weil das schon immer tabu war. Da ist es wesentlich einfacher ein oder zwei Sündenböcke rauszusuchen um schnell Ursache und Wirkung vergessen zu machen.

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  17. 28. August 2012 21:24

    WN. Münster/Ibbenbüren. Zwei Kilometer sind 2000 Meter – und nicht 1983. Deshalb ist der Schulweg eines Jungen in Ibbenbüren zu kurz für den Anspruch auf ein Schülerticket. Richtig so, entscheidet das Verwaltungsgericht. Ein Schüler aus Ibbenbüren bekommt zu Recht kein Schülerticket von der Stadt, weil sein Weg zum Unterricht dafür 17 Meter zu kurz ist. Das hat das Verwaltungsgericht in Münster am Dienstag entschieden. Bei dem Rechtsstreit am Dienstag ging es um das genaue Aufmaß: Denn wäre der Weg 2000 Meter lang, müsste die Stadt die Kosten für das monatliche Schülerticket übernehmen. Zum Leidwesen der Familie aus Ibbenbüren ist es aber von der Haustür zum Schultor nur 1983 Meter weit. Uneinigkeit herrschte vor Gericht darüber, wo der Schulweg des Sechsjährigen beginnt und wo er endet. Die Eltern des Grundschülers hatten erklärt, die Stadt habe von einer Haustür aus gemessen, die sie gar nicht mehr benutzten. Außerdem habe die Stadt nicht bis zum Schultor gemessen, sondern nur bis zur Grenze des Schulgrundstücks. Das Gericht fand diese Berechnungen jedoch völlig in Ordnung. Auch wenn das Schultor auf dem Gelände liegt – das Grundstück beginne direkt an der Einfahrt zur Schule, das sei in der Verordnung über die Schülerfahrtkosten für NRW festgelegt. Und die Stadt habe auch von der richtigen Haustür aus gemessen, selbst wenn die Familie einen anderen Ausgang benutzt. Ob die Familie in dem Rechtsstreit in die nächste Instanz gehe, wolle sie noch beraten.
    Kapitalismus? Bürokratismus? Rechtsprechung? Bildungspolitik? Satire? – Mich würde interessieren, was die Eltern bei der nächsten Wahl wählen? Ob Schwachsinn aufklärt. Oder ob sie den nächsten Rechtsstreit suchen und also an den ganzen Schwachsinn auch noch glauben.

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    • MEMO permalink
      28. August 2012 21:53

      Wo Berechnungsgrenzen sind, gibt es auch Bürokratie und derartige Fälle sind vermutlich unabhängig von der Entfernungsgrenze, die festgelegt wird. Ab einem gewissen Punkt muss entschieden werden.

      Davon abgesehen: Ein 2km-Marsch wird dem Blag vermutlich nicht schaden. Das ist eine Strecke, die durchaus ok ist – auch im Sinne der Gesundheit des Kindes, Stichwort Koordination, Übergewicht, Fitness. Mir kommen eher die Eltern etwas meschugge vor.

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      • 28. August 2012 23:16

        Deinen praktischen Erwägungen kann ich zustimmen, Kindeswohl sehe ich auch nicht gefährdet, eher gefördert. Aber ansonsten können positivistisch denkende Eltern schon in einen Kohlhaas-Komplex getrieben werden …

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  18. Der Bassist permalink
    14. September 2012 19:31

    Harald Schmidts neue Sendung auf dem Pay-TV-Kanal Sky hatte offiziell 0,00 Millionen Zuschauer (Marktanteil 0,00 Prozent), wie die Marktforschungsfirma Media Control in Baden-Baden akribisch eruierte und das WEB.DE-Portal heute mitteilte. Weniger als 5.000 Zuschauer seien das. – 5.000 Zuschauer mit Bezahl-Zugang wollen also immer noch eine Verweisung der Welt in Lächerliche sehen; und wahrlich noch einige mehr, wäre dieser Privatsender einer breiten Proletenmasse bekannt und zugänglich, die übers Gegebene nicht nur weinen, sondern auch lachen möchte. – Zynische Meldungen? Web.de immer dabei. Via Spiegel-Übernahmen.

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  19. 2. Oktober 2012 20:05

    „Eric Hobsbawm wurde 1917 im ägyptischen Alexandria geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Wien und Berlin, 1932 verschlug es ihn nach England, wo er in Cambridge wissenschaftlich Karriere machte. Nach der Schulzeit in Wien, Berlin und London studierte er in Cambridge und wurde später Professor für Geschichte in London, war Gastprofessor in den USA, Mexiko und Frankreich und hatte seit 1984 eine Professur für Politik und Geschichte in New York. Seine prägenden Jahre waren, wie er selbst sagte, die Schuljahre in Berlin Anfang der 1930er Jahre, wo er als Gymnasiast Mitglied des Sozialistischen Schülerbundes, einer Unterorganisation der KPD, wurde. Hobsbawm war langjähriges Mitglied der britischen KP und Vordenker ihres eurokommunistischen Flügels.“
    Soweit der ‚Perlentaucher‘ als Stellvertretung aller Nachrufe. Am 1. Oktober, sagen wir mal, im Monat seiner Revolution, ist er gestorben, der große alte Historiker. –
    Mich freut, daß er auch den Ernst-Bloch-Preis erhalten hat.

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    • mentalpunker permalink
      3. Oktober 2012 20:27

      Die FreitagsCommunity würdigt HOBBESBAUM:

      poor on ruhr 03.10.2012 12:10
      Mit Interesse gelesen. Kannte den Namen bisher gar nicht,aber was ich zu den Nachrufen gelen pder gehört habe, hat mich beeindruckt.

      Sizwe 03.10.2012 15:01
      @koslowski
      Ja, besser kann man’s nicht formulieren.
      ___
      Meint auch das Lindenblatt: http://rainerkuehn.wordpress.com/2012/10/03/warum-es-bielefeld-nicht-gibt/

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      • 3. Oktober 2012 22:34

        Ja,ja der Hobsbaum, wer kennt den schon. Hihi

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        • Der Bassist permalink
          4. Oktober 2012 18:38

          Wer hat verloren? Hab ich was verpaßt?

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  20. H. Herforder permalink
    30. November 2012 00:16

    Ich bin gegen Kapitalismus. – Niemand hat auf ich gehört. (Ohne Tadel, ohne Fehler. Sic.)

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