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Harry – eine selffullfilling Lindenstraße

Harry Rowohlt, angekommen in Augsteins Freitagssalon. –
Die Lindenstraße wird trotz Postboten immer deutscher.

Das konnte immer schon wissen, wer zu lesen weiß …

Verständnislink: http://www.freitag.de/autoren/magda/harry-rowohlt

von: Der Bassist

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15 Kommentare leave one →
  1. 11. November 2012 10:24

    Von den beiden Komikern empfand ich den Harry Rowohlt immer als den witzigeren.

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    • 12. November 2012 21:25

      Das ist wohl wahr. Entscheidend ist das Wörtlein ‚beide‘! – Wenn schon Harry Rowohlt zum Salon von Augstein geht, wird Gremliza wohl der einzige bleiben, der explizit fernblieb.

      Und zur ARD-sonntäglichen „Lindenstraße“: Ich sah bei Ausstrahlungen serienweise kochen und dozieren, wer heute ganz andere Süppchen kocht als gutgemeinte sozialdemokratische. Puh, da sammle ich mal für demnächst ein paar Anekdoten.

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    • 13. November 2012 18:08

      Soweit ich mich noch erinnern kann war die nervende Mutter Beimer in der Lindenstaße immer sehr fürsorglich, kümmerte sich um alles, damit ihre Kinder nicht unter die Räder kommen. Die Mutter Beimer des Hegelplatzes ist zwar sehr bemüht, konnte aber den Irrsinn und den Antisemitismus ihrer Schutzbefohlenen bislang nicht verhindern.

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  2. MEMO permalink
    13. November 2012 17:06

    Noch spotten wir. Wie heute bekannt wurde, hat die FR einen Insolvenzantrag gestellt. Den Prinz wird es als monatliches Print-Magazin kommendes Jahr auch nicht mehr geben. Wird es soweit kommen, dass wir den Freitag als einen der letzten relativ freien Printtitel bejubeln müssen, weil alles andere nur noch von Springer und Holzbrinck kommt?

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    • 13. November 2012 18:16

      Der FR, dem „Prinzen“ werde ich genauso wenig nachtrauern wie Augsteins „Freitag“, dem „antisemitischen Drecksblatt“. Selbstverständlich gibt es humane, antifaschistische und aufklärerische Alternativen zu Springer oder Augstein, zum Beispiel Konkret oder Jungle World.

      Ach ja, falls Kosok keinen Job finden sollte, was anzunehmen ist, kann er sich bei mir bewerben.

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      • 13. November 2012 20:10

        Medien: Ulrich Enderwitz hat das Buch zum Thema gemacht, im Verlag ca ira verlegt. Zusammenfassung für die Gesellschaftsform Kapitalismus: Für kein einziges bestehendes Medium wäre der Untergang ein Verlust. Vielmehr eine Entlastung von Ideologie.

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    • 14. November 2012 00:06

      „Frankfurter Rundschau-Leser, willkommen bei TITANIC!“ heißt das neue Wechselmotto der Frankfurter Satiriker.

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    • 14. November 2012 11:07

      Im Zeitalter des Internets haben es die Printmedien schwer. So gut wie alle sind finanziell abhängig von den geschalteten Anzeigen. Sogar die Zeitschrift Konkret muss aus finanziellen Gründen auch dubiosen Anzeigenkunden die Gelegenheit geben in Konkret zu werben. Anzeigenkunden haben also eine gewisse Macht. Auch unausgesprochen mitbestimmen sie in so gut wie allen Printmedien wie der Inhalt einer Zeitung aussieht. Potentielle Anzeigenkunden wie Siemens, die im Iran große Umsätze machen, sind beglückt wenn eine Katajun Amirpur angebliche „Übersetzungsfehler“ bezüglich der Vernichtungsphantasien Ahmadinedschads in die Welt setzt.

      Auf der anderen Seite gibt es freilich auch Idealisten die ihre Millionen in ein Steckenpferd setzen um ihre kruden Ansichten unter die Bevölkerung zu bringen. Beispielsweise Gerhard Frey und seine „National-Zeitung“ oder Jakob Augstein und sein „Freitag“. Ohne das Geld von Augstein wäre der „Freitag“ von einem auf den anderen Tag insolvent. Wer zahlt schafft an. Der „Freitag“ ist von einem einzigen Menschen abhängig und für diesen Menschen ist Israel die größte Gefahr für den Weltfrieden, der Herausgeber des „Freitag“ phantasiert von der jüdischen Weltherrschaft, er macht Israel dafür verantwortlich dass die Schleckerfrauen nicht übernommen wurden, kurz Augstein macht Israel zum Sündenbock für alles. Der „Freitag“ ist deshalb zuallerletzt ein freier Printtitel.

      Bei der FR blieben die Anzeigenkunden weg, weil kaum mehr diese Zeitung lesen wollte. So ist das in der freien Marktwirtschaft. Angebot und Nachfrage. Schade ist es um manche der vielen Angestellten der FR.

      Trotz einiger dubioser Anzeigenkunden zeigt Konkret klare Kante gegen Antisemitismus und Israelhass. Es gibt also aktuell freie Redaktionen die sich gegen allen möglichen Druck durchsetzen können, die standhaft bleiben weil ihnen ihre Moral und ihre Grundsätze einiges Wert sind. Während und nach dem Golfkrieg 1991/92 verlor Konkret über 30 Prozent seiner Abonnenten, weil die Zeitschrift in jeder Ausgabe in verschiedenen Artikeln, von Wolfgang Pohrt über Eike Geisel bis Hermann L. Gremliza gegen linken Antisemitismus anschrieb. Seit zwanzig Jahren hält Konkret diese klare Linie durch.

      Gremliza wurde im Jahr 2010 in Augsteins Freitagsalon eingeladen, er lehnte im Gegensatz zu Harry Rowohlt ab. Es gibt nur noch wenige Journalisten, Buchautoren oder Publizisten die nicht alles mitmachen, die Grenzen ziehen, die ihr Geschriebenes auch leben, die sich nicht zum Lohnschreiber von Siemens oder Augstein machen lassen wollen.

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      • MEMO permalink
        14. November 2012 11:17

        Alles fein. Nur funktioniert diese zugegeben ehrenhafte Haltung eben nur in einer Nische.

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    • MEMO permalink
      14. November 2012 11:12

      Also ich trauere den beiden Zeitschriften nicht explizit nach. Allerdings schon der Vielfalt, die dadurch immer weniger wird und Konkret und Jungle World sind eben keine Alternative in der Meinungsbildung einer breiten Bevölkerungsschicht. Oder meinst Du im Ernst, dass die ehemaligen Leser dieser Medien jetzt auf stramm links schwenken und sich den komplexen Ergüssen der entsprechenden Autoren widmen? Träum weiter. Es ist ja nachvollziehbar, dass Ihr Euch darüber lustig macht – nur witzig ist es im Grunde überhaupt nicht. Die Verödung der Presselandschaft, bzw. die Einseitigkeit, wird auch immer mehr Einseitigkeit in der Wahrnehumung gesellschaftlicher und politischer Fragen zur folge haben. Da mag die Titanic witzeln – auch ihr wird das Lachen noch im Halse stecken bleiben.

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  3. 14. November 2012 21:00

    Witzigerweise: Ein Blog der Trauer um den Untergang der sozialdemokratischen Frankfurter Rundschau im salonerweiterten Freitag weist in der Illu auf der linken Seite der FR den Steinbrück aus, auf der rechten den Rowohlt. – Meinetwegen kann ‚Unabhängigkeit‘ auch so abdanken. – Ich hasse die ewige Unparteilichkeit! Diese nichtige Nichts. Wer nicht parteiisch ist, der verkrieche sich.
    Link zur Empörung: http://www.freitag.de/autoren/koslowski/kurzer-abschied

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    • 14. November 2012 23:15

      Mir tut der Uwe so wahnsinnig leid. Seine Kommentare sind so furchtbar deprimierend. Der Augstein, der Kosok, der Georg von Grote und der Koslowski sind auch so furchtbar traurig, obwohl sie sich so toll bemühen. Wenn ich wollte dann würde ich ein Abo der FR ordern und dem Augstein ganz viele Abonnenten wünschen, aber ich will halt nicht.

      Depressionen im November 2012.

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      • 14. November 2012 23:51

        Absolut! – … nur dem wwalkie halte ich eine Kerze; denn er vertritt/repräsentiert das kleine Licht im großen Dunkel (= sympathetische Metapher!).

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  4. Der Bassist permalink
    22. November 2012 20:33

    Um hier mal Wissen reinzubringen:
    Die erste Folge wurde am 8. Dezember 1985 um 18:40 Uhr ausgestrahlt. Seither läuft die Lindenstraße wöchentlich. Am kommenden Sonntag das 1406te mal. Die Lindenstraße ist die erste deutsche Seifenopfer und hat obskurste Fangruppierungen nach sich gezogen.
    Erfinder von Mutter Beimer und ihrem zweifelhaften Umfeld ist Hans W. Geißendörfer und seine gleichnamige Firma. Die Arztpraxis Dr. Dressler und das griechische Restaurant „Akropolis“ bilden örtliche Höhepunkte von Emotion und Tragik. Pubertät, Schwangerschaft, Extremismus: alles kommt vor. Selbst Veganer und Zividienstleistende. Bei der Titelmelodie anfangs und am Ende jeder Folge verwelken in 43% aller bundesdeutschen Haushalte die Schnittblumen.
    Obwohl die Handlung in München spielt, wird in Köln gedreht, auch während des Karnevals. Im Friseurladen von Tanja Schildknecht erfährt man, was die Welt bewegt und die Haarspitzen spliss macht, auch, was der Sarikarkis-Clan gerade treibt. Da wundert es nicht, daß die Lindenstraße die erste deutsche Fernsehserie sich rühmen kann, in der ein gleichgeschlechtlicher Kuss zu sehen war (1987); und wer erinnert sich nicht an die Kampagne „Wählt Gung!“ – aber Kanzler wurde er dann doch nicht. –
    Til Schweiger verkörperte bis 1992 den Jo Zenker, und da ungefähr kommt auch Harry Rowohlt ins Spiel: als Hartmut Rennep ist er selbstlesend eine Rückwärtsfigur: ein Penner.

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