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Huxley beglückwünscht Gauck

Autor: Der Bassist

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44 Kommentare leave one →
  1. 23. März 2012 21:59

    Der ganze Bundestag unter Drogen und glücklich, angekommen in der schönen neuen Welt. Freiheit, Frrrrrrrrrrrrrrrrrei-heit, Frrrrrrrrrrrrrr-heil.

    lg LL

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  2. 23. März 2012 23:36

    „Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte in dieser Zeit blieb allerdings defizitär. Die Verdrängung eigener Schuld, die fehlende Empathie mit den Opfern des Naziregimes prägten den damaligen Zeitgeist. Erst die 68er-Generation hat das nachhaltig geändert.“

    Zieht der 68er-Kommunarde nun auch noch seine Unterschrift von der „Prager Erklärung“ zurück. Beeindruckend, der Konsens zwischen Gysi und Rösler. Es gibt keine Parteien mehr sondern nur noch Deutsche. Nun ist alles möglich.

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  3. 24. März 2012 00:32

    Er kämpft um jeden Punkt auf der F-Skala, der F-Boy, sieht Tiefgang in der Hirtenrede. Wahrlich, auch diese Hirten gehören noch zu den Schafen.

    lg LL

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    • 24. März 2012 17:30

      LL, ein Gruß quasi noch aus dem altehrwürdigen Preußenstadion, wo der SV Wehen-Wehenbaden gerade bei sonnigstem Sonnenwetter weggeputzt wurde mit einem jeweils durch Elfmeter erzielten 1:1. – Die Deviants-Ultras (sie fordern Vorstand raus und Leiharbeitssponsor TUJA auch!) der Adlerträger hatten heute ein Transparent, was das Geschurbel des neuen Staatspastors konkret macht:
      „Freiheit für die Kurve!“
      Ich schließe mich an. Freiheit für die Kurve.
      Keine Zensur für Deviants-Transparente.
      Was sagt die Schloßbehörde dazu?

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      • 24. März 2012 17:58

        Wehen-Wiesbaden, klar, im Bundesland mit der Grube Messel (vgl. User Uns Uwe). Geschenkt.
        Aber die Deviants haben im Prinzip für Krautwickel demonstriert, für etwas Echtes, was da ist, was man (selber) macht und was dann schmeckt. Und dann gucken. Die Deviants, die ihre Transparente im hauptbahnhofnahen Paul-Gerhardt-Haus bauen (!), sind da ganz realistisch. Und wissen, wofür und wogegen sie sich positionieren. – Nun aber ARDGEZSPORTSCHAU.

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      • 24. März 2012 21:13

        3:1 für Hertha – ein klarer Sieg für Freiheit und Moral.

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    • 25. März 2012 12:38

      „Pastor“ heißt „Hirte“. Jeder Hirte hat zwei Gründe, gut für seine Schäfchen zu sorgen: erstens, er will sie scheren. zweitens, er will sie fressen.(Theodor Lessing)

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  4. Der Bassist permalink
    25. März 2012 00:05

    ich glaube, alle orenoys dieser welt, dieser gottgegebenen welt sind nun sehr glücklich; weil die menschen, die menschen dieser welt sich weiter sklavereisprache anhören dürfen/müssen. danke an orendoof als sprachrohr des jargons des drückenden selbstverleugnerischen pfarrhauses. forenoys äußerungen sind für mich die blankdoof weitermachende höllle hölle hölle von menschenverachtender politik-sprach (ernst jandl).

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    • 25. März 2012 13:42

      Ich finde, man sollte die Rede auch nicht zu hoch hängen, sie hatte zwar kein Format und sie war ohne Tiefgang, aber sie war damit dem Amt für Geschichtspolitik angemessen und würdig, thats all. – Und ´ne Sprechblase von Jandl geschenkt!

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    • 25. März 2012 21:48

      Der Reaktionär hat’s schwer.

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  5. 25. März 2012 10:59

    Man kann dieses Rede objektiv durchaus für gut halten. Das ist sie und es zu bemerken legitim – rein technisch betrachtet. Was aus ihr abgeleitet wird, steht auf einem anderen Blatt. Was die Parteien und ihre Reaktionen betrifft, waren sie vorhersehbar. Wenn ein Präsident eine Rede hält, die niemandem weh tun kann, erfährt er dafür auch keine Schelte – warum auch; für hübsch verpackte Allgemeinposten. Ich sehe Gauck bislang noch einigermaßen neutral, denn ein Neutrum ist er. Das ist einerseits Hoffnung, andererseits Befürchtung, da ich glaube, dass er sich als moralines Sedativ herausstellen wird. Mehr traue ich ihm derzeit nicht zu, da es keinen Anlass dafür gibt. Er verkörpert für mich eine gähnend-konservative wohlfeil evangelisch geprägte Langsamkeit, aber nicht Konfrontation, die jedoch nötig wäre. Die beschwichtigende Zustimmung des Bundestags war zwingend – daraus eine Haltung abzuleiten, sehe ich als unsinnig an. Der Umgang war den vorherigen Ereignissen auch um Wulff geschuldet und es ist eigentlich positiv, dass man das zumindest durchgehalten hat. Es hätte schlimmer kommen können. Zudem ist es irgendwie menschlich, wenn Menschen nach einem wulffschen Abgang in einer Person ein wenig Selbstberuhigung finden können. Die nehmen sie dann auch an.

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    • 25. März 2012 13:46

      „Eine gähnend-konservative wohlfeil evangelisch geprägte Langsamkeit“: also eine Dampflok der Postmoderne?

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      • 26. März 2012 10:01

        Einer meiner Lehrer nutzte gern den Begriff „kommod“, um eine Haltung zu bewerten. Ich schließe mich dem an. Die Moderne hat hier nichts zu suchen, auch nicht postalisch.

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  6. 30. März 2012 10:16

    Gauck ist ein Thema in der neuen Konkret 4/2012.
    „Gauck ist so deutsch wie kein Bundespräsident seit Carstens und das sogar ohne Parteibuch“

    Ich bin das Volk:

    Konkret-Leser wissen mehr.

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    • 30. März 2012 11:01

      Die eigentliche Frage ist, ob er mit seinem Deutschsein sogar die Konkret toppen kann. Man darf gespannt sein.

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    • 30. März 2012 20:03

      Wenn es eine Zeitung gibt die nicht deutschnational ist, dann doch wohl Konkret. Nationalismus und Antisemitismus gehören zusammen wie Jan Jasper Kosok und Fritz Teich.

      Sehr empfehlenswert in der neuen Konkret ist aus meiner SIcht das ausführliche Interview von Hermann L.Gremliza mit Beate Klarsfeld. Was Beate Klarsfeld über Israel sagt dürfte der antizionistischen Linken nicht gefallen, was sie über die bundesrepublikanische Wirklichkeit nach 1945 sagt, dürfte den Deutschnationalen nicht passen. Antisemiten und Deutschnationale mögen solche Zeitungen nicht, daran ist kaum etwas zu ändern.

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      • 30. März 2012 20:37

        Am Bahnhofskiosk habe ich die einzige linke Publikumsschrift gerade erworben, nicht ohne über das Titelbild der nebenstehenden Titanic zu lachen. Der Text darauf: Ehebruch, Drogen, Stasi, Urlaub, Pädophilie – Es reicht! – Treten Sie zurück, Herr Gauck!

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      • 31. März 2012 11:21

        In seiner Kolumne, Heitmann die Zweite, schreibt Gremliza so gut wie alles was über Gauck zu schreiben ist, von Gaucks Relativierung des Holocaust und der anderen Verbrechen der Nazis bis zu seiner Rolle als „Bürgerrechtler“ in der DDR. „Der Bürgerrechtler ist der natürliche Feind des Menschenrechts“.

        Die politischen Ansichten von Gauck wären weiter nicht erwähnenswert, beängstigend ist die gesamtdeutsche Präsentation von Claudia Roth, Jürgen Trittin über Sigmar Gabriel bis Philipp Rösler.

        „Bei allen Vorgängern, fast jeder schlimmer als der andere, durfte man die Illusion hegen, eine nicht unbeträchtliche Minderheit stehe zu ihnen in irgendeinem Verhältnis, das sich, mit zwei zugekniffenen Augen, als Opposition betrachten ließ.“

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      • 31. März 2012 15:06

        Jetzt fehlt nur noch der Umkehrschluss, dass alle, die die Konkret nicht mögen oder ihr nicht explizit folgen möchten, Nationalisten und Antisemiten sind.

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        • 31. März 2012 19:15

          … dem ich zwar nicht ‚vollumfänglich‘ für die soziale Praxis von auch in sich natürlich schon widersprüchlichen Menschen, aber doch für die dialektische Logik humaner Philosophie unterstreichen möchte … den Umkehrschluß … in aller Potentialität im Sinne eines ’negativen‘ Noch-Nicht (E. Bloch) …

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        • 1. April 2012 09:49

          Ausnahmen bestätigen die Regel.

          (Auch in antisemitischen Zeitungen können mal gute Artikel erscheinen:
          z.B. Hanning Voigts – Grenzen der Kritik. Und in olivgrünen Zeitungen mal ein guter Kommentar, z.B. Deniz Yücel – Ein Stinkstiefel namens Gauck)

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        • 1. April 2012 11:34

          „Jungs“, Ihr flankt mal wieder ins Abseits. Ein Medium auf dieser Basis als „antisemitisch“ zu bezeichnen, ist einfach Rufmord und gänzlich unangemessen. Die Logik – wer nicht für uns ist, ist gegen uns – Kriegsrhethorik, gleich, von wem diese stammt. Auch der hier hochgejubelte Gremliza ist nur ein Humanoid und unterliegt samt seines Blattes den gleichen Schwächen wie der Rest. Die Gefahr liegt also bereits in dessen nahezu kritikloser Anerkennung, wie die Gefahr IMMER darin liegt.

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        • 1. April 2012 17:22

          Das finde ich gut: „Auch der hier hochgejubelte Gremliza ist nur ein Humanoid“ – aber wo ich nichts mehr kritisieren kann, weil die Arbeit der Kritik bestens getan und hingeschrieben ist, da darf ich doch kritiklos anerkennen. Und mal jubeln? – Doch.
          Ins Abseits geflankt wird, wenn antisemitische Äußerungen durchgehen lassende Zeitungen insgesamt als antisemitisch bezeichnet werden. Das sind sie bestimmt nicht. – Aber ohne Kritik wie die von Gremliza etwa schnurstracks auf dem Weg dahin.
          Aktueller Spielstand 1:1?

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        • 1. April 2012 19:38

          Mit Verlaub, wenn der Ressortleiter Politik einer Zeitung antisemitische Artikel schreibt, wenn eine Zeitung nahezu ausschließlich antizionistischen Autoren wie Ludwig Watzal, Norman Paech, Mohssen Massarrat, Uri Avnery, Felicia Langer, Avraham Burg, Moshe Zuckermann bezüglich des Nahostkonfliktes (mit entsprechenden Artikeln) zu Wort kommen lässt, wenn eine Zeitung Blogger mit Aussagen, „“Wenn ein Terrorist eine Bombe auf einen israelischen Bus schmeißt, wird er keine Unschuldigen treffen” nicht sperrt, dafür aber israelsolidarische Blogger ohne ersichtlichen Grund ausschließt, dabei nichts gegen justiziablen Beleidigungen der „hauseigenen“ Antisemiten unternimmt, dann spreche ich von einer antisemitischen Zeitung.

          Für mich sind derartige antizionistische Postillen ein einziger Angriff auf die Zivilisation. Solcherlei Blätter gibt es wie Sand am Meer und zugegeben, es gibt viele noch ekelhaftere Blätter und zugegeben, ich habe den Eindruck, dass der Antisemitismus in diesem Blatt auf dem Rückzug zu sein scheint. Vielleicht hat die „Mission Impossible“ dazu seinen Beitrag geleistet.

          Antisemiten stehen permanent im Abseits. Unfähige blinde Schiedsrichter, die besser Gärtner geworden wären, sehen das natürlich nicht, während Gremliza die Abseitsregel seit wenigstens 25 Jahren konsequent, also ohne Kompromisse anwendet. Als technisch beschlagener Spieler, die 100 Meter in einer 11er Zeit laufend, von den gegnerischen Defensivspielern meist nur durch Fouls zu stoppen, oft auch im Mittelfeld auf der 10er Position spielend, war ich immer sehr froh wenn mich ein guter Schiedsrichter gegen die Klopfer geschützt hat.

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        • 2. April 2012 13:48

          @ M. Breitenberger am 01/04/2012 19:38

          Du vergisst neben all dem Antisemitismus, dass Augsteins Blatt auch noch die sozialdarwinistischen Theorien von Silvio Gesell unterstützt hat. Wer in dem antisemitischen Forum den Satz „Erlösung von all dem Minderwertigen, mit dem die seit Jahrtausenden von Geld und Vorrecht geleitete Fehlzucht die Menschheit belastet hat“ und die Forderung nach der „Hochzucht des Menschengeschlechts“ nicht „emanzipatorisch“ empfunden hat, wurde ohne Begründung aus der „Qualitäts-Community“ rausgeworfen. Sarrazins Ansichten sind harmlos gegen den „Geist“ dieser Hanswursten.

          Ansonsten stimme ich dir natürlich zu, dieses Blatt ist ein Angriff auf die Zivilisation. Rufmord ist was anderes.

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  7. 31. März 2012 13:28

    In der aktuellen Konkret schreibt Erich Später in „Deutsche Christen“ einen äußerst lesenswerten Artikel über die stramm nationalsozialistische evangelische Kirche Mecklenburgs. Pfarrer Joachim Gauck hat in ihr Karriere gemacht, ohne bis heute über ihre braune Geschichte auch nur ein Wort zu verlieren. Bekanntlich begrüßte 1933 die protestantische Kirche die Machtergreifung der NSDAP:

    [..] Nach dem Ende der NS-Herrschaft wurden die protestantischen Landeskirchen auch in der sowjetischen Besatzungszone weitestgehend geschont. Die Pfarrer blieben während der Entnazifizierungsphase fast ausnahmslos im Amt. Das gilt auch für den mecklenburgischen Pfarrer Gerhard Schmitt. Während seines Studiums der evangelischen Theologie war er bereits 1931 Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 624.169) und des NS-Studentenbundes geworden. Seine besondere Hingabe galt allerdings der SA, in deren Dienste er 1934 trat. Noch im gleichen Jahr organisierte er »praktische und weltanschauliche Schulungen« in SA-Kasernen und wurde SA-Gruppenführer. Er setzte seine Karriere in der mecklenburgischen Landeskirche fort und beendete seine erste Laufbahn 1945 als oberster Militärseelsorger für den gesamten Militärabschnitt Ostsee. Von 1951 bis 1954 war er Domprediger in Güstrow und von 1954 bis 1959 Landessuperintendent – und damit höchster kirchlicher Würdenträger der evangelischen Landeskirche Mecklenburg. 1959 traute er seinen Neffen Joachim Gauck und sorgte dafür, dass dieser Theologie in Rostock studieren konnte.

    Gauck, der in einem Nazi-Elternhaus groß geworden ist und noch heute seine Mutter, die 1932 Mitglied der NSDAP wurde, und seinen Vater, der dies angeblich erst 1934 tat, als Mitläufer entschuldigt, hat über die nazistischen und antisemitischen Traditionen seines Tätigkeitsbereichs, der mecklenburgischen Kirche, bis heute kein Wort verloren. Auch die Rolle, die sein Onkel, ein aktiver Nazi (»Übermorgen habe ich Exekution«, schreibt Schmitt am 5. Dezember 1944 an seine Frau Gerda), für seine Karriere in der Kirche gespielt hat, verschweigt er in seiner 2009 veröffentlichten Autobiographie. Er geht sogar noch weiter und präsentiert seine Familie als Opfer der Kommunisten. Bis heute predigt er einen militanten Antikommunismus, der keinen Begriff von den deutschen Massenverbrechen in der Sowjetunion während des Zweiten Weltkrieges hat. Damit befindet er sich in guter Gesellschaft, denn eine Auseinandersetzung über den mörderischen Antisemitismus der evangelischen Kirche und deren Unterstützung des Naziregimes hat es bis heute so gut wie nicht gegeben.

    Dafür blühte die Legende vom »Kirchenkampf« und dem Widerstand vieler Protestanten gegen den gottlosen NS-Staat. Auch die »Judenfrage« wurde durch die evangelische Kirche unmittelbar nach Kriegsende wieder gestellt. Man war beunruhigt über die Anwesenheit Zehntausender jüdischer Überlebender. Da die alten Methoden nicht mehr anwendbar waren, sollte das »jüdische Problem« durch die Bekehrung der Überlebenden zum Christentum gelöst werden. Dazu wurden in allen Landeskirchen Vereine für die »Judenmission« gegründet. Am 2. September 1946 gründeten Vertreter der mecklenburgischen Landeskirche den »Judenmissionsverein für Mecklenburg-Schwerin«. Die Zahl der zu Bekehrenden war allerdings überschaubar. Von den jüdischen Bürgern Rostocks hatten lediglich 14 die Verfolgung überlebt. In Stralsund waren es zwei. Über den Erfolg der Missionsbemühungen gibt es keine Angaben. 1966 wurde der Verein umgetauft in »Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum«.

    Das „Denken“ (auch) von Joachim Gauck und seinen Anhängern habe ich versucht am Ende von „Auschwitz und die deutsche Schuldabwehr“ zu beschreiben. Der Schweriner Historiker Bernd Kasten hat über die Verfolgung und Deportation der Juden in Mecklenburg 1938-45 geforscht. Sein Buch ist zum Preis von 5 Euro über die Landeszentrale für politische Bildung in Schwerin zu bestellen.

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    • 1. April 2012 19:57

      Gauck stammt aus einem Nazi-Elternhaus. Sein Vater wurde von Kommunisten von der Familie getrennt. Ihm dürfte auch einiges Unrecht in der DDR widerfahren sein, wie auch den Vertriebenen einiges an Unrecht widerfahren ist. Das Problem ist bei diesen Leuten, dass sie Ursache und Wirkung ausblenden, dass sie die Zeit mit ihren deutschen Verbrechen von 1933 bis 1945 ausblenden oder verharmlosen. Seine Kindheit und das Leben in der DDR hat Gauck geprägt, hat ihn zum Antikommunisten werden lassen, was aus seiner Sicht nachvollziehbar war. Es gab sicherlich extremere Bundespräsidenten mit reaktionärem Gedankengut. Fast alle Bundespräsidenten hatten eine NS-Vergangenheit.

      Gauck selbst interessiert mich kaum. Interessant ist die Volksgemeinschaft die durch ihn offenbar wird. Alle Parteien des Bundestages, sogar teilweise die Linkspartei, lieben diesen Präsidenten und das sagt doch einiges über den Zustand der politischen Klasse in Deutschland aus, wenn man bedenkt, dass die selbe politische Klasse sich sonst kaum (Ausnahme Israel) einig ist, sei es bei Kleinigkeiten wie dem Mindestlohn oder beim Elterngeld für die Kinderbetreuung.

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      • 1. April 2012 20:26

        Mit einer 13 Komma null in besten Zeiten als Libero höherer Jugend- und unterer Bezirksklassen stimme ich zu bei der Verwechslung dieser Pastoren von Ursache und Wirkung und zitiere aus der hier zurecht hochgeschätzten Kolumne: „Gaucks von Bedeutungsgeräusch gesättigtes Geschwätz“ ist kompatibel mit dem Dummdeutsch von Edoardo Stoibers „Leadnation Europas“. Einer schlimmer und dümmer als der andere.

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        • 2. April 2012 20:48

          Obgleich durchaus sportlich, war ich, damals, long time ago, nicht der Sprinter, die 100 m in ähnlicher Größenordnung wie Rainer! Deshalb auch Libero, teils Vorstopper, aber auch Mittelfeld! Immer mit gutem Stellungsspiel! Bei Eckbällen mit vorne – wegen der „Kopfballstärke“!

          Aber zum Thema: „Fast alle Bundespräsidenten hatten eine NS-Vergangenheit.“ … und kein einziger NS-Richter wurde verurteilt! D.h. schwarz-braune Milch der Frühe, der Tod ist ein Meister aus Deutschland…u.s.f.

          lg LL

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        • 2. April 2012 21:53

          Wunderbar! Das Gedichtzitat sowie das Stellungsspiel.

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      • 1. April 2012 22:22

        Aha – aus seinem nationalsozialistischen Elternhaus. Erbsünde also – etwas genetisches. Gruß an Thilo S., Herr Breitenberger.

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      • 1. April 2012 23:37

        Sind dir die Argumente ausgegangen? Wenn Gauck seine nationalsozialistischen Eltern verteidigt, wenn der Nazi-Onkel Gauck in die belastete evangelische Kirche Mecklenburgs bringt, Gauck seine Nazi-Familie als Opfer der Kommunisten betrachtet, dann dürfte das Schicksal seiner Familie schon auch Auswirkungen auf sein „Denken“ gehabt haben. Ich gehe davon aus, dass sein Antikommunismus auch etwas mit dem Schicksal seiner Familie zu tun hatte, oder meinst du, wenn von einem Kind der NS-Vater von Kommunisten abgeholt wird und das Kind lange Zeit ohne Vater aufwächst, die Mutter in der Zeit dafür dem Kommunismus die Schuld gibt, dass dies nichts bei diesem Kind bewirkt? Das kannst du dir tatsächlich nicht vorstellen?

        Von einem nationalsozialistischen Elternhaus kann man sich lösen oder distanzieren. Gauck tat dies nicht, im Gegenteil, wie er auch nichts über die Verbrechen der nationalsozialistischen evangelischen Kirche Mecklenburgs sagte. Dies mit Genetik oder Erbsünde in Zusammenhang zu bringen ist lächerlich.

        Gruß an Joseph McCarthy, Herr Pliwischkies

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      • 2. April 2012 09:42

        Das Kindheit prägt, insbesondere ein Weltbild, bestreite ich nicht. Mir ist diese Wertung durch Unterlassung dennoch zu simpel – jedenfalls in der „Härte“ und Fokussierung. Ich denke, dass auch sein weiteres Leben in der DDR Gaucks Haltung zum Kommunismus geprägt hat, vermutlich hätte es das auch ohne die familiären Ereignisse. Auf dieser Basis könnte man argumentativ übrigens jedem katholischen Bundestagsabgeordneten vorwerfen, dass er seine Kirche wegen ihrer NS-Vergangenheit nicht kritisiert hat.

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    • 2. April 2012 16:21

      Was Fidelche oben zitiert vom Erich Später: alle ernsthafte Aufarbeitung der Vergangenheit „verschweigt er (Gauck) in seiner 2009 veröffentlichten Autobiographie“ – ::das ist das Schlagende und Aktuelle an einer Präsidentschaft, die 2012 wieder mal keine Parteien mehr kennt als wie der Kaiser vor dem Ersten!
      Was er kennt und betreibt ist: Antikommunismus, A-Humanität.

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  8. 2. April 2012 10:58

    @Michael Pliwischkies am 02/04/2012 09:42

    Gaucks Vater wurde von einem Militärtribunal zu zweimal 25 Jahren in ein sibirisches Arbeitslager verurteilt (Gaucks Vater kam nach vier Jahren wieder frei). Gauck und seine beiden Geschwister wurden zur totalen Ablehnung jener staatlichen kommunistischen Obrigkeit erzogen, der das spurlose Verschwinden des Vaters angelastet wurde.

    Gauck:Das Schicksal unseres Vaters wurde zur Erziehungskeule. Die Pflicht zur unbedingten Loyalität gegenüber der Familie schloss auch die kleinste Form der Fraternisierung mit dem System aus. Das machen wir nicht, vermittelte uns die Mutter unmissverständlich. Ich hatte dieses Gebot so verinnerlicht, dass ich nicht einmal mehr durch die Freizeitangebote der FDJ in Versuchung geriet. Dafür lebte ich in dem moralisch komfortablen Bewusstsein: Wir sind die Anständigen. Intuitiv wehrte ich das Werben des Regimes für die Akzeptanz seiner moralischen und politischen Ziele ab, denn über uns hatte es Leid und Unrecht gebracht.“

    Ich habe in meinem Kommentar vom 01/04/2012 19:57 auch geschrieben: „…wie auch den Vertriebenen einiges an Unrecht widerfahren ist.“ Sicherlich hat Gaucks weiteres Leben in der DDR seine Haltung gegen den Kommunismus bestärkt. Er war in einem reaktionären evangelischen Landesverbands Pastor. Selbstverständlich haben ihn auch die Antikommunisten in seiner Kirche geprägt. In Gaucks Vita gab es kaum Brüche: Vom antikommunistischen Nazi-Elternhaus in die antikommunistische evangelische Kirche Mecklenburgs, dort Pastor, später Unterzeichner der“ Prager Erklärung“, dann die Gleichsetzung der Verbrechen im Kommunismus mit den Verbrechen des Nationalsozialismus, später seine Relativierung des Holocaust. Es gelang ihm nicht aus dieser Rechtsspirale auszubrechen, während anderen Kindern von Nazieltern dies gelang. Zugegeben, in Westdeutschland hatten es Jugendliche einfacher gegen ihre Eltern zu rebellieren und sie taten es auch, siehe die 68er. Ich gebe außerdem zu mich da leicht zu reden, da ich in ein anderes, eher linkes, antiautoritäres, antiklerikales Elternhaus hineingeboren wurde.

    Gauck wirft, nicht ganz zu Unrecht, der westdeutschen Linken vor das DDR-Unrecht zu verharmlosen. Sein Vorwurf ist unglaubwürdig, reaktionär und schäbig, weil Gauck selbst die „einzigartigen“ Verbrechen des Nationalsozialismus relativiert, verharmlost und verschweigt.

    Sollte es katholische Pfarrer im Bundestag geben und diese Pfarrer leugnen oder verschweigen die Verbrechen der katholischen Kirche im Nationalsozialismus, dann würde ich auch dies kritisieren.

    Die Rote Armee hat auf ihrem Vormarsch Frauen vergewaltigt, die Alliierten haben Dresden bombardiert, Deutsche wurden aus den „Ostgebieten“ vertrieben, dabei gab es Unrecht, die Opfer dieses Unrechts, die meist den „Eisernen Vorhang“ beklagten und den Kommunismus verurteilen, übersehen, was allzu menschlich ist, dass der Ursprung für ihr Leid am 30. Januar 1933 begann und bevor die Rote Armee zu ihrem Gegenschlag ausholte, die Deutschen 25 Millionen Sowjetbürger, davon die Hälfte hinter der Front als „Untermenschen“ ermordeten und die Deutschen in Auschwitz und anderswo über sechs Millionen Juden in Gaskammern und Erschießungsplätzen vernichteten. Das hören deutsche Antikommunisten nicht gerne, deshalb relativieren sie, deshalb verschweigen sie, deshalb leugnen sie. Man nennt das in der Psychologie Schuldabwehr, aber das Thema hatten wir schon. Kritik am Realsozialismus ist legitim. Gaucks Kritik am Kommunismus ist es nicht, sie ist reaktionär und geschichtsklitternd und deshalb lehne ich ihn ab. Wenn Gauck von den reaktionären, antisemitischen Forenboys des Internets und der „Jungen Freiheit“ bejubelt wird, wundert mich das nicht. Wenn Gauck von allen Parteien des Bundestages gefeiert wird, eigentlich auch nicht.

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  9. 2. April 2012 16:34

    Irgendwo habe ich hier, in der mission impossible, mal geschrieben, daß ich G e g e n gewalt nicht ablehne, daß ich kein Pazifist bin und Boxen im nicht kapitalistisch verwerteten RTL-Ring für eine gute Sache finde. Gegengewalt ist kein Ding an sich, sondern material der Versuch der Abschaffung des Gegenstücks zwecks Herstellung humaner Verhältnisse. – By the way: Diesen Gedanken kann Pastor Gaukel nicht einmal denken, weil er, der komplett unsportliche Präsident, vor ihm schon ausgezählt wäre.

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  10. 4. Mai 2012 13:10

    Magnus Klaue über Gaucks Freiheitsgefasel und klatschende Kopflose wie ForenBoy:

    Nicht die linken Meinungsmedien nannten Gaucks Schmonzes beim Namen, sondern die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, als sie in seinen Reden ein »freiheitliches Grundrauschen« vernahm, das »wie ein Tinnitus« alles Denken störe.

    Je stärker aber Freiheit dahin tendiert, ein Wort zu sein, dem kaum eine Erfahrung mehr entspricht, desto wichtiger wird Sprache für die Erkenntnis dessen, was Freiheit meinen könnte. Das mal freiheitliche, mal emanzipatorische Rauschen, das alles Reden von Freiheit grundiert, damit sich jeder bei den bekannten Satzbausteinen das Seine vorstellen kann, hat den Gedanken der Unteilbarkeit von Freiheit preisgegeben. Bewahrt wird er nicht in der Phrase, die jeder nach Maßgabe der eigenen Willkür mit beliebigen Projektionen füllen kann, sondern in der spezifischen Erfahrung, in der eben deshalb das Allgemeine aufscheint. Nicht zufällig hat sich Freiheit in den frühen Grundtexten der Kritischen Theorie, in denen das Wort Freiheit nur selten und das Wort Emanzipation fast nirgends fällt, in die vergangenen, aber unverlierbaren Erfahrungen der Kindheit zurückgezogen.

    http://jungle-world.com/artikel/2012/18/45357.html

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    • 5. Mai 2012 10:31

      Die Undarstellbarkeit des Faschismus aber rührt daher, daß es in ihm so wenig wie in seiner Betrachtung Freiheit des Subjekts mehr gibt. Vollendete Unfreiheit läßt sich erkennen, nicht darstellen. Wo in politischen Erzählungen heute Freiheit als Motiv vorkommt, wie beim Lob heroischen Wi derstands, hat es das Beschämende der ohnmächtigen Versicherung. Der Ausgang wirkt allemal als durch die große Politik vorgezeichnet, und Freiheit selber tritt ideologisch, als Rede über Freiheit, mit stereotypen Deklamationen, nicht in menschlich kommensurablen Handlungen hervor. Kunst läßt nach der Auslöschung des Subjekts am wenigsten durch dessen Ausstopfung sich retten, und das Objekt, das heute ihrer allein würdig wäre, das reine Unmenschliche, entzieht sich ihr zugleich durch Unmaß und Unmenschlichkeit. (Adorno – Minima Moralia)

      Leider ist Gauck nicht alleine mit seinem „Tinnitus“, die „Forenboys“ und die „Forengirls“ mit ihren ideologischen Denkverboten, ihren stereotypen Deklamationen gegen Juden, ihrem reaktionären antiemanzipatorischen Gefasel, ihrer unerträglichen Hetze gegen Israel haben nun den Präsidenten den sie immer haben wollten.

      Dass selbst ich nicht unfehlbar bin, beweist die Tatsache, dass ich, im Gegensatz zu dir, das „süße“, „herzliche“ Forengirl nicht sofort als das erkannte was sie ist, eine etwas dümmliche, von Rechtsaußen schreibende, keine eigenen Texte produzierende , dafür fremde Texte nicht begreifende Bloggerin ist, die sich nicht zu blöd ist Israel zu unterstellen einen atomaren Erstschlag gegen den Iran führen zu wollen.

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  11. 27. Juni 2012 17:38

    Konkret /2012 – Herrschaftszeiten (Seite 11):
    „Der Onkel von Joachim Gauck folgte zunächst als SA-Mann den Nationalsozialisten, entwickelte sich nach dem zweiten Weltkrieg jedoch zu einem erbitterten Gegner der SED-Diktatur.

    Totalitarismustheoretische Unterrichtseinheit der Wochenzeitung „Die Zeit“, 31. Mai“

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  12. 26. Juli 2012 15:45

    Von Konkret in Konkret 8/2012:

    Gebissene Gaucks bellen. Der Wikipedia-Eintrag zum Verein »Gegen Vergessen – für Demokratie«, dem der Präsident bis zu seinem Amtsantritt vorsaß, wehrt sich gegen KONKRET:

    Der Verein sah sich teilweise mit dem von Autoren des linken Flügels der politischen Linken geäußerten Vorwurf der Relativierung und damit Verharmlosung des Holocaust konfrontiert. Dieser Vorwurf wurde vor allem damit begründet, daß der Verein die Erinnerung an das Unrecht der SED-Diktatur der DDR und an die Verbrechen des Nationalsozialismus für gleichermaßen erinnernswert halte. So unterstellte der Chefredakteur der als linksextremistisch geltenden Zeitschrift KONKRET, Hermann L. Gremliza, in einem Leitartikel im April 2012 eine »Relativierung des Holocausts«, da der »Vereinszweck die Gleichsetzung der DDR mit Nazi-Deutschland, der 872 zwischen 1949 und 1989 an der Grenze zwischen BRD und DDR getötete Flüchtlinge und Grenzsoldaten mit den sechzig Millionen ermordeten ‚slawischen Untermenschen‘ und europäischen Juden« sei. Eine solche Zielsetzung findet sich jedoch weder in der Vereinssatzung, noch in Schriften des Vereins.

    Die Kolumne 4/12 hatte die Selbstdarstellung des deutschen Vereins »Gegen Vergessen-für Demokratie e.V.« zitiert, in der es heißt »Über 2.000 Mitglieder setzen sich in 26 Regionalen Arbeitsgruppen dafür ein, die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen und das Unrecht der SED-Diktatur wachzuhalten.« Diese Gleichsetzung von Gestapo und Stasi, von Bautzen und Auschwitz, hatte Gremliza geschlossen, sei der Zweck des Vereins. Er ist es.

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    • Der Bassist permalink
      27. Juli 2012 01:32

      Hermann L. Gremliza liest und beschreibt in der interpretierten Wiedergabe des Gelesenen die Welt, immer, seit vielen Jahrzehnten, die Welt, die leider insgesamt unsere ist. Wenn er uns vorliest, daß 26 regionale Arbeitsgruppen sich dafür einsetzen, „die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen und das Unrecht der SED-Diktatur wachzuhalten“, dann sollte das jedem, der einen Kopf hat, wo das Denken ja stattfinden sollte, aufmerken lassen. – Ist das nicht der Fall, sollte ein Kopf an ‚Interessen‘ und ‚gemachte Dummheit‘ denken. In der MI denke ich bei Gegenreden an letzteres. Auch an selbstgemachte; und selbstliebendgerechte.

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  13. Der Bassist permalink
    1. Oktober 2012 00:12

    Heidi Lüneburg, Heidi Lüneburg! erfahre ich gerade von der ARD ist die Jugendfreundin von Bumdespräsident Gauck. Mecklenburg.
    Heide, Lüneburger. – – – Klasse!

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