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Islamisierung der Türkei

In den letzten Jahren ist die Gefahr einer Rückkehr zu einer islamischen Staatsordnung (Kalifat) in der Türkei zu einem aktuellen Diskussionspunkt in der Öffentlichkeit geworden. Die Verfechter des Laizismus äußern angesichts der Entwicklungen in der Türkei ihre Besorgnis darüber, dass falls nichts unternommen werde, aus der Türkei bald eine islamische Republik werden könnte.

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7 Kommentare leave one →
  1. 27. Dezember 2011 14:30

    Die türkische Polizei hat bei landesweiten Razzien gegen mutmaßliche Anhänger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans 38 kurdische Politiker und Journalisten festgenommen. Allein in Istanbul wurden 25 Menschen inhaftiert. Unter den Festgenommenen waren mehrere Vertreter der legalen Kurdenpartei BDP sowie Journalisten der pro-kurdischen Nachrichtenagentur Dicle, aber auch Mitarbeiter von nicht-kurdischen Zeitungen, sowie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP. Pressefreiheit sieht anders aus.

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-12/tuerkei-festnahmen-medien

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  2. 27. Dezember 2011 15:32

    Ja, stimmt, die Muezzins singen es hier von den Daechern…..

    Der Mann im Hintergrund heisst Fetullah Gülen. Er beeinflusst vieles und hat – wie auch immer er das schafft – wohl bis in die Regierung hinein das Sagen.

    Allerdings befinden sich ja global gesehen, Sunniten, Schiiten, Aleviten und was weiss ich noch für welche Sekten im munteren Kampf gegeneinander. Für das gesamte Land sowie für die Einzelnen macht das den Ausgang noch unsicherer…..

    Die Welt ist sehr komplex, wie LL ja richtig sagt. Nimm z.B. Nordzypern: Dort befehden sich altzyprische Leute, die weitgehend saekular gesinnt sind, mit zugezogenen Anatoliern, die ihren fundamentaleren Islam aus der Heimat mitbringen.
    Wie sieht es mit den in D geborenen Türken und den spaeter zugezogenen aus? Dazu die grosse Feindschaft zwischen Türken (kemalistischen oder religiösen) und den Kurden, von denen welche wiederum Aleviten sind. Dazu die deutsche Linke, leider weitgehend islamfreundlich…….(habe ja selbst die Sache damals an Ort und Stelle ein wenig so gesehen). Siehe dazu auch:

    http://exilblog.wordpress.com/2011/12/13/zur-lage-im-nahen-osten/

    Es kommt darauf an,es nicht auf eine – nun schon des Laengeren herbeigeredete – Feindschaft zwischen Christen und Muslimen anzulegen, sondern die Werte der Aufklaerung, den Saekularismus, die Frauenrechte (die ja selbst laut gewisser sich als fortschrittlich gebender Feministinnen vor allem Menschenrechte sind :-)) zu verteidigen und voranzubringen, wo sie unterdrückt werden, sie wiedereinzurichten: gegen alle Religionen!
    Die Kraefte dazu sind freilich sehr ungleich verteilt. Aber, wie sagte schon der alte Fritz Hölderlin? Wo aber Gefahr ist, waechst das Rettende auch……

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  3. 28. Dezember 2011 12:10

    Tja – wie stehts denn in dem Zusammenhang mit der Renaissance der Orthodoxie in Israel? Vielleicht wäre es einmal gut, zu untersuchen, auf welchem Boden diese Radikalisierung keimt, die sich – ebenso wenig wie in der Türkei – wegdiskutieren lässt.

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    • 28. Dezember 2011 16:21

      Fundamentalismus gibt es in so gut wie allen Staaten die Welt. Die Frage ist doch wie die jeweilige Gesellschaft, die jeweilige Regierung damit umgeht. Natürlich lehne ich es auch ab wenn radikalorthodoxe Juden den säkularen Juden Israels vorschreiben wollen wie sie zu leben haben. Die säkularen Juden Israels setzen sich gegen jede Bevormundung in dieser Richtung zur Wehr und werden von der israelischen Regierung nicht daran gehindert. Die israelischen Regierungen haben bisher jedenfalls keine säkularen Journalisten verhaften lassen. Israel ist eine offene, moderne Gesellschaft. Israel ist natürlich auch ein kapitalistischer Staat, mit allen Problemen die ein kapitalistischer Staat hat. Dein Vergleich Israels mit der türkischen Regierung ist daher mehr als unangebracht. Die Türkei befindet sich seit einigen Jahren auf dem falschen Weg, die türkische Regierung fördert den Fundamentalismus, sie ist Teil des Problems und das ist das Thema dieser Rubrik.

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      • 28. Dezember 2011 19:20

        Das sehe ich anders. Die israelische Regierung scheint sich derzeit fanatisch-religiösen Ambitionen ebenfalls zu beugen. Selbst in Israel wird bereits dagegen demonstriert – aus gutem Grund. Ein Vergleich vor dem Hintergrund, auf entstehende Risiken hinzuweisen, ist sehr wohl angebracht und dient auch nicht einem Angriff auf Israel, sondern ist eher als Warnung zu verstehen, es eben nicht so weit kommen zu lassen.

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      • 29. Dezember 2011 23:08

        Ich weiss nicht genau was du konkret meinst. Die religiös-motivierten Forderungen nach Ausgrenzung von Frauen in Israel?

        Generalstaatsanwalt Yehuda Weinstein hat mit Vertretern der Oberstaatsanwaltschaft über die rechtlichen Möglichkeiten im Kampf gegen die religiös-motivierten Forderungen nach dem Ausschluss von Frauen aus dem öffentlichen Raum diskutiert.

        Also von einer Beugung der israelischen Regierung sehe ich in dem Fall wenig. In der Türkei ist die Regierung der treibende Faktor was die Islamisierung der Gesellschaft betrifft, soweit ich das beurteilen kann.

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  4. 29. Dezember 2011 11:03

    Festzuhalten bleibt, dass diese Auswüchse auf dem Boden der Religion gedeihen……
    Aber na klar droht dem Gegendemonstranten in Israel kaum Gefahr, im Iran dagegen waere er schnell einen Kopf kürzer?

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