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Münchner Geschichten

Die Episoden sind in einem aufgrund der Altstadtsanierung und Gentrifizierung zum Untergang verurteilten kleinbürgerlichen Münchner Milieu angesiedelt. Die Moderne, Hand in Hand mit der Schickeria, macht sich breit im alten Stadtviertel Lehel. Oma Anna reagiert auf die schleichenden Veränderungen mit einer in einem langen Leben erworbenen Mischung aus lakonischem Humor und gesundem Misstrauen. Der bei ihr wohnende Enkel Karl alias Tscharlie, ein Lebenskünstler und Vorstadtstrizzi, will sich den geänderten Bedingungen anpassen, meist mit wenig Erfolg, aber nie entmutigt. Er versucht, als selbständiger Geschäftsmann diverse flotte Ideen in finanziellen Erfolg zu verwandeln, immer auf der Suche nach der „Riesensach“. Dabei ist ihm jedoch stets seine Freiheit über alle Maßen wichtig.

Wie aus der Zeit gefallen wirkt der geigende Zimmerherr Leopold, ein alter Musiker vor den Trümmern einer zerbrochenen Karriere. Selbstbewusst und dennoch rührend in ihrer Naivität geht Susi mit Tscharlie durchs Leben und ins Bett, doch ihre Eltern, die sich seit Jahrzehnten in der Wirtschaft Sankt Anna Eck abrackern, sähen sie viel lieber mit einem soliden braven Mann liiert. Karls Freund Gustl ist bei einer Versicherung angestellt und lebt in geregelten Verhältnissen, dennoch oder gerade deshalb bewundert er sein Vorbild Tscharlie und hält sich bei fast allen dessen Unternehmungen wie Sancho Pansa treu an seiner Seite. Achmed fährt für Erwin Taxi, um so die kargen Erträge aus der Hillermeierschen Kneipe aufzubessern, träumt aber von einer Karriere als Rockstar.

Die melancholisch-grotesken Münchner Geschichten überzeugen durch viel Liebe zu den Figuren und Detailtreue bei der Zeichnung eines Altmünchner Flairs, besonders aber durch die unnachahmlich komischen Dialoge. So hatte die Serie trotz des bayerischen Bezugs und teilweise starken Dialektes auch außerhalb Bayerns Erfolg und genießt bei vielen Fans Kultstatus. Die Sprüche „Ois Chicago!“  und „Logisch!“ gingen dank der Serie in den Sprachgebrauch ein.

One Comment leave one →
  1. 10. Januar 2012 13:58

    Towje Kleiner ist tot. Der Sohn jüdischer Eltern, die den Holocaust überlebten starb gestern im Alter von 63 Jahren. Der lange Weg nach Sacramento ist für Zapata (Achmed) nun zu Ende. „So is des im Lebn: Erst is schee – und dann is aufamoi ois vorbei.“

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