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Winnenden und das deutsche Schulsystem

Am 11. März 2009 ereignete sich der Amoklauf von Winnenden in der Albertville-Realschule und in der Umgebung in Winnenden (Baden Würtemberg). Der 17-jährige Tim Kretschmer tötete 15 andere Menschen und zuletzt sich selbst, nachdem er nach mehrstündiger Flucht von der Polizei gestellt worden war. Elf weitere Menschen, einige von ihnen schwer verletzt, wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Bundespräsident Köhler forderte Politik und Gesellschaft auf, gegen gewaltverherrlichende Computerspiele und Filme vorzugehen.  In den letzen zwanzig Jahren gab es viele dieser Amokläufe- Obwohl diese Amoklaufe jeweils an Schulen stattfanden, kommt eigenartigerweise kaum jemand auf die Idee, dass diese Taten auch etwas mi dem deutschen Schulsystem zu tun haben könten.

In einer Kritk an Katrin Rönickes Artikel „Fünf Schritte zu einer besseren Schule“ in Augsteins Freitags-Postille machte Manfred Breitenberger darauf aufmerksam, was das Neuen Deutschland in seinem Artikel „Bildungsrauschen“ gebührend würdigte:

Manfred Breitenberger schrieb am 11.08.2010: „Fünf Schritte zu einer besseren Schule“ geht weit an der Wurzel des Problems vorbei. Das bestehende Schulsystem will nicht möglichst viel Wissen vermitteln sondern es muss selektieren. Das Selektionsprinzip (Gauß‘sche Normalverteilung) prägt ab der 3. Grundschulklasse das Leben der Schüler und später der Studenten. Was mit Lehrern geschieht, die den Ehrgeiz haben, allen Schülern den verlangten Unterrichtsstoff nahe zu bringen und entsprechend zu bewerten, sah man beispielsweise in München. Die Grundschullehrerin Sabine Cerny wurde versetzt, weil sie Unfrieden in den Schulbetrieb brachte. Durch ihren engagierten Unterricht schafften über 90% ihrer Kinder den Übertritt in eine höhere Schule. Dadurch war der Schulfrieden gestört.

Diese Selektion die nach Gewinnern und Verlierern sortiert, bringt Menschen hervor, die später an Schulen Amok laufen.(Winnenden, Erfurt usw.) Besonders extrem ist die „Schüler-Selektion“ in Bayern. Das Anforderungsprofil für Gymnasiasten ist in Bayern am größten. Dazu muss man nur bayerische Gymnasial-Schulaufgaben mit anderen Bundesländern vergleichen. In vielen Bundesländern kennen Abiturienten das Wort Extemporale nicht.

In den letzten 10 Jahren gab es viele Amokläufe an Schulen. Diese Amokläufe haben weniger mit Computerspielen als mit dem bestehenden Schulsystem zu tun. Weit über 90 Prozent der Amokläufe wurden an Schulen begangen die unionsregiert waren. Also in Bundesländern in denen das Schulsystem besonders selektiv angelegt ist.

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2 Kommentare leave one →
  1. 14. August 2012 22:25

    Es spricht für das „Neue Deutschland“ Breitenbergers Kommentar so großen Raum einzuräumen. Was mich interessiert, ob das „Neue Deutschland“ auch bei den Ansichten von Breitenberger bezüglich der „Reservisten des Freitags“ so agieren würde. Hahaha

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  2. 14. August 2012 23:42

    Ich habe im Urlaub gerade wieder eine Familie mit zwei Jungs getroffen, die sie – schon sehr initiativ in antipaedagodischer Richtung – nicht in eine staatliche Schule schicken werden. Wir kannten gegenseitig unsere akademischen Lehrer, und wir erkannten uns – als Gleiche – am Strand sofort. „Negative Pädogik“ kann man googlen, und die Nähe der kritischen Theorie zur Antipädagogik auch. – Wenn man auch vereinzelt ist, – man findet sich.

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