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Die Fusion: Wird der „israelkritische Freitag“ unter Jürgen Todenhöfer noch antizionistischer?

11. Dezember 2016

toauDer ehemalige Mudschahedin-Unterstützer Jürgen Todenhöfer wird voraussichtlich ab Januar 2017 der neue Herausgeber der antiisraelischen Wochenzeitung „Der Freitag.“ Der vom Simon Wiesental Center wegen seiner antisemitischen Aussagen 2010 „prämierte“ Jakob Augstein erhofft sich unter den 700.000 Facebook-Todenhöfer-Fans viele neue Leser für sein bisher eher auflagenschwaches Projekt. So wächst nun endlich zusammen was längst zusammengehört. In einem TAZ-Interview meinte der Antisemitismus-Experte Augstein: „Ich habe keinen Hinweis darauf, dass Todenhöfer Antisemit ist. Er lehnt die israelische Siedlungspolitik ab, das tue ich auch. Aber das ist doch noch nicht antisemitisch.“

Im „Freitag“ wird seit vielen Jahren einerseits in tausenden Artikeln und Kommentaren gegen den Judenstaat agitiert und andererseits wird der islamistische Terror gegen Israel und die westliche Welt, gegen die westliche Moderne verharmlost, tabuisiert, geleugnet oder gutgeheißen.

Die obligatorischen „Israelkritiker“ wie Mohssen Massarrat, Uri Avnery, Felicia Langer, Norman Paech, Ludwig Watzal, Avraham Burg, Susann Witt-Stahl, Moshe Zuckermann oder Martin Lejeune verbreiten im „Freitag“ seit Jahren ihre kruden Ansichten. Der Ressortchef Politik des „Freitags“ Lutz Herden verglich Israel mit dem Apartheitsstaat Südafrika, er zitierte eine Aussage der PLO, die Zionismus mit Rassismus gleichsetzt, er meinte, „Israel kann sich in seiner rücksichtslosen Kriegführung gegenüber der Zivilbevölkerung bestätigt fühlen“, er behauptete, dass die israelische Armee den Gaza-Streifen eingeäschert hat, nachdem sie ihn zuvor jahrelang blockiert und belagert hat“ und unter anderem schreibt er vom „Vernichtungsfeldzug gegen die palästinensische Bevölkerung“ im Gaza-Streifen. In den Artikeln des „Freitags“ der letzten Jahre war zum Beispiel von der „wohlgezielten Schlachtung von Klein- und Schulkindern“ durch die israelische Armee, vom „israelischen Apartheitsstaat“ vom „Zionismus und der viehischen Gewalttätigkeit seiner realen Vertreter“,  von der skurilen Daseinsberechtigung Israels“  zu lesen. Der Autor Matteo Fagotto bezeichnete den  mörderischen Terror der Hisbollah am 23.07.2012 als Kunst, er schrieb im „Freitag“: „Die Hisbollah feiert in einem Freiluftmuseum ihren Kampf gegen Israel in ästhetisierter Form. Auch sonst will die Organisation ihre politischen Ideen in Kultur verwandeln.“

Der Antikommunist, Islamistenversteher, Märchenonkel, Kritiker der westlichen Moderne, der Hasan al-Banna der deutschen Friedenssehnsucht,  Jürgen Todenhöfer unterstützte bereits 1980 die islamistischen Mudschahedin gegen die Sowjetunion, später die Taliban und noch später alle möglichen Islamisten und Despoten gegen die USA und den Westen. Während des Gazakrieges 2014 ließ sich Todenhöfer auf den Trümmern eines Hauses mit kurz zuvor gekauften Spielsachen fotografieren. Ähnlich wie Augstein sieht Todenhöfer die Israelis als ein „Herrenvolk“, die das „gedemütigte und entrechtete kleine Volk“ der Palästinenser „in einem großen Käfig“ halten, es in ein „Ghetto“ eingesperrt haben. Nach islamischen Terrorakten, die laut Todenhöfer nichts mit dem  Islam zu tun haben können,  beschwört dieser gerne die Sure 5:32 des Koran: „Wenn jemand einen unschuldigen Menschen tötet, so ist es, als habe er die gesamte Menschheit getötet.“ Den ganzen und den darauffolgenden Vers verschweigt Todenhöfer lieber, wie so viele „westliche“ Fans des Korans:

„Deshalb haben Wir den Kindern Israels verordnet, dass, wenn jemand einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne dass ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einen Menschen das Leben hält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und unsere Gesandten kamen mit deutlichen Zeichen zu ihnen; dennoch, selbst danach beginnen viele von ihnen Ausschreitungen im Lande. Der Lohn derer, die gegen Allah und seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, dass sie getötet oder gekreuzigt werden und dass ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder dass sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil.“

Mit dem neuen Dream-Team der Publizistik dürfte die Auflage des „Freitags“ in ungeahnte Höhen steigen. Neue spannende Interviews mit Islamisten und Antisemiten aller Couleur, vielleicht sogar in den Terror-Tunnels der Hamas, warten auf die entsprechende Leserschaft. Wird der „israelkritische Freitag“ unter Jürgen Todenhöfer also noch antisemitischer? Geht das überhaupt? Als der Artikelschreiber des Freitags, Fritz Teich im Jahr 2010 im „Freitag“ kommentierte: “Wenn ein Terrorist eine Bombe auf einen israelischen Bus schmeißt, wird er keine Unschuldigen treffen” hatte dies für ihn keine redaktionellen Konsequenzen, Fritz Teich schrieb noch jahrelang seine „israelkritischen Artikel“ für den „Freitag.“ Aber sind solcherlei Angriffe auf die Zivilisation überhaupt im negativen Sinne steigerbar?

In der Redaktion des „Freitags“ dürfte sich arbeitsrechtlich nur geringfügig etwas ändern. Für die weiblichen Redaktionsmitglieder wird eventuell die Kopftuchpflicht eingeführt und an Ramadan geht es vermutlich für alle ran an den Speck. Das wird dem ein oder anderen übergewichtigen  Redaktionsmitglied nicht unbedingt schaden. Ob für Xavier Naidoo und seine „Reichsbürger“ noch ein Plätzchen in der Redaktion des „Freitags“ frei werden wird, bleibt abzuwarten.

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13 Kommentare leave one →
  1. 11. Dezember 2016 23:21

    Der Journalist und Auto des Freitags, Martin Lejeune zweifelt den Holocaust an und wünscht Juden den Feuertod. Die Waldbrände in Israel bezeichnete Lejeune als „Strafe Gottes“

    Zu den Bränden in Israel schreibt ein Jakob Reimann im „Freitag“ in seinem Artikel am 27.11.16:

    „Es ist allseits bekannt, wie Netanyahu und die israelische Armee mit unterstelltem Terrorismus „umgehen“: Massaker in Gaza, Kollektivstrafen gegen die Zivilbevölkerung, außergerichtliche Hinrichtungen, unter anderem. Was genau meint der israelische Ministerpräsident also, wenn er sagt, er würde nun auch die Feuer wie Terrorismus behandeln? Will er wie in der Vergangenheit so oft geschehen Vergeltung üben und unschuldige Menschen töten?

    Eine derart hetzerische, ohne Beweise vorgetragene, martialische Rhetorik der Netanyahu-Regierung – der radikalsten, rechtsextremsten Regierung in der 68-jährigen Geschichte Israels – folgt zwar ihren altbekannten Reflexen, muss aber dennoch aufs Schärfste verurteilt werden. (..)

    Der tief verwurzelte Rassismus und der Hass auf die arabische Nachbarin springen dieser Tage noch um Längen schmerzlicher ins Auge als normalerweise. Ein Rassismus, ohne den ein Apartheidsstaat wie Israel nicht funktionieren kann, ohne den ein halbes Jahrhundert systematischer Unterdrückung, Diskriminierung, Ermordung, Plünderung und Ausgrenzung unmöglich gewesen wäre, der als gesellschaftlicher Kit zu fungieren scheint, als das Fundament, auf dem der Jüdische Staat gebaut ist.“

    https://www.freitag.de/autoren/jakob-reimann-justicenow/israel-in-flammen-1

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  2. 11. Dezember 2016 23:34

    Zum Tod von Schimon Peres schreibt ein Schlesinger in seinem gefühlt hundertsten Artikel gegen Israel am 28.9.16:

    „Peres befürwortete die „jordanische Option“, wonach die Palästinenser mit Jordanien doch eigentlich ein Land hätten, in den sie wohnen könnten. Die jordanische Lösung war ein Lieblingsprojekt von Ariel Scharon, den manche mit gewisser Berechtigung den „Schlächter von Sabra und Schatila“ nennen, und auch der deutsch-jüdische Prof. Wolffsohn liebäugelte damit, eine seit Jahrhunderten angestammte Bevölkerung wie auf dem Reißbrett zu verschieben. Etwas Größenwahn und Kälte gehört durchaus zu solchen Plänen. Aber dass eine moralische Instanz wie Schimon Peres solche Ideen befürwortet hat, sollte einen aufhorchen lassen.“

    https://www.freitag.de/autoren/schlesinger/schimon-peres-ist-tot

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    • 12. Dezember 2016 10:54

      Dieser Schlesinger ist unermüdlich. Seit 2009 hat er bis heute 131 Artikel im Freitag veröffentlicht, davon rund 130 gegen Israel und klar, Martin Lejeune passt gut in den Freitag.

      Nachdem ich mich nun seit Jahren wieder mal kurz im Freitag umgesehen habe, meine ich feststellen zu können, dass es weniger und weniger intensive Artikel gegen Israel gibt. Das Publikum dürfte ziemlich dasselbe sein, die Kommentare also dementsprechend.

      Scheinbar versucht der Freitag nun seit ein, zwei Jahren die extremsten Antisemiten im Blogbereich loszuwerden. Von 2010 bis 2014 war es noch genau umgekehrt, da wurden die Kritiker des Antisemitismus rausgeworfen. Den ein oder anderen guten Mitarbeiter gab‘s freilich auch damals schon. Trotz diesen Versuchen bleibt das Blatt antizionistisch ausgerichtet und mit Todenhöfer dürfte sich nichts zum Besseren entwickeln.

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  3. Gustl Horn permalink
    12. Dezember 2016 00:01

    Was sind das nur für hasserfüllte Menschen die von der „wohlgezielten Schlachtung von Klein- und Schulkindern durch die israelische Armee“ schreiben. Was ist das nur für eine Zeitung die so etwas veröffentlicht. Ich wünsche dem neuen „Dream-Team der Publizistik“ alles Schlechte.

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  4. Forengirl permalink
    12. Dezember 2016 00:48

    Mit Todenhöfer wird der Freitag seine Auflage verdoppeln. Ihr seid doch nur neidisch!!!!

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  5. 12. Dezember 2016 09:45

    Mit dem realitätsfernen Märchenonkel Todenhöfer wird sich die Auflage der Freitags mit Sicherheit steigern, aber alles Schlechte kann auch noch schlechter werden. Die Leute wollen belogen werden.

    Der Welt würde nichts fehlen wenn es diese Zeitung nicht geben würde.

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  6. 12. Dezember 2016 10:44

    Es war zu erwarten – der Todenhöfer ist ja auch Spezialist für getürkte Interviews:
    http://syria.liveuamap.com/en/2016/28-september-jabhat-fateh-alsham-media-official-denies-todenhofer

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    • 12. Dezember 2016 11:05

      Ich finde die Bezeichnung Märchenonkel für Todenhöfer sehr passend. Im Freitag kommt er dann zu ungeahnten Möglichkeiten, seine realitätsfernen, antiwestlichen, antiisraelischen Ansichten weiterzuverbreiten. Ich glaube das alles kann auch sehr lustig werden, bei allem Ärger.

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  7. 12. Dezember 2016 11:00

    Deniz Yücel am 7. Dezember um 16:06 in Facebook zur Fusion:

    „Ich habe ja nichts gegen sympathische, kleine, linke Wochenzeitung; einige meiner besten Freunde sind sympathische, kleine, linke Wochenzeitung. Aber diese sympathische, kleine, linke Wochenzeitung ist keine sympathische, kleine, linke Wochenzeitung, sondern ein Gutsherrenhof zu Steuerabschreibungszwecken.“

    Michael Angele kommentierte kleinlaut bei Yücel: „Ihr habt ja alle recht, ich finde es nur ein wenig traurig, dass ihr euch um diese kleine Wochenzeitung eigentlich nur kümmert, wenn ihr euch mal wieder über den „Gutsherrn “ aufregen könnt. Das scheint mir quasi ihr eigentlicher Zweck. Wir haben allerdings schon auch versucht, oder versuchen es noch, eine interessante, lesenswerte Zeitung zu machen. Nun ja.“

    Wenn man Michael Angele auf den Antisemitismus des Freitags anspricht, antwortet er nicht. Die alte Taktik.

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  8. steinbaer permalink
    12. Dezember 2016 13:34

    Was mir zu Todenhöfer und dem Freitag einfällt?

    „Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder.“ (Paul Spiegel)

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  9. Richard Hayek permalink
    12. Dezember 2016 15:43

    Todenhöfer schafft beim Freitag an. Ich lach mich scheckig. Was die gutmenschendeln Freitags-Blogger wwalkie und ed2murrow wohl dazu sagen. Hahaha.

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    • ForenBoy permalink
      12. Dezember 2016 21:34

      wwalkie, ed2murrow und magda werden erst mal warten, wie der neue Wind in Redaktion und Moderation so bläst. Vielleicht bricht die bisherige Supportkette plötzlich ab.
      Ich halte das als Ursus auch nicht mehr lange durch, bin lieber der Boy.

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  10. 12. Dezember 2016 15:50

    Früher war der Jürgen mit der Stahlhelm-Fraktion der CDU verbandelt. Heute lieben ihn die Islamisten und die mit ihnen verbrüderten Beton-Linken. Todenhöfer hat die Islamisten in Afghanistan mit Waffen unterstützt. Der afghanische Präsident Babrak Karmal nannte ihn deshalb einen Kriegsverbrecher. Heute drückt Todenhöfer auf die Tränendrüse, heuchelt dabei den Pazifisten und versichert, dass der Islam eine friedliche Religion sei, allem islamischen Terror zum Trotz.

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