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Jean-Paul Sartre und der atheistische Existentialismus

7. März 2011

Jean-Paul Sartre (1905 – 1980)  ging davon aus, dass sich der einzelne Mensch erst durch seine Handlungen definiert. Der atheistische Existentialismus erklärt, dass, wenn Gott nicht existiert, es mindestens ein Wesen gibt, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht, ein Wesen, das existiert, bevor es durch irgendeinen Begriff definiert werden kann, und dass dieses Wesen der Mensch oder die menschliche Wirklichkeit ist. Das bedeutet, dass der Mensch zuerst existiert, sich begegnet, in der Welt auftaucht und sich danach definiert. Anfangs ist das menschliche Individuum weder gut noch böse, sondern neutral wie die unbelebte Realität. Erst durch sein Handeln entscheidet das Individuum und entwickelt einen bestimmten Charakter. Es  kommt darauf an, sich dieser Verantwortung zu stellen, sich nicht hinter Traditionen, Religionen und Ideologien zu verstecken,  auch wenn dies Angst hervorruft.  Wenn die Existenz der Essenz vorausgeht, ist der Mensch verantwortlich für das, was er ist. Somit ist der erste Schritt des Existentialismus, jeden Menschen in Besitz dessen, was er ist, zu bringen und auf ihm die gänzliche Verantwortung für seine Existenz ruhen zu lassen. „Der Mensch ist dazu verurteilt, frei zu sein. Verurteilt, weil er sich nicht selbst erschaffen hat, und dennoch frei, weil er, einmal in die Welt geworfen, für all das verantwortlich ist, was er tut.“

Sartre gilt als der Vordenker und Hauptvertreter des atheistischen Existentialismus. 1951 veröffentlichte Jean Paul-Sartre das Theaterstück, „Der Teufel und der liebe Gott“. In drei Akten und elf Bildern wird die Problematik „Moral und Revolution“ sowie der Grundriss von Sartres Existenzphilosophie anschaulich dargestellt. Der Ort der Handlung ist das Deutschland der Reformationszeit. Götz, ein adliger Feldherr, der stets „Böses tut um des Bösen willen“, als äußerste Herausforderung Gottes, der „Anarchist des Bösen“, zieht brandschatzend und mordend mit seinen Truppen durch die Lande. Im Jahre 1524, ein Jahr vor dem großen Bauernkrieg steht er mit seiner Armee vor Worms. Während der Belagerung der Stadt gerät der Bäcker und Revolutionär Nasty in seine Gewalt, der ihn davon überzeugt, dass er mit seinem Verhalten nur die gegenwärtige Ordnung stützt und somit ein Werkzeug der Herrschenden ist. Darauf würfelt Götz mit der gefangenen und misshandelten Katharina um das Leben der 20 000 Einwohner der Stadt. Gewinnt er, wird Götz mit seinen Truppen Worms niederbrennen und die Einwohner der Stadt massakrieren. Verliert er, so will er die Belagerung aufheben und ein guter Mensch werden. Götz spielt absichtlich falsch und verliert.  Er fordert nun Gott heraus, denn Gott hat gewollt, dass das Gute auf Erden unmöglich sei. Nach seiner Wandlung  versucht Götz nur noch Gutes zu tun um Gott gefällig zu sein. Er verschenkt seine Ländereien an seine Untertanen und errichtet auf seinem Land einen „Sonnenstaat“ der Nächstenliebe. Aber wieder richtet er nur Unheil an, sein „Sonnenstaat“ scheitert. Seine Bauern werden erschlagen, weil sie nicht am Aufstand gegen die übrigen Lehnsherren teilnehmen wollen und der anschließende Aufstand droht zu scheitern, weil Götz sich weigert ihn anzuführen. Nach einer vernichtenden Niederlage der Aufständischen mit 25.000 Toten erkennt er, dass seine Ablehnung die Truppen anzuführen viele Tote verursacht hat. Götz erkennt seine Mitverantwortung für den Tod der Aufständischen. Er begreift, wenn die Reichen gegeneinander Krieg führen, sterben die Armen. Götz begreift ein weiteres Mal zu scheitern und so betrügt er zum  zweiten Mal. Er will die Sünden der sterbenden Katharina auf sich nehmen und ersucht Gott um ein Wunder. Gib mir deine Wunden, gibt mir deine Wundmale, bittet er Gott. Das Wunder bleibt aus, worauf sich Götz mit seinem Dolch in die Handflächen und in die Rippen sticht um wundersame Stigmata vorzutäuschen. Katharina stirbt, ohne an den Betrug zu glauben, aber die Bauern, glauben an das „Wunder“. Götz erkennt: Gott vernichtet den Menschen ebenso sicher wie der Teufel. Und so entscheidet Götz, dass weder Gott noch der Teufel existieren. Götz im elften Bild: “Ich habe Gott getötet, weil er mich von den Menschen trennte, und nun macht mich sein Tod noch einsamer. Ich werde nicht dulden, dass dieser große Leichnam meine Menschenliebe vergiftet: Wenn nötig lasse ich die Bombe platzen.“ Zwischen Gott und Teufel erwählt er den Menschen, wodurch  Götz zum Menschen bekehrt wird. Er bricht mit der absoluten Moral und entdeckt oder erfindet eine menschliche, konkrete, historische Moral. In seiner konkreten historischen Situation ist es unabwendbar, Leiden zu verursachen um größeres Leiden abzuwenden. Götz, der sich aus Güte und Milde weigerte, den Bauernaufstand zu organisieren, schließt sich den Aufständischen endlich an. Als erste Konsequenz aus dieser neu erlangten Moral übernimmt Götz die ihm von Nasty angetragene Führung der Aufständischen und ersticht den ungehorsamen Offizier, der ihm nicht folgen will. Er übernimmt den Oberbefehl wider Willen. Nach einem kurzen Schwächeanfall meint Götz: “Das Reich des Menschen hat begonnen. Die Menschen von heute werden als Verbrecher geboren. Ich muss meinen Anteil an ihren Verbrechen einfordern, wenn ich meinen Anteil an ihrer Liebe und ihren Tugenden haben will.“  Jean Paul Sartre schrieb über sein Stück: “Der Weg den Götz einschlug, war ein Weg in die Freiheit: er führt vom Glauben an Gott zum Atheismus, von einer ort- und zeitlosen abstrakten Moral zu einem konkreten Engagement. Nasty, eine andere Figur neben ihm wäre der Revolutionär. Aber da er im 16. Jahrhundert lebt, hat er eine religiöse Dimension. Daher gibt er sich als Prophet aus. In einer anderen Zeit hätte er eine politische Partei gegründet.“

Die existenzialistische Moral der grenzenlosen Freiheit um der Freiheit willen stößt an Grenzen. Die Freiheit des Einzelnen schließt nicht die Vernichtungslizenz für Freiheit und Leben des Anderen ein. In seinen „Betrachtungen zur Judenfrage“ schreibt Sartre bereits 1944:“ Der Antisemit ist grundsätzlich verständnislos gegenüber gewissen modernen Eigentumsformen, wie Geld, Aktien und so weiter. (..) Trotz alledem haben die Juden einen Freund – den Demokraten. Aber er ist ein  armseliger Verteidiger. Wohl verkündet er, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben, ja er hat die Liga der Menschenrechte geschaffen, jedoch seine eigenen Erklärungen verraten die Schwäche seiner Position. (…) Für einen selbstbewussten und stolzen Juden, der auf seiner Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft besteht, ohne deshalb die Bande zu verkennen, die ihn mit einer nationalen Gemeinschaft verknüpfen, ist zwischen einem Antisemiten und einem Demokraten kein so großer Unterschied. Dieser will ihn als Menschen vernichten, um nur den Juden, den Paria, den Unberührbaren bestehen lassen, jener will ihn als Juden vernichten, um ihn als Menschen zu erhalten, allgemeines abstraktes Subjekt der Menschen- und Bürgerrechte. Auch der liberalste Demokrat ist nicht frei von Antisemitismus. Er ist dem Juden insoweit feindlich gesinnt, als diese es wagt, sich als Jude zu fühlen. (..) Wir haben nun gesehen, dass entgegen einer weit verbreiteten Ansicht nicht der Charakter des Juden den Antisemitismus macht, sondern dass im Gegenteil der Antisemit den Juden schafft. Das Urphänomen ist demnach der Antisemitismus, ein Rückschrittliches soziales Gebilde und eine noch nicht auf Logik aufgebaute Weltanschauung. (..) Was der Antisemit wünscht und vorbereitet, ist der Tod des Juden.“ 1944 erahnte Sartre noch nicht die Dimension von Auschwitz, gleichwohl bleibt seine Schrift „Überlegungen zur Judenfrage“ bis heute eine Konstante seines Engagements. Seine Sorge um den Staat Israel, weil diesem die notwendigen Waffen verweigert wurden, um sich gegen die arabischen Nachbarn zu verteidigen, seine Solidarität mit Israel während des Jom-Kippur-Krieges 1973,  seine Polemiken gegen den „linken Antisemitismus“, seine Reisen nach Israel, seine Begeisterung für die Kibbuzim, seine Proteste 1975 gegen die Gleichsetzung von Zionismus und Rassismus durch die UN-Generalversammlung, zu einer Zeit als es die Hamas und die Qassam-Brigaden noch nicht gab, sind mit Blick auf seine algerischen Freunde umso bemerkenswerter. Sartre engagierte sich für ein unabhängiges Algerien und gegen den Krieg in Vietnam. Während des französischen Algerienkrieges war er das “Gewissen“ Frankreichs. Die späteren unsäglichen „Antirassismus-Konferenzen“  der UN, also Durban I und II, diese antizionistischen, grotesken, Menschenrechte verachtenden Tribunale gegen Israel, erlebte weder Jean-Paul Sarte noch Jean Améry.

Jean-Paul Sartre hat 1965 den („westlichen“) Literatur Nobelpreis für sein autobiografisches Werk, „Die Wörter“, abgelehnt. Sartres Begründung damals: „Einzuwilligen, dass man einen Orden erhält, heißt dem Staat oder dem Fürsten das Recht zuerkennen, einen zu beurteilen, einem Ansehen zu verleihen. … Ein Schriftsteller, der politisch, gesellschaftlich und literarisch Stellung bezieht, sollte nur mit seinen eigenen Mitteln handeln, das heißt mit dem geschriebenen Wort“  Der Hebräischen Universität Jerusalem hat der Atheist Jean-Paul Sartre dagegen das Recht zuerkannt in auszuzeichnen, nachdem er 1977 von dieser die Ehrendoktorwürde erhielt. Israels Sonderstellung in Sartres Denken wird durch diese Annahme  überdeutlich.

Jean-Paul Sartres Bücher kamen, um die Gläubigen „zu schützen“ 1962 auf den „Index Librorum Prohibitorum“ der katholischen Kirche. Das Lesen von Sartres Büchern konnte zur Exkommunikation aus der katholischen Glaubensgemeinschaft führen. Dem Beispiel der katholischen Kirche folgte im Jahre 2010 die Redaktion einer irgendwie „linken“ Berliner Wochenzeitung. Unter Androhung von „Exkommunikation“ wird den Gläubigen der „Freitagscommunity“ bis zum heutigen Tag verboten auf die Texte der sogenannten Tabublogs, wie z.B. „Mission Impossible“, zu verlinken. Alle Gläubigen dieser Welt, vor allem die tiefgläubigen „Israelkritiker“ der „Freitags-Community“, sollten heute, um einer besseren Welt willen, Sartre lesen!

Quellen: J.P. Sartre – Der Teufel und der liebe Gott (1951) | J.P Sartre – Betrachtungen zur Judenfrage (1944)

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118 Kommentare leave one →
  1. 7. März 2011 23:20

    Hoffentlich wird der weinsztein nicht exkommuniziert, wenn er hier als Gastkommentator auftritt. Die „Freitagsmoderation“ wird ihm hoffentlich strafmildernd zu Gute halten, dass er sich in der Berliner Community bisher sehr „Freitags-konform“ benommen hat. An das Verlinkverbot hat er sich bislang auch sehr brav gehalten. Außerdem bringen seine vielfältigen untertänigsten Ergebenheitsbekundungen an die „Freitags-Damen“ sicherlich Pluspunkte bei dem Herrn Kosok.

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  2. 8. März 2011 07:16

    Verlinken ist ein Tabu, aber getuschelt wird darüber. Eigentlich eine tolle Sache, sich fast wie eine Art Revolutionär fühlen zu dürfen. Jetzt wird mir auch klar, warum mir freitag.de immer ein wenig wie katholisch.de und manchmal wie http://napierski.wordpress.com/ vorkommt, wobei der Freitags-Bischof Augstein heißt.

    Ick schmeiß mir weg
    Alaaf an der Spree

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    • 8. März 2011 14:30

      Ich habe versuch Ralph Napierski im „Freitag“ zu finden. Keine Suchergebnisse gefunden. Vielleicht schreibt Ralph Napierski unter einem anderen Nick. „Uwe Theel“ und „Bürger Fro“ können es nicht sein, die sind evangelisch.

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  3. 9. März 2011 12:10

    Die meisten islamischen Staaten wollen angebliche Beleidigung von Religionen weltweit unter Strafe stellen. Die „Organization of the Islamc Conference“ besteht aus 57 islamischen Staaten mit Sitz und Stimme in der UNO. Die „Kairoer Menschenrechtserklärung“ der OIC von 1990 ist ein islamischer Gegenentwurf zur UN-Charta der Menschenrechte, in der nur die Sharia als Grundlage und Grenze von Menschenrechten gilt.

    Als bei der UN-Menschenrechtskonferenz 2008 in Durban der britische Historiker David Littman versuchte, während einer Sitzung des Ausschusses die Themen Zwangsverheiratung und Steinigung kritisch anzusprechen, wurde er umgehend in die Schranken gewiesen mit der Anmerkung: „Über die Scharia diskutieren wir hier nicht!“ Dem Historiker wurde nach seiner Kritik sogar Islamophobie vorgeworfen. So erging es allen kritischen Mitgliedern dieser sogenannten UN-Menschenrechtskonferenzen (Durban I und II). Es ist kein Zufall, dass Holocaustleugner und Rassisten wie Mahmud Ahmadinedjad auf diesen UN-Antirassismuskonferenzen die „Stargäste“ sind und der Staat Israel stets der einzige Angeklagte ist.

    Eine Kritik an Sharia, Genitalverstümmelung, Zwangsheirat, Steinigung, Ehealter von Mädchen ab 9 und Todesstrafe für den Abfall vom Islam ist im UN-Menschenrechtsrat verboten, da dies laut der Mehrheit des Rates eine Beleidigung des Islam sei, da dies Rassismus sei!!!

    Dies, so Alex Feuerherdt, „zeige deutlich, dass ein Boykott der Durban-Fortsetzung die einzige Möglichkeit des Protestes darstelle, da kritische Stimmen im UN-Menschenrechtsausschuss von vornherein übertönt würden.“ Was hätte wohl Jean-Paul Sartre zu dieser UN-Groteske gesagt?

    Weitere Infos:
    Eine Schande namens Uno
    Genfer Groteske
    Für den Boykott von Durban II!

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    • 9. März 2011 12:24

      Ergänzung: „Die Qualität der internationalen Menschenrechtspolitik wird dementsprechend zu einer Frage der Mehrheit, und die ist in fast allen UN-Gremien, den Sicherheitsrat ausgenommen, auf der Seite der arabischen und islamischen Länder. Innerhalb dieser Mehrheit hilft man sich gegenseitig, wählt sich in Menschenrechtsgremien und sorgt dafür, dass Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land nicht zur Sprache kommen. Gleichzeitig sind Angriffe auf Israel das allgemein anerkannte Mittel, um das eigene Engagement in Menschenrechtsfragen zu demonstrieren.“

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      • 9. März 2011 17:08

        Ja – aber es ergibt nicht viel Sinn hier auf den Israel-Konflikt zu polarisieren, da diese Weltsicht uns alle betrifft. Israel ist zwar ein geografisch naher, aber dennoch nur ein Teil davon. Grundsätzlich ist es so, dass der Islam in seiner heutigen Nahost-Ausprägung vor allem ein Machtsicherungsinstrument ist, wie vor Jahrhunderten die Christliche Kirche in Europa – nicht mehr, nicht weniger. Umso verwerflicher ist es, wie „Linke“, die ich hier ganz bewusst in Klammern setze, weil sei keine sind, den Nahost-Konflikt für sich instrumentalisieren. Sie verteidigen Geisteshaltungen, die sie hier in römisch-christlicher Gestalt sofort verdammen würden. Jedoch ist der Konflikt schön weit weg, und so kann man sich – ich schreibe es mal bewusst vulgär – mit dem fetten Westarsch im Sofa lümmeln, alle Vorzüge genießen und sich als Freiheitskämpferunterstützer fühlen.

        Eine derartige Haltung ekelt mich persönlich an und ich die Linke eben aus diesem Grund im Moment ab, denn die Linke verrät so nicht nur die Menschenrechte hier, sondern fällt auch all jenen in den Rücken, die dort Opfer der islamistischen Hexenjagd sind. Um etwas Anderes handelt es sich nämlich nicht. Die Linke unterstützt auf diesem Weg nichts weiter als die „Heilige Islamische Inquisition“.

        Punkt.

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      • 9. März 2011 19:11

        Tiefscharf, ich stimme zu. Ergänzend noch einige Bemerkungen: Jedes Stückchen Emanzipation der Menschheit, noch das bescheidenste, ist nicht mit, sondern gegen Religion und Kirche erkämpft worden. So wunderte es mich damals nicht, dass Edmund Stoiber während des Karikaturenstreits um Jyllands Posten bei uns eine Verschärfung des Gotteslästerungsparagraphen § 166 forderte, dass „Freitagsbloggerinnen“ wie „Rahab“, „Alien59“, „D.v.W.“ usw. islamistische Regierungen verharmlosten oder verteidigten und islamische Gesetzgebungen (Burka, schariakonforme Finanzprodukte usw) gar forderten. So gesehen ist nicht nur die „Linke“ betroffen. Israel ist nun mal geographisch das Land, das zuerst betroffen ist. Ich halte es für keinen Zufall, dass ausgerechnet die fanatischsten Gegner Israels die leidenschaftlichsten Verteidiger von Scharia, Ahmadinejad und der islamischen Religion sind. Die Gleichsetzung von Islamophobie und Antisemitismus wird zudem gerne in diesen Kreisen verwendet, meist um vom eigenen Antisemitismus abzulenken, wofür „Bürger Fro“ aus der FC ein gutes Beispiel ist.

        Viele „Linke“, und das reicht hinein bis in das „grüne Umfeld“, verwechseln Ausländerfeindlichkeit und Rassismus mit Kritik am Islam und gehen daher faktisch konform mit Ahmadinejad und „seinem“ UN-Menschenrechtsrat. Dass „Linke“, wie die der „FC“, beispielhalber für das iranische System schwärmen, dabei bewusst in Kauf nehmen, dass zuerst iranische Kommunisten, dann Linke, dann säkulare Demokraten, später Frauen tausendfach gefoltert, ermordet oder hingerichtet wurden und werden, wundert mich nicht nur, es widert mich an.

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      9. März 2011 19:26

      Wie das dann innerhalb eines islamischen Landes aussieht, wenn die Beleidigung von Religionen unter Strafe gestellt wird, das sah man ja gerade erst wieder in Pakistan:
      http://www.n-tv.de/politik/Punjab-Gouverneur-erschossen-article2284241.html
      http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/neuer_blasphemie-mord_in_pakistan_1.9778004.html

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      • 9. März 2011 19:29

        Eben. Und man muss sich immer wieder die „Denke“ vor Augen führen, die zu so etwas führt, die nämlich besagt, dass es „gerecht“ sei, einen „Gotteslästerer“ zu töten.

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      • 9. März 2011 20:52

        Im Iran, Saudi-Arabien oder Pakistan gegen ein Blasphemie-Gesetz zu protestieren, ist für die säkularen Einwohner in diesen Ländern lebensgefährlich. Die Frage bleibt, wieso sich hierzulande nur wenige für „Religionsfreiheit“ einsetzen, wieso westliche Regierungen diese säkularen Kräfte kaum unterstützen, wieso hierzulande „linke“ Gruppierungen nicht gegen Blasphemie-Gesetze weltweit protestieren, wieso drakonische Strafen (Steinigung, Auspeitschung, Amputierung) für „Ehebrecherinnen“, Homosexuelle oder Apostaten in gewissen Berliner Foren bagatellisiert werden.

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          9. März 2011 21:29

          Ja, @Fidelche, das ist leider so.
          In der FC wird sich immer jemand finden, der was auch immer irgendwie relativieren wird.

          Heute schlagen sich in Kairo wieder Muslime und Kopten gegenseitig die Köpfe ein, weil eine koptische Kirche brannte.
          http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,749886,00.html
          In der FC findet so etwas in der Regel keine Erwähnung. Ist zu unangenehm.

          Skurrile Ergänzung zum Thema:
          Deutschland hat im Jahr 1999 einem ägyptischen Islamisten Asyl gewährt, weil er in Ägypten „unterdrückt“ wurde – wofür Mubarak westliche Unterstützung erhielt.
          Heute wurde Osama Ayoub vor dem OVG Münster bestätigt, daß ihm der Asylstatus 2006 zu Recht entzogen wurde, da er in der Vergangenheit mehrfach als „Hassprediger“ in Moscheen in Münster und Minden aufgetreten war.
          Vor Gericht erschien er mit dem jüngsten seiner 8 Kinder und er wie sein Anwalt sind zuversichtlich, daß sie entweder in Revision oder nach Den Haag gehen werden – wo im Zweifelsfall alle 8 Kinder ein Daueraufenthaltsrecht erhalten und ihre Eltern als ihre „Betreuer“ weiterhin geduldet werden.
          http://www.nw-news.de/owl/4296447_Mutmasslicher_Hassprediger_verliert_Asylrecht.html

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        • 9. März 2011 21:42

          „… geduldet werden werden.“ – auch wenn’s bescheuert aussieht und klingt.

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        • 10. März 2011 17:14

          Sweetheart, die „libysche Revolution“ ist „rätselhaft“. Die Informationen über die „Aufständischen“, was sie wollen, wer sie sind, usw. sind sehr gering. So wie ich es sehe hat Tunesien die besten Aussichten für eine bessere Zukunft, was daran liegen könnte, dass dieses Land in der Region am schwächsten islamisiert ist. Hibou schreibt im „Roten Salon“ über Usbekistan. Eine ehemalige Sowjetrepublik mit einer laizistischen Verfassung. Wen wundert das? Eine laizistische Verfassung würde Ägypten und den anderen nordafrikanischen Ländern sicherlich sehr gut tun.

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          13. März 2011 20:49

          Mal abgesehen von allen anderen aktuellen Ereignissen – hier eine Ergänzung zu meiner obigen Linksammlung vom 10.3. zu Anschlägen (der Taliban) in Pakistan im Verlauf des letzten Jahres:
          Der afghanische Präsident Karsai fordert aktuell das Ende von Einsätzen der USA und der Nato in seinem Land – und indirekt eine Verlagerung dieser Aktivitäten nach PAKISTAN.

          „Wenn es sich um einen Kriege gegen Terroristen und den internationalen Terrorismus handelt, sollten sie ihn in den Regionen führen, die wir Ihnen in den letzten neun Jahren gezeigt haben und die sie auch kennen.“ wird Karasi im STERN, der FAZ und der SZ z.B. zitiert.

          Der STERN schreibt weiter:
          „Karsai hatte in der Vergangenheit wiederholt gefordert, Stellungen der radikalislamischen Taliban im Ausland, vor allem in Pakistan, statt afghanischen Ortschften anzugreifen.“
          http://www.stern.de/politik/ausland/afghanistan-karsai-fordert-ende-der-nato-einsaetze-1662797.html

          Heute hat nun auch, man lese und staune, der FREITAG das Thema Pakistan und dessen Blasphemiegesetz entdeckt:
          http://www.freitag.de/politik/1110-zur-h-lle-schicken?searchterm=pakistan

          Vor einem Monat hatte man einen Artikel zu Pakistan aus dem GUARDIAN von Declan Walsh übernommen, der offensichtlich regelmäßig im GUARDIAN zu Pakistan schreibt:
          http://www.freitag.de/politik/1106-aufgeblasener-kranker-elefant?searchterm=pakistan
          http://www.freitag.de/politik/1101-schweigen-toetet

          Und auch Norman Paech gab im vergangenen Oktober seine Sicht zum Drohneneinsatz der USA im pakistanischen Grenzgebiet kund – mit den zu erwartenden Schlenkern zu Israel und zur Hamas:
          http://www.freitag.de/politik/1042-hinrichtung-am-bildschirm

          Die F-/FC-Leser scheint Pakistan nicht sonderlich zu interessieren, wenn man von der geringen Zahl der Kommentare und den sehr wenigen Blogs ausgeht.

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        • sweetheart permalink
          14. März 2011 11:37

          Und wem das Thema „Pakistan“ noch nicht reicht für einen vertrauensvollen Blick in die Zukunft:
          China hält an seinen Plänen, in den nächsten 4 Jahren seine die Nutzung von atomarer Energie massiv auszuweiten, mit dem Bau von 28 (achtundzwanzig!)weiteren AKWs fest.
          Dies wurde auf dem Volkskongress vom letzten Samstag ohne Debatte beschlossen
          Bisher sind in China 13 Reaktoren in Nutzung.
          http://derstandard.at/1297820226723/Desaster-bremst-Atomkraft-Fans
          Und auch die Türkei hält an ihren AKW-Bauplänen fest: eines davon wird von einer japanischen Firma gebaut werden, ein weiteres von einer russischen.
          Na, dann!
          Hauptsache die deutsche Mischung aus Politikern mit eingebautem Windrichtungsdetektor und empört-engagierten Wutbürgern sorgt jetzt erst einmal dafür, daß im “ Ländle“ umgehend alle AKWs abgeschaltet werden!

          Kein Vertun: eine Welt ohne Atomkraft in jedweder Form wäre mir lieber, aber ich würde versuchen, Hirn und AKWs nicht gleichzeitig abzuschalten.

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        • sweetheart permalink
          14. März 2011 12:07

          Und „zur Verstärkung“ in Sachen AKW-Diskussion lehne ich mich da gerne an den heutigen Kommentar von @j-ap beim FREITAG an:
          http://www.freitag.de/community/blogs/klaus-binding/atomkraft—nein-danke

          Und dem darunter fragenden @Luca sei gesagt:
          Ja, @iDog ist die Nervensäge mit den „seismischen Waffen“ und diversen weiteren Verschwörungstheorien, der wie wohl inzwischen die gesamte Kern(!)-Mann- und Frauenschaft bei ZEITOnline ausgezogen (worden) und unter Hinterlassung diverser an die inzwischen erstaunlich eingrifffreudige ZO-Redaktion gerichtete Empörungsblogs und -kommentare „endgültig“ in die FC übergesiedelt ist – oder dort wie so viele andere zumindest einen Zweitwohnsitz genommen hat.
          http://community.zeit.de/user/damevonwelt/beitrag/2011/03/07/zeitgut-xl-erich-gengerke?page=7#comments

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        • 14. März 2011 13:16

          Sweetheart,
          das „Paech-Blog“ hab ich kurz überflogen. Passt sehr gut in den „Freitag“. Aber schockierend finde ich, dass „Dame.von.Welt“ in der „Zeit“ aufhören will. Ein großer „Verlust“ für dieses Forum, aber ihr Profil will sie noch stehen lassen. Immerhin.

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        • 14. März 2011 16:49

          Linksammlung? — Da habe ich auch noch zwei Scheiben beizusteuern:

          1. Darkness Falls — Barack Obama’s policy toward the Libyan struggle for freedom is no longer a muddle. It is now a disgrace. (The New Republic, 11.03.)

          2. A Deepening Rift Between Germany and Israel (New York Times, 07.03.)

          A propos »Roter Salon«, lieber Fidelche: Ich hab’s immer noch nicht geschafft, mir ein wordpress-Blog zuzulegen. Gut, bis heute war ich ohnehin anderweitig eingespannt, aber mir ist noch immer kein Name eingefallen dafür, Sakrament.

          Gruß!

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        • sweetheart permalink
          14. März 2011 18:35

          Ob Frau Merkel wirklich „How dare you!“ zu Netanjahu gesagt hat?
          ————–

          Wie wär’s mit „Josefs Sakrament“?

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        • 14. März 2011 19:01

          Alas, I daresay she did, sweetheart.

          Übrigens, wo hier gerade alle deutsche Welt ihre alte Todesverfallenheit im Angesicht des Atoms wiederzuentdecken scheint, stelle ich ganz unten mal einen Kommentar ein, dem ich zwar nicht zustimme, ihn aber trotzdem verbreite, weil er (1) gestern bei Indymedia »zensiert« wurde und (2) schon deshalb und abseits möglicher Zustimmung verbreitet gehört, weil er die allgemeinschaftliche europäische Konsensmeierei durchpflügt.

          Man sehe mir tunlichst nach, daß es nichts mit dem Thema zu tun hat. Weiter also unten.

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        • sweetheart permalink
          14. März 2011 19:10

          „Wo „oben“ ist, weiß ich ja dank meiner Mutter: immer da, wo sie ist – ein paar andere ältere Damen wohl auch noch, wenn ich mich recht entsinne.

          Aber wo ist jetzt „weiter unten“?

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        • 15. März 2011 10:30

          @J-AP 14/03/2011 16:49
          Hallo J-AP,
          Den Namen des Blogs können Sie später abändern, nur die Domain bleibt.
          Wie wäre es mit japswelt.wordpress.com?

          Gruß fidelche

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        • sweetheart permalink
          15. März 2011 11:28

          @Fidelche, daß ich nicht angesprochen bin, hat mich ja bisher selten gestört – so auch hier.
          Ich finde „japswelt“ ungelungen: es ist phonetisch-artikulatorisch „witzig“, was nicht immer passen dürfte – es klingt einfach nicht gut und die assoziative Nähe zu einem großen Publikationsmedium muß vielleicht auch nicht sein.

          Für das, was mir eben noch einfiel, gilt meine Kritik ebenso: „J-Ap’s Store“?

          Er wird schon was finden!

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        • 15. März 2011 11:39

          »JAP’s World« — das habe ich einem Kollegen von mir gestern vorgesprochen, und der meinte: Are you serious, you cynic? Right after the armageddon down there?

          Meine wirklich gnadenlose Unkreativität bringt mich noch dazu, einen Namenswettbewerb auszuschreiben!

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        • sweetheart permalink
          16. März 2011 21:53

          @Fidelche, zu Deinem Kommentar vom 14. um 13.16

          Ja, „die Dame“ – sie gibt nun ihr Bestes in der FC, d.h. ständiges blaustrümpfiges Belehren mit ausgestrecktem Zeigefinger, Zurückverfolgen sämtlicher ihr mißliebiger Äußerungen eines ihr mißliebigen Bloggers bis zur Stunde O (Sie, xy… haben am …), den sie bis zu dessen entnervter Flucht oder zum Nickwechsel stalkend kommentieren und zu Demutsbezeugungen wie Abbitten oder reuigen Kniefällen auffordern wird, während sie denjenigen gleichzeitig des PN-Stalkens bezichtigen wird. So isse!
          Wahrscheinlich kann sie nicht dafür. Sie hat’s ja auch nicht leicht.

          Wie gewohnt stellt sie sich dann mal wieder mit wedelndem Stockschirm vor Schwester @Rahab, die aktuell auch wieder zu Hochform aufläuft und alles, was ihr nicht in den Kram paßt als eine (natürlich männliche!) „sexuelle Perversion“ bezeichnet und die hilflose Maike Hank zu Hilfe ruft.
          http://www.freitag.de/community/blogs/mandelbrot/offener-antisemitismus-in-bremen#comments

          Wer sich mal wieder ins Bewußtsein rufen will, warum er oder sie lieber nicht in der FC „diskutiert“, lese die Kommentare vom gelöschten Kommentar von @derDonnerstag (16.3., 12.56) an in Richtung Süden.
          Die selbst-stilisierte Dame weiß im Übrigen auch, wo alles Übel in der FC herkommt:
          „Ihre ‚berechtigte Frage‘ stammt mutmaßlich von der erbärmlichen Seite, für deren Verlinkung man hier gelbe Karten kassiert. Mich ödet es allmählich an, daß das Gegeifer von dort von Figuren wie Ihnen immer wieder in die FC getragen wird.“ schreibt sie heute um 18.27 an @derDonnerstag.

          Ich weiß ja nicht, ob @derDonnerstag hier liest (ich schätze mal, der kann auch alleine denken), aber „der Dame“ ist es ja offenkundig nicht zu „öde“, sich hier auf dem laufenden zu halten.

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        • 16. März 2011 22:30

          Letztlich soll es ja auch Spaß machen.
          „Nichts dafür können nur die anderen!“
          Und nur mal so: topblog.wordpress.com ist noch frei …

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        • reflexione galore permalink
          17. März 2011 03:11

          @sweetheart: Die Zensurbegründung des Freitag gegenüber dem derDonnerstag, er habe beleidigt, ist mal wieder ganz super. Ich frage mich, ob es beabsichtigt ist, manipulativ auf „Beleidigung“ zu verweisen oder ob einfach „nur“ Unachtsamkeit gekoppelt mit Unwissen und Unterstellungen, ist. Hanky-Panky aka Maike Hank mit Verteidigungshang zu – wie derDonnerstag anmerkt – „anerkannten Opfergruppen“ – brüstet sich als redaktionelle Sprecherein einer „Quoten-Damengruppe“, die autoritätshörig ihrem Rotkäppchensyndrom nachgeht. Als Anmerkung an derDonnerstags Post im selben Strang an Miauxx: er hat die Schweiger/Mitläufer vergessen, die es nicht nötig haben, sich zu äussern und sich ihrer selbst mehr als sicher sind:

          „…Die israelische Siedlungspolitik zu kritisieren, halte ich für legitim. Ich finde das auch nicht alles super. Meine grundsätzliche Einstellung zu Israel ist allerdings, dass ich, wenn ich mich in einzelnen Fragen nicht gut auskenne, lieber erst einmal schweige, bevor ich Israel zu Unrecht verurteile. Die bei großen Teilen der Linken vorherrschende Einstellung, im Zweifel erst einmal gegen Israel zu sein und mit der größtmöglichen Keule drauf zu hauen, finde ich sehr befremdlich.“
          Tja, die einen Freitagsuser hauen „schwarz“ mit dieser Keule d’rauf, die anderen verschweigen „weiß“ ihre Meinung und meinen, damit weise zu sein. Ich nenne das „weiße Vernebelung“.

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        • reflexione galore permalink
          17. März 2011 03:24

          Öhm. Ohm. Nennt man diese QuotenquerelleINNEN eigentlich FuckerInnen oder doch besser FuckerInnen?

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        • reflexione galore permalink
          17. März 2011 03:25

          FuckerInnen or SuckerInnen?

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        • sweetheart permalink
          18. März 2011 23:18

          Ich beziehe mich auf meinen obigen Kommentar vom 13.3., 20.49 zum Thema „Pakistan“:
          Die USA haben nicht viel Zeit verstreichen lassen, ehe sie dem Wunsch des afghanischen Präsidenten Karsai, die USA und die Nato mögen doch ihre Aktivitäten nach Pakistan verlegen, nachgekommen sind.
          Beim gestrigen Drohnenangriff der USA im pakistanischen Grenzgebiet wurden 40 bis 50 Menschen getötet, 41 davon angeblich, vermutlich Taliban.
          http://www.focus.de/politik/ausland/konflikte-41-tote-bei-us-drohnenangriff-in-pakistan_aid_609809.html
          oder hier:
          http://derstandard.at/1297820651930/41-Tote-bei-US-Drohnenangriff

          Dieses hier zum Nachhören:
          http://www.wdr5.de/sendungen/neugier-genuegt/s/d/18.03.2011-10.05/b/schmuggelpfade-im-stammesgebiet.html
          Und dieses hier als Hörtipp:
          http://www.wdr.de/wissen/wdr_wissen/programmtipps/radio/schwerpunkt/islam.php5
          Ab Sonntag sendet wdr5 eine Feature-Serie zum Thema „Gesichter des Islam“.

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        • 19. März 2011 11:38

          @Sweetheart
          Irgendwie erinnert dies alles an einen Zusammenprall der Kulturen: „Einen Gotteslästerer umzubringen, ist die Pflicht jedes Muslimen – so argumentieren die Unterstützer des pakistanischen Blasphemiegesetzes. Das Gesetz, dass aktuell in Pakistan zu immer neuen Gewalttaten führt, hat eine längere Geschichte.“

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  4. 10. März 2011 17:20

    In einem Interview mit Le Nouvel Observateur sagte Sartre im Juni 1965: „Das ist der Realismus der Technokraten, von dem ich neulich sprach: “Die Linke stirbt, laufen wir zur Rechten über. Nämlich zu sagen: „Die Linke ist schwer krank. Da wir dazugehören, werden wir unsere ganze Anstrengung daran setzen, sie neu zu beleben. Um zu verhindern dass sie verschwindet, muss Arbeit geleistet werden: lasst uns diese leisten, selbst wenn die Erfolgschancen kurzfristig dünn sind.“

    Was würde ich dafür geben, wenn Sartre sich heute über die Ansichten der „linken Freitags-Community“ , über die Anschauungen von beispielshalber Uwe Theel, über die Islamisierung der Nahost-Gesellschaften, über die Debilität beachtenswerter Teile der westdeutschen Linken äußern könnte.

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  5. 10. März 2011 22:21

    Freiheit und Situation-Satire:

    Nie sind wir freier gewesen als in der „Freitagscommunity“. Wir hatten alle unsere Rechte verloren, insbesondere das Recht zu reden: man hat uns tagtäglich ins Gesicht gespottet und wir mussten schweigen: man deaktivierte uns massenweise, als Blogger , als Kommentierende, als politische Linke: überall in den Rubriken, in den Blogs, auf der Onlineausgabe trafen wir das abscheuliche und schlappe Gesicht, das uns unsere Unterdrücker von uns selbst geben wollten: wegen all dem waren wir frei. Weil das Betongift unser ganzes Denken infiltrierte, wurde jeder richtige Gedanke zu einer Eroberung: weil ein allmächtiger Kosok uns zum Schweigen zu zwingen versuchte, wurde jedes Wort kostbar wie eine Prinzipienerklärung: weil wir zensiert wurden: bekam jede unserer Bewegungen das Gewicht eines Engagements.

    frei zitiert nach Sartre

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    • weinsztein permalink
      12. März 2011 04:11

      Sehr geehrter Herr fidelche,

      Sie wählten Ihren Nick, schrieben Sie mal (sinngemäß), weil Sie Fidel und Che nahe seien.
      Wie listig, wie lustig!

      Nun der Missbrauch von Sartre, den Sie hier frei zitieren, ihn verhaften, um gegen eine Qualitäts-Community zu hetzen, in der Sie sich gelegentlich blamierten. Und wo Sie wohl jede Ihrer Bewegungen als „Gewicht eines Engagements“ verspürten.

      Nun das: eifriges fidelche verhebt sich an Sartre.
      Gern gelesen!

      Herzlichst
      weinsztein

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    • 12. März 2011 11:53

      Sehr geehrter Herr weinsztein,
      über Che Guevara sagte Sartre:“Ich halte dafür, dass dieser Mann nicht nur ein Intellektueller, sondern der vollkommenste Mensch unserer Zeit war.“

      Mit Verlaub Herr weinsztein, wenn ich mir vergegenwärtige was ihre „FreitagsfreundInnen“ flankiert von ihnen, in dem moderierten „Freitagsforum“ täglich an unsäglichen, (strukturell) antisemitischen, völkischen, sozialdarwinistischen und nationalbolschewistischen Ansichten abgaben, dann muss ich gestehen, dass ich mich zu den vollkommeneren Bloggern zählte, was wiederum an der allgemeinen „Qualität“ des Forums lag. Das mag für Sie überheblich klingen, NPD-Mitglieder und Stalinisten dürften dies natürlich anders sehen, aber ich hatte nun mal die besseren Argumente, was wiederum nicht schwer war, weil die „Betongegner“ keine (kaum) Argumente hatten;)

      Blamiert habe ich mich eher nicht, blamiert und in Zusammenarbeit mit befreundeten Menschen erfolgreich angeklagt habe ich den „Freitag“ und seine Community! Wenn Sie dies nicht nachvollziehen können, fragen Sie doch einfach in der Konkret-Redaktion, in der Jungle World-Redaktion, bei Hermann L. Gremliza, Jutta Ditfurth, Stefan Frank, Tilman Tarach nach. Ich vergaß, für Nationalbolschewisten sind dass alles Antideutsche. Lol. Vor allem für ihre „Freitagsfreundin thinktankgirl“ empfehle ich ihnen das Buch von Jutta Ditfurth – Entspannt in die Barbarei!! Lesen Sie es, weinsztein!! Es steht sehr viel über Silvio Gesell, seine antisemitischen Menschenzuchttheorien und letztlich über den „Freitag“ drin!! Exklusiv für Sie, abschließend ein paar von der „Freitags-Moderation“ geduldete, kaum sanktionierte oder geförderte Ansichten aus ihrer (lol) „Qualitäts-Community“:

      Freude über in die Luft gesprengte israelische Busse – Vergleiche Israels mit dem Apartheitsstaat Südafrika, Gleichsetzung von Israels Politik mit der deutschen nationalsozialistischen Politik von 1933-45 – Boykottaufrufe gegen Israel – „ ..bestialische israelische Armee…“ – „Israel ist ein Staat, der systematisch Tausende von Menschen umbringt, obdachlos macht, Familien auseinanderreisst und bei Menschen, die nicht streben Traumata herbeiführt. Nennen Sie es wie sie wollen. Ich nenne das GROSSE SCHEISSE und hab was dagegen“ – „Der Zionismus ist rein ideologisch der Zwillingsbruder des nationaldeutschen Imperialismus“ – Silvio Gesells Menschenzuchttheorien (Hochzucht des Menschengeschlechts, „Erlösung von all dem Minderwertigen, mit dem die seit Jahrtausenden von Geld und Vorrecht geleitete Fehlzucht die Menschheit belastet hat) wurden, geschützt von der „Freitags-Moderation“, emanzipatorisch bezeichnet – Verbot den Koran zu kritisieren (Alien59) ….

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      • 12. März 2011 21:11

        Ich denke, die Trennung der Welt in die Gegensätze Kapital und Arbeit ist so wenig noch bekannt wie immerhin 68 noch als Trennung in Emanzipation und Beton. Daß heute auch selbstdefinierte Linke nicht mehr wissen, was sie sagen, ist ihnen zu sagen, weil sie es sagen. – Aufklärung geht krumme Wege, aber gerade die sind gerade.

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        • weinsztein permalink
          13. März 2011 00:57

          Herr Kühn, „Ich denke“ klang schon recht verheißungsvoll.

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      • 13. März 2011 14:42

        Dass weinsztein kein Wort über die Zitate seiner „Qualitäts-Community“ verliert ist bezeichnend. Ob weinsztein jemals Jutta Ditfurths, Entspannt in die Barbarei lesen wird? Ich vermute nein, seine „Qualitäts-Community“ könnte in den Schmutz gezogen werden.

        Übrigens weinsztein, indem Sie schreiben, „fidelche verhebt sich an Sartre“, wollen Sie offenbar zum Ausdruck bringen, dass Sie schon mal eine Zeile von Sartre gelesen haben. Das ist nicht ich Ernst, oder?

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        • weinsztein permalink
          14. März 2011 00:28

          Ach Sie Fidelche,

          Eifernd verheben Sie sich auch an mir.

          Mit Ihnen werde ich nicht über Sartre diskutieren.

          Und anders als vermutlich Sie lernte ich Jutta Ditfurth persönlich kennen. Wir sprachen u.a. über ihren Bruder, mit dem ich ein Jahr Zimmer an Zimmer zusammen studierte, der leider eine bedauerliche Entwicklung nahm, als eine Art Denunziant.

          Sie, fidelche, werfen mit Namen um sich, deren Träger angeblich mit Ihnen einer Meinung seien. Würden die Ihre Beiträge kennen, lächelten sie nachsichtig.

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        • 14. März 2011 14:18

          Ach weinsztein,
          wie kann ich mich an einem Leichtgewicht verheben? Wie ich bereits des Öfteren erwähnt habe, stand ich mit Jutta Ditfurth während meines „Gesell-Blogs“ in eMail-Kontakt. Sie gab mir, nachdem sie mein Blog und die unfassbaren Kommentare von „thinktankgirl“ und Co. gelesen hat, Tipps wie ich mit den „Freitags-GesellianerInnen“ am besten umgehe. Jutta Ditfurth hatte, gemeinsam mit Peter Bierl, bereits Ende der 80er Jahre mit den Anhängern von Silvio Gesells Menschenzucht ihre Kämpfe ausgefochten. Die antisemitischen, völkischen und sozialdarwinistischen Ansichten von Silvio Gesell und seinen Anhängern beschreibt Jutta in ihrem Buch „Entspannt in die Barbarei“. Haben Sie das Buch gelesen, weinsztein? Sicher nicht, ansonsten könnten Sie sich unmöglich mit „thinktankgirl“ und Co. solidarisieren! Wenn Sie mir nicht glauben und Sie Jutta Ditfurth tatsächlich kennen, sprechen Sie Jutta auf ihre eMail an mich vom 28.05.2010 um 16.07 Uhr an. In dem Mail schrieb mir Jutta unter anderem, dass ich starke Nerven brauche, was ich alleine schon in meiner Korrespondenz mit ihnen eindrucksvoll bewiesen habe. Dies alles schreibe ich nun schon zum wiederholten Male, offenbar haben Sie alles wieder vergessen. Ich hoffe, dass ihre Vergesslichkeit keinen pathologischen Hintergrund hat.

          PS: Peter Bierl kenne ich persönlich, vielleicht berichte ich ihm beim nächsten Treffen von ihrer „Qualitäts-Community“. Was mir die verschiedenen Konkret Autoren über ihre „Qualitäts-Zeitung“ mitteilten, darf ich leider nicht veröffentlichen. Ich kann ihnen nur so viel sagen: Es war vernichtend!

          ihr Gremlizianer fidelche

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        • weinsztein permalink
          15. März 2011 00:58

          An einem Leichtgewicht können Sie sich nicht verheben, Fidelche, Sie sind ja ein Gremlizianer. Das muss was ganz Tolles sein.
          Aber wer oder was ist ein Gremlizi?

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        • 15. März 2011 10:23

          Weinsztein, mein Fehler – Gremlizianer ist eine Wortschöpfung von mir, dass konnten Sie nicht wissen. Damit wollte ich zu Ausdruck bringen, dass ich zustimmender Konkret-Leser bin und keineswegs, im Gegensatz zu ihnen, auf nationalbolschewistische Medien „abfahre“. Hermann L. Gremliza ist der Herausgeber von Konkret.

          Da Sie auf meine Ausführungen zu Jutta Ditfurth nicht eingegangen sind, darf ich darauf hoffen, dass Sie sich mit Jutta in Verbindung setzen und endlich ihr Buch „Entspannt in die Barbarei“ lesen werden? Ich hoffe, dass Sie keine Angst vor Juttas Lektüre haben, weinsztein, wobei es Sie hart treffen dürfte, davon bin ich überzeugt. Ganz dringend lege ich ihnen Kapitel 4 ans Herz: “Der wahrhaft völkisch-gesinnte Mensch hasst den Klassengeist und möchte ein schönes Volksleben. Völkisches Empfinden duldet keine Zinsknechtung – Silvio Gesell, die Freiwirtschaftslehre und ihre AnhängerInnen“ (ab Seite 74).

          Es ist nie zu spät ihren Irrweg zu verlassen, andererseits vermute ich, dass Sie in ihrem jetzigen Zustand glücklicher sein dürften.

          Nichts für ungut
          Ihr fidelche

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        • sweetheart permalink
          15. März 2011 12:12

          @weinsztein – auch wenn Sie mich in irgendeinem Ihrer Kommentare hier „nicklich“ erwähnten, sah und sehe ich keinerlei Veranlassung, auf Ihre Kommentare zu reagieren.

          Ich habe mit Ihnen – abgesehen von einer Begegnung in einem Thread von @iranopoly zur Todesstrafe, als sie mich für einen Doppelnick von @derDonnerstag hielten – „nix am Hut“. Sie interessieren mich nicht.

          Offenbar interessiere ich Sie aber durchaus, auch wenn ich schon seit Monaten seit meiner Deaktivierung in der FC dort nicht mehr schreibe und an diesem Zustand auch nichts zu ändern gedenke:
          „Brötchen ist hier als eine Art Kunibert Donnerstag unterwegs, ein Sweetheart in kurzen Hosen.“
          http://www.freitag.de/community/blogs/mandelbrot/offener-antisemitismus-in-bremen

          Wenn Sie sicher sein wollen, daß Sie lesen, was @sweetheart meint, dann müssen Sie schon hier lesen: wo hier „sweetheart“ dransteht, da ist auch „sweetheart“ drin.

          Und um bei der Gelegenheit auch meine Meinung dazuzugeben: ich finde die Bremer Aktion der Linken geschmacklos und werde bei meinem Aufenthalt in Schwachhausen in der nächsten Woche gezielt in diesem Supermarkt israleische Grapefruit kaufen, auch wenn die aus Florida weitaus besser schmecken!
          Ich denke, die Linke hätte ihrer Meinung auch auf andere, mit weniger historischen Echos belastete Weise Ausdruck verleihen können.

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        • reflexione galore permalink
          15. März 2011 13:35

          @sweetheart: Mit diesem Kommentar Weinkrauts ist wieder seine altbekannte Paranoia mit ihm durchgegangen. Oder es ist einfach Angst vor Dunkelheit – anders kann ich mir seine nächtlichen Fehlschaltungen nicht erklären. Oder hat es etwa mit seiner „Klugheit“ zu tun und wir hier verstehen das nicht?

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        • 15. März 2011 14:01

          Wer bei deutschen Boykottaufrufen gegen Israel im Jahre 2011 keinen Zusammenhang mit den Boykottaufrufen gegen Juden im Jahre 1935 erkennt, ist entweder debil oder Antisemit!

          Die Kommentare im Blog von Mandelbrot belegen ein weiteres Mal den antisemitischen / antizionistischen Charakter der „Freitagscommunity“. Schön anzusehen, wie sich die antisemitischen Nationalbolschewisten mit der „Eselin Titta“ gegenseitig zustimmen und beweihräuchern.

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  6. reflexione galore permalink
    13. März 2011 00:55

    Fundstück in „Leopard“ von Jo Nesbø:
    „Alles schön und gut“, meldete Beate Lønn zurück, […] „Aber warum hat der Kavalier [mutmaßlicher Serienmörder] alles so unnötig kompliziert gemacht“?
    „Weil Menschen kompliziert sind„, sagte Harry und empfand das Gesagte wie das Echo einesS, den er irgendwann schon einmal gehört und wieder vergessen hatte. „Wir wollen komplexe, ineinander verzahnte Sachverhalte schaffen, in denen wir die Geschicke lenken und und als Herrscher in unswerem eigenem Universum fühlen.“

    Warum erinnert mich das so verdammt an die Freitagscom und das Ufo? 😉 🙂 Das heißt im Grunde nichts anderes, als dass keine Veränderung, kein Umdenken o.Ä. gewollt ist. 😦

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  7. 14. März 2011 18:44

    „Qualitäts-Community“ ist ein immer lustigerer Begriff. Ich würde sie eher als „Lame Delegation“ bezeichnen. Kaum jemand, der dort noch Nennenswertes schreibt und auch Lebendigkeit stellt sich mangels Masse nicht ein. Die „Qualitäts-Community“ zeigt sich relativ leblos, was man natürlich mit Qualität verwechseln kann – im Sinne von „Weniger ist mehr.“ – sollte man aber nicht, denn das Wenige ist überwiegend auch noch schlecht. Erstaunlich hierbei, dass selbst der Drang des Herausgebers in die mediale Öffentlichkeit Kraft seines Brandings nicht dazu führt, dass sich die „Qualitäts-Community“ nennenswert belebt.

    Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

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  8. 14. März 2011 19:06

    Noch mal zum Thema Qualitäts-Community:
    „Selbstverständlich ist für die Community-Reporter der Eintritt zum Kongress frei. Leider können wir keine Honorare bezahlen und keine Fahrt- und Hotelkosten übernehmen und Ihr müsstet Euer eigenes Arbeitsequipment (Laptop, ggf. Fotokamera) mitbringen. Wlan gibt es natürlich vor Ort.“

    Wie lächerlich ist das denn? Arbeiten sollen sie, organisieren sollen sie – aber nicht mal ein lausiges Zeilenhonorar als Anerkennung erhalten?

    Tja – so ist das mit „irgendwie Linken“. Engagement möchten sie, Leistung auch – zahlen wollen sie nicht. Aber über die Kapitalisten lamentieren.

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    • 16. März 2011 00:19

      Leistung muß sich wieder lohnen. FC Au…

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      • 16. März 2011 11:22

        Ja, ganz genau. Derlei Verhalten kenne ich auch von anderen sog. Linken. Für ihr Projekt nehmen sie in Anspruch, dass schon allein die inhaltliche Partizipation Lohn genug ist und verlangen genau das, was sie bei Anderen im Arbeitsmarkt verdammen würden. Geschrieben und organisiert soll werden, mit eigener Zeit, eigenem Equipment – für nichts als den Eintritt und das Dabeisein. Solche „Angebote“ repräsentieren genau das, was ich an derlei Anbietern zutiefst verachte. Zumindest eine symbolische Vergütung wäre in diesem Zusammenhang angemessen und würde zumindest diesen faden Beigeschmack verwässern. Vor diesem Hintergrund jedoch sollte sich der Freitag jegliche Kritk an der Praktikanten-Wirtschaft oder am Lohngefüge ein- für allemal sparen.

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  9. 14. März 2011 19:07

    — Gestern bei Indymedia gefunden, heute ibid. zensiert, deshalb hier noch einmal zur allfälligen Kenntnisnahme und Erbauung eingereicht von: J. A.-P., der nicht verabsäumt, darauf hinzuweisen, daß der Kommentar nicht unbedingt seine Ansicht wiedergibt und etwaige stenogrammatische Ausfallerscheinungen nicht auf seinem Miste gewachsen seyn. Manege frei! —

    »Eine Verarbeitung in neun Punkten zur Unfähigkeit der kritischen Massen das Elend der Menschen in Japan und anderswo zu reflektieren.

    1. Aus der Katastrophe in Japan profitieren Drückerkolonnen der Bewegungen und Parteiungen, die mit Antiatometiketten auf Stimmenfang gehen. Sie und niemand sonst, begrüßen die Zeitarbeiter, die im Namen der guten Sache, nun von den Zeitarbeitsfirmen angeworben werden, um die Spaziergänger im Namen der naturfreundlichen Global Player zu belästigen und zu Mitgliedschaften zu bewegen.

    2. Die Toten, die die Naturkatastrophen zu verantworten haben, sind diesen Bewegungen Humankapital, ebenso wie diejenigen die durch den AKW- Unfall in Mitleidenschaft gezogen werden.

    3. Keine dieser Bewegungen und Parteiungen von unten nach oben, von links über linksradikal zu Ökodekadent, liegt etwas an der Beseitigung des menschlichen Elends, dass die zweite und erste Natur hervorbringen. Sie lüstern erregt danach und sagen: „wir haben es euch doch gesagt, wir, die Engel des Schicksals, auf die Ihr nun gezwungen seit zu hören!“ und finden sich zu Orgien des vermeindlichen Gutmenschentums zusammen, um daran zu appelieren den Elendzsutand glatt zu lecken und ihn unter der ungwaschenen Bettdecke kuschelig zu vögeln.

    4. Reformismus und die Fixierung auf einzelne Firmen und Produktionsverfahren sind als Instrumente zum Kaschieren reine Bestrebungen zur Potenzierung des menschlichen Elends.

    5. Aus der Katastrophe profitiert – ebenso wie die Anti-AKW-Bewegung ein Gadaffi – dessen kleine unscheibare Propellermaschinen nur Bomben auf Menschen werfen, während irgendwo ein Atomkraftwerk durch die Natur zerstört wurde. Nirgendwo in der westlichen Welt wurde die Problematik in Lybien, dem Iran und anderen Staaten mit solcher Wehemenz behandelt, wie es nach dem AKW-Unfall bezüglich der Atomenergie geschehen wird. Diese Tendenz ist als Ausdruck der Unfähigkeit des Menschen gegenüber dem menschlichen Elend als Dekadenzphänomen zu attackieren.

    6. Königsmord und Naturbeherschung gehen Hand in Hand!

    7. Lang lebe die menschliche Gattung und das menschliche Individuum, sowie ihre Verbündeten!

    8. Nieder mit der ersten und zweiten Natur!

    9. Gadaffi vierteilen und das AKW-Umfeld evakuieren, damit die Kernschmelze der Natur gibt, was sie einzig verdient: Rache!

    Kommando de Sade«

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    • sweetheart permalink
      14. März 2011 19:52

      Wider Erwarten doch noch „weiter unten“ gefunden, halb verstanden und dieser Hälfte gut und gerne zugestimmt.
      „Wehemenz“ gefällt mir. Ich werd‘ das jetzt auch so schreiben.

      PS Ja, ist denn schon Ostern, daß der Artikel versteckt wird?

      ——————-

      Und für Diskussionen am andern Ort:
      http://www.readbookonline.net/readOnLine/27410/

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      • sweetheart permalink
        14. März 2011 21:30

        Der Essay von Morley ist einfach so schön, daß ich doch noch einmal meine Schreibfaulheit überwinde um ihn zu zitieren:

        „The laziest man we know … sat down in a secluded cafe with his cheek against a seidel of dark beer and began to caress the universe with his intellect.“

        „The most damning argument against the Germans is that they were not lazy enough.“ schreibt Morley irgendwann zwischen dem 5. Mai 1890 und dem 28. März 1957.
        „In the middle of Europe, a thoroughly disillusioned, indolent and delightful old continent, the Germans were a dangerous mass of energy and bumptious push. If the Germans had been as lazy, as indifferent, and as righteously laissez-fairish as their neighbours, the world would have been spared a great deal.“

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    • Phineas Freek permalink
      15. März 2011 01:20

      …Wir sind also in einem Zustand, der, juristisch gesehen, ein »Notstand« ist. Von allen Gesetzbüchern, selbst vom kanonischen Recht, ist Gewalt im Zustand des Notstands nicht nur erlaubt, sondern empfohlen. Zum Beispiel Strafgesetzbuch Paragraph 53, 1 bis 3.
      Das muss man den Mitmenschen klarmachen. Es ist nicht möglich, durch liebevolle Methoden, wie das Überreichen von Vergissmeinnichtsträußchen, die von Polizisten gar nicht in Empfang genommen werden können, weil sie ja ihre Schlagstöcke in der Hand halten, effizienten Widerstand zu leisten.
      Ebenso unzulänglich, neun: sinnlos, ist es, für den atomaren Frieden zu fasten. Das erzeugt nur im Fastenden selbst einen Effekt, nämlich Hunger, und vielleicht das gute Gewissen, etwas »getan« zu haben. Den Reagan und die Atom-Lobby interessiert das aber gar nicht, ob wir Schinkenbrot mehr oder weniger essen. Das sind wirklich nur »Happenings«.
      Unsere heutigen, angeblich politischen Aktionen ähneln diesen Schein-Aktionen, die in den sechziger Jahren aufkamen, wirklich aufs erschreckendste.
      Auch die schillernsten schon (oder noch) zwischen Schein und Sein. Die diese durchführten, glaubten zwar, die Grenze des Nur-Theoretischen überschritten zu haben, aber sie blieben doch »actores« nur im Sinne von Schauspielern. Sie spielten nur Theater. Und zwar aus Angst vor dem Wirklichhandeln. In Wirklichkeit lösten sie keinen Schuss, sondern nur einen Schock aus. Sogar einen, der genossen werden sollte. Theater und Gewaltlosigkeit sind eng miteinander verwandt…

      …Die meisten Leute haben Angst vor der Angst. Und halten für gefährlich nur die bewußten Angstmacher wie mich. Und was die schon halb Einsichtigen betrifft – wenn die dann zu Tausenden zusammenkommen, vergessen sie, daß sie zusammenkommen, um zusammen Angst zu haben und etwas gegen das Ängstigende zu tun.
      Denn sobald hunderttausend zusammen sind, wird automatisch ein lustiges Volksfest daraus. Dann gibt es Würschtl, Tschernobyl mit Würschtl. Und dann kommen die Gitarren. Und wo die anfangen, fängt auch der emotionale Schwachsinn an. Denn die meisten Gitarrenspieler bedienen sich nur dreier Akkorde, die jeden Hörenden und Mitsingenden so trivialisieren, dass sie nicht mehr fähig sind, das Ungeheure, das sie zusammengetrieben hat, wirklich zu spüren. Aber davon abgesehen: Wenn Tausende zusammenkommen, dann stärkt das automatisch den Mut. In der Menge, in der sie dann baden, vergessen sie schnell, daß sie Tschernobyl gibt und dass Tschernobyl morgen hier sein kann. Und dabei ist es ja heute schon hier: Die Verseuchung mit Radioaktivität ist ja heute schon wirksam und wird eine undenkbare lange Zeit wirksam bleiben…

      …Ich glaube, Hoffnung ist nur ein anderes Wort für Feigheit. Was ist überhaupt Hoffnung? Ist es der Glaube, dass es besser werden kann? Oder der Wille, dass es besser werden soll? Noch niemals hat jemand eine Analyse des Hoffens durchgeführt. Auch Bloch nicht. Nein, Hoffnung hat man nicht zu machen, Hoffnung hat man zu verhindern. Denn durch Hoffnung wird niemand agieren. Jeder Hoffende überläßt das Besserwerden einer anderen Instanz. Ja, daß das Wetter sich bessere, das darf ich vielleicht erhoffen. Das Wetter wird dadurch zwar nicht besser, aber auch nicht schlechter. Aber in einer Situation, in der nur das Selbsthandeln gilt, ist »Hoffnung« nur das Wort für den Verzicht auf eigene Aktion…

      „Günther Anders antwortet. Interviews & Erklärungen“. Edition Tiamat, Westberlin 1987, S. 144 ff.

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    • 15. März 2011 11:02

      Danke, sweetheart.
      Und: Danke, Phineas.

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    • 15. März 2011 18:37

      Diese Fragen, wie „Reicht das Töten von toten Dingen“, stellte Günter Anders in den 80er Jahren. Es war die Zeit des seltsamen „Strommastensterbens“ nach Tschernobyl. Was sagt Phineas Freek zu den „friedlichen“ Bremer Demonstranten die sich für einen Boykott israelischer Waren einsetzen? Was zu der Demonstration von Norman Paech auf der Marmi Marmara? Waren die zu friedlich?

      Wir befinden uns hier im Blog:“ Jean-Paul Sartre und der atheistische Existentialismus.“ Es geht um Freiheit, Moral und Verantwortung. Ich habe damals in Wackersdorf gegen die Wiederaufbereitungsanlage demonstriert, erlebte den CS-Gas- Einsatz von CSU- Innenminister Hillermeier, war auf diversen Demos gegen die AKWs nach Tschernobyl. Sicherlich wurde durch diese Demos wenig bewegt, andererseits, wäre es besser gewesen daheim zu bleiben und Kaffee zu trinken?

      Mir sind jedenfalls Leute die gegen Atomkraft demonstrieren bedeutend lieber als Antisemiten die gegen den Staat Israel demonstrieren und „Deutsche kauft nicht bei Juden grölen“. Die Intention einer Demonstration ist für mich entscheidend. Nach Fukushima können die deutschen Atomkraftbefürworter um Merkel und Westerwelle schlechter schlafen als zuvor. Die Atomkraftwirtschaft ist massiv unter Druck. Warum sollen die AKW-Gegner dies nicht ausnutzen? Ist irgendetwas Unmoralisches dabei? Was ist die Alternative? Was macht Phineas Freek gegen die AKWs? Spricht etwas dagegen möglichst viele AKWs abzuschalten?

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      • 15. März 2011 21:09

        Gute Fragen von Fidelche. Obwohl Phineas Freek nominiert war, las und lese ich seine Texte immer gerne. Sie machen Gewinn. (Nebenbei: gilt auch für TomGard) Aber ich weiß eben nie, ob ich ihn mal treffe auf einer Protestveranstaltung, wo ich auch hingehe. Ich weiß nie, ob die Reflexion nur in Krawall und sinnlosem Dagegensein münden soll. Weil mir nie für mich klar ist, wohin die Reise der Gedanken und Zitate geht. – Ganz hilflos: Da denke ich mit, das ist überlegenswert, da würd ich auch gern, – ; und doch: letztlich verstehe ich den (klugen) Wurf nicht.
        Theoretische Kritik – Soziale Praxis: Daß keine Verbindung da ist, vorhanden ist, wissen „wir“ doch alle. Und daß es einer Revolution bedarf, doch auch.
        – Die Bilder des Kommenmüssenden sind zu alt.
        Wie gesagt: hilflos.

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      • Phineas Freek permalink
        15. März 2011 21:17

        Wie ich fand passten die Zitate von Günther Anders ganz gut zu dem von j-ap zitierten Kommentar.
        Deine Obersekundakolportage über Sartre, zwecks Vereinahmung für die immer gleiche schlichte Bekenntnispolka, würde ich wohlbegründet mit Ungenügend benoten – wäre ich ein staatlich beauftragter und pädagogischer Sortierungsfachmann.
        Und Leute die gegen Atomkraft oder gegen bestimmte Maßnahmen des Staates Israel demonstrieren, sind mir auch lieber als Antisemiten.

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      • 15. März 2011 21:48

        Die Frage, was der antisemitische, nationalbolschewistische Israelhasser „Phineas Freek“ gegen AKWs unternimmt bleibt er schuldig, wie auch die Beantwortung der übrigen Fragen, was vorhersehbar war. Wenn „Phineas Freek“ seine Avocados nicht beim „Juden“ kauft, woher bekommt er dann seine Vitamine?

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        • Phineas Freek permalink
          15. März 2011 22:21

          Mit Deinen eigenen willkürlichen und feststehenden Zuschreibungen auch für mein aufgeschriebenes Zeugs, ist doch jede Antwort meinerseits auf diese aparte Art der „Fragerei“ längst überflüssig geworden.
          Im übrigen möchte ich Dir Deinen GLAUBEN auch gar nicht wegnehmen – dass kann ich nämlich gar nicht, sondern wäre ausschließlich eine Angelegenheit des Gläubigen.
          Und damit möchte ich es auch bewenden lassen

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        • 15. März 2011 22:49

          Wer wie ich, mit ihnen Phineas Freek, 144 Tage in der so genannten „Freitags-Commmunity“ zu tun hatte, weiß wie er Sie zu beurteilen hat. Dieses Wissen können Sie mir nicht wegnehmen. Geglaubt wird in ihrer „Freitags-Community“ an den Koran, an den „christlichen Gott“, an die Hamas, an Silvio Gesell, an Rudolf Steiner und an die „weiblichen Göttlichen“. Deshalb passen Sie sehr gut in diese Community. Und damit möchte ich es auch bewenden lassen.

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        • sweetheart permalink
          15. März 2011 23:02

          Schade! Sah fast so aus, als ob da 2 bis 3 ins Gespräch kommen könnten.
          Aber wie man aktuell sieht, kann ja auch Beton ins Bröckeln kommen.

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        • 16. März 2011 00:14

          Ich würde zum Gespräch mit PF wiederkommen. Wegen seiner Herführungen, wegen meinem Grund.

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        • weinsztein permalink
          16. März 2011 02:16

          Danke, Phineas Freek.

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        • reflexione galore permalink
          16. März 2011 08:50

          Untertänigst, Ihr Weinbein. Weinbein küßt Fuß, muss nicht wissen, warum.

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        • 17. März 2011 19:18

          Phineas Freek schrieb heute um 02:08 in der Sitcommunity: „Cui bono“? –
          Ich komme wohl doch nicht mehr zu einem Gespräch.

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        • 18. März 2011 11:11

          Wenn es um seinen Israelhass geht, dann hat der Nationalbolschewist Phineas Freek außer der ständigen Wiederholung „Anti-Antisemitismuswahn“, „exlinker Neocons“ und „Antideutsche“ nichts zu bieten. Argumente kennt er nicht, deshalb ist er so gerne gesehen in der antisemitischen „Freitags-Community“

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  10. sweetheart permalink
    15. März 2011 23:56

    Zur Ehre der gering geschätzten und bald vergessenen Regionalzeitungen sei hier ein recht solider Kommentar aus der heutigen Ausgabe einer solchen wiedergegeben.

    Unter dem Titel „Merkels Neue Atompolitik -Politisch überleben!“ schreibt der Autor:
    „Wie lang ist die Halbwertzeit von Äußerungen der Bundesregierung zur neuen Atomdebatte? Sehr kurz!
    Am Samstagmorgen noch sagt Umweltminister Röttgen am Rande des nordrhein-westfälischen CDU-Landesparteitags, dass er eine ‚politische Diuskussion‘ über Atomenergie angesichts der aktuellen Japan-Katastrophe für ‚völlig deplatziert‘ halte – tags darauf verlangt er nicht weniger als eine deutsche ‚Grundsatzdebatte‘ übers Restrisiko.
    Am Samstagabend noch beteuert Kanzlerin Merkel : ‚Wir wissen, wie sicher unsere Kernkraftwerke sind‘ – keine zwei Tage später setzt sie die erst wenige Monate alte Laufzeitverlängerung aus und ermöglicht das sofortige Abschalten alter Atommeiler. ‚Im Zweifel für die Sicherheit.‘
    Was denn nun? Reichen jetzt schon ein paar Stunden Ungewissheit über die tatsächliche Lage im Unglücksgebiet aus, um fundamentale Positionen zur deutschen Atomkraft-Lage über den Haufen zu werfen?
    Oder waren die regierungsamtlichen Standpunkte vor der Katastrophe doch nicht so sicher, wie Kanzleramt und Ministerien immer taten? Beide Varianten sind erschreckend.
    Das gilt erst recht für den dritten, sogar wahrscheinlichsten Erklärungsversuch für den schnellen Meinungswandel: Angela Merkel und Norbert Röttgen denken in großer Not vor allem an die eigene Sicherheit – und weniger an die Sicherheit deutscher Kraftwerke. Auch wenn manche Politiker es zu spät gemerkt haben: die neue Atomdebatte war von Anfang an alles andere als ‚deplatziert‘, sondern unaufhaltsam. Sie wird, emotional höchst aufgeladen, in den nächsten zwei Wochen die Landtagswahlkämpfe bestimmen (vor allem in Baden Würtemberg, wo in Neckarwestheim eine veraltete Anlage vor sich hinstrahlt). Sie könnte sogar wahlentscheidend sein. Wer (wie Röttgen) noch vor wenigen Tagen nichts gegen längere Laufzeiten unternahm, wer (wie Merkel) die Atomkraft offen protegierte, hat nun ein Problem..Dass sich beide plötzlich und scheinbar an die Spitze der Gegenbewegung setzen, wirkt natürlich nicht besonders glaubwürdig. Es legt aber das Handlungsprinzip offen, nach dem eine unter Druck geratene Kanzlerin schon länger agiert: Fernab von Japan geht es vor allem ums politische Überleben.“

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  11. weinsztein permalink
    16. März 2011 02:36

    Versehentlich an anderer Stelle platziert, drum hier noch mal:

    Ich komme nachts immer wieder gern mal in dieses anspruchsvolle MI-Forum und hoffe, dann Beiträge von Lektor rainer kühn lesen und ein wenig lächeln zu können, weil ich seinen intelligenten Wortwitz bezaubernd finde. An Tiefe übertrifft ihn das gremlizianische fidelche, das hier die philosophischen Standards setzt.

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  12. 16. März 2011 12:24

    Zu Günther Anders – Phineas Freek – weinsztein:

    Jean Améry bezeichnete Günther Anders als den wahrscheinlich schärfsten Kritiker der technischen Welt. Seine Kritik teilte ich und teile ich nach Fukushima mehr denn je. Ich habe mir 1987 als aktiver AKW-Gegner das Tiamat Buch „Günther Anders antwortet“ besorgt, gelesen und die anschließenden Diskussionen verfolgt. Was Günther Anders über die atomare Bedrohung in den Interviews sagte war sehr richtig, allerdings meinte beispielsweise in „Hoffnung ist ein anderes Wort für Feigheit“ und „Notstand und Notwehr“ der damals 85-jährige Anders, dass gewaltloser Widerstand gegen die Atomkraft nicht reiche. Es war die Zeit nach Tschernobyl, von Wackersdorf und Anschlägen von AKW-Gegnern deutschlandweit auf Strommasten, einer Zeit in der Gewalt gegen Sachen zu „Terrorismus“ erklärt wurde. Die Polizeieinsätze, die CS-Gaseinsätze der CSU gegen die WAA-Gegner forderten auf der Gegenseite Gegengewalt heraus. Zu der Zeit entfachte Günther Anders die Diskussion ob das „Töten von toten Dingen“ reiche. Es war die Zeit in der sich die Niederlage des „bewaffneten Kampfes“ der RAF längst abgezeichnet hat.

    Für problematisch hielt ich schon damals, dass ein 85jähriger Mann, der vermutlich keine Angst vor einem Gefängnisaufenthalt haben musste, jüngere Leute verschwurbelt dazu aufrief „Atom-Politiker“ oder „Atom-Aufsichtsratsvorsitzende“ zu töten. Sein Plädoyer den gewaltlosen Widerstand zu verlassen halte ich heute, mehr denn je für falsch. Der bewaffnete Kampf der RAF hat keineswegs die gesellschaftlichen oder politischen Verhältnisse positiv verändert, im Gegenteil er hat der Stärkung des (Atom)-Staates genutzt. Ermordete „Atom-Charaktermasken“ würden ausgewechselt werden. Meiner Meinung würden die „Empfehlungen“ von Günther Anders ins Leere laufen, sie würden den atomaren Notstand nicht beseitigen sondern verfestigen und verlängern. Seine Gleichsetzung von Hitler und Reagan hielt ich im Übrigen bereits damals für falsch und überzogen.

    Diese Diskussion wollte ich keinesfalls abwürgen. Wenn aber Leute wie „Phineas Freek“, und durch seine Solidarisierung, auch „weinsztein“ diese These von Günther Anders aufgreifen wird es unerträglich: Die Freitagsblogger „Phineas Freek“, wie auch WDR-„Fernsehkoch weinsztein“ bekundeten mit ihren Kommentaren im „Freitag“ ihre Nähe zur islamfaschistischen Hamas, ihre Solidarität zu sozialdarwinistischen, antisemitischen, völkischen MenschenzuchtsbefürworterInnen, ihren Antiamerikanismus und ihren Israelhass. Mit Verlaub, mit diesen zumindest in weiten Teilen zu Rechtsradikalen deckungsgleichen Aussagen, belegten sie ihre Affinität zur neurechten, nationalbolschewistische Szene sowie ihre antidemokratische Gesinnung.

    Wenn antiemanzipatorische, rechte Antidemokraten, das Reaktorunglück von Fukushima mit obigen Thesen von Günther Anders in Verbindung bringen, ein entsprechendes Zitat von Anders ohne eigenen Kommentar einstellen, schrillen bei mir die Alarmglocken.

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    • 16. März 2011 22:18

      Dem intelligenten Wortwitz Fidelches kann ich mich auch hier vor allem wegen gewaltloser Sachhaltigkeit nicht entziehen.
      Nebenbei: Ich bin auch gegen nächtlichen Krawall, weil meist durch willkürlich herbeigeführte Kopflosigkeit verursacht.

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  13. weinsztein permalink
    16. März 2011 23:37

    zu: fidelche 16/03/2011 12:24
    Danke für Ihre Belehrungen zu Günther Anders und zu Ihren mir bereits bekannten Textbausteinen.

    zu: rainer kühn 16/03/2011 22:18
    Tja, Herr Kühn, vielleicht werden Sie sich an Ihren Krawallauftritt kürzlich in der Nacht erinnern, als Sie in „willkürlich herbeigeführter Kopflosigkeit“ mit mit Kaskaden von Anwürfen bedachten, wieder und wieder, über einen längeren Zeitraum. Besorgt riet ich Ihnen, doch besser zu Bett zu gehen, aber davon wollten Sie nichts wissen.

    Schön für Sie, dass die hier waltende Redaktion diesen Dialog-Strang gelöscht hat. Vermutlich mit einer Ermahnung an Sie, künftig Contenance zu wahren, was Ihnen nachts wohl nicht ganz leicht fällt.

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    • 17. März 2011 10:24

      @weinsztein
      1. Gerne habe ich Sie bezüglich Günther Anders belehrt. Es freut mich wenn ich ihnen weiterhelfen konnte.

      2.Von thinktankboy weiß ich, dass der angesprochene Dialog-Strang zu ihrem Schutz gelöscht wurde. Sie waren wohl nicht ganz fit in dieser Nacht. Thinktankboy meinte damals sinngemäß: „Wir müssen weinsztein schützen und den ganzen Strang löschen, es macht wenig Sinn nur die Antworten von Rainer Kühn stehen zu lassen. Weinsztein hat schon genügend Probleme wegen seiner Israelhaltung und seiner Solidarisierung mit sozialdarwinistischer, völkischer, antisemitischer Menschenzucht (thinktankgirl-emanzipatorisch).Wir wollen weinsztein keinesfalls schaden und eventuell bestehende Probleme beim WDR verschärfen. Wir müssen ihn schützen!“ Soweit ich weiß hat die Redaktion einstimmig der Forderung von thinktankboy zugestimmt.

      3. Ich habe in ihrer „Qualitäts-Community“ im Blog von Mandelbrot die antisemitischen, antiisraelischen, antiamerikanischen Kommentare von Titta, D.v.W, Kurt C. Hose, zephyr, Alien59, Rahab, miauxx, Lara, Uwe-Jürgen Ness usw. gelesen. Zensiert wurde fast nur der Donnerstag. Vermutlich ist also die „Freitags-Redaktion“ mit den Kommentaren einverstanden. Hoffentlich bekommen Sie keinen Ärger beim WDR, wenn Sie sich in einem derartigen braunen Sumpf bewegen, weinsztein. Bei ihrer „Freitagsaktivität“ kann ihnen nicht einmal mehr thinktankboy helfen.

      4. Gibt es was Neues bezüglich Jutta Ditfurth und „Entspannt in die Barbarei“?

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  14. 17. März 2011 10:47

    @ sweetheart & reflexione galore
    Im Blog von Mandelbrot, den ich nicht kenne, schrieben:

    weinsztein schrieb am 15.03.2011 um 01:13 Nachfolgend Zitate aus der von Mandelbrot verlinkten Mitteilung der Linken. Ich frage mich, was daran antisemitisch sein soll.
    dame.von.welt schrieb am 15.03.2011 um 08:10 Der Boykott richtet sich gegen Produkte aus israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten. Wem möchten Sie weismachen, israelische Siedler seien ‚einfache Bauern‘?
    dame.von.welt schrieb am 16.03.2011 um 09:55 Boykott ist so lange rechtmäßig, wie die Boykotteure nicht per Staatsgewalt dazu gezwungen werden können, z.B. Produkte aus den Siedlungen in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten zu kaufen.
    Alien59 schrieb am 15.03.2011 um 07:53 Klar, die Antisemitismuskeule. Wundert mich wenig.
    Wer sich über die Kampagne: Boycott, Disvestment and Sanctions ernsthaft informieren will, sollte deren Website besuchen oder über Wikipedia weitere links ansteuern:
    Rahab schrieb am 15.03.2011 um 18:02
    und wenn orangen aus israel boykottiert werden, dann ist das antisemitisch, weil die orangen jüdisch sind?
    Rahab schrieb am 15.03.2011 um 18:31
    deshalb entgeht dir vielleicht, dass es nicht nur sprachlich einen unterschied macht, ob sich wer mit einem schild hinstellt, auf das geschrieben wurde „Deutsche – kauft nicht bei Juden“ oder ob wer auf ein schild schreibt „boykottiert israelische Früchte“
    Rahab schrieb am 15.03.2011 um 23:36 was also? bloß weil j-ap mit seinem antisemitismus nicht klarkommt muß ich antisemitin sein?
    miauxx schrieb am 16.03.2011 um 00:36 Es kann nicht sein, dass Juden zu einer ewig priveligierten Opfergruppe stilisiert werden und daher Israel einen ewigen Sonderfall im Weltgeschehen darstellt! Ich bin sicher, dass das auch viele Juden wie auch Israelis nicht wollen.
    Lara schrieb am 16.03.2011 um 20:54 @Miauxx Zustimmung. Was Du schreibst, hat nichts mit Antisemitismus zu tun.
    Uwe-Jürgen Ness schrieb am 16.03.2011 um 19:05 @derDonnerstag ad 16.03.2011 um 18:01 Wenn Sie mit der gleichen Vehemenz gegen die israelische Atombombe, die es bereits gibt, eintreten würden wie Sie das gegenüber einer bislang rein fiktiven iranischen tun, wäre es glaubwürdiger und ein Beitrag für eine bessere Welt. Aber so bleibt es ein demagogisches Süppchen, das Sie hier anrühren, das ich weder redlich, noch intellektuell reizvoll finde.
    Uwe-Jürgen Ness schrieb am 16.03.2011 um 21:37
    @derDonnerstag ad 16.03.2011 um 21:29
    Wie viele Kriege sind in den vergangenen 60 Jahren vom Iran ausgegangen und wie viele von Israel?
    Uwe-Jürgen Ness schrieb am 16.03.2011 um 22:00
    @derDonnerstag ad 16.03.2011 um 21:29 Übrigens: Die ersten und einzigen beiden Atombomben wurden auch von einem „demokratischen Rechtsstaat“ geworfen, an den sich just Israel so gerne anlehnt. Ist das relevant für die Hunderttausenden Opfer, ob der Befehlshaber mal durch das Wahlvolk gewählt wurde? Sind es deshalb gute und legitime Atombomben?
    Uwe-Jürgen Ness schrieb am 16.03.2011 um 22:25
    @derDonnerstag ad 16.03.2011 um 21:53 Schon Ihre Sprache verrät die Absicht der Verschleierung: Wenn Sie schon schreiben vom „Krieg gegen den Irak, der zwar nicht vom Iran ausging“, warum drücken Sie sich denn um die klare Formulierung, dass der Iran das Opfer eines Überfalls durch den Irak wurde, der nach Ermutigung durch den Westen und mit dessen Waffen stattfand? Wer mit solch billigen Sprachtricks hantieren muss, um dessen argumentative Substanz muss es schon arg bestellt sein. Und im Übrigen: Was für ein Blödsinn zu behaupten, der Krieg sei dem Iran gelegen gekommen. Die militärische Schlagkraft des Iran war durch die Revolution genauso geschwächt wie die Rote Armee durch Stalins Säuberungen. Und das haben Hitler und Hussein jeweils ausgenützt. Und ich vergleiche damit nicht beide miteinander, im Gegensatz zu manchem antideutschen „Intellektüllen“ (Pispers). Gleich erzählen Sie hier, Deutschland sei einem polnischen Überfall 1939 zuvor gekommen. Eben. Oooch und die paar Kriegchen, die Israel verbrochen hat, waren selbstredend alle gleichsam Notwehr. Schon klar.
    Jan Fremder schrieb am 16.03.2011 um 18:12 Interessant wäre zu wissen, ob und wie Mandelbrot sich geäußert hätte, wenn die Junge Union gegen Produkte aus China protestiert hätte, aufgrund deren Tibet-Politik.

    Zensiert wurden fast ausschließlich die Kommentare von „derDonnerstag“. Ich weiß nicht was er schrieb, kann es mir aber ungefähr denken. Mit ihrer einseitigen Zensur belegt die Moderation ihre eigene politische Position. Wenn mir jemand nach meinen vielfältigen Erfahrungen im „Freitag“ und nach diesem Blog erzählen will, dass diese Leute nicht antisemitisch / antizionistisch sind, erzeugt das bei mir Hohnlachen.

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    • reflexione galore permalink
      17. März 2011 13:45

      Die Moderation nannte derDonnerstag Fragen an Magda „Beleidugung“. Hanky-Panky (=Maike Hank) hat den derDonnerstag dochu tatsächlich gebeten, „das Thema“ nicht zu vertiefen. Klar, soll ja auch alles schön an der Oberfläche belabert werden, beim Freitag. Vertiefen ist nicht erwünscht – von so einigen Theman. DAS ist die „Intelligenz“ dort.

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      • reflexione galore permalink
        17. März 2011 13:50

        Der Kult um die (eigene) Mittelmäßigkeit soll gepflegt werden. Dazu gehört besonders die Kuschelstimmung unter den Usern. Veränderung und Weiterdenken ist tabu.

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      • reflexione galore permalink
        17. März 2011 13:54

        Hanky-Panky bedeutet übrigens soviel wie „unlautere Machenschaften“. Paßt zu zu Hank, wenn sie mal wieder die bekannte Damengruppe sowie fremde „Zicken“ verteidigt. Waren die schon zusammen Beeren sammeln und Höhle reinigen?

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      • sweetheart permalink
        18. März 2011 20:13

        Mir kommen die Tränen – vor Lachen!

        „Liebes Mandelbrot, wir haben den Beitrag dort aus der Anzeige genommen weil DIE DISKUSSION IN DEN KOMMENTAREN (Fettdruck, sw.) häßliche Ausmaße angenommen hat.
        Bitte sehen Sie zudem davon ab, die Redaktion zu beschimpfen.
        Mit freundlichem Gruß,
        Maike Hank“
        schreibt Schneewittchen Maike Hank zu @Mandelbrots Beschwerde, daß sein Blog aus der Top 5 der meistkommentierten Blogs entfernt wurde.

        Wie arm ist das denn!?
        Der FREITAG will der Öffentlichkeit ein nach Redaktionsvorstellungen geschöntes Bild seiner FC vorstellen!?

        Wenn ich mir eine Regel gebe, die 5 Blogs mit den meisten Kommentaren innerhalb eines bestimmten Zeitraumes auf der Starseite aufzuführen, dann befolge ich diese Regel – egal wie die Kommentare aussehen.

        Und wenn ich als Redaktion der Meinung bin, die Diskssion habe ein „hässliches Ausmaß“ erreicht – warum greift dann diese Redaktion nicht ein und verhindert oder redigiert genau dieses?

        Armutszeugnis!

        Abgesehen davon frage ich mich, ob irgendjemand der Auffassung ist, daß eine Dskussion über einen geschmacklosen Boykottaufruf nach dem 100. Kommentar noch für irgendjemand von irgendeinem Nutzen ist.

        http://www.freitag.de/community/blogs/mandelbrot/offener-antisemitismus-in-bremen#comments

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        • reflexione galore permalink
          18. März 2011 21:06

          Mir kommen auch die Tränen, aber ich weiß nicht genau, warum – ob vor Lachen oder Weinen. Die FC ist derart ambivalent-doublebindmäßig drauf, dass man nur den Kopf schütteln kann in der Hoffnung, dass dat durch die Fliehkraft abhaut.

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        • 18. März 2011 21:31

          Mit den Kommentaren aus diesem „Deutsche kauft nicht beim Juden-Blog“ könnte man schön, zum wiederholten Male, die „Tendenz“ im Freitag belegen. Die zensierten Kommentare wären evt. das Salz in der antisemitischen Suppe.

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        • 18. März 2011 22:03

          Nicht nur die FC ist faul. Auch die Moderation ist zu faul, einzugreifen. – Ich denke, daß die BILD schon einige Meter am Hegelplatz gutgemacht hat.

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        • sweetheart permalink
          19. März 2011 19:38

          Wo ist „liebes Mandelbrot“ (Zitat Maike Hank) geblieben?
          Und sein „Bremer“ Blog?
          Schneewittchen sagt, sie weiß von nix.

          Die Info verdanke ich @j-ap, bzw seinem Suchruf:
          http://www.freitag.de/community/blogs/j-ap/betrifft-mandelbrots-artikel

          Und weil er heute Namenstag hat ein Ständchen vom Alt-No-Nuker Jackson Browne:

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        • reflexione galore permalink
          19. März 2011 20:01

          Vielleicht hatte Mandelbrot ja die nase voll und ist selbst gegangen, bzw. hat seinen Blog selbst gelöscht. Oder eben indirekt „gegangen worden“, denn so ein verlogenes Verhalten der freitagsmod hält ja niemand aus, der noch selbst denkt und ungeduldig ist.
          Ich sende einen Gruß zum Namenstag an J-AP und in die ewigen Jagdgründe an Jo Weizenbaum, der mit mir Geb. hat. Mit Katholen hab‘ ich „eigentlich“ nix am Hut. 😉

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        • reflexione galore permalink
          19. März 2011 20:03

          Oh je, Wiederholungen. Und Tippfehler. Wo ist die Winkelpfeiltaste?

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        • sweetheart permalink
          19. März 2011 20:32

          Ich kenn‘ im Prinzip auch nur Geburtstage, aber für @j-ap mach‘ ich eine Ausnahme.
          Bist Du denn ein „typisches“ Steinböckchen, Gory? So, nach dem Motto:

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        • 19. März 2011 21:14

          O.T.
          @sweetheart: Thanx für das geröllhaltige Lied! Ich freue mich darüber, obwohl ich noch nichtmal Geb. habe. Komisch, das mit dem „typisch“ Steinbock sagt eine gute Freundin auch. Seitdem sie mir ihre Astrologiedinge unterbreitet, fällt mir auf, dass sich in meinem Freundschafts-und Bekanntenkreis viel „gehörntes Pack“ befindet. Mein Onkel sagte das zu meiner Überraschung auchöfters.
          Für die „Wasserzeichen“, die anscheinend mit Steinbrocken kaum klarkommen, hier ein Lied aus den Tiefen der kühlen nordischen Seele (no Northern Soul). 😉
          http://www.youtube-nocookie.com/v/hhNg74TPQMo?fs=1&hl=de_DE
          Greets, J. Debris aka Deborah

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        • 19. März 2011 21:18

          Ahh,…: Steinb(r)öcken, debris.

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        • sweetheart permalink
          19. März 2011 21:50

          Purrrrrfect!
          Soul, R&B – das werd‘ ich nie leid!
          Ich bin ein Luftzeichen.
          Ich hatte mal eine leicht esoterisch angehauchte Phase (@Fidelche, weglesen!)
          Ich lese mal vor:
          „Ist man einmal im Besitz einer Steinbock-Frau, so ist Aussteigen, Umsteigen oder Flucht nicht mehr möglich. Männer, die versagen, müssen mit Verhören mittleren Grades bis zur Gehirnwäsche rechnen. Wie oft wird verdientes Geld von Männern leichtsinnig vergeudet. In der Ehe mit einer Stzeinbock-Frau hört das auf. Sie wird es verwalten, anlegen, arbeiten lassen. Die Männer dürfen dann in den Spaekassenbüchern lesen.“

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        • sweetheart permalink
          20. März 2011 09:35

          Zum oben bereits einmal verlinkten Artikel von @j-ap zum verschwundenen „Bremen“-Artikel von „liebes Mandelbrot“:
          ich hoffe, daß @j-ap diesen Artikel nicht löscht, denn, was er dort zur FC schreibt und die Antworten von @derDonnerstag und die Kommentare von @derDonnerstag und @miauxx (hoffentlich niemand vergessen), das sollte sich mancher der dort Schreibenden doch mal gelegentlich durchlesen und ins Hirn aufsteigen lassen.
          http://www.freitag.de/community/blogs/j-ap/betrifft-mandelbrots-artikel

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    • 17. März 2011 14:05

      Den „Artenschutz“ seitens der Redaktion kann ich aus strategischen Erwägungen heraus nachvollziehen. Blogger wie Magda sind mit Fleißkärtchen des Freitag beglückbar und bilden die Kernmannschaft der FC-Blogsphere. Ein Blick auf die pure Anzahl der Artikel und Kommentare reicht, um zu erkennen, was ein eventueller Weggang von z.B. Magda für die Community bedeuten würde – erst recht dann, würde sie ihre Beiträge löschen. Das parteiische Verhalten des Community-Managements hat also einen ganz leicht wirtschaftlich nachvollziehbaren Grund – unabhängig vom Inhalt der Auseinandersetzung, den ich jetzt so post mortem nicht beurteilen kann. Einen Donnerstag kann man da ruhig ein wenig bremsen – denn erstens würde es nicht weiter auffallen, er wäre weg und zweitens bleibt er ohnehin, weil er nicht konsequent genug ist, um sich abzumelden. Klares Kalkül also und eigentlich eine weise Entscheidung (zu diesem Zeitpunkt) der Com-Leitung.

      Und ja – natürlich ist Vertiefung nicht erwünscht – jedenfalls keine echte. Schließlich soll der Content und die auch die Diskussion für den Normaluser nachvollziehbar und „unschuldig“ bleiben. Zielgruppe ist ja offenbar der irgendwie links angehauchte Formal-Ostalgiker. Demnach wären manche Diskussionen auch ziemlich schlimm. Letztlich ist die FC genau das: Ein Aquarium mit lustigen bunten Fischchen, die ab und an mal nacheinander schnappen. Dieses Aquarium steht in einem gediegenen Schickimickilinks-Lokal im mondänen Teil Berlins und die Gäste gucken sich das drollige Schauspiel an. Ein paar Fights sind dabei ok – nur Blut soll keines fließen. Sonst schmecken den Gästen aus der besseren Berliner Mediengesellschaft ihre Häppchen nicht mehr, de zum Sektchen gereicht werden, der natürlich nicht von Rotkäppchen kommt, da dieser ekelhaft schmeckt.

      Ich beömmel mich jetzt schon, wenn ich an die wohl unausweichliche Video-Reportage denke, die seitens der Community-Reporterinnen vom Medienkongress zu erwarten ist. Ein wenig halbverwirrt, niedlich, dabei vermutlich inhaltsleer, naiv, ersatzweise unheimlich menschelnd… und darunter flugs die passenden Kommentare: Ganz toll habt ihr das gemacht, vielen Dank für diesen lebhaften Bericht. Ihr seht ganz toll aus. Schade, dass ich nicht dabei sein konnte. … und so weiter.

      Manchmal ist das Entertainment, welches der Freitag einem liefert, gar nicht so scheiße – und liefern muss er ja.

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      • reflexione galore permalink
        17. März 2011 14:28

        Klar, nachvollziehbar ist das. Aber irgendwie auch unverschämt, es so aussehen zu lassen, als habe derDonnerstag dort jemanden beleidigt, finde ich. Und das macht die Moderation und die Dame.von.weltfremd.. Vielleicht fühlen sich die Mods auch gut dabei – wo sonst wird man derart angebetet als beim Freitag von vielen autoritätshörigen Usern.

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        • reflexione galore permalink
          17. März 2011 14:34

          …So autoritätshörig, dass sie für ein Monatsabo den „Reporter“ spielen.

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        • reflexione galore permalink
          17. März 2011 14:48

          Angele hatte schon recht damals, als er den Freitag-online als Terrarium bezeichnete und Weinsztein, der sich lange davon betroffen zeigte, als nicht besonders helle beschrieb. Gestern bei einem Aufenthalt in einem „Zoogeschäft“ wurde ich daran erinnert als ich zwischen den Terrarien stand. Bei den behaarten Spinnen mußte ich sofort an „die Damen“ denken. Wäre Weinsztein ein Tier in diesem Freitags-Aquarium, so wäre er eine Schnecke oder ein Saugfisch.

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        • 17. März 2011 15:13

          Natürlich hatte Angele Recht. Ganz natürlich war dann ja auch die „angepisste“ Reaktion der dort hyperaktiven Blogger. Wer lässt sich schon gerne ertappen und vorführen. Ich bezweifle zwar, dass das die Absicht von Angele war, doch letztlich hat er den Protagonisten den Spiegel vorgehalten – und damit meine ich nicht das Magazin, wobei man ja auch das… letzlich… verkneife ich mir im Hinblick auf meine Restfriedensliebe den sonst hätte folgen könnenden Kommentar.

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        • 17. März 2011 18:24

          @Reflexione Galore

          über die Schnecke oder den Saugfisch habe ich herzhaft lachen müssen. Die behaarten Spinnen waren aber auch nicht schlecht.

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      • 17. März 2011 22:16

        Inzwischen muß das FC-Management mit dem, was sie geschaffen, kalkulieren; bzw. die Kernmannschaft ins Kalkül ziehen. Das sehe ich auch wie Tiefscharf.
        Kabisch hat damals, ich glaube 1949, im Zweierlei-Maß-Blog auf Communityhandbücher hingewiesen, die zur Belebung eine Komplettabschaffung der alten Bloggerschaft empfehlen. Der Blogbeitrag liegt aber in der Küche versteckt; oder im Garten?

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    • 18. März 2011 14:04

      Die Antisemitin thinktankgirl schrieb am 18.03.2011 um 11:13:
      „j-ap schrieb am 18.03.2011 um 11:03 Fragen Sie mal bei der Hamas und bei den Al Aksa-Brigaden nach. Die praktizieren das, was Sie hier vorschlagen, nämlich schon seit Dekaden.“

      Das ist keine Antwort auf die Frage, wie das Existenzrecht Israels begründet werden soll, wenn es kein Völkerrecht gibt.“

      Ob die „Ernst-Niekisch-Adeptin“ thinktankgirl die Existenzrecht-Frage auch bei Syrien, Iran oder Italien stellt. Ich bezweifle es.

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  15. 2. März 2012 10:41

    „Einzuwilligen, dass man einen Orden erhält, heißt dem Staat oder dem Fürsten das Recht zuerkennen, einen zu beurteilen, einem Ansehen zu verleihen. … Ein Schriftsteller, der politisch, gesellschaftlich und literarisch Stellung bezieht, sollte nur mit seinen eigenen Mitteln handeln, das heißt mit dem geschriebenen Wort“

    Irgendwie war Sartre seiner Zeit voraus.

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  16. 17. April 2012 11:37

    Sartre hatte in seiner Schrift Überlegungen zur Judenfrage (1944) mit der Haltung der linken wie der rechten Franzosen gebrochen, die die Ermordung der Juden insofern vergessen machte, als sie sie unter die »für Frankreich Gestorbenen« oder »die Patrioten« subsumierte. Er hat ein Porträt antisemitischen Denkens verfaßt und, weit außerhalb des gewöhnlichen ›progressiven‹ Denkens, seine Gegnerschaft zum Zwang zur Assimilation formuliert. Selbst wenn man die inzwischen gut diskutierten Mängel seiner Arbeit in Rechnung stellt – die Nichtberücksichtigung der Vernichtungsdimension in Auschwitz, seine Unkenntnis der jüdischen Geschichte, sein geringes Wissen über die Geschichte des Antisemitismus (siehe hierzu Enzo Traversos Auschwitz denken), so bleibt dieser ›Schnellschuß‹ doch eine großartige Intervention, aus der eine Konstante des Sartreschen Engagements wuchs. In Stichworten: seine Sorge am Tag vor der Gründung des Staates Israel, dieser könne, weil man ihm die notwendigen Waffen verweigert, militärisch vernichtet werden; seine Polemiken gegen den ›linken Antisemitismus‹, speziell in Ungarn und der tschechischen Volksdemokratie; Reisen nach Israel und immer wieder seine Begeisterung für die Kibbuzim; bei aller sonstigen Sympathie für den arabischen Nationalismus Sorge um die Sicherheit Israels, z.B. aus Anlaß des Jom-Kippur-Krieges 1973: »Ich war sehr beunruhigt darüber, was hinter den erklärten Gründen (Ägyptens) erkennbar wurde, nämlich eine zweite Konzeption des Krieges, Israel zu zerstören«; Protestresolution gegen die antizionistischen Positionen der Unesco (1974); Resolution gegen die Gleichsetzung von Zionismus und Rassismus durch die UN (1975).

    Das alles ist Sartre, gerade auch mit Blick auf seine algerischen Freunde, gewiß nicht leichtgefallen (insbesondere auch sein totales Zerwürfnis mit Josie Fanon, der Witwe Fanons). Er hat übrigens, um die Sonderstellung Israels in seinem Denken zu unterstreichen, ein für ihn ziemlich sakrales Prinzip verletzt: »Einzuwilligen, daß man einen Orden erhält, heißt dem Staat oder dem Fürsten das Recht zuerkennen, einen zu beurteilen, einem Ansehen zu verleihen.« Diese Sicht (nebst der Erkenntnis, es sei ein »westlicher Preis«) hat ihn bekanntlich den Literatur-Nobelpreis ablehnen lassen – der Universität Jerusalem hat er dagegen das Recht zuerkannt, ihn mit der Ehrendoktorwürde auszuzeichnen (1977).

    Den eigentlichen Bruch mit den (Partei-) Kommunisten vollzieht Sartre nach der »Revolte 1968, die um ein Haar zur Revolution geworden wäre« (Améry). Selbst wenn man, aus heutiger Sicht, mehr als eine Haaresbreite zwischen dem in Frankreich tobenden Aufstand und der Möglichkeit gesellschaftlicher Umwälzung ausmacht – richtig ist, daß die KPF ihren Einfluß nutzte, staatstragend und abwiegelnd zu wirken. Sartre, der sich nie seine Begeisterung nehmen ließ (siehe auch seine enthusiastischen Berichte über seine Kubareise, direkt nach der Revolution), mußte einfach an die Seite der »anarchisierenden Jungen Linken«, dieser, wie Améry 1974 mißbilligend schreibt, »ebenso winzigen wie lärmenden, am äußersten Ende der Radikalitätsskala stehenden Linken«.

    In gewisser Weise bricht Sartre (und das führt ihn in die Nähe der Maoisten) mit dem Aspekt seiner Biographie, den er selbstspöttisch »Realismus« nennt. Wie sehr ihm Selbstverständlichkeiten seiner Vergangenheit nun keine mehr sind, mag seine mit recht prinzipiell antiparlamentarischen Argumenten unterlegte Erklärung verdeutlichen, er werde auch im zweiten Wahlgang den Kandidaten »der vereinigten französischen Linken«, Mitterand, nicht wählen. Noch verstörter reagiert ein Teil der alten Freunde auf den Besuch, den Sartre Andreas Baader im Hochsicherheitstrakt von Stammheim abstattete. Ich halte diesen Besuch, man bedenke die Feigheit der überwältigenden Mehrheit deutscher Linksintellektueller in dieser Zeit, für mehr als verdienstvoll, für ein Ruhmesblatt.

    Ist Sartre gescheitert? Selbstverständlich. Nichts von dem, was er sich erhoffte, ist Wirklichkeit geworden. Na und?, schreibt Marcuse, der Sartres Vorwort zu Franz Fanon an gleicher Stelle ein »großes« nennt (noch einer, der die »Generation von intellektuellen Mördern« zu verantworten hat) und Sartre eine »Institution, in der das Gewissen und die Wahrheit Zuflucht gefunden haben«. Na und? – der Versuch zählt: »In der politisch gewordenen Philosophie wird die existentialistische Grundkonzeption gerettet durch das Bewußtsein, das dieser Realität den Kampf ansagt – in dem Wissen, daß die Realität Sieger bleibt. Wie lange? Die Frage, auf die es keine Antwort gibt, ändert nichts an der Gültigkeit der Position, die für den Denkenden heute die einzig mögliche ist« (Marcuse 1965).

    aus: Thomas Ebermann »Neben uns der Bulle« (Konkret 06/05)

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  17. 19. April 2012 10:47

    Die Erbschaft der getöteten Geschlechter wiegt schwerer, als Lukács und Bloch wahrhaben wollen — das identische Moment, das wir in der Analyse des Antisemitismus erkennen und das die Grenzen von Aufklärung und Befreiung markiert: die »dialektische Verschlingung von Aufklärung und Herrschaft, das Doppelverhältnis des Fortschritts zu Grausamkeit und Befreiung, das die Juden bei den großen Aufklärern wie den demokratischen Volksbewegungen zu fühlen bekamen.

    Autoren wie Horkheimer, Adorno, Sartre, Lukács und Bloch haben die nationalsozialistischen Verbrechen zum Ausgangspunkt einer erneuerten Aufklärung gemacht. Bei Bloch und Lukács scheint der Tribut an den Rationalismus am größten. Bloch und Lukács ignorieren die Psychoanalyse. Blochs Trauminterpretation pocht allzu sehr auf das Moment der Antizipation. Darunter leidet die Erinnerung. Der »Wunschtraum einer klassenlosen Gesellschaft« steckt zweifellos in jedem Kampf gegen das Privileg, doch ebenso der gesellschaftliche Druck auf die Juden, nicht mehr Juden zu sein, sondern das zu werden, was alle schon sind: Christen, Bürger, Deutsche, Genossen.

    Sartre hat eindringlich darauf aufmerksam gemacht, dass Schuld auch auf die nicht-jüdischen Befreier und/oder ehemals Unterdrückten fällt. Er remobilisiert das Bewußtsein individueller Schuld, und das bedeutet viel angesichts kollektiver Verantwortungslosigkeit. Diese Individualität freilich wird hergestellt um einen hohen Preis, den Preis radikaler Abstraktion von allen Bedingungen. Schon der existentialistische Freiheitsbegriff blieb erschreckend leer, Gefangenenwärter und Gefangener näherten sich einander bis zur Absurdität. Insofern trifft Herbert Marcuse Sartres philosophische »Entwirklichung menschlicher Unterdrückung«, wenn er kritisiert, dass Sartre Freiheit an die Stellen menschlicher Wirklichkeit phantasiert, an der die Individuen extrem determiniert werden. Tatsächlich absurd wirken Sartres Thesen in L’Etre et le Néant: »Nur indem ich die Freiheit […] der Antisemiten anerkenne und dieses Judesein, das ich für sie bin, übernehme, nur so kann das Judesein als äußere objektive Grenze der Situation erscheinen; wenn es mir dagegen gefällt, sie als pure Objekte zu betrachten, verschwindet mein Judesein alsbald, um dem einfachen Bewusstsein Platz zu machen, unumschränkte freie Transzendenz zu sein. «“ Marcuse hat dem widersprochen: »Die Verfolgung der Juden und „die Zangen des Henkers“ sind der Terror, der die Welt heute ist, sie sind brutale Wirklichkeit der Unfreiheit. In L’Etre et le Néant erscheinen sie jedoch als reale Möglichkeiten menschlicher Freiheit. […] Wenn Philosophie kraft ihrer existential-ontologischen Begriffe vom Menschen und von der Freiheit imstande ist, den verfolgten Juden und das Opfer des Henkers als absolut frei und Herr der selbstverantwortlichen Wahl seiend und bleibend darzustellen, dann sind diese philosophischen Begriffe auf die Ebene blanker Ideologie herabgesunken. «

    Die Attraktion des Sartreschen Existentialismus für die deutsche Nachkriegs-, besser Nach-Nationalsozialismus-Periode bestand in der Betonung einer neugeschaffenen »Situation«, die Entlastung von harter Erfahrung verspricht, eben: Situation statt Geschichte. Sartres Argumentationsspiel über den Gefangenen und den Wärter entwirklicht das tödliche Resultat des geschichtlich-gesellschaftlichen Prozesses, in dem das Opfer — und nur dieses — keine Wahlmöglichkeit besitzt. Jude zu sein bedeutet hier, keine Freiheit zu haben, und nicht, was ich aus dem »Judesein« mache. Diese Anerkennung der äußeren Wirklichkeit als kon-stitutiver, nicht als bloßer Illustration von Wahlchancen fehlt bei Sartre. » Die freie Wahl zwischen Tod und Versklavung ist weder Freiheit noch Wahl, weil beide Alternativen die „Wirklichkeit des Menschen“ zerstören, die als Freiheit behauptet wird.«

    Die Reflexionen aus Das Sein und das Nichts werfen ein Licht zurück auf Sartres Antisemitismus-Analyse aus dem Oktober 1944. So großartig sie den Antisemitismus von den Kollektivkategorien absetzt, so verfehlt sie doch die geschichtliche Wirklichkeit, weil sie das jüdische Dasein selbst wieder in eine bloße »Situation« und in den abstrakten Begriff »des« Juden auflöst. Aber »der« Jude ist die anthropomorphe Darstellung der unpersönlichen Herrschaft, das verhasste Wertgesetz und das Tabu zugleich. Der Antisemit spricht es aus, er macht öffentlich das Nicht-Identische identisch.

    aus: Detlev Claussen – Grenzen der Aufklärung – Die gesellschaftliche Genese des modernen Antisemitismus

    zu: „Die existenzialistische Moral der grenzenlosen Freiheit um der Freiheit willen stößt an Grenzen. Die Freiheit des Einzelnen schließt nicht die Vernichtungslizenz für Freiheit und Leben des Anderen ein.“

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  18. 8. September 2013 11:03

    Dieter Sturm hat mich auf seine Arbeit „Zur Kritik des Antisemitismus bei Jean-Paul Sartre unter Berücksichtigung ihrer Parallelen und Unterschiede zur Antisemitismuskritik von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno“ aufmerksam gemacht. Ich habe sie mit Genuss und Gewinn gelesen und kann sie besten Gewissens den Lesern von MI empfehlen.

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    • 8. September 2013 14:30

      In der Zusammenfassung von „Zur Kritik des Antisemitismus bei Jean-Paul Sartre unter Berücksichtigung ihrer Parallelen und Unterschiede zur Antisemitismuskritik von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno“ von Dieter Sturm steht sehr treffend:

      „Wie keine zweite theoretische Auseinandersetzung mit dem Judenhass hält die von Jean-Paul Sartre formulierte Kritik des Antisemitismus fest, dass es sich bei diesem um eine vom Wesen und Verhalten der als Juden identifizierten Individuen unabhängige, frei und in vollem Bewusstsein getroffene Entscheidung für eine Leidenschaft und Weltanschauung handelt. Die vorliegende Arbeit hat sich zur Aufgabe gesetzt, Sartres zunächst 1938 in der Erzählung Die Kindheit eines Chefs antizipierte und schließlich im Ende 1944 kurz nach der Befreiung von Paris verfassten Essay Uberlegungen zur Judenfrage systematisch ausformulierte Kritik des Antisemitismus in ihren Einzelheiten nachzuzeichnen und sowohl ihre philosophischen Voraussetzungen – zuvorderst die Idee der bedingungslosen Freiheit des Einzelnen, den Begriff der Situation, verstanden als durch äußere Widrigkeiten, aber vor allem durch die Freiheit der Anderen geschaffene Grenze seiner Freiheit, sowie den Begriff der Authentizität –, die Sartre in seinen Kriegstagebüchern und vor allem in seinem philosophischen Hauptwerk Das Sein und das Nichts entwickelt hat, als auch den historisch-biographischen Hintergrund von Sartres jüdischem Engagement – die Erfahrung des Zweiten Weltkrieges und die Entdeckung der Besonderheit der Situation des Juden – offen zu legen. Weiters wird auf die Bedeutung von Sartres Überlegungen für zwei jüdische Intellektuelle, Jean Améry und Claude Lanzmann, sowie auf die Konsequenzen, die beide jeweils für ihr Selbstverständnis und ihre politische Praxis daraus zogen, eingegangen. Abschließend wird Sartres Antisemitismuskritik zu Max Horkheimers und Theodor W. Adornos als Teil der Dialektik der Aufklarung verfassten Elementen des Antisemitismus, denen Sartres Überlegungen vielfach nahe stehen, von denen sie aber in entscheidenden Punkten abweichen, in Beziehung gesetzt. Dass Sartre, ausgehend von der vorgesellschaftlichen Conditio des Individuums als frei und von der Freiheit der Anderen potentiell in seiner leiblichen Existenz bedroht, gerade vor dem Hintergrund der Abwesenheit eines kritischen Begriffes von den Formen gesellschaftlicher Synthesis den Charakter des Antisemitismus so scharfsinnig erkannt und kritisiert hat – und damit vielfach über die auf eine umfassendere Gesellschaftskritik zielenden Überlegungen von Horkheimer und Adorno hinausweist – ist der zentrale Gedanke, von der diese Arbeit geleitet ist und der durch sie entfaltet und erhärtet werden soll.“

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  19. Amon permalink
    11. September 2013 10:47

    »Zerstörer aus Berufung, Sadist reinen Herzens, ist der Antisemit in der Tiefe seines Herzens ein Verbrecher. Was er wünscht, was er vorbereitet, ist der Tod des Juden.« (Sartre)

    »Die Sache der Juden wäre halb gewonnen, wenn ihre Freunde zu ihrer Verteidigung auch nur etwas von der Leidenschaft und Ausdauer hätten, die ihre Feinde zu ihrem Verderben aufbringen.« (Sartre)

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  20. 6. März 2017 17:30

    Nur wer sich die Fähigkeit des Staunens bewahrt hat, durchschaut die Wandlungsfähigkeit des Antisemitismus. Es ist dasselbe Staunen, das vier Jahrzehnte zuvor Jean Améry vom „ehrbaren“ und Vladimir Jankélévitch vom „demokratischen“ Antisemitismus sprechen ließ.

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