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Vorboten – Aus dem F-Archiv (I)

9. Juni 2011

Gestern, am 8.6.2011, las ich in meiner Regionalzeitung No1 – der Neuen Osnabrücker Zeitung – die lokale Schlagzeile „Friedensaktivist Mohssen Massarrat verlässt Osnabrück

Mit den Worten „Es gibt noch viel, viel zu tun“ verabschiedete sich Professor Mohssen Massarrat von langjährigen Mitstreitern aus der Friedensarbeit. Er verlegt seinen Lebensmittelpunkt von Osnabrück nach Berlin. Der Osnabrücker Friedensinitiative (OFRI), die er zusammen mit dem Studenten-Pastor Otto Meyer ins Leben gerufen hatte, vermachte er bei seinem Abschied seine Materialien über die mehr als 30 Jahre seiner Arbeit in der Hasestadt. Sie lagern nun im Erich Maria Remarque-Archiv und sind für die Öffentlichkeit einsehbar.

Der 1942 in Teheran geborene Diplom-Ingenieur für Bergbau und Professor für Politikwissenschaft arbeitete seit 1975 an der Osnabrücker Universität. Vorher hatte er in Berlin studiert. Die Schwerpunkte seiner Arbeit lagen in der Friedens- und Konfliktforschung, in der jüngsten Zeit vermehrt im Mittleren und Nahen Osten.

Er stellte bei seinem Abschied die Frage, was passiert wäre, wenn es die Friedensbewegung nicht gegeben hätte. Dann wäre zum Beispiel der Kalte Krieg nicht beendet worden, so Massarrat. [Kein Auflachen!] Er fühle sich verpflichtet, für den Frieden im Mittleren und Nahen Osten zu kämpfen. „Deswegen gibt es die OFRI noch, weil es Menschen gibt, die nicht aufgeben.“

Soweit die wesentliche und zitierte Nachricht aus der NOZ. Vielleicht geht der Friedensaktivist ja auch nur nach Berlin, um seiner Zeitung am Hegelplatz noch näher zu kommen und ‚Sachen gibts die gibts gar nicht‘ wie folgende zu publizieren. Denn ich erinnerte mich, Massarat schon im Freitag gelesen zu haben. Ich beschränke mich bei der kursorischen Sichtung seiner enormen Publizität auf das Freitag-Archiv und eine zitierende und kurzkommentierende Lektürewiedergabe, um auf einen Vorboten der hier – in der Mission Impossible – kritisierten Umtriebe innerhalb dieser Zeitung hinzuweisen.

„Atomschlag gegen den Iran? Die britische Sunday Times, das Blatt eines neokonservativen Verlages, überraschte am 7. Januar 2007 die Welt erneut mit der Horrormeldung, Israels Militär plane, iranische Atomanlagen in Natanz, Isfahan und Arak mit Kernsprengköpfen von der 15-fachen Wirkung der Hiroshima-Bombe zu zerstören. Schon einmal, im März 2005, hatte dieselbe Zeitung davon gesprochen, dass die israelische Regierung Atomschläge gegen den Iran vorbereite. Trotz offizieller Dementis aus Jerusalem darf die Meldung vom 7. Januar nicht als dramatisierendes Geplänkel abgetan werden. Im Gegenteil, sie ist nicht nur deshalb äußerst beunruhigend, weil erstmals von Übungsflügen der Israelis für einen speziellen Einsatz im Iran die Rede ist, sondern wir zugleich erleben, wie die psychologische Einstimmung auf einen Militärschlag auf Hochtouren läuft und dank des UN-Sanktionsbeschlusses am 26. Dezember 2006 gegen den Iran erstmals ein UN-gestützter Eskalationsfahrplan möglich ist.“ So beginnt Mohssen Massarrats Artikel „Die Kreuzfahrer sind voller Ungeduld“ im Freitag vom 12.1.2007 mit dem anführungszeichenreichen Abstract „Demokratien“ gegen „Islamofaschisten“ (http://www.freitag.de/2007/02/07020301.php)

Er beschreibt weiterhin das Interesse der Bush-USA (Hegemonialinteresse) als allein auf das Öl in der Region gerichtet, weshalb die USA auch nur und ausschließlich den „Status Israels, des US-Hauptverbündeten, als Hegemonialmacht in dieser Region zu festigen“ suche. Massarat findet auch den „aggressiv-hegemonialen Kampfbegriff“ dieser beiden Hegemone, nämlich die „Formel vom ‚Krieg der Demokratie gegen den Islamo-Faschismus‘, den Think Tanks in Washington und Tel Aviv als besonders perfide Neuauflage von Huntingtons ‚Kampf der Kulturen‘ präsentieren.“ Josef Joffe, Henryk M. Broder, Leon de Winter und Ayaan Hirsi Ali werden ihm im weiteren bezeugende Stützen für die Propagierung eines Feindbildes ‚Islamofaschismus‘. Ein anderer Zeuge des Islamofaschismus kommt dagegen ganz gut weg, Massarat: „Ahmadinedschad ist freilich nicht der erste Politiker aus dem Mittleren und Nahen Osten, der Israels Existenz in Frage stellt. Derartige Drohungen, wie man sie auch vom ägyptischen Präsidenten Nasser in den sechziger Jahren zu hören bekam, waren und sind nichts als Bluff.“ Wer hier also was Böses sieht, kenne nicht das „Einmaleins der nuklearen Abschreckungslogik“. Als Empfehlung gibt Massarat dieses via Freitag auf den Weg: „Zu hoffen bleibt, dass Irans [!] Führung auch in Zukunft auf jegliche noch so schwerwiegende Provokationen, selbst auf Militäraktionen Israels oder der USA, nicht hereinfällt und darauf nicht mit Gewalt reagiert.“ – – –

Aber Mohssen Massarrat beschäftigt sich auch mit der „Neoliberalen Kernschmelze“, nämlich unter dem Titel „Reiche aller Länder, bereichert Euch!“ im Freitag vom 30.10.2008 (http://www.freitag.de/2008/44/08440901.php)

Allein, wer zu einer solchen Formulierung fähig ist: „die Kapitalismuskritiker – Sie alle haben diese (neoliberale) Entwicklung zwar vorausgesagt, sich jedoch kaum damit befasst, welche Konsequenzen aus der Krise im Sinne einer emanzipatorischen Politik zu ziehen wären. Jetzt ist es an der Zeit, das Versäumte schnellstens nachzuholen [!]“, kann auch so einen dummen,  Gesellschaftskritik personalisierenden und dem Einzelwillen anheimgebenden Absatz schreiben:

„Der Neoliberalismus ist nicht nur die Ursache der Finanzkrise, sondern auch der global wachsenden Armut, der Massenarbeitslosigkeit, der Agenda-Politik in Deutschland. Er ist eine politische Strategie der Millionäre und Milliardäre, der Großaktionäre, Großspekulanten [!] und Spitzenmanager [!] in den Konzern-Chefetagen und Banken und der faulen Kapitalisten [!], die ihr Kapital lieber durch Lohnsenkung und Sozialabbau zu vermehren suchten, als es durch mehr Fantasie [!], mehr Fleiß [!] und eigene Kreativität [!] für den Wettbewerb fit [!] zu machen.“ Wo? Natürlich im Freitag, da wo links rechts ist (und zwar nicht nach E. Jandl).

Es folgt ein langer Riemen, der weder Klassen noch einen Stand der Klassenkämpfe kennt, aber einen Parforceritt durch den Begriffsklingelbeutel der „Instrumentalisierung der Globalisierung“, – und wer war´s? DER Neoliberalismus, dieser Arsch!

Damit hat Mohssen Massarrat selbstbewußt den „neoliberalen Schleier“ vor den guten, kreativen Zielen des Keynes-Kapitalismus zerrissen, aber weil er schon emeritiert ist, können noch nicht dummgemachte Studierende ihm nicht einmal mehr den Marsch blasen. Vielleicht noch, wenn er mit seiner Friedensbewegung OFRI unterwegs ist, der aber – wie ein Blick in deren Homepage zeigt – das richtige Feindbild seit dem Ende des Kalten Krieges abhanden gekommen zu sein scheint, und der Gründungspfarrer ist schließlich auch nicht mehr aktiv..

Am 4.2.2005 beschäftigt unser Professor sich mit dem Thema „Demokratie für den Nahen Osten“. Unter dem Titel „Haltet den Dieb“. Es geht um „die Auffassung, wonach der Islam das Haupthindernis für die Demokratisierung islamischer Gesellschaften sei.“ Und er kritisiert aber zuvörderst den von ihm herbeigezauberten Umkehrschluß, daß das „Christentum per se eine demokratiekompatible Religion darstelle.“ Freiheit, eigentlich überhaupt alle emanzipatorischen Begriffe sind dem Politikwissenschaftler aus dem Iran „Kampfansagen“ an die islamische Welt sowie blanke, und nur blanke Ideologie westlicher Gesellschaftsverhältnisse. Letztlich meint Massarat in diesem Artikel, die Globalisierung bringe eh automatisch Säkularität: „Dazu bedarf es keines Demokratieexports, erst recht nicht mittels Drohung und Krieg.“ Und so hat er die globale Diskussion mal wieder in die angebliche Abschreckungslogik des unwilligen Diskussionspartners vergaben. So hat der Politologe wahrscheinlich sein Bergbaudiplom erlangt (Warum eigentlich nicht Betonbau?). Und: „Nicht der Islam, wohl aber der Wohlstand im Westen steht im Gegensatz zur Demokratie in den Ölstaaten.“

Daß ich hier nicht zufällig einen der „Vorboten“ von Positionen der Nahostpolitik und der Bewertung der Politik Israels insbesondere ausgewählt habe, macht die immense Tätigkeit dieses „Friedensaktivisten“ für das auf diesem Portal vornehmlich kritisierte Blatt deutlich, das sich immerhin einmal – gewesen gewesen – als ‚irgendwie links‘ bezeichnete.

„Weiterführende“ Literatur

Mohssen Massarrat, Assimilation durch Kopftuchverbot. Plädoyer für eine pluralistisch-republikanische Gesellschaft, Freitag vom 20. Februar 2004

Mohssen Massarrat, Ein Stück Identität. Ist es angebracht, das Kopftuch moslemischer Frauen als „Flagge des islamischen Kreuzzuges“ zu bezeichnen?, Freitag vom 16. Januar 2004

Mohssen Massarrat, Den Gegenpol besetzt. Die Frage nach der Zukunft des Irak eröffnet mehr Chancen für eine multilaterale Weltordnung als allgemein angenommen wird, Freitag vom 17. Oktober 2003

Mohssen Massarrat, Wehe den Besiegten. Der alte Kontinent zwischen Unterwerfung und Selbstbestimmung, Freitag vom 07. März 2003

Mohssen Massarrat, Viel Angst in den Knochen. Über die vermeintlichen und wahren Motive der US-Politik gegenüber dem Mittleren Osten, Teil II Freitag vom 28. Februar 2003

Mohssen Massarrat, Vor den Karren gespannt. Ralf Fücks, Herfried Münkler und die Suche nach den vermeintlichen und wahren Motiven der US-Politik gegenüber dem Mittleren Osten, Teil I Freitag vom 21. Februar 2003

Mohssen Massarrat, Schröder will kein Verfassungsfeind sein. Gesinnungswandel in Sachen Irak, Freitag vom 6. September 2002

Mohssen Massarrat, Die Chance der Krise. Friedensperspektiven für den Mittleren Osten, Freitag vom 19. Oktober 2001

Mohssen Massarrat, Über Jahrzehnte aufgestauter Hass. Eine Reduzierung des internationalen Terrorismus auf den Islam führt in die Irre, Freitag vom 28. September 2001

Mohssen Massarrat, Das Tribunal und die Kriegslüge. Slobodan Milosevic vor den Haager Richtern. Die Nato-Regierungen geben nachträglich den Argumenten der Pazifisten gegen die Bombardierung Jugoslawiens im Frühjahr 1999 Recht – unbeabsichtigt, Freitag vom 13. Juli 2001

Mohssen Massarrat, Haben demokratische Grundwerte in der Außenpolitik nichts zu suchen?, Freitag vom 4. Mai 2001

Mohssen Massarrat, Wie die OPEC die Wunderwaffe entzauberte: Ökosteuern und Emissionshandel, Freitag vom 24. November 2000

Interviews

01.12.2006, in: Freitag 48

„Missionar im wilden Osten“ (Gespräch über den Besuch des Papstes in der Türkei)

22.09.2006, in: Freitag 38

„Wenn der Papst den vernünftigen christlichen Gott aus dem Talar zaubert“

11.08.2006,in: Freitag 32

„Wächst mit dem Libanon-Krieg die Gefahr eines Militärschlages

gegen den Iran?“

24.03.2006, in: Freitag Nr. 12

„Frau Merkel kann einen Iran-Krieg verhindern“

Infos

http://de.wikipedia.org/wiki/Mohssen_Massarrat

http://www.home.uni-osnabrueck.de/mohmass

http://mohssenmassarrat.weebly.com/

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71 Kommentare leave one →
  1. 9. Juni 2011 14:52

    Aufklärung gegen Beton – Super-Artikel, Rainer!

    Mohssen Massarrat war mir schon immer suspekt. Mohssen Massarrat gehört genau in diese Kategorie „Friedensforscher“, die überhaupt nicht mag. Schlimmer ist für mich nur noch Udo Steinbach und Werner Ruf. Wie emanzipierte Menschen sich auf seine „Argumentation“ einlassen können war mir schon immer ein Rätsel. Mohssen Massarrats Verharmlosungen von Ahmadinedschad, von Islamismus und Antisemitismus in Verbindung mit seiner verkürzten Kapitalismuskritik machen ihn zu einem beliebten Publizisten im „Freitag“.

    Neben seiner Freitagsaktivität ist Mohssen Massarrat übrigens im Wissenschaftlichen Beirat von CASMII (Campaign Against Sanctions and Millitary Intervention in Iran) In diesem Beirat tummeln sich auch „Experten“ wie Udo Steinbach, Ali Fathollah-Nejad und Werner Ruf.

    Hassan Dai, ein iranischen Regimekritiker geht davon aus, dass die Iran-Lobbyorganisation CASMII von der iranischen Regierung finanzielle, politische und logistische Hilfe erhält.

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  2. 9. Juni 2011 15:08

    Danke, Rainer.

    Es ist schon zum Verzweifeln, oder? Kein kritischer Gedanke, nirgends.

    Ich habe mir übrigens dieser Tage die Mühe gemacht und mal nachgeforscht, was in dem Tümpel plätschert, in dem sie alle gründeln. Fündig wurde ich dabei bei dem ATTAC-Vordenker und gerngesehenen Freitag-Autor Elmar Altvater. Lauschen wir also kurz dem Sound der Irgendwielinken, der sch übrigens selbst nachlesen läßt in: Elmar Altvater, Globalisierung der Unsicherheit, Münster 2002, S. 174 f):

    »Marx ging wie selbstverständlich davon aus, dass der produzierte Mehrwert für alle Kapitale (…) ausreichend sei. (…) Im Prinzip sind die industriellen Profite ausreichend, um auch die monetären Ansprüche an das produzierte Wertprodukt zu befriedigen. (…) Die Zinsen müssen unter der Profitrate bleiben. So bleibt der Kapitalismus in Form, denn alle können in einem Positivsummenspiel gewinnen: Die Unternehmer Profit, die Geldvermögensbesitzer Zinsen, die Arbeiterinnen und Arbeiter Beschäftigung und Lohneinkommen, die öffentliche Hand Steuereinnahmen.
    Aber: Das positive Verhältnis von Profiten und Zinsen war immer fragil. (…) Ende der 80er kam ein struktureller Anstieg der Realzinsen, … es blieb nur Profit übrig, wenn der Mehrwert auf Kosten der Löhne gesteigert werden konnte. (…) der monetäre Schuldendienst überfordert die reale Ökonomie.
    «

    Frappierend, nicht wahr?

    Ja, da steht es schwarz auf weiß: Der marxistische Professor Altvater bekennt sich ohne jeden Abstrich zum kapitalistischen Idyll, zum »Positivsummenspiel«, in dem jeder bekommt, was ihm zusteht: Der Fabrikant den Profit, der Bankier den Zins, der Staat die Steuern und die Armen Arbeit und Lohn.

    Das macht: Friedlich-schiedlicher, rheinischer, eben: deutscher Kapitalismus ohne Überhebung, ohne Krisen, aber mit Augenmaß und Gemeinwohlpflicht.

    Es ist zum Kotzen.

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  3. 10. Juni 2011 14:38

    Massarat: „Ahmadinedschad ist freilich nicht der erste Politiker aus dem Mittleren und Nahen Osten, der Israels Existenz in Frage stellt. Derartige Drohungen, wie man sie auch vom ägyptischen Präsidenten Nasser in den sechziger Jahren zu hören bekam, waren und sind nichts als Bluff.“

    Dieser Satz von Massarat, den jeder „Freitagsavantgardist“ geschrieben haben könnte, belegt den Irrsinn und die Blindheit dieser Zeitung. Nasser meinte vor dem Sechstagekrieg: „Wir wussten die Schließung des Golfs von Aqaba bedeutet Krieg mit Israel und das Ziel ist die Vernichtung Israels“ Bekanntlich kam es zum Sechstagekrieg, da Nasser es nicht bei verbalen Drohungen beließ.

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  4. 10. Juni 2011 18:01

    aber die Friedensaktivisten auf/für Mavi Marmara wird es freuen :-). auffi! frieden! und wenns kracht

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  5. 11. Juni 2011 20:25

    Wenn der Vorbote I erzählt: Mohssen Massarat schreibt im Ozzietzy am 31. Mai: „Die Vereinigten Staaten von Amerika legitimierten ihre diversen Kriege und alle ihre völkerrechtswidrigen Handlungen wie das Foltern von Terrorverdächtigen mit der Konstruktion »Krieg gegen den Terror«. Ähnlich verhält sich Rußland in seinem Krieg gegen Tschetschenien.“
    „Dank Huntington dominiert seit Mitte der 1990er Jahre der sogenannte »Krieg der Kulturen« den globalen Diskurs, wodurch permanent Konflikte geschürt werden. Die Ermordung Theo van Goghs durch einen marokkanischen Fanatiker in Amsterdam als Reaktion auf seine antiislamischen Provokationen, die Mohammed-Karikatur in der dänischen Tageszeitung Jyllands Posten und die Folgen des jüngsten antiislamischen Machwerks des rechtspopulistischen Politikers Geert Wilders in den Niederlanden sind prägnante Beispiele eben dieses »Krieges der Kulturen«.Dazugehört nicht zuletzt das in Deutschland zum Volkssport gewordene Islam-Bashing der um Henryk M. Broders »Achse des Guten« gescharten Agitoren.“
    „Die Versuche der westlichen Seite, die Islamische Republik Iran als die Speerspitze des sich gegenwärtig angeblich weltweit bildenden »Islamo-Faschismus« zu dämonisieren, und auf der anderen Seite die verbalen Angriffe des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad gegen Israel und das Anzweifeln des Holocaust machen deutlich, auf welche Weise dieser Konflikt aus seinem realen sicherheitspolitischen Zusammenhang herausgelöst und zu einem explosiven Kultur-Konflikt zwischen dem »christlich-demokratischen Westen« und dem Islam gemacht worden ist. Tatsächlich muß das Atomprogramm der Islamischen Republik Iran jedoch als Teil des nuklearen Wettrüstens im Mittleren und Nahen Osten gesehen werden, das schon vor etwa 30 Jahren ausgelöst wurde, als Israel seine atomare Erstschlagskapazität erlangte.“
    „Der antiislamische Diskurs in Europa und namentlich in Deutschland, geführt von einer unheiligen Allianz extrem rechter und pro-israelischer Gruppen auf der selbsternannten »Achse des Guten« und einem großen Teil der Medien, muß durch eine breite Allianz des Friedens in einen Diskurs für den inneren Frieden, für Integration der moslemischen Minderheit in Deutschland und Europa, für Dialog und für multikulturelles Zusammenleben verwandelt werden. Dieser Diskurswechsel ist eine wichtige Voraussetzung für einen Politikwechsel gegenüber den islamischen Staaten.“
    Erschienen in Ossietzky 8/2008
    http://www.sopos.org/aufsaetze/4844761282224/1.phtml

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    • 11. Juni 2011 21:12

      Man fragt sich ja, ob der Mann jemals schläft — bei der schieren Masse, die er publiziert. Wie sagte schon Talleyrand: »Dumm und fleißig: Der Himmel behüte uns!«

      Beim Ossietzky schaue ich auch immer mal wieder vorbei. Kursorisch. Und fasse bisweilen nicht, was ansonsten vernünftige Leute wie Klönne und (T.) Rothschild mitunter vom Stapel lassen.

      Weiterlesen. Und zuschauen, bei lila-weiß-blau.

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    • 12. Juni 2011 10:25

      Ja ja, der Huntington ist an allem Schuld und die „antiislamischen Provokationen“ mit den Mohammed-Karikaturen. So einfach kann Mohssen Massarat, genau wie der „Freitag“, die Welt erklären. Wenn die Satirezeitschrift Titanic ihre Redakteure entlassen würde und Broder in Rente ginge, dann könnten endlich Moslems, Christen, Juden und Atheisten in Frieden zusammen leben und die Scharia würde in einem Aufwasch gleich mit abgeschafft.

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      • sweetheart permalink
        12. Juni 2011 19:25

        @Fidelche, er ist ja noch da!
        Alive and kicking!
        Der Henryk M. Broder!
        Und hat eine wunderbare Rezension von Matusseks Bekenntnissen eines überzeugten Katholiken in der gestrigen WELT geschrieben, in der er ebenfalls über den Verleger eines Berliner Meinungsmediums glossiert:
        http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article13424879/Der-Glaube-an-den-Glauben.html
        http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13424847/Rettet-den-Goldbroiler.html
        Beides erbauliche Pfingstlektüre!
        „Zwischendurch erlaubst Du Dir auch ein Geständnis, weil Dein Lektor vergessen hat, Dich darauf aufmerksam zu machen, dass alles, was Du sagst, gegen Dich verwendet werden kann: ‚Ich bin kein Vorzeige-Katholik, aber dennoch bin ich seit neuestem so leidenschaftlich Katholik, wie ich vor vierzig Jahren Marxist war.‘ Mit anderen Worten: Du bist ein Konvertit, Du hast eine Religion gegen eine andere getauscht.“
        schreibt Broder an seinen guten alten Bekannten Matussek und endet seine Rezension mit den Sätzen:
        „Du bist vom Marxismus zum Katholizismus konvertiert. Andersrum wäre es schlimmer. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Jedenfalls freue ich mich schon auf Dein nächstes Buch.“

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  6. 12. Juni 2011 13:10

    Ich würde mal gerne wissen, wo denn das „in Deutschland zum Volkssport gewordene Islam-Bashing“ praktiziert wird, das schon der Bescheidwisser Hagen Rether behauptete? Im Gegenteil muss doch nach vox populi sogar die Meinungsfreiheit hinter der Religionsfreiheit zurückstehen, einen Zustand, den ich niemals zu akzeptieren bereit bin. Eine gewisse Bedrohung durch den Islam hingegen ist für mich real, wenn ich sehe wie Kritiker entweder umgebracht oder vom Tode bedroht werden, wenn nur ein selbsternannter Mufti seine Fatwa zum Besten gibt. Die Meinungsfreiheit darf hier keinesfalls geopfert, kein Quadratmillimeter aufgeklärten Bodens darf zugunsten dieser Steinzeitdoktin preisgegeben werden.

    lg LL

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    • 12. Juni 2011 22:16

      Für die Freitagscommunity war ein Einschnitt die Minarettdiskussion im Zusammenhang mit den Positionen von ProKöln bei der letzten NRW-WAHL. Eine differenzierte Betrachtung gelang nicht, und die Folgen sind ja hier genügend, nein, aber wesentlich diskutiert. Religionsfreiheit ist für nur noch historisch zu würdigen, denn faktisch ist die Durchdringung des säkulären Staates mit Kirche so empörend, daß man verzweifeln will. Und das geht ja bis zur Antwort auf die Frage, wer kirchliche Institutionen hochprozentig bezahlt: Atheistische Steuerzahler und grad wegen der Kirchensteuer Ausgetretene, auch mit ihren Steuergeldern. — Für mich ist außerdem Kirche Lärmbelästigung. Die Trinitatis links glockt leise und angenehm, die Geist rechts geht nicht nur auf den Geist, sondern macht häßlichen Lärm. Insbesondere „Feiertags“.

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      • 12. Juni 2011 22:52

        „…faktisch ist die Durchdringung des säkulären Staates mit Kirche so empörend, daß man verzweifeln will…“

        Das liegt daran, weil jeder Staat gewisse „Basiswahrheiten“ in seinen Bildungsinstitutionen verankert. Damit wird Laizismus faktisch obsolet!

        lg LL

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      • sweetheart permalink
        12. Juni 2011 23:15

        Rainer, und in Zukunft wirst Du vermutlich nicht nur die Ausbildung von islamischen Religionslehrern sondern mittelfristig auch die der an deutschen Hochschulen ausgebildten Imame mitbezahlen, denn die muslimischen Gemeinden sehen sich dazu nicht in der Lage und würden dann im Zweifelsfall weiterhin die türkisch oder arabisch bezahlten Imame bevorzugen.
        Denn die Alternative müßte lauten: Evangelen, Katholen, wer auch immer kriegt auch keine Institutionen und Personal gestellt oder bezuschußt – und das krieg‘ mal hin!
        Also: gleiches Opium für alle!
        Obwohl: je nach Anbaugebiet scheint die Wirkung doch auch etwas stärker zu sein.

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        • sweetheart permalink
          12. Juni 2011 23:20

          Vergessen:
          http://www.sueddeutsche.de/karriere/islam-studium-in-deutschland-deutsche-ausbildung-fuer-muslimische-geistliche-1.1011920
          Die links sind alle vom letzten Jahr, obwohl heute mal wieder was zum Stand der Dinge in den Nachrichten zu hören war.
          Weißt Du vermutlich genauer, Rainer, ist ja bei Dir um die Ecke.

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        • 12. Juni 2011 23:59

          Mit Studierenden der Islamwissenschaften habe ich in Münster vielfach zu tun gehabt. Alles nette Menschen. Ich hab gefragt, seit wann gibts denn sowas zu studieren? – Na ja, das ist alles höchst wissenschaftlich, – was ich an zu korrigierenden Texten dann ja auch gesehen habe … Meine Lieblingsfarbe ist übrigens Grau.

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        • 13. Juni 2011 00:25

          „Grau“?
          Wegen der Theorie?

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        • 13. Juni 2011 01:03

          Nein, aber Du erkennst mich im schwarzen, im weißen, aber doch zu 96% im grauen T-Shirt, falls Du Münster besuchst. Sieht einfach saugut aus als Kontrast zur schwachsinnig bunten Welt.

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        • 13. Juni 2011 10:59

          @ Rainer

          „Sieht einfach saugut aus als Kontrast zur schwachsinnig bunten Welt.“

          Das ist vermutlich DIE Erklärung für mein intuitiv getragenes Existentialisten-Schwarz, das ich mehrheitlich, neben sonstigen unbunten Farben und Erdfarben gerne trage. Das weiße Nick-Hemd kommt höchst selten zum Einsatz! Anarchismus und Punk liefern auch keine Erklärung für meine Schwarz-Affinität. Psychologisch wäre Schwarz die „Farbe“ des Absoluten, so meine unbefriedigende reflektorische Recherche.

          lg LL

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        • 13. Juni 2011 11:31

          Also diese „Farbspiele“ oder sollte ich besser sagen „schwarz-weiß-Malerei“ lässt ja tiefe Einblicke auf die seelischen Befindlichkeiten einiger schließen, oder wird das jetzt hier ein Blog für psychoanalytische Betrachtungen.

          Schwarz ist übrigens auch die Farbe der Unentschlossenen, ist doch schwarz eine Mischung aus allen Farben. 🙂

          Man stelle sich mal die Natur in den Lieblings-Farben von Rainer und Louis vor, nein, doch lieber nicht.

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        • 13. Juni 2011 12:12

          FB schrieb: Schwarz ist übrigens auch die Farbe der Unentschlossenen, ist doch schwarz eine Mischung aus allen Farben.

          Für den detailverliebten deutschen Michels:

          Henner Michels aka Weinstein schrieb:
          Ich wiederhole mich, aber wenn man’s ganz genau nimmt (gut, wer will das hier schon?), …
          https://thinktankboy.wordpress.com/f-rubrik-ii/#comment-8351

          Da Weinsztein den Schreibern bei MI nun schon mehrmals vorwarf, hier keine Details zu beachten, werde ich den medien- und netzaffinen Michels gleich ein paar Details erläutern. Eingentlich weiß jeder, was FB meint, aber extra für den Deutschen Michel in der Türkei die Feinheiten, damit er sie nicht wieder so schnell (wie bei ihm üblich) vergißt:
          FB beschrieb die Subtraktive Farbmischung, also Körperfarben. Wenn diese gemischt werden, entsteht ein ganz dunkles, „schmutziges“ Braun. Ganz schwarz wird die Mischung nie, da die entsprechenden Pigmente, die das Licht brechen, fehlen. Im Volksmund jedoch, weiß das jeder aus dem Tuschkasten und auch weiß jeder, was gemeint ist. Aber wozu gibt es schließlich UCR und GCR…. Kann Her Michels sich ja mal googlen – vielleicht wird das auch in seinem Wikipedia-Universum beschrieben.
          (Anderes Beispiel:An der Uni Köln gibt es sogar Miarbeiter und Studenten, die auch im hohen Alter ganz „juvenil“ behaupten, ihr Auto bekäme auf den wenigen Parkmöglichkeiten am Arbeitsplatz so viele „Beulen“. Sie meinen aber Dellen, denn Beulen sind Wölbungen nach außen. Von Akademiker habe ich sogar schon mehrfach den Ausdruck „zwei Zwillinge“ gehört, die aber ein Zwillingspärchen meinen.)

          Bei der Additiven Farbmischung hingegen, entsteht beim „addieren“ von Lichtfarben logischerweilse Weiß. Aber das weiß Herr Michels als über Wikipedia gebildeter Raki-Rentner alles nicht mehr. Deshalb wiederhole ich hier die Details.

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        • 13. Juni 2011 12:16

          Korrektur: Beim „Addieren“. Daher entstand aber nicht die Bezeichnung „Additive Farbmischung“. Aber ich denke, weitere Details würden den Raki-Rentner überfordern.

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        • 13. Juni 2011 12:34

          In diese „bunte“ Diskussion meinen ‚additiven‘ Gruß!

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        • 13. Juni 2011 12:50

          ……………..und das an diesem „grauen“ Tag. 🙂

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        • 13. Juni 2011 12:56

          Gruß zurück an Euch!

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    • 1. Juli 2011 13:52

      @Louis Levy
      Das Problem ist, dass diejenigen die von „Islam-Bashing“ oder „Islamophobie“ sprechen, meistens beim Thema Antisemitismus nur sagen, sie heißen Möllemann und wüssten von nichts. Ich nehme mir das Recht heraus jede Religion zu kritisieren, wenn ich was zu kritisieren habe. Wer an den Osterhasen glaubt, muss damit leben.

      Wenn jemand etwas gegen meine Hautfarbe sagt oder Vorurteile gegen Ausländer hegt oder Asylantenheime ansteckt, dann hat das nichts mit „Islam-Bashing“ zu tun. Aber das kapieren die vielen Knalltüten, besonders die im „Freitag“, nicht.

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  7. 14. Juni 2011 00:00

    Hätten wir die Rubrik ‚Politisch-Philosophischer Tageskommentar‘, würd ichs ja darein setzten. Sei´s drum, hier, wo es ja auch um Grundschürfendes geht, sei er zitiert:

    13.06.2011 | 19:55 j-ap
    »Auf Griechenland bezogen heißt das, ein Land gibt seine Souveränität auf. Eine Regierung bricht das Grundgesetz [sic!], um Kürzungsmaßnahmen durchzusetzen, und die Repression hat Ausmaße erreicht, wie man sie nur aus Ländern im Ausnahmezustand kennt.«
    Es ist wahrlich zum Verzweifeln: wo immer irgendwo was schief läuft im an sich natürlich ausschließlich guten, wahren und schönen Bürgerstaat, da kommen seine Apologeten daher und salbadern etwas von der Souveränität, die angeblich flöten gegangen sein soll. Wie unheimlich blöd muß eigentlich man sein, um sowas von sich zu geben, ohne zu bemerken, daß schon im nächsten (!) Satz die eben aufgestellte Behauptung ganz und gar blamiert wird? Da steht’s ja: »Eine Regierung bricht das Grundgesetz, um Kürzungsmaßnahmen durchzusetzen, und die Repression hat Ausmaße erreicht, wie man sie nur aus Ländern im Ausnahmezustand kennt.«
    Verfassungsbruch, Durchsetzung, Repression, Ausnahmezustand — da habt ihr sie doch, eure verhimmelte Souveränität, ihr Idioten! Daß nämlich die Regierung die Verfassung brechen, die Kürzungen durchsetzen, jederzeit widerborstige Leut‘ zu Klump prügeln oder eben kurz: ihr Gewaltmonopol in Anspruch nehmen kann, wie sie es für richtig hält, ist der volle Inhalt der Souveränität, auf die es euch so sehr ankommt!

    Bei Margarita Tsomou im Politikressort. Daß da mal politische Polemik ankommt!

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    • 20. Juni 2011 16:49

      So läuft das in kapitalistischen Krisensituationen….

      Ich fand aber auch den letzten Teil seines Kommentares gut und auch J-APs Erwiderung auf Matto am 13.06.2011 um 20:03:“Der Mann heißt Milton Friedman, nicht Michel Friedman — ein Freud’scher? — und wo seine Chicago Boys einritten, ist überhaupt gar nichts zerstört, sondern ganz im Gegenteil gewaltig aufgebaut worden. Und zwar mit genau den Folgen, die die Kapitalakkumulation immer hat.“

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  8. 14. Juni 2011 00:07

    Und ad Monsterium gerichtet hat Josef auch noch ein die politische Philosophiegeschichte – im Freitag (Andreas Kemper) zugerichtet – berichtigendes Wort:

    „Ich will hier aber noch ein Wort über Machiavelli verlieren: Weshalb Sie ausgerechnet auf den kommen mußten, um das Thema aufzumachen, weiß ich nicht. Schlimm ist aber, daß Sie ihn und sein Werk quasi vollständig verkennen und daher ins glatte Gegenteil verkehren. Machiavelli war nämlich gar nicht der Anwalt und Fürsprecher der hemmungslosen und durch nichts beschränkten Gewalt als Gegensatz etwa zu Montesquieu’scher Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit, sondern der Konstitutionstheoretiker der bürgerlichen Souveränität, wie man sie bis auf den heutigen Tag in jedem bürgerlichen Staat, auch und gerade in Republiken, beobachten kann. Das gerät nur da aus dem Blick, wo, wie heute universell üblich, die Theorie vom »Gesellschaftsvertrag« feilgehalten wird, um den Staat zu rechtfertigen. Deshalb wurden er und sein Opus ja vierhundert Jahre lang verfemt. Hätte er nur dem Rohrstock, der ihn schlug, nachträglich noch Lorbeeren hinterher gewunden, also seine eigene Biographie in therapeutischer Absicht rationalisiert, wie Sie behaupten, hätte dazu ja gar kein Anlaß bestanden. Warum es sich bei Machiavelli tatsächlich um einen Republikaner — wohlgemerkt: des 16. Jahrhunderts! — handelt, erfährt man, wenn man sein Hauptwerk liest. Das ist aber nicht »Il Principe«, sondern sind die »Discorsi«.“

    So kam an Pfingsten also nur der Heilige Geist der Kritik – und das ist doch schon immerhin was!
    Since 1784 …

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  9. 8. März 2012 17:44

    Ein anderer Zeuge des Islamofaschismus kommt dagegen ganz gut weg, Massarat: “Ahmadinedschad ist freilich nicht der erste Politiker aus dem Mittleren und Nahen Osten, der Israels Existenz in Frage stellt. Derartige Drohungen, wie man sie auch vom ägyptischen Präsidenten Nasser in den sechziger Jahren zu hören bekam, waren und sind nichts als Bluff.”

    Nichts als Bluff? Wahnsinn!

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  10. 25. Juni 2012 17:38

    Der Sprecher der Green Party of Iran in Deutschland Kazem Moussavi schreibt auf seiner Facebookseite:

    Solidarität mit der Israelischen Demokratie, Freiheit für Iran!
    Iraner und Israelis: Gemeinsam gegen ein atomares Mullah-Regime!
    —————–
    Zur Verurteilung und dem Boykott der Mullahsystemfreundlichen und antiisraelischen Veranstaltung von „Iranian-Israeli Circle“ in Berlin (29.06.2012)!
    Seitens iranischer Oppositioneller und Freunden aus Deutschland wurde am 5. Mai 2012 gegen die Berliner Kundgebung der sog. Iranien-Israeli, welche durch die tatsächliche Unterstützung Mohsen Massarrats von der iranischen Regimelobby CASMII stattgefunden hat, massiv protestiert. Nun setzt „Iranian-Israeli Circle“ durch eine farce Veranstaltung – gerade vor dem Inkrafttreten (01.07) der internationalen/europäischen Öl- und Banken-Sanktionen Zum Stopp der Atombombenprojekte des Mullah-Regimes fort! Die Initiatoren dieser Veranstaltung und CASMII-Kampagnen werden unter dem Deckmantel gegen „Krieg, Sanktionen, Besatzung und staatliche Unterdrückung“. durchgeführt. Dies ist auch aktuelle Hauptforderung des islamistischen Regimes, die in den Atomverhandlungen 5 plus 1 verfolgt wird.

    ———————-

    Über CASMII und Mohssen Massarat (den Autor des „Freitags“) schreibt Kazem Moussavi:

    Mohsen Masarat von der iranischen Regimelobby CASMII leitete die heutige Demo „Iraner und Israelis gegen Krieg“ in Berlin s.Bild von Kazem Moussavi, Samstag, 5. Mai 2012 um 19:53 •

    CASMII (Campaign Against Sanctions and Military Intervention in Iran) wird in Deutschland durch Mohssen Massarat und Ali Fatollah Nejad verwaltet. Unter dem Deckmantel der Friedensbewegung unterstützt CASMII das Mullah-Regime und wird politisch und materiell durch das Büro Ahmadinejads – von Rahim Mashaii – unterstützt.
    Abbas Edalat, Chef von CASMII fordert explizit zur Unterstützung des islamistischen Regimes auf, vgl. folgenden link (Min 03:50):

    CASMIIs „Friedensaktivitäten“ bestehen unter anderem darin, Begegnungen zwischen den terroristischen iranischen Revolutionsgarden und westlichen sogenannten Friedensaktivisten zu organisieren. (http://www.campaigniran.org/casmii/index.php?q=node/2772)
    Mohssen Massarrat gibt dem Regime via Interview mit dem staatlichen Sender IRNA gute Ratschläge zur Imageverbesserung (http://german.irib.ir/analysen/interviews/item/111857-profdr-mohssen-massarrat) und hat sich in einem offenen Brief an Frau Bundeskanzlerin Angelika Merkel eindeutig an die Seite der terroristischen Hamas-Organisation, welche nur ein Handlanger des Mullah-Regimes zur Vernichtung Israels ist, gestellt (veröffentlicht am 14. Januar 2009, http://www.campaigniran.org/casmii/index.php?q=node/7237).
    Nach der Unterschriftensammelaktion von Mohssen Massarrat „Erklärung aus der Friedensbewegung und der Friedensforschung“, die in der Süddeutschen Zeitung vor wenigen Wochen veröffentlicht wurde, instrumentalisiert nun CASMII die in Berlin lebenden israelischen Linken für die Abschaffung aller internationalen Sanktionen zur Einstellung der nuklearen Projekte des Mullah-Regimes. Dies ist auch aktuelle Hauptforderung des iranischen Regimes, die in den Atomverhandlungen 5 plus 1 verfolgt wird.
    Bei der heutigen Demo nahmen neben israelischen Linken CASMII sowie rund 80 Demonstranten iranischer Herkunft und Hizbollah- und Hamas-Sympatisanten in Berlin teil. Der iranische Teil bestand überwiegend aus linken Mitgliedern der (prosowjetischen) Toudeh- und Akzariat-Parteien sowie Funktionären der sog. „Greenbewegung“ innerhalb des Mullah-Systems. Diese werben politisch für die sogenannten Reformkräfte wie Ex-Präsident Chatami und Rafsanjani, während der letzten Wahlen und bis heute für Mousawi und Karroubi, welche in ihren früheren politischen Funktionen, so wie Ahmadinejad aktuell, die iranische Bevölkerung grausam und systematisch unterdrückt und ausgebeutet haben.
    Gegen die Kundgebung wurde vor Ort seitens iranischer Oppositioneller und Freunden aus Deutschland friedlich protestiert.
    Kazem Moussavi, Sprecher der Green Party of Iran in Deutschland, hat bei der heutigen Demo Mohssen Massarrat, der sein Gesicht mit einer blauen Mütze fast versteckt hatte, sofort erkannt und seine mullahsystemfreundliche Aktivität für die israelischen Teilnehmer und die Passanten enthüllt.
    —————————————–
    Die CASMII-Gruppe wurde durch den iranischen Wissenschaftler/Geschäftsmann ABBAS EDAALAT in London gegründet. A. Edaalat steht in direktem wirtschaftlichen und politischen Kontakt zu den iranischen, stellvertretenden Ministern ABBAS MALEKI und MOHAMMAD-REZA HAAERI YAZDI. CASMII-Vertreter haben bereits den ersten Stellvertreter von Ahmadinejad, AMIR MASCHAII in Teheran und Ahmadinejad persönlich in New York besucht (vgl. Bilder und Informationen unter http://de.stopthebomb.net/fileadmin/editors_de/Artikel/Document5-CASMII.pdf).

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    • 26. Juni 2012 10:04

      Die Initiatoren dieser Veranstaltung und CASMII-Kampagnen werden unter dem Deckmantel gegen “Krieg, Sanktionen, Besatzung und staatliche Unterdrückung” durchgeführt.

      Vielleicht war auch Achmadinejad bei der Demo in Berlin, als Frau verkleidet, unter die sonstigen „Jubelperser“ gemischt um für den Frieden, für die iranische Atombombe und gegen die Besatzungspolitik Israels zu demonstrieren.

      Kazem Moussavi, der Sprecher der Green Party of Iran in Deutschland hat Mohssen Massarrat, die iranische Lobbyorganisation CASMII und die Berliner Demos demaskiert. Im „Freitag“ bloggte einst ein sogenannter“ Iranopoly“, um die Ansichten des Mullahregimes in der Freitagscommunity zu verankern und auf den Berliner Demos wird für die Interessen des Mullahregimes geworben. Im Westen nichts Neues.

      Ein „Friedensforscher“ schrieb hier der MI widersprechend über die CASMII-Demos in Berlin: “Die Aktionen von Israelis und Iranern für ein friedliches Zusammenleben sind durchaus positiv. Das hat mit Orangensaftstimmung nicht das Geringste zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine privat initiierte Aktion, die die Menschen – um die es letztlich geht – zusammen zu bringen. Wenn es überhaupt eine positive Entwicklung in diesem fatalen Prozess gibt, dann diese.“

      Hihihi.

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      • 29. Juni 2012 21:12

        Schön auch die Worte eines „CASMII-Supporters“: „Eine Demo wird auch nicht schlechter oder besser, weil ein paar Blogger mitgehen, deren Meinung man nicht teilt. Das Grundanliegen der ursprünglichen Website, von der alles ausgeht, halte ich für richtig.“

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    • 27. Juni 2012 17:19

      Mohssen Massarrat gehört zu den wichtigsten Iran-Verteidigern in der gegenwärtigen Auseinandersetzung. Ich hörte ihn am 10. Mai 2012 in der Katholischen Akademie in Hamburg. Immer wieder beschwor er die Verbindungen zwischen dem „iranischen und dem deutschem Volk“.

      Der Antisemitismus sei „kein Problem des Iran“, referierte Massarrat, „der Antisemitismus sei kein Problem der islamischen Länder, sondern ein Problem der Europäer“. Ein Agitator mit gefährlichen, völkischen und antizionistischen Ansichten.

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    • 29. Juni 2012 14:50

      Wer heute noch hier staunt, weiß einfach zu wenig.
      Staunen konnte damals der Anfang aufklärender und praktischer Philosophie sein (siehe Vorsokratiker ff.) Heute ist aufklärerische Praxis verstellt, weshalb es an ‚Praxis‘ nur das trotzdem aufklärende Nicht-Mitmachen im Sinne kritischer Theorie gibt.

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    • 29. Juni 2012 22:04

      Die Pressestelle der WWU Münster meldet einen „Gastvortrag zum finanzgetriebenen Kapitalismus“:
      „Das Hauptmerkmal des finanzgetriebenen Kapitalismus sei die Abkopplung des Finanzsektors von der Realökonomie, so die These von Prof. Dr. Mohsen Massarrat, der am Dienstag, 3. Juli, um 18 Uhr Gast im Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster ist. Die Suche nach den Ursachen der Abkopplung führe zu ungleichgewichtiger Umverteilung der Einkommen und Vermögen, die gerade unter den Bedingungen des neoliberalen Kapitalismus und der Massenarbeitslosigkeit zu Lasten der lohn- und gehaltsabhängigen Bevölkerung dramatisch zunehme. Genau aus dieser bereits seit dem 19. Jahrhundert immer wieder auftretenden Wechselbeziehung könnte eine Lösungsperspektive mit strategischem Reformpotenzial entwickelt werden. Prof. Massarrat spricht im Hörsaal SCH100.2 in der Scharnhorststraße 100. Sein Vortrag hat den Titel Massenarbeitslosigkeit und Angst als Lebenselixier des finanzgetriebenen Kapitalismus„.
      Da gehe ich dann mal: zur Diskussion und prüfe die studierenden Hörer …

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      • Der Bassist permalink
        30. Juni 2012 22:31

        Ich bin gespannt auf die Reaktion des jungen studierenden Publikums. Ich denke, die meisten haben keine Ahnung und glauben, echt Kapitalismuskritik zu hören. – Nur, wenn die Leute vom Club Courage da sind, auch meist Studierende, glaube ich an eine l e b e n d i g e Veranstaltung … und machte (Konjunktiv Futur, hihi) natürlich mit!

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    • 4. November 2012 09:53

      Gestern hat Ahmadinejad mit seiner die Mullahlobbing-Organisation „CASMII“ wieder in Berlin demonstrieren lassen. Mohssen Massarrat von CASMII (auf Bild 9) mit dem Geheimdienstler und IRNA-Journalisten „Oliver Towfigh Nia“ waren dabei.

      Bilder und Infos von Kazem Moussavi. Als Sprecher der oppositionellen Green Party of Iran ist Kazem Moussavi gezwungen, im Exil zu leben.

      Die sogenannte Gruppe „ Iranian-Israeli Circle against war, sanctions, occupation & state-oppression“ agitierte gestern vor der US-Botschaft in Berlin.

      https://www.dropbox.com/sh/ue3opmkbcgo7t8h/8FyxoX_cpj

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  11. 27. Juli 2012 13:21

    Neue akademische Nachrichten aus den Friedens- und Fußballstädten: „Die Universität Münster erhält als eine von drei Hochschulen in Deutschland ein Zentrum für islamische Studien. Ziel ist die Etablierung der islamischen Theologie als wissenschaftliches Fach an der WWU. Das zuständige Bundesministerium hat die Förderung an die Bedingung geknüpft, dass die Universitäten Münster und Osnabrück ein Konzept für eine standortübergreifende Zusammenarbeit in diesem Bereich vorlegen.“ Nun ist es soweit: Die Uni Münster hält zwar bereits seit dem Sommersemester 2004 am „Centrum für Religiöse Studien“ eine Ausbildung zum Islamlehrer vorrätig − derzeit 65 Studierende. Wenn Nordrhein-Westfalen ab dem kommenden Schuljahr aber islamischen Religionsunterricht als ordentliches Unterrichtsfach anbietet, muß der politische gemachte Boom in die falsche Richtung losgehen. 418 Interessierte aktuell für das Unterrichtsfach „Islamische Religionslehre“ − eine Rekordzahl. „Die Bewerber haben jetzt eine klare Berufsperspektive. Die Zahl belegt das große Interesse, aber auch das Vertrauen in den Standort Münster“, betont Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) und Professor für Islamische Religionspädagogik. -„Islamische Religionspädagogik“, „Kalam, islamische Philosophie und Mystik“, „Koran und Koran-Exegese“ sowie „Islamische Normenlehre und deren Methodologie“ gibt es zu studieren. [Quelle: Lindenblatt]

    Kommentar: Mit Zorn und Eifer bei der Sache; und auch ein Vorbote aufs Kommende (wie etwa die Beschneidungsdebatte). – Alles hängt mit allem zusammen; oder das Restvernünftige im falschen Ganzen zerfällt auch noch.

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    • mentalpunker permalink
      27. Juli 2012 18:32

      Es scheint in der Akademie wie beim Mannheimer Duden: Furzt die Jugend ein neues Wort in die Welt, wird es deskriptiv-normativ zum Inhalt der herrschaftslechtzenden Institution erhoben. – Es ist zum Kotzen!

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    • H. Herforder permalink
      27. Juli 2012 18:45

      Ich beobachte auch die Universität in Zeiten der Bolognese. Daß überhaupt Theologie eine Fakultät ist, ist für mich famos. Warum nicht auch Esoterik und Bernsteinzimmerkunde? Weil ‚Religiöse Studien‘ opiatische Inhalte haben?

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      • 27. Juli 2012 20:29

        Ach Herforder, für die Alumni bieten heutige Studierende abends am Aasee immmerhin schöne Beschallung bei ihren Grillgelagen. Lesen & leben lassen, die Alumni sind – wenn DIE dran sind – dann eh in Schlummerland …

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    • 27. Juli 2012 18:49

      Das Restvernünftige im falschen Ganzen zerfällt auch noch!

      Die Magisierung der Welt macht große Fortschritte. Ich stehe staunend daneben. Hab ich soeben im Jungle Blog geschrieben.

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    • 28. Juli 2012 23:06

      München, 20. September. Verschiedene Nachrichten in öffentlichen Blättern über die Weigerung eines jüdischen Vaters in Frankfurt am Main, sein Kind beschneiden zu lassen, veranlassen mich zu folgenden Mitteilung, die vielleicht jetzt nicht unwichtig ist, da daraus hervorgeht, wie die hiesige Regierung die Frage beantwortet hat. Im April dieses Jahres weigerte sich ein jüdischer Bürger, sein Kind beschneiden zu lassen. Nach den hier bestehenden Vorschriften darf nur der Rabbiner und außer ihm ein dazu ernanntes Mitglied der Gemeinde diese Operation vornehmen. Auf die an den Vater des Kindes ergangene Aufforderung antwortete dieser, dass einer seiner Bekannten diese Zeremonie, obgleich unvollständig, an seinem Kind vorgenommen habe, dass er überdies mit seiner Frau und seinen Kindern zum protestantischen Glauben überzugehen gedenke, außerdem bei diesem Kind noch ganz subjektive Verhältnisse bestehen, und dass sich die jüdische Gemeinde also vorläufig beruhigen könne. Die Polizeidirektion antwortete ihm, dass er verpflichtet sei, sich den Anordnungen des Rabbiners zu unterwerfen und die Beschneidung vorgenommen werden müsse, weil er zur Zeit noch zur israelitischen Religion gehöre und sich also den Religionsgebräuchen dieses Kultus zu unterwerfen habe.

      Leicht gekürzt aus „Der Orient“, No. 40, 03. Oktober 1843

      Quelle: [url=http://schlamassel.blogsport.de/2012/07/20/polizeidirektion-muenchen-die-vorhaut-muss-weg/]Schlamassel.muc[/url]

      Back to the roots?

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      • Der Bassist permalink
        28. Juli 2012 23:42

        Puh … so fliegen die Jahre des Fortschritts der Moderne dahin …

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      • H. Herforder permalink
        28. Juli 2012 23:56

        Von den Gleichungen, die die Geschichte schreibt:
        „Der Orient“ + „Das Abendland“ = (-)“utopie“
        (Ich habe Matte ja abgewählt, sobald es ging …)

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      • 29. Juli 2012 11:34

        Thoma von der Sacken hat eine eindeutige Meinung zur Beschneidung.

        „Wer also aus Unwissenheit, Naivität oder gutem Glauben ein Gesetz zur Legalisierung der Zirkumzision aus religiösen Gründen in Deutschland einfordert, sollte wissen, dass er mutmaßlich ganz gegen seinen eigenen Willen damit all jenen Frauen und Männern, die sich etwa in Ägypten, Indonesien, Somalia und Kurdistan gegen die weibliche Genitalverstümmelung einsetzten, in den Rücken fällt. Es sind jene Ländern und Regionen, in denen die schafi’itische Rechtsschule dominiert. Dort kämpft eine wachsende Zahl von Menschen für die Illegalisierung dieser Praxis; dabei gilt es heftige Konflikte mit Teilen des konservativen Klerus auszufechten, manchmal werden Aktivisten gegen FGM sogar mit dem Tod bedroht.“

        Falls der Bundestag tatsächlich ein Beschneidungsgesetz durchpauken sollte, wäre das weltweite Magisierungsprojekt wieder ein Stück vorangeschritten. Bei der Zusammensetzung des Bundestages würde mich kaum etwas wundern.

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        • MEMO permalink
          29. Juli 2012 15:39

          Er wird. Er wird das definitiv tun – und zwar aus Konflikt-Scheu und nicht, weil es richtig wäre.

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        • 29. Juli 2012 15:50

          „Magisierung“ – treffender Begriff – einer eben nur halb aufgeklärten, halbwissenden (Adorno, Theorie der Halbbildung) Welt.

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        • 29. Juli 2012 18:30

          Es müsste schon ein Wunder geschehen wenn der Bundestag mit seiner christlichen Dominanz und seiner sozialdemokratischen Feigheit sich einem religiösen Beschneidungs-Gesetz widersetzen würde. Vielleicht gibt es aber noch eine Marienerscheinung vor dem Bundestag. Hohoho

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        • Der Bassist permalink
          29. Juli 2012 18:56

          ‚Christliche Dominanz und sozialdemokratische Feigheit‘ – ich liege lang; ich unterschreibe. Gegen den Dreck.

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        • mentalpunker permalink
          29. Juli 2012 19:03

          „Die Magisierung der Welt macht große Fortschritte. Ich stehe staunend daneben.“ (M. Breitenberger) Kann man das hier ‚teilen‘?

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  12. 29. Juli 2012 15:08

    Nicht ganz OT: Ich habe meinen schönen Artikel über Mohssen Massarrat noch einmal gelesen und dabei festgestellt, daß meine Links ins Freitag-Archiv heute ins Leere führen: dessen Startseite verkündet dann „Die Seite existiert leider nicht…“ – Und die schneeschmelze gibt dafür eine Erklärung. Des Freitags Weise der Entkleidung seiner linken und kritischen Geschichte …

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    • MEMO permalink
      29. Juli 2012 15:38

      Das trifft auch auf Links in das PDF-Archiv zu. Zudem sind einige alte Artikel zerschossen – man sieht html-Tags oder Links zu Bildern fehlen. Ich könnte mir allerdings durchaus vorstellen, dass es Probleme bei der Migration gab. Zuweilen ist das ein ganz toll unberechenbarer Vorgang, was ich gerade bei metropolenmond auch mitmachen „durfte“ (Keine Details – ich bin froh, dass ich es hinter mir habe.) Inwieweit das Fehlen von Altartikeln im Freitag nun Vorsatz ist… und vor allem, warum… schwierig zu sagen. Was allerdings die Kritikunfähigkeit betrifft, bin ich langsam geneigt, dem zumindest in Teilen zuzustimmen. Und vermutlich hat man Altlasten bei der Gelegenheit über die Klinge springen lassen – ja, schon möglich.

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      • 29. Juli 2012 15:46

        Zustimmung: „Inwieweit das Fehlen von Altartikeln im Freitag nun Vorsatz ist… und vor allem, warum… schwierig zu sagen.“ Festzustellen ist seit Augsteins Übernahme der Wochenzeitung jedenfalls, daß er ihren Geist – von der Deutschen Volkszeitung/Die Tat, der Volkszeitung, dem Wende-Freitag (Ost-West-Wochenzeitung) – nicht in seinen derFreitag retten will. Lesbar ist sogar eher das Gegenteil. Und das Gegenteil wird mit jeder Ausgabe objektivierte und objektivierbare Blatt-Realität.

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        • Der Bassist permalink
          29. Juli 2012 16:09

          Ich habe mal die oben genannte taz-Serie zu Adorno gesucht. Da gab es auf einer Seite auch einen Hinweis auf den Artikel „Marxismus und Moneten“ im Freitag vom 8. August 2003. Auch der führt nun ins Nichts. Der ganze alte Freitag im Netz scheint durch den Relaunch zerschossen. Eine recht traurige Fehlleistung da am Hegelplatz.

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        • MEMO permalink
          29. Juli 2012 16:45

          Nun ja – wenn ich ein wenig Technikgeschwafel ablassen dürfte: Von Fehlleistung würde ich nicht reden, wenn die Artikel grundsätzlich noch vorhanden wären. Dass dynamisch generierte Links sich bei einem Relaunch verändern können, sollte man den Verantwortlichen wirklich nicht anlasten. Ändert sich die Datenbankstruktur und z.B. das Tagging innerhalb des Taxonomie-Systems, ändern sich nun mal auch die Links. Es hat sich ja nicht nur das Visual geändert sondern auch die Technik. Insofern kann ich das schon verstehen. Was sich meist auch dann nicht ändert, sind die Verweise auf Bilder, auf die Texte aber sehr wohl. Ich finde es eher schlampig, dass der fehlerhafte Link im Taz-Artikel noch zu finden ist.

          Ich habe ein ähnliches Spiel gerade hinter mir und kann in den Statistiken auch reichlich „not found“ lesen, weil auf jetzt veraltete externe Links geklickt wird. Die beziehen sich natürlich auf Blog-Beiträge, aus denen die alte Site bestand. Jetzt sind die Artikel aber „echte“ Artikel mit eigenen Inhaltstypen, die über Views abgebildet werden. Die Links können also garnicht mehr funktionieren und das dann auch noch zu berücksichtigen, sodass selbst Artikel aus 2003 noch aufzufinden sind – über die alte Linkbezeichnung – ist dann doch etwas zuviel verlangt.

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        • Der Bassist permalink
          29. Juli 2012 17:01

          Dieses Technische verstehe ich nicht. Nicht wirklich, wie die Jugend heute so sagt. Deinen Hinweis auf die Eventualitäten eines Relaunches, die nicht unbedingt gewollt sind, finde ich deshalb sehr wahrnehmens- und wissenswert. Wie gesagt, ich kenne mich damit nicht aus. – Als Leser würde ich mir Stellungnahmen gerade einer Zeitungsredaktion mit langer Tradition wünschen, die Ähnliches jahrzehntelangen Lesern mitteilen. Ich weiß von Rainer Kühn, daß er seine im Freitag publizierten Literaturrezensionen auch nicht mehr findet. Er weiß von der Redaktion aber nicht, warum beim Freitag das lateinische Wort ‚orcus‘ für seine Texte in moderne Technik gebracht worden ist. Und warum oder ungewollt auch nicht.

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        • mentalpunker permalink
          29. Juli 2012 17:06

          Vielleicht kann man nur noch die Freitags-„Vorboten“ der Magisierung im Netz finden …

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        • 29. Juli 2012 17:24

          Ich würde sagen: Egal, wie es entstanden ist, in der großen Diplomatie ist wichtig, wie etwas wirkt und west und interpretiert wird, was und weil es objektiv gegeben. Wenn nicht s o f o r t ein Ungewolltes als ungewollt stark öffentlich deklariert wird, so nimmt der Außenminister das als gewollt und schreibt eine Depesche. Normal, in falscher Welt. Die so hegelmäßig verewigt wird, wenn kleine technische Pannen mit großer politischer Wirkung nicht erläutert werden. – Man nennt das auch: Politik.

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