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Kurt Landauer und der FC Bayern München

2. April 2013

FC-BayernMit 9:2 besiegte Bayern München am Wochenende den HSV, weshalb zur 23. Deutschen Meisterschaft sieben Spieltage vor Schluss nur noch zwei Punkte fehlen. Der Rekordmeister, Rekordpokalsieger, viermalige Gewinner der höchsten europäischen Trophäe und zweimalige Weltpokalsieger, der FC Bayern München wird dieses Jahr der früheste Meister aller Zeiten werden. Bayern München ist einer der erfolgreichsten Fußballvereine der Welt und in Deutschland das Maß aller Fußball-Dinge.

Trotzdem oder gerade deswegen ist Bayern München der meistgehasste Verein in Deutschland, was nicht unbedingt nur mit Neid zu tun haben muss. Beschimpfungen gegen den „Judenclub“ FC Bayern kamen nicht nur vom Lokalrivalen 1860, dessen Fans das Lied der Bayern vom „Stern des Südens“ in das Lied vom “Stern im Ausweis” umwandelten. Viele deutsche Fußballfans sind der Ansicht, dass die Erfolge der Bayern erkauft und nicht erkämpft wären. Viele Bayerngegner sind der Auffassung, dass der „Bonzenclub“ den übrigen  „antikapitalistischen“ Vereinen die Spieler weg kauft ohne die Kicker ernsthaft einzusetzen zu wollen. Die „Toten Hosen“ fragen sich in ihrem berühmten Partysong: „Was für Eltern muss man haben um so verdorben zu sein, einen Vertrag zu unterschreiben bei diesem Scheissverein? Wir würden nie zum F.C.Bayern München gehen! – Niemals zu den Bayern gehen!“ Es sind gerade die unfairen Polemiken, die an den Haaren herbeigezogenen Vorurteile, das doppelte Maß, es ist der bundesweite Hass gegen den FC Bayern, die den seit seiner Gründung weltoffenen und liberalen Ausnahmeverein mit seiner  progressiven Geschichte und seiner modernen, dominanten Spielweise zum Sympathieträger machen:

Beim MTV München hatten die konservativen und reaktionären Turner das Sagen und so kam es unweigerlich zur Rebellion der andersdenkenden Fußballer um Franz John und Josef Pollack.  Am 27. Februar 1900 verließen elf fest entschlossene Fußballer im Gasthaus „Bäckerhöfl“ eine Sitzung der Fußballabteilung des MTV München um am gleichen Abend im Restaurant „Gisela“ in Schwabing unter der Mithilfe der „Freiburger Paten“ um Gus Manning den FC Bayern München zu gründen. Mit 17 Jahren trat 1901 Kurt Landauer diesem FC Bayern bei, der bis zum Jahr 1933 die prägende Figur des Vereins werden sollte. Seine Eltern waren die wohlhabenden jüdischen Kaufmannseheleute Otto und Hulda Landauer. Die großbürgerliche Familie Landauer war bildungs-, kunst- und kulturbeflissen, dachte standesbewusst und politisch liberal und man pflegte rege Kontakte zu Künstlern und Literaten. In Deutschland, wo nie eine richtige bürgerliche Revolution stattgefunden hatte, wo Juden als Verursacher der Aktienmarktkrise von 1873 denunziert wurden war ein jüdischer Präsident eines Fußballvereins keine Selbstverständlichkeit. In Münchens Verwaltung sowie in der  Öffentlichkeit grassierte schon sehr früh eine antisemitische Stimmung und bereits 1920 wurden Hunderte von Juden aus München vertrieben. Beim FC Bayern waren Juden und Ausländer dagegen willkommen und so wurde Kurt Landauer 1913 Präsident des FC Bayern. Kurt Landauer entwickelte eine moderne Vereinsstruktur mit internationalen Fußballmaßstäben. Er sah die Notwendigkeit einer Jugendarbeit und installierte mit Otto Albert Beer einen Koordinator für diesen Bereich. Otto Albert Beer wurde 1941 nach Litauen deportiert und dort, wie seine Frau und seine beiden Söhne ermordet.

Am 27. Juli 1919 besiegte der "Judenclub" MTK Budapest den FC Bayern vor einer Rekordkulisse an der Marbachstraße mit 7:1. Die Begegnung war von prägendem Einfluss für die weitere spielkulturelle Entwicklung der BayernNach dem Ersten Weltkrieg und nach der Zerschlagung der Münchner Räterepublik nahm der Antisemitismus  vor allem in München an Fahrt auf, was jedoch die Politik der Münchner Bayern kaum beeinflusste.  Während Agitatoren wie Eugen Dühring, Paul Lagarde und Wilhelm Marr den Juden ihr „Undeutschsein“ vorwarfen, sie als von Natur aus fremde Elemente bezeichneten, leistete sich Bayern München in den Weimarer Jahren nicht nur einen jüdischen Präsidenten, sondern auch gleich vier jüdische Trainer. Als andere Vereine Turnvater Jahn und das Deutschtum huldigten, praktizierte Kurt Landauer seinen Internationalismus in dem er, im Gegensatz zu anderen deutschen Vereinen, Spiele gegen internationale Mannschaften organisierte. Keine der vielen internationalen Begegnungen war so nachhaltig wie der Besuch des MTK Budapest in München. Der MTK wurde von 1905 bis 1940 von Albert Brüll geführt, der später wegen seiner jüdischen Herkunft in Auschwitz ermordet wurde. Mit dem MTK begrüßten die Bayern die  damals wohl  beste kontinentaleuropäische Fußballmannschaft. Die Hälfte des MTK-Kaders bestand aus Juden und ihr „Donaufußball“ war ein moderner Gegenentwurf zum englischen „Kick-and-Rush“. Mit 7:1 gewannen die Budapester gegen die Bayern und ganz München schwärmte von Kertész und dem fußballerischen Gegenentwurf aus Ungarn. Die Bayern waren vom Spiel des MTK überwältigt und verpflichteten in den folgenden Jahren eine Reihe von ungarisch-österreichischen Trainern, die alle Juden waren. Vier Tage nach dem Spiel in München war auch in Ungarn das rätekommunistische Experiment gescheitert und wie in München wurde auch in Budapest das Ende der Räterepublik von einem antisemitischen Furor begleitet. An der ungarischen Räterepublik waren viele Juden beteiligt und als Verlierer des ersten Weltkrieges musste Ungarn Gebiete abtreten und wie in Deutschland machte man die Juden dafür verantwortlich. Etwa 3000 ungarische Juden wurden Opfer des „weißen Terrors“ und so verließen viele jüdische Fußballer des MTK das Land in Richtung Österreich und Deutschland.

Meisterschaftsfeier mit "Victoria". Hinten links Trainer Richard Dombi, rechts Kapitän Konrad Heidkamp und Torjäger Oskar Rohr. Vorne: Siegmund Haringer und Josef Bader.1930 verpflichtete Kurt Landauer den österreichisch-ungarischen-jüdischen Coach Richard „Little Dombi“ Kohn. Mit dem damals teuersten und bekanntesten Trainer auf dem Kontinent gelang nach einigen vergeblichen Anläufen 1932 die erste Deutsche Meisterschaft. Im letzten Meisterschaftsfinale vor der nationalsozialistischen Machtübernahme standen sich zwei Vereine gegenüber, in denen Juden eine wichtige Rolle spielten und die deshalb verächtlich als Judenclubs bezeichnet wurden, den FC Bayern München sowie die Eintracht aus Frankfurt, deren Hauptmäzen die von jüdischen Besitzern geführte Schuhfabrik  J.& C.A. Schneider war. Im Endspiel am 12. Juni 1932 in Nürnberg vor 55.000 Zuschauern besiegten die „Rothosen“ Frankfurt mit 2:0. Die Abwehr um Kapitän Conny Heidkamp und Sigmund Haringer ließ kaum Tormöglichkeiten für die Frankfurter zu und die Tore für die Bayern erzielten Oskar Rohr per Elfmeter und Franz Kumm. Der attraktive Fußball der Münchner war erfolgreich und so stand im Jahr 1932 der FC Bayern vor einer großen sportlichen Zukunft. „Doch den Nazis, die einige Monate später an die Macht kamen, galt der FC Bayern als „Judenklub“. Gemeinsam mit willfährigen Helfern im DFB machten sie sich daran, eine liberale und weltoffene Fußballkutur zu zerschlagen“, so Dietrich Schulze-Marmeling.

Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme begann sofort der sportliche Abstieg des FC Bayern. Der DFB unter Präsident Felix Linnemann, dem großen Gegenspieler von Kurt Landauer, nutzte die „Zeitenwende“ und zementierte unter anderem den verlogenen Amateurstatus. Die jüdischen Funktionsträger und Mitglieder in den Vereinen wurden verfolgt und vertrieben. Viele jüdische Mitglieder des FC Bayern München wurden von den Nazis in Auschwitz ermordet. Meistertrainer Richard Dombi verließ wie Oskar Rohr umgehend Deutschland. Richard Dombi ging in die Niederlande, wo er mit Feyenoord Rotterdam 1936 und 1938 Meister wurde und den Krieg überlebte. 1932 verlor Kurt Landauer wegen seiner jüdischen Herkunft seine Arbeitsstelle bei den Münchener Neuesten Nachrichten. Im März 1933 musste er als Bayern-Präsident zurücktreten. Während der Reichspogromnacht 1938 wurden in München ungefähr 1.000 männliche Juden verhaftet, ins KZ Dachau verschleppt und dort verprügelt, gequält und gedemütigt. Unter den Verhafteten befand sich auch Kurt Landauer, den die Nazis aus der Wäschefirma Rosa Klauber abholten und in die Baracke Nummer acht sperrten. Kurt Landauer gelang nach seiner Freilassung die Flucht in die Schweiz, dorthin, wo auch sein bereits 1934 verstorbener Freund Walther Bensemann Zuflucht gefunden hatte. In Genf lebten bereits Angehörige der Familie Klauber, die Landauer bei der Einwanderung halfen. Anders als im DFB oder anderen Vereinen gab es beim FC Bayern Menschen die versuchten den Klub auf größtmögliche Distanz zum Nazi-Regime zu halten. So wurde der überzeugte Nationalsozialist Josef Sauter erst 1943 Präsident bei den Bayern. Bevor Bayern München am  7. November 1943 in Zürich gastierte,  wurden die wehrmachtsfähigen Spieler ins Sicherheitsamt befohlen und ihnen verboten mit deutschen Emigranten Kontakt aufzunehmen. Die Mannschaft ließ es sich trotzdem nicht nehmen, ihrem langjährigen Präsidenten auf dem Platz zuzuwinken, wofür einige Spieler später mit Repressalien oder einem Fronteinsatz bestraft wurden.

Kurt Landauer überlebte den Zweiten Weltkrieg im Schweizer Exil, vier seiner Geschwister fielen jedoch den Nazis zum Opfer. Kurt Landauers Geschwister Dr. Paul, Franz und Leo wurden von den Nazis ermordet. Paul wurde im November 1941 in den Osten deportiert. Mit etwa 1.000 anderen Juden wurde er am 25. November 1941 in Litauen von Angehörigen der Einsatzgruppe A erschossen. Franz Landauer kam 1943 im KZ Westerbork ums Leben. Leo Landauer, der 1939 nach Berlin gezogen war kam in Majdanek um. Gabriele Landauer, verheiratete Rosenthal, wurde am 4. April 1942 nach Piaski deportiert und gilt seither als verschollen. Außer Kurt überlebte nur noch eine weitere Schwester namens Henny den Nazi-Terror. Henny Landauer hatte 1919 den Rechtsanwalt Dr. Julius Siegel geheiratet. 1934 emigrierte das Paar nach Palästina. Im März 1933 wurde der Vetter und Sozius von Dr. Julius Siegel, Michael Siegel von den Nazis mit abgeschnittenen Hosen durch die Stadt gejagt. NS-Sturmtruppen hatte die Schaufenster des Kaufhauses Uhlfelder zerstört. Anwalt Michael Siegel ging  zur Hauptpolizeiwache, um eine Anzeige aufzugeben, worauf er r von der SS so stark verprügelt wurde, dass ihm einige Zähne herausfielen und das Trommelfell platzte. Danach zerschnitten sie ihm seine Hose und anschließend wurde er von der SS barfüßig mit einem großen Schild um den Hals hängend auf dem stand „Ich werde mich nie mehr bei der Polizei beschweren“ durch die Münchner Innenstadt gehetzt. Henny Landauer-Siegel starb 1973 in Israel. Ihr Sohn Uri kehrte Mitte der 1950er Jahre nach München zurück, wo er in die Fußstapfen seines Vaters trat und als Rechtsanwalt arbeitete. 1947 kehrte Kurt Landauer nach München zurück und „baute“ den FC Bayern wieder auf, bis 1951 war er Präsident bei den Bayern. Am 21. Dezember 1961 starb Kurt Landauer. Er liegt auf dem Neuen Israelitischen Friedhof begraben.

Dietrich Schulze-Marmeling schreibt in „Der FC Bayern und seine Juden: „Ohne die Jahre des Nationalsozialismus hätte der Aufstieg des heutigen Rekordmeisters zum Branchenführer des deutschen Profifußballs möglicherweise deutlich eher begonnen. Zumindest aber hätte der FC Bayern auf seinen zweiten nationalen Meistertitel nicht bis 1969 warten müssen, also 37 lange Jahre. Obwohl die Nazi-Periode zunächst einmal die weitgehende Zerstörung seiner liberalen Fußballkultur bedeutete, lässt sich beim FC Bayern doch deutlicher als bei vielen anderen Klubs ein roter Faden der Geschichte ausmachen. Je intensiver man sich mit der Zeit vor 1933 beschäftigt, desto augenscheinlicher werden die Übereinstimmungen des FC Bayern der Ära Kurt Landauer mit dem heutigen Klub. Der FC Bayern der Jahre 1900 bis 1933, zumal der Jahre 1919 bis 1933, war von seinem Denken her nicht so viel anders als der moderne FC Bayern. Die Identität des heutigen FC Bayern wurde zu Teilen bereits von Kurt Landauer geprägt. Unter dem »bayerischen Urgestein« Landauer wurde der FC Bayern ein »Volksverein«, blieb aber vornehm und bewahrte sich einen Rest an »Anderssein«. Der FC Bayern avancierte zu einer modernen und treibenden Kraft im deutschen Fußball. Eine Tradition, die spätestens mit dem Manager Uli Hoeneß wieder aufgenommen wurde. Es sind die Jahre 1933 bis 1945, und in sportlicher Hinsicht noch die sich anschließende Zeit bis 1963, bis zur Einführung der Bundesliga, die aus dem Rahmen fallen.“

In der Bilanz für die Jahre 1933 bis 1945 belegte Bayern München nur den 81. Platz, während der Lokalrivale 1860 München durch Anpassung an die braunen Verhältnisse den 26. Platz erreichte. Vom nationalsozialistischen Machtwechsel profitierten vor allem die „Arbeitervereine“ wie  Schalke 04. Nach dem Krieg bis zur Einführung der Bundesliga dominierten die Westvereine aus dem proletarischen schwerindustrielen Milieu. Auch die Nazis hatten ein Faible für diese Klubs, die in der Regel „judenfrei“ waren. Im Juni 1933 wurde Schalke 04 von Vereinsführer Unkel, und seinem Stellvertreter Heinrich Tschenscher, NSDAP-Mitglied seit dem 1. Mai 1933, geführt. Die Schalke Spieler Ernst Kuzorra und Fritz Szepan ließen sich für direkte Unterstützungsaktionen der NSDAP einspannen. Durch die Übernahme eines jüdischen Textilhauses am Schalker Markt im Zuge der “Arisierung” wird Szepan zudem zum Profiteur des NS-Regimes. Die enteigneten Eigentümer Sally Meyer und Julie Lichtmann werden deportiert und in Riga ermordet. So ist es ist kein Zufall, dass Schalke 04 in der Zeit von 1933 bis 1944 neun Mal in den zwölf Endspielen um die deutsche Meisterschaft stand und dabei sechs Mal Deutscher Meister wurde.

Erst in den 1960er Jahren, mit dem Auftreten einer neuen Generation wird Bayern München wieder an alte Zeiten anknüpfen können. Mit einer Mannschaft junger Talente steigt der FC Bayern 1965 in die Bundesliga auf. Franz Beckenbauer sowie Gerd Müller sind 19 Jahre alt und Sepp Maier, die „Katze von Anzing“ war  damals 21-jährig. Beckenbauer und die Bayern waren die Exponenten eines neuen Trends. Befreit vom Amateurgedanken erlebt der deutsche Fußball in dieser Zeit einen liberalen Aufbruch. Die Nationalmannschaft wird von Helmut Schön übernommen, der sich als junger Mann einem Beitritt zur NSDAP und SS widersetzt hat und der eine lebenslange Freundschaft mit Ignaz Bubis pflegte. Die kurze Zeit von 1972 bis Anfang 1974, als mehr Demokratie gewagt werden sollte,  spielte sogar die deutsche Nationalmannschaft fortschrittlichen Fußball.

Als ersten Gegner auf dem "Kurt-Landauer-Platz" empfängt der TSV Maccabi die Bayern- "All Stars" mit Paul Breitner.Die Verantwortlichen des FC Bayern tabuisierten lange Zeit ihre ehrenvolle Geschichte. Erst im Juli 2009 legt der Klub am Fundament von Dachau-Block acht, Stube vier, wo Landauer 33 Tage verbringen musste, einen in den Klubfarben geschmückten Kranz  nieder. Der Bayern-Fanklub „Schickeria München“ bemüht sich bereits seit 2002 die positive Rolle der Bayern während des Nationalsozialismus herauszuarbeiten. An Pfingsten 2006 veranstalten die „Ultras“ ihr erstes antirassistisches Fußballturnier um den Kurt-Landauer-Pokal. Beim Spiel der Bayern in Stuttgart am 27.1.2013 erinnerten die Fans des FC Bayern auf der ehemaligen Adolf-Hitler-Kampfbahn mit einer gelungenen Choreographie an den jüdischen Trainer Richard „Dombi“ Kohn und den Jahrestag der Befreiung von Auschwitz. Im Rahmen des Filmprojektes „Kick it like Kurt“ würdigte Uli Hoeneß den Präsidenten und Menschen Kurt Landauer. „Kick it like Kurt“, ein 53-minütiger Dokumentarfilm wurde am 6. Juni 2010 im Jüdischen Gemeindezentrum am Jakobsplatz München uraufgeführt. Der Neffe Kurt Landauers Uri Siegel, der jüdische Sportverein TSV Maccabi München, der Bayern Fanclub Schickeria Ultras und der Initiative „Löwen-Fans gegen Rechts“ kommen im Film zu Wort. Der Film ist ein Plädoyer für die demokratischen Werte, denen sich Kurt Landauer verpflichtet fühlte: Toleranz, Fairness und Kosmopolitismus.

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Quellen: Dietrich Schulze-Marmeling  – Der FC Bayern und seine Juden: Aufstieg und Zerschlagung einer liberalen Fußballkultur – 272 Seiten – April 2011 | Dietrich Schulze-Marmeling Hg.- Davidstern und Lederball: Die Geschichte der Juden im deutschen und internationalen Fußball – 350 Seiten – April 2003 | Dietrich Schulze-Marmeling – Die Bayern. Die Geschichte des deutschen Rekordmeisters – 672 Seiten – November 2006

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siehe auch „Katsche, Bayern München und die Philosophie des Fußballs“ vom 27. April 2010

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33 Kommentare leave one →
  1. Rudi Hofer permalink
    2. April 2013 15:19

    Vielen Dank für den Artikel. Über die frühen Jahre der Bayern wissen selbst die wenigsten Bayernfans etwas. Zu Oskar Rohr habe ich etwas beizutragen: Oskar Rohr wurde 1942 in Frankreich wegen angeblicher kommunistischer Propaganda verhaftet. Einen Teil seiner Haftstrafe verbüßte er in Frankreich ehe er nach Deutschland ausgeliefert wurde. Im ehemaligen KZ Kislau verbüßte der Ex-Nationalspieler seine restliche Strafe bei Zwangsarbeit. Nach seiner Entlassung wurde er an die Front geschickt. Er überlebte den Krieg mit einer leichten Verletzung. Oskar Rohr war der Großonkel von Gernot Rohr, der unter Lattek bei den Bayern spielte.

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  2. 2. April 2013 16:00

    Letzten Sommer hat der Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilians-Universität in München eine Konferenz zum Thema »Juden im europäischen Sport« veranstaltet. Einer der Teilnehmer war der junge Münchner Politologe Thomas Hauzenberger, der als Sechzig-Fan aufwuchs, der als Wissenschaftler aber dem Lokalrivalen nicht widerstehen konnte. Er hat eine Hausarbeit über die Geschichte des FC Bayern geschrieben und spielt mit dem Gedanken, ein Buch daraus zu machen: »Es mag eine wilde Idee sein, aber man könnte sich die Frage stellen, ob die Polemik, die notorisch gegen den FC Bayern vorgebracht wird, unwissentlich auf das Repertoire antisemitischer Topoi zurückgreift: das so genannte Bonzentum, der Vorwurf, dass die Erfolge der Bayern erkauft und nicht erkämpft sind, die Tatsache, dass der Verein niemals ein eigenes Stadion in einem bestimmten Stadtteil besaß, was man wiederum mit dem Topos der jüdischen Wurzellosigkeit assoziieren könnte –weltläufig statt beheimatet.« Heike Faller 2003

    http://www.zeit.de/2003/23/Sport_2flandauer/komplettansicht

    Jetzt haben die Bayern ein eigenes Stadion, die Allianz Arena.

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  3. Ba Kir permalink
    2. April 2013 18:44

    Viele Juden glaubten wie Mendelssohn, die Juden könnten dem Antisemitismus dadurch begegnen, dass sie sich aus ihrem geistigen Ghetto befreiten, die Juden sollten aufhören, sich als eigenes Volk zu betrachten, und die deutsche Kultur annehmen.

    Während des ersten Weltkrieges wollten viele deutsche Juden ihre Vaterlandsliebe unter Beweis stellen und ein „Wurzelschlagen im deutschen Wesen“ belegen“. So meldeten sich viel Juden freiwillig zum Militär. So auch Kurt Landauer und Otto Albert Beer. Die Christliche Mehrheitsgesellschaft werde nach dem Krieg das „jüdische Blutopfer“ honorieren hoffte man vergeblich.

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  4. 3. April 2013 17:12

    Campino in der SZ: Ich erzähle Ihnen jetzt etwas, was mir schwerfällt und ich vielleicht bereuen werde. Man kann mit Bayern München nur ordentlich als Feind umgehen, wenn man unsachlich bleibt. Sobald man sich an Fakten hält, wird es schwierig. Zu Zeiten der Nazis etwa hat der FC Bayern vielleicht die beste Rolle aller deutschen Fußballklubs gespielt. Hier wurden jüdische Mitglieder noch geschützt, als sie woanders längst ausgeschlossen waren. Außerdem weiß ich von Didi Hamann und Markus Babbel, wie ernst Uli Hoeneß seine soziale Verantwortung den Spielern gegenüber nimmt.

    http://www.netreaper.net/2008/03/10/campino-ueber-uli-hoeness-und-fc-bayern/

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    • 4. April 2013 11:02

      Ein nicht unbekanntes Phänomen, dass Leute sich nicht an Fakten halten und ihren Vorurteilen freien Lauf lassen. Immerhin, auch wenn es ihm schwerfällt, scheint Campino einsichtig zu sein was von den Anhängern und Verteidigern der Nummer neun niemals eintreten wird.

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      • Der Bassist permalink
        5. April 2013 22:29

        Kasim & Fidelche: Lächerlich; beide. Und wer nicht richtig vergißt (gegens g u t e Statemente 2008), ist ein Menschenfeind. Weil ohne Diplomatie. Ohne Entgegenkommen, ohne irgendwas, was Fußballspielen ausmacht. – „Scheint Campino einsichtig zu sein“ ist das Großkotz in einem Blog, den ich nun niemals mehr besuchen werde. Tschüss & Ciao

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        • 6. April 2013 21:37

          Was` das denn? Saite gerissen? Verriss wegen e i n e m Kommentar? Großkotz wegen einem Zitat? Das nenn` ich differenziert…

          …möglicherweise meinte er (fidelche) mit seinem ersten, einleitenden Satz nicht mal Campino, oder? Aufklären, wie`s wirklich gemeint war war, kann nur er selbst…mal sehen.

          lg LL

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      • 5. April 2013 23:27

        Bei allem respekt:
        weshalb wird eine öffentliche person,
        die im weiteren laut weiterdenkt
        und dabei früherem verhalten
        gegenwärtiges denken gegenüberstellt,
        von dir so abfällig-arrogant
        kommentiert?
        wer soll/darf sich denn da heut noch,
        deiner meinung nach,
        mit aufklärung beschäftigen?

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      • 9. April 2013 11:51

        Ja Louis, vielleicht ist eine Saite gerissen. Das kann zu Missmut führen. Das Interview von Campino find ich gut. Ich halte nichts davon Antisemiten entgegenzukommen und im Jahre 2008 wusste ich kaum etwas über das Blatt der Nummer neun. Erst ab 2010 habe ich mich mit den Lesern und den Redakteuren dieses Blattes auseinandergesetzt.

        Übrigens: Die Zahl der Angriffe auf Juden steigt, sie sind in den Jahren 2011 und 2012 um 30 Prozent gestiegen. Die Studie des Kantor Centers der Universität Tel Aviv behandelt in dem Kontext das Gedicht des Waffen-SS-Dichters und die Ressentiments (Juden führten die “Welt am Gängelband”) der Nummer neun.

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  5. Peter Lechner permalink
    6. April 2013 18:54

    Bis vor kurzem war auch ich ein kleiner Bayernhasser. Nachdem ich hier über die frühen Jahre der Bayern informiert wurde, werde ich meine Ansichten dementsprechend überdenken. Danke.

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  6. 6. April 2013 21:10

    Heute war es so weit: Der FC Bayern ist vorzeitig als früheste Mannschaft der Bundesliga-Geschichte Deutscher Meister! Dem Jupp (Heynckes), der liebevoll auch „Osram“ genannt wird, ist dieser krönende Erfolg wahrlich zu gönnen. Was könnte ein Guardiola da besser machen? Mal sehen, was im DFB-Pokal und vor allem in der Champions League noch geht. A bisserl was geht oibei!

    Gratulation an den FCB

    LL

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    • 7. April 2013 14:44

      81 Jahre nachdem die Bayern gegen Eintracht Frankfurt die erste Meisterschaft gewannen, sichert sich der FC Bayern wiederum gegen Eintracht Frankfurt die 23. Meisterschaft. Damit wurde die Behauptung, dass die Bayern der früheste Meister aller Zeiten werden zur Tatsache. Das entscheidende Tor von Schweinsteiger per Hackentrick war das Sahnehäubchen zum Titelgewinn. Der Stern des Südens leuchtet und das ist gut so.

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    • 11. April 2013 14:02

      Ins Halbfinale der Champions League ist Bayern München von allen Qualifizierten am souveränsten vorgestoßen. Und was wünschen sich die Bayern nun für einen Gegner im Halbfinale?

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      • 11. April 2013 15:21

        Mir wäre (wie Uli Hoeneß) Borussia Dortmund der liebste Halbfinalgegner. Dortmund ist aktuell eindeutig der schlagbarste Gegner. Barcelona ist in zwei Partien sehr schwierig zu bezwingen. In jedem Fall tanzen die Bayern weiterhin auf drei Hochzeiten und eine ist bereits erfolgreich abgeschlossen.

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      • 12. April 2013 13:49

        Bayern – Barcelona. Ein Hammerlos! Das vorgezogene Endspiel?

        Karl Heinz Rummenigge sagte dazu: „Barcelonas Präsident Rosell, mit dem ich befreundet bin, hat sich noch nicht bei mir gemeldet. Wahrscheinlich stehen sie in Barcelona noch unter Schock.“

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        • 12. April 2013 15:13

          Die einzige Frage, die sich die Masse stellt: Wird es ein reinrassiges Deutsches Finale geben? (Spässle)

          Ich tippe auf zwei sehr spannende Spiele, rechne aber mit einem knappen Erfolg Bayerns. Die Mannschaft ist in diesem Jahr einfach extrem stark.

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  7. 9. April 2013 19:01

    Bayern München und Borussia Dortmund – ein historischer Vergleich

    Interview mit Dietrich Schulze-Marmeling:

    http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/content.php?nav_id=4236

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  8. zachor permalink
    14. April 2013 21:20

    Vielen Dank auch von mir für den Artikel.
    Hm … wie soll ich nun meine Abneigung gegen den FCB weiter pflegen? Wird schwer…

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  9. 17. April 2013 10:57

    Nach dem gestrigen 6:1 über Wolfsburg stehen die Rekord-Bayern nach dem frühzeitigen Gewinn der Meisterschaft im Berliner Pokalfinale. Xherdan Shaqiri, der wegen Ribérys Sperre spielte, machte ein Klassespiel und war an fast allen Toren beteiligt und der eingewechselte Gomez schoss innerhalb sechs Minuten drei Tore. Und am Dienstag kommt Messi mit Barcelona…

    Wolfsburg wurde von Hitler 1938 persönlich gegründet, damals unter dem Namen „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“. Im selben Jahr wurde der Grundstein für das Volkswagenwerk gelegt, wo der KdF-Wagen (VW Käfer) gebaut wurde. 1945 wurde der „Verein für Leibesübungen Volkswagenwerk“ gegründet (Heute „Verein für Leibesübungen Wolfsburg“). Die Volkswagen AG hält 100 Prozent der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH. Alleine für die Saison 2008/09 zahlte das Unternehmen runde 20 Millionen Euro.

    Im Mai 2009 drückte Ivo Bozic noch vergeblich dem „Judenclub“ die Daumen und schrieb in „Wird Hitler Meister?„: Aus antifaschistischer Sicht kann man jetzt nur noch dem FC Bayern München die Meisterschaft wünschen. Warum? Darum: ….

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  10. 17. April 2013 11:25

    2005 schrieb der Bayernfan Alex Feuerherdt über den Umgang der Bayern mit der eigenen Geschichte (Seither hat sich einiges getan):

    Abschließend sei verdeutlicht, dass der heutige FC Bayern München — das heißt seine Spieler, Trainer, Funktionäre und die Fans — keinerlei Bezug mehr auf die Geschichte des Klubs vor 1945 nimmt. Die offiziellen Vereinsbücher bedenken die Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs mit dürren Worten, und nicht selten scheint es, als ob diese Periode schlicht beschwiegen werden soll. Manager Uli Hoeneß etwa lässt kurz und knapp ausrichten: „Ich war zu der Zeit nicht auf der Welt.“ Die Initiative, Gedenksteine für den in Majdanek ermordeten Bruder des ehemaligen Präsidenten Kurt Landauer, Leo Landauer, und für den in Kaunas umgebrachten Ex-Jugendleiter Otto Beer verlegen zu lassen, lehnte der Klub ab, anders als etwa der Hamburger SV. Der Pressesprecher des FC Bayern verkündete dazu: „Wir möchten an dieser Geschichte nicht teilnehmen. Wir kriegen so viele Anfragen zu Dingen, die wir tun könnten, wir konzentrieren uns auf unsere Hauptaufgaben.“

    Aber es geht, wie zu Beginn schon gesagt, auch gar nicht darum, Bayern München und seine Anhänger als Speerspitze der Aufklärung darzustellen — auch wenn es vielleicht eine gewisse Genugtuung verschafft, dass der FC Bayern in der Saison 2000/01 ausgerechnet Hitlers Lieblingsklub Schalke 04 die Meisterschale in letzter Sekunde wieder entriss, und auch wenn man — ausnahmsweise einmal — Oliver Kahn beizupflichten hätte, der vor dem letzten Spiel jener Saison in Hamburg meinte: „Bis auf die Bayern-Fans wird das ganze Stadion, wird ganz Deutschland gegen uns sein — was Schöneres gibt es doch gar nicht!“ Nein, es ging um eine Kritik der Ressentiments gegen diesen Klub und um die Feststellung, dass er bloß mit völliger Offenheit seine Ziele ausspricht, wo in anderen Vereinen der falsche Schein hoch gehandelt wird, der sich rebellisch gebärdet und doch nur purer Konformismus ist.

    Dennoch sind manche Äußerungen und Stellungnahmen von Bayern-Funktionären — welche Motivation sie auch immer gespeist haben mag — bisweilen durchaus annehmbarer als die aus anderen Vereinen. Manager Uli Hoeneß etwa kann zumindest mit dem klassischen Deutschnationalismus nicht viel anfangen und hat mehrfach betont, dass die Sympathien der Anhänger für einen Spieler nicht von dessen Staatsangehörigkeit abhängen dürften. Die Beschränkung der Zahl nichtdeutscher Spieler in deutschen Vereinen lehnt er ab, und Nationalmannschaften hält er schon mal für einen Anachronismus, weshalb man über ihre Abschaffung nachdenken müsse, da den Fans ihr Lieblingsverein näher sei.

    Nicht unsympathisch war auch der Auftritt des FC Bayern bei seinem letztjährigen Champions League-Gastspiel am jüdischen Neujahrstag in Tel Aviv gegen Maccabi. Der Bayern-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge etwa äußerte sich in einem Interview geradezu begeistert über Israel und verurteilte den palästinensischen Terror scharf. Auch die Mannschaft zeigte so etwas wie politisches Bewusstsein: Normalerweise trägt das Team bei internationalen Begegnungen schwarze Trikots, Hosen und Stutzen. In Tel Aviv lief es jedoch ganz in roter Kleidung auf. Bemerkenswerte Begründung: Die schwarze Kluft könne in Israel Assoziationen zur Uniform der SS hervorrufen. Und das gelte es unbedingt zu vermeiden. Keine große Sache vielleicht, sondern eigentlich eine Selbstverständlichkeit und doch nicht alltäglich. Allerdings auch nicht bei den Bayern.

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  11. Peter Lex permalink
    20. April 2013 22:26

    Beeindruckende Geschichte des FC Bayern. Für Uli Hoeneß wird die Luft dagegen dünn. Die Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung beschädigen jedenfalls das Bild des „Saubermannes“.

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    • 22. April 2013 10:13

      Die Steuerhinterziehung von Uli Hoeneß ist natürlich ein dicker Hund im Angesicht seiner vielen Aussagen zu dem Thema. Nun wird viel spekuliert, bis hin zu einer möglichen Gefängnisstrafe. Ich warte erst einmal die Stellungnahme von Hoeneß ab. Der CSU könnte die Affäre jedenfalls die nötigen Prozentpunkte zur absoluten Mehrheit kosten und so hätte die Angelegenheit auch ihr Gutes.

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    • 22. April 2013 11:19

      Bis jetzt ist nur bekannt, dass Hoeneß bereits versteuertes Geld in der Schweiz anlegte, Gewinne aus Kapitalerträgen nicht versteuerte, auf das Steuerabkommen setzte (welches den Fall bereinigt hätte – inkl. Steuernachzahlung) und zeigte sich nach dem Scheitern des Abkommens dann selbst an, weil er die Sache offenbar vom Tisch haben wollte. Da gab es in der Vergangenheit einige Moralapostel, die deutlich verwerflicher handelten. Er hat also einen Fehler gemacht, wollte ihn jedoch auch selbst korrigieren. Das sind letztlich die Fakten. Der Rest wird sich zeigen. Das Kernproblem ist aber nicht, dass Menschen (ihnen angepriesene) Möglichkeiten nutzen – das Problem ist das Steuerrecht selbst und das geduldete Verhalten einiger Staaten und ihrer Institute. Ich stelle mir auch die Frage nach der Haftung seiner Berater. Ich gehe nicht davon aus, dass Hoeneß sich vollumfänglich um diese Angelegenheiten gekümmert hat. Das wäre dann schon außergewöhnlich.

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      • 23. April 2013 07:46

        Stimmt alles. Ich seh’s genauso.
        Ich freue mich jedenfalls heute Abend auf das Spiel gegen Barcelona und vermutlich wird Uli Hoeneß auch im Stadion sein.

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  12. 2. September 2013 14:49

    Gestern ist Pál Csernai gestorben, er wurde 80 Jahre alt. Der Ungar war von 1978 bis 1983 Trainer des FC Bayern. Der konservative Präsident Neudecker wollte für den zuvor entlassenen Trainer Lóránt, der begann die Raumdeckung einzuführen, den Schleifer Max Merkel engagieren. Die Mannschaft meuterte, es kam zur Revolution, Neudecker trat zurück und der von der Mannschaft favorisierte Assistenztrainer Csernai wurde neuer Trainer. Unter Pál Csernai waren es die Bayern, die endgültig von der Manndeckung Abschied nahmen und damit die Bundesliga revolutionierten. Das „Pal-System“ war geboren und die Bayern wurden nach sechs Jahren 1980 endlich wieder Deutscher Meister.

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  13. F. Wolf permalink
    17. September 2013 18:23

    „Im letzten Meisterschaftsfinale vor der nationalsozialistischen Machtübernahme standen sich zwei Vereine gegenüber, in denen Juden eine wichtige Rolle spielten und die deshalb verächtlich als Judenclubs bezeichnet wurden, den FC Bayern München sowie die Eintracht aus Frankfurt, deren Hauptmäzen die von jüdischen Besitzern geführte Schuhfabrik J.& C.A. Schneider war. …“

    Ganz aktuell die Vorgänge im Spiel Kickers Offenbach gegen Eintracht Frankfurt II. „Zyklon-B für die SGE“: Anhänger von Kickers Offenbach haben beim Derby antisemitische Parolen skandiert. Der Verein spricht von einem großen Imageschaden.

    http://www.spiegel.de/sport/fussball/kickers-offenbach-geht-gegen-antisemitische-anhaenger-vor-a-922763.html

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  14. 16. Januar 2014 14:05

    Der BR verfilmt die Geschichte von Kurt Landauer.

    Eigentlich ist Kurt Landauer (Josef Bierbichler), ehemaliger Spieler und Präsident des FC Bayern, 1947 nur auf Durchreise in München. Als Jude war er von den Nazis verfolgt, ins KZ gesperrt und ins Exil getrieben worden. Nun will er sich in der amerikanischen Besatzungszone ein Visum abholen und für immer in die USA ausreisen. Schockiert stellt er fest, dass sowohl von seiner Familie, als auch von seinem einstmals geliebten Club fast nichts mehr übrig ist. Und doch findet er ein letztes Familienmitglied: die langjährige Haushälterin im Haus seiner Eltern, Maria (Jeanette Hain).

    Zwar hält er daran fest, nur solange zu bleiben, bis der Papierkram mit den Amerikanern erledigt ist, doch kann der Macher Landauer nicht aus seiner Haut und wird schnell wieder zu einem wichtigen Mann des FC Bayern. Dabei herrscht Misstrauen auf beiden Seiten. Es gibt genug Mitglieder im Verein, die aus eigenen Schuldgefühlen oder nach wie vor tief sitzenden Ressentiments gegen den „Juden Landauer“ – diesen lieber so schnell wie möglich auf dem Dampfer nach Amerika sehen wollen. Doch Landauer setzt sich durch, bringt das Stadion in einen bespielbaren Zustand, schließt Frieden mit dem Stadtrivalen 1860 München und schafft es tatsächlich, aus jungen, ausgehungerten Männern wieder ein Team zu bilden.

    Landauer legt den Grundstein für einen der erfolgreichsten Fußballvereine der deutschen Nachkriegsgeschichte.

    Auf folgenden Seiten gibt es Informationen über die inzwischen abgeschlossenen Dreharbeiten und die historischen und sportlichen Hintergründe.

    http://www.kurtlandauer.de

    http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/spielfilme-im-br/das-muenchner-derby-100.html

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  15. schickeria permalink
    30. Januar 2014 11:16

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  16. 13. Oktober 2014 11:42

    Fernsehtip Mi, 15.10.14 | 20:15 Uhr:

    FilmMittwoch im Ersten- Landauer – Der Präsident

    Kurt Landauer (Josef Bierbichler), ehemaliger Spieler und Präsident des FC Bayern, ist eigentlich nur auf der Durchreise, auf dem Weg in seine neue Heimat Amerika. Doch dann kommt alles ganz anders. Als „bayerischer Jude“ war er 1933 vom Präsidentenamt verdrängt, ins KZ Dachau verschleppt und in Schweizer Exil getrieben worden. Nun will er sich in der amerikanischen Besatzungszone ein Visum abholen und für immer in die USA ausreisen. Von seiner Familie, aber auch von seinem einstmals geliebten Club ist fast nichts mehr übrig. Und doch findet er ein letztes Familienmitglied: die langjährige Haushälterin im Haus seiner Eltern, Maria (Jeanette Hain).

    Zwar hält er daran fest, nur solange bleiben zu wollen, bis der Papierkram mit den Amerikanern erledigt ist, doch kann der Macher Landauer nicht aus seiner Haut und wird schnell wieder zu einem wichtigen Mann des FC Bayern. Dabei herrscht Misstrauen auf beiden Seiten. Es gibt genug Mitglieder im Verein, die aus eigenen Schuldgefühlen oder nach wie vor tief sitzenden Ressentiments gegen den „Juden Landauer“ ihn lieber so schnell wie möglich auf dem Dampfer nach Amerika sehen wollen.
    Doch Landauer setzt sich durch, bringt das Stadion in einen bespielbaren Zustand, schließt Frieden mit dem Stadtrivalen 1860 München und schafft es tatsächlich, aus jungen, ausgehungerten Männern wieder ein Team zu bilden. Landauer legt den Grundstein für einen der erfolgreichsten Fußballvereine der deutschen Nachkriegsgeschichte.

    Landauers Biografie ist außergewöhnlich, und doch hat bisher noch niemand sein Leben erzählt. Der Fokus des Films von Regisseur Hans Steinbichler und Produzent Michael Souvignier nach einem Buch von Dirk Kämper liegt auf einem Abschnitt der deutschen Geschichte, die ebenso wie Landauer bisher wenig Aufmerksamkeit erfahren hat. Im Gegensatz zum „Dritten Reich“, dem Zweiten Weltkrieg und den wundersamen Wachstumsjahren blieb die Zeit, die unmittelbar auf den Krieg folgte, ein kaum bearbeitetes Thema des deutschen Films. Genau in dieses zerbombte und desillusionierte Deutschland kehrt Landauer zurück.

    Mehr zu Landauer – Das Transmedia-Projekt auf kurtlandauer.de

    http://programm.daserste.de/pages/programm/detail.aspx?id=76BAED38439EA0CEDAE1EB20C95558C1

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  17. Passat permalink
    24. Januar 2015 09:52

    Eine Frage bleibt außerdem ungeklärt: Wenn Kurt Landauer noch leben würde, dürfte er eigentlich mit ins Trainingslager nach Katar reisen oder müsste er in München bleiben, um die antisemitischen Gefühle der Scheichs nicht durch seine Anwesenheit zu verletzen?

    http://boess.welt.de/2014/02/16/der-fc-bayern-kurt-landauer-und-katar/

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    • 26. Januar 2015 10:11

      Gute Frage. Landauer hätte vermutlich kein Trainingslager (und kein Frauen-Feinschaftsspiel mit) bei Islamisten vereinbart. Ich hoffe die Verantwortlichen lernen aus der berechtigten Kritik die nun über sie hereinbricht.

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