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Ist der „Freitag“ ein „antisemitisches Drecksblatt“?

26. September 2012

Henryk Broder hat viele Bücher über das deutsch-jüdische Verhältnis und über Judenfeindlichkeit sowie  Antiamerikanismus in der deutschen Gesellschaft geschrieben. Bereits 1986 schrieb Broder das Buch „Der ewige Antisemit“, in dem er sich mit dem antizionistischen Antisemitismus in Deutschland beschäftigt: „Linke Antisemiten, die ihren Marx gelesen haben, können Juden nicht leiden, weil sie Kapitalisten, Ausbeuter und Unternehmer sind. Rechte Antisemiten, die sich auf Dühring, Stoecker oder Marr berufen, hassen Juden, weil sie Revolutionäre, Sozialisten und Skeptiker sind, Träger des zersetzenden Geistes, eine Gefahr für das Abendland, die Moral und das freie Unternehmertum. Gläubige Menschen mögen Juden nicht, weil viele Juden Ketzer und überzeugte Atheisten sind. Freigeister nehmen es den Juden übel, dass sie immer noch an ihrem alten Glauben festhalten. Feministinnen, die keine Zeile von Thomas von Aquin oder Franz von Assisi gelesen haben, sind über die notorische Frauenfeindlichkeit des Judentums voll im Bilde. Tierschützer und Vegetarier regen sich über das koschere Schächten der Tiere auf. Internationalisten machen Juden den Vorwurf, dass sie einen eigenen Staat gegründet haben, und Nationalisten bemängeln, dass noch nicht alle Juden geschlossen hingezogen sind. So sucht sich ein jeder aus, was ihm gerade passt, um seine Leidenschaft zu befriedigen. Egal worum es geht: Der Jud’ ist schuld!“ Neben den vielen Preisen die Henryk Broder bekam, hielt er bei  einer öffentlichen Anhörung des Innenausschusses des Deutschen Bundestages zum Thema Kampf gegen Antisemitismus eine vielbeachtete Rede.

Über Jakob Augstein, den Verleger des „Freitags“ schrieb  der Börne-Preisträger am 18.9.2012 in „Ein lupenreiner Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder“:

„Ich habe an dieser Stelle vor einigen Tagen über den Herausgeber des “Freitag”, Jakob Augstein, geschrieben, er sei ein “Salon-Antisemit”. Nun muss ich mich korrigieren. Jakob Augstein ist kein Salon-Antisemit, er ist ein lupenreiner Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder, ein Überzeugungstäter, der nur Dank der Gnade der späten Geburt um die Gelegenheit gekommen ist, im Reichssicherheitshauptamt Karriere zu machen. Das Zeug dazu hätte er.“

Jakob Augstein stellte in seiner SPON-Kolumne die Frage nach dem „Cui bono?” der Krawalle in den islamischen Ländern und beantwortet seine Frage mit den US-Republikanern und der israelischen Regierung. In einer anderen SPON-Kolumne brachte er die Nicht–Rettung von Schlecker direkt mit deutschen Rüstungsgeschäften mit Israel in Verbindung und zuvor bezeichnete er den Satz von Grass, “Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden”, als richtig.

Jakob Augstein hat im Jahre 2008 die Wochenzeitung „derFreitag“ gekauft, infolgedessen den Online- und Print-Freitag mit einer sogenannten Community verknüpft. In tausenden Artikeln, Blogs und Kommentaren wird im „Freitag“ seitdem  gegen Israel gehetzt. Über diesen „Freitag“ schreibt Henryk Broder am 19.9.2012 in seinem Artikel „Wie der Herr, so das Gescherr“:

Jakob Augstein ist nicht nur ein lupenreiner Antisemit und eine antisemitische Dreckschleuder, er ist auch Verleger eines antisemitischen Drecksblattes, das aus der Konkursmasse der DDR übrig geblieben ist. Die Redaktion legt großen Wert auf die Interaktion mit der Leserschaft, was in der Praxis bedeutet, dass jeder Psychopath das Wort erteilt bekommt, ein Georg von Grote zum Beispiel, den sogar Augstein für einen Antisemiten hält, der den Juden den Holocaust nicht verzeihen kann, oder ein pseudonymer Schmierlappen, der unter dem Nome de guerre TomGard seine judenpolitischen Expertisen verbreitet. Die lesen sich so:

Kurzum: die Zionisten haben der judaisierten israelischen Bevölkerung nichts mehr zu bieten, außer fortgesetzten Lasten! Die zunehmend offene Korruption ihrer Eliten ist nur ein Symptom davon. Der Wahlsieg der Hardliner war ein gerade noch eben gelungener Solidarisierungseffekt, mit dem sich die Bevölkerung noch ein wenig über die eingetretene Stasis belog. Hinzu kommt, daß die alte Generation der Schlächter im biblischen Gewand ausstirbt, ebenso wie die Gründergeneration mit europäischem Verfolgungshintergrund. Auch deren Kinder werden langsam alt!

Eine sehr eindeutige Rolle in diesem Verhältnis spielt die erhebliche ökonomische und politische Macht, welche der sich jüdisch definierende Teil der herrschenden Klasse in den USA und ihm nahestehende Kreise auf sich versammeln, eine Macht, die sich urspünglich sowohl aus der europäischen Vertreibungsgeschichte nährte, wie aus weltbürgerlichen Traditionen eines Teils der Diaspora-Juden selbst.

… daß die palästinensischen Bevölkerung im israelischen Apartheitsstaat in eine auswegslos desperate Lage gebracht wurde, in der es zu dumpfem, international alimentiertem Dahinvegetieren mit Ausbrüchen selbstmörderischer Gewalttätigkeit keine Alternative gibt. Die Lage wurde von zionistischen Schlächtern absichtsvoll und systematisch herbei geführt, viele von ihnen haben sich dazu bekannt. Die Errichtung des KZ Gaza zementierte diese Lage noch einmal, weil sie die palästinensischen Bevölkerungsteile gegeneinander stellt, der “Feldzug” gegen die Insassen erübrigte nebenher alle oben zitierten Bekenntnisse. … nur besteht der alternativlose Gewalteinsatz in der Entwaffnung der zionistischen Militärs und Zerschlagung der logistischen Verwurzelung ihrer Macht in der israelischen Ökonomie.

 Die Eingeborenen und ihre Nachkommen, deren Lebensumstände der jüdischen Landnahme und israelischen Staatsgründung zum Opfer gebracht wurden – und zigtausende von ihnen dafür geschlachtet – kommen in der Klage als Bewährungsprobe, ja sogar “Bewährungshelfer” für eine “Aufgabe” vor, die selbst der Auftraggeber, der deutsche Patriot nämlich, nur halluziniert und diese Halluzination projiziert: Eine “Besserung” einer im Falle Deutschlands militärisch vernichtend geschlagenen Form des Patriotismus. Zweitens zynisch gegenüber der Mehrheit der israelischen Bevölkerung, deren Vorfahren zum Menschenmaterial und zur Manövriermasse des Zionismus nebst weltpolitischer Kalküle einiger verbündeter Drittmächte verlockt, eingekauft und nicht selten unter tödlichen Drohungen deportiert wurden. Diese Nachkommen sind nun ebenfalls, und unter teils strengeren Bedingungen, Insassen ihres militärisch bewachten und umstellten Volksgefängnisses, so wie die Klageführenden es in ihrem Ländle auch sind, dies jedoch unter keinen Umständen wahr haben wollen, sondern lieber Aufträge verteilen, an denen sie sich moralisch für die Lasten zu entschädigen, die ihnen die eigne Insassenschaft einträgt…

So was würde nicht einmal die Nationalzeitung drucken, aber Augstein und dem Freitag kommts grad recht. Verquastes, blödes, pseudointellektuelles Geschwätz eines Judenhassers, dem das Messer in der Tasche aufgeht, wenn er sich ans Schreiben macht.  (…)

TomGard lag und liegt mit seinen antisemitischen Halluzinationen im Mainstream des „Freitags“, er ist kein Einzelfall, wie tausende „israelkritische“ Kommentare der anderen „Freitags-Avantgardisten“ und der anderen „Unterschätzten Publizisten“ des „Freitags“ belegen. In tausenden Kommentaren dieser Form wurde und wird in der Freitagscommunity gegen Israel agitiert. Widerspruch gegen diesen Antizionismus wird von der Moderation des „Freitags“ kaum geduldet. Wer in dieser Community der antiisraelischen Hetze widerspricht muss, geduldet von der Moderation, mit heftigsten Beleidigungen rechnen oder wird aus der Freitagscommunity ausgeschlossen. Diese Art von Moderation, die ein Jan Jasper Kosok leitet, scheint System zu haben.

Der Antisemitismus von „TomGard“ ist offensichtlich. Dieser „TomGard“ schrieb ungefähr zwei Jahre unbehelligt von der Moderation und unter der Zustimmung und dem Jubel seiner vielen Mitstreiter seine Hasstiraden gegen Israel, bis er sich freiwillig aus der Community zurückzog. In einem privaten „Ablegerblog“ des „Freitags“ halluzinierte kürzlich „TomGard“ unter dem Beifall anderer ehemaliger und aktueller Freitagblogger von im „KZ Gaza vergasten Palästinensern“.

Jakob Augstein gab und gibt „Israelgegnern“, Antizionisten und Antisemiten ein Forum in dem sie trotz Moderation in tausendfacher Weise, zum Teil in volksverhetzender Manier, ihre antisemitischen  Wahnbilder ausleben können. Jakob Augstein ist nicht nur für seine eigenen Artikel gegen Israel verantwortlich, er ist es als Herausgeber des „Freitags“ auch für die „israelkritischen“ Freitag-Artikel von Lutz Herden bis Uri Avnery und er ist mitverantwortlich für die vielen „TomGards“ seiner Freitagscommunity.

In den tausenden Artikeln der Freitagsredaktion und der Freitagscommunity über Israel, den Iran, die Hamas und die Hisbollah ist eine unfassbare und beängstigende Einseitigkeit feststellbar. Während in diesen Artikeln die menschenverachtenden Taten und Reden der Terrororganisationen von Hamas oder Hisbollah, des iranischen Mullah-Regimes ignoriert, verharmlost oder gerechtfertigt werden, wird der Staat Israel dort als die „Wiege des Bösen“ dargestellt und oftmals mit dem nationalsozialistischen Deutschland verglichen.

Insoweit stellen sich die Fragen: Hat Henryk Broder, der Jakob Augstein zudem als „den kleinen Streicher von nebenan bezeichnete„,  mit seiner Wortwahl übertrieben? Hat er überzogen oder ist er näher an der Wahrheit als man zu glauben bereit sein mag? Vor gut zwei Jahren wurde die Frage gestellt, ob der „Freitag“ eine antisemitische Zeitung sei, im Jahre 67 nach Auschwitz verurteilt Henryk Broder den „Freitag“ zu einem „antisemitischen Drecksblatt“.

Henryk Broders „Wachrütteln“ hat Wirkung gezeigt. Die „Freitagsgemeinde“ ist zumindest kurzzeitig verunsichert. Wer kann die Blinden sehend machen um sie endgültig zu überzeugen: Es gibt keinen ehrbaren Antisemitismus!

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http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/wie_der_herr_so_das_gescherr1/

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ein_lupenreiner_antisemit_eine_antisemitische_dreckschleuder/

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51 Kommentare leave one →
  1. 26. September 2012 18:34

    Und wer hat das Ganze inne Schuld …
    Alleine??? Tja …

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    • 26. September 2012 18:35

      😉

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  2. 26. September 2012 22:59

    Henryk Broder schreibt zu den antisemitischen Texten TomGards im „Freitag“: „So was würde nicht einmal die Nationalzeitung drucken, aber Augstein und dem Freitag kommts grad recht.“

    Wer könnte dem widersprechen?

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  3. 27. September 2012 09:51

    Bereits 1969 empörte sich Jean Améry über den linken Antisemitismus:

    … Was war, das blieb und wird bleiben: der krummnasige, krummbeinige Jude, der vor irgendwas – was sag ich? – der vor allem davonläuft. So ist er auch zu sehen auf den Affichen und in den Pamphleten der arabischen Propaganda, an der angeblich braune Herren deutscher Muttersprache von einst, wohlkaschiert hinter arabischen Namen, mit kassieren sollen. Die neuen Vorstellungen aber taten auf die Szene gleich nach dem Sechs-Tage-Krieg und setzen langsamerhand sich durch: der israelische Unterdrücker, die mit dem ehernen Tritt römischer Legionen friedliches palästinensisches Land zerstampft. Anti-Israelismus, Anti-Zionismus in reinstem Vernehmen mit dem Antisemitismus von dazumal. Der ehern tretende Unterdrücker- Legionäer und der krummbeinige Davonläufer stören einander nicht. Wie sich endlich die Bilder gleichen! Doch neu ist in der Tat die Ansiedlung des als Anti-Israelismus sich gerierenden Antisemitismus auf der Linken. Einst war das der Sozialismus der dummen Kerle. Heute steht er im Begriff, ein integrierender Bestandteil des Sozialismus schlechthin zu werden, und so macht jeder Sozialist sich selber freien Willens zum dummen Kerl.
    (…)
    Schlimmer ist, dass die intellektuelle Linke, die sich frei weiß von Parteibindungen, das Bild übernimmt. Jahrelang hat man – um einmal von Deutschland zu reden – den israelischen Wehrbauern gefeiert und die feschen Mädchen in Uniform. In schlechter Währung wurden gewisse Schuldgefühle abgetragen. Das musste langweilig werden. Ein Glück, dass für einmal der Jude nicht verbrannt wurde, sondern als herrischer Sieger dastand, als Besatzer. Napalm und so weiter. Ein Aufatmen ging durchs Land. Jedermann konnte reden wie die “Deutsche National- und Soldatenzeitung”; wer links stand, war befähigt, noch den Jargon des Engagements routinemäßig zu exekutieren. Fest steht: Der Antisemitismus, enthalten im Anti-Israelismus oder Anti-Zionismus wie das Gewitter in der Wolke, ist wiederum ehrbar. Er kann ordinär reden, dann heißt das “Verbrecherstaat Israel”. ….

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    • 27. September 2012 09:53

      Stimmt. Jean Améry schreibt weiter:

      …. Über Israel, den modischen Anti-Israelismus, den altmodischen, aber stets in jegliche Mode sich wieder einschleichenden Antisemitismus spricht existentiell subjektiv, wer irgendwie “dazugehört” (“Juden, Personen, die im Sinne des Reichsbürgergesetzes vom 15. September 1935 als Juden gelten”) – und erreicht am Ende vielleicht gerade darum eine Objektivität annähernd naturrechtlichen Charakters. Denn schließlich mündet noch die geistesschlichteste – genauso wie die gründlichste und gescheiteste – Überlegung in die Erkenntnis, dass dieses Pionierland, und mag es hundertmal nach einer sich pervertierenden pseudomarxistischen Theologie im Sündenstande technischer Hochentwicklung sich befinden, unter allen Staaten dieses geopolitischen Raumes das gefährdetste ist. Sieg, Sieg und nochmals Sieg: Es droht die Katastrophe, und ihr weicht man auch nicht aus, indem man direkt in sie hineinrennt und Israel zum Teilgebiet einer palästinensischen Föderation macht.
      (…)
      Israels Bestand ist unerlässlich für alle Juden (“Juden, Personen, die im Sinne …” und so weiter), wo immer sie wohnen mögen. “Wird man mich zwingen, Johnson hochleben zu lassen? Ich bin bereit dazu”, rief am Vorabend des Sechs-Tage-Krieges der linksradikale französische Publizist und Sartre-Schüler Claude Lanzmann. Der wusste, was er meinte und wollte. Denn jeder Jude ist der “Katastrophen-Jude”, einem katastrophalen Schicksal ausgeliefert, ob er es erfaßt oder nicht.

      Und von Blüher – aber auch von Streicher, denn allerwegen ebnet der Antisemitismus die intellektuellen Höhenunterschiede ein – könnte stammen, was der Unterrichtsminister des progressiven Staates Syrien an den Generaldirektor der UNESCO schrieb: “Der Haß, den wir unseren Kindern einprägen, ist ein heiliger Hass.” ….

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    • 27. September 2012 09:57

      Tja, der Haß, den sie ihren Kindern einprägen, ist für die Antizionisten ein heiliger Hass. Was der Antisemit wünscht und vorbereitet, ist der Tod des Juden. Jean Améry schreibt am Ende seines Essays:

      “Der Antizionismus ist ein von Grund auf reaktionäres Phänomen, das von den revolutionären progressistischen antikolonialistischen Phrasen über Israel verschleiert wird”, sagte neulich Robert Misrahi, ein französischer Philosoph, der, gleich dem vorhin zitierten Claude Lanzmann, zur weiteren Sartre-Familie gehört. Der Augenblick einer Revision und neuen geistigen Selbstbestreitung der Linken ist gekommen; denn sie ist es, die dem Antisemitismus eine ehrlose dialektische Ehrbarkeit zurückgibt. Die Allianz des antisemitischen Spießer-Stammtisches mit den Barrikaden ist wider die Natur, Sünde wider den Geist, um in der vom Thema erzwungenen Terminologie zu bleiben. Leute wie der polnische General Moczar können sich die Umfälschung des kruden Antisemitismus zum aktuellen Anti-Israelismus gestatten: Die Linke muss redlicher sein. Es gibt keinen ehrbaren Antisemitismus. Wie sagte Sartre vor Jahr und Tag in seinen “Überlegungen zur Judenfrage”: “Was der Antisemit wünscht und vorbereitet, ist der Tod des Juden.”

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    • 27. September 2012 10:53

      Der Jean Amery kannte den Jakob Augstein nicht und der Jakob Augstein kennt den Jean Amery nicht.

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    • 30. September 2012 13:46

      Jean Améry schrieb in einem Brief an Hans Peschke am 3. April 1975 über die schreckliche Wiederauferstehung der »Judenfrage« überall in der Welt:

      „… Aus dem Anti-Zionismus erwächst die Giftblüte des Antisemitismus. Die pro-arabische Stimmungsmache hat den Konsensus: von der äußersten Linken über die bürgerliche Mitte bis zu den alten Nazis. Man will nichts wissen von Ahasver, mag er endlich zur Hölle fahren, der er ohnehin von je versprochen war. Der Jude wird – qua Jude, nicht nur als Israeli! – zum ewig alt-neuen Stören-fried. Die Israelis »verloren« 1973 den Oktoberkrieg und recht geschieht nicht nur ihnen, sondern allen Juden, Judengenossen, Judenversippten, Judenknechten in aller Welt …“

      37 Jahre später bezeichnet Börne-Preisträger Henryk Broder den „Freitag“ als „antisemitische Drecksblatt“. Jean Améry, von Broder geschätzt und oft zitiert, war einer der ersten, der den linken Antisemitismus erkannte und anprangerte. Viel hat sich seither nichtgeändert. Von der äußersten Linken über die bürgerliche Mitte bis zu den alten Nazis hat die pro-arabische Stimmungsmache den Konsensus und von Ahasver wollen sie nichts wissen, die „Reservisten des Freitags“.

      Quelle: Jean Améry – Werke Band 8

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    • 1. Oktober 2012 10:56

      In der Jean Améry Werksausgabe des Klett-Cotta Verlages im Band 9 (Materialien) kommt Henryk Broder zu Wort:

      Henryk M. Broder – Ein glaubenloser Jude

      Aus Anlaß des 15. Todestages des Kritikers und Essayisten Jean Améry: Eine Erinnerung an seine Kritik des linken Antizionismus

      Nicht nur dem bürgerlichen Kulturbetrieb war Jean Améry zeitlebens eine suspekte Figur, auch die alte und die neue Linke in der Bundesrepublik konnte mit ihm wenig anfangen. Von der leidenschaftlichen Liebe deutscher Intellektueller zu toten und todkranken Juden, einem nekrophilen Philosemitismus der sich an Heinrich Heine, Rosa Luxemburg und Erich Fried austobte, blieb Améry zeitlebens verschont. Damit das auch weiter so bleibt, soll an einen Aspekt in Améry Werk erinnert werden, mit dem er sich in Widerspruch zum Zeitgeist und um manche verdiente Ehrung gebracht hat. Anfang bis Mitte der siebziger Jahre hatte die revolutionäre Linke in der Bundesrepublik alle Hausaufgaben erledigt, alle strategischen Ziele erreicht: Eine Räterepublik war etabliert worden, die Indusriet und die Banken waren endlich vergesellschaftet, in den Betrieben hatten die Arbeiter das Sagen, in den Hochschulen die Studentenausschüsse, in den Verlagen legten die Setzer die Grenzen der Meinungsfreiheit fest. So konnte sich die revolutionäre Linke ihrem nächsten Ziel zuwenden: der Befreiung Palästinas vom zionistischen Joch, eine Aufgabe, die auf der Liste linker Prioritäten ganz oben rangierte. »Schlagt die Zionisten tot, macht den Nahen Osten rot« war eine Parole, die man damals auf Demonstrationen hören konnte, bei denen Imperialismus, Faschismus und Zionismus der Kampf bis zum Endsieg angesagt wurde.

      Einigen Übersensiblen klang dieser Schlachtruf wie eine zeitgenössische Variante von „Juda verrecke!“ in den Ohren, sie mußten sich aber sagen lassen, daß sie nur korrekt zwischen Antisemitismus und Antizionismus unterscheiden sollten. Das eine war ein Relikt des Nationalsozialismus, mit dem die revolutionäre Linke nichts zu tun haben wollte, das andere Ausdruck des richtigen politischen Bewusstseins, dessen Träger aus der Geschichte gelernt hatten. Jean Améry war der erste und eine ganze Weile der einzige Denker von Rang, der diese Aufteilung eines Ressentiments in anrüchige und eine anständige Version das nannte, was es war: Lüge, Heuchelei, Betrug; Selbstbetrug, wenn man mildernde Umstände geltend machen wollte.
      (…)
      Der “ehrbare Antisemitismus”, der sich für Auschwitz weder zuständig noch verantwortlich fühlt, “der Antisemitismus im Kleide des Anti-Zionismus«, sei Ausdruck der »Selbstzerstörung dessen, was gestern noch die Linke war«; wir sind Zeugen, wie die sich als „links“ verstehenden politischen Gruppen kein Wort verlieren, wenn ein Despot und Paranoiker in Uganda sich abscheulicher Morde schuldig macht, wie sie nicht protestieren, wenn der absolute Herrscher Libyens Gesetze erläßt, nach denen ehebrecherische Frauen gesteinigt werden. Die Linke hält den Mund, und sofern sie redet, ist ihr Vokabular im eigentlichen Wortsinne verrückt. Die Gewaltregime Syriens und Iraks, wo gelegentlich auch Kommunisten in den Kerker geworfen werden, nennt sie hartnäckig „progressiv“. »Israel aber, kein Musterstaat, gewiß nicht, aber doch ein Gemeinwesen, wo Opposition, auch antinationale, sich regen darf, ist in der linken Mythologie ein „reaktionäres“ Land. Es ist schlimmer als die unheimliche Dialektik, vermittels derer jeder und jedes sich rechtfertigen läßt. Es ist das politische Hexeneinmaleins. Es ist die totale Verwirrung der Begriffe, der definitive Verlust moralisch-politischer Maßstäbe.«

      Wer nicht an der weitverbreiteten deutschen Volkskrankheit, der Amnesie, leidet, wird die Formel von der Verwirrung der Begriffe, vom Verlust moralisch-politischer Maßstäbe für eine überaus feine halten. Die Ermordung der israelischen Sportler bei den Olympischen Spielen in München wurde in weiten Kreisen der Linken als ein legitimer Akt antizionistischen Widerstands gewürdigt. Nach der Entführung einer Air-France-Maschine nach Entebbe, der von deutschen Revolutionären durchgeführten »Selektion« der Passagiere und der anschließenden Befreiung der Geiseln durch ein israelisches Kommando wurde von Sprechern der verwahrlosten Linken die Verletzung der territorialen Souveränität Ugandas« verurteilt, konnte sich Idi Amin an Solidaritäts- und Beileidstelegrammen aus der Bundesrepublik erfreuen, deren Absender ihre antizionistische Gesinnung wie ein polizeiliches Führungszeugnis präsentierten. Eine bekannte Journalistin und Vorkämpferin für die Rechte der Frauen bekannte mit einiger Verspätung, die Entführung der Maschine habe sie geschockt, weil die Entführer »nicht etwa nach Zionisten, sondern nach Juden und Nicht-Juden« selektiert hätten. Hätten die Entführer politisch korrekt nur Zionisten herausgepickt, wäre vermutlich alles in Ordnung gewesen. Der ägyptische Präsident Sadat galt den Linken als ein Verräter, weil er mit Israel Frieden geschlossen hatte, seine Ermordung wurde wie ein Akt der Vorsehung gefeiert. In der Redaktion einer fortschrittlichen Kölner Monatszeitschrift knallten die Sektkorken. 1985 wurde dann, im Zusammenhang mit der verhinderten Aufführung voll Fassbinders Stück »Die Stadt, der Müll und der Tod« das »Einde der Schonzeit« für die Juden erklärt, die Jagd konnte wieder beginnen. Ein Jahr darauf veröffentlichte die Alternative Liste in Berlin ein Plakat, eine Art Steckbrief, mit dem sie zur Diskussion im sogenannten »Berliner Bauskandal« beitragen wollte. Das Plakat zeigte eine Judenfratze, wie sie im Stürmer nicht hätte schöner gezeichnet sein können: Symbol des Spekulanten und Ausbeuters. Erst nachdem Proteste laut wurden, zog die AL das Plakat mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück, so sei es nicht gemeint gewesen. Die Frage, wie ein Grafiker ausgerechnet auf ein solches Motiv kommen konnte blieb unbeantwortet.
      (….)
      Heute wissen wir, daß es die neue Linke war, die Antisemitismus wieder salonfähig gemacht hat und nicht die alte Rechte, die ihre Lufthoheit über deutschen Stammtischen verteidigt. Wir wissen, daß Jean Améry recht hatte, als er warnte »daß man mit Anti-Zionismus dem Antisemitismus einen Finger reicht, dem unweigerlich die ganze Hand nachfolgen muß. Daß die Linke dabei selbst völlig auf den Hund kommen und in der politischen Arena der Bundesrepublik gut wie nicht mehr auszumachen ist, ist nur ein schwacher Trost. Das Schöne am Antisemitismus ist, daß er die Antisemiten noch stärker schädigt als die Juden. In seinem Aufsatz »Über Zwang und Unmöglichkeit, Jude zu sein«, 1966 erschienen, schreibt Améry: »Ich trage auf meinem linken Unterarm die Auschwitz-Nummer. Die liest sich kürzer als der Pentateuch oder der Talmud und gibt doch gründlicher Auskunft. Sie ist auch verbindlicher als Grundformel der jüdischen Existenz. Wenn ich mir und der Welt, einschließlich der religiösen national gesinnten Juden, die mich nicht als einen der Ihren ansehen, sage: „Ich bin Jude“, dann meine ich damit die in der Auschwitz-Nummer zusammengefaßten Wirklichkeiten und Möglichkeiten.« Die Dramaturgie des Antisemitismus, heißt es einmal, bestehe weiter, eine neuerliche Massenvernichtung von Juden könne nicht ausgeschlossen werden. Dennoch sei er nicht »traumatisiert«. Ich stehe in voller geistiger und psychischer Entsprechung zur Realität da. Das Bewußtsein meines Katastrophen-Judeseins ist keine Ideologie. Es darf verglichen werden dem Klassenbewußtsein, das Marx den Proletariern des neunzehnter Jahrhunderts zu entschleiern versuchte.«

      Wir haben Jean Améry zu danken. Wir verneigen uns vor einem glaubenlosen, klassenbewußten Juden.

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  4. 27. September 2012 11:09

    Meine Erna und ich wir haben nur Hauptschule. Für die höhere Schule reichte dat Geld nicht. Mein Vata war Malocha und meine Eltern waren froh uns fünf Kinda jeden Tach satt zu machen. Drum hab ich kein Abitur. Mein Leben lang hab ich unta Tage malocht, Frühschicht wie Nachtschicht. Aba auch ohne Abitur kenn ich dat dat was da im Freitag tagein tagaus gegen die Juden geschrieben wird Unrecht ist. Ich kann nix dafür dat ich Deutscha bin, aba für den Judenhass der noch immer in diesem Land verbreitet wird, dafür schäm ich mich.

    Euer Erwin

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  5. 27. September 2012 18:59

    Ja

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    • 28. September 2012 13:12

      😉

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  6. 27. September 2012 20:23

    thinktankboy beschäftigt sich nun schon seit Jahren mit dem Antisemitismus im Freitag,
    dadurch haben wir uns „kennengelernt“ und u.a. dafür schätze ich ihn

    bevor ich diesen äußerst lesenswerten Artikel durch Benennung der anderen Seiten,
    der Kontextualisierung Henrik M. Broders ein wenig relativiere, hier noch eine Ergänzung zur Rechtsoffenheit des Freitag – ein Artikel eines bloggers, den ich bisher nicht so recht einzuschätzen weiß – auf den ersten Blick scheint er ok zu sein

    der Artikel von Pätus Bremske:
    Neonazi Winfried Sobottka schreibt Artikel bei http://www.freitag.de / Henryk M. Broder wirft Jakob Augstein Federhandschuh ins Gesicht
    http://weltverschwoerungsblog.wordpress.com/2012/09/19/neonazi-winfried-sobottka-schreibt-artikel-bei-www-freitag-de-henryk-m-broder-wirft-jakob-augstein-federhandschuh-ins-gesicht/

    nun zu Broder, seiner rassistischen, rechtsoffenen Publizistik, seiner rechtsoffenen Praxis, seiner salonfaschistisch//rechtskonservativePartnerinnen…

    bitte nehmt euch die Zeit und lest in Ruhe (u.a. viele Orginaldokumente)

    Henryk M. Broder
    http://inrur.info/wiki/Henryk_M._Broder

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    • 27. September 2012 22:44

      Hallo InRuR,

      die Verbindung des Neonazis Winfried Sobottka mit dem „Freitag“ haben wir schon angesprochen. Diese Verbindung passt in das Bild das wir von Augsteins Freitag haben.

      Keine Frage Henryk Broder ist kein Linker und auf seiner Achse des Guten schreiben viele Leute, deren Ansichten ich ablehne. Vera Lengsfeld ist eine davon. Ich teile nicht alle Ansichten von Henryk Broder, aber die fünf Bücher die ich von ihm gelesen habe waren schon gut. Was Henryk Broder über (linken) Antisemitismus sagt und schreibt teile ich. Die Ansichten von PI, Erhard Arendt und Geert Wilders lehne ich dagegen ab.

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  7. 28. September 2012 05:43

    Hallo Thinktankboy

    das mit diesem Winfried Sobottka hab ich dann wohl übersehen,
    kenne massig Durchgeknallte,
    den kenn ich nicht und weiß nicht ob mensch in kennen müßte – in wie weit hat der Relevanz ?

    Was Broder betrifft so ist da außerdem noch seine enge „Wochenpost“ Zusammenarbeit –
    inhaltlich und praktisch, der Artikel Austausch etc, rassistische Hetze
    http://www.inrur.info/wiki/Die_Weltwoche
    die Weltwoche seit ca 2002
    Weltwoche SVP Linie -die Werbeagentur mit der Anti Moscheen Kampagne, die auch der FPÖ bei einer Antisemitischen Kampagne half (fehlt noch im wiki)
    – aktuell, der homophobe stellvertretende Weltwoche Chefredakteur Philipp Gut
    http://www.inrur.info/wiki/Philipp_Gut
    mit einem Interview im Nazi Monatsmagazin ZUERST!
    Broders Auftritt bei den Schweizer Nazis von der Schweizerzeit, die seinen Text bis heute verbreiten, sein „Blaue Narisse“ Interview, seine unsäglichen SA Vergleiche, seine Witze in der KZ FGedenkstätte Dachau…
    dann neben der braunen Vera Lengsfeld, die gerade in der seit kurzen an den Kiosken erhältlichen Vierteljahresschrift des Friedrich Naumann Stiftung „LIBERAL“, (Chefredakteur David Harnasch) dem neuen Flaggschiff der nationalliberal, liberalkonservativen, rechskonservativen Fraktion.
    http://tinyurl.com/bvt7968
    http://anonym.to/?http://www.libmag.de/
    (bisher noch kein Eintrag zur LIBERAL im wiki) deshalb exclusiv hier
    Extreme Inhaltliche und personelle Schnittmengen zur
    „Achse des Guten“
    http://www.inrur.info/wiki/Achse_des_Guten
    „Eigentümlich Frei“
    http://www.inrur.info/wiki/Eigent%C3%BCmlich_frei
    und „Freien Welt“
    http://www.inrur.info/wiki/Freie_Welt
    „NOVO“
    http://www.inrur.info/wiki/NOVO
    eine der Zentralen Figuren ist
    Gérard Albert Bökenkamp
    http://www.inrur.info/wiki/G%C3%A9rard_Albert_B%C3%B6kenkamp

    etc

    WIE GESCHRIEBEN BITTE ALLES IN RUHE LESEN
    HABE GERADE DIE EINTRÄGE ZU BRODER & CO NOCH ERGÄNZT
    u.a. um Richard Wagner
    http://www.inrur.info/wiki/Richard_Wagner
    SOWEIT ES DIE ZEIT ERGAB

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    • 28. September 2012 13:03

      In den 1980er Jahren, nach Entebbe brach Henryk Broder mit der Linken. Vieles an seiner Kritik an der Linken ist nachzuvollziehen, insbesondere seine Kritik am linken Antisemitismus. Ebenso ist vieles bis sehr vieles an der Islamkritik Henryk Broders nachzuvollziehen. Ich kritisiere den Islam von links und stelle dabei haufenweise Schnittmengen mit Henryk Broder fest. Ich schließe mich in dieser Frage Herman L. Gremliza an, der in Konkret schrieb: “Wenn das Wort bedeutete, was alle glauben, wäre ich islamophob. Ich bin dem Islam feind, ich bestehe auf dem Recht, ja der Pflicht des Aufklärers, Allah so wenig zu achten und nach Kräften zu verspotten wie irgendwelche anderen Götter von Jesus C. bis L. Ron Hubbard. Die Religionsfreiheit, die ich meine, ist die Freiheit von Religion. Damit das klar ist.“ Oder anders gesagt: Ausländer rein! Allah raus!

      Außerdem: Wenn Islamisten vor laufenden Kameras unter dem Gesang von islamischen Suren unschuldigen, gekidnappten Menschen die Köpfe abschneiden, wenn islamische Selbstmordattentäter in israelische Schulbusse steigen und diese mit sich selbst in die Luft sprengen um vermeintlich in der selben Sekunde mit 72 Jungfrauen im Himmel zusammenzutreffen, wenn Islamisten Flugzeuge entführen um damit in Hochhäuser stürzen um dabei sich und 3000 unbeteiligte Menschen ermorden, wenn die islamfaschistische Hamas in ihrer „Charta“ ankündigt alle Juden zu ermorden, dann kritisiere ich das in aller Schärfe. Dazu hat auch Henryk Broder alles Recht dieser Welt.

      Andererseits: Die Weltwoche ist ein Drecksblatt, welches ich genauso wenig kaufen würde wie das „antisemitische Drecksblatt“ aus Berlin. Roger Köppel ist der Lautsprecher des völkischen Parteiführers Christoph Blocher. In Konkret wurde er „Emmenthaler Faschist“ bezeichnet.

      Ich muss gestehen Henryk Broders harte Worte gegen den „Freitag“ haben mir gut gefallen und ich weiß, dass Mission Impossible bei seiner „Freitagskritik auf der Achse des Guten“ den entscheidenden Beitrag geleistet hat. Oftmals können nur harte Worte etwas bewegen, denn es gibt Menschen die verstehen keine andere Sprache, so traurig dies sein mag.

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  8. 28. September 2012 06:00

    gerade endeckt die braunen Kameraden der „Blauen Narzisse“
    http://inrur.info/wiki/Blaue_Narzisse
    haben den Link zum Border Interview geändert
    hier ist es
    http://anonym.to/?http://www.blauenarzisse.de/index.php/aktuelles/item/244
    da die jungen Herren aus Broders sich zu benehmen wußten,
    gab er ihnen gern das Interview

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  9. 28. September 2012 14:50

    Selbst die Focusleser kennen einstweilen TomGard, der Focus schreibt in „Er ist eine antisemitische Dreckschleuder“:

    „Der ´Freitag´ ist ein antisemitisches Drecksblatt“
    In einem zweiten Eintrag wetterte Broder nun auch noch gegen den „Freitag“, eine politische Wochenzeitschrift, die im Untertitel „Das Meinungsmedium“ trägt, und stark auf den Dialog mit den Lesern setzt:

    „Jakob Augstein ist nicht nur ein lupenreiner Antisemit und eine antisemitische Dreckschleuder, er ist auch Verleger eines antisemitischen Drecksblattes, das aus der Konkursmasse der DDR übrig geblieben ist.“ Weil die Redaktion großen Wert auf die Interaktion mit der Leserschaft lege, bekomme in der Praxis „jeder Psychopath das Wort erteilt“, so Broder weiter – „ein Georg von Grote zum Beispiel, den sogar Augstein für einen Antisemiten hält, der den Juden den Holocaust nicht verzeihen kann, oder ein pseudonymer Schmierlappen, der unter dem Nome de guerre TomGard seine judenpolitischen Expertisen verbreitet“.

    http://www.focus.de/kultur/medien/henryk-m-broder-beschimpft-jakob-augstein-er-ist-eine-antisemitische-dreckschleuder_aid_823406.html

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    • Der Bassist permalink
      28. September 2012 22:45

      Dank für den Hinweis! Der Focus-Artikel ist recht objektiv, trifft in den Zitaten den genauen Vorwurf Broders, der letzte Satz, das Finale, nimmt aber doch formal Partei:
      ***Vermutlich wird der Streit allerdings einseitig bleiben: „Unsinn“, antwortete Augstein der „Frankfurter Rundschau“ auf die Frage, ob er rechtliche Schritte unternehmen will. Und schob nach: „Ich schätze und respektiere Henryk M. Broder sehr, auch in seinen Irrtümern.“***

      Und im Nachtrag hat der Focus sogar fast selbstironische Töne: „Broder ist bekannt für seine markigen Worte.“

      Für mich ist das Thema jetzt nicht nur (durch)diskutiert, sondern auch sichtbar polarisiert. Und das finde ich gut.

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  10. Benjamin W. permalink
    28. September 2012 16:03

    Links schließt Antisemitismus nichts aus

    >>>>Eine Betrachtung anhand eines neueren Artikels aus der linken Zeitung «Junge Welt» beleuchtet das heikle Thema Antisemitismus von links unter Zuhilfenahme von Broders These. Das Blatt veröffentlichte zum Tod von Simon Wiesenthal einen Nachruf («Ein großer Einzelgänger», 21.September 2005). Der Verfasser Werner Pirker schreibt, dass Wiesenthal «Hitlers Chefplaner des Massenmordes an den europäischen Juden, Adolf Eichmann, zu seiner persönlichen Angelegenheit machte.» Eichmann wurde 1960 mit Hilfe Wiesenthals vom Mossad, dem israelischen Geheimdienst, entführt. Pirker nutzt in seinem Artikel den Tod Wiesenthals als Chance, Israel als Unrechtsstaat darzustellen: «Auch in diesem – moralischen gerechtfertigen – Fall demonstrierte Israel seinen nihilistischen Umgang mit dem Völkerrecht.» Übersetzt in unverschleiertes Deutsch: Israel verhält sich nur 12 Jahre nach seiner Staatsgründung wie das Naziregime. Piker zeigt damit ein abwegiges Verständnis für den moralischen Hintergrund der Entführung Eichmanns. Ein Merkmal des linken Antisemitismus: Der Vergleich des Staates Israel mit Nazi- Deutschland.
    In der ebenfalls linken Tageszeitung «die taz» schrieb der Literaturwissenschaftler Jörg Magenau am 23. September 2005 einen Text «Ein obsessives Projekt» über die neue Dissertation des Germanisten Matthias Lorenz zu Martin Walsers «Literarischem Antisemitismus». Der Verlag J.B. Metzler veröffentlichte im vergangenen Jahr die Dissertation als Buch: «Auschwitz drängt uns auf einen Fleck»: Judendarstellung und Auschwitzdiskurs bei Martin Walser»
    «Die Untersuchung» von Matthias Lorenz wurde zum Hauptthema der Feuilletons. Der «Spiegel» in: «Der ewige Flakhelfer» von Elke Schmitter, 36/2005 und die« Frankfurter Allgemeine Zeitung» in «Die Kränkung» von Friedmar Apel, 1.Oktober 2005, besprachen die Promotionsarbeit positiv. Magenau, Walser-Biograf und einstiger Redakteur der linken Wochenzeitung «Freitag», hält ein Plädoyer für die Abschaffung des Wortes Antisemitismus statt eine Besprechung zu publizieren: «Die Debatte um Martin Walsers Auseinandersetzung mit deutscher Schuld und dem deutsch-jüdischen Verhältnis wäre leichter zu führen, wenn man den Oberbegriff „Antisemitismus“ dabei ersatzlos streichen würde», schrieb Magenau. Sein Text hätte damit ohne weiteres auch in der rechten Zeitung «Junge Freiheit» erscheinen können. «Dass der Antisemitismus als ein jüdisches, nicht als ein deutsches Problem angesehen wird», schrieb Broder in «Der ewige Antisemit». Antisemitismus für Magenau bleibt so nicht ein Problem der nicht deutsch-jüdischen Mehrheitsgesellschaft, sondern der deutsch-jüdischen Minderheit.

    Vielleicht ist Magenau ein Beispiel für die Widersprüchlichkeit eines kleinen Teil der deutschen Linken: Er wählt links, fühlt sich aber offensichtlich rechts. Seine Haltung erinnert an den amerikanischen Feminismus. Mit dem Antidiskriminierungsgesetz behauptete ein großer Teil des männlichen Geschlechts in den USA, dass der Sexismus verschwunden sei. Die feministische Erwiderung: They just don’t get it! Sie haben es einfach nicht kapiert! Magenau hat offensichtlich einfach nicht kapiert, wie tief der Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft verankert ist.

    Ein Journalist, der das Ausmaß des Antisemitismus in Deutschland hingegen verstanden hat, ist der «taz»-Redakteur Philipp Gessler, einer der kundigsten Journalisten auf dem Gebiet Judentum und Antisemitismus. Der Herder Verlag brachte 2004 Gesslers Buch «Der neue Antisemitismus: Hinter den Kulissen der Normalität» auf den Markt. Sein Buch ist ein «Muss», um die antisemitische Tendenz innerhalb eines Teils der linken Bewegung zu verstehen. Gesslers Untersuchung ist äußerst reflektiert und zeigt dabei, wie sehr Antisemitismus innerhalb der Antiglobalisierungsbewegung zum Ausdruck kommt.<<<<<<

    http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.478.html

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    • Der Bassist permalink
      28. September 2012 22:34

      Archive sind gut; besser wissen helfen, wie etwas geworden ist. – Sie können aber auch offensiv aktualisiert werden statt archivalisch verdoppelnd. 🙂

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    • H. Herforder permalink
      28. September 2012 23:28

      Warum verbergen Archivare ihren offenen Namen, den sie in der Verlinkung wiederum offenzulegen scheinen?

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    • Der Bassist permalink
      29. September 2012 20:14

      „Weit weg, lange her“ –
      Ich besitze das Debüt als Schallplatte, derzeit mit Liebe ausgelagert:
      „Weit weg – lange her – sowas gibt’s doch heutzutage nirgends mehr“
      http://free.pages.at/cochi/fbbs/g_weit_weg_lange_her.htm UND:
      „Von Deutschland darf nie wieder ein Angriffskrieg ausgehn!
      Das sagten wir und glaubten dran – ach war das damals schön!“

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      • mentalpunker permalink
        29. September 2012 20:35

        Bernies Autobahnband! Ja, sehr gut!

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  11. 29. September 2012 07:34

    ein denkwürdiges Dokument:

    Linker Antisemitismus ist unmöglich
    # Quelle DIE ZEIT, 9.4.1976 Nr. 16
    http://www.zeit.de/1976/16/linker-antisemitismus-ist-unmoeglich
    warum Gerhard Zwerenz
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Zwerenz
    als veranwortlicher Autor
    https://www.google.de/search?num=100&hl=de&safe=off&site=&source=hp&q=Linker+Antisemitismus+ist+unm%C3%B6glich
    nicht mehr auftaucht ,weiß ich nicht

    beim Zeit Archiv sind anders als beim Spiegel Archiv die Artikel nach dem Einscannen zumeist nicht nachbearbeitet worden – ob es daran liegt ?

    gerade gefunden
    Antwort an Bruder Broder
    Gerhard Zwerenz
    Erschienen in Ossietzky 3/2008
    http://www.sopos.org/aufsaetze/47def0244f6e9/1.phtml

    Antwort an Bruder Broder Gerhard Zwerenz 09. Jan. 2009, 05:41
    http://www.sopos.org/forum.php3?reply=0&Nummer=2997&WhichFile=aufsaetze/47def0244f6e9/1.phtml#1

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  12. 29. September 2012 07:38

    Satire oder Antisemitismus ???
    no border, no nation 06.09.2003 02:07
    http://de.indymedia.org/2003/09/61042.shtml

    Hakennasen statt Hakenkreuze
    Dient der Antisemitismusvorwurf der Aufklärung?
    Oder regiert die Logik des Skandals?
    Rätselhaft ist bloß, dass es Judenhass gibt,
    aber offenbar keinen, der Juden hasst
    Esther Schapira
    http://www.taz.de/pt/2003/09/26/a0109.nf/text

    Grenzen der Satire:
    Eulenspiegel bedient sich des Stürmer
    Gudrun Schroeter
    tacheles-reden / haGalil
    http://www.hagalil.com/archiv/2003/09/eulenspiegel.htm

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  13. 29. September 2012 08:25

    Nachtrag zu einer Ungenauigkeit im indymedia Artikel
    Satire oder Antisemitismus ???

    der berüchtigte Spiegel Titel zeigte Gysi nicht im Profil
    – da hat die Erinnerung einen Streich gespielt

    Der Drahtzieher
    SED-Chef Gregor Gysi
    Von Monika ZUCHT
    DER SPIEGEL 3/1990
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-21114055.html
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13497652.html
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13497724.html

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  14. 29. September 2012 08:41

    Nachtrag zum oben verlinkten Zwerenz Artikel

    Border und Peter Voß
    http://www.youtube.com/results?search_query=Broder+Peter+Vo%C3%9F

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    • 29. September 2012 14:45

      Danke, klasse Interview mit Henryk Broder. Nachfolgend der ebenfalls gelungene Beitrag Henryk M. Broders „Antisemitismus ohne Antisemiten“

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    • Der Bassist permalink
      29. September 2012 20:04

      Ich würde mir wünschen, daß Du Deine Beiträge etwas mehr ‚anmoderieren‘ würdest. Bin zwar sogleich beim ersten Mal auf Deiner Site gewesen, aber Serienlinks hier besuche ich dann doch nicht. Ein kurzer Bezug zum MI-Blog ganz konkret wäre schon schön.

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  15. 29. September 2012 17:28

    Vieles zum „antisemitischen Drecksblatt“ wurde bereits im Avantgardisten-Blog TomGarddiskutiert. Beispielsweise der Verweis von Grote auf dieses Blog. In der Freitags-Redaktion scheinen die Nerven blank zu liegen, denn die Moderation hat Grotes Kommentar mit Verweisen auf MI versteckt.

    Beispielsweise die Löschung eines für den „Freitag“ unangenehmen Eintrags bei Wikipedia. Augstein oder Co. ließen folgenden Wikipedia-Eintrag streichen. Im Wikipedia-Eintrag für den „Freitag“ steht seit kurzem nicht mehr unter „Stimmen zum Freitag“:

    „Drecksblatt[es], das aus der Konkursmasse der DDR übrig geblieben ist. Die Redaktion legt großen Wert auf die Interaktion mit der Leserschaft, was in der Praxis bedeutet, dass jeder Psychopath das Wort erteilt bekommt, ein Georg von Grote zum Beispiel, den sogar Augstein für einen Antisemiten hält, der den Juden den Holocaust nicht verzeihen kann, oder ein pseudonymer Schmierlappen, der unter dem Nome de guerre TomGard seine judenpolitischen Expertisen verbreitet.“
    – Henryk M. Broder: Wie der Herr, so das Gescherr. In: Die Achse des Guten vom 19. September 2012

    Die Freitagsavantgarde ist zwar verunsichert, aber ihr Antizionismus hat darunter nicht gelitten: In einem privaten Ablegerblog des „Freitags“ mit vielen ehemaligen und aktuellen Freitagsbloggern wurde dieser Tage ein Video mit einem Treffen von Ahmadinejad und der antizionistischen Sekte Neturei Karta bejubelt, von wichtiger Sicherung war die Rede.

    Letztendlich ist das alles gut so, denn es zeigt, dass ein klarer Trennungsstrich gezogen wurde. Und noch was: Ich rufe nicht nach Zensur, ich habe nichts dagegen, dass die Avantgardisten des Freitags ihre antisemitischen Halluzinationen im „Freitag“, im „Freitag 2.0“ bzw. „Freitag 3.0“ veröffentlichen. Meinungsfreiheit ist für alle da. Ich stelle nur fest: Sie sind lupenreine Antisemiten, antisemitische Dreckschleudern, lauter kleine Streicher von nebenan.

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    • 28. Januar 2013 22:46

      Soeben bemerke ich, dass der Wikipedia-Eintrag des „Freitags“, speziell „Stimmen zum Freitag“ erneut verändert wurde. Neu ist:

      2012 verurteilte der Journalist und Buchautor Henryk M. Broder im Blog Die Achse des Guten die Wochenzeitung Der Freitag als „antisemitisches Drecksblatt, das aus der Konkursmasse der DDR übrig geblieben ist“ und worin „jeder Psychopath das Wort erteilt“ bekomme. Ihren Verleger Jakob Augstein bezeichnete Broder wegen dessen israelkritischer Beiträge auf Spiegel Online als „lupenreinen Antisemiten“ und als „antisemitische Dreckschleuder“.[48][49] Auf die Aufforderung von Broder, ihn wegen dieser Äußerungen zu verklagen, reagierte Augstein mit den Worten: „Ich schätze und respektiere Henryk M. Broder sehr, auch in seinen Irrtümern.“

      [48] Henryk M. Broder: Ein lupenreiner Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder. In: Die Achse des Guten. 17. September 2012
      [49] Henryk M. Broder: Wie der Herr, so das Gescherr. In: Die Achse des Guten. 19. September 2012

      PS für die neuen Leser: Die Quelle von „Wie der Herr, so das Gescherr“ ist hier zu finden.

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  16. 29. September 2012 18:03

    Jakob Augstein will Henryk Broder nicht verklagen. „Ich schätze und respektiere Henryk M. Broder sehr, auch in seinen Irrtümern.“, sagte sehr clever der Herausgeber des Freitag der Frankfurter Rundschau.

    Denn was wäre los, wenn Augstein Broder verklagen würde? Jakob Augstein würde mit tausenden Zitaten aus seinem „Freitag“ konfrontiert. Ein kleiner Vorgeschmack:

    „…für den Zionismus und die viehische Gewalttätigkeit seiner realen Vertreter..“ (TomGard)

    „.… zum zionistischen Apartheidsstaat und den Greueln, den er an der palästinensischen Bevölkerung begeht. spielt die erhebliche ökonomische und politische Macht, welche der sich jüdisch definierende Teil der herrschenden Klasse in den USA und ihm nahestehende Kreise auf sich versammeln…“ (TomGard)

    „Der Zionismus ist rein ideologisch der Zwillingsbruder des nationaldeutschen Imperialismus“ (Zelotti)

    “ … dem zionistischen Terrorismus und Staatsgründungswillen fiel den Amerikanern nach dem WKII ein nahezu perfektes Instrument in die Hand…“ (TomGard)

    „.. die Lage wurde von zionistischen Schlächtern absichtsvoll und systematisch herbei geführt, viele von ihnen haben sich dazu bekannt. Die Errichtung des KZ Gaza zementierte diese Lage noch einmal…“ (TomGard)

    „Israel ist ein Staat, der systematisch Tausende von Menschen umbringt, obdachlos macht, Familien auseinander reißt und bei Menschen, die nicht sterben Traumata herbeiführt“ (BOT)

    „… Jeder weiß es: Israel hat den Palästinensern ihr Land genommen. Sie sollten sich dafür, nach 60 Jahren Unrecht, bei den Palästinensern entschuldigen und es als natürlich anerkennen, dass so etwas zu einer agressiven Gegenwehr führt – gerade sie müssten es eigentlich verstehen. s gibt keinen Grund, weniger von Israel zu verlangen“ (Fro)

    „.. Die Gaza-Aktivisten wurden sowohl mutwillig wie gezielt hingerichtet….” (TomGard)

    Dafür ist Jakob Augstein zumindest mitverantwortlich. Solche Aussagen wären in der Nationalzeitung nicht abgedruckt worden. Warum im „Freitag“ würde der Richter fragen. Es käme ans Tageslicht wie die Rahabs, die TomGards Andersdenkende beleidigen durften, Augstein müsste begründen wieso Andersdenkende aus der Community geworfen worden sind und die Antizionisten geschützt wurden. Die Büchse der Pandora würde geöffnet werden. Bei einer Gerichtsverhandlung kämen die Aussagen der Freitagsavantgardisten sowie die Artikel von Lutz Herden und Co. für eine noch breitere Öffentlichkeit ans Tageslicht.

    Das kann sich Jakob Augstein natürlich nicht leisten. Dazu ist er zu klug. Das alles wusste Henryk Broder als er Jakob Augstein aufforderte ihn zu verklagen. Eine „No-win Situation“ für Jakob Augstein, die er sich selbst eingebrockt hat.

    Lutz Herden ist übrigens nicht mehr Ressortleiter Politik, er ist abgelöst worden, von einer Frau Schmitt-Roschmann.

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    • 29. September 2012 18:41

      „Die Büchse …“ – ein sehr guter Verlag, sitzend in Wetzlar. Für solche Zitate würde der sich nicht öffnen, denke ich. – Aber; draußen sind die eh … und nicht mehr einzufangen.

      Gewinnen ist schön – aber die Spielwiese ist auch schon eine Wahl! Und nach einer haushohen Niederlage ist Honorigkeit danach wertlos.

      Zum letzen Absatz ‚ein‘ geändertes ‚Wort‘: Rettet sich, wer kann!

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    • 1. Oktober 2012 11:21

      Ganz klar, wenn Augstein Henryk Broder verklagen würde, dann würde der „Freitag“ penibel unter die Lupe genommen werden, dann käme für eine breite Öffentlichkeit ans Tageslicht, was im „Freitag“ gegen Israel möglich war und wie das „System Kosok“ funktionierte. Dann könnten sie einpacken die Kosoks und Grotes. Ich gehe davon aus, dass in einem solchen unwahrscheinlichen Falle Henryk Broder auf die Unterstützung von Mission Impossible zählen könnte.

      Augsteins Schreibarbeiten werden in Zukunft schärfer beobachtet, das steht fest und ob er in der Zukunft noch so viele Einladungen von den Jauchs und Illners bekommen wird ist fraglich.

      Jedenfalls darf nun jeder den antizionistischen „Freitag“ ein „antisemitisches Drecksblatt“ nennen, zumindest wenn es in Anführungszeichen steht.

      Ich würde mich in solch einer Community nicht wohlfühlen, aber ich bin halt auch kein Antisemit.

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  17. 7. Oktober 2012 23:25

    Im Anschluß an die „MI-Rubrik-Medien“ schreibe ich hier. Das neue hypige Lanzsche Wetten daß? wurde dort diskutiert, und es war ja durchaus auch eine Würdigung der Premieren-Satire von Sebastian Dalkowski. Wie ja auch andere, etwa Martthias Dell ewig im Tatort Hegelplatz, aber auch Gastautoren dort bezücken können im nicht zu Unrecht „Drecksblatt“ benannten Freitag, in dem ich immerhin selbst auch geschrieben habe vor 2006 als Autor.
    Nein, ja, Georg Fülberth lese ich dort regelmäßig noch heute, Martin Krauß zu Sport und Sportpolitik, Magnus Klaue und Gerhard Henschel. – Natürlich, die MI nimmt auch auch die Community differenziert wahr. Über eine Zeitung als ganze ein Urteil zu fällen: diese Hürde hat die MI bravourös genommen. Die Punktevergabe ist in einer Meinungs- und Mediengesellschaft frei, ungebunden & ungezwungen. Also: dummgemacht.
    Kurz: Das Ganze ist nichts. Alle besonderen Einzelnen wären alles!

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    • 8. Oktober 2012 13:29

      Stimmt schon. Ausnahmen bestätigen die Regel und Komiker gibt es auch einige in Augsteins Freitag.

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      • 8. Oktober 2012 19:47

        Die Statistik der Traumpaare kann nun komplettiert werden: „Markus Lanz wünscht sich Komikerin Cindy aus Marzahn bei ‚Wetten, dass..?‘ auch künftig als ständige Assistentin“. –
        Der Freitag und der Samstag, that´s Wochenendunterhaltung. 😉

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  18. mentalpunker permalink
    14. Oktober 2012 23:50

    „Jakob Augstein ist nicht nur ein lupenreiner Antisemit und eine antisemitische Dreckschleuder, er ist auch Verleger eines antisemitischen Drecksblattes, das aus der Konkursmasse der DDR übrig geblieben ist.“
    Ein hartes Urteil. Via Kühhs Lindenblatt vom 13.10. finde ich die Tonform dazu: http://www.titanic-magazin.de/news.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=5254&cHash=d6548a97d6d3bb717dc266f1263259aa

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    • 15. Oktober 2012 13:33

      Unglaublich wie die Titanic-Redaktion zu dieser Aufnahme gekommen ist, die freilich viele Artikel und Entscheidungen aus dem „Drecksblatt“ erklärt.

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    • 15. Oktober 2012 17:03

      Als ich den Link in meinem Lindenblatt einstellte, hatte ich den sog. Aha-Effekt.

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    • 15. Oktober 2012 23:02

      Ich wundere mich, dass ihr euch über diesen Live-Audiofeed aus Jakob Augsteins Kopf zu wundern scheint.

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    • 16. Oktober 2012 00:05

      Daß Sich-‚wundern‘ beim Freitaglesen ein Aggregatszustand geworden ist, liegt jedenfalls nicht am ‚göttlichen‘ Inhalt des Augsteinblattes. – Lieber als das lesen gehe ich ach seit vorgestern doch lieber in den Wald, zum Pfeifen.

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  19. 27. Oktober 2012 00:33

    „Die Wahrheit hat einen Zeitkern“, sagt Teddie Adorno
    und er meint damit,
    daß allen menschlichen Angelegenheiten, auch den politischen Konfrontationen,
    ein zeithistorisches Verfallsdatum innewohnt,
    so daß unter bestimmten Voraussetzungen gewonnene
    Überzeugungen und getroffene Entscheidungen (etwa vor zwei Jahren)
    und die daraus abgeleitete gesellschaftliche und politische Praxis
    obsolet werden, wenn jene Voraussetzungen sich signifikant ändern.
    Das historische Verfallsdatum für die antisemitische Politik und Praxis
    der Community des Augsteinschen Freitag
    war dann erreicht und damit gegeben,
    als Broders Achse des Guten die/unsere zweijährige
    Dokumentation und Kritik der Mission Impossible
    mehrfach bestätigte. –
    Und nun: Rahab weg, TomGard weg, Emma weg, Alien59 weg,
    Streifzug weg, Lutz Herden weg, Muhabbetci weg, ttg weg,
    Columbus auf Reha, Bürger Fro ?, Tatort Uwe Theel,
    Weinsztein im Nacht-/Blindflug, Dame.im.Abseits, Luggi im Loch.
    Abgedankt haben sie alle!
    – – – Alles weitere ist und wird nicht neu, wäre
    als immergleiches Nachkarten gen Hegelplatz sogar kontraproduktiv
    zur permanent hervorgebrachten und -gehobenen Erkenntnis. –
    Kommt Zeit, kommt Zeitkern kompakt wieder; – hoffentlich nicht.
    Derzeit jedenfalls keine besonderen Vorkommnisse
    am Drecksplatz, äh … Hegelplatz ohne Hegel (wird restauriert!).
    *Alles Gute allen MI-Sympathisanten.*
    Und der Trinität 😉 mit Dank das Beste sowieso!

    [Und damit keine Mißverständnisse aufkommen:
    Dies ist kein Abschiedsstatement, sondern meine Feststellung
    des objektiven Endes der selbstgestellten Aufgabe der Mission Impossible.
    Entgegen eigener Benamung ist der Auftrag erfüllt. Die gemeinte FC ist geschlagen,
    und zwar in aller (Gegen-)Öffentlichkeit bestätigt, Broder, Trampert, Die Welt – konkret.
    Und nun? Lebbe geht weider – Steppi Stepanović. Ich bin dabei.]

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    • 27. Oktober 2012 12:08

      Mit Rainer Trampert nun die glorreiche Abrundung des Projekts.
      „Und nun? Lebbe geht weider.“
      Yes.

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    • MEMO permalink
      27. Oktober 2012 19:09

      Die Welt < Gutes Stichwort übrigens. Was ich dort unter diversen Artikeln an Kommentaren lese, bringt mich regelmäßig zum Würgen. Nur, weil der Freitag sich einiger Blogger entledigt hat, die zum Teil krude Ansichten vertraten, besteht nun wirklich noch kein Grund zum Jubeln. Und den Scharfmacher und Alt-Neo-Liberalen Broder mag ich immer noch nicht bejubeln.

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      • 27. Oktober 2012 20:09

        „Nur, weil der Freitag sich einiger Blogger entledigt hat, die zum Teil krude Ansichten vertraten, besteht nun wirklich noch kein Grund zum Jubeln.“ – Absolut. ‚Avantgarden‘ gibt es – leider – überall. Die hier bekannte ist nun allerdings … geschrottet.

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  20. 30. Oktober 2012 23:44

    „Intellektuelle, Blogger und Publizisten als nützliche Idioten“? Tja – liest Du hier alle drei beieinander:
    http://www.freitag.de/autoren/schlesinger/israels-nuetzliche-linke-idioten
    Schlesinger schreibt sich den Fimmel vom Finger …
    Und: es geht weiter, immer weiter …

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    • MEMO permalink
      31. Oktober 2012 00:09

      Die Welt ist voller nützlicher Idioten. Das ist leider nichts Neues. Ich habe übrigens heute bei einem Thekengespräch erfahren, dass ein Koks-Dealer in der Lage ist, in 3 Monaten 7,5 Kilo abzunehmen. Nur mal so als Hinweis dahingehend, über was man sich in Berlin wirklich unterhält – und das prächtig.

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    • 31. Oktober 2012 10:13

      Nur zwei Kommentare! Der eine von der Sharia-Befürworterin „Dame.von.Welt“ und der andere vom Evelyn-Hecht-Galinski-Fan „Weinsztein„. Die Judenkritiker beim „kleinen Streicher von nebenan“ werden anscheinend müde.

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