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Religion ist das Opium des Volkes

10. August 2012
Mittelalterliche Darstellung der rituellen Ermordung eines christlichen Knaben durch Juden

Mittelalterliche Darstellung der rituellen Ermordung eines christlichen Knaben durch Juden

„Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elends und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes. Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks“ (Marx).

„Die Ohnmacht der ausgebeuteten Klassen im Kampf gegen die Ausbeuter läßt ebenso unvermeidlich den Glauben an ein besseres Jenseits aufkommen, wie die Ohnmacht des Wilden im Kampf gegen die Naturgewalt den Götter-, Teufel-, Wunderglauben aufkommen läßt. Die Religion ist eine Art geistigen Fusels, in dem die Sklaven des Kapitals ihr Menschenantlitz, ihren Anspruch auf ein nur halbwegs menschenwürdiges Dasein ersäufen“ (Lenin).

Mit der Beschneidungsdebatte wurde wieder einmal deutlich wie sehr Geisterglaube  und tiefe  religiöse Einbildung selbst im einundzwanzigsten Jahrhundert noch in der Gesellschaft verankert sind. Während der Zentralrat der Juden ein Ritual der Genitalverstümmelung gegen legitime Kritik und einiges antisemitisches Ressentiment verteidigt, bezeichnen christliche Reaktionäre wie Malte Lehming im Tagesspiegel die Kritik an der Beschneidung als „Diktatur säkularer Rationalität“. Die katholische Bischofskonferenz kritisierte das „Kölner Urteil“ als „schwerwiegenden Eingriff in die Religionsfreiheit“.  Der tief gläubige Matthias Matussek forderte im Spiegel neben dem Grundrecht auf Beschneidung, gleich ein klares Verbot der Blasphemie. Die religiösen Hardliner und Esoteriker stellten während der Debatte  den Paragraphen 218 abermals  auf die Tagesordnung. So sehr die Führer der Religionen ansonsten  zerstritten sind, geht es um das Recht ihren Aberglauben zu verbreiten,  sind sie sich beinahe einig. Als wegen einiger harmloser Mohamed-Karikaturen einer dänischen Zeitung Millionen von Moslems wutentbrannt, mordend oder  brandschatzend durch die Straßen zogen, stellte sich Edmund Stoiber, der ansonsten bei „Ausländer raus“ oder „das Boot ist voll“ an vorderster Front stand, vor die Kameras, verurteilte die dänischen Karikaturen scharf und forderte ungestüm ein schärferes Blasphemie-Gesetz.

In Zeiten der Unsicherheit, der Euro- und Schuldenkrise hat die Flucht in die Religion wieder einmal Hochkonjunktur. Die Furcht erzeugt die Götter. Die Hoffnung durch Aufklärung, bürgerlicher Revolution und der wissenschaftlich-technische Fortschritt konnten die herbei phantasierten Götter nicht vertreiben. So peinlich es ist, wenn erwachsene Menschen vom „lieben gütigen Gott“ reden und bekunden an ein solches Fabelwesen zu glauben, gehört es zum Humanismus diesen Aberglauben zu tolerieren. Wenn allerdings religiöse Gebote als Quelle von Gesetzen werden, wenn Frauen von religiösen Fanatikern gezwungen werden ihre ungewollte Schwangerschaft auszutragen, wenn es nicht mehr erlaubt sein sollte Witze über Aberglauben und Esoterik zu machen, ist die Grenze der Toleranz überschritten und ist dieser Reaktion entgegenzutreten.

Die Kriminalgeschichte der Religionen ist sehr lange. Als Beispiele seien genannt: Die Zusammenarbeit (z.B. das Reichskonkordat) von Papst Pius XI. mit den Nationalsozialisten, die Juden, Serben, Sinti und Roma mordenden katholischen Geistlichen im Konzentrationslager Jasenovac,   die deutsche Wehrmacht (auf dem Koppelschloss „GOTT MIT UNS“), die den Betrieb von Auschwitz ermöglichte und mit den bolschewistischen, slawischen „Untermenschen“ denselben Gegner wie Papst Pius XI. hatte, die Fluchthilfe für Nazis wie Eichmann oder Brunner der katholische Kirche nach dem Krieg nach Südamerika oder in den Nahen Osten. In vielen islamischen Ländern des Nahen Ostens ist die Religion, neben allem alten Imperialismus, ein Grund für ihre mittelalterliche Rückständigkeit. Frauen sind im Nahen Osten, außer in Israel, Menschen zweiter Klasse. Bei Verstößen gegen die Kleiderordnung werden Frauen in bestimmten islamischen Ländern mit bis zu 90 Peitschenhieben bestraft, vermeintliche Ehebrecherinnen werden gesteinigt und Homosexuelle an Baukränen hingerichtet. Der eliminatorische Antisemitismus dieser Länder ist sprichwörtlich. Seit vielen Jahrzehnten ermorden fanatische Islamisten auf vielfältigste Weise Juden, aus dem einen Grund weil sie Juden sind. Im Norden Malis haben Islamisten kürzlich ein Liebespaar gesteinigt weil sie nicht verheiratet waren. Wegen Alkoholgenusses werden Menschen in Timbuktu öffentlich ausgepeitscht. Die Islamisten wollen in Timbuktu und in ganz Mali einen islamischen Gottesstaat errichten und die Scharia einführen. In Russland, in der Wolgarepublik Tatarstan wollte eine muslimische Sekte einen Gottesstaat errichten. Die Bewohner lebten jahrelang von der Außenwelt isoliert in Katakomben ohne Strom und Sonnenlicht. Der greise Führer, der dieses unterirdische Kalifat führte, behauptet Gott habe ihm dazu den Auftrag erteilt. Am 18. August 2012 findet in Berlin wieder einmal der islamistische, antisemitische  „Al Quds“-Tag statt, der 1979 vom iranischen „Revolutionsführer“ Ayatollah Chomeini eingeführt wurde, um propagandistisch die Eroberung Jerusalems und die Vernichtung Israels vorzubereiten. Bei diesem antisemitischen Aufmarsch werden voraussichtlich auch diesmal wieder eine Hand voll Mitglieder der jüdischen Sekte „Neturei  Karta“ mit marschieren.

Egal in welchem Landstrich der Welt, die Bourgeoisie weiß was sie an der Religion hat. Mit ihrer Vertröstung auf das Jenseits hat die Religion für die Herrschenden eine wichtige Funktion, mit ihrer Reklame für den Tod ist die Religion eine der raffiniertesten Mordmethoden die es gibt.  Mit dem Zusammenbruch des „real existierenden Sozialismus“ konnten die religiösen Führer und ihre Anhänger die Magisierung der Welt erneut vorantreiben. Nie, seit sich das von der Seuche geschüttelte Mittelalter ins Gebet flüchtete, hatte Aberglaube Konjunktur wie jetzt, am Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Während die auf dem Mars gelandete NASA-Sonde „Curiosity“ das erste farbige Panorama-Foto zur Erde schickte, geht der Blick nicht Richtung Mars sondern  gen Himmel, beziehungsweise zu Papst Benedikt, Katrin Göring-Eckardt, Ajatollah Chamenei, Usama al-Mazini oder dem Dalai Lama.

Herman L. Gremliza schrieb einst sehr richtig in Konkret: „Jedes Stückchen Emanzipation der Menschheit, noch das bescheidenste, ist nicht mit, sondern gegen Religion und Kirche erkämpft worden. Und schlichtester Anstand müsste es verbieten, einer religiösen Organisation, deren Geschichte eine einzige breite Blutspur zeichnet, den Gebrauch des Wortes »Menschenrecht« anders zu quittieren als mit Hohnlachen oder einem Schlag auf die Pappn. Geschieht das? Keineswegs: Nicht die Propheten und Mitläufer des Aberglaubens haben zu beweisen, dass sie, obwohl Christen, ansonsten einigermaßen anständige Leute sind. Entschuldigen müssen sich die andern, die Ketzer. „

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100 Kommentare leave one →
  1. 10. August 2012 15:06

    Wenn man bedenkt, dass aggressive Antisemiten bei diesem „Al Quds“-Tag die Vernichtung Israels fordern dürfen, dass in Augsteins Freitagscommunity quasi in religiösem Wahn gegen Juden gehetzt werden darf und sich kaum jemand darüber aufregt, während die reaktionären Kräfte ständig eine Verschärfung des Blasphemie-Paragraphen bei lächerlichen Karikaturen einfordern, kann man durchaus ins grübeln kommen.

    Und zum Thema Islam zitiere ich gerne Herman L. Gremliza aus Konkret 1/2010, weil es seit 30 Jahren absolut meiner Meinung entspricht: “Wenn das Wort bedeutete, was alle glauben, wäre ich islamophob. Ich bin dem Islam feind, ich bestehe auf dem Recht, ja der Pflicht des Aufklärers, Allah so wenig zu achten und nach Kräften zu verspotten wie irgendwelche anderen Götter von Jesus C. bis L. Ron Hubbard. Die Religionsfreiheit, die ich meine, ist die Freiheit von Religion. Damit das klar ist.“

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    • 10. August 2012 21:12

      Sehr schön. Ich gebe einen Peter Rühmkorf sympathetisch dazu aus seinem Buch ‚Über das Volksvermögen‘:
      „Allah ist groß / Allah ist mächtig / wenn er auf den Stuhl steigt / ist er einmetersechzig“
      Was habe ich damals gelacht! Und Lachen ist auch Aufklärung!

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  2. 10. August 2012 15:41

    In Timbuktu im Norden Malis haben die Islamisten ein zum Unesco-Weltkulturerbe zählendes Mausoleum zerstört. Im April haben sie einem Dieb die Hand abgehackt. Nach Angaben eines Sprechers der Gruppe erfolgte die Amputation auf Grundlage der Scharia. Im Norden Malis hat die islamistische Gruppierung eine Frau und einen Mann wegen Ehebruchs gesteinigt. Die Hinrichtung sei ebenfalls gemäß der Scharia erfolgt.

    http://www.welt.de/politik/ausland/article108561225/Islamisten-in-Mali-hacken-Dieb-die-Hand-ab.html

    http://www.welt.de/politik/ausland/article108413162/Islamisten-steinigen-Paar-wegen-Ehebruchs.html

    http://www.spiegel.de/panorama/mali-radikale-islamisten-steinigen-paar-wegen-ehebruchs-a-847081.html

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  3. 10. August 2012 17:09

    Super Beitrag!

    Wegen der paar Mohammed-Karikaturen von „Jyllands Posten“, hat sich die Arabische Liga mit einem offenen Zensurwunsch an die Vereinten Nationen gewandt. Viele Politiker zeigten damals Verständnis für die verletzten Gefühle der Moslems. Der Skandal war die Feigheit der Medien mit ihrem vorauseilenden Gehorsam. So gut wie keine Zeitung druckte die Zeichnungen ab. Die Angst vor der Gewalt der Islamisten schwebte über den Redaktionen.

    Hätten die Aufklärer der Vergangenheit nicht den Mut aufgebracht, religiöse Gefühle zu verletzen, würden es in Europa noch immer die Scheiterhaufen geben.

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  4. 10. August 2012 18:20

    Waren es früher die christlichen Ritualmordlegenden um Pogrome gegen Juden zu initiieren so sind es heutzutage die Legenden von entnommenen palästinensischen Organen um gegen den Judenstaat zu hetzen.

    Beispielsweise die schwedische Zeitung “Aftonbladet“ hatte unter Berufung auf Palästinenser im August 2009 berichtet, israelische Soldaten hätten getöteten Palästinensern Organe entnommen. Israel hatte daraufhin die schwedische Regierung zu einer Verurteilung dieses “antisemitischen“ Artikels aufgerufen, was Schweden mit Hinweis auf die Meinungsfreiheit abgelehnte.

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  5. mentalpunker permalink
    10. August 2012 23:28

    Und schlichtester Anstand müsste es verbieten, einer religiösen Organisation, deren Geschichte eine einzige breite Blutspur zeichnet, den Gebrauch des Wortes »Menschenrecht« anders zu quittieren als mit Hohnlachen oder einem Schlag auf die Pappn.
    Von oben zitiert …

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    • 11. August 2012 11:59

      Zustimmend gelesen bei Rainer Kühn am 10/08/2012 21:04

      „Religion und Riten haben Angst gebändigt, vor Urzeiten. Haben die Welt ‘erklärt’. –
      Seit 1784 ist Aufklärung etwas ganz anderes, seit 1848 ist Philosophie materialistisch; oder sie ist keine, bzw. idealistisch-reaktionär. –
      Der Wandel der unter sich verfeindet bleibenden Religionen ist der unvollkommenen Aufklärung geschuldet, Anpassung ans Materiale, nicht etwa einer Selbstaufklärung. Religion – in welcher säkularen Form auch immer (Waldorf, Scientology) – bleibt das Opium für die dadurch nicht vorhandenen Hirne.“

      Insoweit bestreite auch ich den Sinn von Religion und Riten in Urzeiten nicht, was den Satz von Gremliza meiner Ansicht nicht tangiert.

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  6. 11. August 2012 10:25

    MEMO schrieb am 10/08/2012 14:22
    „… Vielleicht wäre es hilfreich, nicht nur dem Gott Gremliza völlig unkritisch zu huldigen, sondern auch einmal selbst zu recherchieren und sich eine eigene Meinung zu bilden. Dafür, dass Dein Wissen wohl lückenhaft ist, kann niemand was. Frauen hatten im Kerngebiet des Islam vor seiner “Erscheinung” wesentlich weniger Rechte, was leicht zu recherchieren ist. Somit hat der Islam ein Stück weit für Emanzipation gesorgt – zu eben dieser Zeit.“

    Wenn ich in der Jetztzeit den Islam kritisiere, weil Islamisten vor laufenden Kameras unter dem Gesang von islamischen Suren unschuldigen, gekidnappten Menschen die Köpfe abschneiden, weil islamische Selbstmordattentäter in israelische Schulbusse steigen und diese mit sich selbst in die Luft sprengen um vermeintlich in der selben Sekunde mit 72 Jungfrauen im Himmel zusammenzutreffen, weil Islamisten Flugzeuge entführen um damit in Hochhäuser stürzen, dabei 3000 Menschen ermorden, dabei zuvor Videos aufgenommen haben in denen sie Allah gepriesen haben und in diesen Videos zum Ausdruck brachten sicher zu sein für diese Tat in den „Himmel“ zu kommen, weil die islamfaschistische Hamas in ihrer „Charta“ ankündigt alle Juden zu ermorden und dann einen Gottesstaat mit Scharia usw. in ganz Palästina errichten will, weil der Großmufti von Jerusalem in diesem Jahr dazu aufgerufen hat alle Juden dieser Welt zu ermorden, dann heißt es, das alles hat überhaupt nichts mit dem Islam zu tun, das liegt an der schlimmen Geschichte, am westlichen Imperialismus, das liegt an der Mentalität und an der Kultur dieser armen Islamisten.

    Auf der anderen Seite will mir MEMO erzählen, dass vor knapp 1500 Jahren der Islam „ein Stück weit für Emanzipation gesorgt“ hat. Vor 1500 Jahren waren es also nicht die Kultur, nicht die Geschichte, nicht die speziellen Umstände, nicht die Nachbarkulturen und nicht die Mentalität die irgendwann eine gewisse Verbesserung (welche?) der Lebensumstände brachten. Ich frage mich woher kommt dieses Wissen, was sind die Quellen. 1500 Jahre sind eine verdammt lange Zeit um so gewagte Aussagen zu machen, finde ich.

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    • MEMO permalink
      11. August 2012 10:42

      Ich verstehe Deine Kritik an meinem Statement nicht, zumal sie Deine Kritik an den heutigen Zuständen in der islamischen Welt in keiner Weise relativiert. Das der Islam zu Zeiten seines Aufkommens auch positive Aspekte in Sachen Emanzipation besaß, ist kein Geheimnis. Es war eben nicht die Kultur oder die Umstände, die damals für Veränderungen sorgten, es war ganz konkret das Aufkommen des Islam, wie vorher auch das Aufkommen des jüdischen Glaubens und des Christentums für Veränderung sorgte. Das lässt sich einfach nicht wegdiskutieren, nur, weil es einem nicht gefällt. Und ja – 1500 Jahre sind eine lange Zeit. Was damals für Menschen Rechtssicherheit nach sich zog und Frauen mehr Rechte zubilligte, hat sich jedoch nicht oder auf eine unschöne Art weiterentwickelt. Allerdings ist die Henne/Ei-Frage interessant. Waren die Lebensumstände es und die Mentalität, die Traditionen es, die Verbesserungen brachten oder sind gerade sie es, die im Hier und Heute dafür sorgen, dass die extrem gewalttätige Form des Islamismus derart viel Zulauf besitzt, bzw. sich der Islam derart radikalisiert hat. Um der Fairness willen sollte man übrigens auch anerkennen, dass es sehr wohl auch Anhänger des Islam gibt, die keine Scharia fordern und auch die Juden nicht ins Meer treiben wollen.

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      • 11. August 2012 16:57

        „auch positive Aspekte“ – hört sich irgendwie an wie (Groß-)Elterns: „Es war nicht alles schlecht“ (Pfadfinder, BDM, KdF-Urlaub). Ich würde wollen, daß konkret und aktuell diskutiert wird. Also: Kritik der Magisierung einer eh schon vollkommen falsch säkularisierten Welt, die sich auch noch neu dem ‚Recht auf Dummheit, Herrschaft und Inhumanität‘ öffnet. Auch via bürgerlicher Justiz. Nicht nur Scharia.

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      • 11. August 2012 17:10

        „Um der Fairness willen sollte man übrigens auch anerkennen, dass es sehr wohl auch Anhänger des Islam gibt, die keine Scharia fordern und auch die Juden nicht ins Meer treiben wollen.“
        Ich bin jetzt mal fies, übertreibend und in der Analogiebildung nur vielleicht ungerecht: „Um der Fairness willen sollte man anerkennen, daß es auch einen sozialen Flügel der NSDAP gab.“ – „Um der Fairness willen sollte man anerkennen, daß es auch echt gute Kommunisten gab.“ – „Um der Fairness willen sollte man anerkennen, daß es auch manche Menschenschinder gab, die große Kunst gefördert haben.“ Usw.
        Der Holzweg sollte damit erkannt sein. Alles oder nichts. Und das Prinzip AHMAZ: alles hängt mit allem zusammen!

        Zumindest bei der Psychoanalyse lag für Adorno in der Übertreibung die Wahrheit …

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        • Huey Louis permalink
          14. August 2012 21:35

          Um der Fairness willen sollte man anerkennen, daß es auch AmerikanerInnen gibt, welche der Meinung sind, dass ein/e AmerikanerIn kein unveräußerliches Recht auf Waffenbesitz hat und insofern auch niemanden erschießen darf, von dem er/sie sich bedroht fühlt.

          Ja so ist das mit den Holzwegen.

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        • 14. August 2012 23:27

          Stimmt: Amerikaner wären sauer, wenn die Magnum 45 aus Holz wäre. Sielwolf, eine schöne Frankfurter Combo, hat die Magnum 45, die stärkste Handfeuerwaffe der Welt, besungen. That´s industrial music at it´s best.

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      • MEMO permalink
        11. August 2012 19:14

        Mit dieser Übertreibung, deren Sinn ich wohl verstanden habe, bringst du jedoch zum Ausdruck, dass ein gemäßigter Moslem, der seinen Glauben womöglich nur meditativ spirituell nutzt, mit den Verfechtern der Scharia gleichzusetzen ist und gegen ihn entsprechend vorgegangen werden muss. Werde Dir über die Konsequenz des von Dir Geschriebenen selbst klar. Und auch hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Tja.

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        • 11. August 2012 22:35

          Der gemäßigte Moslem, Christ, Religiot usw., der seinen Glauben womöglich nur meditativ spirituell nutzt, wie Du sagst, @MEMO, ist nur weniger stark vom Quatsch infiltriert, dennoch bleibt Unsinn auch Unsinn! Zu kritisieren ist auch er, ggf. um das geringere Maß seiner Torheit weniger. Ein Mensch, der den Umfang des Kailash mit seiner Körperlänge ausmisst, ist weniger schlimm, als ein Selbstmordattentäter, der Unschuldige in den Tod reisst. Die Toleranz, seinen Glauben für sich praktizieren zu können, solange er andere nicht beeinträchtigt, die kann er haben, aber bei der Mission, von der alle Religionen leben, wenn er sich also anderen aufdrängt, da hört es bereits auf! Religion ist keine Lösung für ungelöste Fragen, aber leider immer noch das Opium des Volkes.

          lg LL

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        • 12. August 2012 22:32

          Wunderbar – mag ich als Nichtreligiöser zusagen!

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      • 11. August 2012 23:49

        Im Prizip haben Rainer Kühn und Louis Levy schon das Nötige geschrieben. Ergänzend dazu: Das Christentum ist nicht einfach so aufgekommen. Die „Konstantinische Wende“ im Jahre 313 hatte vor allem den Sinn des Machterhalts und des Machtzuwachses von Kaiser Konstantin. Bekanntlich war die Geburtsstunde des Christentums die „Konstantinische Wende“. Kaiser Konstantin beschloß damals im Konzil von Nicäa übrigens die Trinität.

        Religionen haben Funktionen. Das Ziel des Islams wie des Christentums ist es zu missionieren und möglichst viel Macht auszuüben und diese Macht zu erweitern. Jede Aufklärung, jede Emanzipation der Menschen wurde von Religionen bekämpft, denn durch Aufklärung, Bildung und Emanzipation hätten die Kalifen und Päpste an Macht verloren und das lag nicht in ihrem Sinn. Beispiele: Die Lebenserfahrungen von Voltaire, Rousseau usw.

        Es gibt genügend Moslems die in Frieden mit den Juden leben wollen, die sich von ihrem Glauben abwenden. In bestimmten Regionen leben diese Moslems alledings sehr gefährlich. Genauso gab es viele Christen die in Extremsituationen ihr Leben für Andersgläubige opfern. Das sagt jedoch alles sehr wenig über die Ideologie, die Verbrechen und die Funktionen dieser Religionen aus.

        Ich darf dich außerdem daran erinnern, dass du bezüglich des Aufrufs des Muftis von Jerusalem in diesem Jahr, alle Juden dieser Erde zu ermorden, nicht die islamische Religion verantwortlich machtest, sondern die „Mentalität“ der Araber.

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        • 12. August 2012 22:36

          Ich erkenne nur eine Trinität an; tja, und dann ratet mal alle …

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        • 13. August 2012 11:55

          Diese „Trinität der Christen“ zeigt schon irgendwie, dass sie Sinn für Humor haben. Andererseits sollte sich Uwe und Co. mal ernsthaft eine Scheibe an der wahren Trinität abschneiden.

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      • MEMO permalink
        14. August 2012 23:40

        Leute – mit euren selbstgerechten zynischen Geschwafel… meint ihr, so seid ihr eine Alternative? Es liest sich nur anders scheiße. Sorry. Und irgendwie borniert, was es erst recht nicht annehmbar macht.

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        • 14. August 2012 23:56

          Unter Stalin war nicht alles schlecht. Aber seine Rote Armee, die war schon, klar, eine Armee, aber nicht schlecht! Sie befreite Kzs. Robert Ley baute Prora, immerhin was kapitalistisch Modernes; nicht zuende. Heute steht gedanklich die SPD für die Prora-Idee. – Ich lobe die Rote Armee, auch in allen Verfehlungen. Sie hatte in jeder Verwüstung gegen Deutschland ihr Recht.

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        • MEMO permalink
          15. August 2012 08:42

          Rainer, das ist einfach nur purer Stellvertreter-Revanchismus. Greuel haben nie Recht, sie sind allenfalls in ihrer situativen Zwangsläufigkeit begründbar, nicht jedoch moralisch. Wenn Du die Übergriffe der Roten Armee als „Recht“ iSv rechtmäßig darstellst, gestehst Du dieses Recht auch der „Gegenseite“ zu, weil Du eine Rechtfertigung für derlei Handeln siehst. Dann steht Recht gegen Recht. Damit ist aber nichts gewonnen, allenfalls konserviert. Hier zeigt sich auch sehr „schön“, wie wenig derlei Sichtweisen zu einer „besseren Welt“ beitragen können. Niemand hat in derlei Verhalten Recht, keine Seite. Weder besaß das Dritte Reich ein Recht auf die Verfolgung und Ermordung von Millionen, noch besaß die Rote Armee ein Recht auf ihre Vergehen. Keine Armee der Welt, kein Regime, besitzt dieses Recht auf jedwelche Verwüstung.

          Die heutige SPD steht für garkeine Idee. Schön wärs ja – dann wäre sie wenigstens irgendwie greifbar.

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        • 15. August 2012 09:44

          Irrsinn die Nazi-Wehrmacht mit der Roten Armee oder der US-Armee auf eine Stufe zu stellen. Die Rote Armee hat Auschwitz befreit. Die Rote Armee hat mit den Alliierten die Welt von Nazideutschland befreit. Ein Weltkrieg funktioniert nicht wie Rosamunde-Pilcher Filme. Übergriffe hat hier niemand als rechtmäßig dargestellt.

          Die Rote Armee jedenfalls hatte alles Recht dieser Welt zurückzuschlagen! Wer die alliierte Bombardierung von Dresden, Köln oder Hamburg gleichsetzt mit den Angriffskriegen Nazideutschlands, mit Auschwitz, mit der deutschen Politik der verbrannten Erde, mit dem Kommandobefehl Hitlers, mit den deutschen Geiselerschießungen, mit Oradour, Lidice usw., der hat entweder keinerlei Ahnung was im 2. Weltkrieg geschah oder versucht mit einer Täter-Opfer-Gleichsetzung die deutschen Verbrechen zu relativieren. Einige Funktionäre der reaktionären Vertriebenenverbände „argumentieren“ übrigens genauso.

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        • MEMO permalink
          15. August 2012 10:12

          „Wer.., der….“. Sag mal, Chefideologe Fidelche, wirst du es eigentlich nie lernen? Auf diese Art von Verurteilung fällt kein auch nur einigermaßen mit Denkfähigkeit ausgestatteter Mensch herein. Ich habe nichts gleichgesetzt, sondern Krieg und Verfolgung das Recht abgesprochen. Völkerrechtsverstöße sind generell zu kritisieren, auch, wenn sie situativ nachvollziehbar erscheinen. In Deinen Anwürfen wirst du übrigens wieder unglaubhaft. Auf der einen Seite unterstellst du der Bundesrepublik (im Fall Jugoslawiens) einen Angriffskrieg, auf der anderen Seite sprichst du jedoch der Roten Armee „jegliches Recht“ zu. Die Rote Armee allein auf die Befreiung der KZs zu reduzieren – DAS ist Irrsinn. Zur Bewertung der damaligen Situation gehören alle Aspekte auf allen Seiten dazu und natürlich hatte die Rote Armee das Recht, den Angriff des Hitler-Regimes zurückzuschlagen und in Deutschland einzumarschieren. Das ist garnicht der Punkt. Nur betrifft die Aussage „jegliches Recht“ eben auch das dann implizite Recht zu Vergewaltigen, willkürlich zu erschießen und zu verschleppen. Das ist eine vereinfacht ausgedrückt unmenschliche Sicht, die an Borniertheit kaum noch zu toppen ist. Das hat nicht das Geringste mit Relativierung zu tun sondern damit, einen Zeitraum, der in Bezug auf Brutalität und Menschenverachtung mit nichts vergleichbar ist, zu analysieren. Dazu gehört aber auch die Einsicht, dass in einem derartigen Konflikt alle Seiten „schuldig“ werden und genau dieser Umstand ist im Grunde das stärkste Argument gegen Kriege jedwelcher Art. Mir hier auf Basis dessen eine Nähe zu den Vertriebenenverbänden zu unterstellen, war vorhersehbar… und bleibt völlig unsinnig.

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        • 15. August 2012 20:37

          Ich unterscheide zwischen einer Angriffsarmee und Verteidigungsarmee, zwischen Opfer und Täter. Deutschland hat den 2. Weltkrieg vom Zaun gebrochen, war eindeutig der Aggressor und ist verantwortlich für 50 Millionen Tote. Die Kriegsschuldfrage ist in Punkto Weltkrieg II so eindeutig wie in kaum einem anderen Krieg. Die Verfehlungen der Alliierten während des zweiten Weltkrieges sind gegen die Verbrechen Nazideutschlands eine kleine Ordnungswidrigkeit. Die Rote Armee hat nicht nur Auschwitz befreit, die Rote Armee hat unter millionenfachen Opfern die Welt von Nazideutschland befreit. Die Tränen der sowjetischen Mütter um ihre gefallenen Söhne sind unzählbar. Du solltest der Roten Armee dafür dankbar sein, denn ohne die Opfer der Sowjetarmee und der anderen Alliierten könntest du vermutlich nicht so frei deine Meinung äußern und so frei leben wie du es aktuell tun kannst.

          Ich lese zurzeit (zum zweiten Mal) das Buch von Otto Köhler, „Rudolf Augstein-Ein Leben für Deutschland“. Der Nationalist und FDP-Politiker Rudolf Augstein versuchte in seiner Karriere als Publizist bereits ab 1950 den Schlussstrich bezüglich der Verbrechen Nazideutschlands zu ziehen und Stalin und Hitler auf eine Stufe zu stellen. Das zog sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Das Deutschlandmagazin „Der Spiegel“ war und ist das führende Meinungsmagazin Deutschlands. Rudolf Augstein hat mit seiner Indoktrination und Meinungsmanipulation ganze Arbeit geleistet.

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        • 15. August 2012 22:58

          Dazu passt Rudolf Augstein 1981 im Spiegel: „Was hätte denn ein Nicht-Nazi tun können? Er hätte als ein Held und Heiliger das tun könen, was die Opfer selbst auch nicht getan haben, die Helden und Heiligen immer ausgenommen. Er hätte sich für seinen biblisch Nächsten opfern können, mit seinem Leben. Das haben die Deutschen, das haben die Juden nicht getan. Kein moralsicher Unterschied also zwischen der schweigenden Mehrheit der Deutschen und der schweigenden Mehrheit der Juden.“

          Rudolf Augstein hat die Nachkriegsgeschichte wie kaum ein anderer geprägt. Sein Sohn Jakob macht da weiter wo er aufgehört hat und die Massen nehmen es begierig und dankbar auf.

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        • 15. August 2012 23:10

          Fidelche, ich danke Dir für Deine Ausführungen zur Roten Armee. So meinte ich meinen Einwurf oben. Daß diese Soldaten alles Recht bzw. alle Plausibilität in und durch diesem/n Krieg für sich hatten, und wenn sie auch Überreaktionen getan haben. Kann man das verdenken … ich will es nicht.

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          16. August 2012 11:16

          Leute Leute – solange ihr in diesem strikten Opfer-Täter-Ding hängt, wird sich vermutlich nie eine Lösung finden. Zumal ist das nun wirklich eine historisch gestrige Sicht. So funktioniert Entwicklung nicht – nirgendwo. Das ist doch genau die Konfrontation, in die die Verursacher die Massen stets drängen möchten. Ihr argumentiert, als würde es sich bei derlei Konflikten um eine Kneipenschlägerei handeln – und selbst dort müsste man genau abwägen. Das hat auch – und wenn ich mich das xte Mal wiederhole – nichts mit Täter-Opfer-Umkehr zu tun. Im Zusammenhang mit Nazi-Deutschland und Russland sollte auch der Umgang mit Resteuropa beider Staaten nicht einfach ignoriert werden. (http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-sowjetischer_Nichtangriffspakt). Ganz so einfach ist es nicht, Opfer und Täter festzumachen. Noch einmal: Trotz aller Befürwortung der Vernichtung des NS-Regimes durch die Rote Armee bleibt es dennoch so, dass ein Krieg irgendwann nur Täter kennt und ein Krieg auch kein historischer Monolith ist. Und natürlich ist es nachvollziehbar, dass es zu Kriegsverbrechen auf allen Seiten kommt – das macht es aber nicht besser und man sollte sich hüten, sie zu verschweigen – egal, auf welcher Seite. Das nämlich würde dazu führen, Krieg als probates Mittel der Auseinandersetzung zu legitimieren. Wer das möchte, bitte. Ich möchte das nicht. Und ja – ich ächte Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf jeder Seite, denn sie bleiben es – unbetroffen davon, wer der Aggressor war.

          Es ist aber einmal wieder offenkundig, dass auf Hinweise (Jugoslawien-Konflikt etc.) nicht eingegangen wird, da Ihr so Eure eigene „glasklare“ Position hinterfragen müsstet. Allerdings .. vermutlich können das strikt ideologisch denkenden Menschen nicht.

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        • 16. August 2012 12:17

          Es geht nicht um Entwicklung, sondern um das Verstehen der Geschichte und darum, die richtigen Lehren daraus zu ziehen. Es bleibt dabei, du vermischst Opfer und Täter, wie schon im Nahostkonflikt. Damit wären wir wieder beim Thema Schuldabwehr oder Erinnerungsabwehr.

          Mit deiner „Opfer/Täter-Vermischung“ bist du freilich nicht alleine. Rudolf Augstein (Zitat weiter oben), Martin Walser, Erika Steinbach oder Ernst Noltes „argumentieren“ genau wie du und genau das bringt uns nicht weiter. Das Relativieren der deutschen Schuld macht kaum wachsam für neue Verbrechen und neue falsche Entwicklungen.

          Entscheidend in einem Krieg ist wer der Aggressor ist, wer den Krieg verursacht, wer welche Ziele hat. Die Verbrechen der Deutschen im 2. Weltkrieg mit der Folge von 50 Millionen Toten waren so unfassbar, so einzigartig, dass es sich verbietet die Deutschen als Opfer darzustellen. Wir sollen den Alliierten noch heute auf Knien danken, dass sie uns von Hitler befreit haben, uns Deutsche so großzügig behandelten und so wenig bestraft haben. Die paar Reparationsleistungen haben wir schließlich aus der Portokasse bezahlt. Die 50 Millionen Toten blieben tot.

          Dem „Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspackt“ von 1939 ging das „Münchener Abkommen“ von 30. September 1939 voraus. Dies zu unterschlagen riecht ebenfalls etwas nach Geschichtsklitterung. Ich gestehe dir zu, dass du vermutlich von diesem Abkommen noch kaum gehört hast. Es wäre aber sehr wichtig, wenn du dich mit dem „Münchner Abkommen“ einmal beschäftigen würdest, vielleicht hättest du dann auch eine andere Sicht auf den Nahostkonflikt.

          Zur Jugoslawien-Bombardierung habe ich das nötige hier geschrieben. Jugoslawien wurde dreimal von Deutschland angegriffen, beim dritten Mal in Verbindung mit der NATO.

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          16. August 2012 13:06

          Dein Jugoslawienstatement ist wie zu erwarten reine Ideologie. Es erscheint mir unsinnig, dass nochmals geradezurücken, denn es ist einfach historisch falsch und lediglich deine Interpretation, die du hier als Wahrheit verkündest. Bereits der verkürzende Begriff der Jugoslawien-Bombardierung kann einen schon schallend lachen lassen. Was soll dieser Nonsens? Im Fall der Kapitalismuskritik kritisierst du permanent die Verkürzung bis in den kleinsten Verdachtsmoment und bis zur Unmöglichkeit der Kritik an den bestehenden Verhältnissen – hier aber verkürzt du selbst bis zur BILD-Schlagzeile hin.

          Zum Thema Historie empfehle ich Dir die Auseinandersetzung mit dem Faktor Zeit, bzw. mit Zeiten/Zeitschichten im Allgemeinen. Deine gesamte Sicht auf die Historie ist längst überholt und viel zu plakativ, fast schon vulgär. Das Einzelidividuum als Opfer zu sehen, auch, wenn es formal der „Täternation“ angehört, ist legitim, aber vermutlich mit deinem ältlichen Täter-Rassen-Denken nicht vereinbar, welches zur Konservativierung des Elends führt, was es angeblich bekämpfen will. Ein wenig mehr Demut vor Menschen, die nicht – wie du – das Glück der späten Geburt hatten, täte Dir gut. Entscheidend in einem Krieg ist nicht nur, wer ihn verursacht – das ist einfach nur Quatsch. Ebenso – zum tausendsten Male – vermische ich keine Opfer mit Tätern, denn ich bin kein Richter (im Gegensatz zum sich permanent als solchen aufspielenden Fidelche) sondern merke an, dass der Krieg als Situation dieses eben vermischt, was ihn unberechenbar macht und alle letztlich zu Opfern und Tätern werden lässt. Es ist auch unglaublich, wie du hier Opfer und Täter gegeneinander aufrechnest und das Leid des einen geringer schätzt als das des anderen. All dies – und das solltest du irgendwann mal begreifen, steht völlig unabhängig da, was die Notwendigkeit und Rechtmäßigkeit der Vernichtung des NS-Regimes betrifft, denn es sind unterschiedliche Handlungsebenen. Ohne die Beachtung der Entwicklung auf den jeweils relevanten Stufen ist eine historische Betrachtung garnicht möglich. Es ist mir völlig gleich, wie die von dir genannten argumentieren. Mir geht es um die Argumentation gegen den Krieg, nicht um eine Umdeutung oder Relativierung, was die Rechtmäßigkeit des damaligen Wehrens gegen das NS-Regime betrifft.

          Und ich bleibe natürlich dabei. Es verbietet sich nicht, ein Einzelindividuum als Opfer zu sehen – unabhängig von seiner staatlichen Zugehörigkeit, denn es wird/wurde, was die Ursache betrifft, über seinen Kopf hinweg entschieden. Deine Interpretation ist und bleibt einfach ideologisch, menschenverachtend und flach populistisch.

          Ich bin gespannt, wie Deine Kommentare lauten, sollte es zu einem Präventivschlag Israels gegen den Iran kommen. Vermutlich sind dann auch alle Iraner Täter, Israel nur Opfer, welches sich wehren musste. Nun, wenn die Welt so einfach ist, dann ist sie es wohl – jedenfalls für einen Bayern, der sein Lebensziel darin sieht, die Menschen argumentativ in die Arme ihrer Herrscher zu treiben.

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        • 16. August 2012 14:17

          In jedem Krieg gibt es Opfer auf beiden Seiten. Was bringt diese Kindergarten-Erkenntnis? Der Zweite Weltkrieg, die Jugoslawienbombardierung und der Iran/Israel-Konflikt sind drei verschiedene Komplexe. Wieso machst du immer wieder ein neues Fass auf? Der Thread wird immer mehr OT.

          Über die Jugoslawienbombardierung kann ich wie die serbischen und jüdischen Opfer nicht lachen. Deutschland unter der Rot-Grünen Regierung bombardierte gegen das Grundgesetz, gegen das Völkerrecht, gegen die UN, gegen die 2+4 Verträge, dies alles ist offenbar kein Problem für dich!

          Vielleicht machst du mal Vorschläge wie die Rote Armee und die Alliierten Nazideutschland hätte besiegen sollen. Mit Lichterketten oder mit Bibelkreisen? Und vielleicht kannst du mir mal erklären wo der Unterschied zwischen deiner „Argumentation“ und den Vertriebenenverbänden, Rudolf Augstein oder Martin Walser ist. (Soll ich die entsprechenden Aussagen zitieren?)

          Der potentielle Präventivschlag Israels gegen den Iran wird auf die iranischen Atomanlagen abzielen oder meinst du Israel wird mit Flächenbombardements und Agent Orange auf die iranische Zivilbevölkerung losgehen? Der zu erwartende iranische Gegenschlag wird vor allem Israelis treffen. Meine Meinung zum iranischen Griff zur Atombombe habe ich bereits geschrieben. Du billigst dem Iran mehr oder weniger die Atombombe zu (bei Bedarf suche ich die entsprechenden Kommentare von dir). Ich frage dich deshalb: Was machst du wenn die islamfaschistischen Gotteskrieger des Irans die Atombombe über Tel Aviv abwerfen?

          PS: Weißt du nun was es mit dem „Münchner Abkommen“ auf sich hatte?

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          16. August 2012 15:01

          Einfach sinnlos. Aus Deinem Tunnelblick vermag dich scheinbar niemand zu befreien.

          Deine ganze Einseitigkeit wird auch hier „Über die Jugoslawienbombardierung kann ich wie die serbischen und jüdischen Opfer nicht lachen. …“ offenbar. Moslemische Opfer gab es also für Dich nicht. Aber ja – die sind ohnehin alle islamfaschistisch und irgendwie minderwertig, es sei denn, sie leben in Israel, sind froh darüber oder leben in den Palästinensergebieten und würden ihrem Glauben abschwören, ja wenn – wenn sie denn könnten.

          Hier ist nichts OT, Fidelche – denn auch Dein Glaube ist Religion. Du erkennst es nur nicht.

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        • 16. August 2012 16:38

          Während der Nato-Bombardierung gab natürlich auch muslimische Opfer. Nach der Bombardierung Restjugoslawiens war das Kosovo jedenfalls frei von Juden, Sinti und Roma und fast serbenfrei. Ob Schröder und Fischer zufrieden waren?

          Martin Walser in seiner Rede in der Paulskirche am 11. Oktober 1998:
          „Wenn mir aber jeden Tag in den Medien diese Vergangenheit vorgehalten wird, merke ich, daß sich in mir etwas gegen diese Dauerpräsentation unserer Schande wehrt. Anstatt dankbar zu sein für die unaufhörliche Präsentation unserer Schande, fange ich an wegzuschauen. Ich möchte verstehen, warum in diesem Jahrzehnt die Vergangenheit präsentiert wird wie nie zuvor. Wenn ich merke, daß sich in mir etwas dagegen wehrt, versuche ich, die Vorhaltung unserer Schande auf die Motive hin abzuhören, und bin fast froh, wenn ich glaube entdecken zu können, dass öfter nicht das Gedenken, das Nichtvergessendürfen das Motiv ist, sondern die Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken. Immer guten Zwecken, ehrenwerten. Aber doch Instrumentalisierung. […] Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung. Was durch Ritualisierung zustande kommt, ist von der Qualität des Lippengebets […].“ (Quelle Wikipedia)

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          16. August 2012 17:43

          So – und was soll mir nun das Zitat eines alten Mannes sagen?

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        • 16. August 2012 18:40

          Ich habe den Streit heute gerade gerne gelesen. Ich verkürze mal meinen Leseeindruck: Einmal geht das Betrachten mehr in eine machbare Zukunft, einmal mehr in eine nicht fertige Geschichte. Verdrängung ist eine Kulturleistung, ohne die nichts überhaupt fortginge. Geschichte bleibt aber der Alp der Menschheit, wird sie nicht aufgelöst; weil der Antagonismus heute noch tobt, jedenfalls als objektiver. – Berechtigung haben natürlich beide Perspektiven. Aber es ist zu bedenken, daß wesentliche uns regierende Kräfte das Alte forttragen, daß heutiges Verständnis von Demokratie das Alte nicht auflösen wird (in Münster gerade die Debatte Hindenburgplatz versus Schloßplatz, jetzt sogar im Bürgerbegehren) und daß solche ungute Tradition leider lebt. Ich mag da durchaus den Begriff des Klassenkampfes. Den gibt es noch. Jedoch nicht in den Subjekten. – – –

          Andererseits, mit meinen obigen Sätzen bleibe ich bei positiver Dialektik; als ob alles noch gut werden könnte. Was nach Weltuntergang (Karl Kraus) und der Shoah (Zentralerfahrung kritischer Theorie und des Exils) Politik wolle, außer Eingedenken und weltweiten humanitären Bemühungen für alle Lebenden, ist mir schon lange nicht mehr plausibel. – – – Spätestens mit dem Unternehmen Barbarossa haben die Deutschen einen rassistischen Vernichtungskrieg geführt, eine Folge von Bücherverbrennungen, Rassegesetzen und Einrichtungen von KZs mit dem dann endlichen Zweck der Vernichtung durch Arbeit. Ausnutzung aller Ressourcen und/oder sofortige motivierte Tötung. – – – Die Sprache trägt diese Geschichte fort. Der Russe, der Ami, der Jude, der Querulant: der durch Gesellschaftlichkeit der Sprache Randgedrängte! Initiativen, die sich „pro“ nennen, etwa Pro Hindenburgplatz, Pro Köln, sind in ihrer Positivität sofort als das Mitmachen zu erkennen, dem Contra gegeben werden muß. Die Rote Armee gab contra, die westlichen Allierten auch. Warum es nach 1945 trotzdem eine Mauer gab, und einen kalten Krieg, hat eben mit Geschichte zu tun, die „fortwest“ (Adorno) bis heute, und die heute nicht nur bei einer NSU (alte ‚fortlebende‘ deutsche Automarke auch), bei NoGoAreas zu sehen ist, sondern auch bei Sarrazins jedweder Alltagscouleur an der REWE-Kasse, die den DFB unterstützt. – Kurz: Sag nein zum Ja, zum Pro, zum Mitmachen! (Wolfgang Borchert und die NFS) Das ist jedenfalls wenigstens prinzipiell erst einmal richtig.

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      12. August 2012 11:01

      Das das Christentum nicht einfach so aufgekommen ist, habe ich auch an keiner Stelle behauptet. Das gilt übrigens für jegliche Religion – keine ist einfach so aufgekommen. Und natürlich – es geht immer um Macht, um Wissen (in diesem Fall religiöses) und um Sicherheit. Das Religion nicht „unpolitisch“ sein kann, dürfte jedem klar sein. Mir wirst du allerdings hier zu wenig konkret. Das Machtelement gilt für jede Religion in ihrer institutionalisierten Form und nicht nur für Christen und Moslems. Versuch‘ doch einfach mal, Religion als Spiegel der Gesellschaft zu sehen. Sie steht nicht für sich allein da, sondern wird mal mehr, mal weniger, durch die Gesellschaft, bzw. deren Entwicklung mitbestimmt. In diesem Zusammenhang darfst du mich auch an die »Mentalität« der Araber erinnern. Alles bedingt einander. Der Mufti bedient sich der Vorurteile und der Abneigung innerhalb der Bevölkerung, die über viele Jahre gewachsen ist und nutzt diese für sich und sein Anliegen. So handeln alle »Führer«-Persönlichkeiten, die davon abhängig sind, dass ihnen Glauben geschenkt wird (das ist durchaus wörtlich zu verstehen). Auch Adolf Hitler griff den Antisemitismus als Machtmittel und Bindungsinstrument auf. Wer vom Glauben abhängig ist, braucht entsprechende „Gegner“, die dessen Macht durch die gemeinsame Gegnerschaft sichern. Das galt für den „Gott der Deutschen“ Hitler ebenso wie für die Päpste, Muftis und viele andere Glaubensabhängige. Folglich lässt sich Religion in ihrer instituionalisierten Form nur „entschärfen“, wenn sich die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern. Leider ist es wohl so, dass dem Menschen dieser mörderische Hang zur Abgrenzung und zum „Endsieg“ inne wohnt, da er ihm Sicherheit verspricht und vor allem Klarheit. Da ist es dann auch unwichtig, ob der Gott Allah, einfach Gott, Hitler oder Stalin heißt. Auf der anderen Seite ist es utopisch, Menschen in ihrer Gesamtheit Glauben vorenthalten zu wollen. Das wird nicht funktionieren, man kann es höchstens für sich selbst bestimmen. Die Frage ist also vielmehr, wie man Religionen – auch den Islam – soweit sozialisiert, dass sie nicht mehr in diesem Ausmaß negativ wirken können. Das ist die einzige realistische Möglichkeit des Umgangs mit ihnen. Würde man sie verbieten wollen, wäre man sehr schnell – notgedrungen, weil verlangt – in einer Stellvertreterposition mit möglicherweise noch verheerenderen Folgen. Die Realität ist nun einmal: Man kann den Menschen nicht am Glauben hindern.

      LL: Deiner und Rainers Logik folgend müsste ich jeden Kommunisten allerdings auch als mitschuldig für die Verbrechen Stalins etc. ansehen und für viele weitere „lustige“ Dinge. Nur eben ein bisschen weniger schlimm. Übrigens ist ein Mensch als solcher nicht schlimm, weil er an etwas glaubt – „schlimm“ wird er allenfalls durch sein Handeln gegen andere. Solange ein Mensch keinem anderen schadet oder dies als sein Ziel begreift, kann er sein gesamtes Leben mit Gebeten aller Art verbringen – ob in einer Kirche, vor der Klagemauer oder auch im Wüstensand. Das ist dann einfach seine Privatangelegenheit.

      Fidelche: Was lässt Dich annehmen, dass ein Moslem seinen Glauben verleugnen oder ablehnen muss, um mit einem Juden friedlich leben zu können? Das muss er keineswegs und das soll er auch nicht müssen, denn genau diese Forderung verhindert es. Allen Religionsanhängern ist lediglich zu raten, sich in Toleranz zu üben und sich weiter zu entwickeln, nicht in ihrer Geschichte zu verharren. Das gilt nicht nur für Moslems, denn auch die Juden sind nicht frei davon. Wie jede Religion kennt auch das Judentum in Schriftquellen (Talmud) die Logik der Abgrenzung und Herabwürdigung des Andersdenkenden:

      „Die Güter der Nichtjuden gleichen der Wüste, sie sind ein herrenloses Gut und jeder, der zuerst von ihnen Besitz nimmt, erwirbt sie.“ (Baba bathra 54b)

      „Dem Juden ist es erlaubt zum Nichtjuden zu gehen, diesen zu täuschen und mit ihm Handel zu treiben, ihn zu hintergehen und sein Geld zu nehmen. Denn das Vermögen des Nichtjuden ist als Gemeineigentum anzusehen und es gehört dem ersten [Juden], der es sich sichern kann.“ (Baba kamma 113a)

      „Wenn sich ein Nichtjude mit der Thora befaßt, so verdient er den Tod.“ (Synhedrin 59a)

      „Die Wohnung eines Nichtjuden wird nicht als Wohnung betrachtet.“ (Erubin 75a)

      „Den besten der Gojim sollst du töten.“ (Kiduschin 40b)

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        12. August 2012 11:22

        Nachtrag: Mir ist bewusst, dass die Zitate immer wieder eine Auslegungsdebatte auslösen. Das gilt jedoch für jede Religion – fast überall findet man derartige „Wir sind besser“-Formeln. Zuweilen sind diese Sätze in ihrem zeitlichen Kontext sogar nachvollziehbar – egal, ob im Islam, im Judentum oder im Christentum. Und in jeder dieser Religionen können sie als Machtmittel missbraucht werden.

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      • 12. August 2012 12:18

        Der Kommunismus ist für den Menschen da, die Macht oder Herrschaft soll(te) gerecht auf alle verteilt werden. Im Gegensatz dazu ist Religion ist ein Herrschaftsinstrument weniger zur Erhöhung der Leidensfähigkeit vieler und zur Vertröstung auf jenseitigen Lohn der Vielen. Alles andere ist falsch verstandene Ideologie. Ich habe Religion nicht verboten, nur nach dem Sinn gefragt.

        lg LL

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        • 12. August 2012 22:42

          Zusatz: Kommunismus ist jedem Menschen sein Menschsein sein lassen, wie er ist; und es von nur einer kommunistischen Gesellschaft gegeben sein kann. Kurz: Daß alle Mensch sein (dürfen) können.

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        12. August 2012 12:25

        Der Sinn ist für den Menschen immer gleich – Integration, Annahme, Akzeptanz. Der Fehler in deiner Argumentation ist, dass du nicht unterscheidest – zwischen der Institution Kirche (etc) und der Gläubigkeit von Menschen. Der Kommunismus bleibt bis heute seine Versprechen schuldig und wie im Glauben an Gott hat er im Glauben an die Sache dazu geführt, ein Maximum an Ungleichheit zu generieren.

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        • 12. August 2012 22:47

          For Pardon in examen communismus: Das ist Quatsch. – Definieren Menschen, einzelne, überall auf der zweiten und dritten Welt, für sich Utopie, reden sie (natürlich ungewußt) von Kommunismus. – So ist die aktuale Meinung.

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        • MEMO permalink
          14. August 2012 23:42

          Utopie den Utopisten, das Ufo den Ufisten.

          es gab mal einen song, der hieß: isms
          so ganz falsch beschrieb er das phänomen nicht

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      • 12. August 2012 16:59

        @MEMO 12/08/2012 11:01

        Du machst den Fehler, dass du Christentum und Islam mit dem Judentum gleichsetzt und vergisst dabei, dass die christliche und islamische Blutspur zu großen Teilen aus jüdischem Blut besteht. 2000 Jahre verfolgten und ermordeten Christen Juden, seit 1500 Jahren unterdrücken und ermorden Moslems Juden, seit dieser Zeit missionieren Christen und Moslems die „Ungläubigen“, stellen sie vor die Wahl Tod oder Glauben. Im Gegensatz dazu missionieren und mordeten Juden nicht, die jüdische Religion ist im Vergleich zu Christentum und Islam sehr tolerant. Es kommt also darauf an was in Bibel, Koran und Tora steht und wie diese Buchstaben in der Praxis aussahen und aussehen.

        Dass es viele ultraorthodoxe Juden mit eigenartige Bräuchen und abzulehnenden Ansichten gibt, bestreite ich nicht. Wenn in Israel Ultraorthodoxe fordern geschlechtergetrennt in Bussen zu fahren ist dies abzulehnen, was die israelische Mehrheitsgesellschaft und Regierung auch tut, im Gegensatz zum Iran oder anderen islamischen Ländern.

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      • MEMO permalink
        12. August 2012 18:23

        Ich setze nichts gleich, ich weise auf grundsätzliche Mechanismen in Religionen hin. Nicht mehr, nicht weniger.

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        • 13. August 2012 11:45

          Und ich weise auf einen entscheidenden Unterschied der jüdischen Religion hin. Opfer und Täter sollten nicht vermischt werden. Die Zitate aus Bibel, Koran und Tora müssen mit der Realität abgeglichen werden und da sieht es bei der christlichen und islamischen Religion sehr düster aus.

          Die Selbstmordattentäter, die Dschihadisten, die Ayatollahs, der UN Menschenrechtsrat, der Mufti von Jerusalem, die Hamas, die Hisbollah, sie alle beziehen sich bei ihren Taten auf den Koran, auf die Hadithen. Die Abschiedsvideos der Selbstmordattentäter, der Terroristen von 9/11 sind/waren religiös untermalt, die Taten werden/wurden religiös begründet.

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        • MEMO permalink
          13. August 2012 12:07

          Natürlich gibt es in der Auslebung einen Unterschied. Es ist dennoch illegitim, mit Zitaten aus dem Koran und der Kirche die Gewaltbereitschaft zu argumentieren, die gleichen oder ähnlichen Zitate im Talmud jedoch unter den Tisch fallen zu lassen, wenn es um Religionskritik geht. Hier spielen Opfer oder Täter keine Rolle – es zählt allein die Struktur der religiösen Argumentation, die in allen Religionen das Menschenbild eines später so genannten „Untermenschen“ als Gegner zeichnet, welches im Dritten Reich zu den bekannten Folgen führte. Was die Begründung der von dir genannten Taten betrifft, stellt sich übrigens die Frage, ob Religion nicht nur als Begründung „herhalten“ muss und die Frage stelle ich nicht, um die Religion zu entschulden. Mir geht es um die tatsächlichen Ursachen. Nur die Religion allein hier heranzuziehen, ist mir zu einfach – sie ist lediglich ein Baustein in diesem perversen Spiel. Der reicht aber nicht, um derlei Vorgänge zu ermöglichen. Und es bringt auch niemanden weiter, das völlig unreligiöse, weil politische, Machtstreben der Ayatollahs in der Diskussion auf dieser Basis zu ignorieren. Zudem ist es illegitim, wenn du schon auf die „Taten“ abhebst, das heutige Christentum mit den Islamisten zu vergleichen, die ihrerseits wieder nur eine Gruppe innerhalb der islamischen Welt sind. Weiter ist auch zu beachten, dass z.B. albanische oder türkische Moslems kaum mit der arabischen Fraktion gleichzusetzen sind. Insgesamt betrachtet, machst du es dir zu einfach und das führt zu nichts außer zu Übertreibungen, die man dann als recht hözerne Islamfeindlichkeit ansehen kann, die in ihrer Argumentation dem Antisemitismus, den du ja so vehement kritisierst, in nichts nachsteht. Also Fidelche – ist Religion nun Opium fürs Volk oder nicht? Wenn ja – und das möchte ich überhaupt nicht bestreiten – gilt das für alle „Weltreligionen“ und das unabhängig davon, was ihre Vertreter tun. Ein Betäubungsmittel bleibt sie in jedem fall, irrational, wie sie nun einmal ist. „Denkschulen“, in denen die Identitätsstiftung auf der Definition eines minderwertigen Menschen beruht, lehne ich insgesamt ab – und das gilt für nahezu alle Religionen. Leider.

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        • 13. August 2012 17:32

          Ja, Religion ist Opium für das Volk. Aber wie Louis Levy so schön schreibt: „….Unsinn auch Unsinn! Zu kritisieren ist auch er, ggf. um das geringere Maß seiner Torheit weniger. Ein Mensch, der den Umfang des Kailash mit seiner Körperlänge ausmisst, ist weniger schlimm, als ein Selbstmordattentäter, der Unschuldige in den Tod reißt.„

          Ich versuche Religion von links zu kritisieren, weil ich weiß dass es auch Religionskritik von rechts gibt. Wenn beispielsweise der atheistische Humanistische Pressedienst stolz vermeldet, dass dem Eugeniker Peter Singer der „Ethik-Preis der Giordano-Bruno-Stiftung“ verliehen wurde, dann verschlägt es mir erst mal die Sprache, bevor ich mit meiner Kritik an Singer loslege.

          PS: Islamfeindschaft und Antisemitismus sind zwei paar Schuhe. Ursache und Wirkung! Wer nicht weiß was Antisemitismus ist, wer in den diversen deutschen Boykottaufrufen gegen Israel keinen Antisemitismus erkennt tut sich schwer mit dieser Erkenntnis. Ich sage: Ausländer rein! Allah raus!

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        • MEMO permalink
          13. August 2012 17:47

          Wer sich, … wer nicht… – es ist immer das gleiche „wenn – dann – Geblubber“, das radikal verkürzend aus Deiner Richtung brüllt. Aber das hatten wir ja schon öfter.

          Ich setzte auch Islamfeindschaft mit Antisemitismus nicht gleich, sondern schrieb ….die in ihrer Argumentation dem Antisemitismus, den du ja so vehement kritisierst, in nichts nachsteht … Das ist ein Unterschied. Es geht nur um die Art der Argumentation, nicht darum, ob Islamfeindschaft und Antisemitismus gleichzusetzen sind.

          Ich versuche, Religion nicht aus einer Ideologie heraus zu kritisieren, was im Grunde auch ein absurdes Unterfangen ist, sondern auf Basis der allgemein anerkannten Menschenrechte und der Logik. Das reicht auch völlig, um Religionen kritisieren zu können. Da braucht es weder einen linken noch einen rechten ideologischen Unterbau.

          Wenn ich überhaupt etwas sage, dann Gott raus – und zwar jeden Gott.

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        • 13. August 2012 19:59

          Von rechter Religionskritik distanziere ich mich jedenfalls. Stichworte: Nietzsche oder Singer.

          Zu erwähnen vergaß ich vorhin was, deshalb nochmal in voller Länge:
          Ausländer rein! Allah raus! (Die anderen Götter eingeschlossen)

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        • MEMO permalink
          14. August 2012 12:22

          „Ausländer rein! Allah raus! (Die anderen Götter eingeschlossen)“

          Die anderen Götter sind also ein Teil Allahs, sind in ihn eingeschlossen? Das wird diesen aber freuen und bestätigen, was andere schon längst wussten.

          Kleiner Scherz – schon ok. Ansonsten haben wir da einen Konsens, denke ich. Von rechter Ideologie distanziere ich mich grundsätzlich, egal, welchen Angriffspunkt sie sich gerade sucht, um „modern“ und „sozial“ erscheinen zu wollen. Braune Scheiße bleibt immer braune Scheiße.

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      • 12. August 2012 22:50

        Gut wäre, wenn die Rede ginge a) in Kritik zu der gegebenen Welt – und b) in Sehnsucht zu einem gleichen Glück aller Menschen (derzeit ca. 7 Miard.)

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  7. 11. August 2012 11:53

    Kevin Zdiara von der Achse des Guten hat in Facebook den Artikel kommentiert. Komisch dass sich an dem Satz „Jedes Stückchen Emanzipation der Menschheit,…“ so viele Menschen stoßen.

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    • MEMO permalink
      11. August 2012 11:59

      Es ist nichts Komisches daran, sich an einem einfach blöden und kenntnisarmen Satz zu stoßen. Selbst, wenn man Religionen und insbesondere den Islam im Hier und Heute ablehnt, bleibt dieser Satz einfach dumm und historisch unwahr. So ists nun mal, auch wenn er vom Hohepriester Gremliza stammt. Das ist doch eigentlich auch ganz beruhigend.

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    • Der Bassist permalink
      11. August 2012 14:43

      „nicht nur dem Gott Gremliza völlig unkritisch zu huldigen“ + “ Hohepriester Gremliza“. –
      Diese Formulierungen verweisen auf alte unaufgeklärte Formen der ‚Vergötterung‘ wegen Unwissenheit, Unaufgeklärtheit. – Besonders vergöttert wird heutzutage ‚der Markt‘, genauso vergöttert wird aber ‚die Freiheit‘. Früher auch sehr vergöttert ‚das Grunzgesetz‘. Noch früher hieß es im Register der Goetheausgabe: Gott strafe England! Als ob damit der erste Weltkrieg gewonnen hätte werden können durch Beschwörung & Opium.
      Oben lese ich im Facebook-Auszug den Namen Marx, ein großer Denker, ein großes Werk, bis heute mit wesentlicher Bedeutung. Wer ein paar der blauen Bände gelesen und verstanden hat, würde nie darauf kommen, (s)einen (geistigen) Lehrer als Gott zu bezeichnen. – Das ist mir doch eine rückwärtsgewandte bescheidene Polemik und damit eigentlich auch gar keine. Weil ja gar nichts an Vergötterungen überhaupt stimmt als eben die Kritik daran von Marx; und immer aktuell von Gremliza.

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      • MEMO permalink
        11. August 2012 19:11

        Was für ein Geschwafel. Sry. Diese Formulierung verweist lediglich auf das kritiklose Herunterbeten von Aussagen Gremlizas, als seien sie etwas Heiliges, Unanzweifelbares, übrigens ein oftmals zu beobachtendes menschliches Verhalten.

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        • Der Bassist permalink
          11. August 2012 19:17

          Ich finde meinen Kommentar gut.

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        • 11. August 2012 22:42

          Gotteslästerung oder Bassistschmähungen können schlimme Folgen haben. Nach dem jünsten Tag – dann in der Hölle ist es furchtbar heiß, es stinkt ganz schlimm nach Schwefel und das Essen ist unter aller Sau. Hihihi.

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        • MEMO permalink
          12. August 2012 11:17

          Angesichts dieses Sommers ist mir die Sache mit der Hitze egal. Lediglich das miese Essen bereitet mir Sorgen.

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      • H. Herforder permalink
        12. August 2012 23:28

        Immer dieser Gremliza. Man sollte den einfach lesen. Und jahrelang. Dann wird das Hirn schon – – – anders : als die anderen nebenan …

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    • 17. August 2012 09:22

      Kevin Zdiara schreibt auf der Achse des Guten übrigens meistens sehr gute Artikel. In der Frage Religionskritik sind wir offenbar weit auseinander. Ich vermute einmal mit Marx oder Lenin hat er sich nicht so arg viel auseinandergesetzt.

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  8. 13. August 2012 13:48

    Ach, konnte doch der Uwe hier dabei sein.

    Wir könnten dann wieder die Frage des „allmächtigen und allwissenden Gottes“ diskutieren. Einst scheiterten Uwe und die religiöse (antisemitische) Freitagscommunity (unter anderem) an dieser Frage:

    Gehen wir einmal davon aus dass Gott existiert. Dieser Gott ist allmächtig und allwissend. Gott müsste, wenn er allwissend ist, auch die Zukunft kennen. Alles Tun und Handeln der Menschen wäre festgelegt. Die Menschen wären folglich in dieser Logik nicht für ihre Handlungen verantwortlich, weil wir nicht anders handeln konnten. Folge: Bei einem allmächtigen/allwissenden Gott wäre unser Rechtssystem nicht haltbar.

    Falls der vermutete Gott allwissend ist, kann er nicht allmächtig sein, weil er sich durch die Festlegung der Zukunft (=allwissend) alle Handlungsspielräume in Zukunft genommen hat (=nicht allmächtig)! Umgekehrt gilt, ein allmächtiger Gott kann nicht allwissend sein! Meist werden nämlich beide Attribute (allwissend und allmächtig) dem „christlichen Gott“ zugesprochen.

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    • mentalpunker permalink
      13. August 2012 19:19

      Ich finde, allein dieses Wort – Gott – klingt nicht gut. Irgendwie düsterer Vokal mit kurzem Sprechprozeß. Nix für mich.

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    • 13. August 2012 19:50

      Eckhard Henscheid, der mir seit ungefähr zehn Jahren fremd geworden, fragte mal vor vielen Jahrzehnten: „Noch schöner wär’s wenn sich später, in der Ewigkeit, herausstellte, dass Gott gar nicht „Gott“ heißt. Sondern beispielshalber „Hottner“ …“

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    • mentalpunker permalink
      13. August 2012 21:10

      Ja, der Henscheid, großer Polemiker und Endlossatzbauer. Gerade die Unerledigten Fälle hat er damals, in seiner guten Zeit, erledigt. Trotzdem: Hottner ist natürlich auch ein blöder Name für das blöde Wort Gott. – Wie wär´s mit Yuppie; oder Heidi …

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      • 13. August 2012 23:06

        Mannomann Heidi wär nicht schlecht, aba Erna wäre noch schöna. Wie wäre es wenn Gott nicht Gott sondan Erna heißen würde? Erna würd sich riesig freun.

        Schüssikowski
        Eua Erwin

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        • MEMO permalink
          14. August 2012 12:24

          Submissiver Schnäpskenspecht.

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        • 19. August 2012 07:15

          Nee, Erna und Emma heissen die Möven. Ich finde Hottner net schlecht. Oder Plum?

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  9. 13. August 2012 20:07

    Trotz besserer und größerer, massenmedialer Zugänglichkeit zur Informationsbeschaffung verbreitet sich Götterglaube noch immer. Die geistige Anachronismus-Schere geht immer weiter auseinander. Umso folgenschwerer, wenn die Technik des 21. Jahrhunderts auch jenen zur Verfügung steht, die weltanschaulich auf der Stufe archaischer Hirtenkulturen stecken geblieben sind. Besser ist es, falsche Ideen sterben zu lassen, bevor Menschen für falsche Ideen sterben müssen.

    lg LL

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    • H. Herforder permalink
      13. August 2012 21:14

      Für Ideen sterben – ist Auszug und Rückzug in Platons Höhle.
      Ist Philosophie erst einmal materialistisch, kann ein ganzes Leben beginnen!

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    • Der Bassist permalink
      13. August 2012 22:02

      Irgendwie fällt mir dazu – und zu Religion als Opium sowieso – ein:
      Seefahrt ist Not! – Und Gorch Fock hat´s wohl eher nicht aufgeklärt.

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    • MEMO permalink
      14. August 2012 12:29

      Gutes Stichwort, LL

      Allerdings bitte ich zu beachten, dass Menschen nicht nur für Göttlichkeit starben und sterben. Sie nutzten und nutzen auch vielfältige Ersatz-Ideale dafür. Vielleicht ist der Mensch als solcher auch einfach so, dass er sich immer wieder Göttliches sucht oder zumindest etwas, was ihn von der Eigenverantwortung entbindet, auch wenn der Preis dafür dann noch so hoch ist. Während die einen für ihren Gott sterben, würden andere für die Sache alles tun. Einen großen Unterschied vermag ich nicht zu erkennen.

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    • 14. August 2012 14:55

      Der Einwurf LLs erinnert mich an das damals vielgelesene Buch ‚Die Antiquiertheit des Menschen‘, und der Name des Autors sei bis heute Programm für humane Politik: Anders!

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  10. 13. August 2012 23:34

    Heute auf der Achse bei Henryk Broder-Judentum a la carte- Bärbel greift zum Messer:

    (..) Sind bis 1945 nur wenige Deutsche zum Judentum übergetreten, weil die damit verbundenen Folgen unangenehm sein konnten, so werden es inzwischen immer mehr. Der deutsche Sprecher der “Neturei Karta”, einer antizionistischen Sekte, die aus Durchgeknallten, Irren und Psychopathen besteht, ist ein zum Judentum konvertierter Pfälzer Bauernbub, ein Trittbrettfahrer, der sich zum Schaffner vorgearbeitet hat und nun Vorträge über das authentische, das wahre Judentum hält, das von einem Potz wie ihm repräsentiert wird. Für ihn eine prima Gelegenheit, seinen eigenen antisemitischen Schweinehund von der kurzen Leine zu lassen.
    Ebenso flott, wenn auch nicht ganz so radikal, treibt es der Rektor des Abraham Geiger Kollegs für die Ausbildung von Rabbinerinnen und Rabbinern in Potsdam, Rabbiner Walter Homolka. Einen sochen Gschaftlhuber und Adabei wird man zwischen den Aleuten und den Falkland-Inseln kein zweites Mal finden. Es war ihm nicht genug, sich zum Juden umstylen zu lassen, er musste auch Rabbiner werden, um nun andere Konvertiten zu Rabbinern auszubilden. Das ist etwa so, als würde eine Nonne in einem Puff ein Kloster aufmachen, um dort Nonnen auszubilden.

    (..)Und so erfahren wir, Bärbel sei Dank, endlich, woraus das Judentum besteht: Faszinierenden Ritualen, koscheren Kochkünsten und Meschugge Partys, wenn auch hinter den Mauern. So haben die Israeliten vor Tausenden von Jahren im ägyptischen Exil gefeiert, bis sie Hausverbot in der Pharao- Disco bekamen und daraufhin in ein Land gezogen sind, in dem die DJs ihren faszinierenden Ritualen nachgehen konnten. Aber, war da nicht noch was, das mit A anfängt uns mit mus aufhört? Oder mit P losgeht und mit grom aufhört? Oder diese Nummer mit den Zehn Rezepten für ein Promi-Dinner in der Wüste? (..)

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  11. 14. August 2012 10:06

    Das Marx Zitat in eingebettet im Ursprungstext „Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“, 1843/44:

    Für Deutschland ist die Kritik der Religion im Wesentlichen beendigt, und die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik.

    Die profane Existenz des Irrtums ist kompromittiert, nachdem seine himmlische oratio pro aris et focis widerlegt ist. Der Mensch, der in der phantastischen Wirklichkeit des Himmels, wo er einen Übermenschen suchte, nur den Widerschein seiner selbst gefunden hat, wird nicht mehr geneigt sein, nur den Schein seiner selbst nur den Unmenschen zu finden, wo er seine wahre Wirklichkeit sucht und suchen muss.

    Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Und zwar ist die Religion das Selbstbewusstsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben oder schon wieder verloren hat. Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Sozietät. Dieser Staat, diese Sozietät produzieren die Religion, ein verkehrtes Weltbewusstsein, weil sie eine verkehrte Welt sind. Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr enzyklopädisches Kompendium, ihre Logik in populärer Form, ihr spiritualistischer Point-d’honneur ihr Enthusiasmus, ihre moralische Sanktion, ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- und Rechtfertigungsgrund. Sie ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist.

    Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen, das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.
    Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks: Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.

    Die Kritik hat die imaginären Blumen an der Kette zerpflückt, nicht damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume breche. Die Kritik der Religion enttäuscht den Menschen, damit er denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch, damit er sich um sich selbst und damit um seine wirkliche Sonne bewege. Die Religion ist nur die illusorische Sonne, die sich um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich selbst bewegt.

    Es ist also die Aufgabe der Geschichte, nachdem das Jenseits der Wahrheit verschwunden ist, die Wahrheit des Diesseits zu etablieren. Es ist zunächst die Aufgabe der Philosophie, die im Dienste der Geschichte steht nachdem die Heiligengestalt der menschlichen Selbstentfremdung entlarvt ist, die Selbstentfremdung in ihren unheiligen Gestalten zu entlarven. Die Kritik des Himmels verwandelt sich damit in die Kritik der Erde, die Kritik der Religion in die Kritik des Rechts, die Kritik der Theologie in die Kritik der Politik.

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    • 14. August 2012 12:35

      Ein starker Text von Karl Marx, vor 170 Jahren geschrieben und noch immer aktuell. Die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik! Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen! Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist! Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks: Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf!

      170 Jahre nach Karl Marx, im Zeitalter des Marsfluges, der Informationstechnologie, des medizinischen Fortschritts agitieren die Jünger der Herrschenden noch immer für die Magisierung der Welt. Alte antisemitische Ressentiments sollen von den Widersprüchen des Kapitalismus ablenken. Mit der Karfreitagsfürbitte des Papstes „für“ die Juden wird nach wie vor in der katholischen Kirche gegen Juden agitiert. Gottesstaaten werden verharmlost, unterstützt oder angestrebt. Peter Hahne, ein durch Rundfunkgebühren finanzierter religiöser Hardliner darf im ZDF seinen Aberglauben (wie viele seiner Mitstreiter) verbreiten. „Warum es sich lohnt, sein Leben Gott anzuvertrauen und das mit der Konfirmation »festzumachen«.“, fragt Peter Hahne ohne sich zu schämen im 21. Jahrhundert die Schafe des „Herrn“. Andernorts glauben in sogenannten linksliberalen Foren Linksparteimitglieder an den „guten gütigen Gott“, oder an die „weibliche Göttin“ die vor 6000 Jahren angeblich von den Juden ermordet wurde. Diese Leute sind nicht im Irrenhaus sondern plappern frech bei den unterschiedlichsten Diskussionen mit.
      „Und schlichtester Anstand müsste es verbieten, einer religiösen Organisation, deren Geschichte eine einzige breite Blutspur zeichnet, den Gebrauch des Wortes »Menschenrecht« anders zu quittieren als mit Hohnlachen oder einem Schlag auf die Pappn. Geschieht das? Keineswegs: Nicht die Propheten und Mitläufer des Aberglaubens haben zu beweisen, dass sie, obwohl Christen, ansonsten einigermaßen anständige Leute sind. Entschuldigen müssen sich die andern, die Ketzer. (Gremliza)“

      Wer wagte es Karl Marx für seinen religionskritischen Text zu kritisieren?
      Und mit welchen Argumenten?

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  12. 16. August 2012 14:56

    Es ist keine neue Erkenntnis: Es gibt männliche Männerhasser, weibliche Frauenhasser, deutsche Deutschenhasser und jüdische Judenhasser. Neben bestimmten ultraorthodoxen Israelis die davon überzeugt sind, dass Juden keinen Staat gründen dürfen weil dies nur Gott vorbehalten ist und deshalb glühende Antizionisten sind, gibt es auch die jüdische Glaubensgemeinschaft Neturei Karta.

    Die Organisation entstand 1935 als Abspaltung der Organisation Agudat Jisra’el, als diese zunehmend weniger antizionistisch wurde. Nach Ansicht der Gruppe wird nach der Wiederkunft des jüdischen Messias ein neues Israel als „ein Königreich“ ohne menschliches Zutun und ohne Waffengewalt entstehen, „dessen Grundlage der göttliche Dienst sein wird“. Da es die Tora verbiete, das Exil zu beenden und einen Staat zu gründen, lehnte Neturei Karta 1948 auch die Gründung Israels ab.

    Durch die gemeinsame antizionistische Position ergab sich eine Zusammenarbeit zwischen Neturei Karta und der PLO. Nach Angaben israelischer Geheimdienste solle die Auswertung palästinensischer Unterlagen ergeben haben, dass Neturei Karta regelmäßig finanzielle Unterstützung aus den Kassen der von Jassir Arafat kontrollierten PLO bezogen haben, sowie, dass Rabbiner Moshe Hirsch, führender Aktivist der Neturei Karta, selbst Mitglied der PLO gewesen sein soll. Im Dezember 2006 nahmen Moishe Aryeh Friedman sowie weitere führende Mitglieder der Neturei Karta an einer von der iranischen Regierung organisierten Holocaust-Konferenz in Teheran teil. (Quelle Wikipedia)

    Jüdische Kronzeugen sind sehr beliebt bei deutschen Antisemiten. Neturei Karta, Felicia Langer, Mosche Zuckermann, Evelyn Hecht-Galinski, um nur eine Namen zu nennen, sind sogar gern gelesene Gäste in scheinbar linken Communitys. Ob sie alle gemeinsam beten ist nicht bekannt.

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  13. 17. August 2012 09:11

    Bernulf Kanitscheider schreibt in „Entzauberte Welt“ auf Seite 70: „Wenn man die Formen der Unterdrückung, besonders von Frauen, in den muslimischen Parallelgesellschaften in Betracht zieht, die eindeutig religionsinduziert sind, scheint noch mehr geboten zu sein: Religionskritik besitzt dort einen humanitären Imperativ. Mit der aufklärerischen Erschütterung der legitimierenden Basis dieser speziell die Frauen entwürdigenden Lebensformen eröffnet man den Mitgliedern dieser geschlossenen Subgesellschaften neue Optionen zur Sinngestaltung des Lebens, alternative Daseinsmodelle, an die die Gefangenen dieser Ideologie nicht einmal denken, ja in der gegenwärtigen Situation nicht einmal denken dürfen. Ohne einen aufklärerischen Impetus, der die Religionen kritisiert, ihre machtpolitische Stellung beschränkt und die säkulare Sphäre vor Übergriffen schützt, geht es nicht. Wie in den oben schon erwähnten Untersuchungen der Trimondis richtig betont wird, ist auch ein Versuch, die Gemeinsamkeiten aller Religionen für eine umgreifende weltumspannende Ethik auszunützen, wie ihn Hans Küng mit seiner „Stiftung Weltethos“ gestartet hat, nicht nur naiv, sondern auch irreführend, weil darin allen Religionen eine humanitäre Grundlage zugeschrieben wird, die sie gar nicht besitzen. Mit einer dreisten, unhistorischen Usurpation werden die Werte des philosophischen Humanismus wie Menschenrechte, Menschenwürde, Gleichstellung der Frau, freie Meinungsäußerung und Religionsfreiheit dem Kernbestand aller Religionen zugerechnet, unter völliger Außerachtlassung der terroristischen und apokalyptisch-messianischen Wahnideen, wie sie in völliger Deutlichkeit in der Offenbarung des Johannes zum Ausdruck kommen. Absichtliches Verschleiern oder sogar bewusstes Verdunkeln des Gewaltpotentials, das – sehr oft den Gläubigen gar nicht bekannt – in den heiligen Texten enthalten ist, macht es, entgegen allen friedvollen Anbiederungsversuchen der Religionsvertreter an die Laizisten, notwendig, das Instrument der Religionskritik offen anzuwenden. Man kann den Trimondis nur zustimmen, wenn sie es deutlich aussprechen: „Die Gefahr religiöser Gewalt stammt aber … aus den Religionen selbst, aus ihrer blutigen Vergangenheit, insbesondere aus ihren Heiligen Texten.

    Dies aufzuzeigen, zu analysieren und zu bewerten ist eine vordringliche Aufgabe der Aufklärung und des Humanismus, um die Menschen vor der Destruktivität des religiösen Wahns zu schützen. Allzu gern neigen die Religionsvertreter dazu, alle gewaltsamen Elemente ihrer Weltanschauung als Fehlinterpretationen und von historischen Bedingtheiten und Personen verursachte Entgleisungen anzusehen. Nur eine Analyse der kanonischen Texte selbst, ohne geschönte hermeneutische Anpassung an die gegenwärtige humanistische säkulare Gesellschaftssituation, liefert Auskunft über das echte Gefahrenpotential der einzelnen Religionen. Zu den heute noch kaum andiskutierten Themen gehört dabei die Frage, inwieweit die frühe Indoktrination der Kinder mit Religion eine moralisch höchst bedenkliche Verführung darstellt, die einer psychischen Falle gleichkommt. …..“

    Europäische Kulturrelativisten lehnen diesen Text vermutlich ohne jedes Verständnis ab. Mit ihrer Kumpanei mit religiösem Wahn rechtfertigen und zementieren sie die entwürdigen Lebensformen der Frauen in diesen Gesellschaften und nicht nur der Frauen, denn die sie umgebenden religiös beherrschten Kinder und Männer sind auch Opfer dieses Aberglaubens, was die Hamasversteher aber nicht weiter tangiert. Es ist kein Zufall, dass diese europäischen Kulturrelativisten so gut wie immer auch fanatische Israelhasser sind.

    Grundsätzlich ist die religiöse Indoktrination von Kindern moralisch höchst bedenklich. Wenn das religiös erzogene Kind später zu Verstand kommt, muss es sich immer gegen die aufoktroyierte religiöse Programmierung auflehnen, das religiös erzogene Kind ist gezwungen, erst einmal die frühen Prägungen zu löschen, um sich dann ein rationales Weltbild zu verschaffen. Dieser Ablöseprozess ist oft sehr schmerzhaft und mit Schuldgefühlen verbunden, durch die seelischen Verklemmungen, durch die Erkenntlich der Nichtexistenz Gottes kann, laut P. Riedesser (Lehrbuch der Psychotraumatologie) das spätere Leben als sinnlos erachtet werden

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    • 17. August 2012 17:35

      Es ist tatsächlich dreist wenn Religiöse von einer „alle Religionen umgreifenden weltumspannenden Ethik“ faseln, die Blutspur des Christentums und des Islams ist solange, dass solches Gerede mit Hohnlachen oder einem Schlag auf die Pappn quittiert werden sollte.

      Kannitscheiders Analyse von der „Entzauberten Welt trifft auch auf Seite 69 den Nagel auf den Kopf, wie ich meine, wobei „Freiheitskämpferin“ vielleicht etwas übertrieben ist:

      „Das bohrende Nichtverstehen, warum das allgütige Wesen MIR das antun musste, obwohl Er es hätte verhindern können, bleibt als Stachel zurück, solange die Vernunft nicht befragt werden kann und man ihre Auskunft akzeptiert, dass es in der Welt das kontingente, von niemandem intendierte, nicht zu eskamotierende Leid gibt.

      Eine hochbrisante Funktion erhält die Möglichkeit, ja die Verpflichtung zur aufklärerischen Religionskritik in der anstehenden Transformation des Islam zu einer mit den westlichen Werten des Humanismus kompatiblen Religion. Ayaan Hirsi Ali, die holländische muslimische Freiheitskämpferin, beschreibt eindrucksvoll die sklavische Abhängigkeit der islamischen Gesellschaft von dem obersten Despoten Allah, der in hierarchischer Weise das gesamte soziale Gefüge bestimmt. Koran und Scharia lassen eine Reflexion über die Gebote und den Wertekanon dieses religionsdominierten Gesellschaftssystems überhaupt nicht zu. So wäre es angebracht, einen Diskurs über eine Neuordnung des Verhältnisses von personaler Autonomie, intellektueller Mündigkeit und der Rolle des Kollektivs zu führen, eine Auseinandersetzung, die im Islam nicht einmal begonnen hat. „Die Werte der Gemeinschaft – Ehre und Unterordnung – zählen weit mehr als die Selbstbestimmung des Individuums, Religion ist für das Individuum kein Instrument der Sinngebung, sondern er [das Individuum] hat sich der Religion anzupassen und sich Gott aufzuopfern.“

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  14. MEMO permalink
    17. August 2012 14:12

    Unter meinem Artikel zu Pussy Riot (auf Metropolenmond) steht seit einigen Minuten ein Kommentar, der eigentlich recht gut verdeutlicht, wie weit die Indoktrination durch Religion und Tradition geht, wie sehr sie die eigene Sicht auf die Welt verzerrt, vermutlich auch aus Gründen des Selbstschutzes.

    „Dieser Ablöseprozess ist oft sehr schmerzhaft und mit Schuldgefühlen verbunden, durch die seelischen Verklemmungen, durch die Erkenntlich der Nichtexistenz Gottes kann, laut P. Riedesser (Lehrbuch der Psychotraumatologie) das spätere Leben als sinnlos erachtet werden“

    Das kann man so unterschreiben und dieses Zitat wird in Verbindung mit dem Kommentar recht gut mit Leben gefüllt.

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    • 17. August 2012 17:43

      In Russland hat sich so einiges getan in Punkto Religion.

      Selbstschutz wäre eine gute Erklärung. Viele Eltern wissen vermutlich nicht was sie ihren Kindern mit der religiösen Vergewaltigung antun. Der Schaden ist in vielen Fällen nicht wiedergutzumachen. Ich kenne das so manche unheilbare Fälle.

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      • MEMO permalink
        18. August 2012 13:18

        Nicht nur du. Von diesen Fällen gibt es eine Menge.

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      • mentalpunker permalink
        18. August 2012 19:51

        Ja, der Antischlager für mich überhaupt: „Süßer die Glocken …“ Zum Glück gibt es mit „Hells Bells“ einen Gegenschlager zum Antischlager, der auch jederzeit im Netz zu finden ist. Öfters mal den Gleichstrom wechseln!

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        • MEMO permalink
          18. August 2012 20:22

          Hells Bells ist mir zu Retro.

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        • mentalpunker permalink
          18. August 2012 23:51

          Dann biete ich Neubell.

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  15. 19. August 2012 13:35

    In 70 Staaten sind Antisemiten dem Aufruf Ayatollah Khomeini gefolgt der diesen antiisraelischen al Kuds-Tag am 8. August 1979 ins Leben gerufen und zur Vernichtung Israels aufgerufen hat. Im Iran sind Hunderttausende zum al Kuds Tag auf die Straße gegangen um gegen Juden zu demonstrieren. Die iranischen Medien sprachen von Millionen Teilnehmern.

    Präsident Mahmud Ahmadinedschad bezeichnete Israel während einer Rede als „ein Krebsgeschwür“ und sprach dem jüdischen Staat abermals das Existenzrecht ab. «Sperrt die Ohren auf: Auf der neuen Landkarte des Nahen Ostens wird es weder ein zionistisches Regime noch eine Vorherrschaft der USA geben», sagte der Holocaustleugner Ahmadinejad außerdem an der Universität von Teheran.

    Ali Khamenei meinte zuvor, dass “der künstliche und zionistische Auswuchs sicher von der Landkarte vernichtet wird.”

    Religion und Antisemitismus sind das Opium des „iranischen Volkes“.

    http://www.nzz.ch/aktuell/international/ahmadinejad-heizt-massenproteste-gegen-israel-an-1.17491917

    http://heplev.wordpress.com/2012/08/18/fotos-vom-quds-tag-fuhlt-mal-die-liebe/

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    • 19. August 2012 18:42

      Dazu bei Reflexion – Marsch der Antisemiten.

      Etwa 600 Anti­se­mi­ten betei­lig­ten sich in die­sem Jahr am „Al Quds”–Marsch in Ber­lin. Es han­delt sich um eine jähr­li­che Pro­pa­gan­da­ver­st­an­stal­tung für das ira­ni­schen Regimes und seine Apo­lo­ge­ten, die Israel mit Ver­nich­tung bedro­hen. Im Auf­ruf zum größ­ten isla­mis­ti­schen Auf­marsch, an dem sich aller­dings auch andere Israel-Hasser betei­li­gen, wurde zum „Wider­stand der Völ­ker” auf­ge­ru­fen. Auch in die­sem Jahr wur­den zahl­rei­che Fah­nen ver­schie­de­ner isla­mis­ti­scher Orga­ni­sa­tio­nen, wie die der anti­se­mi­ti­schen His­bol­lah, geschwenkt. ….“ – weiterlesen hier

      Ob und wie viele und evt. welche Hamasversteher und Israelhasser aus Augsteins Community oder Redaktion dabei waren ist leider nicht überliefert. Außerdem ist es schon bemerkenswert, da rufen 600 bis 700 linke, rechte und islamische Antisemiten in Berlin unmissverständlich zur Vernichtung Israels auf und kaum jemand nimmt Notiz davon, geschweige denn protestiert dagegen. (Ausnahme hier) Wo sind ARD, ZDF, die SZ und die anderen Mainstreammedien?

      Ich bitte um Beachtung des Blogrolls (Links) von Reflexion und sende solidarische Grüße an Mar­tin Was­ser­mann.

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    • 20. August 2012 09:45

      Hallo Leute,
      ich hab „Al-Quds“ in Augsteins Onlineblatt in der Suche eingegeben. Komisch, im „Freitach“ ist nichts üba den Berliner oder Teheraner Al-Quds-Tach zu finden. Ein paar Artikel gibt es mit „Al-Quds“, beispielsweise wenn Lutz Herden die USA und Israel verschwörungstechnisch angreift:

      „Bisherige Erkenntnisse stehen auf tönernen Füßen. Holder und CIA-Dirketor David Petraeus berufen sich auf Aussagen, die ein Undercover-Agent der US-Drogenfahndung über iranische Partner offenbart hat. Dieser Informant war selbst drogenabhängig und ist von der US-Justiz nur auf freien Fuß gesetzt worden, weil er sich als Informant in die Drogenszene einschleusen ließ. Die Expertise von Iran-Kennern besagt außerdem, die für derartige Auslandseinsätze zuständige Al-Quds-Einheit agiere gewöhnlich professioneller und wisse ihre Spuren zu verwischen. Und wer zu guter Letzt die Logik bemüht, dem muss zumindest fragwürdig erscheinen, dass die iranische Autoritäten – egal ob Präsident Ahmadinedjad oder der Oberste Geistliche Führer, Ayatollah Khamenei – hinter einem derart plumpen und dilettantischen Manöver stehen und einen Militärschlag riskieren. Was hätten sie davon?“

      Vielleicht sind die Berlina „Al-Quds“-Marschierer dem Freitach nicht peinlich genug. Wer weiß dat schon.

      Schüssikowski
      Eua Erwin

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    • 20. August 2012 16:33

      Wahied Wahdat-Hagh in der Jungle World – Die iranische Führung droht Israel mit Vernichtung:

      Der antisemitische Aufmarsch zum Al Quds-Tag soll angeblich in über 70 Staaten dieser Welt stattfinden. Dort sind Islamisten khomeinistischer Provenienz am Werk. Ayatollah Khomeini hatte diesen antiisraelischen Tag am 8. August 1979 ins Leben gerufen und zur Vernichtung Israels aufgerufen. Seitdem demonstrieren khomeinistische Islamisten am letzten Freitag des islamischen Fastenmonats gegen den Staat Israel.

      Der iranische Revolutionsführer, Ayatollah Ali Khamenei, hat am Mittwoch, dem 15. August 2012 erneut die Zerstörung Israels gefordert.
      Über den Al-Quds-Tag sagte das iranische Staatsoberhaupt ganz undiplomatisch: “Auch in diesem Jahr wird das islamische Volk des Iran am Al-Quds Tag mit der Faust in den Mund der Feinde des Islam und Palästinas schlagen.”
      Ali Khamenei sagte, dass “der künstliche und zionistische Auswuchs sicher von der Landkarte vernichtet wird.”

      General Ahmad Vahidi, iranischer Verteidigungsminister, ist der Meinung gewesen, dass “das usurpatorische zionistische Regime zusammenstürzen” wird, wurde am 14. August 2012 berichtet. Am selben Tag berichtete ISNA, Qolamreza Jalali, ein iranischer “Verteidigungsstratege” habe gesagt, dass, es “keinen anderen Weg gibt außer die Zerstörung Israels.”

      Die islamistischen Vernichtungsphantasien sind ein Bestandteil der islamistischen Staatsdoktrin im Iran, die auch von Präsident Ahmadinejad wiederholt wird, wie am 1. August 2012 vor Vertretern und Botschaftern der islamischen Welt. Er rief alle islamischen Regierungen dazu auf antiisraelische Al-Quds-Demonstrationen in ihren Staaten zu organisieren.

      Ahmadinejad sagte: „Seit etwa 400 Jahren ist eine furchterregende zionistische Bewegung dabei die Geschicke dieser Welt zu leiten und hinter den Bühnen befinden sich die Hauptzentren der Macht, der Politik, der Medien, des Geldes und der Bankenwelt, so dass der Präsidentschaftskandidat eines großen Landes, das eine riesige Wirtschaft besitzt und über 300 Millionen Einwohner hat, um die Wahlen zu gewinnen, die Füße der Zionisten küssen muss.“
      Es sollte niemanden wundern, dass der iranische Präsident damit dem US-amerikanischen Präsidenten unterstellte die „Füße von Zionisten zu küssen.“

      Ahmadinejad fuhr fort: „Wenn die Stimme der Bevölkerung zählt, warum muss dann ein Präsidentschaftskandidat heimlich die Füße der Zionisten küssen. Ihre gesamte Würde, ihre Parolen und ihre Werte sind dem Zionismus geopfert worden, um die Verbrechen dieses Regimes zu verklären.“
      Das „zionistische“ Regime sei das Symbol des die Welt beherrschenden Zionismus, der die Herrschaft der Arroganten in der Region und in der Welt ausbreiten will.“

      Ahmadinejad meinte, dass die „Feinde der Menschheit“ dabei seien mit all ihrer Macht die „Richtung der Forderungen der Völker zu ändern.“ Dies bedeute, dass schließlich das Ergebnis dieser Politik die „Rettung des zionistischen Regimes“ sein soll.

      Der iranische Präsident geht wie andere islamistische Ideologen des Iran davon aus, dass die arabische Welt dem Modell der islamischen Revolution von 1979 im Iran folgen wird. Sie beschuldigen westliche Regierungen dies verhindern zu wollen. Tatsache ist, dass es einige Zeichen dafür gibt, dass die arabische Welt sich immer mehr von Iran distanziert.

      Ahmadinejad greift in seiner Rede vom 1. August zudem die NATO an und meint, dass die „NATO niemals und nirgendwo Gerechtigkeit und Freiheit“ herstellen wollte.

      Ahmadinejad konnte nicht auf seine aggressiven Vernichtungsphantasien verzichten: „Der Al-Quds-Tag ist die Lösung der Weltprobleme und man muss nicht davon ausgehen, dass dieser Tag nur eine Lösung für die Probleme Palästinas ist. Jeder, der freiheitsliebend und gerecht ist, muss um Gerechtigkeit und Freiheit herzustellen, etwas tun, damit das zionistische Regime nicht mehr existiert.“

      weiterlesen hier

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      • 20. August 2012 18:22

        Ayatollah Khomeini – Das war, meine Erinnerung an und Lesen über ’68‘, die „Antwort“ auf den (gerechten) Sturz des Schahs Reza Pahlevi. Aber ob die weltweite antiimperialistische, emanzipativ allerorts orientierte Weltweitbewegung das wollte? – Nein.
        Ich sag mal, eine (Kultur-)Revolte ist keine (Soziale) Revolution!

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    • 20. August 2012 17:18

      Christoph Hörstel auf dem Al-Quds 2012: „Ich bin mir ganz sicher, wenn die Juden in Israel sich wieder, wie in den früheren Jahrhunderten, in den Schutz der Muslime stellen, dann wird es ihnen besser gehen als heute“

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      • MEMO permalink
        20. August 2012 18:15

        Zynismus in Reinform.

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        • mentalpunker permalink
          20. August 2012 22:39

          Unfaßbar: „Deutschland muß wegen seiner Verbrechen Verantwortung übernehmen“ … gegen Juden, die unter der Herrschaft von Mulismen besser ‚gedeihen‘ würden … und dann dieses Schein-links-rechts via Kritik der Springerpresse. ‚Quer-Denken!!! Es ist zum Kotzen!

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      • 20. August 2012 21:31

        Ein lupenreiner Antisemit macht sich Sorgen um das Schicksal der Juden. Irgendwie kommt mir das bekannt vor.

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      • MEMO permalink
        20. August 2012 21:46

        Zu dem ganzen Dilemma werde ich morgen einen Artikel posten. Ich habe mir jetzt ja lange genug ein Bild machen können, habe recherchiert, gegeneinander abgewogen und bin zu einem wenig schmeichelhaften Ergebnis gekommen, was das (pseudo)linke Spektrum betrifft. Rostock-Lichtenhagen, 1972, Antisemitismus – ob nun strukturell oder nicht -, das NS-Regime – alles hat eine Wurzel und an der nähren sich die unterschiedlichsten Gruppen. Daran beißt nun mal leider keine Maus einen Faden ab. Bei näherer Betrachtung unterscheiden sich das DDR-Regime, Nazi-Deutschland, die aktuelle Linke Weltverbessererschar leider nicht, was die Struktur betrifft – sie sind allesamt rassistisch, wenn man es herunterbricht. Traurig, aber wahr – und es erschließt sich leider recht Vieles aus dieser Erkenntnis.

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      • 21. August 2012 12:52

        Die Biographie von Christoph Hörstel ist sehr aufschlussreich, wie die Links auf seiner Homepage (z.B. NRhZ, Muslimmarkt, truth-out) belegen. Seine Ansichten sind offensichtlich freitagskompatibel. Gegen die Bildzeitung, gegen die Springerpresse sind auch Henner Michels, TomGard und Co. Der „Friedenskämpfer“ Christoph Hörstel kämpft ebenso gegen Sarrazin und Rassismus wie die Anwältin aus Berlin. Christoph Hörstel sorgt sich um Israel, deshalb will er, dass sich die Juden Israels wieder in den „Schutz der Muslime“ stellen, genau wie die Freitagsavantgardisten welche die sogenannte „Einstaatenlösung“ für den Nahen Osten fordern, was alles auf dasselbe rauskommt.

        Antisemitismus nach 1945 hat in Europa in den wenigsten Fällen mit Rassismus zu tun. Augsteins Blogger und Redakteure sind ganz überwiegend keine Rassisten und auch diesen Christoph Hörstel würde ich der linken Antisemiten-Szene zurechnen. Ihr Antisemitismus kommt aus einer debilen Friedenssehnsucht. Diese Berliner Al-Quds-Islamisten-Szene ist nur ein weiterer kleiner Baustein im bunten Geflecht des antiisraelischen Mosaiks in Deutschland nach 1945.

        Der „Freitag“ ist natürlich nur ein kleines eher unbedeutendes Beispiel. Ich benutze es nur gerne weil ich mich mit diesem Medium intensiv beschäftigt habe. Viel entscheidender sind die Ansichten (linker Antisemitismus) in der Linkspartei mit den angeschlossenen Medien wie der „Jungen Welt“, „NRhZ“ oder den „ND“ und im bürgerlichen linksliberalen Lager von der SPD bis zu den Grünen, wie die Medien von der SZ bis zum Spiegel.

        Faszinierend ist für mich nach wie vor, wie ansonsten keineswegs dumme Menschen dies alles nicht erkennen wollen.

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      • 21. August 2012 17:58

        Wenn man bedenkt, dass Hörstel bei der ARD- als Sonderkorrespondent und als Nachrichtenmoderator tätig war, dann muss man sich nicht wundern dass der Antisemitismus in diesem Land weit verbreitet ist. Christoph Hörstel ist jedenfalls bei Rechts und „Irgendwie-Links“ sehr beliebt, wie auf Schlamassel.muc gut nachzulesen ist.

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  16. 23. August 2012 21:54

    Der von der Osten-Sacken schreibt üba „Religiös zwingende und tausend Jahre alte Gebote“:

    „Religiös zwingende Gebote gibt es viele. Das Heiratsalter von Mädchen ist eines davon, schließlich soll der aufrechte Muslim dem Propheten nacheifern und der heiratete Aisha bekanntlich, als diese im zarten Alter von neun Jahren war. Ein Brauch, der immerhin auch schon 1500 Jahre alt ist. Und wir haben ja gelernt, dass Traditionen, die religiös legitimiert und auf ein hehres Alter zurückblicken, in hohem Maße respektabel sind. Konsequent also nur, wenn der Iran jetzt auch diesem Gebot folgt, nachdem kürzlich erst bekannt wurde, dass Frauen fortan aus den Studiengängen ausgeschlossen werden:

    Wie im Mai bereits der Großmufti von Saudi-Arabien erklärte, sollen laut islamischen Recht Kinderehen nach dem Vorbild Mohammeds möglich sein und bleiben. Mohammed war 52, während er die Ehe mit der neunjährigen Aisha vollzog. Da Mohammeds Lebensweise oft als vorbildich und nachahmenswert für alle Muslime gepriesen wird, sind derlei problematische Traditionen, die sich auf sein Leben stützen bisher nur schwer zu bekämpfen.

    Nun will auch Iran nachziehen und die Ehe für Mädchen unter 10 Jahren legalisieren. Der iranische Parlamentarier Mohammad Ali Isfenani nennt das Alter für das Erreichen der Pubertät für Mädchen mit neun Jahren, davon abzuweichen wäre eine Schwächung der Scharia-Gesetzgebung. Vor der islamischen Revolution waren Ehen unter 16 Jahren nicht möglich. Die Mullahs sind seit ihrer Machtergreifung bemüht jegliches Gesetz an die Scharia anzugleichen und die Gesellschaft islamkonform zu gestalten.“

    http://jungle-world.com/von-tunis-nach-teheran/1828/

    Die spinnen die Religiösen!

    Eua Erwin

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  17. erna permalink
    24. August 2012 00:22

    Die folgenden Aphorismen können leider nur wirkliche Menschen mit einem IQ > 200 verstehen:

    Es gibt nur ein einziges Menschenrecht: das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Wenn sich alle daran halten würden (von „Beschneidung“ über „Mund zukleben“ bis „Kinderausbeutung“)…

    Jeder Körper, der den Mund aufmacht und sagt, es gebe so etwas wie „wir Juden“, ist wohl ein Dummkopf. Denn: es gibt zunächst einmal nur individuelle Körper − von denen die meisten zwar vielleicht sprechen, aber darüber hinaus wohl nicht einmal denken können…

    „Ich habe schon genug mit meinem Menschsein zu tun. Warum muss ich denn auch noch Franzose und Calvinist (etc.) sein?“ (Michel de Montaigne). Wenn also jemand behauptet,
    er sei „Jude“ oder „Deutscher“ (etc.), so ist er letztlich „selber schuld“ (Immanuel Kant, 18.Jh.) − oder noch schlimmer: hat einfach den Montaigne (16.Jh.) nicht gelesen…

    Die Welt sähe schon SEHR VIEL ANDERS aus, wenn jedes Kind gelernt hätte, all diejenigen „Menschen“ als Weichlinge zu verachten, die immer noch glauben, sich AUCH NOCH als „Juden“, „Deutsche“, „Buddhisten“ oder „Bayern-Fans“ (etc.) bezeichnen zu müssen. –

    Wenn jeder Idiot begriffen hätte, wie „soziale“ Phänomene (Empathie, Theory of Mind, Bindungen, Faschismen, Initiationsriten, Gruppendruck, Völkismus, Nationalismus, Nationalsozialismus, Religionen) entstehen, so gäbe es keine „unbewussten“ „sozialen“ Phänomene mehr…

    Ach wie schön war doch noch die Steinzeit: keine Ländergrenzen, keine Parteien, keine „Nationen“, keine „Identitäten“, kein „wir Juden“, keine „die Deutschen“, kein „unser Volk“, kein „Reich“, etc.

    Die Religion einer Pop(p)ulation ist die Er-Zeugung einer Stabilität, die es ausserhalb dieser Pop(p)ulation vermutlich gar nicht gibt…

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    • 24. August 2012 10:03

      „Jeder Körper, der den Mund aufmacht und sagt, es gebe so etwas wie “wir Juden”, ist wohl ein Dummkopf.“

      Es gab und gibt Regime, die bestimm(t)en wer Jude ist, siehe die Nürnberger Gesetze. Wenn nach 2000 Jahren Verfolgung, nach Judenpogromen, nach dem Holocaust ein Jude nach 1945 sagt er ist ein Jude, dann war und ist er kein Dummkopf. Wohl eher jemand der das behauptet.

      Ich empfehle neben Michel de Montaigne auch mal Jean Améry zu lesen.

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  1. Religion ist eine Art geistigen Fusels | Kühns Lindenblatt

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