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Der Fall Jakob Augstein

12. August 2015

„Es gibt wieder ziemlich viele Antisemiten; aber die meisten Antisemiten sind heute solche, die nicht so genannt werden wollen“ Detlev Claussen

jaIn der Antisemitismusforschung wird zwischen christlich-religiösem Antijudaismus und dem sich im 19. Jahrhundert entwickelnden modernen Antisemitismus unterschieden. Freilich wurden die alten antijüdischen Stereotypien im modernen Antisemitismus integriert. Nach Auschwitz erfährt der Antisemitismus in den postnationalsozialistischen Gesellschaften einen Zeitenwandel in seiner Ausdrucksweise. Nach dem Völkermord an den Juden verschwand zwar die Judenfeindschaft nicht aus den Köpfen, doch konnten die alten antisemitischen Hetzreden nicht mehr so ohne weiteres straffrei ausgesprochen werden. Der Antisemitismus passte sich vor allem in den postnationalsozialistischen Gesellschaften den neuen Gegebenheiten an. Der Begriff des sekundären Antisemitismus versucht diese Veränderungen zu erklären. Der sekundäre Antisemitismus ist geprägt aus Motiven der Schuld-, Verantwortungs- und Erinnerungsabwehr. Beispielshalber sind die Leugnung oder die Relativierung von Auschwitz, die Forderung eines Schlussstrichs über die nationalsozialistische Vergangenheit oder Vergleiche zwischen der israelischen Politik und dem Nationalsozialismus Merkmale einer antisemitischen Rhetorik nach 1945. Um die deutsche Schuld zu relativieren, werden Juden mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht, um damit eine Täter-Opfer-Umkehr zu vollziehen. So wird der Nahostkonflikt von „Israelkritikern“ nach 1945 oftmals in manichäischer Art wahrgenommen und die Politik Israels in verzerrender Weise dargestellt. Um die antisemitischen Aspekte vermeintlich „israelkritischer“ Äußerungen zu erkennen, entwickelte der israelische Politiker Nathan Sharansky die sogenannten „drei D“: Doppelstandards, Delegitimierung und Dämonisierung. Laut Monika Schwarz-Friesel sind die „drei Ds“ Folgen „einer derealisierenden Sprache, die ein ‚Feindbild Israel‘ erzeuge, ‚das zwar mit der Realität nicht kompatibel ist, dafür aber exakt das repräsentiert, was dem judeophoben Weltbild entspricht und das damit genau die ihm zugewiesene Funktion erfüllt‘“

In ihrer Studie „Antisemitismus im deutschen Mediendiskurs – Eine Analyse des Falls Jakob Augsteins“ untersuchen die Soziologen Lukas Betzler und Manuel Glittenberg die Kolumnen Jakob Augsteins mit einem kognitionslinguistischen Ansatz, der sich an der Methode von Schwarz-Friesel und Reinharz orientiert.

Wenn beispielsweise der Staat Israel mit antisemitischen Stereotypen assoziiert wird, dann handelt es sich eindeutig um Antisemitismus. Die Vorstellung einer klandestinen jüdischen Weltverschwörung ist eines der zentralen Merkmale des Antisemitismus. Ein Beispiel dafür lieferte Jakob Augstein am 6.4.2012 in seiner Spiegel-Online-Kolumne „Es musste gesagt werden“: „Mit der ganzen Rückendeckung aus den USA, wo ein Präsident sich vor den Wahlen immer noch die Unterstützung der jüdischen Lobbygruppen sichern muss, und aus Deutschland, wo Geschichtsbewältigung inzwischen eine militärische Komponente hat, führt die Regierung Netanjahu die ganze Welt am Gängelband eines anschwellenden Kriegsgesangs.“

Augstein sieht außerdem in seiner Kolumne, wie sein „israelkritisches“ Idol Günter Grass, in Israel den Gefährder des Weltfriedens: „Es ist dieser eine Satz, hinter den wir künftig nicht mehr zurückkommen: “Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden.” Dieser Satz hat einen Aufschrei ausgelöst. Weil er richtig ist. Und weil ein Deutscher ihn sagt, ein Schriftsteller, ein Nobelpreisträger, weil Günter Grass ihn sagt. Darin liegt ein Einschnitt. Dafür muss man Grass danken. Er hat es auf sich genommen, diesen Satz für uns alle auszusprechen.“

Angesichts der zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt, damals und heute, ist die Behauptung Israel gefährde einen imaginierten Weltfriedens eine Dämonisierung des Judenstaates. Die Aussage reproduziert das antisemitische Stereotyp die Juden seien „Weltbrandstifter“ und damit das „Böse schlechthin.“ Augstein knüpft in seinem Text mit der Metapher „ein Aufschrei“ und „weil ein Deutscher ihn sagt“ an die sekundär-antisemitische Vorstellung an, die Deutschen seien wegen des „jüdischen Meinungsdiktats“ übertrieben verständnisvoll gegenüber Israel. Grass wird von Augstein als Erlöser inszeniert, der „für uns alle“ die Bürde auf sich nahm die Wahrheit auszusprechen. Augstein und Grass belegen: Die Spezifik des deutschen Antisemitismus ist seine Entlastungsfunktion. In der lehrreichen antisemitismuskritischen Textanalyse von Betzler und Glittenberg werden weitere acht Kolumnen Augsteins analysiert die zwischen Februar 2011 und Dezember 2014 in Spiegel Online veröffentlicht wurden. Dabei werden Augsteins zahlreiche Stereotype des Antisemitismus wie sein ausgeprägter Antiamerikanismus eindrucksvoll belegt.

Lukas Betzler und Manuel Glittenberg schreiben in ihrem Fazit über die Sprache Augsteins: „Die Analyse der Inhalte und der verbalen Formen der Äußerungen Jakob Augsteins zeigt, dass sich dessen Antisemitismus ganz überwiegend in antiisraelischer Form artikuliert. Das Referenzobjekt des Antisemitismus verschiebt sich also von „den Juden“ auf den Staat Israel, er verliert dadurch jedoch nicht seinen antisemitischen Gehalt: Ganz überwiegend hat Augsteins „Israelkritik“ nichts mit kommunikativ legitimer Kritik an Israel gemeinsam. In den analysierten Texten werden zahlreiche antisemitische Stereotype auf Israel angewandt. Derealisierungen zeichnen ein verzerrtes Bild vom Staat Israel und den Israelis, wodurch diese dämonisiert werden und jener delegitimiert wird. Israel wird mit starken Stigmawörtern belegt und durch die Verwendung von Lexemen aus der NS-Terminologie oder von Signalwörtern mit dem Nationalsozialismus gleichgesetzt. Das Existenzrecht Israels wird zwar nicht offen in Frage gestellt, doch eine Delegitimierung Israels ist in vielen Fällen die Folge dämonisierender und derealisierender Äußerungen. An Israel wird ausnahmslos ein unikaler Bewertungsmaßstab angelegt: Das Recht auf Selbstverteidigung wird dem Staat abgesprochen, Maßnahmen zur Verteidigung werden zu „kolonialistischem Unrecht“ umgedeutet. Die moralische Abwertung Israels dient dabei auch einer Entlastung und Relativierung von historischer Schuld. Auch Augsteins Sprechen über den Antisemitismus ist in vielen Fällen antisemitisch, etwa wenn (jüdischen) Antisemitismuskritikerinnen die Schuld an der Ausbreitung des Antisemitismus gegeben, ein „Kritiktabu“ in Bezug auf Israel behauptet oder die Vorstellung einer von Israel kontrollierten öffentlichen Meinung evoziert wird.“

In der Diskursanalyse der Augstein Debatte werden die Verteidiger Augsteins von den Autoren schonungslos demaskiert. Nach der Veröffentlichung der TTAS-Liste des Simon-Wiesenthal-Centers wurde eine breite Debatte in den Medien ausgelöst. Fünf Textfragmente aus Jakob Augsteins SPIEGEL-Online Kolumne beschertem diesem den neunten Platz der „Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs 2012″. Vielfach fand eine scharfe, aber substanzlose Zurückweisung des berechtigten Antisemitismus-Vorwurfs statt. Viele Journalisten, unfähig Antisemitismus zu begreifen,  fühlten sich offenbar selbst ertappt. Ebenso wurde in der Politik von Gregor Gysi (Linkspartei) bis Julia Klöckner (CDU) Partei für Augstein ergriffen. Sie argumentieren, Augstein übe zwar scharfe, aber legitime Kritik an der israelischen Regierung, und kritisieren das SWC dafür, Augstein deshalb Antisemitismus vorzuwerfen. Den vielen Verteidigungen Augsteins entsprechend titelt die FR: „Viel Rückendeckung für Jakob Augstein.“ Neben Clemens Wergin in der Welt widersprach noch Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, zu diesem Zeitpunkt der Deutung, Augstein betreibe „Israelkritik“ und verbreite keinen Antisemitismus. Im weiteren Verlauf der Debatte zeichnete sich allerdings bald eine Veränderung ab. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Aussagen Augsteins, allerdings mit wesentlich „geringerer diskursiver Präsenz,  als die Verteidigungen Augsteins zuvor“, fand nun statt.

In ihrer Schlussbetrachtung „Antisemitismus mit gutem Gewissen“ schreiben Lukas Betzler und Manuel Glittenberg: „(…) Die Textanalyse hat gezeigt, dass sich in Augsteins Kolumnen auf allen sprachlichen Ebenen Verbal-Antisemitismus finden lässt. Dieser Antisemitismus artikuliert sich dabei fast ausschließlich über den „Umweg“ Israel und überwiegend implizit. Israel wird mit antisemitischen Stereotypen assoziiert, es wird dämonisiert, delegitimiert und nach einem unikalen Maßstab bewertet. Dabei zeigte sich, dass Augsteins Wahrnehmung Israels und insbesondere des Nahostkonflikts stark von antisemitischen Deutungsmustern geprägt ist. Dass diese Mentalitätsbestände durch die lange Geschichte der Judenfeindschaft tief in den europäischen Gesellschaften verankert sind und immer noch das Denken und Sprechen über Juden – und seit 1948 auch über Israel – prägen, wird von Augstein jedoch nicht reflektiert. Diese fehlende Reflexion auf die Kontinuitäten insbesondere in der deutschen Gesellschaft verbindet und erklärt sich mit einem auf „Judenhass“ reduzierten Antisemitismusbegriff. So kommt es zu einer paradoxen Konstellation: Weil der antiisraelische Antisemitismus von vielen Menschen verkannt oder negiert wird, erscheint für sie Kritik an antiisraelischen Äußerungen – die eigentlich Ausdruck einer gesellschaftlichen Tabuisierung des Antisemitismus ist-, als Ausdruck einer Tabuisierung von Kritik an Israel. Dieser Mechanismus bedingt die verbreitete und auch von Augstein geteilte Vorstellung, jede/r Kritikerin Israels werde als antisemitisch diffamiert. In Wirklichkeit hat er jedoch einen entgegengesetzten Effekt: Die Kritik am antiisraelischen Antisemitismus wird von den Kritisierten und ihren VerteidigerInnen — sofern sie sich selbst nicht als Antisemiten sehen — als Antisemitismusvorwurf diffamiert, der Kritik an der israelischen Politik zu unterbinden versuche.

Eine weitere Folge dieses verkürzten Antisemitismus-Begriffs bei Augstein ist die Verkennung des Antisemitismus als eines entscheidenden Faktors für Israels Geschichte und Gegenwart. Die existenzielle Bedrohung, in der sich Israel durch den Terror der Hamas und durch die potentielle nukleare Bewaffnung des Iran befindet, lässt sich nur verstehen, wenn man den von diesen FeindInnen Israels vertretenen Antisemitismus als eine Ideologie ernst nimmt, die nach Verwirklichung drängt. Versucht man, das Handeln von Hamas, Hisbollah oder dem Iran ohne diesen Begriff des Antisemitismus zu erklären, entsteht eine Lücke, die anderweitig gefüllt werden muss. Antiisraelischer Antisemitismus, selbst in seiner mörderischen Form, wird darum häufig rationalisiert oder sogar negiert. Augsteins Kolumnen offenbaren darüber hinaus ein eklatantes Missverhältnis zwischen einem selbstbewussten Gestus des „Bescheidwissens“ und dem tatsächlichen Wissen. Augstein inszeniert sich selbst als Experte für Israel und den Nahostkonflikt, sein „Wissen“ ist dabei aber nur schematisch. Es sind zumeist formelhafte Allgemeinplätze, Floskeln und Schlagwörter, mit denen Augstein den Nahostkonflikt erklärt: Als verantwortlich für das Ausbleiben eines Friedens im Nahen Osten gelten ihm die israelischen Siedlungen, die israelische „Besatzungspolitik“, die israelischen „Vergeltungsschläge“ gegen TerroristInnen und die Unnachgiebigkeit der rechten Regierung. In seinen Texten offenbart sich nicht nur eine geringe Kenntnis und ein geringes Interesse an der Geschichte Israels und seinen gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen, viele von Augsteins Aussagen über Israel sind zudem faktisch falsch. (…)

Der gegen Israel gerichtete „Antisemitismus mit gutem Gewissen“, der sich selbst für besonders kritisch und anti-antisemitisch hält, ist die im Mediendiskurs vermutlich am weitesten verbreitete Form des Antisemitismus. Der kurze Überblick über die Rezeption der Debatte im Feld der Antisemitismusforschung und der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit hat jedoch gezeigt, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Augsteins antisemitischen Äußerungen und der Augstein-Debatte bisher nicht in der Lage war, den dort artikulierten Antisemitismus theoretisch und begrifflich zu fassen. In der Antisemitismusforschung müsste daher das Bemühen um einen Begriff des antiisraelischen Antisemitismus verstärkt werden. Wir würden uns wünschen, dass unsere Analyse-Ergebnisse und die hier skizzierten Deutungsansätze Anknüpfungspunkte dafür bieten.“

Lukas Betzler/Manuel Glittenberg: Antisemitismus im deutschen Mediendiskurs. Eine Analyse des Falls Jakob Augstein. Interdisziplinäre Antisemitismusforschung, Nomos-Verlag, Baden-Baden, 27. April 2015, ISBN 978-3848716722, 320 Seiten, 59 Euro

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20 Kommentare leave one →
  1. 13. August 2015 11:03

    Eine schöne Übersicht in das „Denken“ Augsteins und seiner Verteidiger. Ist zwar alles nicht neu, aber diese wissenschafltiche Arbeit über den Antisemitismus der „Augstein-Linken“ gehört in jeden Haushalt. Deshalb Daumen hoch für Lukas Betzler und Manuel Glittenberg. Kaufempfehlung!

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  2. Stephan Lorenz permalink
    14. August 2015 23:45

    Der smarte Dauerhetzer aus Deutschlands Top-Medien (Trampert)
    Der keine Streicher von nebenan (Broder)

    Seine Kolumnen tat ich mir noch nie an. Augstein kann neben seiner „Israelphobie“ überhaupt nicht schreiben.

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  3. Corina Wagner permalink
    15. August 2015 13:39

    Spätestens als Augstein Gaza als Lager bezeichnete und er behauptete „Israel brütet sich dort seine eigenen Gegner aus“ kann man ihn als das bezeichnen was er ist. Die alte antisemitische Legende, dass die Juden sind selbst schuld am Antisemtismus seien ist nicht totzukriegen.

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  4. 17. August 2015 16:00

    Ich find dat Klasse, dat endlich eine wissenschaftliche Studie über den Antisemitismus der Augstein-Linken aufm Markt is. Vielleicht kommt sogar dann der ein oder andere Augstein-Jünger zum Nachdenken. Aber da dran glaub ich eigendlich nich. Die allermeisten Augstein-Jünger sehen in dem Buch sicher ne Ostküsten- Verschwörung.

    “Und wenn’s Judenblut vom Messer spritzt, dann gehts Jakob und seinen Brüdern gleich nochmal so gut, dann haben sie ihren Judenknacks endlich überwunden.“ (Broder)

    Ich halt die Antisemiten nicht mehr aus ohne zwei, drei, vier Schnäspsken am Tag. Und da soll man nicht abhängig werden.

    Grüße aus Wanne , euer Erwin

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  5. 17. August 2015 17:08

    »Darauf spekuliert tatsächlich einer der wesentlichen Tricks von Antisemiten heute: sich als Verfolgte darzustellen; sich zu gebärden, als wäre durch die öffentliche Meinung, die Äußerungen des Antisemitismus heute unmöglich macht, der Antisemit eigentlich der, gegen den der Stachel der Gesellschaft sich richtet, während im allgemeinen die Antisemiten doch die sind, die den Stachel der Gesellschaft am grausamsten und am erfolgreichsten handhaben« ­(Adorno, a.a.O.). Daß die Juden uns den Mund verbieten, ist das Gerücht über die Juden, das nach Adorno der Antisemitismus ist. Wer glaubt, daß es wahr sei, ist ein Antisemit. Augstein ist einer.

    Wohl war, Stefan Gärtner

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  6. 21. August 2015 16:04

    Was wohl Jakob Augstein und seine Freunde zu folgender „Begebenheit“ sagen:

    >>> Besonders erschreckend ist der Fall von Wafa Samir Ibrahim al-Biss aus dem Gazastreifen. Sie hatte beim Kochen schwere Verbrennungen durch die Explosion eines Gaskanisters erlitten und wurde deshalb in einem israelischen Krankenhaus behandelt. Den Umstand, dass sie als Patientin von Gaza nach Israel ein- und ausgehen durfte, machte sich die Fatah zunutze und heuerte sie als Selbstmordbomberin an. Am 20. Juni 2005 wurde sie am Grenzübergang Erez verhaftet; sie trug zehn Kilogramm Sprengstoff an ihrem Körper. Dem Fernsehen sagte sie, dass sie den Sprengsatz in just demselben Krankenhaus – dem Soroka Medical Center in Beersheva – detonieren lassen wollte, wo sie selbst behandelt worden war.

    Israelische Ärzte können vieles – doch für Antisemitismus gibt es keine erprobte und anerkannte Therapie. Alles, was Juden tun, wendet der Antisemit gegen sie.<<<

    http://www.audiatur-online.ch/2015/08/19/der-terroristische-patient/

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  7. Deutscher Volksgenosse | Jan Cramer permalink
    27. August 2015 11:43

    Was haltet ihr davon?

    [Link von der Redaktion entfernt]

    Bevor jetzt dialektisches Geschwafel kommt:

    ERST WISSENSCHAFTLICH WIEDERLEGEN UND SONST KLAPPE HALTEN!

    ———————-
    Werbende Verlinkungen auf rechtsextreme Internetseiten sind hier nicht erlaubt. Siehe Netiquette! Weitere Kommentare von „Jan Cramer“ sind sinnlos, da diese zukünftig unverzüglich im Spamfilter landen werden. Aus der Geschichte lernen: Gib Nazis keine Chance!

    Die MI-Redaktion

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  8. 28. August 2015 10:48

    Jakob Augstein in SPON zu Heidenau: „Die Leute im Osten haben sich den falschen Gegner ausgesucht: Sie sollten sich in die Demonstrationen gegen die Banken einreihen – nicht in die gegen Ausländer. Nur dann wird aus “Wir sind das Pack” wieder “Wir sind das Volk“

    Jakob Augstein und sein Volk. Nationalbolschewismus 2.0

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  9. A.mOr permalink
    17. September 2015 12:00

    „Es gibt wieder ziemlich viele Antisemiten; aber die meisten Antisemiten sind heute solche, die nicht so genannt werden wollen“ Detlev Claussen.

    Die Individualität als anerkannte Menschenwürde aus der Aufklärung heraus erlaubt „nicht-antisemitische Antisemiten“. (Kenne persönlich zuviele davon.) Die Verleugnung des eigenen Antisemitismus wird individuell vom Verleugner oft selbst geglaubt. Psychotherapie hat keinen Effekt auf die Austherapierten. Therapie hilft nur jenen, die ihre Bedürftigkeit anerkennen.
    Den „individualistischen“ Antisemiten fehlen die Uniformen.
    Nicht das Haßobjekt.

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    • 18. September 2015 10:21

      Zustimmung! Ich kenne auch viele „nicht-antisemitische Antisemiten“, habe mit diesen viel „diskutiert“ und kann daher bestätigen, dass diese Leute ihren „ehrbaren Antisemitismus“ strikt leugnen weil ihre Judenfeindschaft oftmals aus einer diffusen Friedenssehnsucht entspringt. Sie fühlen sich als die „Guten“.

      Dazu schrieb Eike Geisel einst:
      „Im Namen des Friedens gegen Israel zu sein, ist etwas Neues. Denn dieses Ressentiment hat alle praktischen und politischen Beweggründe abgestreift. Dieser neue Antisemitismus erwächst weder aus niedrigen Instinkten noch ist er Ausfluss ehrbarer politischer Absichten. Er ist die Moralität von Debilen. Das antijüdische Ressentiment entspringt den reinsten menschlichen Bedürfnissen, es kommt aus der Friedenssehnsucht. Es ist daher absolut unschuldig, es ist so universell wie moralisch. Dieser moralische Antisemitismus beschließt die deutsche Wiedergutwerdung insofern, als sich durch ihn die Vollendung der Inhumanität ankündigt: die Banalität des Guten.“

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      • A.mOr permalink
        20. September 2015 15:01

        😉 „Diffuse Friedenssehnsucht“ = „Diffuse Friedens(sehn)sucht“?
        Gibt’s das auf Rezept?

        Klappe ich mal mein Visier etwas auf.
        Ich habe derzeit einen ganz speziellen Kandidaten, ein guter Freund. Immerhin hat jener Fragen, und ich bemühe mich um sachliche und umfassende Aufklärung. Solange wir uns schon kennen, eigentlich. Und ein Antisemit ist er nicht. (Aber ich vergesse nicht, als er mich solches fragte, lang ist’s her: „Aber Du bist doch kein Zionist!?“ Meine Antwort: „Natürlich bin ich Zionist!“)
        Jedoch ist der Grad der jahrezehntelangen Vorbildung (soll ich hier das Wort „links“ erwähnen, oder besser „pseudolinks“ für PC? Ehrlich gesagt, es ist schon „links“, nur was ist „links“? Nur zwei Lager zwischen pseudo bis richtig? Wohl kaum.) entsprechend geeicht, und weitere Fragen bzw Vormeinungen zehren (teils zunehmend) an meiner Geduld…
        Nu, nicht aufgeben, Freundschaft alleine ist schon ein guter Grund.

        Eine Freundin wiederum hat es sich richtig schwer mit mir gemacht, als sie ihre ausführliche Semesterarbeit zum Schicksal der Tsiganer nahm, um mir vorzuhalten, daß es „den Juden“ (in Europa) doch garnicht so schlecht ergangen sei…
        Und wer saß Seite an Seite in den Vernichtungslagern?
        (War da ihre arabisch verwurzelte, und feine!, Mutter?)
        Für sie eine offenbar zu vernachlässigende Ausnahme.

        Als ob wir nicht mehr zu berichten hätten…
        Und wie „ungeschickt“, daß sie uns (Tsiganer und Juden) gegeneinander durch ihre Argumentation ausspielen wollte.
        Traurig. Das hat mich innerlich von ihr entfernt, sie, die Wunderbare!, mir herzlich so wichtig. Und ich ihr, einst.

        Tsiganer und Juden, wir mögen recht verschiedene Leute sein, Kultur, Religion usw.
        Aber wir sind einander Brüder und Schwestern, spätestens seit Auschwitz.

        Das Problem mit intellektueller Abgehobenheit ist beizeiten, daß der vermeintliche Überblick sich in einem scharfen Blick (in die Weite) extrem verengt. Während das intellektuelle Bewußtsein vermeldet: Überblick!
        Lo, leider nicht.
        Der Mensch ist (idR;) kein Adler. Und auch dieser sieht vor allem sehr scharf auf die Beute.

        Und deswegen versuche ich mich stets zu ertappen bei der Verengung meines Blickes, gerade auch im Gewusel.
        Nicht immer einfach. Und wenn das Herz schreit wird’s umso schwieriger.
        Und wenn erstmal die Möbel umfallen!

        Eike Geisel: „Dieser moralische Antisemitismus beschließt die deutsche Wiedergutwerdung insofern, als sich durch ihn die Vollendung der Inhumanität ankündigt: die Banalität des Guten.“
        Habe, Schande?, noch immer nicht Eugen Sorgs Analyse zur „Banalität des Bösen“ gelesen, bin insofern unsicher, wie ich diesen Satz verstehen kann.

        Aber eines stimmt, „sie“ halten sich für „die Guten“.
        Nu, wir auch! Neben allen möglichen Schwächen, was einen Menschen so ausmacht, nicht? Patt?

        Beste Grüße und eine gute Woche!

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      • 21. September 2015 13:42

        Danke schön für den ausführlichen und lesenswerten Kommentar. Die obige Problematik mit Bekannten oder Freunden kenne ich auch. Freundschaften können dann schon mal zerbrechen. Das „Ausspielen“ von anderen Opfergruppen mit den ermordeten Juden während des Holocaust ist dabei bekanntes Phänomen.

        Parallel dazu wird oftmals die Bombardierung Dresdens durch die Alliierten oder jede aktuelle Verteidigungsmaßnahme Israels für die „Wiedergutwerdung Deutschlands“ in die „Debatte“ geworfen. Der linke Antisemitismus von Günter Grass über Jürgen Elsässer bis Jakob Augstein ist aus meiner Sicht auch als ein „moralischer Antisemitismus“ zu bezeichnen.

        Die Inhumanität ist in den jeweiligen Schriften und Reden dieser Leute nachzulesen. Trotz ihrer Hetze gegen Israel und ihrer Verharmlosung oder Kumpanei mit den islamistischen Terrorbanden halten sie sich mit ihrer banalen, vermeintlichen Friedensliebe für die „Guten“. Für die linken Antisemiten (ähnlich wie bei den rechten, nur mit anderem Vorzeichen) war Auschwitz eine kurze Episode, die nur Hitler, sein engster Kreis und die unmittelbaren Täter zu verantworten hatten. Heutige Juden erinnern Antisemiten durch ihr Überleben, wie der Staat Israel an Auschwitz. Nur durch die Delegitimierung und Dämonisierung Israels ist ein Schlussstrich, ist die „Wiedergutwerdung Deutschlands“ vermeintlich möglich.

        Beste Grüße und eine gute Woche,
        Manfred Breitenberger

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        • A.mOr permalink
          22. September 2015 11:34

          Ein herzliches „like“ für den Kommentar!

          „Wiedergutwerdung Deutschlands“.
          Das „deutsche Sommermärchen“ fand ich besser.

          (Leichtes Fasten für alle die’s tun werden.)

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  10. 12. Oktober 2015 11:56

    War es ein Wutanfall oder ein akuter Schub von Delirium? Bei Jakob Augstein spielt das letztlich keine Rolle: sein Feindbild bleibt das gleiche. Im April 2012 feierte er das sogenannte Israel-Gedicht von Günter Grass als eine Zäsur. „Es ist dieser eine Satz, hinter den wir künftig nicht mehr zurückkommen: ‚Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden.’ Dieser Satz hat einen Aufschrei ausgelöst. Weil er richtig ist. Und weil ein Deutscher ihn sagt“. Jetzt erleben wir die nächste Etappe seines langen Marsches gegen Israel. Wird die P5+1 Vereinbarung von Lausanne, wie Kritiker befürchten, dem Iran einen Weg zur Atombombe eröffnen? „Na und?“, findet Augstein (SPON, 9.4.2015). „Damit verabschieden wir uns lediglich von einer Jahrzehnte alten Anomalie: dass Israel die einzige Atommacht in Nahost ist.“ Für ihn ist das ausdrücklich keine Katastrophe.

    Fangen wir mit dem Ende des Satzes an: Ist Israel Atommacht? Die meisten werden mit Ja antworten und phantasieren sich gleich 200 bis 400 israelische Atombomben zusammen. Für Israel ist es nützlich, dass die Öffentlichkeit, vor allem im Nahen Osten, das glaubt. Also dementiert es nicht. Mehr läßt sich dazu nicht sagen, wenn man nicht spekulieren will. Es gibt nur ein verläßliches Kriterium dafür, dass ein Land Atommacht ist: der „rauchende Colt“ (smoking gun), d.h. dass es einen erfolgreichen Atomtest durchgeführt hat. Das ist bei Israel nicht der Fall. Nun wird man sagen, Mordechai Vanunu habe doch schon 1986 alles bezeugt. Das behaupten natürlich diejenigen, die erstens seine Aussagen nicht im Original gelesen haben und zweitens von Nuklearphysik nichts verstehen. Israel ist eine vermutete, latente oder virtuelle Atommacht. Dieser Status ist im konfliktreichen Nahen Osten ein Problem unter ferner-liefen. Er spielt für das Sicherheitsgefühl der BürgerInnen Israels eine große Rolle. Für seine Nachbarn ist er von untergeordneter Bedeutung. Einigen Leuten im fernen Deutschland macht das von Augstein enthüllte „Dilemma“ allerdings schwer zu schaffen, sind wir doch selber nukleare Habenichte. Der Grimm fängt am Stammtisch an und hört bei Nobelpreisträgern für Literatur nicht auf.

    Bei Augstein kann man nicht sicher sein, was ihn mehr umtreibt: der Zorn über Israels vermeintliche Atommacht oder die Genugtuung über das Atomprogramm der Mullahs. Man beachte zunächst das Adverb lediglich. Wenn’s weiter nichts ist als eine iranische Atombombe? Na, dann kommt sie halt. Das ist ein cooler Standpunkt. Er erinnert mich an einen Beitrag „Der Tag nach dem ersten iranischen Atomtest“ auf der Webseite der Revolutionsgardisten: „Es ist sieben Uhr morgens und ein schöner Tag. Noch ist die Sonne nicht aufgegangen, doch es leuchtet überall. Heute ist die erste Morgendämmerung nach dem iranischen Atombombentest. Es ist ein ganz normaler Tag.“ Ja, es strahlt überall. Na und?

    Sodann lesen wir den Begriff der Anomalie. Augstein junior meint damit, es sei nicht normal, dass Israel Atomwaffen besitze, der Iran aber nicht. Folglich sei es konsequent, dass der Iran diese Anomalie aufhebt. Wenn Deutsche die Kategorie des Normalen einsetzen, steckt fast immer faschistisches Denken dahinter, aber selten springt es einem so ins Auge wie hier. Augstein findet eine Bedrohung Israels durch Atomwaffen normal. Mehr noch: er findet es akzeptabel, dass die nukleare Drohung von einem Staat ausgeht, der sich die Zerstörung Israels auf seine Fahnen geschrieben hat. Man könnte erwidern: Augstein, das ist nicht normal, das ist pervers! Wäre das die richtige Antwort, die man dem Mann geben müsste? Nein: Augstein macht politische Vorlagen. Diese liegen in der Tradition des Nationalsozialismus. Der Populist steht damit nicht allein. In den Kommentarspalten des Internets findet das iranische Atomprogramm in diesen Tagen bemerkenswert viele Befürworter. Friedensbewegtes und atomfeindliches Deutschland? Nicht, wenn’s gegen Juden geht.

    [..]

    AutorInnen, die im Unterschied zu Augstein über Sachverstand verfügen, haben herausgearbeitet, dass kein Land ohne die Hilfe anderer in den Besitz von Atomwaffen gelangt ist. Im amerikanischen Manhattan-Projekt war eine Avantgarde von Physikern versammelt, die aus Europa emigriert waren. Von Los Alamos erhielten die Sowjetunion und China das knowhow über ihre Atomspione. England und Frankreich bekamen es als Verbündete von den USA. Indien wurde von der Sowjetunion unterstützt, um die „Anomalie“ im Fernen Osten zu beseitigen. Besonders deutlich sind die Beispiele Pakistans und Nordkoreas. Niemals hätten diese Länder aus eigener Kraft Atommächte werden können.

    Wenn die Atombombe des Iran unvermeidlich kommt, wie Augstein meint, dann liegt es an den scheinbar unvermeidlichen Exporten deutscher Unternehmen. Betrachten wir die maßgeblichen Komponenten des iranischen Atomprogramms: das Atomkraftwerk Buschehr ist zu 25% mit deutscher Technologie bestückt. Die iranischen Zentrifugen gehen auf ein Modell zurück, das der österreichische Ingenieur Gernot Zippe für deutsche Unternehmen entwickelt hat. Die Steuerung der Urananreicherungsanlage in Natanz ist von Siemens. Der Schwerwasserreaktor von Arak orientiert sich an einem früheren Forschungsreaktor des Karlsruher Kernforschungszentrum.

    Mit ihrer Vorliebe für Deutschland, die proportional zu ihrem Leugnen des Holocausts verläuft, würden die Iraner am liebsten auch ein Atombombendesign von hier beziehen. Das dürfte ihnen allerdings schwer fallen. Dieses knowhow ist in Deutschland nicht mehr vorhanden. Aber der Iran hat schon vor 20 Jahren von Pakistans Abdul Qadir Khan Bombenpläne erhalten.

    Nichtsdestotrotz wäre eine iranische Bombe auch eine deutsche Bombe, da Made in Germany bei der Produktion von waffenfähigem Uran und Plutonium im Iran entscheidend beteiligt ist. Deutsche Unternehmen haben dem Iran geholfen und wollen ihm weiter helfen, ein sehr reales Vernichtungspotential gegen Israel aufzubauen. Na und?! Wenn es ein Nazi wäre, der jenen „Spiegel“-Kommentar verfasst hätte, dann wäre es nicht weniger empörend – aber weniger verwunderlich. Diese Leute haben wir bekanntlich in unserem nationalsozialistischen Untergrund. Bisher jedoch nicht in den Leitartikeln der Alphamedien.

    Henryk Broder schrieb einmal, Jakob Augstein bereite propagandistisch eine zweite Endlösung der Judenfrage, diesmal in Palästina, vor. Dafür entschuldigte er sich später. Vielleicht kam die Entschuldigung zu schnell? Zu schnell hat jedenfalls Augstein die Gelegenheit kommen sehen, bahnbrechende Ansichten eines Deutschen über den Weltfrieden zu vermarkten. In der trügerischen Sicherheit, ein Atomabkommen mit dem Iran sei unter Dach und Fach und das Land könne nun ungeachtet seiner Rekordzahlen an Todesurteilen und Hinrichtungen in den Salon der „normalen“ Staaten aufgenommen werden, wollte er wieder einmal Israel und besonders Netanyahu als Störenfried und nicht ernst zu nehmenden Außenseiter brandmarken, dem es nur recht geschehe, wenn er mit einer iranischen Bombe bestraft wird. Doch es kam wieder einmal anders. Praktisch zeitgleich widersprach Irans Revolutionsführer Khamenei den Abmachungen von Lausanne. Der Imam ist es, der den „Purzelbaum“ (Augstein über Netanyahu) schlägt.

    Die Lage ist also schon wieder eine andere. Augsteins beschämende Ressentiments sind freilich immer die gleichen. Als das Simon Wiesenthal Center vor zwei Jahren Augstein-Zitate in die Jahresliste der schlimmsten antisemitischen Äußerungen aufnahm, hagelte es Proteste von allen Seiten. Ehrenwerte und namhafte PublizistInnen nahmen ihren Kollegen in Schutz. Was werden sie heute sagen? Na und?

    Detlef zum Winkel in der Jungle World (vom Apr. 15)

    http://jungle-world.com/jungleblog/3191/

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  11. Uli Mörchen permalink
    11. Dezember 2015 15:46

    Traurig ist, wie sinnfrei hier über irgendeinen Augstein (wieso kriegt der hier so eine Relevanz zugeschrieben?) debattiert wird und wie eine völlig abgehobene Antisemitismus-Diskussion stattfindet, die mit der Realität in Nahost ja gar nichts zu tun hat.

    Auf http://www.humanrights.ch heißt es z.B.:

    „Zu den wichtigsten Menschenrechtsverletzungen in Israel gehören der fehlende Schutz von Palästinensern/-innen in den besetzten Gebieten gegen den Bau unrechtmässiger Siedlungen sowie die Inhaftierung zahlreicher Palästinenser/innen ohne Anklageerhebung oder Gerichtsverfahren. Es gibt Berichte über Folterungen und Misshandlungen von Häftlingen bei Verhören oder in Gewahrsam. Arabische Staatsbürger/innen sind institutionell und sozial diskriminiert; ihr Zugang zu Bildung, zum Arbeits- und Wohnungsmarkt sowie zu landwirtschaftlichem Boden ist teilweise massiv eingeschränkt. Sie können ihren Wohnort nicht frei wählen.“

    Sind die jetzt auch Antisemiten bei humanrights und bei der UNO, die schließlich etliche kritische Dokumente in dieser Form gegen Israel veröffentlicht haben?

    Wer darf dann überhaupt irgendetwas zur aktuellen Lage in Israel sagen?

    Bin ich jetzt auch Antisemit, weil ich das hier so schreibe?

    Das entbehrt doch jeglicher intellektuellen Redlichkeit, wie hier die Hoheit auf einen Begriff reklamiert wird.

    Das geht so nicht.

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    • 11. Dezember 2015 17:06

      Doch das geht so.

      Wer hinter „humanrights.ch“ steckt weiß ich nicht. Scheint mir dubios zu sein. Ob die Seite antisemitisch ist weiß ich nicht. Die obige einseitige Aussage lässt es vermuten. Der von „lupenreinen Demokraten“ dominierte UN Menschenrechtsrat ist freilich antisemitisch. Islamistischer Terror darf dort nicht thematisiert werden. Über Zwangsverheiratungen, Steinigungen und Genitalverstümmelungen darf im UN Menschenrechtsrat nicht gesprochen werden, mit der bemerkenswerten Begründung, derlei verletze die religiösen Gefühle der Muslime. Das nur nebenbei.

      Ich empfehle ihnen dringend, sich einfach mal über Antisemitismus und Israel zu informieren. Am besten gleich hier.

      Siehe Blogbeiträge (einfach anklicken und dann lesen)

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  12. Uli Mörchen permalink
    11. Dezember 2015 18:19

    Ich bin eigentlich ganz gut informiert, meine ich.
    Aber sicher kann man immer noch dazu lernen.

    Bisher habe ich hier aber gelernt:

    Die UNO ist antisemitisch.
    Die Siedlungen in der Westbank und anderen Orten sind nicht völkerrechtswidrig.
    Und was Antisemitismus ist, wird hier apodiktisch und unabänderlich definiert.

    Sorry, das ist nicht seriös hier.
    Und geht in Richtung Paranoia.

    Ich bin mehr für ernsthafte und faire Diskurse.

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  13. 20. Dezember 2015 17:36

    Im Spiegel schreibt Augstein am 7.12.15 über die „Völkische Revolution“ von der AFD zur Front National:

    „Die offizielle Linie der AfD hat kein Problem mit Israel – warum auch: So rechts wie die deutschen Rechtspopulisten ist die Regierung von Benjamin Netanyahu allemal. Vor allem aber eint die israelische Politik und die AfD die – vorsichtig formuliert – kritische Haltung gegenüber dem Islam.“

    Über den „Judenknax“ von Augstein schreibt Pascal Breucker treffsicher in der TAZ:

    „Lieber bringt das Sturmgeschütz der „Israelkritik“ alles Böse in der Welt mit den Juden und ihrem Staat im Nahen Osten in Verbindung. Mit Verve ist Augstein damit beschäftigt, stets von Neuem zu beweisen, dass er vor drei Jahren zu Recht Aufnahme in die „Top Ten der antisemitischen/antiisraelischen Verunglimpfungen“ des Simon Wiesenthal Centers gefunden hat.

    Augstein verdankt sein Vermögen nicht zuletzt dem Schaffen jener alten Nazis, mit denen sein sozialer Vater Rudolf Augstein einst den Spiegel aufgebaut hat. Möglicherweise liegt darin ja der tiefere Grund seiner unermüdlichen Bemühungen um die Befreiung von dem deutschen „Judenknacks“, dessen Überwindung der Kommunarde Dieter Kunzelmann bereits 1969 gefordert hatte. Immerhin deponiert Jakob Augstein keine Bombe in einem Jüdischen Gemeindehaus, sondern schreibt nur Kolumnen. Jedoch: „Im Zweifel links“ ist das nicht. “

    http://taz.de/!5260171/

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  1. Jakob Augstein ist ein deutscher Journalist, … « Ampelmaennchen und Todesschuesse

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